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EP 0 242 608 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.12.1988 Patentblatt 1988/51 |
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Anmeldetag: 21.03.1987 |
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Vorrichtung zum Auf- oder Abwickeln von kontinuierlich anfallenden, biegsamen Flächengebilden
Device for winding or unwinding a continuous stream of flat flexible products
Dispositif pour enrouler ou dérouler un courant continu de produits plats flexibles
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
14.04.1986 CH 1475/86
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.10.1987 Patentblatt 1987/44 |
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Patentinhaber: Ferag AG |
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CH-8340 Hinwil (CH) |
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Erfinder: |
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- Honegger, Werner
CH-8630 Tann Rüti (CH)
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| (74) |
Vertreter: Patentanwälte
Schaad, Balass, Menzl & Partner AG |
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Dufourstrasse 101
Postfach 8034 Zürich 8034 Zürich (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auf- oder Abwickeln von kontinuierlich,
insbesondere geschuppt anfallenden, biegsamen Flächengebilden, vorzugsweise Druckprodukten
zu bzw. von einem Wickel gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist aus der am 21. November 1985 unter der Nr. 0 161 569
veröffentlichten europäischen Patentanmeldung bekannt. Bei dieser vorbekannten Vorrichtung
ist der ringförmige Wickelkern, im Falle, dass er angetrieben wird, der angetriebene
Teil eines Reibradgetriebes und die als Lagerung dienenden Tragräder, auf denen der
Wickelkern mit seiner Innenseite aufliegt, sind zugleich das antreibende Teil des
Reibradgetriebes.
[0003] Damit der Wickelkern während seiner Drehung nicht in axialer Richtung abwandert,
oder auch nur seine axiale Lage verändern kann, (was zu einem konischen Wickel führen
würde) weist der Wickelkern der bekannten Vorrichtung nach innen ragende Seitenflansche
auf, die gewissermassen als Spurkranz mit den Stirnflächen der Tragräder, aber auch
des Führungsrades zusammenwirken.
[0004] Dies zieht verschiedene Nachteile mit sich : Der Wickelkern und insbesondere der
Abstand dessen Seitenflansche voneinander sind der Dicke der Tragräder und des Führungsrades
anzupassen, die ihrerseits nicht als Walzen ausgebildet werden können. Die Dicke der
Tragräder und jene des Führungsrades müssen sich entsprechen und darüber hinaus müssen
die Stirnflächen aller Räder je in einer Ebene liegen, sollen sie Seitenflansche des
Wickelkernes ihrer Rolle als Spurkränze gerecht werden. Darüber hinaus muss bei der
vorbekannten Einrichtung zum Abheben des Wickelkernes von den Tragrädern dieser zunächst
zumindest um das radiale Mass der Seitenflansche lotrecht angehoben werden, bevor
der Wickelkern in axialer Richtung entfernt werden kann. Dieses lotrechte Anheben
bedarf insbesondere bei voll bewickeltem Wickelkern eines erheblichen Kraftaufwandes.
Letztlich ist bei der bekannten Einrichtung bei der Bemessung des Wickelkernes stets
ein Kompromiss zu schliessen. Einerseits muss dieser bezüglich seiner Seitenflansche
- wie erwähnt - der Dicke der Räder angepasst sein, und andererseits sollte dessen
äussere Aussenfläche einigermassen dem Format der aufzuwickelnden Flächengebilde angepasst
sein, damit diese möglichst auf dem grössten Teil ihrer Breite direkt oder indirekt
auf der äusseren Mantelfläche des Wickelkernes abgestützt sind.
[0005] Bei diesem Stand der Technik ist es als ein Zweck der Erfindung anzusehen, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei der der Wickelkern rein hohlzylindrisch,
also etwa die Form eines flanschlosen Rohrabschnittes aufweisen kann, was die Entfernung
des Wickelkernes erleichtert und dessen bessere Anpassung an die Breite der Flächengebilde
ermöglicht. Ausserdem sollen weder die Tragräder noch das Führungsrad - abgesehen
von ihrem Zusammenwirken mit der Innenseite des Wickelkernes - unabhängig von der
Ausbildung des Wickelkernes bemessen werden können, wobei die gleichbleibende axiale
Lage des Wickelkernes bei seiner Drehung dennoch gewährleistet bleibt.
