| (19) |
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(11) |
EP 0 240 819 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.09.1993 Patentblatt 1993/37 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.03.1987 |
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Verfahren zur Ablenkung von durch Radar- und/oder Infrarotstrahlung gelenkten Flugkörpern,
insbesondere zum Schutz von Seeschiffen und Schiffsverbänden sowie Einrichtung zur
Durchführung des Verfahrens
Method of deceiving radar or infrared-guided missiles, particularly for boats and
naval units, and apparatus therefor
Procédé de détournement de missiles à guidage radar ou infrarouge, en particulier
pour la défense des navires et unités navales, et dispositif pour la mise en oeuvre
du procédé
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE FR GB IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
11.04.1986 DE 3612183
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.10.1987 Patentblatt 1987/42 |
| (73) |
Patentinhaber: Buck Werke GmbH & Co |
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73337 Bad Überkingen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Herbst, Rolf
D-3500 Kassel (DE)
- Grundler, Johannes
D-8235 Piding (DE)
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| (74) |
Vertreter: Spott, Gottfried, Dr. et al |
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Spott, Weinmiller & Partner
Sendlinger-Tor-Platz 11 80336 München 80336 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
FR-A- 1 006 376 US-A- 3 126 544
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FR-A- 2 383 419 US-A- 3 150 848
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- REVUE INTERNATIONALE DE DEFENSE, Band 16, Nr. 4, 1983, Seiten 475-477, Cointrin, Genève,
CH; M. HEWISH: "Le système naval de leurrage Shield de Plessey Aerospace"
- REVUE INTERNATIONALE DE DEFENSE, Band 11, Nr. 5, 1978, Seite 743, Cointrin, Genève,
CH; "Un système polyvalent de leurres électromagnétiques"
- E.KRAMAR,FUNKSYSTEME FÜR ORTUNG UND NAVIGATION,VERLAG BERLINER UNION,SEITEN 18 und
25.
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ablenkung von durch Radar- und/oder Infrarotstrahlung
gelenkten Flugkörpern, insbesondere zum Schutz von Seeschiffen und Schiffsverbänden,
bei dem im oder vor dem Zielbereich des Flugkörpers Scheinziele erzeugende Wurfkörper
gezündet werden.
[0002] Die Erfahrung der in den letzten Jahren entstandenen Konflikte hat gezeigt, daß die
Bedrohung von Seeschiffen und Schiffsverbänden durch mittels Radar- und/oder Infrarotstrahlung
gelenkte Flugkörpern in rasch zunehmender Art und Weise größer wird. Schiffe stellen
gute Radar- und Infrarotziele dar. Dies ergibt sich aus ihrer metallischen Struktur
einerseits und ihrer Wärmeabstrahlung andererseits.
[0003] Ein dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 6 entsprechendes Ablenksystem ist aus
FR-A-2 383 419 in Verbindung mit "Funksysteme für Ortung und Navigation", Kramar,
Verlage Berliner Union und Kohlkammer, S. 18 u. 25, bekannt. Hierbei werden, wie auch
aus "Revue Internationale de Defense", Band 16, Nr. 4, 1983, S. 475-477, zur Ablenkung
von durch Radar- und/oder Infrarotstrahlung gelenkten Flugkörpern im oder vor dem
Zielbereich des Flugkörpers Scheinziele erzeugende Wurfkörper gezündet. Der anfliegende
Flugkörper soll sich auf das Scheinziel ausrichten, um dadurch von dem bedrohten Schiff
oder bedrohten Schiffsverband abgelenkt zu werden. Es hat sich aber gezeigt, daß diese
Art der Ablenkung, insbesondere bei Schiffsverbänden, nicht immer ausreichend ist.
Gerade bei relativ dicht stehenden Schiffsverbänden ist es möglich und wahrscheinlich,
daß der Flugkörper nach der Ablenkung von einem Schiff auf ein anderes Schiff aufschaltet
und dieses trifft.
