[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitssystem für eine Druckmaschine, die mit mindestens
einer Antriebs- und Bremsvorrichtung und mit einer elektronischen Steuereinrichtung
versehen ist.
[0002] Zur Erfüllung sicherheitstechnischer Auflagen sind verschiedene Sicherheitseinrichtungen
an Druckmaschinen bekannt. So sind beispielsweise die verschiedenen Antriebe einer
Druckmaschine mit Bremsen versehen, bei welchen die Bremskraft von Federn ausgeübt
wird und zum Lösen bzw. Lüften der Bremsen Elektromagnete mit einer entsprechenden
Spannung beaufschlagt werden.
[0003] Dabei werden bei bekannten Druckmaschinen die Bremsen sowohl als Betriebsbremsen
als auch für den Notfall benutzt. Dieses führt zu einer unerwünschten Abnutzung der
Bremsen.
[0004] Ferner sind an verschiedenen Stellen der Druckmaschine und gegebenenfalls auch in
deren Umgebung Not-Aus-Schalter vorgesehen, mit deren Hilfe ein Anhalten der Druckmaschine
vorgenommen werden kann. Damit ein Anhalten der Motoren ebenso wie ein Anlegen der
Bremsen ohne elektrische Hilfsenergie möglich ist, sind bei bekannten Sicherheitseinrichtungen
die Not-Aus-Schalter mit je einem Ruhekontakt versehen und in Reihe geschaltet.
[0005] In der DE-A 19 43 312 ist ein Antrieb für Druckwalzen in Druckmaschinen beschrieben,
bei dem zum Erreichen einer hohen Positioniergenauigkeit im normalen Druckbetrieb
ein die Druckwalze antreibender Elektromotor im Zusammenwirken mit einem elektrischen
Steuerkreises für die Motordrehzahl und für die Abbremsung des Motors proportional
zu einer jeweiligen Umdrehungszahl vorgesehen sind. Zur Abbremsung des Motors sind
im Steuerkreis Umschaltelemente insbesondere Relais, angeordnet, die bewirken, daß
der Motor als Generator arbeitet. Nachteilig hierbei ist, daß der Antrieb nebst Steuerkreis
lediglich zum drehzahlproportionalen Beschleunigen und Verzögern von Druckwalzen einer
Druckmaschine ausgelegt ist, und daß dieser Antrieb nicht geeignet ist, in Abhängigkeit
von definierten Drehzahlverhältnissen im Rahmen eines Sicherheitssystems eine oder
mehrere Bremsvorrichtungen zu betätigen, die eine schnelle Total- oder Teilabbremsung
im Falle einer Not- oder Havariesituation bewirken.
[0006] In der deutschen Zeitschrift: Siemens-Energietechnik 1 (1979), Heft 4, Seiten 114-117,
ist innerhalb einer elektronischen Antriebssteuerung und -überwachung eine Reglerüberwachung
offenbart, bei der bei länger anstehender Abweichung zwischen Drehzahlsollwert und
Drehzahlistwert ein Aus-Kommando gegeben wird. Das Aus-Kommando bewirkt eine sofortige
Reglersperre mit verzögertem Abschalten eines Hauptschützes, welches einen Antriebsmotor
stromlos schaltet.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Sicherheitssystem für eine Druckmaschine
zu schaffen, das in Abhängigkeit von der Drehzahl der Antriebsvorrichtung und vom
jeweiligen Betriebszustand der Druckmaschine eine definierte Abbremsung der bewegten
Maschinenelemente ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem System nach den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0009] Mit Hilfe der überwachungsschaltung, der Signale zu den Soll- und Istwerten der Drehzahl
zugeführt werden, ist es möglich, laufend die Abweichungen zwischen Soll- und Istwert
in jedem beliebigen Betriebszustand der Druckmaschine zu ermitteln und zum definierten
Abbremsen der bewegten Maschinenelemente zu verwenden. Je nach Betriebszustand der
Druckmaschine, aktueller Abweichung zwischen Soll- und Istwert der Drehzahl und der
Betätigung eines der Not-Aus-Schalter, wird ein bestimmtes Programm zum Anhalten der
Druckmaschine mit Hilfe eines der Rechner aus dem Speicher aufgerufen und abgearbeitet.
[0010] Dabei können je nach abgearbeitetem Programm die Maschinenelemente sowohl mit Hilfe
der Ansteuerstufen und Leistungsstufen für den Elektromotor als auch mit Hilfe der
elektromechanischen Bremsvorrichtung sicher abgebremst werden. Zum Aufrufen verschiedener
Programme zum Anhalten der Druckmaschine können weitere Schalter mit Eingängen der
elektronischen Steuereinrichtung verbunden sein.
