[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl, bei dem Sitz und Rücken als gleichzeitig die
Tragkonstruktion für diese bildende einteilige Schale ausgebildet sind und im Bereich
der Umbiegung des hinteren Endes des Sitzes zum Rücken von Querschlitzen ausgehend
nach vorn in Sitzrichtung verlaufende Längsschlitze im Sitz vorgesehen sind, und
daß die Schale entweder um die Vorderkante des Sitzes federnd schwenkbar angeordnet
oder der Sitz der Schale fest am Stuhlgestell befestigt ist.
[0002] Bei bekannten Stühlen dieser Art (US-PS 4 529 247 und DE-GM 75 00 152) sind die in
Sitzrichtung verlaufenden Längsschlitze im Sitz durch einen Querschlitz miteinander
verbunden, derart, daß sich ein insgesamt U-förmiger Schlitz im wesentlichen im Sitzbereich
der einteiligen Schale ergibt. Dadurch wird eine Verstärkung der federnden Verschwenkbarkeit
des Rückens um eine durch die vorderen Endpunkte der in Sitzrichtung verlaufenden
Längsschlitze sich erstreckende horizontale Achse bewirkt Da der die Basis des U bildende
Querschlitz sich jedoch über die gesamte Sitzbreite erstreckt, muß der betreffende
Schlitz durch eine elastische Auflage abgedeckt werden, wenn verhindert werden soll,
daß Quetschungen des Gesässes der auf dem Stuhl sitzenden Personen vorkonmmen können.
Für eine Schale ohne zusätzliche Polsterung oder dgl. ist eine derartige Schlitzausgestaltung
daher nicht verwendbar. Hinzu kommt, daß dann, wenn der Sitz der Schale am Stuhlgestell
mittels der beidseitigen schmalen Streifen zwischen den sich in Sitzrichtung erstreckenden
Längsschlitzen und den Sitzrändern befestigt wird, bei einem Abwärtsfedern des hinteren
Teils des Sitzes sich die Tendenz ergibt, daß das vordere Ende des Sitzes sich anhebt
und dabei gegen die Unterseiten der Oberschenkel einer auf dem Stuhl sitzenden Person
drückt (Fig 4 von US-PS 4 529 247), was nur teilweise kompensierbar ist, wenn die
Sitz- und Rückenschale insgesamt um eine Querachse am vorderen Ende des Sitzes tragarmähnlich
federnd verschwenkbar am Stuhlgestell befestigt ist (Anspruch 16 von US-PS 4 529
247).
[0003] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, welche ein gleichgutes elastisches
Federungsvermögen zwischen Sitz und Rücken der einteiligen Schale ermöglicht, wie
bei den vorbeschriebenen bekannten Stühlen, ohne dabei die vorbeschriebenen Nachteile
im Übergangsbereich zwischen Sitz und Rücken durch den Querschlitz eines insgesamt
U-förmigen Schlitzes in Kauf nehmen zu müssen.
[0004] Bei einem Stuhl der eingangs bezeichneten Art wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung
dadurch gelöst, daß die Querschlitze als von außen nach innen zu den Längsschlitzen
verlaufende taillenähnliche Einziehungen oder als einfache Querschlitze ausgebildet
sind, so daß der zwischen den in Sitzrichtung verlaufenden Längsschlitzen befindliche
Bereich der Schale sich vom Sitz durchgehend in den Rücken fortsetzt.
[0005] Aufgrund dieser Ausbildung ist im zentrischen Übergangsbereich zwischen Sitz und
Rücken keinerlei Behinderung mehr für die auf dem Stuhl sitzende Person gegeben, dennoch
aber ein gleichgutes Federungsvermögen zwischen Sitz und Rücken mit entsprechender
Vergrößerung der Sitzwinkelöffnung gewährleistet, wie bei den bekannten Stühlen mit
U-förmiger Schlitzausbildung, was für ein bequemes Nachhintenlehnen und dabei stattfindendes
sicheres Abstützen sehr wünschenswert ist, wobei das Maß der erzielbaren Sitzwinkelöffnung
im wesentlichen von der Länge der sich in Sitzrichtung erstreckenden Längsschlitze
abhängig ist. Auch ist erkennbar, daß die einteilige Schale wahlweise entweder um
die Vorderkante des Sitzes federnd schwenkbar angeordnet oder der Sitz der Schale
fest am Stuhlgestell befestigt werden kann, wobei im letzteren Fall praktisch der
gesamte Sitzflächenbereich zur Befestigung mit dem Stuhlgestell zur Verfügung steht.
