[0001] Die Erfindung betrifft einen Meißelhalter zur Befestigung von insbesondere Rundschaftmeißeln
auf einem Schneidkopf einer Gewinnungs- oder Vortriebsmaschine mit einer Düse und
einem hinter dem Meißel angeordneten Ventil zur belastungsabhängigen Bedüsung des
Meißels mit einem Kühlmittel, wobei die Öffnung des Ventiles gegen einen Federdruck
bzw. den Kühlmitteldruck durch Axialverschiebung des Meissels erfolgt.
[0002] Ein gattungsgemäßer Meißelhalter ist beispielsweise aus der EP-OS 00 99 350 bekannt.
Ein Nachteil des bekannten Meißelhalters liegt jedoch darin, daß beim Austausch der
Meißelhalter, die ja neben den Meißeln selbst die hauptsächlichen Verschleißteile
darstellen, auch die Ventilgehäusebohrung verlorengeht, deren Herstellung einen ho
hen Fertigungsaufwand erfordert.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Meißelhalter bereitzustellen,
der diese Nachteile vermeidet.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Meißelhalter der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß der Meißelhalter in ein Schaftgehäuse zur Aufnahme des Meißelschaftes und ein
Ventilgehäuse zur Aufnahme des Ventiles unterteilt ist.
[0005] Durch die Unterteilung des Meißelhalters in zwei getrennt zu fertigende und auch
zu montierende Bauteile, wobei nunmehr nur noch Schaftgehäuse Verschleißteil ist,
kann das aufwendig herzustellende und daher teuere Ventilgehäuse, unabhängig vom Verschleiß
und Wechsel des Schaftegehäuses, weiterverwendet werden.
Das Austauschen der Meißelhalter läßt sich besonders schnell und einfach durchführen
wenn auch die Befestigung des Meißelhalters auf dem Schneidkopf nicht als vormontierte
Baugruppe erfolgt, sondern jeweils Schaftgehäuse und Ventilgehäuse ihrerseits unmittelbar
auf dem Schneidkopf befestigt sind.
[0006] Zweckmäßigerweise wird das Ventil exzentrisch zur Mittelachse des Meißels angeordnet.
Dadurch wird bei sich im Schaftgehäuse drehendem Meißel der auf der Stirnfläche des
Meißelschaftes durch den anliegenden Ventilkolben erzeugte Verschleiß auf eine Ringfläche
verteilt. Dadurch kann auf den Einsatz z.B. eines Hartmetallstiftes in den Fuß des
Meißelschaftes, der den Meißel merklich verteuern würde, verzichtet werden.
[0007] Der erfindungsgemäße Meißelhalter wird im folgenden anhand der in den Figuren 1
und 2 dargestellten Ausführungsbeispiele weiter erläutert. Es zeigen
Figur 1: einen erfindungsgemäßen Meißelhalter mit zentrisch zum Meißel angeordnetem
Ventil
Figur 2: einen erfindungsgemäßen Meißelhalter mit exzentrisch zum Meißel angeordnetem
Ventil
[0008] Ein Meißelhalter 1 besteht aus einem Schaftgehäuse 3, in dem ein Rundschaftmeißel
5 mit seinem Schaft 11 in einer Hülse 8 axial verschieblich und drehbar geführt ist,
und einem Ventilgehäuse 4 mit einem Ventil 6, dessen Ventilkolben 9 unter der Kraft
einer Feder 12 an der Strirnflä che 10 des Meißelschaftes 11 anliegt.
Im Schaftgehäuse 3 ist eine Düse 7 vorgesehen zum Besprühen der Meißelspitze mit
einem Kühlmittel, das, gesteuert über das Ventil 6, zentral durch den Schneidkopf
2 zugeführt wird. Das Kühlmittel wird dem Ventil 6 über eine Bohrung 13 im Ventilgehäuse
4 zugeführt und bei geöffnetem Ventil 6 über eine Bohrung 14 im Ventilgehäuse 4 und
eine Bohrung 15 im Schaftgehäuse 3 zur Düse 7 weitergeleitet. Die Verbindung der
Bohrungen 14 und 15 erfolgt über eine Dichtung 16.
[0009] Die Bedüsung des Meißels 5 erfolgt abhängig vom Schnittdruck des Meißels, d.h. nur,
wenn der Meißel 5 im Gebirge eingreift. Der Meißel 5 verschiebt sich unter Einwirkung
des Schnittdruckes axial in der Hülse 8, bis der Bund 17 des Meißelkopfes an der Hülse
8 anliegt. Dabei wird das Ventil 6 durch axiale Verschiebung des an der Stirnfläche
10 des Meißelschaftes 11 anliegenden Ventilkolbens 9 entgegen der Kraft der Ventilfeder
12 geöffnet. Kommt der Meißel 5 wieder aus dem Eingriff, so wird das Ventil 6 durch
die Ventilfeder 12, unterstützt durch den Kühlmitteldruck wieder geschlossen und
der Meißel 5 durch den Ventilkolben 9 zurückgeschoben.
[0010] In den Figuren 1 und 2 sind die Ventile in der offen-Stellung dargestellt.
[0011] Im Beispiel der Figur 2 ist das Ventil 6 exzentrisch zur Achse des Meißels 5 angeordnet,
so daß der bei Drehung des schneidenden Meißels 5 durch den anliegenden Ventilkolben
9 auf der Stirnfläche 10 des Meißelschaftes 11 verursachte Verschleiß auf eine Ringfläche
verteilt wird und auf ein Härten der Stirnfläche 10 bzw. das Einsetzen eines Hartmetallstiftes
verzichtet werden kann.
1. Meißelhalter zur Befestigung von insbesondere Rundschaftmeißeln auf einem Schneidkopf
einer Gewinnungs- oder Vortriebsmaschine mit einer Düse und einem hinter dem Meißel
angeordneten Ventil zur belastungsabhängigen Bedüsung des Meißels mit einem Kühlmittel,
wobei die Öffnung des Ventiles gegen einen Federdruck bzw. den Kühlmitteldruck durch
Axialverschiebung des Meißels erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß der Meißelhalter
(1) in ein schaftgehäuse (3) zur Aufnahme des Meißelschaftes (11) und ein Ventilgehäuse
(4) zur Aufnahme des Ventiles (6) unterteilt ist.
2. Meißelhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Schaftgehäuse (3) und
Ventilgehäuse (4) jeweils unmittelbar auf dem Schneidkopf (2) befestigt sind.
3. Meißelhalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (6)
exzentrisch zur Mittelachse (18) des Meißels (5) angeordnet ist.