(19)
(11) EP 0 241 706 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.10.1987  Patentblatt  1987/43

(21) Anmeldenummer: 87103491.4

(22) Anmeldetag:  11.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B43K 8/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 16.04.1986 DE 3612792

(71) Anmelder: rotring-werke Riepe KG
D-22525 Hamburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Tschawow, Antoaneta
    D-2000 Hamburg 52 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schreibgerät


    (57) Ein Schreibgerät enthält einen Schreibflüssigkeitsspei­cher (4) in Form eines Faserkörpers, in dem sich koaxial ein Kapillar-Kanäle aufweisender Schreibflüssigkeitsleiter (5) erstreckt. Die Fasern des Schreibflüssigkeitsspeichers (4) verlaufen senkrecht zur und radial bezüglich der Längs­achse des Schreibflüssigkeitsleiters (5) und stehen mit diesem in flüssigkeitsleitender Verbindung.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schreibgerät mit einem Schreibflüssigkeitsspeicher in Form eines Faserkörpers, der in Richtung der Faserlängserstreckungen Kapillar-Kanä­le aufweist, und mit einem den Schreibflüssigkeitsspeicher aufnehmenden Gehäuse, in dessen vorderem Ende eine Schreibspitze gehaltert ist, wobei sich im Schreibflüssig­keitsspeicher koaxial ein Schreibflüssigkeitsleiter erstreckt, der in flüssigkeitsleitender Verbindung mit der Schreibspitze steht.

    [0002] Bei einem bekannten Schreibgerät dieser Art (GB-OS 2 150 506) besteht der Schreibflüssigkeitsspeicher aus einem im wesentlichen zylindrischen Faserkörper, in dem sich die Fasern in Richtung der Längsachse des Zylinders und damit parallel zum koaxial im Faserkörper angeordneten Schreibflüssigkeitsleiter erstrecken. Bei diesem bekannten Schreibgerät transportieren die Fasern die vom Schreib­flüssigkeitsspeicher aufgenommene Schreibflüssigkeit beim Verbrauch infolge Schreibens oder Zeichnens einerseits in Richtung der axial verlaufenden Kapillar-Kanäle und ande­rerseits in radialer Richtung zum Schreibflüssigkeitslei­ter. Da jedoch die Kräfte in den axial verlaufenden Kapillar-Kanälen größer sind als die in radialer Richtung auf die Schreibflüssigkeit wirkenden Kräfte, gelangt ein Teil der im Schreibflüssigkeitsspeicher enthaltenen Schreibflüssigkeit überhaupt nicht zum koaxial verlaufen­den Schreibflüssigkeitsleiter, sondern wird in den radial äußeren Bereichen des Schreibflüssigkeitsspeichers zurück­gehalten, so daß sich der Schreibflüssigkeitsspeicher nicht leerschreiben läßt.

    [0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Schreibgerät dahingehend zu verbessern, daß sich die im Schreibflüssigkeitsspeicher enthaltene Schreibflüssigkeit praktisch vollständig zum Schreiben oder Zeichnen ausnutzen läßt.

    [0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schreibgerät der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß derart ausgestal­tet, daß der Schreibflüssigkeitsspeicher aus sich senk­recht zur und radial bezüglich der Längsachse des Schreib­flüssigkeitsleiters erstreckenden Fasern besteht.

    [0005] Bei dem erfindungsgemäßen Schreibgerät sind also, völlig abweichend von den bekannten Schreibgeräten, die Fasern des Schreibflüssigkeitsspeichers so angeordnet, daß sie sich von außen nach innen in Richtung auf den koaxial angeordneten Schreibflüssigkeitsleiter erstrecken und mit diesem in flüssigkeitsleitender Verbindung stehen, so daß die von den Fasern gebildeten Kapillar-Kanäle in radialer Richtung verlaufen. Auf diese Weise wird die Schreibflüs­sigkeit im Betrieb, d.h. wenn der Schreibflüssigkeitslei­ter beim Schreiben oder Zeichnen Schreibflüssigkeit an die Schreibspitze abgibt, aus dem Schreibflüssigkeitsspeicher in Richtung auf den Schreibflüssigkeitsleiter transpor­tiert. Dabei ergibt sich ein praktisch vollständiges Entleeren des Schreibflüssigkeitsspeichers, weil die wirk­samen Kapillarkräfte die Schreibflüssigkeit nicht, wie bei dem bekannten Schreibgerät, im äußeren Umfangsbereich des Schreibflüssigkeitsspeichers zurückhalten, sondern sie zum Schreibflüssigkeitsleiter transportieren.