[0004] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe bestand darin, ein Verfahren der eingangs
und im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art so weiterzubilden, daß der
anfliegende Flugkörper in einer vorgegebenen Ablenkrichtung abgelenkt wird, die so
festgelegt werden kann, daß der Flugkörper nach seiner Ablenkung nicht mehr in der
Lage ist, auf ein Ersatzziel aufzuschalten.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0006] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit den Merkmalen aus dem Patentanspruch 6, wobei eine vorteilhafte Ausführungsform
dieser Einrichtung im Patentanspruch 7 beschrieben ist.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in erster Linie zum Schutz von Schiffsverbänden
gedacht, es ist aber auch zum Schutz von Einzelschiffen einsetzbar, beispielsweise
in der Form, daß in Krisengebieten fahrende Schiffe, beispielsweise Tanker, mit einer
Einrichtung nach der Erfindung ausgerüstet werden können, um gegen die Bedrohung durch
Flugkörper geschützt zu sein und um im Konvoi fahrende andere Tanker zu schützen.
[0008] Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Schutz von Schiffsverbänden
kann es zudem vorteilhaft sein, die erfindungsgemäße Einrichtung auf unbemannten Begleitschiffen
zu installieren, so daß die Ablenkung in relativ großer Entfernung vom Schiffsverband
durchgeführt werden kann, wo genügend Raum zur Festlegung der Ablenkrichtungen zur
Verfügung steht.
[0009] Als Wurfkörper können herkömmliche Wurfkörper verwendet werden, welche beispielsweise
zur Erzeugung eines Infrarotscheinzieles eine bestimmte, an sich bekannte Wirkmasse
enthalten, aufgrund der nach Zündung des Wurfkörpers eine Infrarotstrahlung imitierende
Wolke entsteht, die eine geringe Sinkgeschwindigkeit bei großer Strahlungsfläche aufweist
und insofern eine schiffsähnliche Charakteristik besitzt.
[0010] Zur Ablenkung von radargesteuerten Flugkörpern können Wurfkörper dienen, die eine
sogenannte "Düppelwirkmasse" enthalten, die nach dem Zünden des Wurfkörpers frei wird.
Selbstverständlich ist es auch möglich, kombinierte Wurfkörper zu verwenden, welche
Scheinziele sowohl für infrarotgesteuerte als auch für radargesteuerte Flugkörper
erzeugen.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in sehr vielfältiger Weise einsetzbar. So kann
beispielsweise beim Einsatz von unbemannten Begleitbooten die erfindungsgemäße Einrichtung
sowohl zum Schutz des Verbandes als auch zum Schutz des Begleitbootes selbst eingesetzt
werden.
[0012] Infolge der Verwendung einer Datenverarbeitungsanlage ist es ohne weiteres möglich,
bei der Berechnung und Positionierung der Ablenkkurve und der Festlegung der entsprechenden
Steuersignale für den Abschuß der Wurfkörper Schiffsbewegungen durch entsprechende
Programmierung zu berücksichtigen.
[0013] Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel für
das erfindungsgemäße Verfahren sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
näher erläutert.
[0014] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- in einem schematischen Prinzipschaltbild eine Einrichtung zur Ablenkung von durch
Radar-und/oder Infrarotstrahlung gelenkten Flugkörpern;
- Fig. 2
- in einer stark schematisierten Seitenansicht eine Werfersäule zur Verwendung in einer
Einrichtung nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf die Werfersäule nach Fig. 2;
- Fig. 4
- in einer Draufsicht die Ablenkkurve bei der Ablenkung eines anfliegenden Flugkörpers;
- Fig. 5
- in einer Seitenansicht die ballistischen Kurven der zur Erzeugung der Ablenkkurve
abgeschossenen Wurfkörper.