[0011] Damit ist ein gezieltes Stillsitzen der Druckmaschine möglich - je nachdem, welcher
dieser Schalter betätigt wurde. So kann es beispielsweise bei Betätigung eines Schalters
im Bereich des Papieranlegers zweckmäßig sein, den Antrieb des Papieranlegers zwar
sofort zu stoppen, jedoch den Hauptantrieb noch solange laufen zu lassen, bis die
in der Maschine befindlichen Druckbögen die Maschine verlassen haben.
[0012] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist gewährleistet, daß die Steuerung des Bewegungsablaufs
der Druckmaschine rein elektrisch erfolgt, so daß auch vorgegebene Verzögerungen möglich
sind. Dabei werden die elektromechanischen Bremsvorrichtungen nur dann benötigt, wenn
in der elektronischen Steuereinrichtung Fehler auftreten.
[0013] Dadurch, daß mehrere Notschalter jeweils parallel betätigbare erste und zweite Kontaktpaare
aufweisen, daß die ersten Kontaktpaare in Reihe geschaltet sind und einen Sicherheitsstromkreis
bilden und daß die zweiten Kontaktpaare einzeln mit Eingängen der elektronischen Steuereinrichtung
verbunden sind, wird eine zusätzliche Sicherheit und die Möglichkeit erreicht, den
jeweils ausgelösten oder fehlerhaften Not-Aus-Schalter zu lokalisieren. Dabei bleiben
die grundsätzlichen Vorteile der Reihenschaltung sämtlicher Not-Aus-Schalter erhalten.
Insbesondere kann eine Not-Aus-Abschaltung nicht deshalb unterbleiben, weil eine für
die Weitergabe eines Not-Aus-Signals erforderliche Spannungsquelle nicht vorhanden
ist.
[0014] Eine besondere Ausgestaltung dieses Merkmals besteht darin, daß der Sicherheitsstromkreis
mit Netzwechselspannung gespeist ist und daß in Reihe mit den ersten Kontaktpaaren
die Primärwicklung eines Transformators geschaltet ist, dessen Sekundärwicklung über
einen Gleichrichter mit den Leistungsstufen der überwachungsschaltung und dem Rechner
bzw. den Rechnern verbunden ist.
[0015] Durch diese Ausgestaltung ist eine Anpassung des Sicherheitsstromkreises an Halbleiterschaltungen
möglich, ohne daß die den Sicherheitsstromkreis versorgende Spannung so niedrig ist,
daß durch die Reihenschaltung vieler Kontakte ein sicherer Stromfluß in Frage gestellt
ist.
[0016] Die durch die zusätzlichen Kontaktpaare gewonnenen zusätzlichen Informationen können
in verschiedenster Weise ausgewertet werden.
[0017] Die Not-Aus-Schalter dienen dazu, im Falle einer Gefahr, die gesamte Maschine möglichst
schnell zum Stehen zu bringen. Es sind jedoch Störungen möglich, welche lediglich
ein Stillsetzen der Maschine in aufeinanderfolgenden Schritten erfordern.
[0018] Zur weiteren Sicherheit ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß
die Betätigung der Bremsvorrichtung dadurch erfolgt, daß ein die Bremsvorrichtung
entgegen einer Federkraft lösender Elektromagnet abgeschaltet wird.
[0019] Um auch dagegen geschützt zu sein, daß die Antriebsvorrichtung nicht zum Stillstand
gebracht werden kann, wenn durch einen Fehler, beispielsweise in den Leistungsstufen,
das höchstmögliche Drehmoment aufgebracht wird, ist die Bremsvorrichtung gemäß einer
anderen Weiterbildung derart ausgelegt, daß die Druckmaschine auch dann zum Stillstand
gebracht werden kann, wenn die Antriebsvorrichtung das höchstmögliche Drehmoment aufbringt.
[0020] Bei einer Reihe von Defekten in der elektronischen Steuereinrichtung ist selbst bei
einer unzulässig hohen Abwelchung zwischen Soll- und Istwert keine Betätigung der
elektromechanischen Bremsvorrichtung erforderlich, solange die Leistungsstufen und
gegebenenfalls mit ihnen verbundene Steuerstufen noch arbeiten. Für solche Fälle ist
es vorgesehen, daß die Überwachungsschaltung vor der Betätigung Steuersignale zum
Stillsetzen der Druckmaschine an die Leistungsstufen abgibt und erneut die Abweichung
zwischen Soll -und Istwert der Drehzahl prüft.
