[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überführung von Carotinoiden in feinverteilte,
pulverförmige Form, die insbesondere zum Färben von Lebens- und Futtermittel benötigt
wird.
[0002] Die Carotinoide bilden eine Gruppe von Farbpigmenten mit gelber bis roter Farbtonnuance,
die in der Natur weitverbreitet vorkommen und vielen Nahrungsmitteln eine charakteristische
Färbung verleihen. Als wichtigste Vertreter dieser Stoffklasse seien β-Carotin, β-Apo-8′-carotinal,
Canthaxanthin und Citranaxanthin genannt. Sowohl für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie
als auch für die pharmazeutische Technologie stellen diese synthetisch herstellbaren
Substanzen z.B. als Ersatz für künstliche Farbstoffe wichtige Farbkörper dar oder
sind z.B. wegen ihrer Pro-Vitamin A Aktivität von Interesse.
[0003] Alle Carotinoide sind in Wasser unlöslich, während in Fetten und Ölen eine ebenfalls
nur geringe Löslichkeit gefunden wird. Diese begrenzte Löslichkeit sowie die hohe
Oxidationsempfindlichkeit behindern eine direkte Anwendung der relativ grobkörnigen
bei der Synthese erhaltenen Produkte in der Einfärbung von Lebens- oder Futtermitteln,
da nur eine geringe Farbausbeute erzielt werden kann und die Substanzen in grobkristalliner
Form nur schlecht resorbiert werden. Diese für die praktische Verwendung der Carotinoide
nachteiligen Effekte wirken sich insbesondere im wäßrigen Medium aus, da sie darin
gänzlich unlöslich sind.
[0004] Zur Verbesserung der Farbausbeuten und zur Erhöhung der Resorbierbarkeit sind verschiedene
Verfahren beschrieben worden, die alle das Ziel haben, die Kristallitgröße der Wirkstoffe
zu verkleinern und in einen Teilchengrößenbereich von kleiner 10 µm, zu bringen.
So kann z.B. nach Chimia
21, 329 (1967) β-Carotin zusammen mit Speiseöl unter Stickstoffatmosphäre in einer Kolloidmühle
bis auf eine Partikelgröße von 2 bis 5 µm vermahlen werden. Gemäß Food. Technol.
12, 527 (1958) bewirkt dabei das umhüllende Öl gleichzeitig einen Oxidationsschutz für
den Wirkstoff. Eine so erhaltene Suspension, die bis zu 20 oder 30 % Wirkstoff enthält,
kann mit Erfolg zur Einfärbung von Fetten und Ölen benutzt werden, da trotz der geringen
Löslichkeit diese ausreicht, um die Kristalle bei der üblicherweise angewandten geringen
Konzentration in Lösung zu bringen.
[0005] Weit schwieriger gestaltet sich dagegen die Konfektionierung der Wirkstoffe für
die Anwendung im wäßrigen Medium. Im wäßrigen Medium ist keine Löslichkeit der Carotinoide
nachweisbar und die gewünschten Färbe- und Resorptionseigenschaften können nur über
den möglichst feinverteilten kristallinen Zustand erzielt werden. Wünschenswert ist
dabei eine Partikelgröße von kleiner 1 µm, die durch Vermahlung entweder überhaupt
nicht oder nur unter Schädigung des Wirkstoffs erreichbar ist. Versuche, die Carotinoide
unter Verwendung eines wasserlöslichen organischen Lösungsvermittlers, wie Alkohol
oder Aceton zunächst zu lösen und dann durch Verdünnen mit Wasser feinkristallin auszufällen,
scheiterten bisher an der zu geringen Löslichkeit der Carotinoide in diesen Lösungsmitteln.
So beträgt z.B. die Löslichkeit von β-Carotin bei Raumtemperatur in Aceton weniger
als 0,1 Gew.% und in Ethanol weniger als 0,01 Gew.%.
