[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Profilröhrchen mit elliptischem oder lanzettförmigem
Querschnitt für Röhrchenwärmetauscher, hergestellt aus dünnwandigem Blech.
[0002] Aus der DE-OS 33 27 660 ist ein Röhrchen dieser Gattung bekannt, welches durch einen
mittig in Richtung der kleinen Ellipsenachse verlaufenden Quersteg in zwei Kammern
aufgeteilt ist (Zweikammerprofil). Bei aus dünnwandigem Blech hergestellten Profilröhrchen
dient ein solcher Quersteg sowohl zur Versteifung des Röhrchens, um eine Ausbeulung
der schwach gewölbten Röhrchenwände zu verhindern als auch einer Erhöhung des Wärmeaustauschgrades.
Es hat sich nun gezeigt, daß der Wirkungsgrad eines Röhrchenwärmetauschers dadurch
erhöht werden kann, daß in der Matrix Profilröhrchen mit besonders schlankem Lanzettquerschnitt
verwendet werden.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Profilröhrchen der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, welches bei schlanker Kontur in der Lage ist, hohem Innendruck standzuhalten,
einen hohen Wärmeaustauschgrad zuzulassen und dabei auch im Inneren möglichst geringe
Strömungsverluste zu verursachen.
[0004] Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe von einer gattungsgemäßen Profilröhrchen
gelöst, welches wenigstens zwei in Richtung der kleinen Ellipsenachse den Innenraum
mit Abstand voneinander durchsetzende Querstege aufweist.
[0005] Die erfindungsgemäße Unterteilung des Profilröhrchens in mindestens drei Kammern
bringt gegenüber einem Zweikammerprofil eine beträchtliche Verbesserung der Strömungs-
und Wärmetauschbedingungen. Besonders bei Profilröhrchen größeren Querschnitts für
Wärmetauscher großer Abmessungen kann aufgrund der Mehrkammerbauweise gleich geringe
Blechstärke verwendet werden wie bei kleinen Profilröhrchen in Zweikammerbauweise
ohne daß dadurch die Steifigkeit gegen Ausbeulen unzulässig herabgesetzt würde.
[0006] Im weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung mit Profilröhrchen
mit elliptischem oder lanzettformigem Querschnitt für Röhrchenwärmetauscher mit wenigstens
zwei in Richtung der kleinen Ellipsenachse den Innenraum mit Abstand voneinander durchsetzenden
Querstegen durch Biegen von endlosem Metallband und nachfolgendes Fügen der freien
Kanten. Ein solches Verfahren ist für ein Zweikammerprofil durch die obengenannte
DE-OS 33 27 660 offenbart.
[0007] Ausgehend von dem vorbekannten Herstellungsverfahren ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ein für Mehrkammerprofile geeignetes Verfahren anzugeben, welches unter
Berücksichtigung der zu verarbeitenden sehr ge ringen Wandstärken sowohl hohe Maßgenauigkeit
der hergestellten Profilröhrchen garantiert als auch im Hinblick auf die Anzahl
der gewünschten Kammern anpassungsfähig ist und darüber hinaus hohe Ausstoßquoten
zuläßt.
[0008] Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, daß zunächst zwei kongruentes
Profil aufweisende Halbzeuge gebogen werden, das etwa die Form eines gleichschenkligen
Dreiecks mit abgerundeter Spitze und mit einem über die Basis hinaus verlängerten
Schenkel aufweist und diese Halbzeuge dann so aneinander gesetzt werden, daß die
freien Enden der verlängerten Schenkel jeweils an der Basiskante des anderen Halbzeugs
anliegen.
[0009] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich die gestellten Anforderungen voll
erfüllen, und es gewährleistet darüber hinaus noch geringen vorrichtungstechnischen
Aufwand, da durch den Aufbau aus zwei kongruenten Halbzeugen erreicht wird, daß nur
ein einziges, relativ einfaches Profil gebogen werden muß.
[0010] Eine erfindungsgemäße Weiterbildung dieses Verfahrens besteht darin, daß zur Herstellung
von Profilröhrchen mit 2 + n Querstegen zwischen die beiden Halbzeuge n Zwischenteile
mit Rechtwinkel-Z-Kontur und frcicn Schenkeln zwischengefügt werden. Auf diese Weise
lassen sich Mehrkammerlanzettprofile mit maximal zwei unterschiedlich gebogenen
Profilhalbzeugen aufbauen, wodurch der fertigungstechnische Aufwand niedrig gehalten
werden kann.