[0015] Die Einrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zur Ablenkung von durch Radar-und/oder
Infrarotstrahlung gelenkten Flugkörpern weist, wie aus Fig. 1 zu entnehmen, grundsätzlich
folgende Einzelvorrichtungen auf:
Eine Vorrichtung 1 zur Ortung eines Flugkörpers und zur Ermittlung seines Ortes, seiner
Flugrichtung und Fluggeschwindigkeit und gegebenenfalls seiner Bauart. Diese Vorrichtung
zur Ortung kann in an sich bekannter Weise ein Radargerät sowie zusätzliche Geräte,
wie ein Periskop, ein Nachtsichtgerät und/oder ein optisches Entfernungsmeßgerät,
enthalten. Weiterhin enthält es an sich bekannte Vorrichtungen zur Erzeugung von die
ermittelten Werte repräsentierenden elektrischen Daten. Diese Daten werden einer Datenverarbeitungsanlage
2 zugeführt, die ebenfalls in an sich bekannter Weise aufgebaut ist und nach entsprechenden
Programmen aufgrund einer vorgegebenen Ablenkrichtung für den Flugkörper eine Ablenkkurve
aus den ermittelten Daten berechnet, in der Weise, wie dies weiter unten näher erläutert
wird. Die Datenverarbeitungsanlage 2 erzeugt weiterhin elektrische Steuersignale,
die einer Steuervorrichtung 3 zugeführt werden, an welche eine Werfersäule 4 angeschlossen
ist, die ebenfalls weiter unten näher erläutert wird. Mittels der Werfersäule 4 werden
Wurfkörper abgeschossen, und zwar hinsichtlich Abschußrichtung und Schußfolge so,
daß am Ende der Flugbahn der Wurfkörper nach ihrer Zündung Scheinziele entstehen,
die an vorgegebenen Punkten der berechneten Ablenkkurve liegen. Die hierbei auftretenden
Verhältnisse werden im folgenden anhand der Fig. 4 und 5 näher erläutert. Gemäß Fig.
4 ist auf einem Schiff S, beispielsweise einem Begleitboot eines Schiffverbandes,
eine Einrichtung nach Fig. 1 installiert. Es wird ein beispielsweise durch Infrarotstrahlung
gesteuerter Flugkörper FK geortet, dessen Flugrichtung FB1 zusammen mit der Fluggeschwindigkeit
und gegebenenfalls dem Flugkörpertyp festgestellt werden. Weiterhin wird eine Ablenkrichtung
FB2 vorgegeben und eine Ablenkkurve AK berechnet, die beispielsweise Teil einer Parabel
sein kann, deren einer Ast an die Anflugbahn FB1 und deren anderer Ast an die Ablenkrichtung
FB2 anschließt. Aufgrund der ausgewerteten Daten müssen entsprechende Wurfkörper vom
Schiff S aus auf ballistischen Bahnen P1, P2, P3, P4, P5 und P6 in derartigen Richtungen
und einer vorgegebenen Zeitfolge abgeschossen werden, daß auf der Ablenkkurve AK nacheinander
die Scheinziele Z1, Z2, Z3, Z4, Z5 und Z6 entstehen, so daß sich der Flugkörper FK
nacheinander an diesen Scheinzielen orientiert und dabei insgesamt seine Flugbahn
in der Weise ändert, daß er auf der Ablenkkurve AK weiterfliegt und schließlich in
die Ablenkrichtung FB2 abgelenkt wird. Wie Fig. 5 zu entnehmen, werden die Wurfkörper
vorzugsweise so abgeschossen, daß die ballistischen Bahnen P1 bis P6 alle den gleichen
Elevationswinkel von 45° aufweisen. Die die Scheinziele Z1 bis Z6 darstellenden, Infrarotstrahlung
abgebenden Wolken liegen im wesentlichen in einer horizontalen Ebene, so daß der Flugkörper
FK auf einer horizontalen Bahn abgelenkt wird.
[0016] Gemäß Fig. 4 wird der Flugkörper FK um etwa 90° aus seiner Anflugrichtung abgelenkt.