[0006] Andere Verfahren zur Herstellung eines Präparates mit Feinverteilung der Wirkstoffe
beruhen auf deren Aufbringen auf Trägermaterialien wie Stärke, Pektin oder Trockenmilchpulver,
wobei z.B. eine Lösung des Wirkstoffs in Öl gemäß DE-PS 642 307 oder Chloroform gemäß
DE-PS 861 637 und CH-PS 304 023 auf die Trägermaterialien aufgesprüht wird. Die erhaltenen
Präparate sind jedoch nicht universell in wäßrigen Medien dispergierbar und genügen
nicht den üblichen Anforderungen an die Lagerstabilität, da die an der Oberfläche
abgelagerten Wirkstoffe rasch oxidativ zerstört werden. Schließlich sind noch Verfahren
zu nennen, bei denen Wirkstoffe in Form ihrer Öllösungen in Kolloide, wie Gelatine,
emulsionsartig eingebettet werden, wie dies in Chimia
21, 329 (1967) und in FR-PS 1 056 114, sowie in US-PS 2 650 895 beschrieben ist. Die
Wirkstoffkonzentrationen in den so hergestellten Präparaten sind wegen der geringen
Öllöslichkeit der Wirkstoffe jedoch gering.
[0007] Einen gewissen Fortschritt demgegenüber stellen vorbekannte Verfahren dar, bei denen
man den Wirkstoff in einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, vorzugsweise
einem Chlorkohlenwasserstoff wie Chloroform oder Methylenchlorid löst, die Lösung
durch Homogenisieren in einer Gelatine-Zucker-Lösung emulgiert und aus der Emulsion
schließlich das Lösungsmittel abzieht, wobei der Wirkstoff in feinkristalliner Form
freigesetzt wird. Dieses Verfahren ist in Chimia
21, 329 (1967) sowie in DE-AS 12 11 911 und DE-OS 25 34 091 beschrieben. Aus der erhaltenen
Suspension wird dann durch Entwässern ein feinverteiltes Pulver gewonnen.
[0008] Dieses Verfahren hat aber den Nachteil, daß chlorierte Kohlenwasserstoffe verwendet
werden müssen, um eine ausreichend hohe Wirkstoffkonzentration in der Emulsionsphase
zu erzielen. Die vollständige Entfernung der chlorierten Kohlenwasserstoffe, die aus
toxikologischen Gründen erforderlich ist, kann aber technisch nur schwer erzielt
werden.
[0009] Diese genannten Nachteile wurden durch das in EP 0065193 beschriebene Verfahren überwunden,
bei dem man zur Herstellung von feinverteilten, pulverförmigen Carotinoidpräparaten,
insbesondere zum Färben von Lebens- und Futtermitteln ein Carotinoid in einem flüchtigen,
mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel bei Temperaturen zwischen 50°C und
240°C, gegebenenfalls unter erhöhtem Druck, innerhalb einer Zeit von weniger als 10
Sekunden löst, aus der erhaltenen molekulardispersen Lösung sofort durch schnelles
Mischen mit einer wäßrigen Lösung eines quellbaren Kolloids bei Temperaturen zwischen
0 und 50°C das Carotinoid in kolloiddisperser Form ausfällt und die erhaltene Dispersion
in an sich bekannter Weise von dem Lösungsmittel und dem Dispergiermedium befreit.
[0010] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man anstelle des quellbaren Kolloids
vorteilhaft Milch oder entrahmte Milch verwenden kann.
[0011] Unter Milch wird dabei insbesondere vollfette Kuhmilch und unter entrahmter Milch
teil- und vollentrahmte Milch verstanden. Die Milch kann auch mit Wasser bis zu 5fach
verdünnt werden oder kann noch weitere Zusätze enthalten. Ferner kann man auch rekonstituierte
Milch aus Milchpulver verwenden.
[0012] Die Möglichkeit der Verwendung von Milch war dabei aus mehreren Gründen überraschend:
1. Es ist bekannt, daß Milch durch Zugabe von Alkohol denaturiert (koaguliert) werden
kann, wobei die stark pH-abhängigen Grenzkonzentrationen in der Reihenfolge Methanol,
Ethanol, Propanol abfallen. Gleiches ist von Aceton bekannt (vgl. z.B. D.S. Horne,
T.G. Parker, Int. J. Biol. Macromol. 3, 300 (1981).
2. Es ist weiterhin bekannt, daß Milch durch Wärmeeinwirkung zur Koagulation gebracht
werden kann, wobei die Koagulationszeiten stark temperaturabhängig sind und mit steigender
Temperatur abfallen (vgl. E. Dickinson, G. Stainsby, "Colloids in Food", Applied Science
Publishers, London, 1982, p. 449ff).
3. Eine Kombination beider Einflußgrößen, wie sie in unserem Verfahren vorliegt, läßt
daher eine erhebliche Steigerung der Denaturierungstendenz erwarten.
