[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schreibgerät mit einem Schreibflüssigkeitsspeicher
in Form eines Faserkörpers, der in Richtung der Faserlängserstreckungen Kapillar-Kanäle
aufweist, und mit einem den Schreibflüssigkeitsspeicher aufnehmenden Gehäuse, in dessen
vorderem Ende eine Schreibspitze gehaltert ist, wobei sich im Schreibflüssigkeitsspeicher
koaxial ein Schreibflüssigkeitsleiter erstreckt, der in flüssigkeitsleitender Verbindung
mit der Schreibspitze steht.
[0002] Bei einem bekannten Schreibgerät dieser Art (GB-OS 2 150 506) besteht der Schreibflüssigkeitsspeicher
aus einem im wesentlichen zylindrischen Faserkörper, in dem sich die Fasern in Richtung
der Längsachse des Zylinders und damit parallel zum koaxial im Faserkörper angeordneten
Schreibflüssigkeitsleiter erstrecken. Bei diesem bekannten Schreibgerät transportieren
die Fasern die vom Schreibflüssigkeitsspeicher aufgenommene Schreibflüssigkeit beim
Verbrauch infolge Schreibens oder Zeichnens einerseits in Richtung der axial verlaufenden
Kapillar-Kanäle und andererseits in radialer Richtung zum Schreibflüssigkeitsleiter.
Da jedoch die Kräfte in den axial verlaufenden Kapillar-Kanälen größer sind als die
in radialer Richtung auf die Schreibflüssigkeit wirkenden Kräfte, gelangt ein Teil
der im Schreibflüssigkeitsspeicher enthaltenen Schreibflüssigkeit überhaupt nicht
zum koaxial verlaufenden Schreibflüssigkeitsleiter, sondern wird in den radial äußeren
Bereichen des Schreibflüssigkeitsspeichers zurückgehalten, so daß sich der Schreibflüssigkeitsspeicher
nicht leerschreiben läßt.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Schreibgerät dahingehend zu verbessern, daß sich
die im Schreibflüssigkeitsspeicher enthaltene Schreibflüssigkeit praktisch vollständig
zum Schreiben oder Zeichnen ausnutzen läßt.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schreibgerät der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß
derart ausgestaltet, daß der Schreibflüssigkeitsspeicher aus sich senkrecht zur
und radial bezüglich der Längsachse des Schreibflüssigkeitsleiters erstreckenden
Fasern besteht.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Schreibgerät sind also, völlig abweichend von den bekannten
Schreibgeräten, die Fasern des Schreibflüssigkeitsspeichers so angeordnet, daß sie
sich von außen nach innen in Richtung auf den koaxial angeordneten Schreibflüssigkeitsleiter
erstrecken und mit diesem in flüssigkeitsleitender Verbindung stehen, so daß die von
den Fasern gebildeten Kapillar-Kanäle in radialer Richtung verlaufen. Auf diese Weise
wird die Schreibflüssigkeit im Betrieb, d.h. wenn der Schreibflüssigkeitsleiter
beim Schreiben oder Zeichnen Schreibflüssigkeit an die Schreibspitze abgibt, aus dem
Schreibflüssigkeitsspeicher in Richtung auf den Schreibflüssigkeitsleiter transportiert.
Dabei ergibt sich ein praktisch vollständiges Entleeren des Schreibflüssigkeitsspeichers,
weil die wirksamen Kapillarkräfte die Schreibflüssigkeit nicht, wie bei dem bekannten
Schreibgerät, im äußeren Umfangsbereich des Schreibflüssigkeitsspeichers zurückhalten,
sondern sie zum Schreibflüssigkeitsleiter transportieren.
[0006] Der in den Schreibflüssigkeitsspeicher eingesetzte Schreibflüssigkeitsleiter ist
vorzugsweise ein flankenoffener, Kapillar-Kanäle aufweisender Docht, der über seine
Umfangsfläche Schreibflüssigkeit aus den radial inneren Enden der Fasern des Schreibflüssigkeitsspeichers
aufnimmt.
