[0001] Die Erfindung betrifft Verbesserungen bei der Reinigung fester Werkstoffe bzw. Formteile
durch deren Behandlung in einem Wasch- bzw. Reinigungsbad unter gleichzeitiger Einwirkung
von Ultraschall auf die Badflüssigkeit und/oder das zu reinigende Gut. Die Beseitigung
von insbesondere Pigment- und/oder Fettanschmutzungen von der Oberfläche fester Werkstücke
bzw. Formteile in Wasch- und Reinigungsbädern unter gleichzeitigem Einsatz von Ultraschall
zur erleichterten Schmutzablösung ist heute gesicherter Bestandteil der einschlägigen
Verfahrenstechnik, wobei der gesamte Bereich nur gelegentlicher Reinigungsvorgänge
- beispielsweise bei der Reinigung historischer Münzen - bis hin zum selbständigen
Verfahrensschritt bei der kontinuierlichen großtechnischen Fertigung von beispielsweise
Kraftfahrzeugen überstrichen wird. Zu den Gesetzmäßigkeiten, den Anlagen und Anwendungsgebieten
der Ultraschall-Reinigungstechnik besteht eine beträchtliche Literatur, wobei als
Veröffentlichungen aus der jüngeren Zeit genannt seien: R. Sievers "Anlagen und Anwendungsgebiete
der Ultraschall-Reinigungstechnik" in Metall, Internationale Zeitschrift für Technik
und Wirtschaft 35 (1981), 763 ff. sowie Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology,
Third Edition, Wiley-Interscience (1983), Band 23, 462 bis 479, insbesondere 463 bis
465.
[0002] Als wichtigste Verfahrenselemente gelten demnach auch noch heute die folgenden Bedingungen:
Frequenzbereich etwa 20 bis 60 kHz, Verwendung von überwiegend piezokeramischen und
magnetostriktiven Schwingern, Leistungsdichten im beschallten Volumen im Bereich
von etwa 5 bis 15 W/l mit einzelnen erheblichen Abweichungen, hauptsächlich nach
oben wie vor allem Verwendung von wäßrigen, insbesondere wäßrig-tensidischen Bädern
und/oder organischen Lösungsmitteln als Waschflüssigkeit. Als organische Lösungsmittel
werden vor allem chlorierte oder fluorierte Kohlenwasserstoffe (CKW bzw FKW) eingesetzt.
[0003] Die Erleichterung des Reinigungseffektes beruht im wesentlichen auf der Kavitation
und den damit ausgelösten schockartigen extremen Druckschwankungen im unmittelbaren
Nahbereich der verschmutzten Feststoffoberfläche. Dabei ist es bekannt, daß die Kavitation
in wäßrigen Reinigungslösungen härter und wirksamer ist als in organischen Lösemitteln.
Wegen der äußerst unterschiedlichen Arten von Verunreinigungen werden nach den bisherigen
technischen Möglichkeiten jedoch je nach Verschmutzung entweder wäßrige und/oder organische
Waschbäder eingesetzt. Organische Lösemittel eignen sich insbesondere zum Entfetten,
hinterlassen aber nicht selten die ihrerseits entfetteten pigmentartigen Rückstände
als trockenen, staubförmigen Belag auf der zu reinigenden Oberfläche. Wäßrige, hauptsächlich
alkalische und gegebenenfalls tensidhaltige Waschbäder sind weniger zur Entfernung
von Fettanschmutzungen sondern eher zur Ablösung von pigmentartigen Anschmutzungen
oder bestenfalls zur Entfernung leicht emulgierbarer fettiger Beläge bzw. Rückstände
auf der Feststoffoberfläche geeignet.
[0004] Sowohl für die wäßrigen wie für die organischen Wasch- bzw. Reinigungsmittel gilt,
daß sich die Flüssigphase bei laufender Verwendung rasch mit dem abgewaschenen Schmutz
anreichert, so daß ziemlich bald eine Schmutzkonzentration erreicht ist, die erneut
zu Rückständen auf den zu reinigenden Oberflächen und damit nur noch zu unzureichender
Reinigungsleistung führten. Insbesondere im kontinuierlichen Verfahren ist daher der
ständige Ersatz der Waschbadflüssigphase durch frische Badflüssigkeit erforderlich.
In den heute bekannten Anlagen kann das absatzweise oder kontinuierlich erfolgen.
Dabei ist im allgemeinen eine Regeneration der Schmutz beladenen Flüssigphase vorgesehen.
Dies gilt insbesondere für organische Waschflüssigkeiten, die im allgemeinen durch
Destillation gereinigt und in das Verfahren zurückgeführt werden. Die Regenerierung
wäßriger Waschbadflüssigkeiten erfordert häufig einen so beträchtlichen Aufwand,
daß stattdessen verbrauchte Badflüssigkeit verworfen und durch frisch angesetzte wäßrige
Badflüssigkeit ersetzt wird.
[0005] Die Lehre der Erfindung geht von der Aufgabe aus, die Reinigung formgestalteter
Werkstoffteile und insbesondere die Reinigung der Oberfläche solcher Formteile von
Pigment- und/oder Fettanschmutzungen in geeigneten Wasch- und Reinigungsbädern unter
gleichzeitiger Einwirkung von Ultraschall in mehrfacher Hinsicht substantiell zu verbessern.
So will beispielsweise die Erfindung die absatzweise oder kontinuierliche Regenerierung
der Badflüssigkeiten auch und gerade während des Einsatzes dieser Bäder ermöglichen,
ohne daß es einer Destillation der Badflüssigkeit bedarf. Die Vorteile der Neuentwicklung
sollen dabei gleichermaßen für organische Badflüssigkeiten wie für wäßrige Bäder gelten,
wobei sich die Erfindung in einer besonders wichtigen Ausführungsform die Aufgabe
gestellt hat, den teilweisen oder bevorzugt vollständigen Verzicht auf organische
Waschbäder auch und gerade dort zu ermöglichen, wo bisher der Einsatz von insbesondere
CKW und/oder FKW als unverzichtbar angesehen worden ist. Aufgabe der Erfindung ist
es weiterhin, mit wäßrigen Badflüssigkeiten unter vergleichsweise milden Arbeitsbedingungen
von insbesondere pH-Wert und Verfahrenstemperatur wirkungsvoll zu reinigen, wobei
auch schwierigste Reinigungsaufgaben im Neutralbereich und bei höchstens mäßig erhöhten
Temperaturen in wäßrigen Wasch- bzw. Reinigungsbädern unter Einsatz von Ultraschall
möglich sein sollen. In einer besonderen Ausführungsform will schließlich die Erfindung
die Abtrennung des Schmutzes aus der Badflüssigkeit dergestalt ermöglichen, daß im
wensentlichen mit stationären Bädern bei absatzweisem oder kontinuierlichem Durchsatz
von zu reinigenden formgestalteten Werkstoffen gearbeitet werden kann, ohne daß hierbei
eine Erschöpfung der Reinigungskapazität der eingesetzten Waschbäder stattfindet.
Weitere spezielle Aufgaben der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Erfindungsbeschreibung
hervor.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist gemäß einer ersten Ausführungsform eine Verfahren zur
Reinigung der Oberfläche fester formgestalteter Werkstoffe bzw. Formteile von insbesondere
Pigment-und/oder Fettanschmutzungen durch deren Behandlung in einem Wasch- und Reinigungsbad
unter wenigstens zeitweiser Einwirkung von Ultraschall, gewünschtenfalls in Verbindung
mit weiteren Wasch- und/oder Spülstufen ohne Ultraschalleinwirkung, wobei das Kennzeichen
des Verfahrens darin liegt, daß für die Ultraschallbehandlung Wasch- bzw. Reinigungsbäder
eingesetzt werden, die sich durch einen Gehalt an in der Badflüssigkeit wenigstens
weitgehend unlöslichen Fängern für die Aufnahme wenigstens eines Teils des abgelösten
Schmutzes auszeichnen. Bevorzugt wird dabei mit unlöslichen Schmutzfängern gearbeitet,
die von den gereinigten Werkstofformteilen manuell und/oder mechanisch abgetrennt
werden können. In einer besonders wichtigen Ausführungsform der Erfindung werden
die unlöslichen Schmutzfänger in solcher Form eingesetzt, daß sie auch von der Flüssigphase
des Wasch- bzw. Reinigungsbades manuell und/oder mechanisch abgetrennt werden können.
Die ungelösten, als Feststoffe vorliegenden Fänger sind dabei bevorzugt so ausgestaltet,
daß sie unter den Reinigungsbedingungen und insbesondere auch unter Einwirkung von
Ultraschall eine substantielle Rückübertragung der aufge nommenen Schmutzanteile
auf die zu reinigenden Feststoffoberflächen verhindern.
