[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regenerierung eines stromlosen Verkupferungsbades,
welches einen Komplexbildner wie Ethylendiamintetraessigsäure oder dergleichen enthält.
[0002] Chemisch, d.h. ohne Anschluß an eine äußere Stromquelle arbeitende Verkupferungsbäder
finden z.B. zur Beschichtung von Kunststoffoberflächen, zur gleichmäßigen Beschichtung
von Teilen komplizierter Geometrie, insbesondere bei der Herstellung von gedruckten
Schaltungen nach dem semiadditiven oder volladditiven Verfahren Anwendung. Allen chemisch
arbeitenden Bädern ist gemeinsam, daß der Vorrat an schichtbildendem Metall in gelöster
Form in das Bad eingebracht werden muß. Um eine brauchbare Abscheidung zu erzielen,
muß jedoch die Konzentration an freiem Metall stark begrenzt werden. Hierzu werden
Komplexbildner verwendet, welche das Metallkation maskieren und dieses nur im Rahmen
des Komplexbildungsgleichgewichts in kleinsten Mengen für die Beschichtungsreaktion
zur Verfügung stellen. Um die Konzentration an freien Metallkationen auf das notwendige
Maß zu begrenzen, werden die Komplexbildner dem Bad häufig in mehrfachem Überschuß
zugegeben. Am häufigsten wird als Komplexbildner Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)
verwendet.
[0003] Damit der nach dem stromlosen Verfahren abgeschiedene Kupferfilm hervorragende physikalische
Eigenschaften aufweist, verglichen mit solchen stromlos abgeschiedenen Filmen, die
nur als leitender Dünnfilm für eine Durchführungsöffnung wirken und nach dem subtraktiven
Verfahren hergestellt werden und auf denen ein Kupferaufbau durch elektrolytische
Abscheidung erfolgt, ist es erforderlich, die Zusammensetzung des stromlosen Verkupferungsbades
so genau wie möglich zu kontrollieren, damit seine Konzentration so gleichmäßig wie
möglich ist und die Bildung von Nebenprodukten so niedrig wie möglich zu halten. Letzteres
ist besonders bei der Wiedergewinnung des Komplexbildners, vorzugsweise der Ethylendiamintetraessigsäure,
welche in hohen Konzentrationen im stromlosen Verkupferungsbad vorhanden ist, zu beachten.
[0004] Bisher wurde nach der europäischen Patentanmeldung 0 088 852 ein Teil oder das ganze
den Komplexbildner enthaltende Verkupferungsbad dem Verkupferungstank entnommen, der
Kupfergehalt des Bades durch Ausfällen des Kupfers als metallisches Kupfer oder als
Kupferoxid oder durch Elektrolyse abgesenkt und der Komplexbildner anschließend durch
Ansäuern ausgefällt. Der so wiedergewonnene Komplexbildner wurde dem anodischen Teil
einer Zelle mit einer Kupferanode, die von dem kathodischen Teil mit der Kathode durch
eine lonenaustauschermembran getrennt ist, wieder zugeführt. Dann wurde Gleichstrom
an beide Elektroden angelegt und die Lösung aus dem anodischen Teil der Zelle in das
stromlose Verkupferungsbad zurückgeführt. In diesem Verfahren wird nicht näher auf
die Bedingungen, unter denen die Elektrolyse zur Absenkung des Kupfergehaltes in dem
zu regenerierenden Verkupferungsbad durchzuführen ist und auf den Einfluß dieser Bedingungen
auf die Reinheit des wiederzugewinnenden Komplexbildners, vorzugsweise der EDTA, eingegangen.
[0005] In der FR-A 2 386 491 ist ein Verfahren zur Rückgewinnung von Badbestandteilen wäßriger
stromloser Metallisierungsbäder beschrieben, bei dem der Kupfergehalt eines erschöpften
Verkupferungsbades durch Ausfällen des Kupfers als metallisches Kupfer abgesenkt und
der Komplexbildner durch Ansäuern ausgefällt wird. Die ausgefällte EDTA wird in NaOH
gelöst und ihrer Wiederverwendung zugeführt. Der wässrige Rückstand des Bades, der
noch etwa 1 g/I EDTA und 10 mg/I Cu enthält, wird einer Elektrolyse unterworfen, bei
der sich die restliche EDTA zersetzt und das restliche Kupfer an der Kathode abgeschieden
wird.