[0011] Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt das Biegen der Halbzeuge, indem das anfänglich ebene Metallband zunächst
in eine Rechtwinkel-Z-Kontur mit zwei freien Schenkeln geformt wird und danach der
längere der freien Schenkel bei etwa halber Schenkellänge um mehr als 90° soweit gebogen
wird, daß seine Endkante an der vom Z-Steg und dem anderen freien Schenkel gebildeten
Basiskante anliegt.
[0012] Vorteilhaft ist diese Art der Biegung des Halbzeugs insbesondere im Hinblick auf
die nachträgliche Fügung, da die zu fügenden Kanten im Bereich ebener bzw. leicht
konvex gewölbter Oberflächen liegen und somit besonders leicht zugänglich sind.
[0013] Alternativ zum vorstehend aufgezeigten Biegen der Halbzeuge kann nach einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung ein Halbzeug in der Weise geformt werden, daß das anfänglich
ebene Metallband zunächst zu einem Rechtwinkelprofil mit einem die Länge des Querstegs
aufweisenden kürzeren Schenkel und einem längeren Schenkel gebogen wird und dann
der längere Schenkel um eine Stelle, die weniger als die halbe Schenkellänge vom Rechtwinkelscheitel
entfernt liegt um mehr als 90° soweit gebogen wird, bis er an dem freien Ende des
kürzeren Schenkels anliegt. Diese Art der Biegung des Halbzeugs hat den Vorteil, daß
das ebene Blechband Biegungen nur in einer Richtung unterzogen wird.
[0014] Vorzugsweise soll die Entfernung der Biegestelle vom Rechtwinkelscheitel etwa 1/3
der Schenkellänge des längeren Schenkels betragen, was zur Folge hat, daß die Länge
der drei Kammern des fertigen Profilröhrchens jeweils etwa dieselbe ist.
[0015] Besonders im Hinblick auf eine durch Schweißung erfolgende Fügung der freien Kanten
ist es vorteilhaft, wenn die freien Schenkel der Halbzeuge und der Zwischenteile nach
außen aufgebogene Endkanten aufweisen.
[0016] Obwohl das erfindungsgemäße Verfahren in der Weise durchgeführt werden kann, daß
die dreieckförmigen Hohlprofile der beiden Halbzeuge durch Fügen zuerst verschlossen
werden und dann die Halbzeuge miteinander bzw. unter Zwischenfügung von Zwischenteilen
gefügt werden, ist es vorteilhaft, wenn die Fügung jedes Halbzeugs als auch die Fügung
der Halbzeuge miteinander bzw. mit dem Zwischenteil in demselben Arbeitsgang erfolgt.
Dadurch wird die Herstellung von Endlosprofilröhrchen erleichtert.
[0017] Die erfindungsgemäße Profilform und das erfindungsgemäße Verfahren werden anhand
der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
[0018] In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 erfindungsgemäße Profilröhrchen im Matrixverband im Querschnitt,
Fig. 2 zur Fügung aneinandergesetzte Halbzeuge für ein Profilröhrchen nach Fig. 1
in einer ersten Ausführungsform,
Fig. 3 zur Fügung aneinandergesetzte Halbzeuge für das Profilröhrchen nach Fig. 1
in einer zweiten Ausführungsform,
Fig. 4 die Biegung eines dünnwandigen Blechs zum Halbzeug nach Fig. 2,
Fig. 5 die Biegung eines dünnwandigen Blechs zum Halbzeug nach Fig. 3,
Fig. 6 die Zusammenstellung von fertig gebogenen Halbzeugen zu einem Profilröhrchen
mit drei Querstegen und
Fig. 7 eine Anordnung entsprechend Fig. 6 in einer weiteren Ausführungsform.
[0019] In Fig. 1 sind drei Profilröhrchen r einer Röhrchenwärmetauschermatrix in ihrer
gestaffelten Anordnung dargestellt, eines davon im Querschnitt, die anderen beiden
nur im Umriß. Erfindungsgemäß weist das im Querschnitt dargestellte elliptische Profilröhrchen
zwei in Richtung der kleinen Ellipsenachse k den Innenraum mit Abstand voneinander
durchsetzende Querstege q auf. Dadurch entstehen zwei etwa dreieckförmige Hohlräume
zu beiden Stirnseiten eines etwa rechteckförmigen Hohlraums. Aus Fig. 1 ist erkennbar,
daß das dargestellte sogenannte Dreikammerprofil bereits die Form einer sehr schlanken
Ellipse aufweist, deren Wandpartien entsprechend geringfügig gewölbt sind. Entsprechend
läßt sich mit einem Mehrkammerprofil, welches 2 + n Querstege aufweist, eine noch
schlankere Röhrchenkontur darstellen.