[0006] Eine konstruktiv besonders einfache Ausgestaltung erhält man, wenn die federnde Einspannung
der einteiligen Schale am Stuhlgestell durch Auflage und Befestigung des vorderen
Endes des Sitzes auf einer am Stuhlgestell befestigten Tra verse gebildet ist, derart,
daß die gesamte einteilige Schale um den hinteren Rand der Traverse als Querachse
federnd verschwenkbar ist.
[0007] Die Traverse kann dabei von einer im wesentlichen horizontal angeordneten Platte
gebildet sein, so daß sich eine entsprechend breite Auflagefläche der Schale auf der
Traverse ergibt.
[0008] Dabei empfiehlt es sich dann, die obere Hinterkante der Platte abgerundet auszubilden,
so daß sich bei der federnden Verschwenkbewegung der Schale um diese als Schwenkachse
wirkende Hinterkante keine Einkerburg in dem der oberen Hinterkante gegenüberliegenden
Bereich der Schale ergibt
[0009] Bei einem Stuhl mit normalen vier Standbeinen empfiehlt es sich, unterhalb des Sitzes
der einteiligen Schale im Bereich derselben von der Traverse nur schwach abwärts
geneigt verlaufende hintere Stuhlbeine abzweigen zu lassen, die am Ende des Sitzes
im wesentlichen senkrecht gerichtet sind. Dadurch können die betreffenden hinteren
Stuhlbeine in konstruktiv besonders einfacher Weise mit der Traverse verbunden sein
und verhindern dennoch nicht eine Abwärtsverschwenkung der einteiligen Schale im
Bereich des Sitzes.
[0010] Das Stuhlgestell kann aber auch in beliebiger anderer Weise ausgebildet sein, beispielsweise
als Freischwinger oder als Teleskopdrehgestell.
[0011] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert
Diese zeigt in
Fig. 1 eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines Stuhles mit Sitz und Rücken
bildender einteiliger Schale in Seitenansicht,
Fig. 2 den Stuhl gemäß Fig. 1 in Draufsicht,
Fig. 3 einen Drehstuhl mit Sitz- und Rückenschale in Seitenansicht,
Fig. 4 den Stuhl gemäß Fig 3 in Draufsicht,
Fig. 5 einen Stuhl mit Sitz- und Rückenschale mit freischwingendem Stuhlgestell in
Seitenansicht und in
Fig. 6 den Stuhl gemäß Fig. 5 in Draufsicht.
[0012] Der Stuhl gemäß Fig 1 und 2 weist zwei aus Rohrprofilen gebildete vordere Stuhlbeine
1 auf, die durch eine plattenförmige Traverse 2 miteinander verbunden sind. An der
Traverse 2 sind zwei untere Stuhlbeine 3 über einen Verbindungssteg 4 mit der Traverse
2 verbunden, und zwar vorzugsweise durch Verschweißung. Die hinteren unteren Stuhlbeine
3 verlaufen von der Traverse 2 zunächst schwach abwärts geneigt und sind am hinteren
Ende des Stuhls im wesentlichen abwärts gerichtet.
[0013] An der Traverse 2 ist eine einteilige, Sitz 5 und Rücken 6 bildende Schale 7 aus
geeignetem federnden Material wie Sperrholz, Kunststoff oder Metall mittels Befestigungsschrauben
oder Nieten 8 fest eingespannt befestigt, derart, daß die Schale 7 als Ganzes federnd
nachgiebig verschwenkbar ist, wobei der vor der Traverse 2 liegende Teil des Sitzes
5 seine Lage im wesentlichen beibehält. Die hintere obere Kante der Traverse 2 ist
zweckmäßig abgerundet ausgebildet, um bei der Verschwenkung des hinter der Traverse
2 liegenden Bereichs der Schale 7 keine Einkerbung im der hinteren oberen Kante der
Traverse 2 gegenüberliegenden Bereich hervorzurufen.
[0014] Zwischen Sitz 5 und Rücken 6 der Schale 7 ist eine taillenähnliche Einziehung 9
ausgebildet und vom inneren Ende dieser Einziehung 9 an nach vorn in Sitzrichtung
verlaufende Einschnitte bzw. Längsschlitze 10 im Sitz 5 der Schale 7 derart, daß bei
Belastung des Rückens 6 durch eine sich gegenlehnende Person der Rücken 6 um eine
horinzontale Achse gegenüber dem Sitz 5 verschwenken kann, die sich durch die vorderen
Enden der Längsschlitze 10 erstreckt.