[0007] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird in der Stufe der
Reinigung unter Anwendung von Ultraschall mit wäßrigen Wasch- bzw. Reinigungsbädern
gearbeitet, die wenigstens anteilsweise gelöste Tensidkomponenten enthalten. Dabei
sind in der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wäßrige tensidische Flotte,
zu beseitigender Pigment- und/oder Fettschmutz sowie der mitverwendete, in der Waschflotte
ungelöste Schmutzfänger derart aufeinander abgestimmt, daß der gesamte abgelöste Pigment-
und/oder Fettschmutz - oder doch wenigstens der Hauptanteil hiervon - von dem ungelösten
Schmutzfänger aufgenommen wird und über die Abtrennung dieser ungelösten Schmutzfängerphase
von der Waschbadflüssigkeit aus der Reinigungsstufe ausgeschleust werden kann. Diese
Abtrennung kann absatzweise oder kontinuierlich erfolgen. Sie kann in dieser Form
während des Betriebes des Bades vorgenommen werden oder in einer Betriebspause bzw.
an der aus dem Bad abgezogenen Flüssigphase durchgeführt werden. Einzelheiten hierzu
werden aus dem folgenden ersichtlich.
[0008] Der Kernpunkt der erfindungsgemäßen Lehre liegt in dem folgenden: Das erfindungsgemäße
Verfahren löst - unter der Mithilfe der durch Ultraschall ausgelösten Reinigungskräfte
- die Verunreinigungen von der Oberfläche des zu reinigenden Gutes, beläßt es aber
nicht bei diesem Arbeitsschritt. Gleichzeitig wird im erfindungsgemäßen Verfahren
ein in der Waschflotte unlöslicher Fänger in Feststofform vorgesehen, auf dessen Oberfläche
sich der Schmutz wenigstens anteilsweise niederschlägt. Im erfindungsgemäßen Verfahren
findet dementsprechend eine Übertragung des Schmutzes von einer abgebenden Feststoffoberfläche
auf eine aufnehmende, getrennt angeordnete Feststoffoberfläche statt. Die Waschbadflüssigkeit
dient jetzt im wesentlichen nur noch der Kavitationsbildung und damit der erleichterten
Reinigung durch Ultraschalleinwirkung sowie dem Transport der abgelösten Schmutzanteile
auf die Oberfläche des in getrennter Feststoffphase vorliegenden Schmutzfängers. Die
Waschbadflüssigkeit selber wird dabei nicht verbraucht. Sie regeneriert sich unmittelbar
in dem Ausmaße, in dem die von ihr aufgenommenen Schmutzanteile durch den Schmutzfänger
aufgenommen werden.
[0009] Als technische Verschmutzungen sind insbesondere Pigmentanschmutzungen und/oder
Fettanschmutzungen zu erwarten bzw. zu beseitigen. Die erfindungsgemäß eingesetzten
Fängersysteme sind hierauf zugeschnitten. Sie können aus nur einer Substanz bestehen,
die in der Lage ist, sowohl Pigmentschmutz wie Fettschmutz zu binden, insbesondere
können aber auch unterschiedliche Fängersysteme zum Einsatz kommen, die einerseits
mehr für die Bindung von Pigmentschmutz und andererseits mehr für die Bindung von
Fettschmutz geeignet sind. Die entsprechenden Fängerfeststoffe können dabei im Gemisch
miteinander eingesetzt werden, sie könne aber auch getrennt voneinander in aufeinanderfolgenden
Verfahrensstufen Verwendung finden. Besonders wichtig ist für die Lehre der Erfindung,
daß unter diesen Bedingungen der Schmutzübertragung von einer Feststoffoberfläche
zu einer anderen unter gleichzeitiger Regenerierung der Waschflüssigkeit die Verwendung
wässriger Systeme möglich wird, gleichgültig, ob es sich um die Beseitung von Pigmentanschmutzungen
oder Fettanschmutzungen handelt. Das erfindungsgemäße Verfahren bedient sich hier
des umfangreichen Wissens zum Waschen bzw. Reinigen mit wässrig-tensidischen Flotten
sowohl aus dem Gebiet der technischen Reinigung wie aus dem Gebiet der Textilwäsche.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Fängersysteme sind insbesondere so ausgestaltet,
daß sie die Schmutzfänger wenigstens an der Oberfläche der ungelösten Fangsysteme
immobilisiert enthalten. Dabei ist es insbesondere auch möglich, die erfindungsgemäß
mitverwendeten Fängersysteme im Wasch- bzw. Reinigungsbad unmittelbar auch und gerade
unter Ultraschalleinwirkung mit zu verwenden, ohne das hierdurch eine Rückübertragung
des vom Fänger aufgenommenen Schmutzes auf die zu reinigenden Werkstoffe eintritt.
Die erfindungsgemäße Lehre dehnt damit die Anwendung eines Arbeitsprinzips auf das
Gebiet der Reinigung, insbesondere der technischen Reinigung, fester formgestalteter
Werkstoffe unter Einwirkung von Ultraschall aus, das in einer Reihe älterer Anmeldungen
der Anmelderin bevorzugt für das Waschen von Textilmaterialien unter an sich konventionellen
Waschbedingungen geschildert wird. Verwiesen wird hierzu auf die älteren Anmeldungen
DE 35 45 990.5 (D 7478/7495), DE 36 05 716.9 (D 7538) und DE 36 06 729.6 (D 7554).
Die Anwendung dieses neuen Arbeitsprinzips auf das Gebiet der Textilwäsche unter
Einsatz von Ultraschall insbesondere zur erleichterten Abtrennung von Pigment- und/oder
Fettanschmutzungen wird in der älteren Patentanmeldung DE 36 10 386.1 (D 7583) beschrieben.
Die Offenbarung aller dieser genannten älteren Patentanmeldungen wird hiermit ausdrücklich
auch zum Gegenstand der vorliegenden Offenbarung gemacht.
[0010] Für den erfindungsgemäß vorgesehenen Verfahrensschritt der Reinigung insbesondere
der technischen Reinigung unter Einwirkung von Ultraschall auf formgestaltete Gegenstände
sieht die Erfindung als ein wesentliches Element die Mitverwendung von sogenannten
Fängern für die Aufnahme wenigstens eines Teils des abgelösten Pigment- und/oder Fettschmutzes
vor. Diese Fänger sind als solche in der Waschflotte unlöslich und liegen in solcher
Form vor, daß sie manuell und/oder mechanisch vom gereinigten Gut und gewünschtenfalls
von der eingesetzten Waschflotte abgetrennt werden können.
[0011] Eine erste und erfindungsgemäß besonders wichtige Klasse solcher Fängersubstanzen
sind unlösliche und/oder auf entsprechend unlöslichen Feststoffträgern immobilisiert
vorliegende polyfunktionelle quartäre Ammoniumverbindungen (PQAV), die insbesondere
in Form ihrer unlöslichen bzw. immobilisierten PQAV/Tensid-Komplexe eingesetzt werden
und im einzelnen in den älteren Anmeldungen und hier wieder insbesondere in den Anmeldungen
DE 36 06 729.6 (D 7554) und DE 36 10 386.1 (D 7583) geschildert sind.
[0012] Gegenstand der älteren Anmeldung DE 35 45 990.5 (D 7478/7495) ist die Verwendung
von polyfunktionellen quartären Ammoniumverbindungen (PQAV), die in wäßrig-tensidischen
Wasch- bzw. Reinigungslösungen auch unter den Temperaturbelastungen des Waschvorgangs
unlöslich sind und/oder auf in diesen wäßrigen Lösungen entsprechend unlöslichen Feststoffen
nicht abwaschbar immobilisiert vorliegen, als Partikel-Schmutz sammelnder Reinigungsverstärker
in wäßrig-tensidischen Wasch- bzw. Reinigungslösungen, der nach der Wäsche bzw. Reinigung
von dem zu säubernden Gut manuell und/oder mechanisch abgetrennt werden kann. Wenigstens
ein beträchtlicher Anteil des bei der Textilwäsche solubilisierten Schmutzes insbesondere
Pigmentschmutzes wird von den in Feststoffphase vorliegenden PQAV aufgenommen und
damit letztlich von dem ursprünglich verschmutzten und zu reinigenden Textilmaterial
auf den Schmutzsammler übertragen.
[0013] Die Lehre der älteren Anmeldung DE 36 05 716.9 (D 7538) wandelt den Einsatz solcher
PQAV, die in wäßrigen Wasch- und Reinigungslösungen unlöslich sind und/oder auf in
diesen wäßrigen Lösungen entsprechend unlöslichen Feststoffen immobilisiert vorliegen
dahingehend ab, daß die neuen PQAV enthaltenden Hilfsmittel zur wenigstens anteilsweisen
Regenerierung von schmutzbeladenen Reinigungsflotten insbesondere für deren nachfolgende
Wiederverwendung eingesetzt werden. Es können nach der Lehre dieses Schutzrechtes
insbesondere wäßrig-alkalische, gewünschtenfalls Tenside enthaltende Reini gungsflotten,
insbesondere Waschlösungen aus der Textilwäsche der Regenerierung dergestalt unterworfen
werden, daß entweder schon während der Textilwäsche und/oder im Anschluß daran die
verschmutzte Reinigungsflotte mit der unlöslichen bzw. immobilisierten PQAV behandelt
und dadurch wenigstens anteilsweise von solubilisiertem Schmutz, insbesondere Pigmentschmutz
befreit wird. Die derart behandelte Waschlösung kann der Wiederverwendung - etwa
im Rahmen der Textilwäsche zugeführt werden.
