[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein elektrisches Heizgerät für Flüssigkeiten, bei
dem die Flüssigkeit durch elektrische Querströme erhitzt wird, die zwischen in die
Flüssigkeit eingetauchten Elektroden fließen; insbesondere bezieht sich die Erfindung
auf ein elektrisches Heizgerät zur schnellen Erwärmung von Füllmassen in Zuckerwerken.
[0002] Es sind elektrische Heizgeräte zur Erwärmung von Flüssigkeiten, insbesondere von
Füllmassen in Zuckerfabriken mittels Querströmen bekannt, die zwischen zwei Elektroden
durch die Flüssigkeit fließen, von denen die eine, im Mittelteil der Vorrichtung
befindliche Elektrode geerdet ist. Die zweite, die geerdete Elektrode meist ringförmig
umgebende Elektrode ist Bestandteil der Ummantelung der Vorrichtung und mit der
Spannungsquelle verbunden. Der Raum zwischen den Elektroden wird durch die zu erwärmende
Flüssigkeit aufgefüllt, durch die die Querströme zwischen den Elektroden fließen.
Vorrichtungen dieser Art sind beispielsweise bekannt aus: E. Hugot "Handbook of Cane
Sugar Engineering", 1972, Seiten 758 bis 761 oder aus George P. Meade und James C.
P. Chen "Cane Sugar Handbook", 1977, Seite 316.
[0003] Aus dem in der Zeitschrift "Listy Cukrovarnicke", Nummer 98, 1982, Seiten 200 bis
204 erschienen Artikel "Elektrischer Widerstandserhitzer für Endprodukt-Füllmasse"
ist ein Erhitzer in Form eines einfachen, geraden Isolierrohres bekannt, durch das
die zu erwärmende Flüssigkeit in Axialrichtung fließt. Auf einem bestimmten Abschnitt
dieses Rohres, auf seiner Mantelfläche, jedoch vom Material des Rohres gut isoliert,
ist eine metallische, zylindrische, mit der Spannungsquelle verbundene Elektrode angeordnet.
Axial zum Isolierrohr ist auf der gleichen Höhe wie die zylindrische Außenelektrode
ein metallischer Zylinder angeordnet, dessen Durchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser
der Außenelektrode und der mit dem Sternpunktleiter der Spannungsquelle verbunden
ist.
[0004] Die zu erwärmende Flüssigkeit, im vorliegenden Falle die Füllmasse, durchfließt bei
der bekannten Vorrichtung den Ringspalt zwischen den beiden Elektroden in Axialrichtung
des Rohres und wird während dieser Bewegung durch die zwischen den Elektroden fließenden
Querströme erwärmt. Der Temperaturunterschied zwischen der einlaufenden und der den
Erhitzer verlassenden Flüssigkeit ist von der Stärke des durch die zu erwärmende Flüssigkeit
fließenden Stromes, dem Abstand zwischen den Elektroden, von der Durchflußgeschwindigkeit
der Flüssigkeit zwischen den Elektroden und von der Länge der Elektroden abhängig,
die im allgemeinen gleich lang sind. Ihre Länge beträgt im allgemeinen 1,5 bis 2 m.
[0005] Elektrische Erhitzer der beschriebenen Art arbeiten im Prinzip zufriedenstellend.
Sie haben aber, insbesondere in der Zuckerindustrie, keine breitere Verwendung gefunden,
weil nicht nur die Bedienungspersonen, sondern auch andere, mit den mit dem Erhitzer
zusammenwirkenden Einrichtungen in Berührung kommende Personen infolge der Unzuverlässigkeit
der diese Einrichtung erdenden Verbindungen durch Kriechströme gefährdet sind. Die
Notwendigkeit, alle mit dem Erhitzer zusammenwirkenden Einrichtungen zu erden und
die Funktionsfähigkeit dieser Erdverbindungen ständig zu überwachen, stellt eine bedeutende
Unzulänglichkeit dar und verursacht verhältnismäßig hohe Betriebskosten des Erhitzers.