4. Für den Fachmann ist klar, daß ein denaturiertes, d.h. koaguliertes Milchprotein-System
keine kolloide Stabilisierung eines mikrodispersen Systems bewirken kann, die eine
Voraussetzung für das Gelingen des vorliegenden Verfahrens darstellt.
Es ist daher überraschend, daß selbst bei Verfahrenstemperaturen von 200°C der Feinverteilungsprozeß
problemlos verläuft und ein mikrodisperses Wirkstoffmikronisat liefert, das nach
Abzug des Lösungsmittels, z.B. durch Destillation, auf bekannte Weise, z.B. durch
Sprühtrocknung, in eine Pulverzubereitung überführt werden kann.
[0013] Die Carotinoide, die bei der Durchführung der Erfindung eingesetzt werden können,
sind die bekannten, zugänglichen, natürlichen oder synthetischen Vertreter dieser
Klasse von Verbindungen, die als farbgebende Mittel brauchbar sind, z.B. Carotin,
Lycopin, Bixin, Zeaxanthin, Cryptoxanthin, Citranaxanthin, Lutein, Canthaxanthin,
Astaxanthin, β-Apo-4′-Carotinal, β-Apo-8′-carotinal, β-Apo-12′-carotinal, β-Apo-8′-carotinsäure
sowie Ester von hydroxy- und carboxyhaltigen Vertretern dieser Gruppe, z.B. die niederen
Alkylester und vorzugsweise die Methyl- und Ethylester. Besonders bevorzugt werden
die bisher technisch gut zugänglichen Vertreter wie β-Carotin, Canthaxanthin, β-Apo-8′-carotinal
und β-Apo-8′-Carotinsäurueester.
[0014] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind vor allem wassermischbare
thermisch stabile, flüchtige, nur Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff enthaltende
Lösungsmittel wie Alkohole, Ether, Ester, Ketone und Acetale geeignet. Vorzugsweise
werden Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, 1,2-Butandiol-1-methylether, 1,2-Propandiol-1-n-propylether
oder Aceton verwendet.
[0015] Allgemein verwendet man zweckmäßig solche Lösungsmittel, die mindestens zu 10 % wassermischbar
sind, einen Siedepunkt unter 200°C aufweisen und/oder weniger als 10 Kohlenstoffatome
haben.
[0016] Zur Erhöhung der Stabilität des Wirkstoffs gegen oxidativen Abbau ist es vorteilhaft,
Stabilisatoren wie α-Tocopherol, Lecithin, t-Butyl-hydroxytoluol, t-Butylhydroxyanisol
oder Ethoxyquine zuzusetzen. Sie können entweder der Milch oder der Lösungsmittel-Phase
zugesetzt werden, vorzugsweise werden sie jedoch gemeinsam mit den Farbstoffen und
den tensidartigen Stabilisatoren in der Lösungsmittel-Phase gelöst. Unter Umständen
kann es auch vorteilhaft sein, zusätzlich in der Lösungsmittelphase ein Öl oder einen
Feststoff zu lösen, der dann gemeinsam mit den Wirkstoffen und den genannten Zusatzstoffen
beim Mischen mit der wäßrigen Phase extrem feinteilig ausgefällt wird.
[0017] Man erhält eine tiefgefärbte viskose Flüssigkeit, aus der die Entfernung des Lösungsmittels
je nach Siedepunkt in an sich bekannter Weise z.B. durch Destillation, gegebenenfalls
unter vermindertem Druck, oder durch Extraktion mit einem mit Wasser nicht mischbaren
Lösungsmittel erfolgen kann. Vorzugsweise erfolgt sie jedoch gemeinsam mit der Entfernung
des Wassers durch Sprühtrocknung oder Sprühgranulation.
[0018] Man erhält ein Trockenpulver, das erneut in Wasser unter Erzielung einer gleichmäßigen
Feinverteilung des Wirkstoffs im Korngrößenbereich <1 µm gelöst werden kann. Im photochemischen
Stabilitätstest erweist sich das so erhaltene Wirkstoff-Hydrosol trotz der Feinverteilung
als außerordentlich stabil.
[0019] Alternativ kann das Wirkstoffmikronisat auch nach Einstellung eines geeigneten pH-Wertes
gemeinsam mit den Milchkolloiden ausgeflockt und damit in eine Form überführt werden,
aus der durch Filtrieren oder Zentrifugieren auf einfache Weise das Lösungsmittel
und ein Großteil des Dispergiermediums abgetrennt werden kann. Das so gewonnene Koazervat
wird dann in an sich bekannter Weise nachgetrocknet und in ein Granulat überführt.
