Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Krafstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen
mit Abgasrückführung nach der Gattung des Anspruchs 1. Bei einer solchen, beispielsweise
durch die US-PS 4 452 217 bekannten Einspritzpumpe ist dem Drehzahlverstellhebel ein
Sensor zugeordnet, der in Abhängigkeit von der Stellung des Drehzahlverstellhebels
ein elektrisches Signal erzeugt, aufgrund dessen das Abgasrückführventil so gesteuert
wird, daß dieses im Teillastbereich der Brennkraftmaschine geöffnet und im Vollastbereich
geschlossen ist. Die Zuordnung des Sensors zu dem die Drehzahl der Brennkraftmaschine
beeinflussenden Verstellhebel stellt einen Kompromiß dar, da die jeweilige Lage des
Verstellhebels nicht direkt einem bestimmten Lastbereich der Brennkraftmaschine entspricht.
Zum Erzielen verringerter Abgasemissionen ist es jedoch wesentlich, daß das Abgasrückführventil
direkt in Abhängigkeit vom tatsächlichen Betriebslastbereich der Brennkraftmaschine
gesteuert wird.
Vorteile der Erfindung
[0002] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß zum Steuern des Abgasrückführventils
die Stellung des Regelschiebers, die direkt für die Zumessung der für den jeweiligen
Lastzustand erforderlichen Einspritzmenge maßgebend ist, als Maß für die Betriebslast
der Brennkraftmaschine zugrundegelegt wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß
außer der Festlegung des Abstandes des Auslasses des Entlastungskanals vom Einlaß
des anderen Kanals im Pumpenkolben keine Einstell- oder Zuordnungsarbeiten erforderlich
sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß der drehzahlabhängige Förderdruck einer
Förderpumpe, der auch in dem den Regelschieber aufnehmenden Saugraum der Einspritzpumpe
herrscht, zur Umsetzung der Stellung des Regelschiebers in ein elektrisches Signal
verwendet wird.
[0003] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Kraftstoffeinspritzpumpe möglich.
[0004] Durch die Ausgestaltung des Anspruchs 7 ist eine einfache Möglichkeit geschaffen,
das Steuerelement je nach den Erfordernissen an einer günstigen Stelle des Pumpengehäuses
anzuordnen.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, die eine
Kraftstoffeinspritzpumpe vereinfacht im Längsschnitt zeigt, und wird in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] Ein Rückführen von Abgas zum Saugrohr einer Brennkraftmaschine hat sich als wirksames
Mittel erwiesen, den Anteil der Schadstoffe in den Abgasen von Brennkraftmaschinen
zu verringern. Insbesondere kann bei selbstzündenden Brennkraftmaschinen der hohe
NO -Anteil verx ringert werden. Diese durch die Kraftstoffeinspritzmenge geführten,
freisaugenden Brennkraftmaschinen werden im Teillastbereich mit erheblichem Luftüberschuß
betrieben, der durch Beimischen von rückgeführtem Abgas reduziert werden kann. Dadurch
wird die Verbrennung so beeinflußt, daß der NO
x-Schadstoffgehalt verringert wird.
[0007] In einem Gehäuse 1 einer Kraftstoffeinspritzpumpe ist eine Zylinderbüchse 3 eingesetzt,
in deren Zylinder 2 ein Pumpenkolben 4 verschiebbar ist, der von einem nicht dargestellten
Antrieb in eine hin- und hergehende und zugleich rotierende Bewegung versetzt wird.
Der Pumpenkolben 4 schließt mit seiner einen Stirnseite einen Pumpenarbeitsraum 5
ab und ragt mit seinem anderen Ende aus der Zylinderbüchse 3 heraus in einen Saugraum
7 des Gehäuses 1. An diesem Ende ist der Pumpenkolben 4 mit dem nicht näher dargestellten
Antrieb verbunden. Der Pumpenarbeitsraum 5 wird über in der Mantelfläche des Pumpenkolbens
4 angeordnete Längsnuten 8 und eine durch die Zylinderbüchse 3 und das Gehäuse 1 verlaufende
Saugbohrung 9 mit Kraftstoff aus dem Pumpensaugraum 7 versorgt, solange der Pumpenkolben
4 seinen Saughub ausführt bzw. seine in Figur 1 dargestellte untere Totpunktlage einnimmt.