[0006] In der deutschen Offenlegungsschrift 3 340 305 ist ein Verfahren zur Entsorgung chemischer
Metallisierungsbäder beschrieben, bei dem das Schwermetall durch selektiv arbeitende
Ionenaustauscher aus der Lösung entfernt wird und die komplexbildnerhaltige Restlösung
weiter aufgearbeitet werden kann. Dieses Verfahren ist jedoch nur auf die Abtrennung
von Metallen aus solchen komplexbildnerhaltigen Lösungen anwendbar, deren Komplexbildungskonstante
geringer ist als die des Austauscherharzes. Dies trifft für EDTA nicht zu.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zur Regenerierung von stromlosen Verkupferungsbädern
anzugeben, bei dem der Kupfergehalt des Bades durch Elektrolyse abgesenkt wird und
die Bedingungen für die Durchführung derselben so gewählt werden, daß bei der Weiteraufarbeitung
der komplexbildnerhaltigen Restlösung ein sehr reiner Komplexbildner, insbesondere
eine sehr reine Ethylendiamintetraessigsäure, welche frei von Nebenprodukten ist,
erhalten wird.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1.
[0009] Die Erfindung wird anhand der speziellen Beschreibung und der Figuren 1 bis 6 näher
erläutert. Es stellen dar:
Figur 1 ein Flußdiagramm für das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung;
Figur 2 die Formeln von Zersetzungsprodukten, Aminen und weiteren Produkten;
Figur 3 die Reaktionen, welche zwischen Anode und Kathode ablaufen;
Figur 4 die Elektrolysierstromwerte als Funktion der Elektrolysierzeit;
Figur 5 die Elektrolysezelle mit zwei Überlaufkästen für die interne Zirkulation des
Elektrolyten und
Figuren 6A und 6B der Kupfergehalt des Verkupferungsbades in mg/I in Abhängigkeit
von der Elektrolysierzeit in Stunden.
[0010] Nachfolgend wird das Flußdiagram für das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung,
das in Fig. 1 dargestellt ist, erläutert. Das stromlose Verkupferungsbad 12 in Behälter
11 enthält vier Grundbestandteile:
Kupferionen in zweiwertiger Form;
Komplexbildner, damit das Kupfer in seiner zweiwertigen Form erhalten bleibt;
Alkali zur Abpufferung überschüssiger Wasserstoffionen und Erhaltung des pH-Werts
und Reduktionsmittel, z.B. Formaldehyd.
Das Bad kann Stabilisatoren, beispielsweise Cyanid und Netzmittel als weitere Zusätze
enthalten.
[0011] Für eine Entleerung des Verkupferungsbehälters 11 zu Reinigungszwekken ist ein Behälter
15 mit Verbindungsleitungen 14 zwischen beiden Behältern vorgesehen. Eine Rohrleitung
16 führt von dem Verkupferungsbehälter 11 zu dem Auffangbehälter 17. Von dort gelangt
das zu regenerierende Verkupferungsbad über Zuleitung 18 in die Elektrolysiereinheit
19, in der zwei Elektrodenblöcke 20 und 21 angeordnet sind. Die Elektrolysiereinheit
19 ist mit Überlaufkästen 22 versehen, wobei in einem eine pH-Meßsonde 24 eingebaut
ist und die Zudosierung von Natronlauge zur Einstellung und Erhaltung des pH-Werts
über die Leitung 23 in den gegenüberliegenden Kasten erfolgt. Die Umwälzung des zu
regenerierenden Verkupferungsbades innerhalb der Elektrolysiereinheit wird anhand
von Fig. 5 gesondert beschrieben. Die Anzahl und die Abmessungen der Elektroden in
jedem Elektrodenblock errechnen sich aus der Stromstärke I, der Stromdichte i und
der Behältergröße. Die Elektroden sind wechselseitig in der Weise angeordnet, daß
immer eine Kathode zwischen zwei Anoden steht. Die Kathoden bestehen aus dünnen Kupferfolien,
die Anoden aus Edelstahl.
[0012] Die entmetallisierte Badlösung gelangt über Rohrleitung 25 aus der Elektrolysiereinheit
in einen Behälter 26, in dem der Komplexbildner durch Absenkung des pH-Werts in den
sauren Bereich ausge fällt wird. Hierzu wird eine Säure wie Schwefelsäure, Salzsäure
oder dergl. über die Leitung 27 in den Behälter 26 zudosiert. Der für die Ausfällung
geeignete pH-Bereich liegt im allgemeinen unter 4.0 und für ED-TA unter 2.0, vorzugsweise
unter 1.0. Außer Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) können auch andere Komplexbildner,
die für die stromlose Verkupferung geeignet sind, beispielsweise Kalium-natrium-tartrat
(Rochelle-Salz), Ethylendiamintetramin, Triethanolamin, Diethanolamin und dergl. aufgearbeitet
werden.