Für eine solche Ablenkung sind bei dem beschriebenen Verfahren beispielsweise sechs
Scheinziele ausreichend. Die durch die sechs Scheinziele Z1 bis Z6 aufzubauende Ablenkkurve
AK ist in ihren Werten so ausgelegt, daß der Flugkörper FK unter Berücksichtigung
der ihm eigenen Manövrierfähigkeit und Sichtfenstergröße dieser Kurve auf jeden Fall
folgen kann. Selbstverständlich kann in dem Beispiel nach Fig. 4 die Ablenkkurve AK
auch an der Anflugrichtung FB1 gespiegelt aufgebaut werden, so daß die Ablenkung in
Fig. 4 nicht nach rechts, sondern nach links erfolgt.
[0017] In den Fig. 2 und 3 ist die in Fig. 1 dargestellte Werfersäule 4 etwas ausführlicher
dargestellt.
[0018] Die dargestellte Werfersäule 4 besitzt ein Grundgerät 4.1, das in der aus Fig. 1
ersichtlichen Weise an die Steuervorrichtung 3 angeschlossen ist. Oberhalb des Grundgerätes
ist eine Grundplatte 4.2 angeordnet, auf der eine zweiteilige Säule 4.3-4.4 in steuerbarer
Weise drehbar angeordnet ist. Am unteren Teil 4.3 der Säule sind in sechs übereinander
angeordneten Reihen am Umfang jeweils zwölf Wurfgeräte unter einem Erhöhungswinkel
von 45° angeordnet. Am oberen Teil 4.4 der Säule befinden sich in drei am Umfang angeordneten
Reihen noch einmal jeweils zwölf Wurfgeräte, die ebenfalls unter einem Erhöhungswinkel
von 45° stehen.
[0019] Die im unteren Teil 4.3 der Säule angeordneten Wurfgeräte 4.31 bis 4.36 dienen zur
Herstellung von Ablenkkurven, die zum Schutz eines Schiffsverbandes gedacht sind,
während die im oberen Teil 4.4 der Säule angeordneten Wurfkörper zum Selbstschutz
des Begleitschiffes gedacht sind.
[0020] Die Reihen 4.31 bis 4.36 sowie 4.41 bis 4.43 können jeweils mit kombinierten IR-
und Radar-Scheinzielwurfkörpern bestückt werden, die unterschiedliche Reichweiten
und Zerlegungszeiten besitzen. Mit Hilfe dieser unterschiedlichen Reichweiten und
Zerlegungszeiten lassen sich in Verbindung mit dem Seitenrichten der Werfersäule und
einer bestimmten Abfeuerkadenz durch die Scheinziele die vorausberechneten Ablenkkurven
herstellen.
[0021] Wenn zur Herstellung einer Ablenkkurve, die einen anfliegenden Flugkörper auf 90°
ablenkt, sechs Scheinziele benötigt werden, kann die Ablenkmaßnahme mit dem unteren
Teil der Werfersäule 4.3 zwölfmal durchgeführt werden, bevor ein neues Laden der Werfersäule
erforderlich wird. Das Laden der zwölf Wurfgerätegruppen mit je sechs unterschiedlichen
Wurfkörpern erfolgt von oben nach unten beginnend in Reihe 4.36 mit dem Wurfkörper,
der die geringste Reichweite besitzt und endend in Reihe 4.31 mit dem Wurfkörper,
der die größte Reichweite (Rückstoß) besitzt und deshalb zur Vermeidung großer Momente
nahe am Drehkranz der Werfersäule angeordnet wird.
[0022] Wenn sich die Ablenkung eines Flugkörpers als erfolglos erweist und das Begleitboot
selbst in Gefahr gerät, können mit dem oberen Teil 4.4 der Werfersäule aus den entsprechend
bestückten Reihen 4.41 bis 4.43 Wurfkörper abgeschossen werden, die Scheinziele erzeugen,
welche zum Schutz des Begleitbootes selbst gedacht sind. In diesem Fall wird gegebenenfalls
auf die Herstellung einer bestimmten Ablenkkurve verzichtet und es soll durch die
erzeugten Scheinziele nur verhindert werden, daß das Begleitschiff selbst getroffen
wird.