[0020] Im einzelnen führt man das erfindungsgemäße Verfahren beispielsweise mit einer Apparatur,
wie sie in Fig. 1 schematisch dargestellt ist, wie folgt durch:
[0021] Die Apparatur gliedert sich in die Teile I, II und III. Teil II ist der Hochtemperaturabschnitt,
während in den Teilen I und III die Temperaturen weniger als 50°C betragen.
[0022] Im Gefäß (1) wird eine Suspension des Carotinoids in dem ausgewählten Lösungsmittel,
in Konzentrationen von 2 bis 20 Gew.%, bezogen auf die Mischung, gegebenenfalls unter
Zusatz von 0,1 bis 10 Gew.% an Stabilisatoren, vorgelegt. Gefäß (2) enthält das Lösungsmittel
ohne Beimischung des Carotinoids. Über die Pumpen (3) bzw. (4) werden die Wirkstoff-Suspensionen
und das Lösungsmittel der Mischkammer (7) zugeführt, wobei das Mischungsverhältnis
durch Wahl der jeweiligen Förderleistung der Pumpen vorgegeben werden kann und so
gewählt wird, daß je nach Lösungsmittel und Verweilzeit eine Carotinoid-Konzentration
in der Mischkammer von 0,5 bis 10 Gew.%, bezogen auf die Lösung, entsteht. Das Mischkammervolumen
(7) ist so bemessen, daß bei der gewählten Förderleistung der Pumpen (3) und (4) die
Verweilzeit in (7) vorzugsweise weniger als 1 Sekunde beträgt.
[0023] Das Lösungsmittel wird vor Eintritt in die Mischkammer über den Wärmetauscher (6)
auf die gewünschte Temperatur gebracht, während die Wirkstoffsuspension durch Zuführung
über die thermisch isolierte Zuleitung (5) bei Temperaturen unterhalb 50°C gehalten
wird. Durch turbulente Mischung in (7) erfolgt im Temperaturbereich 50 bis 240°C,
vorzugsweise jedoch bei 150 bis 200°C, die Lösung des Wirkstoffes und die erhaltene
Lösung tritt über (8) nach kurzer Verweilzeit, vorzugsweise von weniger als einer
Sekunde, in die zweite Mischkammer (11) ein, in der durch Zumischen von Milch über
die Pumpe (9) und die Zuleitung (10) die Ausfällung des Wirkstoffs in kolloiddisperser
Form erfolgt. Über Leitung (12) wird sodann die feinteilige Wirkstoffdispersion über
das Überdruckventil (13) ausgetragen und dem Vorratsgefäß (14) zugeführt. Zur Erzielung
einer möglichst hohen Wirkstoffkonzentration kann die Dispersion über die Saugleitung
(15) im Kreis geführt werden.
[0024] Bei Einstellung des Überdruckventils (13) auf Drücke oberhalb ein bar können in dem
neuen Verfahren sogar Lösungsmittel bei Temperaturen oberhalb ihres Siedepunktes
(bei Normaldruck) verwendet werden.
[0025] Aus der Dispersion wird ein pulverförmiges Präparat in an sich bekannter Weise, z.B.
gemäß den Angaben der DE-OS 25 34 091 durch Sprühtrocknen oder durch Sprühkühlen oder
durch Einhüllen der Teilchen, Abtrennen und Trocknen im Wirbelbett erhalten.
[0026] Zum Sprühtrocknen wird die Dispersion entweder zuerst vom Lösungsmittel durch Destillation,
vorzugsweise unter vermindertem Druck, oder durch Extraktion mit einem mit Wasser
nicht mischbaren Lösungsmittel befreit oder die gesamte Mischung wird sprühgetrocknet
und so Wasser und Lösungsmittel zusammen im Sprühturm abgezogen.
[0027] Am Boden des Sprühturms fällt das Carotinoidpulver bereits trocken und rieselfähig
an. In manchen Fällen kann es zweckmäßig sein, die vollständige Trocknung zusätzlich
in einem Wirbelbett vorzunehmen.
[0028] Anstelle der Herstellung der Pulverzubereitung durch Sprühtrocknen können auch beliebige
andere Methoden angewendet werden, um die in der Wasser/Lösungsmittel-Dispersion
bereits feinverteilten Carotinoide in die Pulverform zu überführen.