    [0006] Der in den Schreibflüssigkeitsspeicher eingesetzte Schreib­flüssigkeitsleiter ist vorzugsweise ein flankenoffener, Kapillar-Kanäle aufweisender Docht, der über seine Umfangs­fläche Schreibflüssigkeit aus den radial inneren Enden der Fasern des Schreibflüssigkeitsspeichers aufnimmt.

    [0007] Ein besonders einfacher Aufbau ergibt sich, wenn das vordere Ende des Schreibflüssigkeitsleiters die Schreib­spitze bildet, da dann für Schreibflüssigkeitsleiter und Schreibspitze lediglich ein Bauelement erforderlich ist.

    [0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand der ein Ausfüh­rungsbeispiel zeigenden Figuren näher erläutert.

    Figur 1 zeigt einen Schnitt durch ein Schreibgerät.

    Figur 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II-II aus Figur 1.



    [0009] Das dargestellte Schreibgerät hat ein im wesentlichen zylindrisches, längliches Gehäuse 1, in dessen vorderem Ende eine Durchtrittsöffnung vorhanden ist, in die ein Stützröhrchen 3 eingesetzt ist. Ferner befindet sich in der vorderen Endfläche des Gehäuses 1 eine Belüftungs­bohrung 2, über die ein Druckausgleich zwischen dem Innen­raum des Gehäuses 1 und der Umgebung bewirkt wird.

    [0010] In das Gehäuse 1 ist ein zylinderischer Schreibflüssig­keitsspeicher 4 eingesetzt, der sich im wesentlichen durch die gesamte Länge des Gehäuses erstreckt. Wie dargestellt, ist der Schreibflüssigkeitsspeicher aus einzelnen Fasern aufgebaut, die in Richtung ihrer Längserstreckung Kapil­lar-Kanäle bilden, wobei die Längserstreckung der Fasern radial verläuft. Das bedeutet, daß die Fasern ausgehend von einem koaxial in den Schreibflüssigkeitsspeicher ein­gesetzten Schreibflüssigkeitsleiter 5 radial nach außen verlaufen. Die Fasern stehen mit dem Schreibflüssigkeits­leiter 5 in flüssigkeitsleitender Verbindung, üblicherwei­se also in direkte Berührung, und der Schreibflüssigkeits­leiter 5 ist ein für diesen Zweck bekannter, flankenoffe­ner Docht, der Kapillar-Kanäle aufweist. Er erstreckt sich aus dem Schreibflüssigkeitsspeicher 4 nach vorn durch die Durchtrittsöffnung im Gehäuse 1 und das Stützröhrchen 3, so daß sein vorderes Ende die Schreibspitze des Schreibge­rätes bildet.

    [0011] Im Gebrauch wird dem Schreibflüssigkeitsleiter 5 aus dem mit Schreibflüssigkeit, etwa Tinte getränkten Schreibflüs­sigkeitsspeicher 4 über die radial verlaufenden Kapillar-­Kanäle des Schreibflüssigkeitsspeichers zugeführt, die im Schreibflüssigkeitsleiter 5 nach vorn zur Schreibspitze gelangt und von dort auf die Schreibunterlage aufgetragen wird.


    Ansprüche

    1. Schreibgerät mit einem Schreibflüssigkeitsspeicher in Form eines Faserkörpers, der in Richtung der Faser­längserstreckungen Kapillar-Kanäle aufweist, und mit einem den Schreibflüssigkeitsspeicher aufnehmenden Ge­häuse, in dessen vorderem Ende eine Schreibspitze gehaltert ist, wobei sich im Schreibflüssigkeitsspei­cher koaxial ein Schreibflüssigkeitsleiter erstreckt, der in flüssigkeitsleitender Verbindung mit der Schreibspitze steht, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibflüssigkeitsspeicher (4) aus sich senkrecht zur und radial bezüglich der Längsachse des Schreibflüs­sigkeitsleiters (5) erstreckenden Fasern besteht.
     
    2. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibflüssigkeitsleiter (5) ein flankenof­fener, Kapillar-Kanäle aufweisender Docht ist.
     
    3. Schreibgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß das vordere Ende des Schreibflüssig­keitsleiters (5) die Schreibspitze bildet.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht