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(11) |
EP 0 240 977 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.06.1990 Patentblatt 1990/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.04.1987 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F24F 11/00 |
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Lüftungseinrichtung für bedarfsorientierten Luftaustausch
Ventilating device for an air exchange according to the needs
Dispositif de ventilation pour un renouvellement d'air sur demande
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL |
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Priorität: |
08.04.1986 DE 3611709
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.10.1987 Patentblatt 1987/42 |
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Patentinhaber: FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER
ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V. |
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80636 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Erhorn, Hans, Dipl.-Ing.
D-7035 Waldenbuch (DE)
- Stricker, Rolf, Dipl.-Ing.
D-4235 Schermbeck (DE)
- Szerman, Michael, Dipl.-Ing.
D-7035 Waldenbuch (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 798 039 DE-A- 2 733 535
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DE-A- 2 730 417
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Ein unkontrollierter Luftaustausch zwischen der Luft in einem Raum und der Außenluft,
wie er nicht nur beim üblichen Öffnen von Türen und Fenstern stattfindet, sondern
bislang sich auch als "latenter" bzw. "natürlicher" Luftaustausch durch undichte Tür-
und Fensterfugen abgespielt hat, führt in der Regel zu einem unerwünschten Verlust
der mit der Raumluft fortgeführten Wärme. Aus Gründen der Energieeinsparung hat man
daher Wert auf optimale Abdichtung der Tür- und insbesondere der Fensterfu-. gen gelegt;
der "natürliche" Luftaustausch wird dadurch unterbrochen oder zumindest gehemmt. Wasserdampf,
der in einem dergestalt abgedichteten Raum von der darin sich aufhaltenden Personen
und darüber hinaus von Pflanzen sowie durch Wasserverdunstung, Wasserdampf ausscheidende
Einrichtungen, Geräte und dergl. produziert wird, läßt die Luftfeuchte im Raum steigen,
was sich auf die den Raum einschließenden Bauteile nachteilig auswirken kann und das
Raumklima ungünstig beeinflußt, d.h. durch eine zeitlich begrenzte, gründliche Lüftung
mit intensivem Luftaustausch zwischen Innen- und Außenluft, die Luftfeuchte und gegebenenfalls
auch die Lufttemperatur wieder normalisiert werden. Diese Art der Lüftung kann aber
Ursache einer ungünstigen Wärmebilanz sein, weil Gradmesser für den Lüftungseffekt
in der Regel das subjektive Empfinden der die Lüftung vornehmenden Person ist, was
oft zu einer unnötig langen Lüftungsdauer mit entsprechendem Wärmeverlust führt.
[0002] Es ist bekannt, Fenster, gegebenenfalls auch Türen, mit Lüftungsklappen, Lüftungsgittern
oder dergl. zu versehen, die von Hand verstellbar sind, um eine Verbindung mit veränderbarem
Querschnitt zwischen Innen- und Außenluft herzustellen. Mit diesen von Hand zu bedienenden
Mitteln läßt sich ein kontinuierlicher Austausch der Luft in einem Raum mit der Außenluft
bewerkstelligen. Auch hier besteht aber die Gefahr einer ungünstigen Wärmebilanz,
weil Gradmesser für die den Lüftungseffekt bedingende Bedienung der Lüftungsklappen
u.ä. auch jetzt das subjektive Empfinden der Bedienungsperson ist und weil überdies
mit einer theoretisch notwendigen dauernden Beobachtung des Lüftungserfolgs in der
Regel nicht zu rechnen ist.
[0003] Es ist ferner auch bekannt, Lüftungsklappen und dergl. durch mechanische Stellglieder,
die motorisch, also unter Zufuhr von Hilfsenergie, betrieben werden, zu betätigen.
Hier besteht die Möglichkeit, die Stellmotoren durch Sensoren, z.B. für die Lufttemperatur,
zu schalten und so eine objektive, optimale Lüftungsregelung durchzuführen. Diese
Art der automatischen Lüftungsregelung mit Zufuhr von Hilfsenergie ist indessen apparativ
sehr aufwendig und mit tragbaren Kosten in bestehende Gebäude in der Regel nicht nachträglich
einzuführen.
