[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zum Verarbeiten von Druckereierzeugnissen,
wie Zeitungen, Zeitschriften und dergleichen in Schuppenformation gemäss Oberbegriff
der Ansprüche l und 8 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieser Verfahren.
[0002] Es ist bekannt, auf einen Wickelkern möglichst viele Druckkereierzeugnisse aufzuwickeln,
um bei den gegenwärtig üblichen hohen Arbeitsgeschwindigkeiten der Rotationsdruckmaschinen
und der diesen nachgeschalteten Verarbeitungseinrichtungen nicht zu häufig zu einem
Austausch eines fertigen Wickels gegen einen leeren Wickelkern bzw. eines leeren Wickelkernes
gegen einen neuen Wickel gezwungen zu werden (siehe z.B. die CH-PSen 559 69l und 642
602). Derartige Wickel sind nun sehr gross und schwer und lassen sich nicht so leicht
handhaben.
[0003] In der CH-PS 559 69l wird nun vorgeschlagen, den hohlzylindrischen Wickelkern mit
scheibenförmigen Seitenwangen zu versehen, deren Durchmesser grösser ist als der Durchmesser
des durch die aufgewickelten Druckereierzeugnisse gebildeten Wickels. Diese Seitenwangen
werden als Rollkränze ausgebildet, die ein Rollen des Wickelkernes samt den auf diesem
aufgewickelten Druckereierzeugnissen ermöglicht. Die bewickelten Wickelkerne werden
von der Aufwickelstation jeweils einzeln einem Zwischenlager zugeleitet, wobei die
Wickelkerne über wenigstens einen Teil ihres Weges entlang schiefer Ebenen gerollt
werden. Für den Transport der Wickel werden aber auch Kreis- oder Kettenförderer verwendet.
[0004] Es ist weiter bekannt, die grossen und schweren Wickel mittels speziell für diesen
Zweck konstruierten Transportgeräten zwischen den Auf- und Abwickelstationen und
einem Zwischenlager zu transportieren (veröffentlichte internationale Patentanmeldung
WO 85/0l279).
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bzw. eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, das bzw. die es erlaubt, die Druckereierzeugnisse
auf einfacherer Weise zu verarbeiten und vor allem mit einem weniger grossen Aufwand
zu handhaben als bisher.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles
der Ansprüche l und 8 gelöst.
[0007] Die Vorrichtung zur Durchführung dieser Verfahren zeichnet sich durch die Merkmale
des Anspruches l3 aus.
[0008] Statt die mit in horizontaler Richtung verlaufender Längsachse gebildeten Wickel
einzeln zu transportieren, werden mehrere Wickel nebeneinander gestellt und dann gemeinsam
derart gekippt, dass sie turmartig aufeinanderliegen. In dieser Lage lassen sich die
Wickel ohne Schwierigkeiten transportieren. Hiezu werden die Wickel vorzugsweise auf
eine als Transportelement ausgebildete Unterlage aufgelegt, was ein mechanisiertes
Umschlagen einer Anzahl von Wickeln ermöglicht. Wird als Unterlage eine Palette, insbesondere
eine Normpalette, verwendet, kann der Transport mittels herkömmlicher Geräte, z.B.
mittels Hubstaplern, erfolgen.
[0009] Die Lagerung dieser Wickeltürme kann ebenfalls auf einfache und platzsparende Weise
erfolgen.
[0010] An der Abwickelstation werden die aufeinanderliegenden Wikkel wieder gemeinsam um
etwa 90 ° gekippt und damit in eine Lage gebracht, in der sie wie ursprünglich nebeneinander
angeordnet sind. Somit erstrecken sich die Längsachsen der Wickel wieder etwa in
horizontaler Richtung, wie das für das Abwickeln erforderlich ist.
[0011] Aus der DE-PS 94l.600 ist eine Kippvorrichtung für Rollen aus Draht oder Bandeisen
bekannt, mittels der eine Anzahl von nebeneinander stehender Rollen um 90° gekippt
werden. Auf diese Weise entsteht ein Stapel mit vertikaler Längsachse, in dem die
Rollen nun aufeinanderliegen. Dieser Stapel wird als Ganzes von der Kippvorrichtung
auf eine Transporteinrichtung geschoben, welche den Stapel wegführt.