[0006] Zu diesem Zweck weist die vorgeschlagene Einrichtung die im Kennzeichen des Patentanspruches
1 angegebenen Merkmale auf.
[0007] Wenn nun dem Führungsrad ein Lenkausschlag gegeben wird, das heisst, wenn seine Drehachse
nicht mehr genau parallel zu den Drehachsen der Tragräder ist, erfährt der Wickelkern
bei seiner Drehung zusätzlich eine axiale Bewegungskomponente, die je nach Drehrichtung
des Wickelkernes und nach der Seite des Lenkausschlages den Wickelkern entweder zur
Anschlaganordnung drängt, womit seine axiale Lage festgelegt ist, oder aber die den
Wickelkern von der Anschlaganordnung entfernt, was die Entfernung des Wickelkernes
bedeutend vereinfacht. Für den Lenkausschlag des Führungsrades sind einige wenige
Winkelgrade ausreichend.
[0008] Merkmale bevorzugter Ausführungsformen sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0009] Nachstehend ist die Erfindung rein beispielsweise anhand der Zeichnung näher beschrieben.
[0010] Es zeigt :
Fig. 1 eine sehr schematische Seitenansicht einer Vorrichtung ;
Fig. 2 einen Schnitt in grösserem Massstab längs der Linie 11-11 ;
Fig. 3 in nochmals etwas grösserem Massstab eine Ansicht in Richtung des Pfeiles 111
der Fig. 2, wobei gestrichelt die hinter der Seitenwand angeordneten Elemente angedeutet
sind ;
Fig. 4 in nochmals etwas grösserem Massstab eine Draufsicht, teilweise im Schnitt,
aus Richtung des Pfeiles IV Fig. 2 auf das Führungsrad ; und
Fig. 5 eine Ausführungsvariante in einer ähnlichen Darstellungsart wie Fig. 2, allerdings
in nochmals grösserem Massstab.
[0011] Es sei nun - auch im Sinne einer Erläuterung des Oberbegriffes des Patentanspruches
1 - zunächst auf Fig. 1 Bezug genommen.
[0012] Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung 10 treibt ein Motor 11 über eine Kette
12, ein Vorgelege 13, über ein Getriebe 14 sowie über eine weitere Kette 15 eine Umlenkrolle
16 eines Bändchenförderers 17 an. Der Bändchenförderer 17 ist von einem nicht dargestellten,
wippenartigen Rahmen getragen, der um die Drehachse der Umlenkrolle 16 schwenkbar
ist und mittels einer Gasfeder 18 stets an den Aussenumfang eines Wickelkernes 19,
bezw. eines darauf in Bildung begriffenen Wickels 20 drängt. Der Bändchenförderer
17 führt dem Wickel die nicht dargestellten, biegsamen Flächengebilde zu, bezw. fördert
soiche Flächengebilde beim Abwickeln des Wickels ab. Ueber eine weitere, vom Getriebe
14 ausgehende Kette 21 ist eine Vorratsrolle 22 für ein Wickelband 23 angetrieben,
das seinerseits den Bändchenförderer 17 im Bereich dessen Berührungsstelle am Wickelkern
19, bzw. am Wickel 20 durchsetzt und im Zuge des Aufwickelns der vom Bändchenförderer
angelieferten Flächengebilde (nicht dargestellt) mit aufgewickelt wird, bzw. beim
Abwickeln des Wickels 20 wieder auf die Vorratsrolle 22 aufgespult wird.
[0013] Vom Vorgelege 13 führt eine weitere Kette 24 zu einem Wickelgetriebe 25 mit selbsttätig
stufenlos verändebaren Uebersetzungsverhältnis. Vom Wickelgetriebe 25 führt eine weitere
Kette 26 zu zwei über nochmals eine Kette 27 zu gleichsinniger Drehung miteinander
verbundenen Tragrädern 28, 29, auf denen der Wickelkern 19 gelagert ist und die -
falls angetrieben - den Wickelkern 19 reibschlüssig in demselben Drehsinn antreiben.