[0004] In der DE-A 2 730 417 wird für die Praxis in der Landwirtschaft die Messung der Luftfeuchte
zur Bemessung der Außenluftrate als Stand des Wissens genannt. Die dort genannten
Meßgeräte wirken dann ihrerseits auf ein Steuergerät, das die Außenluftrate der Klimaanlage
regelt. Auch derartige Einrichtungen sind insbesondere für den nachträglichen Einbau
in Wohnräume völlig ungeeignet.
[0005] Die Erfindung geht aus von einer Lüftungseinrichtung zum bedarfsorientierten Austausch
der Luft in einem Raum mit der Außenluft mittels eines eine veränderbare Durchgangsöffnung
für den Luftwechsel aufweisenden Lüftungselementes. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde,
eine solche Einrichtung zu schaffen, die ständig eine objektive, optimale Lüftungsregelung
mit einfachen Mitteln und ohne Zufuhr von Hilfsenergie ermöglicht, wobei die Wärmeverluste
im Raum gering gehalten werden sollen.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß für die Steuerung des Luftaustausches
ein auf die Feuchte der Raumluft reagierender Sensor vorgesehen ist, der als mechanisches
Stellorgan zum stetig veränderbaren Öffnen und Schließen der Durchgangsöffnung in
Abhängigkeit von der Raumluftfeuchte - oder als Ventilelement selbst ausgebildet ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Oberiegung zugrunde, daß eine wesentliche Vereinfachung der
Steuerung des bedarfsorientierten Luftaustausches bewirkt werden kann, wenn ein auf
die Feuchtigkeit der Raumluft reagierender Sensor nicht über einen Hilfsmotor wirkt,
sondern so ausgebildet ist, daß er selbst als Stellorgan oder als Ventilverschlußelement
ausgebildet ist.
[0008] Die Größe der Stellenergie bei einem solchen unmittelbar von einem Sensor betätigten
Lüftungselement ist nicht sehr groß. Um trotzdem kurze Steuerzeiten und ausreichende
Lüftungsquerschnitte bei allen Betriebsverhältnissen zu erreichen, kann es zweckmäßig
sein, zusätzlich zu dem von einem Feuchtesensor gesteuerten Lüftungselement ein weiteres
Lüftungselement vorzusehen, das durch einen auf die Temperatur der Außenluft reagierenden
Sensor geöffnet oder geschlossen wird. Wenn dabei die Sensoren so ausgebildet sind,
daß bei niedriger Außentemperatur das temperaturgesteuerte Lüftungselement geschlossen
bleibt und sich erst bei höheren Außentemperaturen allmählich öffnet, können die Abmessungen
beider Lüftungselemente und damit deren Trägheit kleiner sein. Außerdem werden dadurch
die Wärmeverluste im Raum verringert. Vorteilhaft ist es weiter, die Lüftungselemente
als reibungs- und trägheitsarme Walzenventile auszubilden, deren Hohlzylinder durch
eine hygrophile Faser oder eine Bimetallspirale als Stellelemente verdrehbar sein
können.
[0009] Für Anwendungen, bei denen ein dichter Abschluß der Lüftungselemente auch bei starker
Windanströmung notwendig ist, kann ein senkrechter Flachschieber zweckmäßiger sein.
Für die dabei erforderlichen höheren Stellkräfte ist als Feuchtesensor ein Band aus
hygrophilen parallelen Fasern vorgesehen. Die Rückstellung erfolgt durch das Eigengewicht
des Schiebers.
[0010] Die Lüftungseinrichtung mit zwei Lüftungselementen ist zur getrennten wie zur simultanen
Regelung von Lufttemperatur und Luftfeuchte in einem Raum geeignet.