[0013] Die ausgefällte EDTA wird zweimal mit deionisiertem Wasser gewaschen, wobei das Waschwasser
über die Rohrleitung 31 in den Behälter 32 geführt wird. Anschließend kann die EDTA
in Natronlauge noch einmal als Tetranatriumsalz gelöst und durch erneutes Ausfällen
mit H
2S0
4 gereinigt werden. Die gereinigte Ethylendiamintetraessigsäure wird noch im gleichen
Behälter (26) in Natronlauge, welche über Leitung 30 zudosiert wird, zum Tetranatriumsalz
gelöst. Über Leitung 28 gelangt die Lösung von EDTA-NA
4 (Tetranatrium-edetat) in einen Lagerbehälter 29 und wird dann über die Leitung 13
direkt in das chemische Verkupferungsbad 12 geleitet, oder es wird eine Vormischung
mit Kupfersulfatlösung hergestellt, die dann ebenfalls dem chemischen Verkupferungsbad
12 im Behälter 11 zugeführt wird.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein stromloses Verkupferungsbad mit folgenden
Bestandteilen, Bereichen und Parametern verwendet:

[0015] Bäder dieser Zusammensetzung sind beispielsweise beschrieben in der US-Patentschrift
3 844 799.
[0016] Die Konzentrationen der Bäder werden eingestellt, indem separat hergestellte Kupfersulfatlösung,
Formalin, Natriumcyanidlösung und Natriumhydroxidlösung dem Bad zudosiert werden,
wenn deren Konzentration unter einen bestimmten Wert gefallen ist.
[0017] Die Konzentrationen der einzelnen Badbestandteile werden sorgfältig überwacht, die
von Cu++ beispielsweise durch photometrische Messung; die von Formaldehyd über eine
Reaktion mit Natriumsulfit, welche zu einer pH-Wert-Änderung führt; die von NaCN mit
einer ionenselektiven Elektrode und die von NaOH mit einer Glaselektrode. Auch die
Temperatur des Bades muß sorgfältig überwacht werden. Die Reaktionsprodukte aus der
stromlosen Verkupferung aktivierter Oberflächen von Leiterplatten sind im wesentlichen
Na
2S0
4 (Natriumsulfat) und HCOONa (Natriumformiat), welche während der Benutzung des Bades
eine konstante Konzentration erreichen.
[0018] Wie anhand von Fig. 1 erläutert wurde, wird zur Regeneration des Verkupferungsbades
in demselben zunächst der Kupfergehalt der Badflüssigkeit durch Elektrolyse auf eine
Konzentration under etwa 20 mg/I abgesenkt und anschließend der Komplexbildner durch
Ansäuern ausgefällt.
[0019] Es hat sich gezeigt, daß der Durchführung der Elektrolyse für die Absenkung des Kupfergehalts
im Hinblick auf die Reinheit der wiedergewonnenen Ethylendiamintetraessigsäure entscheidende
Bedeutung zukommt.
[0020] Es wurde nämlich festgestellt, daß bei den bisher durchgeführten Elektrolyseprozessen,
bei denen mit konstanten anodischen und kathodischen und verhältnismäßig hohen Stromdichten
gearbeitet wurde, bei der anschließenden Ausfällung der Ethylendiamintetraessigsäure
ein Produkt erhalten wurde, welches stark mit Zersetzungsprodukten verunreinigt war
und nach Aminen roch. Durch zahlreiche Laboruntersuchungen konnten die in Fig. 2 formelmäßig
dargestellten Zersetzungsprodukte I und die durch Rekombination freier Radikale gebildeten
Amine II nachgewiesen werden. Im einzelnen sind dies: Tetramethylethylendiamin (a),
Dimethylethylamin (b), N-Methyl-N'-dimethyl-diaminomethan (c), Ethylendiamin (d) und
cyklische Amine (e). Als weitere Produkte 111 konnten Glycin (f), Iminodiessigsäure
(g) und dergl. nachgewiesen werden.