Ergänzt wird die Lagerung des Wickelkernes 19 durch ein im wesentlichen frei drehbares
Führungsrad 30, das heb- und senkbar ist und In abgesenkter Stellung ebenfalls mit
der Innenseite des Wickelkernes 19 zusammenwirkt und dann nicht nur ein ungewolltes
Abheben des Wickelkernes 19 von einem der Tragräder 28, 29 verhindert, sondern auch
zur Erhöhung des Reibschlusses zwischen diesen und der Innenseite 19a des Wickelkernes
19 beitragen kann. Durch die Räder 28, 29 und 30 ist damit auf alle Fälle eine zentrische
Lage des Wickelkernes 19 gewährleistet.
[0014] Es sei nun auf die Fig. 2-4 Bezug genommen. Man erkennt in Fig. 2 das Tragrad 28
sowie das Führungsrad 30, das mit ausgezogenen Linien in der Eingriffslage mit der
glatten Innenseite 19a des Wickelkernes dargestellt ist. Ein Teil des Umrisses des
Wickels 20 ist strichpunktiert dargestellt. Das Tragrad 28 ist auf einer Welle 31
aufgekeilt, die ihrerseits in zwei Wälzlagern 32, 33 drehbar in einem Lagergehäuse
34 gelagert ist. Das Lagergehäuse 34 ist fest an der einen Seite einer lotrechten
Seitenwand 35 des Maschinenrahmens angeflanscht, wobei das vom Tragrad 28 entfernte
Ende der Welle diese Wand 35 durchsetzt und die die Ketten 26 und 27 aufnehmenden
Kettenräder 36, bzw. 37 aufgekeilt hat. Die Lagerung und Anordnung des Tragrades 29
entspricht jener des Tragrades 28.
[0015] Das Führungsrad 30 ist ebenfalls auf einer Welle 38 aufgekeilt, die zunächst über
ein Pendelwälzlager 39 in einem Lagergehäuse 40 drehbar gelagert ist. Das Lagergehäuse
40 ist auf einer ringförmigen Platte 41 angeflanscht, die ihrerseits (Vgl. Fig. 3
und 4) an einem Schlitten 42 verankert ist. Dieser in Fig. 3 durch eine dicke Umrandung
hervorgehobene Schlitten 42 ist über Kugelbüchsen 43 (Fig. 2) verschiebbar auf zwei
parallelen Säulen 44 und 45 geführt, sodass die Lenkachse des Lagergehäuses 40 damit
bezüglich des Wickelkernes 19 radial verschiebbar ist, und zwar in einer In der Seitenwand
35 vorhandenen Aussparung 44'. Zum Heben und zum Senken des Lagergehäuses 40 dient
ein Fluidikaggregat 45', dessen Kolbenstange 46 über ein Kreuzgelenk 47 (Fig. 2) in
der Mitte des Schlittens 42 angelenkt ist.
[0016] Aus Fig. 3 geht hervor, dass der Schlitten 42 im wesentlichen U-förmig ist. Er umgreift
eine Lagerplatte 48, die ihrerseits durch an gegenüberliegenden Seiten nachgiebige
Stifte 49, 50 (Fig. 4) so zwischen den Schenkeln des Schlittens 42 gehalten ist, dass
sie sich in Bezug auf den Schlitten 42 nicht in einer zu den Säulen 44, 45 parallelen
Richtung bewegen kann, sondern nur rechtwinklig dazu. Zu diesem Zweck ist an der Platte
48 bei 51 die Kolbenstange 52 eines weiteren Fluidikaggregates 53 angelenkt, dessen
Zylinder bei 55 am Ende eines vom Schlitten 42 seitlich abstehenden Auslegers 54 angelenkt
ist. Um die Lagerplatte 48 auch gegen ein Verkippen zu sichern, ist an ihrer dem Anlenkpunkt
51 gegenüberliegenden Seite ein Stift 56 verankert, der in ein am Schlitten 42 befestigtes
Führungsstück 57 eingreift.