[0011] Besonders vorteilhaft ist eine Weiterbildung der Erfindung, bei der durch eine Kombination
von Walzenventilen oder Schiebern die Größe des Öffnungsquerschnitts abhängig von
der Feuchte der Innen-und der Temperatur der Außenluft dergestalt geregelt wird, daß
die Taupunktstemperatur der Innenluft stets niedriger ist als die niedrigste Oberflächentemperatur
der Raumumschließungsflächen. Dadurch läßt sich die sonst zur Kondenswasser- und bis
zur Schimmelbildung an den den Raum einschließenden Bauteilen führende, besonders
kritische Situation beherrschen, die auftritt, wenn der Taupunkt der feuchten Innenluft
unterschritten wird.
[0012] Ausführungsformen der Erfindung sind nachstehend anhand der Figuren beispielsweise
beschrieben. Es zeigen:
Figur 1a einen Längsschnitt durch eine Lüftungseinrichtung mit zwei Lüftungselementen
Figur 1b einen waagerechten Schnitt längs der Linie D-D in Figur 1a
Figur 1 eine Aufsicht in Richtung E-E in Figur 1a
Figur 1 einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform einer Lüftungseinrichtung
Figur 1 e einen waagerechten Schnitt längs der Linie I-I in Figur 1 d
Figur 1f eine Aufsicht in der Richtung H-H in Figur 1d
Figur 2a einen Querschnitt längs der Linie A-A in der Figur 1 a
Figur 2b einen Querschnitt längs der Linie B-B in den Figuren 1 a und 1 d
Figur 2c einen Querschnitt längs der Linie C-C in der Figur 1 a
Figur 2d einen Querschnitt längs der Linie K-K in der Figur 1 d
[0013] Die in den Figuren (1a, 1 b, 1 c und 2a, 2b, 2c) dargestellte Lüftungseinrichtung
umfaßt zwei Walzenventile 5a bzw. 3b, die in einem gemeinsamen Gehäuse 3 um ihre voneinander
getrennten Achsen, 14a bzw. 14b. drehbar angeordnet sind. Jedes Walzenventil besteht
im wesentlichen aus einem Hohlzylinder, 1a bzw. 1b, mit achsparallelen Ausschnitten
2i und 2a, der in einer koaxialen Kammer, 31 bzw. 32, Gehäuses 3 untegebracht ist.
Die Kammern für die Unterbringung der Hohlzylinder sind mit Ausschnitten, Lüftungsschlitzen,
4i bzw. 4a, versehen, die sich zu dem zu lüftenden Raum bzw. zur Außenluft öffnen.
Das Gehäuse 3 bildet ein Bauteil, welches in Fensterrahmen oder andere Fassadenbereiche
einzubauen ist. Das der Temperaturregulierung dienende Walzenventil 5a wird durch
die kraftschlüssig damit verbundene Spiralfeder 11 aus Bimetall nach dem Prinzip eines
Metallthermometers abhängig von der Temperatur der Luft betätigt, die durch die Lüftungsschlitze
4i und 4a sowie durch die Zylinderausschnitte 2i und 2a, die dem Walzenventil 5a zugeordnet
sind, streicht. Die Intensität des Luftwechsels zwischen Innenraum und Außenluft hängt
von dem Querschnitt der freien Öffnung ab, die für die durchstreichende Luft durch
das Walzenventil 5a freigegeben wird; sie ist über die Bimetallfeder 11 von der Lufttemperatur
abhängig und durch die sich dekkenden Teile der achsparallelen Ausschnitte 2i und
2a des Hohlzylinders 1 a und der Lüftungsschlitze 4i und 4a, die dem Walzenventil
5a zugeordnet sind, bestimmt.
[0014] Die Spiralfeder 11 liefert sowohl die Stell- als auch die Rückstellkraft für das
Walzenventil 5a. Außer der gezeigten Spiralfeder aus Bi-Metall kommen in Rahmen der
Erfindung als temperaturabhängige Regulierelemente auch andere Temperaturfedern und
Bimetalle sowie hydraulisch arbeitende Temperatursensoren mit Flüssigkeits- Gel- oder
Wachsfüllung in Betracht. Je nach den örtlichen Verhältnissen ist das Walzenventil
5a gegen Sonneneinstrahlung und andere nicht unmittelbar von der Lufttemperatur abhängige
Wärmeeinflüsse, die seine Funktion verfälschen würden, zu schützen.