[0015] Aufgrung dieser Ausbildung ist erkennbar, daß sich eine zweifache Verstärkung der
ohnehin gegebenen federnden Verstellbarkeit zwischen Sitz 5 und Rücken 6 der Schale
7 ergibt, und zwar einmal durch die taillenartige Einziehung 9, insbesondere aber
auch noch durch die in Sitzrichtung verlaufenden Längsschlitze 10 zwischen Sitz 5
und Rücken 6, so daß sich bei entsprechender Belastung des Rückens 6 bei einem Nachhintenlehnen
der den Stuhl benutzenden Person eine besonders starke Vergrößerung der Sitzwinkelöffnung,
d.h. des Winkels zwischen Sitz 5 und Rücken 6 ergibt, wie dies aus ergonomischen
Gründen sehr erwünscht ist. Wie Fig. 1 zeigt, wird das Abwärtsfedern der Schale 7
beim Benutzen des Stuhles durch die hinteren Stuhlbeine nicht behindert, weil diese
trotz raumsparender Ausbildung unterhalb des Sitzes 5 entsprechend leicht abwärts
geneigt verlaufen.
[0016] Der Stuhl gemäß den Fig. 3 und 4 weist ein übliches höhenverstellbares Drehgestell
13 auf, das mittels Laufrollen 14 verfahrbar ist. Am oberen Ende eines drehbaren Teleskopteils
15 ist ein gabelförmiges Befestigungselement 16 angeordnet, das mit zwei sich nach
vorn erstreckenden Zinken 17 versehen ist, die mit einer plattenförmigen Traverse
18 verbunden, vorzugsweise verschweißt sind Mit dieser Traverse 18 ist in gleicher
Weise wie bei der Ausführungsform nach den Fig 1 und 2 die dort im einzelnen beschriebene,
einteilige Sitz 5 und Rücken 6 bildende Schale 7 befestigt, worauf zur Vermeidung
von Wiederholungen in vollem Unfang Bezug genommen wird. Das Federungsverhalten ist
dann das gleiche beim zuvor bescriebenen Stuhl gemäß Fig. 1 und 2.
[0017] Bei dem Stuhl nach den Fig. 5 und 6 ist der Stuhl mit einem sog. Freischwinger-Stuhlgestell
23 ausgebildet, d.h. einem federnden Rohrrahmen, der mit einer U-förmigen Basis 24
auf dem Boden aufliegt, wobei sich die Schenkel der U-förmigen Basis 24 in im wesentlichen
senkrecht gerichtete vordere Stuhlbeine 25 fortsetzen. Bei einem klassischen Freischwinger-Stuhl
sind die aufwärtsgerichteten Rohre der vorderen Stuhlbeine dann weiter zweifach im
wesentlichen rechtwinklig umgebogen, um derart die Tragkonstruktion für einen Sitz
und Rücken zu bilden. Bei dem Stuhl nach Fig. 5 und 6 sind die aufwärtsgerichteten
Rohrteile der vorderen Stuhlbeine 25 jedoch am oberen Ende nach Umbeigung in die Horizontale
nur noch um ein kurzes Stück 26 verlängert und zwischen den Rohrstücken 26 ist eine
Traverse 27, vorzugsweise durch Anschweißung befestigt. An der Traverse 27 ist in
gleicher Weise wie bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 die dort im einzelnen
beschriebene, einteilige Sitz 5 und Rücken 6 bildende Schale 7 befestigt, worauf zur
Vermeidung von Wiederholungen in vollem Umfang Bezug genommen wird.
[0018] Wie erkennbar ist, kann auf diese Weise ein Freischwinger-Stuhlgestell mit einer
schalenförmigen Sitz- und Rückenkonstruktion versehen werden, wie dies vielfach gewünscht
ist und dabei auch die besonders vorteilhafte Verstärkung der federnden Verstellbarkeit
zwischen Sitz 5 und Rücken 6 erreicht werden, wie diese bei der Ausführungsform gemäß
den Fig. 1 und 2 ausführlich beschrieben ist. Dabei ist lediglich in Kauf zu nehmen,
daß aufgrund des Freischwinger-Stuhlgestells sich das vordere Ende des Sitzes 5 in
Abhängigkeit von sich verändernder Belastung infolge anderer Sitzposition der den
Stuhl benutzenden Person auf einer Kreisbahn verlagern kann, deren Mittelpunkt etwa
am unteren Ende der Stuhlbeine 25 liegt. In Fällen, bei denen der betreffende Stuhl
jedoch keinen anderen Möbeln, wie Schreibtischen o. dgl. unmittelbar zugeordnet ist,
spielt dies im allgemeinen keine Rolle.