[0021] Da die elektromechanische Bremsvorrichtung bei dem erfindungsgemäßen System sehr
selten benutzt wird, könnte ein trotzdem auftretender Defekt an der Bremsvorrichtung
nicht bemerkt werden. Es ist deshalb gemäß einer anderen Weiterbildung vorgesehen,
daß durch Betätigung der Bremsvorrichtung, Steuerung der Antriebsvorrichtung auf das
höchstmögliche Drehmoment und Auswertung des Drehzahl-Istwertes die Bremsvorrichtung
überprüft wird. Dabei erfolgt die Überprüfung vorzugsweise nach dem Einschalten der
elektronischen Steuereinrichtung.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung anhand mehrerer Figuren
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer elektronischen Steuereinrichtung und
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild einer weiteren elektronischen Steuereinrichtung mit einer Not-Aus-Einrichtung
gemäß einer Weiterbildung der Erfindung.
[0023] Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0024] Bei der in Figur 1 dargestellten elektronischen Steuereinrichtung werden ein Hauptantrieb
61 und verschiedene Hilfsantriebe, von denen lediglich zwei Hilfsantriebe 71, 72 dargestellt
sind, von zwei Rechnern 52, 53 gesteuert. Die Rechner 52, 53 sind untereinander und
mit einer Steuerelektronik 56 mit Hilfe eines Bus-Systems 55 verbunden.
[0025] Jeweils eine Hauptantriebselekronik 6 und eine Hilfsantriebselektronik 7 umfaßt neben
Leistungsstufen auch zugehörige Ansteuerstufen, die bei einem praktisch ausgeführten
erfindungsgemäßen System unter anderem mit Mikroprozessoren ausgerüstet sind.
[0026] Die Steuerelektronik 56 hat vielseitige Aufgaben und umfaßt verschiedene Komponenten.
Zum Verständnis der vorliegenden Erfindung ist jedoch lediglich die Erläuterung einer
Überwachungsschaltung, welche Teil der Steuerelektronik 56 ist, erforderlich.
[0027] Der Überwachungsschaltung wird von einem Tachometer 9 der Istwert der Maschinengeschwindigkeit
bzw. der Drehzahl des Hauptantriebes zugeführt. Ein Sollwert wird über das Bus-System
55 zugeleitet. Solange die Abweichung zwischen Soll- und Istwert in einem Bereich
ist, der einer normalen Regelabweichung entspricht, werden von der Steuerelektronik
zwei in Fig. 1 nicht dargestellte Schütze mit Strom versorgt, so daß die elektromechanische
Hauptantriebsbremse gelöst ist.
[0028] Die Überwachungsschaltung in der Steuerelektronik 56 gibt bei Überschreiten einer
zulässigen Abweichung zwischen Soll- und Istwert Signale zur Hauptantriebselektronik
6, um den Hauptantrieb 61 stillzusetzen. Diese Signale können eine Sperre der Zündimpulse
der Leistungsstufen und/oder einer Ansteuerung der Leistungsstufen mit elektrischer
Bremsung zur Folge haben.
[0029] Ist bei einem Defekt die Hauptantriebselektronik 6 funktionsfähig, so wird bei einem
von der Überwachungsschaltung zur Stillsetzung des Hauptantriebs abgegebenen Signal
die Maschinengeschwindigkeit durch die elektrische Bremsung schnell sinken, so daß
weitere Maßnahmen nicht erforderlich sind.
[0030] Falls jedoch ein Defekt in der Hauptantriebselektronik 6 vorliegt, der zu einem Versagen
der elektrischen Bremsung führt, so kann die Druckmaschine durch Betätigung der elektromechanischen
Hauptantriebsbremse 60 stillgesetzt werden. In diesem Fall gibt die Überwachungsschaltung
ein Signal zur Zündimpulssperre an die Hauptantriebselektronik 6, um zu vermeiden,
daß der Hauptantrieb 61 weiterhin mit Strom versorgt wird - falls der Defekt in der
Hauptantriebselektronik 6 dieses zuläßt.
[0031] Die Überwachungsschaltung überwacht ferner die Funktion der Rechner 52,53 und kann
gegebenenfalls bei Ausfall eines Rechners sicherheitsrelevante Funktionen auf den
anderen Rechner übertragen.