[0006] Ferner haben die bekannten Heizgeräte verhältnismäßig große Abmessungen. Die Notwendigkeit,
die Elektroden zwischen denen die Querströme fließen, einander anzunähern, um eine
wirksamere Erwärmung zu erzielen, verursacht eine Verminderung des Durchflußquerschnittes
für die zu erwärmende Flüssigkeit und somit bei konstantem Durchsatz eine Vergrößerung
der Durchflußgeschwindigkeit durch den Erhitzer, was dazu zwingt, die Länge der Elektroden
und somit die Länge des gesamten Heizgeräts zu vergrößern.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile und Mängel bekannter Heizgeräte
zu beseitigen und ein elektrisches Heizgerät für Flüssigkeit zu schaffen, das nicht
nur geringere Abmessungen aufweist, sondern vor allem eine vollständige Sicherheit
der Bedienungspersonen des Erhitzers und der damit zusammenwirkenden Einrichtungen
und Installationen unter Verzicht auf ihren Schutz durch spezielle Erdungsverbindungen
gewährleistet.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein elektrisches Heizgerät für Flüssigkeiten,
insbesondere für Füllmassen in der Zuckerindustrie gelöst, in dessen metallischem
Gehäuse, durch das die zu erwärmende Flüssigkeit strömt, Elektroden angeordnet sind,
von denen ein Teil mit der Spannungsquelle und der restliche Teil mit dem geerdeten
neutralen Pol der das Heizgerät speisenden Spannungsquelle verbunden ist. Erfindungsgemäß
stellt das metallische Gehäuse des Heizgeräts gleichzeitig seine äußere extreme Elektrode
dar und ist mit dem neutralen, geerdeten Pol der das Heizgerät speisenden elektrischen
Spannunsquelle verbunden. Günstigerweise ist im geometrischen Zentrum der Figur, die
der Querschnitt des Gehäuses darstellt, erfindungsgemäß eine zentrale, mit der Spannungsquelle
verbundene Elektrode angeordnet. Erfindungsgemäß befindet sich zwischen der zentralen
und der äußeren Elektrode, die das Gehäuse des Heizgeräts darstellt, eine beliebige,
geradzahlige Anzahl von konzentrisch rings um die zentrale Elektrode angeordneten
Elektroden, die abwechselnd mit der Spannungsquelle bzw. dem geerdeten neutralen Pol
der elektrischen Spannungsquelle verbunden sind, und zwar derart, daß jede der mit
dem geerdeten neutralen Pol der elektrischen Spannungsquelle verbundenen Elektroden
sich zwischen zwei mit der Spannungsquelle verbundenen Elektroden und die mit der
Spannungsquelle verbundenen Elektroden sich je zwischen zwei mit dem neutralen, geerdeten
Pol der Sapnnungsquelle verbundenen Elektroden befindet.
[0009] Vorzugsweise hat die zentrale, mit der Spannungsquelle verbundene Elektrode die Form
eines länglichen Stabes.
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform haben die Mittelelektroden, die zwischen
der zentralen Elektrode und dem Gehäuse des Heizgeräts angeordnet sind, das die neutrale
Elektrode des Heizgeräts darstellt, die mit dem geerdeten, neutralen Pol der Spannungsquelle
verbunden ist, die Form von auf beiden Seiten offenen Zylindern.
[0011] Durch die erfindungsgemäße Gestaltung des Heizgeräts und insbesondere durch die Erdung
seines Gehäuses und seiner Schaltung als neutraler, geerdeter Elektrode des Heizgeräts,
können aus diesem keine Kriechströme austreten, so daß sowohl die Sicherheit des Bedienungspersonals
des Heizgeräts als auch des an den damit verbundenen Einrichtungen arbeitenden Personals
gewährleistet wird, obwohl eine Störung der Erdverbindung für das Bedienungspersonal
keine Gefahr bedeutet. Sie ist darüberhinaus leicht zu erkennen, weil der Betrieb
des Heizgeräts sofort unterbrochen wird.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Heizgerät ist auch der Wirkungsgrad und die Betriebseffektivität
erhöht, weil es die Teilung der durch das Heizgerät strömenden Flüssigkeit in eine
größere Menge zwischen den einzelnen Elektrodenpaaren hindurchfließender Teilströme
erlaubt, höhere Betriebsströme anzuwenden und eine größere Wärmemenge auf die durchströmende
Flüssigkeit zu übertragen. Daraus wiederum folgt, daß die Länge des Heizgeräts unter
maximaler Ausnutzung seines Ineneren verkürzt werden kann.
[0013] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
erleäutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines elektrischen Heizgeräts längs der Symmetrieachse und
Fig. 2 den Querschnitt A-A der Fig. 1.
