[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Nähfaden mit Coregarn, das aus endlosen, weitgehend
ausverstreckten und schrumpfarmen synthetischen Seelenfäden mit Ummantelung aus Fasern
oder Fadenteilen beliebiger Herkunft und mit mindestens einem weiteren Garn verzwirnt
und anschliessend weiterverarbeitet, z.B. gefärbt, geölt oder gewachst ist.
[0002] Solche für die Nähfadenherstellung üblicherweise eingesetzte Coregarne bestehen aus
zwei Komponenten, nämlich einem inneren, in der Regel endlosen, weitgehend ausverstreckten
synthetischen Faden (Seelenfaden), der vorzugsweise im Spinnverfahren mit Stapelmaterial
aus gerissenen oder geschnittenen Fasern bzw. Fadenteilen so umsponnen wird, daß der
Seelenfaden vollkommen abgedeckt ist. Das Umspinnungsmaterial kann in bekannter Weise
pflanzlicher, tierischer, synthetischer oder mineralischer Herkunft sowie aus Mischungen
dieser Bestandteile gefertigt sein.
[0003] Es ist bereits bekannt (DE-PS 2 436 997) zur Bildung eines Nähfadens der eingangs
genannten Art ausschließlich zwei, drei oder mehrere Coregarne des vorerwähnten Aufbaues
zusammenzuzwirnen. Zur Erzielung eines weitgehend kringelfreien Nähfadens wird dabei
sichergestellt, daß die Zwirndrehungen denen der Spinndehnung entgegenstehen. Diese
ausschließlich aus Coregarnen hergestellten Nähfäden besitzen durch die sogenannten
Seelenfäden eine hohe Festigkeit. Gleichzeitig sorgen die Fasern oder Fadenteile der
Umspinnung dieser Coregarne für eine haarige Oberfläche, die beim Nähvorgang eine
Luftkühlung der Nähnadel bewirkt; hier handelt es sich um einen Umstand, der bei schnell
und sehr schnell ablaufenden Nähvorgängen von großer Wichtigkeit ist.
[0004] Diese Vorteile haben zu einem vielseitigen und mengenmäßig großen Einsatz derartiger
Nähfäden aus Coregarnen geführt. Die Ausspinnung dieser für die Herstellung der bekannten
Nähfäden aus Coregarnen geeigneten Coregarne ist jedoch verhältnismäßig schwierig;
sie setzt einwandfrei und genau arbeitende Spinnvorrichtungen und insbesondere ein
gut geschultes und gewissenhaft arbeitendes Personal voraus. Aus diesen Gründen ist
die Herstellung solcher Coregarne relativ aufwendig; in aller Regel ist sie mit höheren
Gestehungskosten verbunden als die einfacher Spinngarne gleicher Materialart.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Nähfaden der eingangs genannten Art
so weiter auszubilden, daß er einen vergleichsweise einfacher realisierbaren Aufbau
besitzt.
[0006] Der Nähfaden gemäß der Erfindung, bei dem diese Aufgabe gelöst ist, zeichnet sich
im wesentlichen dadurch aus, daß das mindestens eine mit dem Coregam verzwirnte Garn
ein textuiertes, insbesondere lufttexturiertes Garn oder ein Spinngarn ist, das aus
beliebigem Material bzw. aus Materialmischungen besteht. Es hat sich gezeigt, daß
ein derartiger Nähfaden, der nicht ausschließlich aus Coregarnen gefertigt ist, sondern
mindestens ein Spinngarn oder ein texturiertes Garn enthält, aufgrund des mit eingezwirnten
Coregames, d.h. aufgrund des endlosen synthetischen Seelenfadens trotz günstigerer
Gestehungskosten genügend Festigkeit besitzt, während das mit hinzugenommene normale
Spinngarn bzw. das texturierte Garn zusammen mit dem Coregam-Umspinnungsmaterial die
erwünschte, in geringem Maße rauhe Fadenoberfläche bildet. Überraschenderweise hat
sich gezeigt, daß sich das Umspinnungsmaterial des Coregarnes mit dem hinzugenommenen
Spinngarn bzw. texturierten Garn gegenseitig abstützt; dadurch wird eine Verschiebung
des Umspinnungsmantels des Coregarns sicher verhindert. Diese verschiedenen genannten
Vorteile des erfindungsgemäßen kombinierten Nähfadens lassen sich jedoch nicht erzielen,
wenn - wie bereits vorgeschlagen wurde - mehrere, lediglich unterschiedlich aufgebaute
Garne oder Fäden, jedoch ohne Hinzunahme eines oder mehrerer Coregarne zu einem Nähfaden
verbunden sind.
[0007] Das Mischen von Stapelfasern natürlichen Ursprungs ist seit Jahrhunderten und das
Mischen von Stapelfasern unterschiedlicher Herkunft, d.h. natürlicher Fasern mit künstlichen
Fasern zur Erzielung besonderer Effekte bzw. günstiger mechanisch-technologischer
Eigenschaften bei geringen Kosten, ist bereits seit Jahrzehnten bekannt, wie sich
z.B. aus der ein spezielles Mehrkomponentengarn betreffenden DE-AS 25 07 054 ergibt.