Eine Förderpumpe 10 fördert mit drehzahlabhängig steigendem Druck Kraftstoff aus einem
Kraftstoffvorratsbehälter 11 in den Saugraum 7 des Gehäuses 1. Ein zur Förderpumpe
10 parallel geschaltetes Drucksteuerventil 12 steuert den Druck im Pumpensaugraum
7 in bekannter Weise drehzahlabhängig.
[0008] Im Pumpenkolben 4 ist ein als Sackbohrung ausgebildeter Entlastungskanal 15 angeordnet,
der zum Arbeitsraum 5 hin offen ist. Von diesem Entlastungskanal 15 zweigt eine radiale
Bohrung 16 ab, die zu einer Verteilernut 17 in der Mantelfläche des Pumpenkolbens
4 führt. Im Umlaufbereich dieser Verteilernut 17 zweigen in einer radialen Ebene des
Zylinders 2 mehrere Förderleitungen 18 ab, die entsprechend der Zahl mit Kraftstoff
zu versorgenden Zylinder der zugeordneten Brennkraftmaschine am Umfang des Zylinders
2 gleichmäßig verteilt angeordnet sind. Die Förderleitungen 18 führen zu den nicht
dargestellten Kraftstoffeinspritzstellen der Brennkraftmaschine.
[0009] Im Bereich des in den Saugraum 7 ragenden Teils des Pumpenkolbens 4 zweigt von dem
Entlastungskanal 15 eine Radialbohrung 20 ab, die in der Mantelfläche des Pumpenkolbens
4 einen Auslaß A bildet. Im Bereich des Auslasses A ist auf dem Pumpenkolben 4 ein
ringförmiger Regelschieber 21 als Mengenverstellorgan verschiebbar angeordnet, dessen
der Zylinderbüchse 3 zugewandte Stirnseite eine. Steuerkante 22 für den Auslaß A bildet.
Der Regelschieber 21 wird von einer nicht dargestellten Regeleinrichtung aufgrund
von mehreren Betriebsparametern, wie Drehzahlwunsch, Drehzahl, Luftdruck, Temperatur
u. dgl. über einen Regelhebel 23 axial zum Pumpenkolben 4 verstellt. Der Regelschieber
21 nimmt dabei bei großer Kraftstoffeinspritzmenge eine in Figur 1 dargestellte Stellung
ein, in der in der unteren Totpunktlage des Pumpenkolbens 4 der Abstand des Auslasses
A des Entlastungskanals 15 zur Steuerkante 22 des Regelschiebers 21 das Maß s
V hat. Zum Fördern geringerer Einspritzmengen im Teillastbereich wird der Regelschieber
21 bezogen auf die Zeichnung nach links verstellt, so daß der Abstand zwischen dem
Auslaß A und der Steuerkante 22 sich verringert. Dadurch wird der jeweils zur Verfügung
stehende Nutzhub, den der Pumpenkolben 4 bzw. der Auslaß A vom unteren Totpunkt des
Pumpenkolbens 4 zurücklegen muß, verändert. Die Stellung der Steuerkante 22 des Regelschiebers
21 ist daher maßgebend für die jeweilige Größe der Einspritzmenge in einem bestimmten
Lastbereich der Brennkraftmaschine.
