Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftstoffeinspritzvorrichtung für Brennkraftmaschinen,
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten Gattung.
[0002] Die bei einer bekannten Kraftstoffeinspritzvorrichtung dieser Art verwendeten elektrisch
gesteuerten Ventile, die meistens Elektromagnetventile sind, weisen Schaltzeiten
auf, die im wesentlichen konstant und durch die Ventilkonstruktion bestimmt sind.
Für eine genaue Bemessung der Kraftstoffeinspritzmenge müssen daher bei der Festlegung
der Öffnungs- und Schließzeitpunkte der Ventile die Drehzahl und unter Umständen auch
der Spritzzeitpunkt berücksichtigt werden. Dies geschieht im Hinblick darauf, daß
die Schaltgeschwindigkeit bzw. der Zeitbedarf für das Öffnen oder Schließen der Ventile
in der Regel konstant ist, so daß während der Bemes sungsphase für die Kraftstoffeinspritzmenge
die beiden Schaltvorgänge im Hinblick auf die sich ändernde Drehzahl die Bemessungsgenauigkeit
beeinflussen. Aus diesem Grund ist man daher bestrebt, Ventile mit möglichst kleiner
Schaltzeit zu verwenden, so daß der Drehzahlfehler in die Bemessung der Kraftstoffeinspritzmenge
nicht oder nur in einem zu vernachlässigenden Maße eingeht.
[0003] Weiterhin wird die Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge durch Exemplarstreuungen
der verwendeten Ventile beeinflußt. Z.B. kann sich die Schaltzeit des Ventils aus
konstruktiven Gegebenheiten während der Lebensdauer des Ventils ändern, was über eine
Langzeitdrift die Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge wiederum negativ beeinflußt.
Schließlich können bei solchen Ventilen auch Fehlverhalten anderer Art auftreten,
wie z.B. ein Hängenbleiben oder Klemmen des Ventilgliedes, was dann je nach Umständen
zu einer Zerstörung der Brennkraftmaschine führen kann, wenn nicht zusätzlich anderweitige
Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen sind. Solche Sicherheitsmaßnahmen sind jedoch wiederum
technisch sehr aufwendig.
[0004] Es sind weiterhin in Verbindung mit einer Kraftstoffeinspritzvorrichtung der eingangs
genannten Art verwendete Einspritzdüsen bekannt, bei denen die Ventilnadel gegenüber
ihrer Führungsbohrung bzw. dem sie tragenden Gehäuse elektrisch isoliert ist, mit
einer Meßspannungsquelle verbunden ist und in Schließstellung leitenden Kontakt über
den Ventilsitz mit dem elektrisch leitenden Gehäuse der Einspritzdüse bzw. der Masse
hat, die mit dem anderen Pol der Meßspannungsquelle verbunden ist.
[0005] Mit einer solchermaßen ausgestalteten Einspritzdüse wird der Spritzbeginn bei Öffnen
der Einspritzdüse erfaßt, wobei über die Einspritzdüse eine zuvor vorgegebene Kraftstoffeinspritzmenge
zur Einspritzung gelangt. Die Zuführung dieser Kraftstoffeinspritzmenge bewirkt das
Öffnen der Einspritzdüse und hält die Düsennadel solange in geöffneter Stellung, solange
über die laufende Zufuhr von Kraftstoff der notwendige Einspritzdruck aufrechterhalten
wird. Das Schließen der Düsennadel wird durch Beendigung der Kraftstoffzufuhr bewirkt.
Vorteile der Erfindung
[0006] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzvorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß die über das elektrisch gesteuerte
Ventil zugemessene Kraftstoffeinspritzmenge sehr genau erfaßt werden kann. Die Istschaltzeiten
des Ventils, d.h. die Zeitpunkte des Erreichens des jeweils anderen Schaltzustandes,
also des Schließ- bzw. des Öffnungszustandes, werden sehr genau festgestellt, so daß
exakt die Dauer der zumessungswirksamen Schaltstellung des Ventils erfaßt wird.
[0007] Durch die in den weiteren Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Kraftstoffeinspritzvorrichtung
möglich.
[0008] Gemäß den in Anspruch 3 und 4 angegebenen Ausführungsbeispielen der Erfindung kann
zusätzlich der Öffnungsvorgang und der Schließvorgang des Ventils oder einer der
beiden mit erfaßt werden und über jeweils einen empirisch ermittelten Faktor der zumeßwirksamen
Steuer zeit für die tatsächlich zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge hinzuaddiert
werden. Dadurch wird die Erfassung des für die Bemessung der Kraftstoffeinspritzmenge
relevanten Zeitraumes noch genauer, so daß die Steuereinrichtung die Schaltzeitpunkte
des Ventils laufend korrigieren kann. Dies spielt insbesondere bei der Verwendung
eines Magnetventils eine wesentliche Rolle, bei dem die Schlußphase, bei der die
Magneterregung abgeschaltet wird, von großem Einfluß auf die effektive Steuerzeit
des Magnetventils ist.
[0009] Gemäß den weiteren Ausführungsbeispielen in Anspruch 5 oder 6 läßt sich bei der erfindungsgemäßen
Kraftstoffeinspritzvorrichtung das elektrisch gesteuerte Ventil sowohl als Zumeßventil,
mit dem während der Saugphase des Pumpenkolbens die beim anschließenden Förderhub
des Pumpenkolbens zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge vom Niederdruckkraftstoffraum
dem Pumpenarbeitsraum zugemessen wird, als auch als Spritzdauer-Steuerventil oder
Absteuerventil verwenden, bei dem sich im Pumpenarbeitsraum solange kein Einspritzdruck
aufbauen kann, solange das Ventil geöffnet ist.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsbeispiele zur technischen Realisierung des Schaltstellungsgebers
sind jeweils in Anspruch 7,9 und 14 niedergelegt. Alle diese Schaltstellungsgeber
zeichnen sich durch einen einfachen Einbau in die Kraftstoffeinspritzpumpe und durch
weitgehende Verschließfreiheit aus. Eine Ankopplung zusätzlicher Massen an das Ventilglied
oder die Ventilnadel, welche die Schaltzeiten des Ventils negativ beeinflussen, wird
vermieden. Die elektromagnetischen Schaltvorgänge können das elektrische Signal des
Schaltstellungsgebers nicht verfälschen.
