[0001] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Konzentration von in einem Gasstrom
suspendierten Partikeln nach der Gattung des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Herkömmliche Elektrofilter mit röhrenartigem Aufbau verwenden in der Regel einen
Sprühdraht als ionisierende Elektrode (Ionenquelle) in der Mitte eines als Niederschlagselektrode
dienenden Rohres. Die Ablagerung des Staubes erfolgt am Rohr (Vergl. H.J.White, Entstaubung
industrieller Gase mit Elektrofiltern, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie,
Leipzig 1969).
[0003] Bei derartigen Vorrichtungen hat das inhomogene elektrische Feld an der Niederschlagselektrode
(Rohr) seinen niedrigsten Wert, während dort gleichzeitig die höchste Staubdichte
herrscht. Dadurch werden auf den Staub infolge Eigenfeldes abstossende Kräfte ausgeübt,
welche eine wirksame Konzentration und Ablagerung beeinträchtigen.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Vorrichtungen bekannt, welche das Prinzip der Staubabscheidung
durch Fliehkräfte mit demjenigen durch elektrostatische Aufladung zu vereinen versuchen:
Zyklon mit Sprühelektrode (Draht) in der Mitte (Vergl. R.R.Boericke, J.T.Kuo, P.W.Dietz
and W.B.Giles, General Electric Co., Schenectady, N.Y., Electrocyclone for High Temperature,
High Pressure Dust Removal, AIAA 19th Aerospace Sciences Meeting January 12.-15.,
1981/St. Louis, Missouri).
[0005] Auch derartige Vorrichtungen können nicht optimal befriedigen, da stets eine unerwünschte
Koppelung zwischen der Ionenquelle und dem treibenden elektrischen Feld vorliegt,
welche die Möglichkeiten des Konstrukteurs stark einschränkt.
[0006] Es besteht daher ein starkes Bedürfnis, nach der Verbesserung und Vereinfachung
derartiger Geräte zur Konzentration von Partikeln in Gasströmungen der Elektrofilter.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Konzentration von
in einem Gasstrom suspendierten festen oder flüssigen Partikeln mittels elektrostatischer
Aufladung anzugeben, welche in konstruktiver Hinsicht alle optimalen Möglichkeiten
bieten, eine hohe Ausbeute und einen guten Wirkungsgrad besitzt und ein möglichst
kleines Volumen beansprucht.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0009] Die Erfindung wird anhand des nachfolgenden, durch Figuren näher erläuterten Ausführungsbeispiels
beschrieben.
[0010] Dabei zeigt:
Fig. 1 den schematischen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zur Konzentration von
in einem Gasstrom suspendierten Partikeln,
Fig. 2 den schematischen Querschnitt durch eine Vorrichtung gemäss Fig. 1,
Fig. 3 den Längsschnitt/Aufriss durch eine Vorrichtung ähnlich Fig. 1 gemäss Ausführungsbeispiel.
[0011] Die Fig. 1 zeigt einen schematischen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zur Konzentration
von in einem Gasstrom suspendierten festen oder flüssigen Partikeln. 1 stellt den
mit Partikeln beladenen Gasstrom dar, welcher in vertikaler Richtung von oben nach
unten geführt wird. 2 ist die vom elektrischen Querfeld, welcher der Partikelabscheidung
dient, völlig unabhängige unipolare Ionenquelle, welche die Ionen abgebende aussenliegende
Rohrelektrode 3 koaxial umschliesst. 4 ist die als innenliegende Rohrelektrode in
der Mittelachse angeordnete Gegenelektrode, welche als Niederschlagselektrode dient.
Die Partikelbahnen 5 schmiegen sich mit fortschreitender Strömung mehr und mehr der
Gegenelektrode 4 an. 6 ist eine Partikelauffangvorrichtung, welche den Partikelaustrag
aus dem Gasstrom einleitet, welcher als Reingasstrom 7 die Vorrichtung verlässt.
[0012] Fig. 2 stellt den schematischen Querschnitt (Horizontalschnitt) durch eine Vorrichtung
gemäss Fig. 1 dar. Die Anordnung der einzelnen Bauelemente ist vollständig zentralsymmetrisch.
Die Ionen abgebende, aussenliegende Rohrelektrode 3 sowie die Gegenelektrode (Niederschlagselek
trode) 4 ist je an einen Pol einer Hochspannungsquelle 8 (Spannung U) angeschlossen.
Die übrigen Bezugszeichen entsprechen denjenigen der Figur 1.
[0013] In Fig. 3 ist ein Längsschnitt/Aufriss durch eine Vorrichtung ähnlich Fig. 1 (Prinzip)
gemäss Ausführungsbeispiel halbschematisch dargestellt. Der mit Partikeln beladene
Gasstrom 1 wird über einen seitlich angeordneten Eintrittsstutzen in eine Art Vorkammer
geführt und in axiale Richtung senkrecht nach unten umgeleitet. Die unipolare Ionenquelle
2 wird durch einen von einem Gebläse geförderten Ionisationsgasstrom 10 (im vorliegenden
Fall Luft) gespeist. Sie umschliesst die ionenabgebende, aussenliegende Rohrelektrode
3 koaxial. Die im Zentrum vertikal angeordnete Gegenelektrode = Niederschlagselektrode
4 ist als innenliegende Rohrelektrode ausgebildet. Sie kann mit (hier nicht gezeichneten
Mitteln) zur Reinhaltung (Schlag- oder Vibrationsvorrichtung) ausgerüstet sein.
Koaxial zur Gegenelektrode 4 ist fluchtend die als Trichter und Rohr ausgebildete
Partikelauffangvorrichtung 6 angeordnet, über welche der Partikelaustrag 11 erfolgt.