[0020] Die Darstellung nach Fig. 2 veranschaulicht eine erste erfindungsgemäße Herstellungsart
eines Profilröhrchens gemäß Fig. 1. Demnach werden durch Biegen von endlosem Metallband
die beiden kongruentes Profil aufweisenden Halbzeuge 2, 3 geformt, von denen jedes
etwa die Form eines gleichschenkeligen Dreiecks mit abgerundeter Spitze und mit einem
über die Basis 20, 30 hinaus verlängerten Schenkel 23 bzw. 33 aufweist. Diese Halbzeuge
2, 3 sind so aneinandergesetzt, daß die freien Enden 22, 32 der verlängerten Schenkel
23, 33 jeweils an der Basiskante 25, 35 des anderen Halbzeugs anliegen. Die in Fig.
2 noch als offene Spalte dargestellten Stoßstellen an den Kanten 25, 26, 35, 36 werden
durch Schweißung oder Lötung verschlossen.
[0021] Die Biegung der in Fig. 2 dargestellten Halbzeuge 2, 3 erfolgt, wie aus Fig. 4 hervorgeht,
in der Weise, daß das anfänglich ebene Metallband zunächst in eine Rechtwinkel-Z-Kontur
mit den freien Schenkeln 21, 23 geformt wird und danach der längere der freien Schenkel
bei etwa halber Schenkellänge soweit gebogen wird, daß seine Endkante 24 an der Basiskante
26 anliegt. In voll ausgezogenen Linien ist die Rechtwinkel-Z-Kontur dargestellt,
die Biegung des längeren Schenkels 21 ist strichliert angedeutet.
[0022] Aus den Fig. 3 und 5 ergibt sich eine zweite Herstellungsart eines elliptischen
Profilröhrchens gemäß Fig. 1. Wie bei der ersten Herstellungsart nach Fig. 2 werden
wiederum zwei kongruentes Profil aufweisende Halbzeuge 2, 3 gebogen und so zusammengesetzt,
daß das Gesamtprofil des Röhrchens nach Fig. 1 entsteht. Anders als bei der Herstellungsart
nach Fig. 2 bzw. Fig. 4 wird ein Halbzeug jedoch in der Weise geformt, daß das anfänglich
ebene Metallband zunächst zu einem Rechtwinkelprofil mit einem die Länge des Querstegs
q des Profilröhrchens aufweisenden kürzeren Schenkel 20 und einem längeren Schenkel
21 gebogen wird. Der längere Schenkel 21 wird dann um eine Stelle, die weniger als
die halbe Schenkellänge vom Rechtwinkelscheitel 25 entfernt liegt, soweit gebogen,
bis er an dem freien Ende des kürzeren Schenkels 20 anstößt. Die Wanderung der Endkante
des längeren Schenkels 21 ist in Fig. 5 mit einer strichlierten Linie und Pfeil angedeutet.
Vorzugsweise liegt die Stelle, an der der längere Schenkel 21 abgebogen wird, etwa
bei 1/3 der gesamten Schenkellänge. Dadurch wird dann beim fertigen Profilröhrchen
die mittlere rechteckige Kammer etwa gleich lang wie die beiden äußeren dreieckigen
Kammern.
[0023] In Fig. 6 ist die Herstellung eines elliptischen Profilröhrchens mit vier Kammern
dargestellt. Die Gesamt kontur dieses Profilröhrchens wird dabei aus zwei oben beschriebenen
kongruenten Halbzeugen 2, 3 und einem Zwischenteil 1 gebildet, welches Rechtwinkel-Z-Kontur
mit freien Schenkeln 11, 13 aufweist. Der Z-Steg des Zwischenteils 1 ist mit 10 bezeichnet.