Zeichnung
[0011] Die Erfindung ist anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen jeweils in schematischer
Darstellung:
Fig. 1 eine Kraftstoffeinspritzvorrichtung mit einer im Längsschnitt dargestellten
Kraftstoffeinspritzverteilerpumpe und einem als Absteuerventil verwendeten 2/2-Wege-Magnetventil,
Fig. 2 einen Längsschnitt des 2/2-Wege-Magnetventils in Fig. 1 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 3 ein Diagramm des Magnetventilhubs und ein Diagramm des Ausgangssignals eines
Schaltstellungsgebers im 2/2-Wege-Magnetventil in Fig. 1, jeweils in Abhängigkeit
von der Zeit,
Fig. 4 einen Längsschnitt eines 2/2-Wege-Magnetventils der Kraftstoffeinspritzvorrichtung
in Fig. 1 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, vergrößert dargestellt.
Fig. 5. eine vergrößerte Darstellung des Ausschnittes A in Fig. 4,
Fig. 6 drei Zeitdiagramme, und zwar jeweils der Verlauf der Erregerspannung des 2/2-Wege-Magnetventils
(a), des Magneterregerstroms (b) und des Ausgangssignals des Schaltstellungsgebers
im 2/2-Wege-Magnetventil in Fig. 4,
Fig. 7 einen Längsschnitt des 2/2-Wege-Magnetventils der Kraftstoffeinspritzvorrichtung
in Fig. 1 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel, vergrößert dargestellt,
Fig. 8 eine vergrößerte Darstellung des Ausschnittes B in Fig. 7.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0012] Bei der in Fig. 1 als Beispiel einer Kraftstoffeinspritzpumpe der Kraftstoffeinspritzvorrichtung
im Längsschnitt dargestellten Kraftstoffverteilereinspritzpumpe ist in einem Gehäuse
1 eine Buchse 2 angeordnet, in deren Zylinderbohrung 19 ein Pumpenkolben 3 in bekannter
Weise eine hin- und hergehende und zugleich rotierende Bewegung ausführt. Der Pumpenkolben
3 ist durch einen Nockenantrieb 4 über eine Welle 5 angetrieben, welche synchron
zu der Drehzahl der von der Kraftstoffeinspritzpumpe mit Kraftstoff versorgten Brennkraftmaschine
rotiert. Durch die Stirnfläche des Pumpenkolbens 3 und durch die Buchse 2 wird ein
Pumpenarbeitsraum 6 begrenzt, welcher über einen Versorgungskanal 7 mit einem Kraftstoffniederdruckraum
oder Saugraum 8 im Gehäuse 1 der Kraftstoffeinspritzpumpe verbunden ist. Der Saugraum
8 wird über eine Förderpumpe 9 mit Kraftstoff aus einem Kraftstoffvorratsbehälter
1O versorgt. Aus dem Pumpenarbeitsraum 6 wird über eine Verteileröffnung 11, die
am Umfang des Pumpenkolbens 3 innerhalb der Buchse 2 mündet und über einen längs im
Pumpenkolben 3 verlaufenden Druckkanal 12 ständig mit dem Pumpenarbeitsraum 6 verbunden
ist, der Kraftstoff bei entsprechender Drehung des Pumpenkolbens 3 zu Druckleitungen
13 hin verteilt. Die Druckleitungen 13 führen über die Buchse 2 und das Gehäuse 1
zu Einspritzdüsen 14 der Brennkraftmaschine.
[0013] Die Anzahl der von der Verteileröffnung 11 versorgten Druckleitungen 13 entspricht
der Zahl der zu versorgenden Einspritzdüsen 14 der Brennkraftmaschine. Die Druckleitungen
13 sind entsprechend der Versorgungsfrequenz in einer radialen Ebene um den Pumpenkolben
13 herum verteilt angeordnet. Anstelle einer Verteilereinspritzpumpe kann aber auch
eine Kraftstoffeinspritzpumpe der bekannten Reihenbauart bzw. der Pumpendüsenbauart
verwendet werden.
[0014] In dem dem Pumpenarbeitsraum 6 zugewandten Endbereich des Pumpenkolbens 3 sind zur
Stirnfläche und damit zum Pumpenarbeitsraum 6 hin offene Längsnuten 15 am Pumpenkolben
3 vorgesehen, über die während des Saughubes des Pumpenkolbens eine Verbindung zwischen
dem Versorgungskanal 7 und dem Pumpenarbeitsraum 6 hergestellt wird. Von dem Pumpenarbeitsraum
6 zweigt an einer durch den Pumpenkolben 3 nicht beeinflußbaren Stelle eine Verbindungsleitung
16 ab, die zum Versorgungskanal 7 hin führt. Die Verbindungsleitung 16 kann aber auch
unmittelbar zur Saugseite des Pumpenkolbens 3 oder direkt zum Saugraum 8 geführt
sein. Die Verbindungsleitung 16 ist endseitig von einer Durchflußöffnung 46 begrenzt,
die von einem Ventilsitz 17 umgeben ist. Mit dem Ventilsitz 17 arbeitet ein Ventilglied
18 eines elektrisch gesteuerten Ventils 2O zusammen, das in den Ausführungsbeispielen
als 2/2-Wege-Magnetventil ausgebildet ist. Je nach Schaltstellung des Ventils 2O wird
die Durchflußöffnung 46 freigegeben oder abgesperrt und damit die Verbindungsleitung
16 zu dem Versorgungskanal 7 und damit zu dem Saugraum 8 geöffnet oder geschlossen.