[0014] Die Verwendung entsprechender PQAV bzw. PQAV/Tensid-Komplexverbindungen als aus
der Umsetzung von PQAV mit tensidischen Komponenten, insbesondere anionischen, amphoteren
und/oder nichtionischen oberflächenaktiven Mitteln, als Schmutz absorbierende Abmagerungsmittel
für die Absenkung des Bedarfs konventioneller Chemikalien in Wasch- und/oder Reinigungsmitteln
ist Gegenstand der genannten Patentanmeldung DE 36 06 729.6 (D 7554).
[0015] Auch für die Lehre der vorliegenden Erfindung gelten die nachfolgenden allgemeinen,
insbesondere beispielhaft zu verstehenden Angaben der zitierten älteren Anmeldungen
zu den einzusetzenden PQAV bzw. den sich daraus ableitenden PQAV/Tensid-Komplexen:
Polyfunktionelle quartäre Ammoniumverbindungen (PQAV) sind im druckschriftlichen Stand
der Technik und auch im Handel in vielgestaltigster Form beschrieben und bekannt.
Ein wichtiges Einsatzgebiet für solche Verbindungen ist das Gebiet kosmetischer Präparate
insbesondere zur Behandlung bzw. Konditionierung von Haar. Es ist ein bekanntes Charakteristikum
der PQAV, daß sie zum Aufziehen auf Feststoffoberflächen befähigt sind, wobei diese
Fähigkeit insbesondere auch in Gegenwart üblicher tensidischer Komponenten gegeben
sein kann. Je nach Konstitution ist dabei das Aufziehvermögen und die Haftfestigkeit
der PQAV auf der Feststoffunterlage unterschiedlich stark ausgeprägt. Im einzelnen
spielt hier die jeweilige Konstitution der PQAV eine entscheidende Rolle. Für das
Verhalten der PQAV unter der Einwirkung wässrig-tensidischer Bäder kann allerdings
auch die Interaktion mit insbesondere aniontensidischen Komponenten ausschlaggebende
Bedeutung haben. Bei stöchiometrischen oder annähernd stöchiometrischen Mengen der
aniontensidischen Komponenten bildet sich in aller Regel an der quartären Ammoniumgruppe
das entsprechende Aniontensidsalz aus. Solche PQAV-Aniontensidsalze zeigen im allgemeinen
eine stark verringerte Wasserlöslichkeit. Es bilden sich entsprechende Niederschläge,
vergleiche hierzu beispielsweise die deutsche Offenlegungsschrift 22 42 914. Solche
Aniontensidsalze von PQAV sind als antistatische Mittel zum Aufbringen auf Fasern
vorgeschlagen worden. Bekannt ist allerdings in diesem Zusammenhang weiterhin, daß
durch Überschüsse, insbesondere beträchtliche Überschüsse des Aniontensids eine Wiederauflösung
der primär ausgefällten PQAV/Aniontensidsalze bedingt sein kann, vergleiche hierzu
die Veröffentlichung in "Seifen - Öle - Fette -Wachse" 1985, 529 bis 532 und 612
bis 614. Insbesondere im Reaktionsschaubild auf Seite 530 aaO wird die Bildung solubilisierter
Micellsysteme des Aniontensid/PQAV-Komplexes bei einem Überschuß der Aniontenside
dargestellt.
[0016] Im allgemeinen handelt es sich bei diesen vorbekannten PQAV um Oligomere und/oder
Polymere, die an ihrer oligomeren - bzw. polymeren Matrix eine Mehrzahl, bzw. eine
Vielzahl von quartären Ammoniumgruppierungen aufweisen. Für den Einsatz auf dem Gebiet
der Kosmetik wird im allgemeinen eine hinreichende Wasserlöslichkeit der PQAV gefordert.
Die erfindungsgemäße Anwendung der PQAV fordert demgegenüber die Unlöslichkeit der
als Schmutzsammler eingesetzten Hilfsmittel auf PQAV-Basis in den wässrig-tensidischen
Wasch- bzw. Reinigungslösungen. Die Unlöslichkeit der als Schmutzsammler eingesetzten
PQAV-Komponenten im Sinne der Erfindung ist tatsächlich insbesondere für das Gebiet
der Textilwäsche unabdingbare Voraussetzung. Wird diese kritische erfindungsgemäße
Vorbedingung nicht eingehalten, dann kehrt sich das Waschergebnis in sein Gegenteil
um. In das Waschbad abgleitende lösliche PQAV-Anteile ziehen auf das zu waschende
Textilgut auf und binden dort in unerwünschter Weise zusätzliche Pigmentschmutzbeträge.
[0017] Gleichwohl können in einer wichtigen Ausführungsform der Erfindung alle vorbekannten
ursprünglich wasserlöslichen PQAV-Komponenten dem erfindungsgemäßen Anwendungszweck
zugeführt werden. Es ist dazu nämlich lediglich notwendig, die an sich wasserlöslichen
und/oder wasserquellbaren PQAV-Komponenten des Standes der Technik in die geforderte
unlösliche Form zu überführen oder auf entsprechend wasserunlöslichen Trägern so zu
fixieren und damit zu immobilisieren, daß sie während des Reinigungsvorganges von
diesem Träger nicht abgewaschen werden.
[0018] Aus der umfangreichen einschlägigen Literatur seien die folgenden Druckschriften
beispielhaft benannt, deren Offenbarung hiermit ausdrücklich auch zum Gegenstand der
Offenbarung der vorliegenden Erfindungsbeschreibung zur Struktur der PQAV gemacht
wird: US-PSen 3 589 978, 3 632 559, 3 910 862, 4 157 388, 4 240 450 und 4 292 212,
GB-PS 1 136 842, DE-AS 27 27 255, sowie die darin benannte US-PS 3 472 840.
[0019] Geeignete ursprünglich wasserlösliche oder auch wasserunlösliche PQAV im Sinne der
Erfindung haben bevorzugt ein durchschnittliches Molgewicht von wenigstens etwa 200,
vorzugsweise von wenigstens etwa 300 und insbesondere von wenigstens etwa 1000. Die
obere Grenze der PQAV ist im Grunde bedeutungslos und liegt beispielsweise bei 50
Millionen, z.B. 10 Millionen. Verständlich ist das aus der erfindungsgemäß geforderten
Bedingung der Unlöslichkeit der PQAV. Ist diese sichergestellt, sind dem Molekulargewicht
nach oben keine Grenzen gesetzt.
[0020] Nach geeigneter, im folgenden geschilderter Aufbereitung für die Zwecke der Erfindung
sind als zunächst wasserlösliche, dann aber auf einem unlöslichen Träger immobilisierte
PQAV alle Polymeren geeignet, die entweder in der Polymerkette oder an die Polymerkette
gebunden quartäre Ammoniumgruppen tragen. Solche quartären Ammoniumgruppen können
sich auch von zyklisch gebundenem Stickstoff ableiten. Beispiele für solche quartäre
Ammoniumgruppen sind entsprechende Glieder von 5- oder 6-gliedrigen Ringsystemen,
z.B. von Morpholin-, Piperidin-, Piperazin-oder Indazol-Ringen. Zahlreiche Beispiele
für solche wasserlöslichen PQAV sind z.B. in der US-PS 4 240 450 näher beschrieben.
[0021] Bevorzugt geeignet können Homo- oder Mischpolymerisate mit zyklischen Einheiten sein,
wie sie im einzelnen aus der US-PS 3 912 808 bekannt sind. Handelsprodukte dieser
Struktur sind z.B. Merquat
(R) 100 und Marquart
(R)550 (Quaternium 41).
[0022] Weitere bevorzugt geeignete PQAV sind bespielsweise Celluloseether, deren Anhydroglucose-Einheiten
über Äthersauerstoff gebundene Substituenten mit quartären Ammoniumgruppen tragen.
Solche Polymeren sind z.B. aus der US-PS 3 472 840 bekannt. Ein Handelsprodukt mit
dieser Struktur ist z.B. das Polymer-JR
(R)400.
[0023] Weitere besonders geeignetete kationische Polymeren sind z.B. die aus der US-PS 3
910 862 bekannten und z.B. unter der Handelsbezeichnung Gafquat
(R)734 und 755 erhältlichen quartären Polyvinylpyrolidon-Copolymerisate und die aus
der US-PS 4 157 388 bekannten und z.B. unter der Handelsbezeichnung Mirapol
(R)A15 erhältlichen quartären polymeren Harnstoffderivate. Geeignete Copolymerisate mit
polykationischem Charakter sind auch die in der offengelegten Europäischen Patentanmeldung
0 153 146 beschriebenen Polyacrylamid-Copolymeren, die insbesondere neben wenigstens
50 Mol% Acrylamid-Einheiten bis zu 50 Mol% eines quaternisierten Aminoalkylesters
von Acrylsäure oder Methacrylsäure enthalten. Diese Copolymeren sind wasserlöslich.