[0015] Zur Regulierung der Luftfeuchte in dem zu lüftenden Raum ist das Walzenventil 6b
bestimmt, welches durch das Regulierelement 12 als feuchtigkeitsempfindlichen Sensor
betätigt wird. Hierfür kommen im Rahmen der Erfindung insbesondere Fasern oder äquivalente
Gebilde in Betracht, die aus Natur- oder Kunsthaar bzw. aus natürlichen oder synthetischen
Spinnstoffen bestehen und/oder mit Beschichtungen versehen sind und die insgesamt
hygrophil, desorptions- bzw. absorptionsfähig und langzeitig reversibel sind. In den
Fig. 1c und 2c ist ein solcher Sensor als sich mehrfach über die Länge des Gehäuses
3 erstreckende Faser 12 dargestellt.
[0016] Das frei Ende der Faser 12 ist mit einer Feder 15, die der Faser eine dauernde Vorspannung
erteilt, am Gehäuse 3 eingehängt. Über Umlenkrollen 16 ist die Faser 12 sodann mehrmals
längs des Gehäuses 3 geführt, um eine vielfache Längenänderung bei Änderung die Luftfeuchte
zu erhalten. Schließlich ist die Faser 12 an einem mit der Achse 14b des Walzenvertils
5b verbundenen Wickeirad 17 befestigt. Die feuchtigkeitsabhängigen Längenänderungen
der Faser 12 bewirken entsprechende Drehungen des Walzenventils 5b; dabei liefert
die Faser 12 die Stellkraft, während die erforderliche Rückstellkraft durch eine mit
dem Wickelrad 17 verbundene Spiralfeder 13 oder durch ein, hier nicht dargestelltes,
gegenläufiges Regulierelement eingeleitet wird. Bei der Anbringung der Lüftungseinrichtung
ist darauf zu achten, daß der Feuchtigkeitssensor so plaziert wird, daß er einer konvektiven
Strömung der Raumluft ausgesetzt wird.
[0017] Die in den Figuren 1d, 1e, 1f und 2a, 2b und 2d dargestellte Ausführungsform der
Erfindung unterscheidet sich von der vorstehend beschriebenen dadurch, daß anstelle
des die Luftfeuchte regulierenden Walzenventiles 5a mit dem feuchtigkeitsempfindlichen
Sensor 12 ein Schieber 6a vorgesehen ist, der mit einem Feuchtesensor 19 in Form eines
Bandes aus vielen parallelen, hygrophilen Fasern zusammenwirkt. Der Schieber 6a ist
in dem Gehäuseteil 3a durch angeformte Leisten 18 senkrecht geführt. An seinem oberen
Ende greift ein dünnes Seil oder ein Draht 20 an, der über eine Umlenkrolle 16 zu
dem einen Ende des mit Querstegen 21 versteiften Faserbandes 19 führt. Das andere
Ende des Bandes 19 ist durch einen Draht 22 mit einem am Gehäuse 3 befestigten Halter
23 verbunden.
[0018] Die vorstehend beschriebene Schieberanordnung benötigt zwar größere Stellkräfte als
das Walzenventil. Sie hat aber den Vorteil, daß sie weniger durch starke Windanströmung
gestört wird. Der Druck des Windes kann vielmehr den Schieber an die Führung 18 nach
innen andrücken und dadurch ein Abdichtung verbessern. Es wird auch keine Rückholfeder
benötigt, da der Schieber das Band 19 durch sein Eigengewicht immer straff hält.
[0019] Außer dem beschriebenen Walzenventil und dem Schieber können auch andere Verschlußrogane,
wie Klappen oder Gitter sinngemäß als Lüftungselemente Verwendung finden.
[0020] Beim Einsatz der Lüftungseinrichtung zur simultanen Regulierung von Lufttemperatur
und -feuchte in einem zu lüftenden Raum sind folgende Fälle in Betracht zu ziehen,
aus denen sich die der Lüftungseinrichtung vorzugebende Beziehung ergibt, nach welcher
der Gesamtquerschnitt der Öffnungen zwischen Innen- und Außenluft zu regulieren ist.