[0021] Wenn Amine, insbesondere Ethylendiamin (d), im Verkupferungsbad vorhanden sind, wirkt
sich dies negativ auf die Kornstruktur der abgeschiedenen Kupferschicht aus. In Gegenwart
von Aminen wird aus dem Verkupferungsbad eine grobkörnige Kupferschicht abgeschieden,
in der bei späterem Erhitzen, beispielsweise während des Lötens, Risse gebildet werden
können. Es ist auch bekannt, daß Amine mit anderen Bestandteilen des Bades, beispielsweise
mit Formaldehyd zu s-Triazinderivaten reagieren können. s-Triazin wiederum, das auf
Formaldehyd stabilisierend wirkt, hat auch einen negativen Effekt auf die Kornstruktur
der abgeschiedenen Kupferschicht.
[0022] Anhand polarographischer Untersuchungen an Proben aus dem Verkupferungsbad konnte
festgestellt werden, daß sich während der Elektrolyse, welche mit konstanter Stromdichte
durchgeführt wird, etwa 10 % der im Bad enthaltenen EDTA zersetzen. Dies ist darauf
zurückzuführen, daß durch eine starke Belegung der Anoden mit Sauerstoff während der
Elektrolyse eine Potentialänderung stattfindet und ein Potentialgrenzwert überschritten
wird, ab dem eine anodische Zersetzung der EDTA einsetzt. Die Bedingunen für die Elektrolyse
müssen deshalb so gewählt werden, daß diese Zersetzung der EDTA unterbleibt.
[0023] Bei der Aufarbeitung chemischer Verkupferungsbäder wird in der Elektrolysezelle,
in der in der einfachsten Anordnung Kupferkathoden zwischen Anoden aus Edelstahl angeordnet
sind, an den Kupferkathoden ein galvanischer Niederschlag von Kupfer gemäß der folgenden
Reaktionsgleichung gebildet:

[0024] Als unerwünschte, aber nicht unterdrückbare Nebenreaktion findet an den Kathoden
auch eine Wasserzersetzung nach folgendem Schema statt:

[0025] An der Anode wird in der stark alkalischen Lösung (pH-Wert von 11 bis 12) durch Elektronenentzug
molekularer Sauerstoff gebildet:

[0026] Dieser Verbrauch an OH-Ionen während der Elektrolyse macht sich in einem Abfall des
pH-Werts bemerkbar. Bei einem Anfangswert von pH = 11.7 beispielsweise, wird nach
einer Elektrolysierzeit von etwa 10 Stunden ein pH-Endwert von 9.4 erhalten. Da mit
fallendem pH-Wert auch der Anteil an Zersetzungsprodukten ansteigt, wurde die Elektrolysiereinheit
mit einer Regelung versehen (24, 23 in Fig. 1), die den pH-Wert während der Elektrolyse
konstant hält.
[0027] Die Reaktionen an Kathode und Anode sind stark vereinfacht in Fig. 3 wiedergegeben.
Durch die galvanische Abscheidung von Kupfer an den Kathoden verarmt der Elektrolyt
ständig an Kupferionen, bis die Elektrolyse bei einem Restgehalt von etwa 20 mg/l
Cu abgebrochen wird. In der Praxis wird während der Elektrolyse ständig der Kupfergehalt
des Elektrolyten gemessen. Bei Erreichen des gewünschten Endwerts schaltet die Anlage
automatisch ab.
[0028] Für die oben angegebenen chemischen Reaktionen an Kathode und Anode gelten die folgenden
elektrochemischen Beziehungen a - d:
a) Durch die kathodische Abscheidung von Kupfer verarmt der Elektrolyt an Kupferionen.
Es besteht deshalb eine Abhängigkeit des Potentials von der Kupferionenkonzentration,
welche gegeben ist durch:

wobei e νi die Summe aller Faktoren darstellt, die das Potential mit beeinflussen.
b) Auch die Stromdichte i ist konzentrationsabhängig, wobei die Grenzstromdichte in
Abhängigkeit von der Kupferionenkonzentration und der Temperatur gegeben ist durch:

[0029] Die Abhängigkeit des Potentials und der Stromdichte von der Kupferionenkonzentration
gewinnt an Bedeutung, wenn bereits viel Kupfer durch Elektrolyse abgeschieden ist.
Dann können die Werte für das Grenzpotential bzw. für die Grenzstromdichte erreicht
werden, bei denen eine Zersetzung der EDTA stattfindet.