Sie werden dort auf Tücher auf Basis von Cellulosefasern aufgebracht und ziehen dort
aufgrund ihres natürlichen Ziehvermögens auf. Tücher dieser Art können ausgewaschen
werden und sollen dann zusammen mit aniontensidfreien Tensidsystemen zur Reinigung
von harten Oberflächen, insbesondere zur Glasreinigung eingesetzt werden. Unter diesen
Bedingungen zeichnen sie sich durch eine erhöhte Schmutzaufnahmefähigkeit aus. Für
den erfindungsgemäß beabsichtigen Einsatz in üblichen tensidischen Wasch- und Reinigungsflotten,
die noch dazu bei Temperaturbelastungen bis zu etwa 95 °C ausgesetzt sein können,
sind allerdings die in der Druckschrift geschilderten Reinigungstücher ungeeignet.
Nicht unbeträchtliche Anteile der zahlreichen in der Druckschrift geschilderten PQAV-Copolymeren
gleiten in das Waschbad ab, ziehen auf das zu reinigende Gut auf und führen hier zu
erhöhter Pigmentverschmutzung. Erst die nachfolgend noch geschilderte Umwandlung solcher
PQAV in die erfindungsgemäß geforderte physikalische Zustandsform macht sie zu Hilfsmitteln
im erfindungsgemäßen Sinne.
[0024] Als Ausgangsmaterial bevorzugt geeignete PQAV sind solche Verbindungen, die in fester
Form Schwierigkeiten bei der Auflösung in Wasser bereiten. Solche kationischen Polymeren
sind vor allem die beispielsweise aus der GB-PS 1 136 842 bekannten kationischen Polygalactomannan-Derivate.
[0025] Galactomannane sind Polysaccharide, die in den Endospermzellen vieler Leguminosensamen
vorkommen, die aber im industriellen Maßstab nur aus Johannesbrotkernmehl (locust
bean gum), Guar-Gummi (guar gum) und Tara-Gummi (tara gum) gewonnen werden. Sie sind
aufgebaut aus einer linearen Mannan-Hauptkette, bestehend aus beta-(1.4)-glycosidisch
verknüpften Mannopyranose bausteinen, an die als Verzweigung einzelne Galactopyranose-Reste
in alpha-(1.6)-glycosidischer Bindung fixiert sind. Die einzelnen Polygalactomannane
unterscheiden sich hauptsächlich durch das Mannose-Glactose-Verhältnis. Die kationischen
Derivate der Polygalactomannane werden hergestellt durch Umsetzung von Hydroxylgruppen
des Polysaccharids mit reaktiven quartären Ammoniumverbindungen. Als reaktive quartäre
Ammoniumverbindungen eignen sich z. B. solche der allgemeinen Formel

in der R¹, R² und R³ z. B. Methyl- oder Ethylgruppen und R⁴ eine Epoxyalkylgruppe
der Formel

oder eine Halohydringruppe der Formel

bedeuten und in welchen R⁵ eine Alkylengruppe mit 1 - 3 C-Atomen, X = Chlor oder
Brom und Z ein Anion wie z. B. Chlorid, Bromid, Jodid oder Hydrogensulfat ist. Der
Substitutionsgrad sollte wenigstens 0,01 und bevorzugt wenigstens 0,05 sein und liegt
typischerweise zwischen 0,05 und 0,5. Ein besonders geeignetes quartäres Ammoniumderivat
eines Polygalactomannans ist z. B. das Guar-hydroxypropyl-trimethylammoniumchlorid,
welches an die Sauerstoffatome der Hydroxylgruppen des Polysaccharids gebundene kationische
Gruppen der Formel

trägt. Solche kationischen Guar-Derivate sind z. B. unter der Handelsbezeichnung
"Cosmedia Guar C 261" auf dem Markt. Der Substitutionsgrad (DS) von Cosmedia Guar
C 261 liegt bei etwa 0,07. Auch die Handelsprodukte "Jaguar C-13" (DS = 0,11 -0,13)
und "Jaguar C 13 S" (DS = 0,13) gehören diesem Typ an.
[0026] Als Schmutzfänger für die erfindungsgemäß beschriebene Reinigungsstufe unter Einsatz
von Ultraschall sind insbesondere entsprechende PQAV/Tensid-Komplexe geeignet, die
sich aus der Umsetzung solcher PQAV-Komponenten mit einem oder mehreren Tensiden und
zwar insbesondere Aniontensiden, amphoteren Tensiden und/oder nichtionischen Tensiden
ableiten. Bei dieser Umsetzung wird möglicherweise das ursprünglich vorliegende Gegenanion
der PQAV wenigstens anteilsweise durch oberflächenaktive Mittel ersetzt. Dabei kann
es bevorzugt sein , entsprechende Umsetzungsprodukte zwischen ursprünglicher PQAV
und den oberflächenaktiven Mitteln einzusetzen, bei denen wenigstens 50 Äquivalent-%
und insbesondere wenigstens etwa 80 Äquivalent-% der quartären Ammoniumgruppierungen
bezüglich ihres Gegenanions durch Austausch mit den oberflächenaktiven Mitteln aktiviert
sind. In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Aktivierung der quartären
Ammoniumgruppierungen durch den Einsatz von wenigstens äquivalenten Mengen an PQAV
einerseits und oberflächenaktivem Mittel andererseits in der vorbereitenden Herstellungsstufe
des Schmutz absorbierenden Fängers vorgenommen. Überschüsse der oberflächenaktiven
Mittel schaden im allgemeinen nicht und können sogar bevorzugt sein. So sind besonders
aktive Fänger durch Einsatz einer mehrfachen Überschusses der Tensidkomponente über
die stöchiometrisch benötigte Menge hinaus erhalten worden. Dieser Überschuß kann
beispielsweise bis zum 10-fachen des stöchiometrisch errechneten Betrages oder auch
mehr ausmachen und beispielsweise bis zum 1000-fachen dieses Betrages ausmachen. In
einer besonders interessanten Ausführungsform sind Tenside in Mengen des 10- bis
500-fachen - bezogen auf die stöchiometrisch benötigte Menge -verwendet worden.
[0027] Als oberflächenaktive Mittel werden insbesondere Tensidkomponenten verwendet, die
zu einem solchen Austausch befähigt sind. In quartären Ammoniumgruppierungen liegt
bekanntlich - je nach Typ der Quarternisierungsreaktion - als Gegenanion üblicherweise
z.B. Halogenid oder eine Niedrigalkylsulfatgruppierung vor. Erfindungsgemäß wird
dieses Gegenion beispielsweise durch anionische Gruppierungen enthaltende Tenside
oder entsprechend reagierende Tenside ersetzt. So kann das Gegenanion durch an sich
bekannte anionische, amphotere und/oder nichtionische oberflächenaktive Mittel insbesondere
durch entsprechende niedermolekulare Verbindungen mit Tensidcharakter ersetzt sein.
An sich ist es bekannt, daß PQAV-Komponenten einer solchen Umsetzung mit insbesondere
Aniontensiden zugänglich sind und dabei Fällungsprodukte mit verminderter Löslichkeit
ausbilden. Von dieser bekannten Reaktion macht die Erfindung Gebrauch, denn es hat
sich gezeigt, daß besonders aktive Schmutzabsorber dann vorliegen, wenn diese Umsetzung
mit den Tensidkomponenten bereits vor dem Einsatz der Schmutz sammelnden Absorber
in der Wasch- bzw. Reinigungslösung stattgefunden hat.
[0028] Sofern die Löslichkeit solcher PQAV/Tensid-Komplexe noch nicht hinreichend abgesenkt
ist, so daß mit einer Rückübertragung dieser Komplexe auf das zu reinigende Gut gerechnet
werden muß, kann durch Vernetzung der PQAV enthaltenden Imprägniermasse - beispielsweise
mittels polyfunktioneller Vernetzungskomponenten - in an sich bekannter Weise der
erwünschte unlösliche Zustand dieser Imprägniermasse erreicht werden.
[0029] Die unlöslichen Fänger auf PQAV-Basis können - wie in den älteren Anmeldungen im
einzelnen beschrieben - in Form flächiger Träger mit großer Oberfläche z.B. in Blatt-
bzw. Folienform oder auch in Form eines mitverwendeten Tuches eingesetzt werden. Insbesondere
wird es erfindungsgemäß aber bevorzugt, diese wesentlichen Hilfsstoffe in Form feinverteilter
Stoffe einzusetzen, die ihre disperse Feinverteilung in den Wasch- bzw. Reinigungsflotten
ermöglichen und damit sicherstellen, daß bei möglichst homogener Verteilung der Schmutz
adsorbierenden Fängerkomponenten jeder verschmutzte Bereich des zu reinigenden Gutes
von Fängersubstanz umspült ist. Der Transportweg eines abgelösten Schmutzteilchens
von seinem ursprünglichen Platz an den gewünschten Deponieplatz auf der Fängeroberfläche
wird auf diese Weise so kurz wie möglich gehalten. Durch Bewegung und durch Mischung
der Reinigungsflüssigkeit können auf diese Weise auch ständig neue adsorptionsbereite
PQAV-Flächen der Oberfläche des von Pigmentschmutz zu entladenden Formteils zur Verfügung
gestellt werden. Für die entsprechende Durchmischung kann die durch Ultraschall ausgelöste
Bewegung des Gesamtbades bei hinreichender Schwebefähigkeit des feinstteiligen Fängermaterials
ausreichend sein, es kann aber auch eine zusätzliche Bewegung der Badflüssigkeit vorgesehen
sein.