[0029] In den nachfolgenden Beispielen wird die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
näher erläutert.
Beispiel 1
[0030] 20 g trans-β-Carotin werden in 240 g einer Lösung von 4 g Ascorbylpalmitat und 8
g dl-α-Tocopherol in 240 g Isopropanol-Azeotrop (12 % Wasser) suspendiert und bei
Einstellung des Druckbegrenzungsventils (13) auf 25 bar in der Mischkammer (7) mit
360 g Isopropanol-Azeotrop gemischt, das im Wärmetauscher (6) auf 230°C erhitzt wurde.
Bei einer Dosierleistung von 2 l/h auf der Suspensionsseite und 3 l/h auf der Lösungsmittelseite
beträgt die Verweilzeit in der Mischkammer (7) 0,35 Sekunden. Die dabei bei einer
Temperatur von 195°C entstehende molekulardisperse Lösung wird sodann der Mischkammer
(11) zugeführt, in der durch Vermischen mit 4000 g Vollmilch (Fettgehalt 3,5 %) bei
einer Durchsatzgeschwindigkeit von 27 l/h das β-Carotin in kolloid-disperser Form
ausgefällt wird. Es wird im Auffanggefäß (14) eine kolloid-disperse Wirkstoffdispersion
mit orange-gelber Farbton-Nuance und einer Temperatur von 50°C erhalten. Die Teilchengrößenanalyse
des Mikronisats durch quasi-elastische Laser-Lichtstreuung liefert eine mittlere
Teilchengröße von 250 nm.
[0031] Nach Abtrennen des Lösungsmittels unter vermindertem Druck bei 50°C in einer Destillationsapparatur
wird eine kolloid-disperse Wirkstoffdispersion erhalten, die durch Sprühtrocknung
in ein stabiles, wasserlösliches Trockenpulver überführt werden kann.
[0032] Verfährt man wie in Beispiel 1 angegeben, verwendet jedoch die folgenden Carotinoide
bzw. Milchprodukte, erhält man die in Tabelle 1 angegebenen Ergebnisse.

Beispiel 7
[0033] Man verfährt wie in Beispiel 1 angegeben, verwendet jedoch in Mischkammer (11) nur
2000 g Vollmilch bei einer Durchsatzgeschwindigkeit von 14 l/h. Der Wirkstoffgehalt
im Trockenpulver beträgt 7 %.
Beispiel 8
[0034] Man verfährt wie in Beispiel 1 angegeben, verwendet jedoch in Mischkammer (11) 4000
g einer Lösung von 150 g Trockenmilch in destilliertem Wasser.
1. Verfahren zur Herstellung von feinverteilten, pulverförmigen Carotinoidpräparaten,
in denen das Carotinoid im wesentlichen eine Teilchengröße von weniger als 0,5 Mikron
besitzt, durch Lösen eines Carotinoids in einem flüchtigen, mit Wasser mischbaren,
organischen Lösungsmittel bei Temperaturen zwischen 50 und 240°C, gegebenenfalls
unter erhöhtem Druck, innerhalb einer Zeit von weniger als 10 Sekunden, sofortiges
Ausfällen des Carotinoids in kolloiddisperser Form aus der erhaltenen molekulardispersen
Lösung durch schnelles Mischen mit einer wäßrigen Dispersion eines Kolloids bei Temperaturen
zwischen 0 und 50°C und Befreien der erhaltenen Dispersion in an sich bekannter Weise
von dem Lösungsmittel und dem Dispergiermedium, dadurch gekennzeichnet, daß man als Kolloid Milch oder entrahmte Milch oder eine wäßrige Lösung von Trockenmilch
verwendet.
2. Verfahren zur Herstellung von feinverteilten, pulverförmigen Carotinoidpräparaten
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als wassermischbare flüchtigen Lösungsmittel Alkohole, Ketone, Ester, Acetale
oder Ether verwendet werden.
3. Verfahren zur Herstellung von Carotinoidpräparaten gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als wassermischbare flüchtige Lösungsmittel Aceton, 1,2-Butandiol-1-methylether,
1,2-Propandiol-1-n-propylether, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol oder deren Gemische
verwendet werden.
4. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Herstellung der molekulardispersen Carotinoidlösung und die Ausfällung
des Carotinoids in feinstdisperser Form kontinuierlich in zwei in Reihe geschalteten
Mischkammern erfolgt.