[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schürf- und Fördereinrichtung einer unterirdisch
arbeitenden Vortriebsvorrichtung für Rohrleitungen mit vorzugsweise nichtbegehbarem
Nennquerschnitt, die von einem Preßschacht aus in das anstehende Erdreich eingetrieben
wird und aus einem Schürfkopf und wenigstens einem diesen vorpressenden Nachläufer
und nachgepreßten Produktrohrschüssen besteht, wobei im Stirnbereich des Schürfkopfes
eine Schürfscheibe umläuft, die von einer Welle in Umlauf versetzt wird, wobei die
Welle mit Abstand von einem Förderrohr umgeben ist, dessen Wand im Bereich des Schürfkopfes
gegenüber dessen Außenzylindermantel abgeschottet ist, wobei im Förderrohr Fördermittel
zum Zurückfördern des Schürfgutes in Richtung auf den Schacht vorgesehen sind und
wobei im Förderquerschnitt zwischen der Welle und der Förderrohrwand gegen Grundwassereinbrüche
wirkende Schleusenmittel vorgesehen sind.
[0002] Ein derartiges Schleusenmittel ist bekannt aus der DE-OS 32 28 684. Das Schleusenmittel
besteht aus einer in der Förderrohrwand randseitig fest eingespannten Membran, mittels
der eine Abschottung gegen Wassereinbrüche erzielt werden soll. Die Standfestigkeit
einer solchen Membran ist jedoch begrenzt. Die Membran wird eingesetzt im Rahmen einer
Fördervorrichtung, die Bestandteil einer Vorrichtung zum Vortreiben von Produktrohren
oder Rohrschüssen aus Rohren mit nicht-begehbaren Rohrnennweiten ist. Das Vortreiben
der Rohrleitungen mit Hilfe der Vortriebsvorrichtung erfolgt von einem in den Boden
abgesenkten Preßschacht aus. Vom Preßschacht aus ist durch das Förderrohr hindurch
bis zu einem Schürfkopf eine Welle geführt, die eine Schürfscheibe innerhalb des Schürfkopfes
dreht, wodurch anstehendes Erdreich abgetragen wird. Das abgetragene Erdreich wird
von der die Welle umgebenden Förderschnecke nach hinten zum Preßschacht zurückgefördert.
Von dort wird es zur Oberfläche gebracht und abtransportiert. Damit das abgetragene
Erdreich nicht zwischen einen Außenzylindermantel des Schürfkopfes und die nachgedrückten
Produktrohre einerseits und das Förderrohr kleineren Durchmessers andererseits gelangen
kann, ist der Außenzylindermantel des Schürfkopfes gegenüber dem Förderrohr abgeschottet
mittels einer kegelstumpfförmigen Ortsbrust.
[0003] Wenn das anstehende Erdreich mal mehr und mal weniger mit Grundwasser durchsetzt
ist, dann ist seine Fließfähigkeit unterschiedlich. Bisher ist man bei dem Abschotten
so vorgegangen, daß man im wesentlichen vollständig wasserdicht abgeschottet hat,
und zwar entweder durch die Membran nach der DE-OS 32 28 684, aber auch beispielsweise
durch einen reinen Material- oder Erdreichpfropfen nach der DE-PS 35 l3 578.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
mit der eine bedarfsgerecht dosierte Abschottung möglich ist, die einen Bereich zwischen
einer Teilabschottung und Totalabschottung umfaßt.
[0005] Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schleusenmittel
aus wenigstens einem mittels eines strömungsfähigen Mediums aufweitbaren Ringbalg
bestehen, durch den sich die Welle hindurch erstreckt und mit dem entsprechend dem
Abschottungsbedarf und dem Ausmaß des Aufweitens der Förderquerschnitt ganz oder teilweise
verschlossen wird.