[0015] Dem Ventilglied 18 des Ventils 2O ist ein Schaltstellungsgeber 21 zugeordnet, der
die momentane Schaltstellung des Ventils 2O erfaßt und ein entsprechendes elektrisches
Signal 47 einer elektronischen Steuereinrichtung 22 zuführt. Diese schaltet in Abhängigkeit
von verschiedenen Betriebskenngrößen der Brennkraftmaschine, wie Last 23, Drehzahl
24, Temperatur 25, unter Berücksichtigung der vom Schaltstellungsgeber 21 kommenden,
die tatsächliche Schaltstellung des Ventils 2O und damit dessen Schaltzeitpunkt kennzeichnenden
elektrischen Signale 47 das Ventil 2O.
[0016] Das elektrisch gesteuerte Ventil 2O in der Ausführungsform eines 2/2-Wege-Magnetventils
ist in Fig. 2 im Längsschnitt und vergrößert dargestellt. Das Ventil 2O kann mit seinem
Ventilgehäuse 4O in die Buchse 2 eingeschraubt werden und begrenzt damit gleichzeitig
den Pumpenarbeitsraum 6. In dem mit dem Ventilgehäuse 4O einstückigen Schraubteil
27, das der Verbindung mit dem Gehäuse 1 der Kraftstoffeinspritzpumpe dient, verläuft
dann die Verbindungsleitung 16 bis hin zu dem die Durchflußöffnung 46 umgebenden Ventilsitz
17 und von diesem stromabwärts über einen Ventilraum 29 und weitere Abschnitte der
Verbindungsleitung 16 zum Versorgungskanal 7. Mit dem Ventilsitz 17 arbeitet ein
kegel- oder pilzförmig ausgebildeter Abschnitt 28 des Ventilgliedes 18 zusammen,
das mit einem zylindrischen Abschnitt 3O in einer Führungsbohrung 31 geführt wird.
Die Führungsbohrung 31 befindet sich innerhalb eines mit dem Ventilgehäuse 4O einstückigen
zentralen Kerns 33, der von einer Magnetspule 34 umgeben ist. Im Bereich der Führungsbohrung
31 ist der zylindrische Abschnitt 3O des Ventilglieds 18 gegenüber der Führungsbohrung
31 elektrisch isoliert,was mit einer entsprechenden Beschichtung 35 erfolgen kann.
An dem dem kegel- oder pilzförmigen Abschnitt 28 des Ventilsglieds 18 abgewandten
Ende ist das Ventilglied 18 mit einer Ankerplatte 36 verbunden. Zwischen der Ankerplatte
36 und dem Kern 33 ist eine in Ventilöffnungsrichtung wirkende Druckfeder 37 eingespannt,
welche die Ankerplatte 36 bei nicht erregter Magnetspule 34 zur Anlage an einem Anschlag
39 zur Hubbegrenzung des Ventilglieds 18 bringt. Der Anschlag 39 ist in dem metallischen
Ventilgehäuse 4O befestigt und mit diesem elektrisch leitend verbunden, während die
Druckfeder 37 von dem Kern 33 bzw. dem Ventilgehäuse 4O durch eine Isolierung 38 elektrisch
getrennt ist. Bei stromloser Magnetspule 34 hat also das Ventilglied 18 elektrischen
Kontakt über die Ankerplatte 36 und den Anschlag 39 mit dem Gehäuse 4O. Bei bestromter
Magnetspule 34 befindet sich das Ventilglied 18 in der in Fig. 2 dargestellten Schließstellung
und hat dann elektrischen Kontakt über den pilzförmigen Abschnitt 28 und den Ventilsitz
17 zum Gehäuse 4O.
[0017] Weiterhin ist eine elektrisch isolierte Zuleitung 41 vorgesehen, die isoliert durch
das Gehäuse 4O hindurch bis zur Druckfeder 37 geführt ist. Dort besteht ein elektrischer
Kontakt zwischen der elektrischen Zuleitung 41 und der Druckfeder 37 und über letztere
damit zur Ankerplatte 36 und dem Ventilglied 18. Die Zuleitung 41 ist mit dem einen
Pol einer Meßspannungsquelle 42 unter Zwischenschaltung eines Widerstandes 43 verbunden.
Der andere Pol der Meßspannungsquelle 42 ist an dem Gehäuse 4O angeschlossen. Zwischen
dem Verbindungspunkt 44 von Zuleitung 41 und Widerstand 43 und dem Gehäuse 4O wird
eine Meßspannung abgegriffen, die für die momentane Stellung des Ventilgliedes 18
kennzeichnend ist. Der Spannungsabgriff ist durch das Meßinstrument 45 in Fig. 2 versinnbildlicht.