[0032] Außerdem überwacht die Überwachungsschaltung die Hilfsantriebselektronik 7, die Hilfsantriebe
71,72 sowie eine dem Hilfsantrieb 71 zugeordnete Bremsvorrichtung 70.
[0033] Wird ein Not-Aus-Signal von einer entsprechenden Einrichtung 57 ausgelöst, so wird
es zu den Rechnern 52,53, zur Hauptantriebselektronik 6, zur Hilfsantriebselektronik
7 und zur Steuerelektronik 56 geleitet. Sofern kein Defekt in der elektronischen Steuereinrichtung
vorliegt, wird die Druckmaschine wie oben beschrieben ohne Zuhilfenahme der elektromechanischen
Bremsen angehalten. Erst wenn ein Defekt vorliegt, der dieses verhindert, wird die
Druckmaschine mit Hilfe der elektromechanischen Bremsen stillgesetzt.
[0034] Fig. 2 zeigt Not-Aus-Schalter 11 bis 1n, welche an ein elektronisches Steuersystem
für eine Druckmaschine angeschlossen sind. Letzteres besteht aus einer Ein/Ausgabe-Einheit
4, einer Recheneinheit 5 und Leistungsteilen 6,7, welche Motoren 61,71 zugeordnet
sind. Die Leistungsteile entsprechen im wesentlichen der Hauptantriebselektronik 6
und der Hilfsantriebselektronik 7 (Fig. 1). Der Übersichtlichkeit halber wurden lediglich
zwei Motoren nämlich der Motor 61 des Hauptantriebes und ein Motor 71 eines Hilfsantriebes
dargestellt, obwohl Druckmaschinen über wesentlich mehr Motore verfügen können. Die
Auslegung des elektronischen Steuersystems im einzelnen ist in vielfältiger Weise
möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
umfaßt die Ein-/Ausgabeeinheit 4 zwei Ein-/Ausgabekarten 41, 42, welche jeweils eine
Vielzahl von Eingängen und Ausgängen 43, 44 aufweisen. Die Ein-/Ausgabekarten-41,
42 sind untereinander und mit der Ein-/Ausgabesteuerkarte 51, welche unter anderem
die Überwachungsschaltung enthält, der Recheneinheit über ein Bussystem 45 verbunden.
[0035] In der Recheneinheit sind zwei Rechner 52, 53 vorgesehen, welche an sich verschiedene
Aufgaben erfüllen, jedoch derart programmiert sind, daß bei Ausfall eines der Rechner
52, 53 der andere Rechner Aufgaben des ausgefallenen Rechners, insbesondere sicherheitsrelevante
Steuerungen, übernimmt. Die Rechnereinheit 5 umfaßt ferner eine Speicherkarte 54 zur
Speicherung von Daten, beispielsweise Daten der Druckmaschine und Daten der zu bearbeitenden
Aufträge. Dazu sind auf der Speicherkarte 54 nichtflüchtige Speicher vorgesehen. Bei
einem praktisch ausgeführten elektronischen Steuersystem wurden die Programme selbst
in Nur-Lese-Speichern abgelegt, welche auf den Karten der Rechner 52 und 53 angeordnet
sind. Es sind jedoch auch andere Konfigurationen zur Speicherung der Programme Rahmen
der Erfindung möglich. Ein Bussystem 55 verbindet die Ein-/Ausgabesteuerung 51, die
Rechner 52, 53 und die Speicherkarte 54.
[0036] Wahrend bei dem dargestellten elektronischen Steuerungssystem die Ein/Ausgabe-Einheit
4 für binäre Signale vorgesehen ist (beispielsweise Schalter geschlossen, Schalter
offen; Relais anziehen, Relais abfallen), erfolgt die Ausgabe von digitalen Signalen,
welche zur Steuerung der Leistungsteile 6,7 und damit der Motoren 61,71 dienen, über
die Ein/Ausgabe-Steuerung 51. Der Ein/Ausgabe-Steuerung 51 wird ferner von einem Tachometer
9 ein der Maschinengeschwindigkeit entsprechendes Signal zugeführt.
[0037] Von mehreren den Motoren zugeordneten Bremseinrichtungen ist lediglich die dem Hauptantrieb
zugeordnete elektromechanische Bremseinrichtung schematisch dargestellt. Dabei wird
ein Elektromagnet 63 zum Lüften der Bremse über zwei Kontakte 64,65 zweier Schütze
67,68 mit bei 66 zugeführter Betriebsspannung versorgt. Die Kontakte 64,65 sind als
Arbeitskontakte ausgelegt, so daß die Bremse nur dann gelüftet wird, wenn beide Kontakte
64,65 geschlossen sind, was wiederum nur der Fall ist, wenn beide Schütze 67,68 von
der Ein/Ausgabe-Einheit 4 mit Spannung versorgt werden.