[0007] Ein besonders einfacher Aufbau ergibt sich, wenn das vordere Ende des Schreibflüssigkeitsleiters
die Schreibspitze bildet, da dann für Schreibflüssigkeitsleiter und Schreibspitze
lediglich ein Bauelement erforderlich ist.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand der ein Ausführungsbeispiel zeigenden Figuren
näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Schnitt durch ein Schreibgerät.
Figur 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II-II aus Figur 1.
[0009] Das dargestellte Schreibgerät hat ein im wesentlichen zylindrisches, längliches Gehäuse
1, in dessen vorderem Ende eine Durchtrittsöffnung vorhanden ist, in die ein Stützröhrchen
3 eingesetzt ist. Ferner befindet sich in der vorderen Endfläche des Gehäuses 1 eine
Belüftungsbohrung 2, über die ein Druckausgleich zwischen dem Innenraum des Gehäuses
1 und der Umgebung bewirkt wird.
[0010] In das Gehäuse 1 ist ein zylinderischer Schreibflüssigkeitsspeicher 4 eingesetzt,
der sich im wesentlichen durch die gesamte Länge des Gehäuses erstreckt. Wie dargestellt,
ist der Schreibflüssigkeitsspeicher aus einzelnen Fasern aufgebaut, die in Richtung
ihrer Längserstreckung Kapillar-Kanäle bilden, wobei die Längserstreckung der Fasern
radial verläuft. Das bedeutet, daß die Fasern ausgehend von einem koaxial in den Schreibflüssigkeitsspeicher
eingesetzten Schreibflüssigkeitsleiter 5 radial nach außen verlaufen. Die Fasern
stehen mit dem Schreibflüssigkeitsleiter 5 in flüssigkeitsleitender Verbindung, üblicherweise
also in direkte Berührung, und der Schreibflüssigkeitsleiter 5 ist ein für diesen
Zweck bekannter, flankenoffener Docht, der Kapillar-Kanäle aufweist. Er erstreckt
sich aus dem Schreibflüssigkeitsspeicher 4 nach vorn durch die Durchtrittsöffnung
im Gehäuse 1 und das Stützröhrchen 3, so daß sein vorderes Ende die Schreibspitze
des Schreibgerätes bildet.
[0011] Im Gebrauch wird dem Schreibflüssigkeitsleiter 5 aus dem mit Schreibflüssigkeit,
etwa Tinte getränkten Schreibflüssigkeitsspeicher 4 über die radial verlaufenden
Kapillar-Kanäle des Schreibflüssigkeitsspeichers zugeführt, die im Schreibflüssigkeitsleiter
5 nach vorn zur Schreibspitze gelangt und von dort auf die Schreibunterlage aufgetragen
wird.
1. Schreibgerät mit einem Schreibflüssigkeitsspeicher in Form eines Faserkörpers,
der in Richtung der Faserlängserstreckungen Kapillar-Kanäle aufweist, und mit einem
den Schreibflüssigkeitsspeicher aufnehmenden Gehäuse, in dessen vorderem Ende eine
Schreibspitze gehaltert ist, wobei sich im Schreibflüssigkeitsspeicher koaxial ein
Schreibflüssigkeitsleiter erstreckt, der in flüssigkeitsleitender Verbindung mit der
Schreibspitze steht, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibflüssigkeitsspeicher (4) aus sich senkrecht zur und radial bezüglich
der Längsachse des Schreibflüssigkeitsleiters (5) erstreckenden Fasern besteht.
2. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibflüssigkeitsleiter (5) ein flankenoffener, Kapillar-Kanäle aufweisender
Docht ist.
3. Schreibgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere Ende des Schreibflüssigkeitsleiters (5) die Schreibspitze bildet.