[0010] Im Pumpenkolben 4 ist ferner ein zweiter Kanal 25 angeordnet, von dem im Bereich
des sich ständig im Zyinder 2 befindlichen Pumpenkolben-Abschnitts eine Radialbohrung
26 mit einem Auslaß B und im Witkbereich des Regelschiebers 21 eine Radialbohrung
27 mit einem Einlaß E abzweigen. In der unteren Totpunktlage des Pumpenkolbens 4 und
Stellung des Regelschiebers 21 in der Vollaststellung (wie in der Zeichnung dargestellt)
hat der Einlaß E des Kanals 25 za der Steuer kante 22 des Regelschiebers 21 einen
Abstand sZ, der größer ist als der Abstand s
V des Auslasses A des Entlastungskanals 15 von der Steuerkante 22, so daß der Einlaß
E des Kanals 25 zum Auslaß A des Entlastungskanals 15 um einen bestimmten Abstand
versetzt ist. Aufgrund dieser Anordnung wird erreicht, daß der Kanal 25 beim Hub des
Pumpenkolbens 4 erst geöffnet wird, nachdem der Auslaß A der Entlastungsbohrung 15
bereits aufgesteuert worden ist. Dies hat zur Folge, daß bei Vollastbetrieb, wenn
der Regelschieber 21 in seine äußerste rechte Stellung (Zeichnung) verstellt ist,
der Einlaß E des Kanals 25 beim Druckhub des Pumpenkolbens 4 überhaupt nicht geöffnet
wird. Dagegen wird der Einlaß E vom Regelschieber 21 gegen Ende des Druckhubes des
Pumpenkolbens 4 freigegeben, wenn der Regelschieber im Teillastbereich eine Stellung
einnimmt, die bezogen auf die Zeichnung links von der dargestellten Stellung liegt
und in der beim Pumpenkolbenhub der Auslaß A der Entlastungsbohrung 15 bereits aufgesteuert
ist, wenn der Einlaß E des Kanals 25 die Steuerkante 22 des Regelschiebers 21 erreicht.
[0011] Im Bereich des Auslasses B des Kanals 25 ist in der Zylinderbüchse 3 eine Ringnut
28 angeordnet, die über eine radiale Bohrung 29 in der Zylinderbüchse 3 und eine Bohrung
30 mit einer Sackbohrung 31 verbunden ist. Von der Sackbohrung 31 zweigt eine Bohrung
32 zu einer Abströmdrossel 33 ab, von der aus eine Leitung 34 zum drucklosen Kraftstoffvorratsbehälter
11 führt.
[0012] In die Sackbohrung 31 ist ein an sich bekannter Druckschalter 35 eingeschraubt, der
bei einem Druck, der im Bereich des im Saugraum 7 herrschenden Förderdruckes liegt,
einen elektrischen Kontakt 37 schließt und damit ein elektrisches Signal zum Steuern
eines Abgasrückführventils der Brennkraftmaschine erzeugt. Die Beaufschlagung des
Druckschalters 35 mit Kraftstoff aus dem Saugraum 7 und dem dort herrschenden Druck
wird in Abhängigkeit von der Stelllung des Regelschiebers 21 gesteuert. Wie oben erwähnt,
wird der Einlaß des Kanals 25, der über die Ringnut 28 und die Bohrungen 29 und 30
mit dem Druckschalter 35 verbunden ist, bei der Vollaststellung des Regelschiebers
21 während des Resthubs des Pumpenkolbens 4 nach dem Aufsteuern des Auslasses A nicht
geöffnet, so daß die über die Abströmdrossel 33 druckentlastete Sackbohrung 31 und
damit der Druckschalter 35 drucklos sind. Dagegen wird bei einer Stellung des Regelschiebers
21 im Teillastbereich der Einlaß E des Kanals 25 gegen Ende des Druckhubes des Pumpenkolbens
4 aufgesteuert, so daß der Druck im Saugraum 7 durch den Kanal 25 und die Bohrungen
29, 30 auf den Druckschalter 35 wirken kann. Bei Druckbeaufschlagung wird der Kontakt
37 des Druckschalters 35 geschlossen, so daß ein elektrisches Steuersignal erzeugt
wird, daß direkt zum Öffnen des Abgasrückführventils der Brennkraftmaschine verwendet
werden kann oder als Steuersignal dient.