[0006] Damit ist eine einstellbare Grundwasserschleuse geschaffen. Mit Hilfe des einstellbaren
Durchlaßquerschnittes ist es möglich, bei zunehmendem Wasserandrang den Durchlaßquerschnitt
und damit den Gesamtdurchlaß an Wasser und Erdreich und somit Bodenerosionen der
Ortsbrust zu vermindern bis zu einer Totalabschottung. Ist der Wasserandrang geringer,
dann kann mit größerem Durchlaßquerschnitt gearbeitet werden; der dem Grundwasser
entgegenwirkende Druck kann nun nämlich geringer sein, um Bodenerosionen vor der Ortsbrust
zu verhindern. Bei einem geringeren Wasseranteil kann die Erdreichförderung erhöht
und damit die Arbeitsgeschwindigkeit der Vortriebsvorrichtung verbessert werden.
Mit Hilfe des aufweitbaren Ringbalges läßt sich also die Arbeitsgeschwindigkeit optimal
einstellen auf die Vorort herrschenden Arbeitsbedingungen, insbesondere Grundwasserverhältnisse.
[0007] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß in einem gegenseitigen
Abstand zwei Ringbalge vorgesehen sind. Mit zwei auf Abstand angeordneten Ringbalgen
läßt sich die Abschottungswirkung bei starkem Grundwasseranfall und Druck verstärken.
[0008] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Ringbalge
zur Ausbildung einer Abschottung periodisch gegensinnig schleusenbildend aufweitbar
und wieder zurückziehbar sind. Durch das periodische gegensinnige Zurückziehen und
Aufweiten der Ringbalge läßt sich ein absatzweiser Schleusenbetrieb einführen, wobei
die Abschottung immer besser wird, je mehr Ringbalge nach einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung jeweils im Abstand voneinander vorgesehen sind. Immer wenn beispielsweise
beim Einsatz von zwei Ringbalgen ein Ringbalg in seinem Wirkbereich eine Abschottung
herbeiführt, hebt der andere Ringbalg die Abschottung auf. In dem Raum zwischen den
beiden Ringbalgen läßt sich dabei das abgetragene Erdreich und Wasser in einem Arbeitstakt
sammeln und im anderen Arbeitstakt abführen. Jeweils ein Ringbalg führt eine Totalabschottung
herbei.
[0009] Das Zurückfördern des Schürfgutes kann nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
dadurch erfolgen, daß auf der Welle eine Förderschnecke vorgesehen und der Arbeitsbereich
der Ringbalge frei ist von Förderschneckenteilen. Eine einfache und zweckmäßige Förderart
ist damit mit einer im Querschnitt regelbaren Grundwasserschleuse kombiniert.
[0010] Der Ringbalg kann sowohl von innen nach außen als auch von außen nach innen wirken.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist aber vorgesehen, daß der
oder die Ringbalge an der Förderrohrwand angeordnet und von dort aus nach innen aufweitbar
sind. Das Anschließen des strömungsfähigen Mediums läßt sich so leichter bewerkstelligen.
[0011] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das strömungsfähige
Medium Preßluft oder eine Flüssigkeit ist. Als Flüssigkeit kommt nach einer Weiterbildung
der Erfindung vor allem eine inkompressible Flüssigkeit, wie eine Hydraulikflüssigkeit,
in Betracht. Mit einer imkompressiblen Flüssigkeit läßt sich gegebenenfalls eine
feinere Regulierung oder Dosierung der Menge des strömungsfähigen Mediums im Ringbalg
erreichen.
[0012] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Zufluß des
strömungsfähigen Mediums zu den Ringbalgen regelbar ist mittels Scleusenventilen in
das Medium zuführenden Leitungen. Solche Schleusenventile können sowohl Druck- als
auch Mengenregelventile sein, die vom Preßschacht oder von einer Übertage-Station
aus ferngesteuert werden.
[0013] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß beim Einsatz
von Preßluft als strömungsfähiges Medium diese außer der besonders geregelten Zufuhr
zu den Ringbalgen ständig in den Schürfbereich des Schürfkopfes vor der Ortsbrust
eindrückbar ist. Das Medium Preßluft hat damit den Vorteil einer Doppelwirkung, indem
es in den Ringbalgen und im Bereich Schürfbereich wirksam ist. Durch das ständige
Eindrücken von Preßluft in den Schürfbereich des Schürfkopfes wird bereits ein an
sich bekannter Rückhaltedruck auf anstehendes Wasser ausgeübt.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß eine Spülleitung
vorgesehen ist, mittels der Spülwasser, in Vortriebsrichtung gesehen, vorzugsweise
jeweils vor den Wirkbereichen der Ringbalge, in diese Wirkbereiche einspritzbar ist.