[0017] In der Lagerplatte 48 ist ein weiteres Pendelwälzlager 58 montiert, in dem das vom
Führungsrad 30 entfernte Ende der Welle 38 gelagert ist. Da sich die Lagerplatte 48
und damit auch das Pendelwälzlager 58 quer zur Richtung der Säulen 44, 45 verschieben
lässt, kann die Welle 38 in einem beschränkten Winkelbereich um die Mitte des Pendenwälzlagers
39 verschwenkt werden, oder, mit anderen Worten entspricht diese Mitte einer Lenkachse
59, um die das Führungsrad 30 auslenkbar ist. In Fig. 4 ist ausgezogen der Umriss
des unausgelenkten Führungsrades 30 dargestellt, strichpunktiert dagegen der Umriss
in den beiden möglichen Endlagen der Auslenkung.
[0018] Es sei nun angenommen, dass der Wickelkern 19 so auf die Tragräder 28, 29 aufgesetzt
werde, dass die Stirnseiten des Wickelkernes 19 die in Fig. 4 mit 19' strichpunktiert
angegebene Lage einnehmen. Der Wickelkern 19 sei sodann durch die Tragräder 28, 29
so in Drehung versetzt, dass die Innenseite des Wickelkernes, auf die das Führungsrad
30 einwirkt, sich in Richtung des Pfeiles 60 bewege. In axialer Richtung ist der Wickelkern
19 nun noch nicht genau positioniert. Es genügt nun, die Lagerplatte 48 in Fig. 4
nach oben zu verschieben, so dass die strichpunktiert angegebene Drehachse des Führungsrades
30 um wenige Grade im Gegenuhrzeigersinn um die Lenkachse 59 verschwenkt wird, wobei
das Führungsrad 30 einen entsprechenden Lenkausschlag erhält. Durch diesen Lenkausschlag
erteilt nun das Führungsrad 30 dem Wickelkern 19 eine Bewegungskomponente in Richtung
des Pfeiles 61 in Fig. 4. Der Wickelkern 19 wandert somit während der Drehung in Richtung
auf die Seitenwand 35 zu, das heisst auf seine richtige Axiallage.
[0019] Die richtige Axiallage wird nun durch eine kreisbogenförmige Anschlagschiene 62 bestimmt,
die (Siehe Fig. 2) am Lagergehäuse 40 der Welle 38 befestigt und daher mit diesem
heb- und senkbar ist, wobei die Anschlagschiene konzentrisch zum aufgelegten Wickelkern
ist. Um die Vorrichtung auch für Wickelkerne verschiedener axialer Längen benützen
zu können, kann die Anschlagschiene 62 auch längs des Lagergehäuses 40 verschiebbar
und feststellbar angeordnet werden. Andererseits können anstelle der Anschlagschiene
62 auch frei drehbare Anschlagrollen vorgesehen sein, deren Drehachsen radial zum
aufgelegten Wickelkern gerichtet sind.
[0020] Würde die Lagerplatte 48 in Fig. 4 nach unten verschoben, das heisst die Drehachse
des Führungsrades 30 im Uhrzeigersinn um die Lenkachse 59 verschwenkt, ergäbe sich
bei gleichbleibender Bewegungsrichtung (Pfeil 60) des Wickelkernes 19 eine den Pfeil
61 entgegengesetzte Bewegungskomponente. die ihrerseits die Entfernung des Wickelkernes
19 erleichtert.
[0021] Wenn der Wickelkern 19 seine richtige Axiallage erreicht hat, kann der Lenkausschlag
des Führungsrades 30 aufgehoben werden, sodass die Drehachse des Führungsrades wieder
exakt parallel zu jenen der Tragräder 28, 29 ist. Damit unterbleibt die Bewegungskomponente
des Pfeiles 61 und auch ein allfälliger Reibungsverlust an der Anschlagschiene 62.
[0022] Während bei der anhand der Fig. 2-4 gezeigten Ausführungsform das Führungsrad 30
mit seiner Welle 38 stets frei drehbar ist und der Lenkausschlag des Führungsrades
30 durch Beaufschlagung des Aggregates 43 erzielt wird, kann der Umstand, dass die
Lenkachse 59 ausserhalb der Mittenebene des Führungsrades 30 liegt, dazu ausgenützt
werden, dessen Lenkausschlag auch auf andere Weise zu bewirken. Eine solche Ausführungsform
ist in Fig. 5 skizziert.