[0038] Die Notschalter, von denen der Übersichtlichkeit halber lediglich die Notschalter
11,12,13 und 1n dargestellt sind, können mit Pilzdruckknöpfen versehen sein. Es können
jedoch auch andere Betätigungsvorrichtungen, wie beispielsweise Hebel, Trittleisten
und Schalter, die beim Öffnen von Schutzgittern betätigt werden, vorgesehen werden.
Jeder der Notschalter 11 bis 1n weist zwei als Ruhekontakt arbeitende Kontaktpaare
21 bis 2n, 31 bis 3n auf. Die jeweils ersten Kontaktpaare 21 bis 2n sind in Reihe
geschaltet und verbinden einen mit Netzspannung versehenen Anschluß 1 mit der Primärwicklung
81 eines Transformators.
[0039] An die Sekundärwicklung 82 des Transformators ist ein Gleichrichter 83 angeschlossen.
Es wird somit eine galvanische Trennung zwischen dem durch die Reihenschaltung der
jeweils ersten Kontaktpaare und der Primärwicklung 81 gebildeten Sicherheitsstromkreis
und den nachfolgenden Schaltungen erzielt. Außerdem wird die Schaltspannung auf einen
zur Ansteuerung von Halbleiterschaltungen geeigneten Wert herabgesetzt, während die
den Sicherheitsstromkreis speisende Spannung einen genügend großen Wert aufweist,
um trotz der Reihenschaltung vieler Kontaktpaare einen sicheren Stromfluß zu gewährleisten.
Über ein Schütz 84 sind entsprechende Eingänge der Leistungsteile 6,7, der Rechner
52,53 und der Ein/Ausgabe-Steuerung 51 mit dem Sicherheitskreis verbunden.
[0040] Die jeweils zweiten Kontaktpaare 31 bis 3n der Notschalter 11 bis 1n sind an Eingange
der Ein/Ausgabe-Einheit 4 des elektronischen Steuersystems angeschlossen.
[0041] Bei Betätigung eines der Not-Aus-Schalter 11 bis 1n wird der Sicherheitsstromkreis
unterbrochen, so daß die Primärwicklung 81 nicht mehr über den Anschluß 1 mit Netzspannung
versorgt wird. Daraufhin wird auch die Sekundärspannung sowie die Ausgangsspannung
des Gleichrichters 83 zu 0, und das Schütz 84 fällt ab. Diese Vorgänge benötigen eine
gewisse Zeit, während - ausgelöst vom öffnen des zweiten Kontaktes des betätigten
Not-Aus-Schalters - in der elektronischen Steuereinrichtung 5 bereits entsprechende
Programmschritte zum Stillsetzen der Druckmaschine eingeleitet werden.
[0042] Sollten in der Ein/Ausgabe-Einheit 4 oder in der Recheneinheit 5 Defekte vorliegen,
welche eine wirksame Weiterleitung der von den jeweils zweiten Kontakten 31 bis 3n
der Not-Aus-Schalter 11 bis 1n abgegebenen Signale verhindern, so wird die Druckmaschine
trotzdem über den von den jeweils ersten Kontakten 11 bis 1n, dem Transformator 81,82,
dem Gleichrichter 83 und dem Schütz 84 gebildeten Sicherheitskreis angehalten.
[0043] Erst wenn die elektronische Steuereinrichtung nicht in der Lage ist, die Druckmaschine
durch elektrische Bremsung anzuhalten, wird - wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben
- die elektromechanische Bremsvorrichtung 60 betätigt. Dazu werden die Schütze 67,68
stromlos geschaltet, wodurch die Magnetspule 63 mit Hilfe der Kontakte 64,65 von der
bei 66 zugeführten Betriebsspannung getrennt wird. Bei der Einrichtung nach Fig. 2
erfolgt die Steuerung der Schütze 67,68 zwar über die Ein/Ausgabe-Einheit 4, es sind
jedoch zur Gewährleistung einer hohen Sicherheit zwei getrennte Ausgangskreise für
die Schütze 67,68 vorgesehen.
[0044] Auch wenn keine ausgesprochene Notsituation vorliegt, kann ein außerplanmäßiges Anhalten
der Druckmaschine erwünscht sein. Dazu können weitere Schalter 85,86 mit Eingängen
der Ein/Ausgabe-Einheit 4 verbunden sein. Durch diese Schalter können Programme abgerufen
werden, welche ein der jeweiligen Situation entsprechendes, gezieltes Stillsetzen
der Druckmaschine zur Folge haben.