[0030] Durch die Belegung der Elektroden mit Wasserstoff bzw. Sauerstoff während der Elektrolyse
werden diese zu Gaselektroden, deren elektromotorische Kraft der Kupferabscheidung
entgegenwirkt:

und

Der Hauptreaktion:

wirkt die EMK, welche eine Funktion von

[0031] Bei der Elektrolyse, welche mit konstanten, verhältnismäßig hohen Stromdichten arbeitet,
sinkt durch den während der Elektrolyse ansteigenden Wasserstoff- und Sauerstoffanteil
die Strom- und Energieausbeute, bezogen auf das abzuscheidende Kupfer, stark ab. Dadurch
wird eine sehr lange Elektrolysierzeit erforderlich, bis der gewünschte Restkupfergehalt
von etwa 20 mg/I Cu erreicht wird.
[0032] Wenn beispielsweise 15 m3 Additivbad mit einem Gehalt an 8 g/I CuS0
4 x 5 H
20 (≠ 2,03 g/I Cu) bei einer konstanten Stromstärke von 6000 Ampere und einer Stromdichte
von etwa 100 A/m
2 elektrolysiert werden, beträgt die mittlere kathodische Stromausbeute über 24 Stunden
η (
Cu,
24 h) nur 18 %. Der weitaus größere Anteil. d.h. die restlichen 82 % der aufgewendeten
Elektrizitätsmenge werden für die Wasserzersetzung und für Nebenreaktionen verbraucht.
Für die ersten 10 Stunden errechnet sich eine mittlere kathodische Stromausbeute,
bezogen auf das abzuscheidende Kupfer, von 69 %. Nach weiteren 14 Stunden, insgesamt
also nach 24 Stunden errechnet sich eine mittlere kathodische Stromausbeute von nur
18 %. In Fig. 4, rechte Seite, ist für dieses Ausführungsbeispiel der Elektrolysierstrom
1 von 6000 A über der Elektrolysierzeit t dargestellt. Es ist eine Elektrolysierzeit
t von 24 Stunden erforderlich, bis der gewünschte Kupfergehalt der Lösung von < 20
mg/1 erreicht wird. Über 24 Stunden wird, wie bereits ausgeführt, eine mittlere kathodische
Stromausbeute von nur 18 % erhalten.
[0033] Aufgrund dieser Ergebnisse ist es erforderlich, die Wasserstoff- und Sauerstoffentwicklung
während der Elektrolyse so niedrig wie möglich zu halten und gebildete Gase so schnell
wie möglich von den Elektroden zu entfernen, um die kathodische Stromausbeute, bezogen
auf das abzuscheidende Kupfer zu verbessern und die Elektrolysierzeit für die Absenkung
auf den gewünschten Kupfergehalt von 20 mg/I zu verkürzen. Eine Verkürzung der Elektrolysierzeit
hat auch zur Folge, daß weniger Nebenprodukte gebildet werden.
[0034] Die Entfernung der Gase von den Elektroden geschieht am besten durch hohe interne
Badumwälzung während der Elektrolyse, wobei bei einer hohen Badumwälzung der Elektrolyt
mit einer Elektrolytbewegung von etwa 10 bis 50 Volumina pro Stunde umgewälzt wird.
Bei dem zuvorgenannten Ausführungsbeispiel mit einem Inhalt der Elektrolysezelle von
15 m
3 sind bei einer Elektrolytbewegung von 20 Volumina pro Stunde eine Elektrolytumlaufmenge
von 300 m3 pro Stunde umzuwälzen.
[0035] In Fig. 5 ist eine Vorrichtung dargestellt, in der die Elektrolytzirkulation durch
Einblasrohre, welche unter den Elektroden angeordnet sind, bewirkt wird. Der Elektrolyt
gelangt aus der Elektrolysezelle in Überlaufkästen, die beidseitig von dieser Elektrolysiereinheit
angeordnet sind und wird von dort wieder zu den Einblasrohren zurückgeführt. Im oberen
Teil von Fig. 5 ist eine Seitenansicht einer Elektrolysiereinheit mit einer Elektrolysezelle-und
zwei Überlaufkästen und Einblasrohren unterhalb der Elektroden dargestellt. Im unteren
Teil von Fig. 5 ist eine Ansicht derselben Vorrichtung von oben dargestellt. Wenn
es aus Platzgründen möglich ist, ist es günstig, neben der Elektrolysiereinheit einen
Puffertank anzuordnen (nicht dargestellt), in den der Elektrolyt aus den Überlaufkästen
und von dort über die Einblasrohre zurück zu den Elektroden geführt wird.