[0023] Das die Seitenwand 35 durchsetzende Ende der Welle 38 ist hier über ein Wälzlager
63 in einer ähnlich wie die Lagerplatte in bezug auf den Schlitten 42 quer zu den
Säulen 44, 45 verschiebbaren Lagerhülse 64 gelagert. Die Welle 38 ist über das Wälzlager
63 verlängert und trägt über ein Kugellager 65 den einen Teil 66 einer elektromagnetischen
Bremse 67, welcher Teil durch einen den Schlitten 42 übergreifenden Führungsbügel
68 gegen Verdrehung gesichert ist, ohne an einer Querverschiebung gehindert zu sein.
Auf dem freien Ende der Welle 38 (rechts in Fig. 5) ist der andere Teil 69 der Bremse
67 aufgekeilt.
[0024] Solange die Bremse 67 gelüftet ist, bleibt die Welle 38 durch die Wirkung der Stifte
49, 50 achsparallel zu den Drehachsen der Tragräder 28, 29, und dem Wickelkern 19
wird keine axiale Bewegungskomponente vermittelt. Wird aber die Bremse 67 betätigt,
bewirkt die Bremsung des Führungsrades 30, dass dieses der Bewegungsrichtung 60 drehenden
Wickelkernes 19 folgt und somit den Lenkausschlag um die Lenkachse 59 bewirkt. Dabei
ist allerdings zu beachten, dass die Bremskraft so zu bemessen ist, dass das Führungsrad
30 nicht an einer Drehung verhindert, sondern nur gehemmt wird. Sobald die Bremse
wieder gelüftet wird, stellt sich das Führungsrad 30 wieder achsparallel zu den Tragrädern
28, 29.
1. Vorrichtung zum Auf- oder Abwickeln von kontinuierlich, insbesondere geschuppt
anfallenden, biegsamen Flächengebilden, vorzugsweise Druckprodukten, zu bzw. von einem
Wickel (20) mit einem zur Aufnahme des Wickels (20) bestimmten, ringförmigen Wickelkern
(19), der mit seiner zylindrischen Innenseite (19a) reibschlüssig auf antreibbare
Tragräder (28, 29) auflegbar und von diesen abhebbar ist, und mit einem auf die Innenseite
(19a) des aufgelegten Wickelkernes (19) unterhalb der Tragräder (28, 29) zur Einwirkung
bringbaren und von dieser abhebbaren, im wesentlichen frei drehbaren Führungsrad (30),
dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrad (30) in Wirklage um eine bezüglich des
aufgelegten Wickelkernes (19) radial gerichtete Lenkachse (59) auslenkbar ist, und
dass eine mit der einen Stirnseite des Wickelkernes (19) zusammenwirkende Anschlaganordnung
(62) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkachse (59)
ausserhalb der Mittelebene des Führungsrades (30) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrad
(30) auf dem einen Ende einer Welle (38) aufgekeilt ist, die mittels eines Pendelwälzlagers
(39) in einem bezüglich des aufgelegten Wickelkernes (19) radial verschiebbaren Lagergehäuse
(40) gelagert ist, wobei die Lenkachse (59) in der Mittelebene des Pendelwälzlagers
(39) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (38)
des Führungsrades (30) auf der diesem gegenüberliegenden Seite des Pendelwälzlagers
(39) verlängert ist und an ihrem anderen Ende über ein weiteres Lager (58 ; 63) in
einem mit dem Lagergehäuse (40) verschiebbaren und zusätzlich quer zu dessen Verschiebebewegung
verstellbaren Lagerblock (48 ; 64) gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagergehäuse
(40) an einem bezüglich des aufgelegten Wickelkernes (19) in radialer Richtung geführt
verschiebbaren Schlitten (42) befestigt ist, an dem ein Hubelement (45) angelenkt
ist.
6. Vorrichtung nach den Patentansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass der
Lagerblock (48) quer zur Verschieberichtung des Schlittens (42) mittels eines an diesem
angelenkten Betätigungselementes (53) geführt verschiebbar ist.
7. Vorrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (38)
des Führungsrades (30) auf der diesem gegenüber liegenden Seite des Pendelwälzlagers
(39) verlängert ist und an ihrem anderen Ende mit einer Bremse (67) versehen ist,
wodurch das durch die Innenseite (19a) des aufgelegten Wickelkernes (19) in Drehung
versetzte Führungsrad (30) nach Massgabe der Betätigung der Bremse (67) selbsttätig
zu einer Auslenkung um die Lenkachse 59 veranlasst wird.
8. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Anschlagvorrichtung eine Anschlagschiene (62) aufweist.
9. Vorrichtung nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagschiene
(62) kreisbogenförmig und zum aufgelegten Wickelkern konzentrisch ist.
10. Vorrichtung nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagschiene
(62) sich zu beiden Seiten seiner durch die Drehachse des unausgelenkten Führungsrades
(30) gelegten Vertikalebene um im wesentlichen gleich lange Bogenabschnitte erstreckt.
11. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 9 oder 10 dadurch gekennzeichnet, dass
die Anschlagschiene (62) am Lagergehäuse (40) der Welle (38) des Führungsrades (30)
befestigt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Anschlageinrichtung wenigstens drei frei drehbare Rollen mit radial zum aufgelegten
Wickelkern (19) verlaufenden Drehachsen aufweist, deren Laufflächen eine Ebene bestimmen.
13. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1-12, dadurch gekennzeichnet, dass
die Anschlageinrichtung (62) in axialer Richtung des aufgelegten Wickelkernes (19)
verstellbar und feststellbar ist.
1. Device for the winding or unwinding of flexible flatshaped articles, which are
produced continuously, in particular imbricated, preferably printing products, to
or respectively from a roller (20) with an annular roller core (19) which is intended
to receive the roller (20), and which with its cylindrical inner side (19a) is able
to be mounted in a friction-locking manner onto drivable carrier wheels (28, 29) and
is able to be removed therefrom, and with a substantially freely rotatable guide wheel
(30), which is able to be brought into operation onto the inner side (19a) of the
mounted roller core (19) beneath the carrier wheels (28, 29) and is removable therefrom,
characterized in that the guide wheel (30) in its active position is able to be deflected
about a deflection axis (59) which is directed radially with respect to the mounted
roller core (19), and that a stop arrangement (62) is provided which cooperates with
one face of the roller core (19).
2. Device according to Patent claim 1, characterized in that the deflection axis (59)
is arranged outside the median plane of the guide wheel (30).
3. Device according to patent claim 2, characterized in that the guide wheel (30)
is keyed on one end of a shaft (38), which is mounted by means of a self-aligning
roller bearing (39) in a bearing housing (40) which is radially displaceable with
respect to the mounted roller core (19), whereby the deflection axis (59) is arranged
in the median plane of the self-aligning roller bearing (39).
4. Device according to Patent claim 3, characterized in that the shaft (38) of the
guide wheel (30) is extended on the side of the self-aligning roller bearing (39)
lying opposite to the guide wheel and at its other end is mounted via a further bearing
(58 ; 63) in a bearing block (48 ; 64) which is displaceable with the bearing housing
(40) and is additionally adjustable transversely to its displacement movement.
5. Device according to Patent claim 3, characterized in that the bearing housing (40)
is attached to a displaceable slider (42) guided in radial direction with respect
to the mounted roller core (19), to which slider a lifting element (45) is articulated.
6. Device according to Patent Claims 4 and 5, characterized in that the bearing block
(48) is displaceably guided transversely to the displacement direction of the slider
(42) by means of an actuating element (53) articulated thereto.
7. Device according to Patent claim 3, characterised in that the shaft (38) of the
guide wheel (30) is extended on the side of the self-aligning roller bearing (39)
lying opposite to the guide wheel and at its other end is provided with a brake (67),
whereby the guide wheel (30) which is set in rotation by means of the inner side (19a)
of the mounted roller core (19) in accordance with the actuation of the brake (67)
is automatically caused to deflect about the deflection axis (59).
8. Device according to one of Patent claims 1 to 7, characterized in that the stop
device comprises a stop rail (62).
9. Device according to Patent Claim 8, characterized in that the stop rail (62) is
in the shape of a circular arc and is concentric with the mounted roller core.
10. Device according to Patent claim 9, characterized in that the stop rail (62) extends
on both sides of its vertical plane situated through the rotation axis of the undeflected
guide wheel (30) by arc sections of substantially equal length.
11. Device according to one of Patent claims 9 or 10, characterized in that the stop
rail (62) is attached to the bearing housing (40) of the shaft (38) of the guide wheel
(30).