1. Sicherheitssystem für eine Druckmaschine,
- bestehend aus einer Antriebsvorrichtung für die bewegten Maschinenelemente, die
mit einer Steuereinrichtung in Verbindung steht, der Signale zum Soll- und Istwert
der Drehzahl der Antriebsvorrichtung zuführbar sind und die mit Ansteuerstufen und
Leistungsstufen für mindestens einen Elektromotor verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß eine Überwachungsschaltung (51) vorgesehen ist, welche bei unzulässig hoher
Abweichung zwischen Soll- und Istwert ein Signal zum definierten Abbremsen der bewegten
Maschinenelemente an die Ansteuerstufen und eine elektromechanische Bremsvorrichtung
(60) ausgibt,
- daß die Überwachungsschaltung (51) zwei redundant wirkende Rechner (52, 53) und
einen Speicher (54) für Programme zum Abbremsen der bewegten Maschinenelemente enthält,
wobei die Überwachungsschaltung (51) über ein Bussystem (55) mit den Rechnern (52,
53) und dem Speicher (54) verbunden ist und über ein weiteres Bussystem (45) mit einer
Ein-/Ausgabeeinheit (4) für Signale von in der Druckmaschine angeordneten Not-Aus-Schaltern
(11, 12, 13, 1n, 85, 86) und für Signale zum Ansteuern der elektromechanischen Bremsvorrichtung
(60) in Verbindung steht,
- daß die Not-Aus-Schalter (11, 12, 13, 1n) jeweils erste und zweite Ruhekontakte
(21, 22, 23, 2n; 31, 32, 33, 3n) aufweisen, wobei die ersten Ruhekontakte (21, 22,
23, 2n) in Reihenschaltung signaltechnisch mit separaten Eingängen der Überwachungsschaltung
(51), den Rechnern (52, 53) und den Ansteuerstufen für die Leistungsstufen (6, 7)
verbunden sind,
und die zweiten Ruhekontakte (31, 32, 33, 3n) mit separaten Eingängen (43, 44) der
Ein-/Ausgabeeinheit (4) verschaltet sind.
2. Sicherheitssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigung der Bremsvorrichtung (60) dadurch erfolgt, daß ein die Bremsvorrichtung
(60) entgegen einer Federkraft lösender Elektromagnet (63) abgeschaltet wird.
3. Sicherheitssystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Reihe mit den Elektromagneten (63) zwei Kontaktpaare (64, 65) zweier Schütze
(67, 68) in Reihe geschaltet sind, und daß die Schütze (67, 68) über getrennte Ausgangsschaltungen
(42) der elektronischen Steuereinrichtung ansteuerbar sind.
4. Sicherheitssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsvorrichtung (60) derart ausgelegt ist, daß die Druckmaschine auch dann
zum Stillstand gebracht werden kann, wenn die Antriebsvorrichtung (61) das höchstmögliche
Drehmoment aufbringt.
5. Sicherheitssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überwachungsschaltung (51) vor der Betätigung Steuersignale zum Stillsetzen
der Druckmaschine an die Leistungsstufen (6, 7) abgibt und erneut die Abweichung zwischen
Soll- und Istwert der Drehzahl prüft.
6. Sicherheitssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch Betätigung der Bremsvorrichtung (60), Steuerung der Antriebsvorrichtung
(61) auf das höchstmöglichste Drehmoment und Auswertung des Drehzahl-Istwertes die
Bremsvorrichtung (60) überprüft wird.
7. Sicherheitssystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überprüfung nach dem Einschalten der elektronischen Steuereinrichtung erfolgt.
8. Sicherheitssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer elektronischen Steuereinrichtung mit zwei Rechnern (52, 53) die Überwachungsschaltung
(51) die sicherheitsrelevanten Funktionen der Rechner (52, 53) miteinander vergleicht
und bei Ausfall eines der Rechner (52) die Steuerung der Antriebsvorrichtung (61)
dem anderen Rechner (53) zuordnet.
9. Sicherheitssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß von der Überwachungsschaltung (51) weitere Bremsvorrichtungen steuerbar sind,
welche weiteren Antriebsvorrichtungen (71) (Hilfsantrieben) zugeordnet sind.
10. Sicherheitssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ersten Kontaktpaare (21 bis 2n) in Reihe geschaltet sind und einen Sicherheitsstromkreis
bilden, und daß die zweiten Kontaktpaare (31 bis 3n) einzeln mit Eingängen der Ein-/Ausgabe-Einheit
(4) verbunden sind.
11. Sichheitssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sicherheitsstromkreis mit Netzwechselspannung gespeist ist,
und daß in Reihe mit den ersten Kontaktpaaren (21 bis 2n) die Primärwicklung (81)
eines Transformators geschaltet ist, dessen Sekundärwicklung (82) über einen Gleichrichter
(83) mit den Leistungsstufen (6, 7), der Überwachungsschaltung (51) und dem Rechner
bzw. den Rechnern (52, 53) verbunden ist.
1. Safety system for a printing machine,
- comprising a drive device for the moved machine elements, which is connected to
a control device to which signals for the desired value and actual value of the rotational
speed of the drive device can be fed and which is connected to actuation stages and
power stages for at least one electric motor, characterized
- in that a monitoring circuit (51) is provided which, in the case of unacceptably
high deviation between the desired value and actual value, outputs a signal for the
defined braking of the moved machine elements to the actuation stages and an electromechanical
braking device (60),
- in that the monitoring circuit (51) contains two redundantly acting computers (52,
53) and a memory (54) for programs for braking the moved machine elements,
the monitoring circuit (51) being connected to the computers (52, 53) and the memory
(54) via a bus system (55) and being connected via a further bus system (45) to an
input/output unit (4) for signals from emergency off switches (11, 12, 13, 1n, 85,
86) arranged in the printing machine and for signals for actuating the electromechanical
braking device (60),
- in that the emergency off switches (11, 12, 13, 1n) each have first and second normally
closed contacts (21, 22, 23, 2n; 31, 32, 33, 3n), the first normally closed contacts
(21, 22, 23, 2n) being connected in a series circuit by technical signalling means
to separate inputs of the monitoring circuit (51), to the computers (52, 53) and the
actuation stages for the power stages (6, 7),
and the second normally closed contacts (31, 32, 33, 3n) are connected to separate
inputs (43, 44) of the input/output unit (4).
2. Safety system according to Claim 1, characterized in that the activation of the braking
device (60) takes place in that an electromagnet (63) which releases the braking device
(60) counter to a spring force is switched off.
3. Safety system according to Claim 2, characterized in that, in series with the electromagnets
(63), two pairs of contacts (64, 65) of two contactors (67, 68) are connected in series,
and in that the contactors (67, 68) can be actuated via separate output circuits (42)
of the electronic control device.
4. Safety system according to one of the preceding claims, characterized in that the
braking device (60) is configured in such a way that the printing machine can be brought
to a standstill even when the drive device (61) is applying the maximum torque.
5. Safety system according to one of the preceding claims, characterized in that, before
the activation, the monitoring circuit (51) transmits to the power stages (6, 7) control
signals for bringing the printing machine to a standstill and tests the deviation
between the desired value and actual value of the rotational speed again.
6. Safety system according to one of the preceding claims, characterized in that the
braking device (60) is checked by activating the braking device (60), controlling
the drive device (61) to the maximum torque and evaluating the actual value of the
rotational speed.
7. Safety system according to Claim 6, characterized in that the checking takes place
after the electronic control device is switched on.
8. Safety system according to one of the preceding claims, characterized in that, in
an electronic control device having two computers (52, 53), the monitoring circuit
(51) compares those functions of the computers (52, 53) which are relevant for safety
with one another and in the event of one of the computers (52) failing assigns the
control of the drive device (61) to the other computer (53).
9. Safety system according to one of the preceding claims, characterized in that further
braking devices which are assigned to further drive devices (71) (auxiliary drives)
can be controlled by the monitoring circuit (51).
10. Safety system according to Claim 1, characterized in that the first pairs of contacts
(21 to 2n) are connected in series and form a safety circuit, and in that the second
pairs of contacts (31 to 3n) are individually connected to inputs of the input/output
unit (4).
11. Safety system according to Claim 10, characterized in that the safety circuit is fed
with alternating mains voltage,
and in that the primary winding (81) of a transformer is connected in series with
the first pairs of contacts (21 to 2n), the secondary winding (82) of which transformer
is connected via a rectifier (83) to the power stages (6, 7), the monitoring circuit
(51) and the computer or computers (52, 53).