[0036] Außer der Elektrolythewegung ist die Stromdichte im Verfahren der vorliegenden Erfindung
von ausschlaggebender Bedeutung. In den meisten Elektrolyseprozessen zur Gewinnung
oder zur Elektroraffination von Kupfer, bei denen in der Regel mit konstanter Stromdichte
über die gesamte Elektrolysierziet gearbeitet wird, wird die vorteilhafteste Stromdichte
nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgelegt. Ziel der vorliegenden Erfindung
ist jedoch nicht die möglichst kostengünstige Abscheidung von Kupfer, sondern die
kostengünstige Rückgewinnung einer möglichst reinen Ethylendiamintetraessigsäure,
die dem stromlosen Verkupferungsbad für den Leiterplattenprozess wieder zugeführt
werden kann. Bei konventionellen Elektrolyseprozessen zur Kupfergewinnung liegen die
anodischen und kathodischen Stromdichten bei Kupferelektrolyten vergleichbarer Konzentration
bei etwa 200 A/m
2 und in Ausnahmefällen auch bei 300 A/m
2. Diese verhältnismäßig hohen Stromdichten können wegen der elektrochemischen Zersetzung
der Ethylendiamintetraessigsäure bei diesen Stromdichtewerten im Rahmen der vorliegenden
Erfindung nicht angewendet werden. Versuche haben ergeben, daß für die Rückgewinnung
einer reinen Ethylendiamintetraessigsäure in dem erfindungsgemäßen Verfahren eine
maximale anodische Stromdichte von i+ = 100 A/m
2 nicht überschritten werden darf.
[0037] Eine Elektrolyseanlage für das erfindungsgemäße Verfahren ist beispielsweise für
eine maximale Stromstärke I
max von 6000 A ausgelegt, sie wird jedoch nur mit einer Stromstärke von höchstens etwa
5400 A gefahren. Die Anlage enthält 36 Kupferkathoden mit einer aktiven Gesamtfläche
1: f von 77,1 m
2 und 38 Edelstahlanoden mit einer aktiven Gesamtfläche von
1: f von 88,9 m2. Die maximalen Stromdichten betragen dann i-
max = 70 A/m
2 und i
+ max = 60,7 A/m
2, wobei die anodische Stromdichte s der kathodischen Stromdichte ist, damit bei einer
Belegung der Anode mit Sauerstoff, welche nicht ganz zu unterdrücken ist, der Potentialgrenzwert
nicht überschritten wird, bei dem die Zersetzung der EDTA beginnt. Aus den Zahlenwerten
ergibt sich, daß die Elektrolyseanlage nur mit etwa 60 % der höchstzulässigen anodischen
Stromdichten gefahren wird. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit, daß durch anodische
Oxidation störende Abbauprodukte der Ethylendiamintetraessigsäure gebildet werden,
noch geringer.
[0038] Am vorteilhaftesten ist jedoch, um die Ausbildung störender Abbauprodukte ganz zu
vermeiden, nicht nur mit konstanten Stromdichten zu arbeiten, sondern mit Stromdichten,
welche während der Elektrolyse entsprechend der Elektrolysekennlinie kontinuierlich
oder in Stufen abgesenkt werden (linke Seite von Fig. 4).
[0039] In der nachfolgenden Tabellel sind in Spalte 1 die Elektrolysierzeit, unterteilt
nach Stunden, und in Spalte 2 der Abfall der mittleren kathodischen Stromausbeute
Ti - in Prozent in Abhängigkeit von der Elektrolysierzeit (Spalte 1) dargestellt.
Diese Experimente wurden bei einer konstanten anodischen Stromdichte i
+ von 100 A/m
2 durchgeführt. In Spalte 3 ist die erfindungsgemäß vorgeschlagene Absenkung der anodischen
Stromdichte i
+ in A/m
2 angegeben und in Spalte 4 die hierfür einzustellende Stromstärke I in A. In Spalte
5 sind die mittleren kathodischen Stromausbeuten η für die in Spalte 3 angegebenen
anodischen Stromdichten angegeben. Eine deutliche Verbesserung gegenüber den Werten
von Spalte 2 (konstante anodische Stromdichte) ist ersichtlich.

[0040] Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß in den ersten vier Stunden bei einer konstanten
anodischen Stromdichte i
+ von 100 A/m
2 die mittlere kathodische Stromausbeute η ungefähr 80 % beträgt. Zwischen der vierten
und fünften Stunde fällt die Stromausbeute bei derselben Stromdichte auf etwa 37 %
ab. Nach etwa 12 Stunden ist die mittlere kathodische Stromausbeute auf einen Wert
unter 1 % abgesunken, d.h. fast die gesamte elektrische Energie wird nicht mehr zur
Kupferabscheidung sondern zur Wasserzersetzung und für unerwünschte Nebenreaktionen
verschwendet. Aus der Tabelle ergibt sich über zehn Stunden gerechnet, bei konstanter
anodischer Stromdichte von i
+ = 100 A/m
2 eine mittlere kathodische
[0041] Stromausbeute η von 44 %.