[0018] In Fig. 3 ist im oberen Diagramm der Hub S oder Verstellweg des Ventilglieds 18
in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt. Im unteren Diagramm der Fig. 3 ist die
vom Meßinstrument 45 gemessene Steuerspannung am Verbindungs punkt 44 dargestellt,
welche das Ausgangssignal 47 des Schaltstellungsgebers 21 in Fig. 1 bildet. Zunächst
ist bei stromloser Magnetspule 34 das Ventilglied 18 in Offenstellung. Dabei liegt
die Ankerplatte 36 am Anschlag 39 an, so daß der Masseschluß der elektrischen Zuleitung
41 hergestellt ist und die Spannung am Verbindungspunkt 44 zusammenbricht. Im Punkt
BSP (Beginn der Schließperiode) hebt nun nach einer vorangegangenen Einschaltverzugszeit,
gemessen von Anlegen eines Stromimpulses an die Magnetspule 34, die Ankerplatte 36
von dem Anschlag 39 ab. In diesem Augenblick wird die Verbindung zur Masse unterbrochen
und die am Verbindungspunkt 44 abgegriffene Spannung steigt auf einen Wert U1 an (unteres
Diagramm in Fig. 3). Der Hub des Ventilgliedes 18 und damit der Schließvorgang des
Ventils 2O ist im Punkt BEP (Beginn der Einspritzperiode) beendet. Der Abschnitt
28 des Ventilgliedes 18 sitzt auf dem Ventilsitz 17, so daß der Kontakt zur Masse
wieder hergestellt und die Meßspannungsquelle 42 wieder kurzgeschlossen ist. Die
mit dem Meßinstrument 45 erfaßte Spannung bricht wieder zusammen. Im folgenden Zeitraum
erfolgt die Kraftstoffeinspritzung, die bereits unter Umständen auch schon im Bereich
BSP - BEP nach Erreichen einer bestimmten Druckhöhe begonnen haben kann.
[0019] Auf ein Steuersignal der Steuerinrichtung 22 hin wird die Erregung der Magnetspule
34 abgeschaltet. Nach einer Ausschaltverzugszeit, während der Restkräfte des Magnetkreises
das Ventilglied noch in Schließstellung halten, wird der Punkt BÖP (Beginn der Öffnungsperiode)
erreicht. Hier beginnt das Ventilglied 18 unter Einwirkung der Druckfeder 37 vom
Ventilsitz 17 abzuheben. In diesem Moment steigt die am Verbindungspunkt 44 abgegriffene
Spannung wieder auf den Wert U1 an und bricht erst dann wieder zusammen, wenn die
mit dem Ventilgied 18 verbundene Ankerplatte 36 den Anschlag 39 erreicht hat. Dies
ist der Punkt EEP (Ende der Einspritzperiode). Durch den Schaltstellungsgeber 21
erhält man somit unabhängig von der Steuerzeit des Bestromungsimpulses der Magnetspule
34 sehr exakte Signale für die tatsächliche Bewegung des Ventilgliedes 18 aus seinen
beiden Endstellungen, der Schließstellung und Offenstellung, heraus.
[0020] Aus den bekannten Gründen des unterschiedlichen Verlaufs beim Aufbau und Abbau des
Magnetfeldes in der Magnetspule 34 ergeben sich unterschiedliche Anstieg- und Abfallkurven
zwischen BSP und BEP einerseits und BÖP und EEP andererseits. Dabei ist der Einfluß
des letztgenannten Anteils auf die Menge aufgrund des im Druckraum herrschenden hohen
Druckes größer und geht stärker in die Bemessung der Kraftstoffeinspritzmenge ein,
weshalb der Schlußpunkt EEP auch als Ende der Kraftstoffeinspritzung bezeichnet wird.
Über die Steuereinrichtung 22 kann nunmehr dieser Bereich, um einen Faktor korrigiert,
der für die Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge wirksamen Einspritzperiode zugeordnet
werden. Es kann auch zusätzlich neben der Periode BEP - BÖP noch ein Teil des Bereiches
BSP - BEP durch Multiplikation mit einem Faktor berücksichtigt werden. Die letztgenannte
Phase wird als erste Bewegungsphase bezeichnet, die mit einem ersten Faktor bewertet
wird, während die zuvorgenannte Phase zwischen BÖP und EEP als zweite Bewegungsphase
bezeichnet und mit einem höheren, zweiten Faktor bewertet wird. Beide Bewegungsphasen
gehen damit anteilig in die für die Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge wirksame
Öffnungszeit des Ventils 2O ein.
[0021] Aufgrund der von dem Schaltstellungsgeber 21 gelieferten Signale 47 kann nun die
Steuereinrichtung 22 den genauen Öffnungs- und Schließverlauf des Ventils 2O erfassen
und für die Berechnung der tatsächlich zugemessenen Kraftstoffeinspritzmenge heranziehen.
Dabei können Bauart- und Toleranzabweichungen ebenso wie Drifterscheingungen und
Fehlfunktionen des Ventils 2O berücksichtigt werden, da stets der exakte Zeitpunkt
der Ventilschließung bzw. Ventilöffnung erfaßt wird. Auch ein Hängenbleiben des Ventilgliedes
18 in irgendeiner Stellung längs des Hubweges kann erkannt werden. Z.B. kann aus der
Zeitfolge der auftretenden Bewegungsbeginnsignale und Bewegungsendesignale, vorzugsweise
wenn diese mit der Zeitfolge der das Ventil ansteuernden Steuerimpulsflanken verglichen
werden, festgestellt werden, ob die Funktionsfähigkeit des Ventils 2O eingeschränkt
ist oder nicht. Es wird so ein Funktions- bzw. ein Nichtfunktionssignal erzeugt. Die
von dem beschriebenen Schaltstellungsgeber 21 ausgegebenen Signale sind eindeutig
abnehmbar. Der Schaltstellungsgeber 21 ist aus einfachen Schaltgliedern aufgebaut.
Der Anschlag 39 für die Ankerplatte 36 kann aus Stahl bestehen. Es kann dafür auch
Leitplastik zur Anwendung kommen. Anstelle der Verwendung des Ventilgliedes 18 als
elektrisches Schaltglied können auch mit dem Ventilglied 18 verbundene separate Schalter
verwendet werden.