9 stellen als Durchführungen dienende Isolierkörper dar. Die Apparatur ist an die
Klemmen einer Hochspannungsquelle 8 (Spannung U) angeschlossen. Der Reingasstrom 7
verlässt die Vorrichtung über eine Kammer und einen Austrittsstutzen in seitlicher
Richtung.
Ausführungsbeispiel:
[0014] Siehe Fig. 3!
Die Vorrichtung zur Konzentration von Partikeln in einem Gasstrom 1 bestand im wesentlichen
aus einem an seinem Mantel mit einer Vielzahl von Löchern von 1 mm Durch messer versehenen
rostfreien Stahlrohr von 200 mm Innendurchmesser, 1000 mm Länge und 2 mm Wandstärke.
Diese, Ionen abgebende Rohrelektrode 3 war an ihren Enden mit je einer einen Stutzen
aufweisenden Eintritts- bzw. Austrittskammer versehen. Als unipolare Ionenquelle
2 diente ein zur Rohrelektrode 3 koaxial angeordnetes weiteres, im Innern mit zahlreichen
Spitzen versehenes Rohr von ca. 220 mm Durchmesser. Der radiale Abstand der Spitzen
zur Rohrelektrode 3 betrug demnach ca. 5 mm. Die Spitzen befanden sich radial fluchtend
den Löchern in der Rohrelektrode 3 gegenüber. In den zwischen 2 und 3 gebildeten
hohlzylindrischen Raum wurde Luft als Ionisationsgasstrom 10 eingeblasen. An die
Spitzen der Ionenquelle 2 war eine regelbare Gleichspannung von max. ca. 5 kV gelegt
(elektrische Feldstärke ca. 10 kV/cm). Koaxial zur Rohrelektrode 3 war eine als Niederschlagselektrode
dienende Gegenelektrode 4 senkrecht angeordnet. Sie war in Form eines Rohres aus rostfreiem
Stahl mit einem Aussendurchmesser von 20 mm ausgebildet. In gleicher Flucht zu 4
befand sich ein als Partikelauffangvorrichtung 6 mit leichter trichterförmiger Erweiterung
versehenes Rohr von 30 mm Aussendurchmesser und 1,5 mm Wandstärke aus nicht rostendem
Stahl. Am Ende der Partikelauffangvorrichtung 6 befand sich der Partikelaustrag 11
in Form eines an Partikeln hochkonzentrierten Restgasstromes. 4 und 6 waren je über
einen als Durchführung gestalteten Isolierkörper 9 in der oberen bzw. unteren Kammer
der Apparatur befestigt. Die Rohrelektrode 3 war an Erde und an den positiven Pol
einer Hochspannungsquelle 8 gelegt. Die Gegenelektrode 4 war an den negativen Pol
der Hochspannungsquelle 8 (U = -60 kV) angeschlossen. Die Geschwindigkeit des Gasstromes
1 im hohlzylindrischen Raum zwischen den Elektroden 3 und 4 betrug im Mittel ca.
10 m/s. Die von den Ionen aufgeladenen Par tikel wurden unter der Wirkung des zum
Zentrum hin wachsenden elektrischen Feldes gegen die Mitte gedrängt und rutschten
längs der Gegenelektrode 4 senkrecht nach unten, wobei sie von 6 aufgefangen und nach
aussen geleitet wurden.
[0015] Die Erfindung ist nicht auf die im Ausführungsbeispiel angegebenen Merkmale beschränkt.
[0016] Grundsätzlich handelt es sich darum - im Gegensatz zu herkömmlichen Ausführungen
-, zur Partikelaufladung eine vom treibenden elektrischen Feld völlig unabhängige
Ionenquelle vorzusehen und die Partikel am Ort der höchsten elektrischen Feldstärke
(nicht der kleinsten) im Gasstrom zu konzentrieren.
[0017] Die innenliegende, als Niederschlagselektrode dienende, unter einem hohen elektrischen
Feld stehende Gegenelektrode kann vorzugsweise als Führungsrohr für die abzuscheidenden,
von ihr herabgleitenden Partikel ausgebildet sein. Sie kann ferner in vorteilhafter
Weise mit Mitteln zu ihrer kontinuierlichen Reinhaltung versehen sein. Diese können
zum Beispiel in axial wirkenden Schlag- oder Vibrationseinrichtungen bestehen, welche
das Abrutschen der Partikel in Richtung Auffangvorrichtung begünstigen. Des weiteren
kann an die Stelle der rohrförmigen Gegenelektrode auch ein endloses umlaufendes,
mit einem Abstreifer versehenes Bauelement in Form eines Bandes oder Drahtes treten.
1. Vorrichtung zur Konzentration von in einem Gasstrom (1) suspendierten festen oder
flüssigen Partikeln mittels elektrostatischer Aufladung, dadurch gekennzeichnet,
dass eine den mit Partikeln geladenen Gasstrom (1) führende, mit separaten, unabhängigen
unipolaren Ionenquellen (2) versehene, Ionen abgebende, aussenliegende Rohrelektrode
(3) und eine als Niederschlagselektrode dienende, zur aussenliegenden Rohrelektrode
(3) koaxial angeordnete, unter hohem elektrischem Feld stehende innere Gegenelektrode
(4) sowie eine mit einem trichterförmigen Ende versehene Partikelauffangvorrichtung
(6) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die innenliegende Gegenelektrode
(6) als Führungsrohr für die abzuscheidenden gleitenden Partikel ausgebildet und
mit Mitteln zur kontinuierlichen Reinhaltung in Form einer axial wirkenden Schlag-
oder Vibrationseinrichtung oder eines endlosen umlaufenden mit einem Abstreifer ausgerüsteten
Drahtes oder Bandes versehen ist.