Sollte sich bei der Rückführung von abgetragenem Erdreich eine Verstopfung ergeben,
dann wird diese durch das eingedrückte Spülwasser beseitigt.
[0015] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Abstand
zwischen zwei Wirkbereichen der Ringbalge etwa der axialen Länge zweier Schneckengänge
auf der Welle entspricht. Ein derartiger Abstand der Wirkbereiche hat sich für einen
störungsfreien Betrieb als geeignet erwiesen.
[0016] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Ringbalge
aus flexiblem, hochzähem Kunststoff, wie Pur-Zell oder Zell-Vulcolanschaum, bestehen.
Ein derartiges Material hat sich für den rauhen Betrieb beim unterirdischen Vortreiben
von Rohren mit nicht-begehbaren Rohrnennweiten als außerordentlich geeignet erwiesen.
[0017] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. l bis 3 den Schürfteil einer unterirdisch arbeitenden Vorrichtung zum Vortreiben
von Rohrleitungen mit einer ringbalgförmigen Grundwasserschleuse in voll geöffneter,
halb geöffneter und geschlossener Stellung, teilweise im Schnitt,
Fig. 4 eine Vorrichtung nach Fig. l mit einem Ringbalg als Grundwasserschleuse, wobei
der Vortrieb aus einem Preßschacht heraus erfolgt,
Fig. 5 bis 7 eine Vorrichtung mit zwei im Gegentakt betriebenen ringbalgförmigen Grundwasserschleusen
im Taktbetrieb.
[0018] Der in Fig. l dargestellte Schürfteil l einer Vorrichtung zum unterirdischen Vortreiben
von Rohrleitungen besteht aus einem Schürf- oder Steuerkopf 3 und einem in der Vortriebsrichtung
nach Pfeil 5 dem Schürfkopf nachlaufenden Nachläufer 7. Dem Nachläufer 7 sind wiederum
Rohrschüsse 9 nachgesetzt, die aus dem in Fig. 4 dargestellten Preßschacht l0 heraus
mittels einer Vortriebsvorrichtung ll dem Nachläufer 7 und dem Schürfkopf 3 hinterhergedrückt
werden. Dieses Vortriebsverfahren durch Vorpressen einzelner, hintereinander gesetzter
Rohrschüsse 9 und diesen vorlaufender Nachläufer 7 und Schürfköpfe 3 ist bekannt,
ebenso wie die Möglichkeit, den Schürf- oder Steuerkopf 3 vor dem Nachläufer 7 in
der Vortriebsrichtung zu steuern. Einzelheiten der gegeneinander anliegenden Druckflächen
der einzelnen Rohrteile und die Steuerungsvorrichtung für den Schürf- bzw. Steuerkopf
3 sind deshalb nicht näher erläutert.
[0019] Innerhalb des Schürfkopfes 3 befindet sich eine kegelstumpfförmig aufgeweitete Ortsbrust
l2. Diese Ortsbrust endet an der Stirn l3 des Schürfkopfes 3, der nach vorn hin eine
Öffnung l4 aufweist, in der eine Schürfscheibe l5 umlaufen kann. Diese Schürfscheibe
l5 ist an dem vorderen Ende l6 einer Welle l7 angeordnet, die von der Vortriebsvorrichtung
ll im Preßschacht l0 in Umlauf versetzt wird. Auf der Welle l7 ist eine Förderschnecke
l8 angeordnet, mit der von der Schürfscheibe l5 abgetragenes Erdreich zum Preßschacht
zurückgefördert wird.
[0020] Die Welle l7 mit der auf ihr angeordneten Förderschnecke l8 läuft in einem Förderrohr
l9 um. Dadurch kann das abgetragene Erdreich innerhalb der Rohrschüsse 9 und des Nachläufers
7 sicher geführt zum Preßschacht l0 geleitet werden. Die Welle l7 mit der Förderschnecke
l8 und das Förderrohr l9 sind unterteilt in zusammenfügbare Teilstücke, deren Länge
der Länge der Rohrschüsse entspricht. Die Teilungen sind durch mit T bezeichnete Striche
angedeutet und in ihrer Bauweise bekannt.