1. Verfahren zur Ablenkung von durch Radar- und/oder Infrarotstrahlung gelenkten Flugkörpern
(FK), insbesondere zum Schutz von Seeschiffen (S) und Schiffsverbänden, bei dem im
oder vor dem Zielbereich des Flugkörpers Scheinziele (Z1 bis Z6) erzeugende Wurfkörper
gezündet werden und bei dem die Richtung, der Ort und die Fluggeschwindigkeit eines
anfliegenden Flugkörpers (FK) bestimmt wird und jeweils zu vorgegebenen Zeitpunkten
in vorgegebenen Raumbereichen Wurfkörper plaziert und gezündet werden, derart, daß
die erzeugten Scheinziele (Z1 bis Z6) in vorgegebenen zeitlichen und räumlichen Abständen
liegen und der Flugkörper hierdurch von seiner bisherigen Flugbahn angelenkt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
aufgrund einer vorgegebenen Ablenkrichtung (FB2) eine offene Ablenkkurve (AK) berechnet
und mit ihren Positionsdaten in einen vorgegebenen Raumbereich vor dem Zielbereich
des Flugkörpers (FK) gelegt wird, deren einer Ast an die Anflugbahn (FB1) und deren
anderer Ast an die Ablenkrichtung des Flugkörpers (FK) anschließt, und daß die erzeugten
Scheinziele (Z1 bis Z6) auf der Ablenkkurve liegen und vom Flugkörper nacheinander
so angesteuert werden, daß seine Flugbahn in die Ablenkkurve und schließlich in die
Ablenkrichtung (FB2) übergeht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkkurve (AK) eine Parabel
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkkurve (AK)
im wesentlichen in einer horizontalen Ebene liegt und die Wurfkörper auf ballistischen
Bahnen in einer vorgegebenen Reihenfolge auf einzelne Punkte der Ablenkkurve gebracht
und dort gezündet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wurfkörper von einem Punkt
aus unter einem Elevationswinkel von 45° abgeschossen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zum Schutz von Schiffsverbänden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wurfkörper von einem unbemannten Begleitschiff (S) aus abgeschossen
werden.
6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit
einer Steuervorrichtung (3), an die mindestens eine hinsichtlich Abschußrichtung und
Abschußfolge steuerbare Werfersäule (4) zum Abschuß von Wurfkörpern angeschlossen
ist, einer Vorrichtung (1) zur Ortung eines Flugkörpers und zur Ermittlung seines
Orts, seiner Flugrichtung und Fluggeschwindigkeit sowie zur Erzeugung von die ermittelten
Werte repräsentierenden elektrischen Daten und einer mit der Vorrichtung (1) verbundenen
Datenverarbeitungsanlage (2), die der Steuervorrichtung (3) derartige Steuersignale
zuführt, daß die Werfersäule die Wurfkörper so abschießt, daß die durch die Wurfkörper
erzeugten Scheinziele in vorgegebenen zeitlichen und räumlichen Abständen liegen und
der Flugkörper (FK) hierdurch von seiner Flugbahn abgelenkt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungsanlage (2) aus den ermittelten Daten eine Ablenkkurve (AK)
ermittelt, deren einer Ast an die Anflugbahn und deren anderer Ast an die Ablenkrichtung
des Flugkörpers anschließt, und daß die Werfersäule (4) die Wurfkörper so abschießt,
daß die Scheinziele (Z1 bis Z6) auf der berechneten Ablenkkurve (AK) liegen und vom
Flugkörper nacheinander so angesteuert werden, daß seine Flugbahn in die Ablenkkurve
und schließlich in die Ablenkrichtung (FB2) übergeht.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die drehbare Werfersäule
(4) an ihrem Umfang eine vorgegebene Anzahl von Wurfgeräten (W) aufweist, die in mehreren
Reihen (4.31 bis 4.36, 4.41 bis 4.43) übereinander angeordnet sind und jeweils einen
Erhöhungswinkel von 45° aufweisen, wobei das Seitenrichten der Werfersäule (4) durch
vorgegebene Drehung sowie die Abschußkadenz von der Steuervorrichtung (3) aus erfolgt
und die Reichweite jedes Wurfkörpers durch seine Treibladung festgelegt und die Zerlegungszeit
jeweils am Wurfkörper eingestellt ist.