[0030] Die hier geschilderten Sachverhalte betreffen die Ausführungsform, in der die zu
reinigenden Oberflächen bei Ultraschalleinwirkung in ständigem, unmittelbarem Kontakt
mit dem Schmutzfänger gehalten werden. In einer weiteren, im folgenden noch geschilderten
Ausführungsform ist es allerdings auch möglich, den Reinigungsvorgang unter Einwirkung
von Ultraschall in Abwesenheit von inbesondere feinteiligem ungelöstem Schmutzfänger
durchzuführen, stattdessen die unter Ultraschalleinwirkung abgelösten Schmutzanteile
zunächst in der Flotte aufzunehmen und absatzweise oder kontinuierlich diese Flotte
über getrennt gelagerte bzw. gehaltene Schmutzfänger zu leiten, um auf diese Weise
die Flotte von Schmutz zu befreien, um dann bevorzugt anschließend die derart aufgefrischte
Reinigungsflotte dem Reinigungsvorgang wieder zuzuführen.
[0031] Die erfindungsgemäß als heterogene Feststoffphase vorliegenden Fänger auf PQAV-Basis
absorbieren aus der Schmutz beladenen Flotte insbesondere elektrostatisch geladene
Anteile, beispielsweise entsprechend negativ geladenen Partikelschmutz. Daneben kann
das PQAV-Feststoffmaterial aufgrund anderer Oberflächenkräfte aber auch reinigend
bzw. Flotten entlastend bezüglich anderer Schmutzanteile wirken. Insbesondere sind
die Fänger auf PQAV-Basis auch in der Lage, beträchtliche Mengen an Fettschmutz der
Flotte zu entziehen. Zur Verstärkung der Reinigungswirkung kann es allerdings gerade
in diesem Zusammenhang zweckmäßig sein, auch andere Stoffklassen als Schmutz absorbierende
Fänger im Sinne der Erfindung einzusetzen oder zusammen mit den Fängern auf PQAV-Basis
mitzuverwenden.
[0032] So werden in einer wichtigen Ausführungsform der Erfindung ebenfalls in heterogener
Feststoffphase vorliegende Hilfsstoffe eingesetzt, die sich durch hohe Absorptionsfähigkeit
für oleophile Verschmutzungen auszeichnen. Es ist bekannt, daß ausgewählte Kunststoffe,
beispielsweise Polyethylen oder Polypropylen bzw. Polyurethane oder auch oberflächlich
stark hydrophob ausgerüstete unlösliche Feststoffe beliebigen Ursprungs, die Fähigkeit
haben, den unter Tensideinwirkung hydrophilisierten oleophilen Schmutzanteil aus einer
tensidischen Waschflotte an sich zu ziehen und an ihrer Oberfläche festzuhalten. Gerade
auf dem Gebiet der technischen Oberflächenreinigung von festen Formteilen kann die
Bindung beträchtlicher Mengen an Fettschmutz eine wichtige Aufgabe sein. Bisher werden
hierzu organische Lösungsmittel von der Art CKW und/oder FKW eingesetzt, die als Löser
für den Fettschmutz wirken und in bisher bekannten Verfahren rasch einer üblicherweise
destillativen Aufarbeitung zugeführt werden müssen, um die Reinigungswirkung des beschallten
Bades aufrechtzuerhalten. Es ist auf der anderen Seite grundsätzliches Wissen des
Fachmanns, daß Fettanschmutzungen auch mittels tensidhaltiger wäßriger Waschflotten
abgelöst und in der Flotte aufgenommen werden können. In der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung, in der mit wäßrigen Wasch- bzw. Reinigungsflüssigkeiten gearbeitet
wird, wird von diesem Arbeitsprinzip Gebrauch gemacht. Es werden dann ungelöste Fänger
der geschilderten Art eingesetzt, die der mit Fettschmutz beladenen wäßrig-tensidischen
Flotte den Fettschmutz entziehen.
[0033] In einer wichtigen Ausführungsform der Erfindung kann das gesamte Fängersystem auf
Basis solcher überwiegend oleophile Verunreinigungen bindenden Systeme bestehen. Das
wird dann möglich, wenn die von den festen Formteilen zu entfernenden Verschmutzungen
ausschließlich oder weitaus überwiegend Fettanschmutzungen sind. Da gerade wieder
im großtechnischen Bereich diese Voraussetzung verhältnismäßig selten gegeben ist,
und in der Regel zusätzlich mit Pigmentanschmutzungen gerechnet werden muß, wird in
der wichtigeren Ausführungsform der Erfindung zusammen mit solchen oleophilen Fängern
wenigstens anteilsweise Fängersubstrat auf Basis von PQAV bzw. PQAV/Tensid-Komplexen
mitverwendet.
[0034] Die Sammler für oleophilen Schmutz können beispielsweise in Form von Flocken, Fasern
oder Fasergebilden wie Tüchern, Wirrfaserfliesen, Poromerfellen und dgl. eingesetzt
werden. Auch hier gilt, daß sie unmittelbar im Reinigungsbad im Kontakt mit der zu
reinigenden Feststoffoberfläche Verwendung finden können und/oder daß ihre vom Reinigungsvorgang
getrennte Lagerung bei absatzweisem oder kontinuierlichem Durchleiten der Reinigungsflotte
zur Aufnahme des oleophilen Schmutzes möglich ist. Auf jeden Fall gilt auch bezüglich
dieser Schmutzfänger die erfindungsgemäße Lehre, daß eine manuelle und/oder mechanische
Trennung zwischen zu reinigendem Gut und Schmutzsammler und insbesondere auch zwischen
Flüssigphase und Schmutzsammler sichergestellt ist.
[0035] Die Verwendung der oleophilen Schmutz sammelnden Hilfsstoffe kann gleichzeitig mit
der Behandlung der Reinigungsflotte durch Fänger auf PQAV-Basis und/oder getrennt
hiervon erfolgen. Die Arbeitsbedingungen im einzelnen werden durch die Natur der Verschmutzung
in der Reinigungsflotte und die damit zu erwartende Belastung der Schmutz sammelnden
Hilfsstoffe in Feststoffphase bestimmt.
[0036] Die erfindungsgemäß als Schmutz absorbierende Abmagerungsmittel eingesetzten unlöslichen
Fänger auf PQAV-Basis werden bevorzugt als feinteiliger Feststoff eingesetzt, der
in der Waschflotte während des Waschvorgangs dispergiert ist, nach Abschluß des Waschvorganges
vom gewaschenen Gut abgezogen und gewünschtenfalls letztlich auch von der gereinigten
Waschlauge abgetrennt werden kann, wie es im einzelnen in der genannten älteren Anmeldung
DE 36 05 716.9 (D 7538) geschildert ist. Als unlösliche Trägermaterialien für die
Fixierung von PQAV bzw. PQAV/Tensidkomplexen und damit für die Immobilisierung dieser
Schmutz sammelnden Aktivkomponenten eignen sich beliebige unlösliche Materialien anorganischer
und/oder organischer Art, vorausgesetzt, daß sie sich in den Waschlösungen im übrigen
inert verhalten. Geeignete organische Materialien können beispielsweise pflanzlichen
Ursprungs sein. Bevorzugt sind allerdings anorganische Träger, wie sie im einzelnen
in den genannten älteren Anmeldungen beschrieben sind. Es handelt sich dabei um mineralische
Substanzen natürlichen und/oder synthetischen Ursprungs, die in Form feinteiliger
Feststoffe vorliegen. Bevorzugt werden erfindungsgemäß PQAV-beschichtete Trägersubstanzen
einer spezifischen Oberfläche von wenigstens etwa 0,5 m²/g eingesetzt, wobei insbesondere
diese spezifische Oberfläche vorzugsweise wenigstens 1 m²/g beträgt. Unter spezifischer
Oberfläche wird dabei der Flächenbereich verstanden, der mit PQAV belegt werden kann.
Bestimmte hier besonders geeignete Mineralstoffe besitzen darüber hinausgehende Oberflächenbereiche
im Inneren der Feststoffphase - sei es durch deren Porenstruktur oder durch deren
Fähigkeit zur Quellung - die jedoch einer Belegung mit PQAV nicht oder nur begrenzt
zugänglich sind. Die belegbare Außenfläche kann allerdings beträchtliche Werte erreichen,
die 10 m²/g und auch 50 m²/g erreichen oder überschreiten kann und bis in den Bereich
von 100 m²/g oder auch noch darüber bis zu beispielsweise 300 m²/g führt. Als Beispiele
für derart extreme, für die Belegung mit PQAV zugängliche Oberflächen seien kolloidale
Kieselsäuren genannt.