[0013] Um zu vermeiden, daß eine zu starke Druckpulsation auf den Druckschalter 35 wirkt,
kann eine Drossel 36 in der radialen Bohrung 29 in der Zylinderbüchse 3 angeordnet
werden.
[0014] Ergänzend wird bemerkt, daß zum Erzeugen eines der Drehzahl und/oder der Last proportionalen
elektrischen Signals anstelle des Druckschalters ein druckempfindliches Sensorelement
angeordnet werden kann, das in Abhängigkeit zum Steuerdruck ein proportionales elektrisches
Signal abgibt.
[0015] Ferner wird bemerkt, daß das Steuerelement zur Abgabe eines elektrischen Signals
zum Steuern eines Abgasrückführventils bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel im
Zusammenhang mit einer Einspritzpumpe aufgezeigt ist, bei der die jeweilige Einspritzmenge
in den verschiedenen Lastbereichen mittels des Regelschiebers 21 durch Abbrechen der
Einspritzmengenförderung zu einem früheren oder späteren Punkt vor dem oberen Totpunkt
des Pumpenkolbens 4 bemessen wird. Die beschriebene Einrichtung zum Erzeugen eines
elektrischen Signals kann aber auch an solchen Einspritzpumpen vorgesehen werden,
bei denen in an sich bekannter Weise der Beginn der Förderung durch den Pumpenkolben
nach einem mehr oder weniger großen Leerhub des Pumpenkolbens aufgenommen wird. Bei
einer solchen Ausführungsform ist der Einlaß des zum Steuerelement führenden Kanals
am Pumpenkolben so anzuordnen, daß er nur geöffnet ist, wenn der Auslaß des Entlastungskanals
offen ist.
1. Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen mit Abgaarückführung mit einem
lastabhängig betätigten elektrischen Steuerelement zur Abgabe eines elektrischen Signals
zum Steuern eines Abgasrückführventils, mit einem hin- und hergehend und gleichzeitig
rotierend in einem Zylinder (2) angetriebenen sowie einen Pumpenarbeitsraum (5) abschließenden
Pumpenkolben(4), in dem ein dauernd mit dem Pumpenarbeitsraum verbundener Entlastungskanal
(15) angeordnet ist, und mit einem den Pumpenkolben in einem mit Kraftstoffdruck beaufschlagten
Raum (7) umgebenden, lastabhängig verstellbaren Regelschieber (21), der den Auslaß
(A) des Entlastungskanals während eines veränderbaren Teils des Hubweges des Pumpenkolbens
verschließt, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (35) hydraulisch betätigbar
ist, daß im Pumpenkolben (4) ein zweiter Kanal (25) angeordnet ist, dessen Auslaß
(B) mit einer zum Steuerelement führenden Leitung (29, 30) in Verbindung steht, und
dessen Einlaß (E) im Wirkbereich des Regelschiebers (21) in einem Abstand vom Auslaß
(A) des Entlastungskanals (15) angeordnet ist, derart, daß der Einlaß (E) des Kanals
(25) nur geöffnet ist, wenn der Auslaß des Entlastungskanals abgesteuert ist.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaß
(E) des Kanals (25) vom Auslaß (A) des Entlastungskanals (15) in einem Abstand entfernt
ist, der größer ist als der Resthub des Pumpenkolbens (4) nach Öffnen des Auslasses
(A) durch den Regelschieber (21) bei dessen Vollaststellung.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit
der Anschlußstelle des Steuerelements (35) eine Abströmdrossel (33) verbunden ist.
4. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der zum
Steuerelement (35) führenden Leitung (29, 30) eine Drossel (36) angeordnet ist.
5. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerelement ein elektrischer Schalter (35) ist.
6. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerelement ein Drucksensor ist, der ein dem anstehenden Druck proportionales
elektrisches Signal abgibt.
7. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerelement (35) am Gehäuse (1) der Einspritzpumpe angebaut und durch eine
Leitung (30) in diesem mit dem Saugraum (7) verbunden ist.