1. A method of deflecting radar and/or infra-red guided missiles (FK), particularly for
the protection of sea-going vessels and convoys in which projectiles creating dummy
targets (Z1 to Z6) are detonated in or in front of the target area of the missile
are detonated, and in which the direction, location and velocity of an approaching
missile (FK) are determined, projectiles being placed and detonated at predetermined
respective points in time and in predetermined areas so that the dummy targets (Z1
to Z6) which are created are situated in predetermined intervals of time and space
resulting in the missile being deflected from its previous flight path, characterised
in that on the basis of a given deflection direction (FB2) an open deflection curve
(AK) is computed and, with its positional data, is placed in a given area of space
in front of the target zone of the missile (FK) one arm of the deflection curve (AK)
being adjacent the approach path (FB1) while the other arm is adjacent the deflection
direction of the missile (FK) and in that the dummy targets (Z1 to Z6) generated are
disposed on the deflection curve, the missile homing in on them one after another
so that its flight path merges into the deflection curve and finally into the direction
of deflection (FB2).
2. A method according to Claim 1, characterised in that the deflection curve (AK) is
a parabola.
3. A method according to Claim 1 and 2, characterised in that the deflection curve (AK)
is situated substantially in a horizontal plane and in that the projectiles are brought
along ballistic paths in a predetermined sequence to individual points on the deflection
curve where they are detonated.
4. A method according to Claim 3, characterised in that the projectiles are fired from
a point which is at a 45° angle of elevation.
5. A method according to one of Claims 1 to 4 for the protection of convoys of ships,
characterised in that the projectiles are fired from an unmanned escort vessel (S).
6. An apparatus for carrying out the method according to one of Claims 1 to 5, with a
control device (3) to which there is connected at least one launching column (4) for
firing projectiles and adapted to be controlled in terms of firing direction and sequence
and with a device (1) for locating a missile and for ascertaining its location, direction
of flight and velocity and for generating electrical data representing the ascertained
values and with, connected to the device (1), a data processing system (2) which feeds
to the control device (3) control signals such that the launching column fires the
projectiles in such a way that the dummy targets generated by the projectiles are
situated at predetermined intervals of time and space so that the missile (FK) is
consequently deflected from its flight path, characterised in that the data processing
system (2) ascertains from the acquired data a deflection curve (AK) of which one
arm is adjacent to the approach path while its other arm is adjacent the deflection
direction of the missile, and in that the launching column (4) fires the projectiles
in such a way that the dummy targets (Z1 to Z6) lie on the computed deflection curve
(AK) and so that the missile homes in on them one after another in such a way that
its flight path merges into the deflection curve and finally into the deflection direction
(FB2).
7. An apparatus according to Claim 6, characterised in that the rotatable launching column
(4) has on its periphery a given number of launchers (W) which are disposed one above
another in a plurality of rows (4.31 to 4.36, 4.41 to 4.43), each having a 45° angle
of elevation, lateral orientation of the launching column (4) taking place as a result
of the predetermined rotation and the firing cadence, by reason of the control device
(3), the range of each projectile being established by its propellant charge and the
disintegration time being adjusted at each respective projectile.
1. Procédé pour dévier des engins (FK) guidés par radar et/ou par rayonnement infrarouge,
notamment pour la protection de navires (S) et de groupes de navires, dans lequel
on allume des éléments lancés ou projectiles générant des leurres (Z1 à Z6) dans le,
ou en avant du, domaine de cible de l'engin, et dans lequel la direction, l'emplacement
et la vitesse de vol d'un engin (FK) arrivant sont déterminés et, à chaque fois à
des instants prédéterminés, des éléments lancés sont placés dans des régions de l'espace
prédéterminées et sont allumés de manière telle que les leurres produits (Z1 à Z6)
se trouvent dans des intervalles de temps et d'espace prédéterminés et que l'engin
soit ainsi dévié de sa trajectoire de vol accomplie jusqu'alors,
caractérisé
par le fait qu'en se basant sur une direction de déviation donnée à l'avance (FB2),
on calcule une courbe de déviation ouverte (AK) et, avec ses données de position on
la place dans une région prédéterminée de l'espace en avant du domaine de cible de
l'engin (FK), une première branche de cette courbe se raccordant à la trajectoire
de vol d'arrivée (FB1) et son autre branche se raccordant à la direction de déviation
de l'engin (FK), et les leurres produits (Z1 à Z6) se trouvant sur la courbe de déviation,
de façon que l'engin mette successivement le cap sur eux de manière que sa trajectoire
de vol se raccorde à la courbe de déviation et prenne finalement la direction de déviation
(FB2).
2. Procédé selon revendication 1, caractérisé par le fait que la courbe de déviation
(AK) est une parabole.
3. Procédé selon revendications 1 et 2, caractérisé par le fait que la courbe de déviation
(AK) se trouve sensiblement dans un plan horizontal et les éléments lancés ou projectiles
sont mis sur des trajectoires balistiques dans un ordre prédéterminé, sur des points
individuels de la courbe de déviation et y sont allumés.
4. Procédé selon revendication 3, caractérisé par le fait que les éléments lancés sont
tirés depuis un point, sous un angle d'élévation de 45°.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, pour la protection de groupes de navires,
caractérisé par le fait que les éléments lancés ou projectiles sont lancés depuis
un navire d'accompagnement (S) sans équipage.
6. Dispositif de mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 5, comportant
un dispositif de commande (3) auquel au moins une colonne de lancement (4), pouvant
être commandée pour ce qui est de la direction et de la séquence de tir, est raccordée
pour lancer des projectiles, un dispositif (1) pour la localisation d'un engin et
la détermination de son emplacement, de sa direction de vol et de sa vitesse de vol,
ainsi que pour produire des données électriques représentant les valeurs déterminées,
et une installation (2) de traitement de données reliée au dispositif (1), laquelle
envoie au dispositif de commande (3) des signaux de commande tels que la colonne de
lancement envoie les projectiles ou élements lancés de manière que les leurres produits
par lesdits projectiles ou éléments se trouvent à des intervalles déterminés dans
le temps et dans l'espace et que l'engin (FK) soit ainsi dévié de sa trajectoire,
caractérisé par le fait que l'installation de traitement de données (2) élabore, à
partir des données déterminées, une courbe de déviation (AK) dont une branche se raccorde
à la trajectoire de vol d'approche de l'engin et dont l'autre branche se raccorde
à la direction de déviation de cet engin, et par le fait que la colonne de lancement
(4) lance les éléments ou projectiles de façon que les leurres (Z1 à Z6) se trouvent
sur la courbe de déviation (AK) et que l'engin mette successivement le cap sur eux,
de manière que sa trajectoire se raccorde géométriquement à la courbe de déviation
et finalement à la direction de déviation (FB2).
7. Dispositif selon revendication 6, caractérisé par le fait que la colonne de lancement
tournante (4) présente, sur son pourtour, un nombre prédéterminé d'appareils de lancement
(W) qui sont disposés sur plusieurs rangées (4.31 à 4.36, 4.41 à 4.43), et présentent
chacun un angle d'élévation de 45°, le pointage latéral de la colonne de lancement
(4) s'effectuant par une rotation qui, ainsi que la cadence de lancement, est déterminée
par le dispositif de commande (3), et la portée de chaque projectile ou élément lancé
étant fixée par sa charge propulsive, et le temps de fractionnement étant réglé à
chaque fois sur ledit élément ou projectile.