[0042] Die mittlere kathodische Stromausbeute wird wesentlich besser, wenn mit zunehmender
Elektrolysierzeit die anodische Stromdichte verringert wird (Spalte 3). Nach Tabelle
1 ist dann der Gesamtaufwand an elektrischer Energie:
EQ = Σl· t = 40500 A/h.
Dies entspricht einer Stromausbeute, berechnet über zehn Stunden von π = 69 %, wobei
der Berechnung ein mittlerer Kupfergehalt von 2,2 g/I zugrunde liegt.
[0043] Die Elektrolysierzeit läßt sich aus den experimentellen Daten in Tabelle 1 nach dem
Faraday'schen Gesetz unter Zugrundelegung folgender Ausgangswerte

berechnen. Es errechnet sich eine Dauer t von 10 Stunden.
[0044] Nach diesen Berechnungen kann man davon ausgehen, daß die Elektrolyse bei Absenkung
der Stromdichten während ihrer Dauer nach etwa zehn bis zwölf Stunden beendet werden
kann, was gegenüber der bisherigen Rückgewinnungselektrolyse von Kupfer, bei der mit
konstanter anodischer Stromdichte gearbeitet wird, eine Halbierung der Elektrolysierzeit
bedeutet. Die kürzere Elektrolysierzeit hat auch zur Folge, daß weniger Zersetzungsprodukte
der EDTA gebildet werden.
[0045] Fig. 6A zeigt die Abnahme des Kupfergehalts des Verkupferungsbades während der ersten
vier Stunden der Elektrolyse. Fig. 6B zeigt die Abnahme des Kupfergehalts des Bades
von der fünften zur zwölften Stunde der Elektrolyse, jeweils bei konstanter anodischer
Stromdichte i
+ von 100 A/m
2. Bei Absenkung der anodischen Stromdichte während der Elektrolyse wird eine noch
bessere mittlere kathodische Stromausbeute und eine weitere Verkürzung der Elektrolysierzeit
erhalten.
1. Verfahren zur Regenerierung eines stromlosen Verkupferungsbades mit einem Gehalt
an einem Komplexbildner, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
1. kontinuierliche oder intermittierende Entnahme der komplexbildnerhaltigen Badlösung
aus dem stromlosen Verkupferungsbad;
2. Absenken des Kupfergehalts in der entnommenen Badlösung auf einen Wert unter 20
mg/l durch Elektrolyse;
3. Ansäuern der so erhaltenen Badlösung zum Ausfällen des Komplexbildners und seiner
Wiedergewinnung;
4. Auflösen des wiedergewonnenen Komplexbildners in einer alkalischen Elektrolytlösung
und
5. Rückführen der Lösung in das stromlose Verkupferungsbad.
2. Verfahren zur-Regenerierung eines stromlosen Verkupferungsbades nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Komplexbildner Ethylendiamintetraessigsäure, Kalium-natrium-tartrat,
Ethylendiamintetramin, Triethanolamin oder Diethanolamin ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Komplexbildner Ethylendiamintetraessigsäure
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyse zur Absenkung
des Kupfergehalts des Bades bei hoher interner Badumwälzung durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyse bei einer
Badumwälzung von etwa 10 bis 50 Volumina/h durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyse bei einer
Badumwälzung von 20 Volumina/h durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert während der
Elektrolyse konstant gehalten wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während der Elektrolyse
eine anodische Stromdichte i+ von 100 A/m2 nicht überschritten wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anodische Stromdichte
während der Elektrolyse entsprechend der Elektrolysekennlinie oder in Stufen abgesenkt
wird.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ethylendiamintetraessigsäure
nach der Entfernung der Kupferionen durch Ansäuern der Badlösung auf einen pH-Wert
unter 2,0 ausgefällt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die ausgefällte EDTA durch
Auflösen in Natronlauge und erneutes Ausfällen mit H2S04 gereinigt wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die gereinigte EDTA in Natronlauge gelöst und direkt dem chemischen Verkupferungsbad
zugeführt wird oder daß mit Kupfersulfatlösung eine Vormischung hergestellt und diese
dem Verkupferungsbad zugeführt wird.