[0037] Die maximalen Teilchengrößen der PQAV-beladenen Feinstteilchen liegen bevorzugt bei
Werten nicht oberhalb etwa 100 µ, vorzugsweise nicht oberhalb etwa 40 µ - diese Zahlenwerte
sind dabei auf die absoluten Teilchendurchmesser bezogen und bedeuten, daß alle oder
wenigstens doch die überwiegende Mehrheit der vorliegenden Feinteilchen diesen Rahmenbedingungen
entsprechen. Für die wirkungsvolle Reinigung besonders zweckmäßig können Teilchen
sein, die eine mittlere Teilchengröße (Volumenmittel) von höchstens etwa 10 µ aufweisen,
wobei auch die absolute Teilchengröße wenigstens des überwiegenden Anteils aller
Feststoffteilchen unterhalb dieses Wertes liegt.
[0038] Geeignete anorganische Träger sind insbesondere unlösliche und feinteilige Salze,
Oxide, Silikate und dergleichen. Besonders geeignet sind beispielsweise Alumosilikate
von der Art der Zeolithe oder zeolithartigen Verbindungen, insbesondere der heute
in Waschmitteln im breiten Umfang eingesetzte Natriumzeolith A. An seiner Stelle kann
Zeolith A aber auch in ausgetauschter Form z.B. als Calciumsalz Verwendung finden.
[0039] Eine besonders geeignete mineralische Trägerklasse sind quellfähige feinstteilige
Stoffe von der Art der Tone und/oder der quellfähigen Schichtsilikate, insbesondere
aus der Klasse der Smectite. Quellfähige anorganische Mineralien dieser Art zeichnen
sich durch eine besonders große Oberfläche im gequollenen Zustand aus. Davon kann
im Rahmen der Erfindung Gebrauch gemacht werden. Besonders geeignet sind hier die
bekannten Smectit-Tone Montmorillonit, Hectorit und/oder Saponit. Geeignet sind aber
auch vergleichbare synthetische Materialien und dabei insbesondere auch entsprechende
synthetische Materialien mit nur beschränkter Quellfähigkeit wie sie beispielsweise
in der älteren Anmeldung DE 35 26 405.5 (D 7031) beschrieben sind.
[0040] Wird mit Fängern gearbeitet, die die unlösliche Aktivkomponente -beispielsweise
also den PQAV/Tensid-Komplex und/oder die stark oleophile Beschichtung - als Oberflächen-Ausrüstung
an sich inerter unlöslicher Feststoffe enthalten, so kann es erfindungsgemäß bevorzugt
sein, diese aktiven oberflächlichen Ausrüstungen in möglichst dünner Schicht auf den
unlöslichen Feststoffträgern vorzusehen. Hierdurch wird eine optimale Nutzung der
schmutzsammelnden Aktivmassen sichergestellt. In diesem Zusammenhang kann es beispielsweise
bevorzugt sein, mit Schichtdicken von PQAV bzw. PQAV/Tensid-Komplexen auf unlöslichen
Trägern zu arbeiten, die den Bereich von etwa 100 µ nicht oder nicht wesentlich überschreiten.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden allerdings weitaus geringere
Schichtdicken solcher immobilisiert vorliegenden PQAV-Sammler vorgesehen. Arbeitet
man mit feinverteilten beschichteten Trägern, beispielsweise auf mineralischer Basis,
hoher spezifischer Oberfläche, so kann hier die Dicke der PQAV enthaltenden Beschichtung
bis in den Bereich monomolekularer Schichten reichen. Bevorzugt können dementsprechend
Schichtdicken der Aktivsubstanz auf den Trägermaterialien im Bereich bis zu etwa 1
µ und darunter Verwendung finden.
[0041] Im erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, wirkungsvoll mit Bädern zu arbeiten,
in denen die Kapazität der ungelösten Schmutzfänger zur Schmutzimmobilisierung auf
dem Fänger schon weitgehend erschöpft aber noch nicht vollständig ausgelastet ist.
Wichtig ist diese Ausführungsform insbesondere für ein kontinuierliches Reinigungsverfahren,
bei dem mit stationären Beschallungsbädern gearbeitet wird, deren ungelöste Fängerphase
absatzweise oder kontinuierlich regeneriert wird, während das zu reinigende Gut ebenfalls
absatzweise oder kontinuierlich durch die beschallte Reinigungsstufe geführt wird.
Hier kann beispielsweise die Reinigung dergestalt erfolgen, daß die Badflüssigkeit
zusammen mit schmutzbeladenem Fänger über eine Trennstufe umgepumpt wird, in der
wenigstens Anteile des schmutzbeladenen Fängers abgetrennt werden, während freie Fängerkapazität
dem Bad wieder zugeführt wird. In der anderen zuvor geschilderten Ausführungsform
ist hier die Arbeitsweise dergestalt möglich, daß die zu reinigenden Oberflächen nur
mit der Waschlösung unter Schalleinwirkung behandelt werden und dabei der Schmutz
zunächst in die Waschlösung überführt wird, woraufhin diese Waschlösung absatzweise
und/oder kontinuierlich durch ein getrennt gelagertes Bett der Schmutzfänger geführt
und hier wenigstens teilregeneriert wird. Allgemein gilt, insbesondere für kontinuierliche
Verfahren der hier angesprochenen Art, daß mit Fängern gearbeitet werden kann, deren
Kapazität zur Schmutzimmobilisierung auf dem Fänger zu etwa 20 bis etwa 98 %, vorzugsweise
zu nicht mehr als etwa 95 % und insbesondere im Bereich von etwa 50 bis 90 % ausgelastet
ist.
[0042] Die im Zusammenhang mit den erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden Mengen an
ungelöstem Fänger werden auf die zu erwartende Schmutzbeladung abgestimmt. Ist die
nur einmalige Verwendung dieser Schmutzabsorber beabsichtigt, so reichen häufig bereits
geringste Mengen der Fänger, sofern lediglich geringfügige Verschmutzungen zu beseitigen
sind. Im großtechnischen, insbesondere kontinuierlichen Reinigungsverfahren fallen
jedoch vergleichsweise große Mengen an Pigment- und/oder Fettschmutz an, die zu beseitigen
sind. Diesem Sachverhalt kann durch die insgesamt eingesetzte Menge an Fänger und/oder
durch bevorzugt partielle Ausschleusung an verschmutzten Fängeranteilen und entsprechende
Einschleusung frischer Fängeranteile begegnet werden. Ingesamt gilt, daß die Fänger
der hier betroffenen Art in der Lage sind, das Gleiche bis zu einem Vielfachen ihres
Gewichts an Schmutz, insbesondere Pigment- und/oder Fettschmutz zu binden - insbesondere
bedingt durch die Spreitung der Fänger auf PQAV-Basis auf dem Trägersubstrat in dünnster
Schicht.
[0043] Werden im Rahmen der Erfindung schmutzabsorbierende Fänger eingesetzt, die auf einem
organischen und/oder anorganischen unlöslichen Träger eine Imprägnierung mit PQAV
beziehungsweise PQAV/Tensid-Komplex oder eine entsprechende hydrophobe Ausrüstung
zur Absorption von oleophilem Schmutz enthalten, dann kann es bevorzugt sein, die
Menge dieser Imprägnierung -bezogen auf das Gesamtgewicht des imprägnierten Feststoffes
- im Bereich von etwa 0,01 bis 20 Gewichtsprozent und insbesondere im Bereich von
etwa 0,1 bis 10 Gewichtsprozent, bevorzugt im Bereich von etwa 0,1 bis 1 Gewichtsprozent
zu halten.
[0044] Die Verwendung der zuvor erwähnten quellfähigen Schichtsilikate der Smectitgruppe
und insbesondere die Verwendung von quellfähigem feinstteiligem Montmorillonit, Hectorit
oder Saponit kann wie folgt modifiziert werden: Zur Schaffung einer möglichst großen,
für die Aufnahme von PQAV/Tensid-Komplex bereiten Oberfläche empfiehlt sich die Vorquellung
dieser quellfähigen Materialien. Diese Vorquellung ist in rein wäßriger Phase möglich.
In einer besonderen Ausführungsform können jedoch die Innenbereiche der quellfähigen
Materialien so ausgebildet werden, daß sie eine Zusatzfunktion im Rahmen der erfindungsgemäßen
Schmutzsammler übernehmen. Es fällt in dieser Ausführungsform in die Lehre der Erfindung,
die quellfähige Innenstruktur dieser Mineralstoffe mit einer oleophilen Beschichtung
zu versehen und derart ausgerüstete Schichtsilikate zusätzlich auf der Außenfläche
mit einer sehr dünnen Schicht an PQAV/Tensid-Komplex auszurüsten. Die oleophil ausgerüsteten
Innenbereiche dieser Feststoffphase sind dann in der Lage, im Reinigungsvorgang abgelöste
oleophile Schmutzanteile aufzusaugen und damit die Reinigungswirkung der Chemikalien
weiter zu verstärken. Zur oleophilen Ausrüstung der Innenbereiche derart geqollener
Schmutzsammler eignen sich beispielsweise monoquartäre Ammoniumverbindungen, die am
quartären Stickstoffatom Kohlenwasserstoffreste begrenzter C-Zahl beispielsweise mit
bis zu 18, vorzugsweise mit bis zu 12 C-Atomen aufweisen. Neben oder anstelle der
vorgängigen oder nachträglichen Überschichtung solcher Schichtsilikate durch die PQAV/Tensid-Komplexe
können entsprechend ausgerüstete Schichtsilikate auch als Mischungskomponente zusammen
mit den als Pigmentschmutzsammlern dienenden Feststoffen eingesetzt werden.