[0014] Ein zylindrisches Gehäuse 1 ist als neutrale Elektrode geschaltet, bei 2 mit Erde
verbunden und an den neutralen Pol der speisenden Spannungsquelle angeschlossen. Auf
das obere Ende des zylindrischen Gehäuses 1 ist eine kegelförmige Haube 3 aufgesetzt,
die in einen Zuflußstutzen 4 übergeht, über den die zu erwärmende Flüssigkeit zugeführt
wird. Ähnlich ist an das untere Ende des zylindrischen Gehäuses 1 eine kegelförmige
Haube 5 angesetzt, die in einen Ablußstutzen 6 übergeht.
[0015] Koaxial zum Gehäuse 1 ist eine neutrale Elektrode 7 angeordnet, die über eine Konsole
8 mit dem Gehäuse 1 verbunden ist. Die neutrale Elektrode 7 hat die Form eines länglichen
Zylinders. Sie ist durch die Konsole 8 mit dem Gehäuse 1 mechanisch und elektrisch
verbunden, so daß sie ebenfalls über die Erdverbindung 2 geerdet ist. Die beiden
neutralen Elektroden, nämlich das Gehäuse 1 und die Elektrode 7 sind vorzugsweise
länger als die im Zentrum befindliche, auf der Achse des Gehäuses 1 angeordnete aktive
Elektrode 10, die die Form eines länglichen Stabes hat, und länger als die zwischen
der neutralen Elektrode 7 und der neutralen Außenelektrode, das ist die im Gehäuse
befindliche aktive Elektrode 9 in Form eines länglichen Zylinders. Die beiden aktiven
Elektroden, d.h. die zentrale Elektrode 10 und die zylindrische aktive Elektrode
9 sind mittels Zuführleitungen 13 mit der Spannungsquelle verbunden und von den neutralen
Elektroden, d. h. dem Gehäuse und der zylindrischen Elektrode 7 mittels Durchführungsisolatoren
11 und mittels Stützisolatoren 12, isoliert.
[0016] Das Heizgerät arbeitet folgendermaßen:
Die über den Zuflußstutzen 4 zugeführte, zu erwärmende Flüssigkeit strömt zwischen
den Elektroden 1, 7, 9 und 10 hindurch, wobei sie in einzelne Strömungszweige aufgeteilt
wird. Quer hierzu fließen zwischen den neutralen Elektroden 1 und 7 Querströme, die
infolge des Durchgangswiderstandes Stromwärme entstehen lassen, wodurch die Flüssigkeit
erwärmt wird. Die erwärmte Flüssigkeit wird über den Abflußstutzen 6 aus dem Heizgerät
abgeführt.
[0017] Durch die Erdung des Gehäuses 1 und der neutralen Elektrode 7 können aus dem Heizgerät
keine Kriechströme austreten, die das Bedienungspersonal der Gefahr eines elektrischen
Schlags aussetzen könnten. Störungen der Erdung 2 lassen sich dabei leicht auffinden,
weil sie eine sofortige Betriebsunterbrechung des Heizgeräts bewirken.
1. Elektrisches Heizgerät für Flüssigkeiten, insbesondere für Füllmassen, mit einem
metallischen Gehäuse (1), durch das die zu erwärmende Flüssigkeit hindurchfließt,
und mit Elektroden (7, 9; 1, 10), von denen ein Teil (9, 10) mit der Spannungsquelle
und der restliche Teil (1, 7) mit dem geerdeten neutralen Pol der elektrischen Spannungsquelle
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) die äußere Elektrode des
Heizgeräts darstellt und mit dem geerdeten neutralen Pol (2) der das Heizgerät speisenden
elektrischen Spannungsquelle und die zentrale Elektrode (10) mit der Spannungsquelle
verbunden ist, wobei sich zwischen der zentralen Elektrode (20) und dem Gehäuse (1)
eine beliebige, geradzahlige Anzahl von rings um die zentrale Elektrode (10) konzentrisch
angeordneten Elektroden (7, 9) befindet, die mit der Spannungsquelle bzw. dem geerdeten
neutralen Pol der elektrischen Spannungsquelle abwechselnd so verbunden sind, daß
sich mit dem geerdeten neutralen Pol der elektrischen Spannungsquelle verbundene
Elektroden (7) zwischen mit der Spannungsquelle verbundenen Elektroden (9, 10) und
mit der Spannungsquelle verbundene Elektroden (9) sich zwischen zwei mit dem neutralen
geerdeten Pol der elektrischen Spannungsquelle verbundenen Elektroden (1, 7) befinden.
2. Heizgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zentrale Elektrode (10)
die Form eines länglichen Stabes hat.
3. Heizgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenelektroden (7,
9) die Form von auf beiden Seiten offenen Zylindern haben.