[0022] Bei einer Verwendung des Ventils 2O als sog. Zumeßventil wird dieses in dem Versorgungskanal
7 angeordnet, der dann die Verbindungsleitung 16 ersetzt. In diesem Fall kommt eine
umgekehrte Schaltlogik zur Anwendung. Der Hubverlauf des Ventilgliedes 18 hätte dann
denselben Verlauf wie in Fig. 3 im oberen Diagramm dargestellt ist, nur wäre das
Ventil bei BSP geschlossen, bei BEP - BÖP offen und bei EEP wieder geschlossen. Die
se Punkte beschreiben dann entsprechend die Kraftstoffzumeßphase, in der der Pumpenarbeitsraum
6 mit der zugemessenen Kraftstoffmenge gefüllt wird. Zur Erzielung dieser Schaltfunktionen
wird entweder die Magnetspule 34 entsprechend mit anderen Steuerzeiten erregt oder
es wird der Druckfeder 37 eine andere Wirkrichtung gegeben. Die Kraftstoffeinspritzpumpe
kann vorteilhaft auch als Radialkolbenpumpe verwirklicht werden.
[0023] Das in Fig. 4 im Längsschnitt dargestellte weitere Ausführungsbeispiel des Ventils
2O in Fig. 1 unterscheidet sich von dem in Fig. 2 dargestellten Ventil 2O lediglich
durch eine andersartige Ausbildung des Schaltstellungsgebers 21ʹ. Der Aufbau des
mit 2Oʹ bezeichneten Ventils ist bis auf die fehlenden Isolierschichten 35 und 38
und einen andersartigen Anschluß der Zuleitung 41 identisch mit dem in Fig. 2 beschriebenen
Ventil 2O, so daß gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
[0024] Der in Fig. 5 im einzelnen dargestellte Schaltstellungsgeber 21ʹ ist an dem Anschlag
39 zur Hubbegrenzung des Ventilgliedes 18 befestigt. Der Anschlag 39 ist hier als
Bolzen 5O ausgebildet, der mit seinem Schaft 51 mittels eines Außengewindes 53 im
Ventilgehäuse 4O verschraubt ist und mit seinem Kopf 52 der mit dem Ventilglied
18 starr verbundene Ankerplatte 36 zugekehrt ist. Der Schaft 51 weist eine sich vom
Schaftende her axial erstreckende Sackbohrung 54 mit einem Innengewinde 55 auf. Am
Bohrungsgrund 56 ist eine Scheibe 57 aus piezoelektrischer Keramik, im folgenden
Piezoscheibe 57 genannt, des Schaltstellungsgebers 21ʹ angeordnet. Die Piezoscheibe
57 trägt auf beiden Stirnflächen jeweils metallisierte Elektrode 58,59. Die Piezoscheibe
57 liegt mit der einen Elektrode 58 unter Herstellung eines elektrischen Kontaktes
auf dem Bohrungsgrund 56 auf und wird über einen auf der anderen Elektrode 59 aufliegenden
Anpreßring 6O aus Isoliermaterial am Bohrungsgrund 56 verspannt. Die Verspannung erfolgt
dabei über eine hohlzylindrische Feststellschraube 61, die in dem Innengewinde 55
verschraubt ist und sich mit ihrer stirnförmigen Ringfläche 62 auf dem Anpreßring
6O aufpreßt. Zwischen der Stirnfläche des Anpreßrings 6O und der diesem zugekehrten
Elektrode 59 der Piezoscheibe 57 ist ein scheibenförmiger Kontaktring 63 angeordnet,
der mit einem Steckkontakt 64 mechanisch und elektrisch verbunden ist. Der Steckkontakt
64 tritt durch die Ringöffnung des Anpreßrings 6O hindurch und erstreckt sich axial
im Innern der Feststellschraube 61. Der Kontaktring 63, der Steckkontakt 64 und der
Anpreßring 6O sind als Baueinheit ausgebildet. Auf dem Steckkontakt 64 sitzt ein
in Fig. 5 strichliniert angedeuteter Stecker 65, der mit einer durch das Ventilgehäuse
4O isoliert hindurchgeführten Zuleitung 66 elektrisch leitend verbunden ist. Die Zuleitung
ist mit einem Anschluß eines Spannungsmeßgerätes 67 verbunden, dessen anderer Anschluß
an dem Ventilgehäuse 4O liegt. Alternativ kann die Piezoscheibe 57 des Schaltstellungsgebers
21ʹ statt nahe des freien Endes des Schaftes 51 des Bolzens 5O auch unmittelbar im
Kopf 52 des Bolzens 5O angeordnet werden.
[0025] Beim Aufschlagen des Ventilgliedes 18 einerseits auf den Ventilsitz 17 und andererseits
auf den Anschlag 39 infolge der Bestromung der Magnetspule 34 oder der Stromunterbrechung
zur Magnetspule 34 werden Körperschallwellen induziert, welche zu einer mechanischen
Beanspruchung der Piezoscheibe 57 führen. Durch diese Beanspruchung der Piezoscheibe
57 bilden sich auf deren Elektroden 58,59 elektrische Ladungen. Diese elektri schen
Ladungen werden über den Steckkontakt 64 und den Stecker 65 dem Meßgerät 67 zugeführt
und nach Verstärkung als Signal 47 an die Steuereinrichtung 22 gegeben.