[0045] Die Temperatur der Waschflotte bei der Ultraschallbehandlung kann bis etwa 95 °C
betragen, liegt aber bevorzugt beträchtlich darunter und überschreitet üblicherweise
Temperaturen von etwa 80 °C nicht. Eine wirkungsvolle Reinigung ist bei Raumtemperatur
möglich. Die Absenkung der Verfahrenstemperatur in Richtung auf Raumtemperatur hin
ist aus dem Gesichtspunkt der Förderung einer erwünschten Kavitationsbildung sogar
bevorzugt. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, daß im erfindungsgemäßen
Verfahren doch ein gewisses Zusammenspiel konventioneller Effekte der Reinigung mittels
Tensiden und der an sich bekannten Wirkung der Ultraschallreinigung gegeben ist. Es
hat sich als häufig zweckmäßig erwiesen, die Waschstufe der Ultraschallbehandlung
im Temperaturbereich von etwa 30 bis etwa 70 °C und hier insbesondere im Temperaturbereich
von etwa 35 bis etwa 50 °C durchzuführen.
[0046] Als Frequenzbereich kommt für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
in der hier betroffenen Stufe der Ultraschallbehandlung der gesamte heute bekannte
und auch teilweise in Reinigungsverfahren genutzte Bereich in Betracht. Besondere
bevorzugte Frequenzen der Beschallung liegen im Bereich bis etwa 100 kHz, wobei üblicherweise
die Untergrenze für den Ultraschall mit etwa 16 kHz angegeben wird. Besonders geeignet
kann dementsprechend etwa ein Bereich von etwa 20 bis 60 kHz für die eingesetzte Schallfrequenz
sein, wobei auch hier wiederum bekannt ist, daß die Tendenz zur Kavitationsbildung
und damit zur Auslösung der gewünschten Reinigungskräfte um so größer wird, je niedriger
die Beschallungsfrequenz im hier genannten Bereich gewählt ist. Bekannt sind allerdings
auch die Effekte weitaus höherer Frequenzen, z.B. bis zum MHz-Bereich, die sich insbesondere
durch eine stärkere Materialdurchdringungsfähigkeit bzw. -Kraft auszeichnen - wenn
hier auch an sich die Tendenz zur Förderung der Kavitationsbildung abnimmt.
[0047] Es kann zweckmäßig sein, das zu reinigende Gut während der Beschallungsstufe im
Waschbad kontinuierlich und/oder diskontinuierlich zu bewegen. Hierdurch werden nicht
nur Nachteile etwaiger Schattenbereiche ausgeglichen, auch der Abtrag von insbesondere
Pigmentschmutz kann hierdurch deutlich beschleunigt werden.
[0048] Die Ausgestaltung der Beschallungsstufe im erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der zur
Durchführung dieser Verfahrensstufe geeigneten Vorrichtungen wird im allgemeinen
durch eine Mehrzahl von Parametern beeinflußt. Als Beispiel seinen genannt: Zusammensetzung
und Auswahl des Reinigungssystems, Größe und Beladungsgrad des Reinigungsbades, Betriebsbedingungen
des Reinigungsbades, Zugänglichkeit, Haltbarkeit und Energieverbrauch der Beschallungselemente
sowie erwarteter Belastungsgrad der Vorrichtung im Einsatz, beispielsweise im Sinne
eines praktisch kontinuierlichen Gebrauchs im Gebiet der kontinuierlichen gewerblichen
Reinigung oder lediglich periodischer Gebrauch.
[0049] Durch solche Überlegungen wird letztlich auch bei der Konstruktion der Reinigungsgeräte
mitbestimmt, die Stufe der Reinigung unter Ultraschall mit einheitlicher Frequenz
oder mit Mischfrequenzen und/oder mit gleitenden Frequenzen bei kontinuierlicher
oder pulsierender Beschallung zu führen. Als Leistungsdichte haben sich Werte bis
zu etwa 50 W/cm², insbesondere bis zu etwa 10 W/cm² und bevorzugt Werte im Bereich
von etwa 0,5 bis 5 W/cm² als durchaus brauchbar und wirkungsvoll gezeigt, wobei der
Leistungseintrag in ein Bad beispielsweise im Bereich von wenigstens etwa 20 W bis
zum kW-Bereich betragen kann. Für größere Bäder sind auch höhere Beträge geeignet.
[0050] Befreidigende Waschergebnisse in der Ultraschallstufe werden häufig im Zeitraum von
0,01 bis 60 Minuten, insbesondere in 0,1 bis 15 Minuten erhalten, wobei ein Zeitraum
von etwa 1 bis 15 Minuten, insbesondere etwa 1 bis 10 Minuten im allgemeinen die gewünschte
Reinigungswirkung liefert. Sonderfälle kürzerer Behandlungszeiten sind bekanntlich
bei der insbesondere kontinuierlichen Reinigung schnell-laufender Artikel, z.B. Draht,
gegeben.
[0051] Für das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren und dabei insbesondere für die durch
den Einsatz von Ultraschall erleichterte und beschleunigte Ablösung von Pigment- und/oder
Fettanschmutzungen gelten im übrigen die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten wie sie für
die Textilwäsche in den genannten älteren Patentanmeldungen und insbesondere in den
Anmeldungen DE 36 06 729.6 (D 7554) und DE 36 10 386 (D 7583) beschrieben sind. Das
Reinigungsmittelsystem zur Bewältigung des Pigmentschmutz- und/oder Fettschmutzproblems
kann sich auf die geeignete Kombination der beiden folgenden Komponenten reduzieren:
Hilfsmittel zur Ablösung der Schmutzverunreinigung von dem zu säubernden Gut sowie
Schmutz aufnehmende unlösliche bzw. immobilisierte Fänger im Sinne der Erfindung.
[0052] Die Hilfsmittel zur Schmutzablösung und zur Übertragung des abgelösten Schmutzes
auf den ungelösten Fänger sind Tenside. Ihre Beschaffenheit und Menge ist jetzt aber
nicht mehr darauf abzustellen, daß diesen als Waschhilfsmittel eingesetzten Tensiden
auch entscheidende Bedeutung für die Solubilisierung des abgelösten Pigmentschmutzes
in der Flotte zukommt. Im einzelnen gelten hier die Angaben der genannten älteren
Anmeldungen DE 36 06 729 (D 7554) und DE 36 10 386 (D 7583).
[0053] Im erfindungsgemäßen Verfahren kann die Reinigungsstufe unter Einsatz von Ultraschall
in an sich bekannter Weise verbunden werden mit zusätzlichen Arbeitsstufen, beispielsweise
einer Vorreinigung und /oder mit einer oder mehreren nachfolgenden Spül-und/oder
Trocknungsstufen. So kann das wäßrig gereinigte Gut insbesondere in an sich bekannter
Weise durch nachfolgende Behandlung in einem FKW-Bad energiesparend und fleckenfrei
bei relativ niedriger Temperatur getrocknet werden. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang
beispielsweise auf die eingangs zitierte veröffentlichte Literatur.
Beispiel
[0054] Es werden Reinigungsversuche an komplex ausgeformten Kraftfahrzeug-Vergaserelementen
durchgeführt, die durch mehrjährige Benutzung im praktischen Betrieb mit einer dicken,
fest haftenden Öl-Pigmentverschmutzung überzogen sind. Dabei werden im gleichen Bad
nacheinander 3 solcher Formteile mit der im folgenden beschriebenen wäßrigen Flotte
unter Einwirkung von Ultraschall behandelt. Die Formteile sind dabei jeweils etwa
zur Hälfte in die Badflüssigkeit getaucht.
[0055] Nachfolgend wird im verschmutzten Bad ein mit Standard-Anschmutzung (Staub/Hautfett)
versehener Lappen auf Basis eines Polyestergewebes der Ultraschalleinwirkung ausgesetzt.
Im einzelnen gilt:
1. Fassungsvermögen des Reinigungsbottichs: 4 l; auf die Reinigungsflotte übertragene
Ultraschallfrequenz: 35 kHz
2. Zusammensetzung der Waschflotte:
0,5 g/l Fettalkoholethersulfat (2 EO) - "Texapon N25"
1 g/l alpha-Sulfo-C₁₆/₁₈-Fettsäure-di-Natriumsalz
0,6 g/l PQAV/Tensid-beschichtetes Schichtsilikat der nachstehend angegebenen Zusammensetzung
1,5 g/l hydrophobierte Kieselsäure "Sipernat 50S"
Das PQAV/Tensid-beschichtete Schichtsilikat - der erfindungsgemäß eingesetzte unlösliche
Fänger - war wie folgt aufgebaut:
unlöslicher Mineralstoff: quellfähiges Schichtsilikat "Dis-Thix-extra"
PQAV: Cosmedia Guar C261
Tensid: Texapon N25
Gewichtsverhältnis Schichtsilikat/PQAV: 20/1
Gewichtsverhältnis PQAV-beschichtetes Schichtsilikat/Tensid: 1/5
Die die vorstehend aufgezählten Bestandteile enthaltende wäßrige Flotte ist auf
Basis Leitungswasser (16 °dH) erstellt.