1. Winterfall
[0021] Im Winter herrschen niedrige Außentemperaturen und hohe relative Luftfeuchtigkeiten.
Der absolute Wassergehalt, d. h. die Wassermenge je m
3 Luft, ist dagegen sehr klein. Daher kann die auf Raumtemperatur erwärmte Außenluft
sehr viel Wasser aufnehmen. Zum Abführen der im Raum produzierten Feuchtigkeit genügt
daher ein geringer Luftaustausch. Bei niedrigen Außenlufttemperaturen bleibt daher
das temperaturgesteuerte Walzenventil 5a geschlossen, und das feuchtgesteuerte Walzenventil
5b öffnet nur bei Feuchteproduktion im Raum. Bei voreingestellter relativer Grenzfeuchte
im Raum, z. B. bei 50%, schließt das Walzenventil 5b vollständig, während es bei relativen
Feuchten von z. B. über 80% vollständig öffnet. Der Übergang dazwischen ist stetig
und reversibel. Ein erhöhter Luftaustausch liegt also nur zu Zeiten hoher innerer
Feuchteproduktionen vor, wodurch die Lüftungseinrichtung mit dem Walzenventil 5b als
Bedarfslüftung funtioniert und somit energiesparend wirkt.
2. Obergangsiahreszeit
[0022] In der Übergangsjahreszeit herrschen hohe relative Feuchten bei milden Temperaturen.
Der absolute Feuchtegehalt der Außenluft ist sehr groß. Die in den Raum wechselnde
Außenluft kann daher nur wenig Wasserdampf aufnehmen. Bei konstanter Feuchteproduktion
ist somit in der Übergangszeit ein größerer Luftaustausch vorzunehmen als in der Winterzeit.
Wegen der relativ hohen Außenlufttemperatur wirkt sich dies jedoch nicht stark auf
den Wärmeverbrauch und mögliche verminderte Energieeinsparung aus. Bei optimaler Auslegung
des Walzenventils 5b reicht der Luftaustausch über dieses Element alleine nicht mehr
zum Abbau der Feuchtigkeit im Raum aus. Daher wird mit ansteigenden Außenlufttemperaturen
das Walzenventil 5a selbsttätig geöffnet. Der erforderliche Luftaustausch ist somit
freigegeben. Die Lüftungseinrichtung gemäß der Erfindung zeichnet sich jetzt als Einrichtung
zur Grund-und Bedarfslüftung aus.
3. Sommerfall
[0023] Bei hohen Außenlufttemperaturen ist das Walzenventil 5a vollständig geöffnet. Das
Walzenventil 5b unterstützt den Luftaustausch nur bei hohen inneren Feuchtebelastungen.
Durch den erhöhten Grundlüftungsstrom werden Überhitzungseffekte bei starker Sonneneinstrahlung
vermindert, wodurch die Lüftungseinrichtung gemäß der Erfindung zu einem behaglicheren
Raumklima führt.
[0024] Beispiele für den Einsatz der Lüftungseinrichtung gemäß der Erfindung:
[0025]

1. Lüftungseinrichtung für den bedarfsorientierten Austausch der Luft in einem Raum
mit der Außenluft mittels eines, eine veränderbare Durchgangsöffnung für den Luftwechsel
aufweisenden, Lüftungselementes, dadurch gekennzeichnet, daß für die Steuerung des
Luftaustausches ein auf die relative Feuchte der Raumluft reagierender Feuchtensensor
vorgesehen ist, der gleichzeitig als mechanisches Stellorgan zum stetigen Öffnen und
Schließen der Durchgangsöffnung des Lüftungselementes in Abhängigkeit von der Raumluftfeuchte
ausgebildet ist.
2. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Regelung
des Luftaustausches zwei getrennt arbeitende Lüftungselemente vorgesehen sind, von
denen das eine durch einen auf die Raumfeuchte und das andere durch einen auf die
Temperatur der Außenluft reagierenden Sensor steuerbar ist.
3. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, durch eine solche
Ausbildung der Sensoren, daß bei niedriger Außentemperatur, z. B. im Winter, nur das
durch die Feuchte der Raumluft gesteuerte Lüftungselement betätigt wird, während bei
höherer Außentemperatur auch das temperaturgesteuerte Lüftungselement sich zusätzlich
oder allein öffnet.
4. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein Lüftungselement, als Walzenventil (5a, 5b) ausgebildet ist, das in an sich bekannter
Weise aus einem Hohlzylinder (1a, 1b) mit achsparallelen Ausschnitten (2i, 2a) besteht,
der innerhalb eines koaxialen, mit Lüftungsschlitzen (4i, 4a) für die Raum- und die
Außenluft versehenen Gehäuses (3) so hin und her drehbar gelagert ist, daß die sich
jeweils deckenden Teile der Ausschnitte (2i, 2a) und der Lüftungsschlitze (4i, 4a)
die veränderbare Durchgangsöffnung bilden.
5. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtesensor
eine sich mehrfach über die Länge des Gehäuses (3) erstreckende hygrophile Faser (12)
ist, die über mehrere Rollen (16) geleitet gegen die Kraft einer Spiralfeder (13)
ihre Längenänderungen mittels eines Wickelrades (17) als Drehbewegung auf den Hohlzylinder
(5b) überträgt.
6. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der der
Außenluft ausgesetzte Temperatursensor eine an sich bekannte Bimetallspirale (11)
ist.
7. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Lüftungselement (33) ein Flachschieber (6a) ist, der in einer senkrechten Führung
(18) eines Gehäuseteiles (3a) verschiebbar gelagert und oben über eine Umlenkrolle
(16) mit einem Band (19) aus zueinander parallelen, hygrophilen Fasern verbunden ist.
8. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feuchtesensor eine hygrophile Substanz, z. B. ein Salz, ist, deren feuchtigkeitsabhängige
Volumenänderung, z. B. über einen Kolben die Veränderung der Durchgangsöffnung des
Lüftungselementes bewirkt.
9. Lüftungseinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feuchtesensor eine hygrophile Beschichtung auf einer biegsamen Platte ist und nach
Art eines Bimetallelementes als Verschlußteil ausgebildet ist.
1. Aeration system for demand-oriented exchange of the air in an enclosed space and
the outside air, using a ventilator element comprising a variable air-exchange passage
characterized in that a humidity sensor responsive to the relative humidity of the
air in the room is provided to control the air exchange, which is designed at the
same time as a mechanical actuator for continuously opening and closing the passage
of the ventilator element as a function of the humidity of the air in the room.
2. Aeration system according to claim 1, characterized in that two separately operating
ventilator elements are provided to control the air exchange, whereof one may be controlled
by a sensor responsive to the humidity in the room while the other may be controlled
by a sensor responding to the temperature of the outside air.
3. Aeration system according to claim 2, characterized by a design of the sensors
in a way that at low outside temperatures, e.g. in winter, only the ventilator element
controlled by the humidity of the air in the room will be actuated while in the event
of higher outside temperatures the temperature-controlled ventilator element is opened
additionally or alone.
4. Aeration system according to claim 1, 2 or 3, characterized in that at least one
ventilator element is designed as a drum-type valve (5a, 5b) which is constituted,
in a manner known per se, by a hollow cylinder (1a, 1b) with paraxial cutouts (2i,
2a) and which is supported inside a coaxial housing (3) provided with vent holes (4i,
4a) for the inside and the outside air, for rotation in either direction such that
the respectively registering parts of the cutouts (2i, 2a) and the vent holes (4i,
4a) constitute the variable passage.
5. Aeration system according to claim 4, characterized in that said humidity sensor
is a hygrophilic fiber (12) which extends several times over the length of the housing
(3) and transmits, under the guidance of several rollers (16) against the force of
a helical spring (13), its elongations through a coiled-disk wheel (17) in the form
of a rotary movement to the hollow cylinder (5b).
6. Aeration system according to claims 2 through 4, characterized in that the temperature
sensor exposed to the outside air is a bimetal coil (11) known per se.