1. Système de sécurité pour une machine à imprimer,
· se composant d'un dispositif d'entraînement pour les éléments entraînés de la machine,
qui est relié à un dispositif de commande auquel peuvent être appliqués des signaux
représentant des valeurs de consigne et réelles de la vitesse de rotation du dispositif
d'entraînement et qui est en liaison avec des étages de puissance et des étages de
commande, pour au moins un moteur électrique,
caractérisé en ce que :
· il est prévu un circuit de contrôle (51) qui, en cas d'écart excessivement grand
entre la valeur de consigne et la valeur réelle, applique aux étages de commande et
à un dispositif électromécanique de freinage (60), un signal pour produire un freinage
défini des éléments déplacés de la machine,
· le circuit de contrôle (51) comporte deux ordinateurs (52,53) agissant de façon
redondante et une mémoire (54) de programmes de freinage des éléments déplacés de
la machine,
le circuit de contrôle (51) étant relié par l'intermédiaire d'un système de bus (55)
avec les ordinateurs (52,53) et avec la mémoire (54) et en outre, par l'intermédiaire
d'un autre système de bus (45), avec une unité d'entrée/sortie (4) pour des signaux
provenant de contacteurs d'urgence (11,12,13,1n,85,86) disposés dans la machine à
imprimer et pour des signaux servant à commander le dispositif électromécanique de
freinage (60),
· les contacteurs d'urgence (11,12,13,1n) comportent chacun un premier et un second
contacts de repos (21,22,23,2n ; 31,32,33,3n), les premiers contacts de repos (21,22,23,2n)
étant connectés en série, selon les techniques de transmission de signaux, avec les
entrées séparées du circuit de contrôle (51), des ordinateurs (52,53) et des étages
de commande pour les étages de puissance (6,7), et les seconds contacts de repos (31,32,33,3n)
étant reliés à des entrées séparées (43,44) de l'unité d'entrée/sortie (4).
2. Système de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'actionnement
du dispositif de freinage (60) est effectué par le fait qu'un électro-aimant (63)
desserrant le dispositif de freinage (60) en opposition à la force d'un ressort est
désactivé.
3. Système de sécurité selon la revendication 2, caractérisé en qu'il est prévu en série
avec les électro-aimant (63) deux paires de contacts (64,65) de deux relais (67,68)
et en ce que les relais (67,68) peuvent être activés par l'intermédiaire de circuits
séparés de sortie (42) du dispositif électronique de commande.
4. Système de sécurité selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le dispositif de freinage (60) est agencé de telle sorte que la machine à imprimer
puisse également être arrêtée lorsque le dispositif d'entraînement (61) produit le
plus grand couple possible.
5. Système de sécurité selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le circuit de contrôle (51) applique aux étages de puissance (6,7), avant l'actionnement,
des signaux de commande servant à arrêter la machine à imprimer et contrôle à nouveau
l'écart entre la valeur de consigne et la valeur réelle de la vitesse de rotation.
6. Système de sécurité selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que, par actionnement du dispositif de freinage (60), par commande du dispositif d'entraînement
jusqu'au couple maximal possible et par analyse de la valeur réelle de la vitesse
de rotation, on contrôle la marche de ce dispositif de freinage (60).
7. Système de sécurité selon la revendication 6, caractérisé en ce que le contrôle est
effectué après enclenchement du dispositif électronique de commande.
8. Système de sécurité selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que, dans le cas d'un dispositif électronique de commande comportant deux ordinateurs
(52,53), le circuit de contrôle (51) compare entre elles les fonctions, importantes
pour la sécurité des ordinateurs (52,53) et, en cas de panne d'un des ordinateurs
(52), la commande du dispositif d'entraînement (61) est affectée à l'autre ordinateur
(53).
9. Système de sécurité selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le circuit de contrôle (51) peut commander d'autres dispositifs de freinage qui
sont associés à d'autres dispositifs d'entraînement (71) (entraînements auxiliaires).
10. Système de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que les premières
paires de contacts (21 à 2n) sont connectées en série et constituent un circuit électrique
de sécurité et en ce que les secondes paires de contacts (31 à 3n) sont reliées individuellement
avec des entrées de l'unité d'entrée/sortie (4).
11. Système de sécurité selon la revendication 10, caractérisé en ce que le circuit électrique
de sécurité est alimenté par une tension alternative du réseau et en ce qu'il est
prévu en série avec les premières paires de contacts (21 à 2n) l'enroulement primaire
(81) d'un transformateur dont l'enroulement secondaire (82) est relié, par l'intermédiaire
d'un redresseur (83), avec les étages de puissance (6,7), le circuit de contrôle (51)
et le ou les ordinateurs (52,53).