[0026] In Fig. 6 ist die Wirkungsweise des Schaltstellungsgebers 21ʹ in drei Diagrammen
erläutert. Diagramm a zeigt den Spannungsverlauf des an der Magnetspule 34 anliegenden
Steuerimpulses zur Ventilsteuerung, Diagramm b zeigt den Verlauf des Erregerstromes
der Magnetspule 34 und Diagramm c zeigt den vom Spannungsmeßgerät 67 nach Verstärkung
erfaßten Spannungsverlauf als Ausgangssignal des Schaltstellungsgebers. Zum Zeitpunkt
t = O wird mittels des Steuerimpulses die Magnetspule 34 angesteuert. Im Punkte BEP
schlägt das Ventilglied 18 auf dem Ventilsitz 17 auf. Die Körperschallwelle verursacht
im Ausgangssignal des Schaltstellgebers 21ʹ eine Veränderung, die im Diagramm c in
Fig. 6 zum Zeitpunkt BEP deutlich zu erkennen ist. Zum Zeitpunkt t = t₁ wird die Magneterregung
abgeschaltet. Nach einer Ausschaltverzugszeit wird der Punkt BÖP erreicht. Das Ventilglied
18 beginnt sich zu öffnen und schlägt im Zeitpunkt EEP an dem Anschlag 39 an. Das
Anschlagen der mit dem Ventilglied 18 verbundenen Ankerplatte 36 an dem Anschlag
39 löst wieder eine Körperschallwelle aus,die erneut die Piezoscheibe 57 mechanisch
beansprucht und dadurch eine Veränderung im Ausgangssignal des Schaltstellungsgebers
21ʹ verursacht. Die Signalveränderung zum Zeitpunkt EEP ist im Diagramm c der Fig.
6 deutlich zu erkennen. Die Steuereinrichtung 22 der Kraftstoffeinspritzvorrichtung
kann nunmehr in gleicher Weise wie vorstehend beschrieben mit Hilfe des vom Spannungsmeßgeräts
67 ausgegebenen Spannungssignals (Diagramm c in Fig. 6) den genauen Öffnungs- und
Schließverlauf des Ventils 2Oʹ erfassen und für die Berechnung der tatsächlich zugemessenen
Kraftstoffeinspritzmenge heranziehen.
[0027] Das in Fig. 7 in einem weiteren Ausführungsbeispiel im Längsschnitt dargestellte
Ventil 2Oʺ, das wiederum als 2/2-Wege-Magnetventil ausgebildet ist, stimmt bis auf
den Schaltstellungsgeber 21ʺ mit den beiden vorstehend beschriebenen Ventilen 2O
und 2Oʹ überein, so daß gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
Der Anschlag 39 zur Hubbegrenzung des Ventilgliedes 18 ist von einer isoliert im Ventilgehäuse
4O angeordneten metallischen Ringscheibe 7O umgeben, die über eine isoliert durch
das Ventilgehäuse 4O hindurchgeführte elektrische Zuleitung 71 mit einem Anschluß
einer Meßvorrichtung 72 verbunden ist, deren anderer Anschluß an dem Ventilgehäuse
4O liegt. Die Ringscheibe 7O bildet zusammen mit der mit dem Ventilglied 18 verbundenen
Ankerplatte 36 einen Ringkondensator, dessen Kapazität proportional der Fläche der
Ringscheibe 7O und umgekehrt proportional dem Abstand zwischen Ringscheibe 7O und
Ankerplatte 36 ist. Mit sich änderndem Abstand der Ankerplatte 36 von dem Anschlag
39 ändert sich damit auch die Kapazität des Ringkondensators, die somit in direkter
Abhängigkeit zum Hub des Ventilgliedes 18 steht. Die Meßvorrichtung 72 erfaßt mittels
bekannter Auswertemethoden (z.B. Trägerfrequenz, LC-Schwingkreis, Frequenzdiskriminator,
Ladungsverstärker etc.) die Kapazitätsänderung des Ringkondensators und gibt ein entsprechendes
Spannungssignal 47, das ein Maß für die momentane Schaltstellung des Ventils ist,
an die Steuereinrichtung 22, die dieses Spannungssignal in gleicher Weise auswertet,
wie vorstehend beschrieben. Der Aufbau des Schaltstellungsgebers 21ʺ als Ringkonden
sator ist in Fig. 8 vergrößert dargestellt, in welcher auch deutlich zu sehen ist,
daß zur isolierten Befestigung der Ringscheibe 7O diese auf einem ringförmigen Träger
73 stirnseitig aufgesetzt ist, der seinerseits im Ventilgehäuse 4O befestigt ist.
[0028] Der Hubverlauf des Ventilglieds 18 des Ventils 2Oʺ bei Bestromung der Magnetspule
34 bzw. bei Unterbrechung der Bestromung entspricht exakt dem oberen Diagramm in
Fig. 3. Bei stromloser Magnetspule 34 ist das Ventilglied 18 in Offenstellung und
liegt über die Ankerplatte 36 an dem Anschlag 39 an. Die Kapazität des Ringkondensators
ist am größten und dient als Bezugskapazität für die Meßvorrichtung 72. Bei Bestromung
der Magnetspule 34 beginnt im Punkte BSP nach einer Einschaltverzugszeit die Ankerplatte
36 sich von dem Anschlag 39 abzuheben. Bei sich zunehmend auf den Ventilsitz 17 zu
bewegenden Ventilglied 18 nimmt der Abstand der Ankerplatte 36 von der Ringscheibe
7O zu, wodurch sich die Kapazität des Ringkondensators verkleinert. Im Punkte BEP
sitzt das Ventilglied 18 auf dem Ventilsitz 17 auf und das Ventil 2Oʺ ist geschlossen.