3. Badbedingungen:
Temperatur: 48 °C
pH-Wert: 7 bis 7,5
Beschallungsdauer pro behandeltes Formteil: 20 Min.
[0056] Die der tief-dunkelgrauen Reinigungsflotte entnommenen Vergaser-Formteile werden
mit Leitungswasser gespült und getrocknet.
[0057] Die getauchten Teile sind Oberflächen-rein. Die nicht-getauchten Teile sind unverändert
verschmutzt.
[0058] Der Waschtest am Polyester-Lappen in der Schmutz-beladenen Flotte führt von einem
Ausgangsremissionswert von 29,5 % zu einem Waschremissionswert von 80,0 %. Der gewaschene
und gespülte Testlappen ist rein weiß.
1. Verfahren zur Reinigung der Oberfläche fester Formteile von insbesondere Pigment-
und/oder Fettanschmutzungen durch deren Behandlung in einem Wasch- und Reinigungsbad
unter wenigstens zeitweiser Einwirkung von Ultraschall, gewünschtenfalls in Verbindung
mit Wasch- und/oder Spülstufen ohne Ultraschalleinwirkung dadurch gekennzeichnet,
daß für die Ultraschallbehandlung mit einem Bad gearbeitet wird, das in diesem Bad
wenigstens weitgehend unlösliche Fänger für die Aufnahme wenigstens eines Teils des
abgelösten Schmutzes enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß mit unlöslichen Schmutzfängern
gearbeitet wird, die von den gereinigen Werkstoff-Formteilen - und gewünschtenfalls
auch von der Reinigungsflüssigkeit - manuell und/oder mechanisch abgetrennt werden
können.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß in der Stufe der
Ultraschallbehandlung mit wäßrigen, gelöste Tensidkomponenten enthaltenden Bädern
gearbeitet wird.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß mit ungelösten, als
Feststoffe vorliegenden Fängern für Pigment- und/oder Fettschmutz gearbeitet wird,
die unter den Wasch- bzw. Reinigungsbedingungen eine substantielle Rückübertragung
der aufgenommenen Schmutzanteile verhindern.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß die Schmutzfänger
als flächiges oder feinteiliges Material eingesetzt werden und dabei bevorzugt aufgebracht
sind auf flächige Träger mit großer Oberfläche, z.B. als immobilisierte Beschichtung
auf Textilgut und/oder Schaumstoffmaterial und/oder in Form einer entsprechenden
Beschichtung auf feinteiligen Trägern eingesetzt werden, die in dem Wasch- und Reinigungsbad
unlöslich sind.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschallbehandlung
in wäßrigen Bädern erfolgt, deren pH-Wert im schwach sauren bis alkalischen Bereich
liegen kann, wobei das Arbeiten im Neutralbereich (etwa pH 6 bis 8,5) bevorzugt sein
kann.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß Schmutzfänger eingesetzt
werden, die organischen oder anorganischen - insbesondere mineralischen - Ursprungs
sind und wenigstens an ihrer Oberfläche eine Pigment- und/oder Fettschmutz bindende
Ausrüstung immobilisiert aufweisen.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, daß in dem Wasch- und
Reinigungsbad unlösliche polykationische, oleophile und/oder polyanionische Schmutzfänger
eingesetzt werden, die wenigstens an ihrer Oberfläche eine entsprechende Ausrüstung
immobilisiert enthalten.
9. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, daß Tensid und Schmutzfänger
in dem Wasch- bzw. Reinigungsbad derart aufeinander abgestimmt werden, daß eine unmittelbare
Übertragung des abgelösten Schmutzes auf die Fängeroberfläche ohne wesentliche Rückübertragung
auf die zu reinigende Formteiloberfläche stattfinden kann.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, daß mit einem Bad gearbeitet
wird, das wenigstens anteilsweise gelöste Aniontenside und/oder nichtionische Ten
side zusammen mit einem unlöslichen, polykationische Elemente aufweisenden Fänger
enthält.
11. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, daß mit unlöslichen
Schmutzfängern gearbeitet wird, die wenigstens an ihrer Oberfläche immobilisierte
polyquartäre Ammoniumverbindungen (PQAV) bzw. PQAV/Tensid-Komplexe aufweisen.
12. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 11 dadurch gekennzeichnet, daß als unlösliche
Fänger feinstteilige mineralische Feststoffe, z.B. unlösliche Metalloxide, -Carbonate,
-Silikate und/oder Alumosilikate eingesetzt werden, auf deren Oberfläche PQAV bzw.
PQAV/Tensid-Komplexe und/oder entsprechende poly/tert.-Aminoverbindungen immobilisiert
aufgetragen sind.
13. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 12 dadurch gekennzeichnet, daß die zur Schmutzbindung
eingesetzten Fänger die an der Oberfläche immobilisierten Ausrüstungen in dünner Schicht,
bevorzugt bei Schichtdicken von nicht mehr als 100 µ, insbesondere im Bereich von
1 µ und darunter, aufweisen.
14. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß unlösliche feinstteilige
Schmutzfänger eingesetzt werden, die aktive Oberflächen von wenigstens etwa 0,5 m²/g,
insbesondere von wenigstens etwa 1 m²/g, aufweisen.
15. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 14 dadurch gekennzeichnet, daß in der Stufe der
Schmutzablösung unter Ultraschalleinwirkung neben den unlölichen Schmutzfängern zusätzliche
Anteile feinstverteilter Feststoffe in der Bad flüssigkeit mitverwendet werden, die
bevorzugt hydrophobiert sind oder hydrophobe Molekülanteile aufweisen.
16. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 15 dadurch gekennzeichnet, daß mit Wasch- bzw.
Reinigungsbädern gearbeitet wird, die hydrophobierte feinstteilige Mineralstoffe z.B.
entsprechend vorbehandelte Kieselsäure und/oder bei Verfahrenstemperatur der Ultraschallbehandlung
schwerlösliche Tenside anteilsweise ungelöst enthalten.
17. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 16 dadurch gekennzeichnet, daß Tensidgemische
eingesetzt werden, die bei der Verfahrenstemperatur der Ultraschallbehandlung im
wäßrigen Bad schwerlösliche Tenside zusammen mit gutlöslichen Tensiden enthalten.
18. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 17 dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschallbehandlung
bei Temperaturen bis etwa 80 °C, bevorzugt im Bereich von etwa Raumtemperatur bis
70 °C durchgeführt wird.
19. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 18 dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschallbehandlung
mit Frequenzen im Bereich bis etwa 100 kHz, vorzugsweise im Bereich von etwa 20 bis
60 kHz durchgeführt wird.
20. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 19 dadurch gekennzeichnet, daß mit statischen
und/oder gleitenden Frequenzen bei kontinuierlicher und/oder pulsierender Beschallung
gearbeitet wird, wobei auch Mischfrequenzen verwendet werden können.
21. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 20 dadurch gekennzeichnet, daß bei der Beschallung
mit Leistungsdichten bis zu etwa 50 W/cm² gearbeitet wird, wobei bevorzugt Leistungsdichten
bis zu etwa 15 W/cm² zum Einsatz kommen.
22. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 21 dadurch gekennzeichnet, daß mit stationären
Beschallungsbädern gearbeitet wird, deren ungelöste Fängerphase absatzweise oder kontinuierlich
regeneriert wird.
23. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 22 dadurch gekennzeichnet, daß die Badflüssigkeit
zusammen mit Schmutz beladenem Fänger über eine Trennstufe umgepumpt wird, in der
wenigstens Anteile des Schmutz beladenen Fängers abgetrennt werden, während freie
Fängerkapazität dem Bad wieder zugeführt wird.
24. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 23 dadurch gekennzeichnet, daß mit ungelöste
Schmutzfänger enthaltenden Bädern gearbeitet wird, deren Kapazität zur Schmutzimmobilisierung
auf dem Fänger zu etwa 20 bis 95 %, vorzugsweise zu etwa 50 bis 90 %, ausgelastet
ist.
25. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 24 dadurch gekennzeichnet, daß im kontinuierlichen
Verfahren mit stationären Ultraschallbädern bei absatzweise oder kontinuierlicher
Regenerierung der Fängerphase und absatzweisem oder kontinuierlichem Durchsatz der
zu reinigenden Festkörper gearbeitet wird.
26. Abwandlung des Verahrens nach Ansprüchen 1 bis 25 dadurch gekennzeichnet, daß
man den Schmutzfänger wenigstens anteilsweise räumlich getrennt von den zu reinigenden
Formteilen anordnet und die bevorzugt gelöste Tenside enthaltende Wasch- und Reinigungsflüssigkeit
absatzweise oder kontinuierlich über den Schmutzfänger leitet, woraufhin die Flüssigphase
bevorzugt dem Reinigungsverfahren wieder zugeführt wird.