12. Device according to one of Patent claims 1 to 7, characterized in that the stop
arrangement has at least three freely rotatable rolls with rotation axes running radially
to the mounted roller core (19), the contact surfaces of which define a plane.
13. Device according to one of Patent claims 1 to 12, characterized in that the stop
arrangement (62) is able to be adjusted and secured in axial direction of the mounted
roller core (19).
1. Dispositif pour l'enroulement ou le déroulement de produits plans flexibles, de
préférence de produits d'imprimerie, amenés en continu, en particulier en formation
d'écailles, vers un et respectivement à partir d'un rouleau (20), avec un mandrin
d'enroulement annulaire (19) destiné à recevoir le rouleau (20), lequel mandrin d'enroulement
peut être déposé avec sa face intérieure cylindrique (19a) sur des roues porteuses
(28. 29) pouvant être entraînées de façon à réaliser un entraînement par friction
et retiré desdites roues porteuses, et avec une roue de guidage (30) tournant sensiblement
librement, laquelle peut être mise en prise, en dessous des roues porteuses (28, 29),
avec la face intérieure (19a) du mandrin d'enroulement (19) en place et dégagée de
celle-ci, caractérisé en ce que, dans la position active, la roue de guidage (30)
peut être tournée autour d'un axe de déviation (59) orienté radialement par rapport
au mandrin d'enroulement (19) monté ; et qu'il comprend un système de butée (62) coopérant
avec l'une des faces frontales du mandrin d'enroulement (19).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'axe de déviation (59)
est situé en dehors du plan médian de la roue de guidage (30).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que la roue de guidage (30)
est clavetée sur l'une des extrémités d'un arbre (38) lequel est monté, au moyen d'un
palier à roulement oscillant (39), dans un logement de palier (40) mobile dans le
sens radial par rapport au mandrin d'enroulement (19) en place, l'axe de déviation
(59) étant situé sur le plan médian du palier à roulement oscillant (39).
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'arbre (38) de la roue
de guidage (30) est prolongé du côté du palier à roulement oscillant (39) opposé à
ladite roue de guidage et monté à son autre extrémité, par l'intermédiaire d'un autre
palier (58 ; 63), dans un support (48 ; 64) pouvant être déplacé conjointement avec
le logement de palier (40) et réglé, en plus, transversalement au mouvement de translation
de celui- ci.
5. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le logement de palier
(40) est fixé sur un chariot mobile (42) qui est guidé radialement par rapport au
mandrin d'enroulement (19) et sur lequel est articulé un élément de levage (45).
6. Dispositif selon l'une des revendications 4 et 5, caractérisé en ce que le support
(48) peut être déplacé de manière guidée transversalement à la direction de déplacement
du chariot (42) au moyen d'un organe de manoeuvre (53) articulé sur ledit chariot.
7. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'arbre (38) de la roue
de guidage (30) est prolongé du côté du palier à roulement oscillant (39) opposé à
ladite roue de guidage et qu'il est muni à son autre extrémité d'un frein (67), ce
qui amène la roue de guidage (30) mise en rotation par la face intérieure (19a) du
mandrin d'enroulement (19) monté à effectuer automatiquement une déviation autour
de l'axe de déviation (59), conformément à l'actionnement du frein (67).
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que
le système de butée comprend un rail fixe (62).
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que le rail fixe (62) est
conformé en arc de cercle et disposé concentriquement par rapport au mandrin d'enroulement
monté.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que le rail fixe (62) s'étend,
de part et d'autre de son plan vertical passant par l'axe de rotation de la roue de
guidage (30) non déviée, sur des segments ayant sensiblement la même longueur.
11. Dispositif selon l'une des revendications 9 ou 10, caractérisé en ce que le rail
fixe (62) est monté sur le logement de palier (40) de l'arbre (38) de la roue de guidage
(30).
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en 'ce que le système de butée comprend au moins trois rouleaux tournant librement dont
les axes de rotation sont orientés radialement par rapport au mandrin d'enroulement
(19) et dont les surfaces de roulement définissent un plan.
13. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce
que le système de butée (62) peut être réglé et bloqué dans la direction axiale du
mandrin d'enroulement (19) monté.