Andererseits geht aus der Zeitschrift "Chemiefasern 21, Dezember 1971, Seiten 1037
bis 1042, hervor, daß der Fachmann gewohnt ist, auch Filamentmischgarne aus Chemiefasern
herzustellen, die wie normale Multifilamentgarne aufgebaut sind, jedoch möglichst
regellos vermischt und über den Garnquerschnitt verteilt sind. Diese bestehen aus
mindestens zwei verschiedenen Filamentarten. Dennoch wurden die besonders vorteilhaften
Möglichkeiten nicht erkannt und genutzt, den sehr günstige Eigenschaften aufweisenden
Nähfaden mit den Merkmalen des Patentanspruchs zu schaffen und einzusetzen und von
dessen günstigen Eigenschaften zu profitieren.
[0008] Im Hinblick auf die große Menge an Nähgarnen, die in der Praxis benötigt wird, hat
sich der Vorteil des Nähfadens nach der Erfindung, der mit wesentlich geringeren Gestehungskosten
verbunden ist, als besonders gravierend herausgestellt. So werden z.B. anstelle der
bisher bekannten und üblichen Zusammenfassung von zwei, drei oder mehr Coregarnen
für die Herstellung des erfindungsgemäßen Nähfadens die in der Regel teureren Coregarne
nur noch anteilig benötigt.
[0009] Ein weiterer Vorteil des neuen Nähfadens gemäß der Erfindung ist die einfache Kombinationsmöglichkeit
der verschiedenen Fadenkomponenten; d.h. es können z.B. zu einem, zwei oder mehreren
Coregarnen Garne aus unterschiedlichsten Materialien, darunter auch Mischungen aus
verschiedenen Materialien hinzugenommen werden. Die Weiterverarbeitung solcher erfindungsgemäß
zusammengesetzter Nähfäden erfolgt in an sich bekannter Weise, d.h. anschließend an
die Zwirnung oder eine sonstige Verbindungsmaßnahme, z.B. Verblasung oder Verklebung
wird der so hergestellte Nähfaden gefärbt, gewachst, geölt usw., bevor er zu Verkaufsspulen
aufgespult wird.
[0010] Die Erfindung erschöpft sich somit nicht in den nachstehend aufgeführten drei Beispielen:
1. Ein Coregarn mit einem weitgehend ausverstreckten und schrumpfarmen Seelenfaden
aus endlosem Polyestermaterial und einer volldeckenden Umspinnung aus Fasern gleichen
Materials wird mit einem einfachen texturierten z.B. lufttexturierten Polyestergarn
zusammengezwirnt, wobei die Zwirndrehung der Spinndrehung in der Drehrichtung entgegengesetzt
ist. Die Verbindung der beiden Fadenkomponenten kann statt durch Zwirnen auch durch
Verblasen oder durch Verkleben, Verschweißen oder Verpressen geschaffen sein.
2. Zwei Coregarne, die wiederum jeweils aus einem schrumpfarmen Seelenfaden aus endlosem
Polyestermaterial mit einer volldeckenden Umspinnung von Bauwollfasern gebildet sind,
werden mit einem Baumwoll-Spinngarn verzwirnt, bevor ihre Weiterbehandlung erfolgt.
3. Ein Coregarn der im Beispiel 1 erläuterten Ausführung wird statt mit dem dort erwähnten
texturierten Polyestergarn mit einem einfachen Polyester-Schnittstapelgarn zusammengezwirnt,
bei im übrigen gleicher Verarbeitung.
Nähfaden mit Coregarn, das aus endlosen, weitgehend ausverstreckten und schrumpfarmen
synthetischen Seelenfäden mit Ummantelung aus Fasern oder Fadenteilen beliebiger Herkunft
besteht und mit mindestens einem weiteren Garn verzwirnt und anschließend weiterverarbeitet,
z.B. gefärbt, geölt oder gewachst ist, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens
eine mit dem Coregarn verzwirnte Garn ein texturiertes, insbesondere lufttexturiertes
Garn oder ein Spinngarn ist, das aus beliebigem Material bzw. aus Materialmischungen
besteht.
Sewing thread with core yarn, which core yarn consists of endless, synthetic foundation
threads, which are, to a large extent, stretched out and low- shrink, with a covering
of fibres or thread parts of any origin and which is twisted with at least one further
yarn and is subsequently processed further, e.g. coloured, oiled or waxed, characterised
in that the at least one yarn twisted with the core yarn is a textured, more particularly,
air-textured yarn or a spinning yarn which is made of any material or mixtures of
material.
Fil à coudre comportant un fil d'âme, lequel est composé de fils d'âme synthétiue
continus largement étirés et à faible retrait, entourés d'une gaine en fibres ou en
tronçons de fils, dont la provenance est choisie à volonté, et est retordu avec au
minimum un autre fil, puis soumis à un traitement. ultérieur, en étant par example
teint, huilé ou ciré, fil à coudre caractérisé en ce que l'un au moins des fils retordus
avec le fil d'âme est un fil texturé, texturé ventilé en particulier, ou un fil de
filature, lequel est en matière quelconque ou constitué de mélange de matières.