[0021] Die Förderschnecke l8 weist innerhalb des Nachläufers 7 einen Unterbrechungsbereich
20a auf. An der Wand des Förderrohres ist innerhalb des Unterbrechungsbereiches 20a
ein als Grundwasserschleuse wirkender, schlauchartiger Ringbalg 2l angeordnet. Der
Ringbalg 2l besteht aus einem flexiblen, hochzähen Kunststoff, insbesondere Schaumkunststoff.
Der Ringbalg 2l ist so ausgebildet, daß er durch Einleiten eines strömungsfähigen
Mediums nach innen aufgeweitet werden kann, und zwar in den Querschnitt 22 des Förderrohres
l9 hinein in Richtung auf die Welle l7. Es wäre aber auch denkbar, falls notwendig
oder gewünscht, den Ringbalg 2l an der Welle l7 zu befestigen und nach außen in Richtung
auf die Wand des Förderrohres l9 aufzuweiten. In beiden Fällen wirkt der Ringbalg
2l als Schleusenteil, mit dessen Hilfe der Durchlaßquerschnitt des Rohres 22 verändert
werden kann.
[0022] Das Aufweiten des Ringbalges 2l kann entweder mit Hilfe von Preßluft oder einer Flüssigkeit
erfolgen. Als strömungsfähiges flüssiges Medium kommt vorzugsweise eine inkompressible
Flüssigkeit, beispielsweise Hydraulik-Flüssigkeit, in Betracht.
[0023] Der Unterbrechungsbereich 20a für den Ringbalg 2l muß im Bereich des schürfkopfseitigen
Endes 23 des Förderrohres vorgesehen sein. Sein Abstand von der Schürfscheibe sollte
l,0 m betragen, kann aus konstruktiven Gründen aber auch weiter hinten angeordnet
werden.
[0024] Das strömungsfähige Medium wird über eine Rohrleitung 24 vom Preßschacht l0 her herangeführt.
Ist das Medium eine Hydraulik-Flüssigkeit, dann ist das Rohr 24 hinter einem Durchflußmengen-Meßventil
25 an einer mit 26 bezeichneten Stelle geschlossen. Ist das Aufweitmedium jedoch Luft,
dann ist das Rohr 24 mit einem Rohrteil 24a weitergeführt, bis es schließlich in dem
Schürfraum 27 vor der Ortsbrust l2 mündet. In einer Abzweigung von dem Rohrbereich
24a, die zum Ringbalg 2l führt, befindet sich ein Druckregelventil 28, mit dem sich
der Druck innerhalb des Ringbalges 2l einstellen läßt. Gegebenfalls genügt auch eines
der als Schleusenventile arbeitenden Ventile 25 und 28. Durch eine Austrittsöffnung
24b am Ende des Rohrteiles 24a wird der Schürfraum 27 zusätzlich mit Druckluft beaufschlagt,
wodurch Bodenerosionen vor der Schürfscheibe l5 verhindert oder vermindert werden.
[0025] Um sicherzugehen, daß es im Unterbrechungsbereich 20a keine bleibenden Verstopfungen
gibt, ist eine Spülwasserleitung 29 vorgesehen, die vorzugsweise vor dem Unterbrechungsbereich
20a, jedoch in dessen Nähe, in den Innenraum 3l des Förderrohres l9 mündet. Die Einspritzrichtung
über die Öffnung 32 ist schräg nach hinten gelegt, so daß das Spülwasser unmittelbar
in den Bereich vor dem Ringbalg 2l einspritzt.