Die übrigen Bezugszeichen sind wie in Fig. 2 gewählt. Das fertige Profilröhrchen
entsteht, wie oben ausgeführt, durch Schweißen oder Löten der Stoßspalte. Profilröhrchen
mit noch größerer Länge in Richtung der großen Ellipsenachse g können dadurch erzeugt
werden, daß mehrere Zwischenteile 1 in analoger Weise zwischen die beiden Halbzeuge
2, 3 eingesetzt werden. Die in Fig. 7 gezeigte Ausführungsform der zur Röhrchenkontur
zusammengesetzten Halbzeuge unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig.
6 lediglich dadurch, daß die zu fügenden freien Schenkel der Halbzeuge 2, 3 und des
Zwischenteils 1 nach außen aufgebogene Endkanten 27 aufweisen. Eine solche Konturierung
erweist sich als besonders vorteilhaft für die Durchführung der Schweißverbindungen.
[0024] Abschließend sei darauf hingewiesen, daß die Fig. jeweils stark vergrößerte Darstellungen
der herzustellenden Profilröhrchen enthalten. Die Erstreckung der elliptischen Querschnittskontur
beträgt in Richtung der großen Ellipsenachse etwa 10 mm, in Richtung der kleinen Ellipsenachse
etwa 3 mm und die Wandstärke der verwendeten Bleche liegt im Bereich zwischen 0,2
und 0,4 mm.
1. Profilröhrchen mit elliptischem oder lanzettförmigem Querschnitt für Röhrchenwärmetauscher,
hergestellt aus dünnwandigem Blech, gekennzeichnet durch wenigstens zwei in Richtung
der kleinen Ellipsenachse (k) den Innenraum mit Abstand voneinander durchsetzenden
Querstegen (q).
2. Verfahren zur Herstellung von Profilröhrchen mit elliptischem oder lanzettförmigem
Querschnitt für Röhrchenwärmetauscher mit wenigstens zwei in Richtung der kleinen
Ellipsenachse den Innenraum mit Abstand voneinander durchsetzenden Querstegen durch
Biegen von endlosem Metallband und nachfolgendes Fügen der freien Kanten, dadurch
gekennzeichnet, daß zunächst zwei kongruentes Profil aufweisende Halbzeuge (2, 3)
gebogen werden, das etwa die Form eines gleichschenkeligen Dreieckes mit abgerundeter
Spitze und mit einem über die Basis hinaus verlängerten Schenkel (23, 33) aufweist
und diese Halbzeuge dann so aneinandergesetzt werden, daß die freien Enden (22, 32)
der verlängerten Schenkel (23, 33) jeweils an der Basiskante (25, 35) des anderen
Halbzeugs anliegen.
3. Verfahren zur Herstellung eines Profilröhrchens nach Anspruch 2 mit 2 + n Querstegen,
dadurch gekennzeichnnet, daß zwischen die beiden Halbzeuge (2, 3) n Zwischenteile
(1) mit Rechtwinkel-Z-Kontur und freien Schenkeln (11, 13) zwischengefügt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegen
der Halbzeuge (2, 3) erfolgt, indem das anfänglich ebene Metallband zunächst in eine
Rechtwinkel-Z-Kontur mit zwei freien Schenkeln (21, 23) geformt wird und danach der
längere (21) der freien Schenkel bei etwa halber Schenkellänge um mehr als 90° soweit
gebogen wird, daß seine Endkante (24) an der vom Z-Steg (20, 30) und dem anderen
freien Schenkel (23, 33) gebildeten Basiskante (26, 36) anliegt.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Halbzeug
in der Weise geformt wird, daß das anfänglich ebene Metallband zunächst zu einem
Rechtwinkelprofil mit einem die Länge eines Quersteges (q) aufweisenden kürzeren Schenkel
(20) und einem längeren Schenkel (21) gebogen wird und dann der längere Schenkel um
eine Stelle, die weniger als die halbe Schenkellänge vom Rechtwinkelscheitel (25)
entfernt liegt, soweit gebogen wird, bis er an dem freien Ende des kürzeren Schenkels
(20) anliegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung der Biegestelle
vom Rechtwinkelscheitel (25) etwa 1/3 der Schenkellänge beträgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zu fügenden freien Schenkel der Halbzeuge und der Zwischenteile nach außen aufgebogene
Endkanten (27) aufweisen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fügung jedes Halbzeugs (2, 3) als auch die Fügung der Halbzeuge miteinander bzw.
mit dem Zwischenteil (1) in demselben Arbeitsgang erfolgt.