Die Kapazität des Ringkondensators hat ein Minimum erreicht, und die von der Meßvorrichtung
72 erfaßte Kapazitätsänderung ein Maximum. Das Maximum der Kapazitätsänderung ist
damit ein Maß für das Erreichen der Schließstellung des Ventils 2Oʺ. Nach Abschaltung
der Bestromung beginnt nach einer vorausgegangenen Ausschaltverzugszeit im Punkte
BÖP sich das Ventilglied 18 vom Ventilsitz 17 abzuheben und sich unter der Wirkung
der Druckfeder 37 von dem Ventilsitz 17 zu entfernen. Dabei verkleinert sich der Abstand
der Ankerplatte 36 von der Ringscheibe 7O, und die Kapazität des Ringkondensators
vergrößert sich zunehmend. Im Punkte EEP schlägt die Ankerplatte 36 auf dem Anschlag
39 auf, der Ringkondensator hat wieder seine größte Kapazität erreicht. Die in der
Meßvorrichtung 72 erfaßte Kapazitätsänderung hat wiederum ein Maximum erreicht und
signalisiert das Erreichen der Endstellung des Ventilgliedes 18 und damit die Offenstellung
des Ventils 2O. Da das Ventil 2Oʺ ebenfalls wie die beiden anderen Ventile 2O und
2Oʹ als Absteuerventil in der Verbindungsleitung 16 vom Pumpenarbeitsraum 6 zum Saugraum
8 liegt, wird mit Schließen des Ventils 2Oʺ die Kraftstoffzumeßphase eingeleitet und
mit Öffnen des Ventils 2Oʺ die Kraftstoffzumeßphase beendet. Das Maximum der Kapazitätsänderung
stellt damit immer ein Bewegungsendesignal des Ventilgliedes 18 dar. Das erste Bewegungsendesignal
kennzeichnet damit den Schließzustand und das zweite Bewegungsendesignal den Öffnungszustand
des Ventils 2Oʺ. Die beginnende Kapazitätsänderung kennzeichnet jeweils den Bewegungsbeginn
des Ventilgliedes 18. Die Steuereinrichtung 22 erfaßt wiederum den Zeitabstand zwischen
einem ersten Bewegungsendesignal und einem folgenden Bewegungsbeginnsignal als Istwert
für die zumeßwirksame Steuerzeit des Ventils 2Oʺ. Während dieser Steuerzeit wird
das Ventil 2Oʺ in seinem Schließzustand gehalten. Wie bereits zu Fig. 1 erwähnt, können
auch hier die erste Bewegungsphase des Ventilglieds 18 zwischen den Punkten BSP und
BEP, die sog. Einschaltflugzeit, und die zweite Bewegungsphase zwischen den Punkten
BÖP und EEP, die sog. Ausschaltflugzeit, nach einer entsprechenden Bewertung mit einem
ersten und zweiten Faktor der zumeßwirksamen Steuerzeit hinzuaddiert werden.
[0029] Auch das Ventil 2Oʺ mit dem Schaltstellungsgeber 21ʺ kann als sog. Zumeßventil verwendet
werden, das dann unter Wegfall der Verbindungsleitung 16 in dem Versorgungskanal
7 anzuordnen ist. In dem identischen Hubverlauf des Ventilglieds 18, wie er in dem
ersten Diagramm der Fig. 3 dargestellt ist, kennzeichnet dann das erste Bewegungsendesignal
(im Punkte BEP) den Öffnungszustand und das zweite Bewegungsendesignal (im Punkte
EEP) den Schließzustand des Ventils 2Oʺ. Die zumeßwirksame Steuerzeit des Ventils
2Oʺ zwischen dem ersten Bewegungsendesignal (im Punkte BEP) und dem folgenden Bewegungsbeginnsignal
(im Punkte BÖP) hält das Ventil 2Oʺ während des Saughubs des Pumpenkolbens 3 in seinem
Öffnungszustand.
1. Kraftstoffeinspritzvorrichtung für Brennkraftmaschinenmit einer einen Pumpenkolben
und einen von diesem begrenzten Pumpenarbeitsraum aufweisenden Kraftstoffeinspritzpumpe,
insbesondere einer Kraftstoffeinspritzpumpe der Verteilereinspritzpumpenbauart, mit
einem in einer Verbindungsleitung zwischen dem Pumpenarbeitsraum und einem Kraftstoffniederdruckraum
angeordneten, elektrisch zwischen zwei Schaltstellungen gesteuerten Ventil, durch
dessen Schaltzeiten die pro Pumpenkolbenförderhub zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge
bestimmbar ist, und mit einer Steuereinrichtung zum Schalten des Ventils in Abhängigkeit
von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine, gekennzeichnet durch einen mit der Steuereinrichtung (22) verbundenen Schaltstellungsgeber (21;21ʹ,21ʺ),
der die momentane Schaltstellung des Ventils (2O;2Oʹ;2Oʺ) erfaßt und die Istschaltzeiten
des Ventils (2O;2Oʹ;2Oʺ) kennzeichnende elek trische Signale der Steuereinrichtung
(22) zur Korrektur der Ventilschaltung zuführt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaltstellungsgeber (21;21ʹ;21ʺ) den Bewegungsbeginn des Ventilgliedes
(18) des Ventils (2O;2Oʹ;2Oʺ) als Bewegungsbeginnsignal (BSP,BÖP) und das Bewegungsende
des Ventilglieds (18) als Bewegungsendesignal (BEP,EEP) ausgibt und daß die Steuereinrichtung
(22) den Zeitabstand zwischen einem ersten Bewegungsendesignal (BEP) und einem darauffolgenden
Bewegungsbeginnsignal (BÖP) als Istwert für die zumeßwirksame Steuerzeit des Ventils
(2O;2Oʹ;2Oʺ) und für die tatsächlich zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge
erfaßt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung die Zeit zwischen Auftreten eines zweiten Bewegungsbeginnsignals
(BÖP) und eines darauffolgenden Bewegungsendesignals (EEP) als zweite Bewegungsphase
mißt und diese nach Multiplikation mit einem zweiten Faktor der zumeßwirksamen Steuerzeit
für die tatsächlich zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge hinzuaddiert.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (22) die Zeit zwischen Auftreten eines Bewegungsbeginnsignals
(BSP) und eines darauffolgenden ersten Bewegungsendesignals (BEP) als erste Bewegungsphase
mißt und diese nach Multiplikation mit einem ersten Faktor der zumeßwirksamen Steuerzeit