[0026] Das Schleusenteil in Form des Ringbalges 2l soll den Querschnitt 22 im Innenraum
3l des Förderrohres l9 in gewünschtem Ausmaß verschließen können, um so eine Anpassung
an die Fließfähigkeit des geschürften Erdreiches herbeizuführen. Enthält das geschürfte
Erdreich einen höheren Grundwasseranteil, dann ist seine Fließfähigkeit größer als
bei einem kleineren Grundwasseranteil. Außerdem ist die Förderfähigkeit des Erdreiches
aufgrund seiner Zusammensetzung bereits unterschiedlich. Um hier eine optimale Anpassung
zu erhalten und damit zu optimalen Vortriebsgeschwindigkeiten zu kommen, ist der Ringbalg
aufblasbar, und Fig. 2 zeigt, daß der Ringbalg 2l beispielsweise den Querschnitt 22
des Innenraumes 3l des Förderrohres l9 zur Hälfte verschließt. Fig. 3 zeigt, wie der
Ringbalg 2l derart aufgeweitet ist, daß er sich an die Welle l7 anlegt. Das bedeutet
einen vollständigen Verschluß des Querschnittes 22, beispielsweise bei Arbeitspausen
oder bei plötzlich einbrechendem Grundwasser. Die Standfestigkeit eines solchen Ringbalges
aus flexiblem, zähem und hochfestem Kunststoff reicht aus für alle im Kanalbaubetrieb
insbesondere bei nicht-begehbaren Rohrnennweiten auftretenden Anforderungen.
[0027] Fig. 5 zeigt eine andere Ausführungsform einer Schürf- und Fördereinrichtung mit
dem Steuerkopf 3 und dem Nachläufer 7a. Der Steuerkopf 3 und der Nachläufer 7a werden
auch in diesem Fall mit Hilfe der nachgesetzten Rohrschüsse 9 aus dem Preßschacht
l0 mittels der Vortriebsvorrichtung ll (Fig. 4) in das anstehende Erdreich vorgetrieben.
Die Zylinderaußenwand 65 des Steuerkopfes 3 hat einen Durchmesser, der dem der Außenwand
66 des Nachläufers 7a und der Außenwand 67 der nachgesetzten Rohrschüsse 9 entspricht.
Innerhalb des Nachläufers 7a befindet sich das Förderrohr l9, in dem die Welle l7
drehbar ist, die die Förderschnecke l8 trägt.
[0028] Die Welle l7 treibt im Bereich der Stirn l3 des Steuerkopfes 3 die Schürfscheibe
l5 an. Das Förderrohr l9 mündet innerhalb des Steuerkopfes 3 in die sich kegelstumpfförmig
aufweitende Ortsbrust l2.
[0029] Die Förderschnecke l8 weist innerhalb des Nachläufers 7 Unterbrechungsbereiche 20b
und 20c auf. In der Wand l9a des Förderrohres l9 sind in den Unterbrechungsbereichen
20c und 20b schlauchförmige Ringbalge 39, 4l vorgesehen. Diese Ringbalge 39, 4l bestehen
wieder aus einem flexiblen, hochzähen Kunststoff, beispielsweise einem Schaumkunststoff.
Die Ringbalge 39, 4l sind derart ausgebildet, daß sie beim Einblasen von Preßluft
derart in den Innenraum 3l des Förderrohres l9 aufweitbar sind, daß sie von außen
her die Welle l7 umschließen. Aus diesem Abschottungszustand sind sie jedoch auch
zurückziehbar an die Wand l9a des Förderrohres l9, so daß gefördertes Erdreich an
ihnen vorbei weitergefördert werden kann. Die Ringbalge 39 und 4l werden mit Preßluft
versorgt über die Leitung 24, die über eine Öffnung 24b in den Schürfraum 27 vor der
Ortsbrust l2 mündet. Es sind Auf/Zu-Schleusenventile 49 und 5l vorgesehen, mittels
der die Preßluft in die beiden Ringbalge 49 und 5l einleitbar ist. Die Auf/Zu-Schleusenventile
49 und 5l weisen auch eine nicht dargestellte Luftablaßstellung auf, über die die
Preßluft aus den Ringbalgen in den Hohlraum 33 zwischen der Außenwand des Außenläufers
7a und dem Förderrohr l9 abblasbar ist.