1. Stuhl, bei dem Sitz und Rücken als gleichzeitig die Tragkonstruktion für diese
bildende einteilige Schale ausgebildet sind und im Bereich der Umbiegung des hinteren
Endes des Sitzes zum Rücken von Querschlitzen ausgehend nach vorn in Sitzrichtung
verlaufende Längsschlitze im Sitz vorgesehen sind und daß die Schale entweder um
die Vorderkante des Sitzes federnd schwenkbar angeordnet oder der Sitz der Schale
fest am Stuhlgestell befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschlitze als
von außen nach innen zu den Längsschlitzen (10) verlaufende taillenähnliche Einziehungen
(9) oder als einfache Querschlitze ausgebildet sind, so daß der zwischen den in Sitzrichtung
verlaufenden Längsschlitzen (10) befindliche Bereich der Schale (7) sich vom Sitz
(5) durchgehend in den Rücken (6) fortsetzt.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die federnde Einspannung der
einteiligen Schale (7) am Stuhlgestell durch Auflage und Befestigung des vorderen
Endes des Sitzes (5) auf einer am Stuhlgestell befestigten Traverse (2) gebildet
ist.
3. Stuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Traverse (2) von einer im
wesentlichen horizontal angeordneten Platte gebildet ist.
4. Stuhl nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Hinterkante der Platte
abgerundet ausgebildet ist.
1. Chair, in which the seat and back are formed as a single shell simultaneously forming
the chair support structure, and in which longitudinal slots are provided in the seat
in the region of the bend of the rear end of the seat to the back, these slots starting
from transverse slots and extending forwards in the sitting direction, the shell either
being resiliently pivotably mounted about the front edge of the seat or the seat of
the shell being firmly fixed to the chair frame, characterised in that the transverse
slots are formed as waist-like tapers extending inwards to the longitudinal slots
(10) or as simple transverse slots, so that the region of the shell (7) located between
the longitudinal slots (10) extending in the sitting direction continues from the
seat (5) continuously into the back (6).
2. Chair according to claim 1, characterised in that the resilient mounting of the
one-piece shell (7) on the chair frame is formed by placing and fixing the front end
of the seat (5) on a cross-bar (2) fixed to the chair frame.
3. Chair according to claim 2, characterised in that the cross-bar (2) is formed by
a plate mounted substantially horizontally.
4. Chair according to claim 3, characterised in that the upper rear edge of the plate
is rounded.
1. Chaise, dans laquelle le siège et le dossier sont également constitués en tant
que structure de support pour une coquille d'un seul tenant qui constitue ces derniers,
et des fentes longitudinales sont prévues dans le siège, dans la zone de la courbure
de l'extrémité arrière du siège vers le dossier, de tracé orienté vers l'avant selon
la direction du siège, en partant de fentes transversales, et en ce que, soit la coquille
est disposée à pivotement de façon élastique autour de l'arête avant du siège, soit
le siège de la coquille est fixé sur le bâti de chaise, caractérisée en ce que les
fentes transversales sont réalisées sous forme de rétrécissements en forme de I, partant
de l'extérieur vers l'intérieur vers les fentes longitudinales (10) ou sous forme
de fentes transversales simples, de sorte que la zone de la coquille (7) située entre
les fentes longitudinales (10) de tracé parallèle à la direction du siège se poursuit
depuis le siège (5) jusque dans le dossier (6).
2. Chaise selon la revendication 1, caractérisée en ce que, l'encastrenent élastique
de la coquille d'un seul tenant (7) sur le bâti de chaise est constitué par un appui
et une fixation de I'extrémité avant du siège (5) sur une traverse (2) fixée sur le
bâti de chaise.
3. Chaise selon la revendication 2, caractérisée en ce que la traverse (2) est constituée
par une plaque disposée sensiblement à l'horizontale.
4. Chaise selon la revendication 3, caractérisée en ce que l'arête supérieure de la
plaque est réalisée en arrondi.