1. Procédé pour la régénération d'un bain de dépôt chimique de cuivre ayant une teneur
en un agent complexant, caractérisé par les stades opératoires suivants:
1. la prélèvement continu ou intermittent de la solution de bain contenant l'agent
complexant, à partir du bain de dépôt chimique de cuivre;
2. l'abaissement de la teneur en cuivre de la solution de bain prélevée, à une valeur
inférieure à 20 mg/I par électrolyse;
3. l'acidification de la solution de bain ainsi obtenue, pour la précipitation de
l'agent complexant et sa récupération;
4. la dissolution de l'agent complexant récupéré, dans une solution alcaline d'un
électrolyte et
5. le recyclage de la solution dans le bain de dépôt chimique de cuivre.
2. Procédé pour la régénération d'un bain de dépôt chimique de cuivre selon la revendication
1, caractérisé en ce que l'agent complexant est l'acide éthylènediaminetétra-acétique,
le tartrate de potassium- sodium, l'éthylènediaminetétramine, la triéthanolamine ou
la diéthanolamine.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'agent complexant est
l'acide éthylènediaminetétra-acétique.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on effectue l'électrolyse
pour l'abaissement de la teneur en cuivre du bain sous circulation interne élevée.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'on effectue l'électrolyse
sous une circulation de bain d'environ 10 à 50 volumes/h.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'on effectue l'électrolyse
sous une circulation de bain de 20 volumes/h.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on maintient la valeur
du pH constante pendant l'électrolyse.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pendant l'électrolyse,
on ne dépasse pas une densité de courant anodique i+ de 100 A/m2.
9. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on abaisse la densité
de courant anodique pendant l'électrolyse de manière correspondante à la courbe caractéristique
d'électrolyse ou par degrés.
10. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'après l'élimination
des ions cuivre, on précipite l'acide éthylènediaminetétra-acétique par acidification
de la solution de bain à une valeur de pH inférieure à 2,0.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on purifie le EDTA
précipité, par dissolution dans de la lessive de soude caustique et reprécipitation
avec H2S04.
12. Procédé selon une ou plusieurs de revendications 1 à 11, caractérisé en ce que
l'on dissout le ED-TA purifié, dans de la lessive de soude caustique et on l'envoie
directement dans le bain de dépôt chimique de cuivre ou que l'on prépare un prémélange
avec une solution de sulfate de cuivre et on envoie celui-ci dans le bain de dépôt
chimique de cuivre.
1. Process for regenerating an electroless copper plating bath containing a complexing
agent, comprising the following steps:
1. continuously or intermittently withdrawing the bath solution containing the complexing
agent from the electroless plating bath;
2. reducing the copper content in the withdrawn bath solution to a value below 20
mg by electrolysis;
3. acidifying the bath solution thus obtained by precipitating the complexing agent
and recovering same;
4. dissolving the recovered complexing agent in an alkaline electrolyte solution,
and
5. returning the solution to the electroless copper plating bath.
2. Process for regenerating an electroless copper plating bath according to claim
1, characterized in that the complexing agent is ethylenediamine tetraacetic acid,
potassium sodium tartrate, ethylenediamine tetraamine, triethanolamine or diethanolamine.
3. Process according to claim 2, characterized in that the complexing agent is ethylenediamine
tetraacetic acid.
4. Process according to claim 1, characterized in that the electrolysis for reducing
the copper content of the bath is effected at a high internal bath circulation rate.
5. Process according to claim 4, characterized in that the electrolysis is carried
out at a bath circulation rate of about 10 to 50 volumes/h.
6. Process according to claim 5, characterized in that the electrolysis is carried
out at a bath circulation rate of 20 volumes/h.
7. Process according to claim 1, characterized in that the pH value is kept constant
during electrolysis.
8. Process according to claim 1, characterized in that an anodic current density i+
of 100 A/m2 is not exceeded during electrolysis.
9. Process according to claim 1, characterized in that the anodic current density
during electrolysis is reduced according to the electrolysis characteristic or in
steps.
10. Process according to claims 1 to 3, characterized in that, after removal of the
copper ions, the ethylenediamine tetraacetic acid is precipitated by acidification
of the bath solution to a pH value below 2.0.
11. Process according to claim 10, characterized in that the precipitated EDTA is
purified by being dissolved in sodium hydroxide and by being reprecipitated with H2S04.
12. Process according to any one or a combination of the claims 1 to 11, characterized
in that the purified EDTA is dissolved in sodium hydroxide solution and fed directly
to the chemical copper plating bath, or that, using copper sulphate solution, a preliminary
mixture is prepared which is fed to the copper plating bath.