[0030] Weiterhin ist eine Spülwasserleitung 29 vorgesehen, mittels der Spülwasser über Mündungen
55 und 57 in die Unterbrechungsbereiche 20b, 20c einspritzbar ist. In der Spülwasserleitung
29 sind Auf/Zu-Ventile 59 und 6l angeordnet. Die Rohrmündungen 55 und 57 sind so
gehalten, daß einfließendes Spülwasser so in die Unterbrechungsbereiche 20b, 20c einspritzt,
daß es aufgestautes Erdreich in Richtung auf den Preßschacht l0 löst und vortreibt.
Die Auslässe 55 und 57 befinden sich dabei vorzugsweise, in Vortriebsrichtung gesehen,
vor den Unterbrechungsbereichen 20b und 20c.
[0031] In Längsrichtung der Schneckenfördereinrichtung lassen sich drei Förderräume I, II
und III unterscheiden. Der Förderraum I befindet sich in Vortriebsrichtung vor der
ersten von dem Ringbalg 39 gebildeten Schleuse A. Es folgt dann der Förderraum II
zwischen den Schleusen A und B, wobei die Schleuse B von dem Ringbalg 4l bildbar ist.
Der Förderraum III befindet sich in Vortriebsrichtung hinter der Schleuse B und führt
zu dem Preßschacht l0.
[0032] Fig. 5 zeigt nun einen Förderzustand, in dem die Schleuse A durch Aufblasen des Ringbalges
39 geschlossen ist. Auch die Spülwasserventile 59 und 6l sind geschlossen. Das Schleusenventil
49 ist geöffnet, das Schleusenventil 5l ist geschlossen. Die Druckluft strömt außer
in den Ringbalg 39 auch noch durch die Ortsbrust l2. Die Schleuse B ist geöffnet.
Dreht sich nun die Welle l7, dann fördert die Schürfscheibe l5 abgetragenes Erdreich
in den Raum I bis vor die Schleuse A. Erdreich, das sich in den Förderräumen II und
III befand, wird von der Förderschnecke l8 zum Preßschacht l0 weggeführt.
[0033] Ist der Förderraum II geleert, dann wird durch Schließen des Schleusenventiles 49
die Luft aus dem Ringbalg 33 in den Raum 33 entleert, und der Ringbalg zieht sich
in Richtung auf die Wand des Förderrohres l9 zurück. Die Schleuse A ist damit geöffnet.
Zugleich wurde das Schleusenventil 5l geöffnet. Damit hat sich der Ringbalg 4l aufgeweitet,
und er umschließt nun fest die Welle l7. Bei diesem in Fig. 6 dargestellten Arbeitszustand
fördert die Schürfscheibe l5 abgetragenes Erdreich an der Schleuse A vorbei bis zur
Schleuse B. Damit füllt sich der Förderraum II auf. Aus dem Förderraum III wird abgetragenes
Erdreich weiter in Richtung auf den Preßschacht l0 weggeführt.
[0034] Ist der Förderraum II aufgefüllt, dann wird wieder die Schleuse B geschlossen, während
sich die Schleuse A öffnet. Durch dieses gegensinnige Öffnen und Schließen erfolgt
ein periodisches Auffüllen und Entleeren des Förderraumes II. Dieses gegensinnige
Öffnen und Schließen kann nach einem fest vorgegebenen Takt automatisch gesteuert
werden; es ist aber auch möglich, die Taktlänge von der Geschwindigkeit des Verfüllens
durch besondere Sonden einzeln zu bestimmen und teilgeschlossene Zwischenstellungen
einzuführen.
[0035] Es hat sich als geeignet erwiesen, den Abstand zwischen zwei Schneckenunterbrechungen
20b, 20c bzw. zwei Schleusen A, B in axialer Länge etwa auf die Länge von zwei Schneckengängen
zu bemessen. Es ist ohne weiteres möglich, weitere Schleusen nachzuschieben, um evtl.
noch eine größere Dichtung herbeizuführen.