7. Aeration system according to claim 1, 2, or 3, characterized in that a ventilator
element (33) is a flat- slide valve (6a) which is displaceably supported in a vertical
guide (18) of a part (3a) of the housing and whose upper end is connected, through
a guide roller (16), with a ribbon (19) of parallel hygrophilic fibers.
8. Aeration system according to claim 1, 2, or 3, characterized in that the humidity
sensor is a hygrophilic substance such as a salt, whose humidity-responsive change
in volume results the change of the passage of the ventilator element, e.g. by means
of a piston.
9. Aeration system according to claim 1, 2, or 3, characterized in that the humidity
sensor is a hygro- . phylic coating on a flexible disk and is designed as a closure
element in the form of a bimetal element.
1.Système d'aération pour un échange d'air entre un espace et l'air extérieur, orienté
par les besoins, utilisant un élément d'aérage comprenant un passage variable pour
l'échange d'air, caractérisé en ce qu'un détecteur d'humidité répondant à l'humidité
relative de l'air de salle est pourvu pour le contrôle de l'échange d'air, qui est
configuré, en même temps, comme organe final mécanique pour l'ouverture et fermeture
en continu du passage dudit élément d'aérage en fonction de l'humidité de l'air de
salle.
2. Système d'aération selon la Revendication 1, caractérisé en ce que deux éléments
d'aérage à fonctionnement séparé sont pourvus pour le contrôle de l'échange d'air,
dont l'un se peut contrôler par un détecteur répondant à l'humidité dans l'espace
pendant que l'autre est contrôlable par un détecteur sensitif à la température de
l'air extérieur.
3. Système d'aération selon la Revendication 2, caractérisé par une telle configuration
des détecteurs qu'aux basses températures extérieures, par exemple en hiver, seulement
l'élément d'aérage contrôlé par l'humidité dans l'espace soit opéré pendant qu'aux
températures extérieures plus élevées ledit élément d'aérage sous contrôle par la
température s'ouvre de plus ou seul.
4. Système d'aération selon la Revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce qu'au moins
un élément d'aérage est configuré comme soupape du type tambour (5a, 5b) qui, d'une
façon connue en soi, est constitué par un cylindre creux (1a, 1b) aux découpures parallèles
à l'axe (2i, 2a) et qui est logé dans un carter coaxial (3) pourvu des grilles d'aérage
(4i, 4a) pour l'air de salle et l'air extérieur, pour une rotation va-et-vient d'une
manière que les parties se recouvrantes respectivement desdites coupures (2i, 2a)
et des grilles d'aérage (4i, 4a) constituent ledit passage variable.
5. Système d'aération selon la Revendication 4, caractérisé en ce que ledit détecteur
d'humidité est un fibre (12) hygrophile qui s'étend plusieurs fois sur la longueur
dudit carter (3) et qui transmet, contre la force d'un ressort spiral (13), ses changements
de longueur au moyen d'une roue d'enroulement (17) comme mouvement rotatif audit cylindre
creux (5b), en étant guidé par une pluralité des poulies (16).
6. Système d'aération selon les Revendications 2 à 4, caractérisé en ce que ledit
détecteur de température exposé à l'air extérieur est un spiral bilame (11) connue
en soi.
7. Système d'aération selon la Revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce qu'un élément
d'aérage (33) est un tiroir plat (6a) qui est déplaçable et logé dans un élément de
guidage vertical (18) d'une partie (3a) dudit carter, pendant que son extrémité supérieure
est relié, par une poulie de guidage (16), avec un ruban (19) en fibres parallèles
hygrophiles.
8. Système d'aération selon la Revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que ledit
détecteur d'humidité est une substance hygrophile, par exemple un sel, dont le changement
de volume en fonction de l'humidité, produit, au moyen d'un piston, un changement
du passage dudit élément d'aérage.
9. Système d'aération selon la Revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que ledit
détecteur d'humidité est un recouvrement hygrophile enduit sur une plaque flexible
et est configuré comme élément de fermeture à la manière d'un organe bilame.