für die tatsächlich zur Einspritzung gelangende Kraftstoffmenge hinzuaddiert.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bewegungsendesignal (BEP) den Schließzustand und das zweite Bewegungsendesignal
(EEP) den Öffnungszustand des Ventils (2O;2Oʹ;2Oʺ) kennzeichnet und daß das Ventil
(2O;2Oʹ;2Oʺ) derart angesteuert ist, daß die zumeßwirksame Steuerzeit das Ventil
(2O;2Oʹ;2Oʺ) während des Pumpenkolbenförderhubs in seinem Schließzustand hält.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bewegungsendesignal (BEP) den Öffnungszustand und das zweite Bewegungsendesignal
(EEP) den Schließzustand des Ventils (2O;2Oʹ;2Oʺ) kennzeichnet und daß das Ventil
(2O;2Oʹ;2Oʺ) derart angesteuert ist, daß die zumeßwirksame Steuerzeit das Ventil (2O;2Oʹ;2Oʺ)
während des Pumpenkolbenssaughubs in seinem Öffnungszustand hält.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (2O) ein metallisches Ventilgehäuse (4O) mit einem eine Durchflußöffnung
(46) umgebenden Ventilsitz (17) und ein mit diesem korrespondierendes Ventilglied
(18) aufweist, das in dem Ventilgehäuse (4O) axial verschieblich geführt und zum
Freigeben und Absperren der Durchflußöffnung (46) von einem elektrischen Schaltantrieb
(34,36) betätigbar ist, daß das Ventilglied (18) gegenüber dem Ventilgehäuse (4O)
elektrisch isoliert und mit einem Pol einer Meßspannungsquelle (42) verbunden ist,
an deren Gegen pol sowohl das Ventilgehäuse (4O) als auch ein Anschlag (39) zur Hubbegrenzung
des Ventilglieds (18) angeschlossen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (39) aus Leitplastikmaterial besteht und mit dem Ventilgehäuse
(4O) elektrisch leitend verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (2Oʹ) ein metallisches Ventilgehäuse (4O) mit einemeine Durchflußöffnung
(46) umgebenden Ventilsitz (17) und ein mit diesem korrespondierendes Ventilglied
(18) aufweist, das in dem Ventilgehäuse (4O) axial verschieblich geführt und zum Freigeben
und Absperren der Durchflußöffnung (46) von einem elektrischen Schaltantrieb (34,36)
betätigbar ist, und daß an einem im Ventilgehäuse (4O) befestigten Anschlag (39)
zur Hubbegrenzung des Ventilglieds (18) eine Scheibe (57) aus piezoelektrischer Keramik
befestigt ist, die auf beiden Stirnseiten jeweils eine metallische Elektrode (58,59)
trägt, die mit einem Spannungsmeßgerät (67) verbunden sind.
1O. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Elektrode (58) mit dem Anschlag (39) und die andere Elektrode (59)
mit einem gegenüber dem Anschlag (39) und dem Ventilgehäuse (4O) isolierten Steckkontakt
(64) jeweils elektrisch leitend verbunden ist und daß das Ventilgehäuse (4O) an dem
einen Pol und der Steckkontakt (64) an dem anderen Pol des Spannungsmeßgerätes (67)
angeschlossen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1O, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (39) als in dem Ventilgehäuse (4O) befestigter Bolzen (5O) mit
einer ein Innengewinde (55) aufweisenden axialen Sackbohrung (54) ausgebildet ist,
daß die Piezoscheibe (57) mit einer ihrer Elektroden (58) auf dem radial sich erstreckenden
Bohrungsgrund (56) aufliegt und auf diesem durch eine in der Sackbohrung (54) eingeschraubte
hohlzylindrische Feststellschraube (61) über einen Anpreßring (6O) verspannt ist und
daß der mit der anderen Elektrode (59) verbundene Steckkontakt (64) durch die Ringöffnung
des Anpreßrings (6O) hindurchtritt und sich im Innern der Feststellschraube (61)
axial erstreckt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Stirnfläche des Anpreßrings (6O) und der dieser zugekehrten Elektrode
(59) der Piezoscheibe (57) ein mit dem Steckkontakt (64) verbundener scheibenförmiger
Kontaktring (63) angeordnet ist und daß Anpreßring (6O) und Kontaktring (63) mit Steckkontakt
(64) eine Baueinheit bilden.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezoscheibe (57) an einem Ende des Bolzens (5O) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (2Oʺ) ein metallisches Ventilgehäuse (4O) mit einem eine Durchflußöffnung
(46) umgebenden Ventilsitz (17) und ein mit diesem korrespondieren des Ventilglied
(18) aufweist, das in dem Ventilgehäuse (4O) axial verschieblich geführt und zum
Freigeben und Absperren der Durchflußöffnung (46) von einem elektrischen Schaltantrieb
(34,36) betätigbar ist, daß das Ventilglied (18) an seinem vom Ventilsitz (17) abgekehrten
Ende eine metallische Scheibe (36) trägt, daß ein Anschlag (39) zur Hubbegrenzung
des Ventilglieds (18) von einer isoliert angeordneten metallischen Ringscheibe (7O)
umgeben ist und daß Scheibe (36) und Ringscheibe (7O) einen Ringkondensator bilden,
der mit einer Meßvorrichtung (72) zur Messung der Kapazitätsänderung des Ringkondensators
bei Ventilgliedhub verbunden ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringscheibe (7O) im Ventilgehäuse (4O) elektrisch isoliert befestigt und
mit einer durch das Ventilgehäuse (4O) isoliert hindurchgeführten Anschlußleitung
(71) für die Meßvorrichtung (72) leitend verbunden ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 15, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrisch gesteuerte Ventil (2O;2Oʹ;2Oʺ) ein 2/2-Wege-Magnetventil ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe des Ringkondensators von der Ankerplatte (36) des Elektromagneten
(34) gebildet ist, an welcher das Ventilglied (18) befestigt ist.