[0036] Fig. 7 zeigt nun einen Zustand, wo evtl. das abgetragene Erdreich die Unterbrechungsbereiche
20b und 20c verstopft hat. In diesem Fall werden die Spülwasserventile 59 und 6l bei
geöffneten Schleusen A, B geöffnet, so daß das Spülwasser entgegen der Förderrichtung
in die Unterbrechungsbereiche 20b, 20c einspritzen kann, bis sich das verfestigte
Erdreich durch Aufschwemmen gelöst hat und dann in Richtung auf den Preßschacht l0
weiter gefördert werden kann.
1. Schürf- und Fördereinrichtung an einer unterirdisch arbeitenden Vortriebsvorrichtung
(ll) für Rohrleitungen mit vorzugsweise nicht-begehbarem Nennquerschnitt, die von
einem Preßschacht (l0) aus in das anstehende Erdreich eingetrieben wird und aus einem
Schürfkopf (3) und wenigstens einem diesen vorpressenden Nachläufer (7, 7a)) und nachgepreßten
Produktrohrschüssen (9) besteht, wobei im Stirnbereich (l2) des Schürfkopfes (3) eine
Schürfscheibe (l5) umläuft, die von einer Welle (l7) in Umlauf versetzt wird, wobei
die Welle (l7) mit Abstand von einem Förderrohr (l9, 29) umgeben ist, dessen Wand
(l9) im Bereich des Schürfkopfes (3) gegenüber dessen Außenzylindermantel (65) abgeschottet
ist, wobei im Förderrohr (l9) Fördermittel (l8) zum Zurückfördern des Schürfgutes
in Richtung auf den Schacht (l0) vorgesehen sind, und wobei im Förderquerschnitt zwischen
der Welle (l7) und der Förderrohrwand (l9a) gegen Grundwassereinbrüche wirkende Schleusenmittel
(2l) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleusenmittel (2l) aus wenigstens
einem mittels eines strömungsfähigen Mediums aufweitbaren Ringbalg bestehen, durch
den sich die Welle (l7) hindurch erstreckt und mit dem entsprechend dem Abschottungsbedarf
und dem Ausmaß des Aufweitens der Förderquerschnitt (22) ganz oder teilweise verschlossen
wird.
2. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß in einem
gegenseitigen Abstand zwei Ringbalge (39, 4l) vorgesehen sind.
3. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ringbalge (39, 4l) zur Ausbildung einer Abschottung periodisch gegensinnig schleusenbildend
aufweitbar und wieder zurückziehbar sind.
4. Schürf- und Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche l oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Welle (l7) eine Förderschnecke (l8) vorgesehen und der Arbeitsbereich
der Ringbalge (39, 4l) frei ist von Förderschneckenteilen.
5. Schürf- und Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche l oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Ringbalge (2l, 39, 4l) an der Förderrohrwand (l9) angeordnet und
von dort aus nach innen aufweitbar sind.
6. Schürf- und Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche l oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das strömungsfähige Medium Preßluft oder eine Flüssigkeit ist.
7. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
strömungsfähige Medium eine inkompressible Flüssigkeit ist.
8. Schürf- und Fördereinrichtung nach den Ansprüchen l oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zufluß des strömungsfähigen Mediums zu den Ringbalgen (2l, 39, 4l) regelbar
ist mittels Schleusenventilen (25, 28, 49, 5l) in das Medium zuführenden Leitungen
(24).
9. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Einsatz von Preßluft als strömungsfähiges Medium diese außer der besonders geregelten
Zufuhr zu den Ringbalgen (2l, 39, 4l) ständig in den Schürfbereich (l7) des Schürfkopfes
(3) von der Ortsbrust (l2) eindrückbar ist.
l0. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Spülleitung (29) vorgesehen ist, mittels der Spülwasser, in Vortriebsrichtung gesehen,
vorzugsweise jeweils vor den Wirkbereichen (20a bis 20c) der Ringbalge, in diese Wirkbereiche
(20a bis 20c) einspritzbar ist.
11. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand zwischen zwei Wirkbereichen (20b, 20c) der Ringbalge etwa der axialen Länge
zweier Schneckengänge auf der Welle (l7) entspricht.
12. Schürf- und Fördereinrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ringbalg (2l) aus flexiblem, hochzähem Kunststoff, insbesondere flexiblem, hochzähem
Schaumkunststoff, besteht.