[0012] Im folgenden werden anhand der Zeichnung Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
näher erläutert.
[0013] Es zeigen rein schematisch:
Fig. l und 2 in Seitenansicht bzw. in Draufsicht eine Aufwickelstation,
Fig. 3 und 4 ebenfalls in Seitenansicht und in Draufsicht eine Kippvorrichtung zum
gleichzeitigen Kippen einer Anzahl von aus der Aufwickelstation entfernten Wickeln,
Fig. 5 und 6 in Seitenansicht und in Draufsicht eine Kippvorrichtung zum gleichzeitigen
Kippen einer Anzahl von in eine Abwickelstation zu verbringenden Wickeln, und
Fig. 7 und 8 ebenfalls in Seitenansicht bzw. in Draufsicht eine Abwickelstation.
[0014] In den Fig. l und 2 ist eine Aufwickelstation l gezeigt, die eine eine Aufwickelstelle
2 festlegende Lagerung 3 aufweist. Letztere dient zum Lagern von hohlzylindrischen
Wickelkernen 4, derart, dass diese um ihre im wesentlichen in horizontaler Richtung
verlaufende Achse 4a drehend angetrieben werden können. Im weiteren ist eine Lagerung
5 für eine Vorratsspule 6 für ein Wickelband 7 vorhanden. Auf diese Vorratsspule 6
wirkt eine Bremsanordnung 8 ein. Das Wickelband 7 ist über eine Antriebsrolle 9 geführt
und verläuft auf der Oberseite eines als Wippe ausgebildeten Bandförderers l0 zum
Wickelkern 4, mit dem das Wickelband 7 verbunden ist. Der Bandförderer l0, dessen
Förderrichtung in Fig. l mit A bezeichnet ist, ist um eine mit der Drehachse der
Antriebsrolle 9 ausgerichtete Achse schwenkbar gelagert. Die Antriebsrolle 9 und
auch der Bandförderer l0 werden von einem Antriebsmotor ll angetrieben, der über
ein Wicklergetriebe l2 den Wickelkern 4 in Richtung des Pfeiles B antreibt. Dem Bandförderer
l0 ist ein Zuförderer l3 vorgeschaltet, der die aufzuwickelnden Druckereierzeugnisse
l4 in Schuppenformation S zuführt.
[0015] Die Aufwickelstation l weist weiter ein benachbart zur Aufwickelstelle 2 angeordnetes
Magazin l5 auf. Zu diesem gehört eine Palette l6, die auf einer Rollenbahn l7 aufliegt.
Mit l8 ist der Antrieb dieser Rollenbahn l7 bezeichnet. Letztere weist eine Förderrichtung
C auf, die etwa rechtwinklig zur Rollrichtung D der fertigen Wickel W zum Magazin
l5 verläuft. Die Aufwickelstelle 2 ist über eine leicht geneigte Rollbahn l9 mit der
Palette l6 verbunden.
[0016] Die vom Zuförderer l3 zugeführte Schuppenformation S wird mit einer Flachseite der
Druckereierzeugnisse l4 dem Wikkelkern 4 zugekehrt zusammen mit dem unter Zugspannung
stehenden Wickelband 7 auf den Wickelkern 4 aufgewickelt, der wie bereits erwähnt
in Richtung des Pfeiles B angetrieben wird. Das Aufwickeln der Schuppenformation
S zusammen mit dem Wickelband 7 auf den Wickelkern 4 erfolgt grundsätzlich auf die
in der CH-PS 642 602 bzw. in der entsprechenden US-PS 4,438,6l8 beschriebene Weise.
[0017] Nach Fertigstellung eines Wickels W wird dieser aus der Aufwickelstelle 2 heraus
in Richtung des Pfeiles D in das Magazin l5 herausgerollt. Dabei liegt dieser Wickel
W mit den Druckereierzeugnissen l4 der äussersten Wicklungslage, d.h. mit seinem Umfang,
auf der Rollbahn l9 auf. Der fertige Wickel W gelangt zur Palette l6, auf der er
mit seinem Umfang zur Auflage kommt. Mittels Arretierleisten 20, 2l wird der Wickel
W am Wegrollen von der Palette l6 gehindert.
[0018] Sobald die Aufwickelstelle 2 frei ist, kann ein neuer Wikkelkern eingesetzt und
mit einem neuen Wickelband 7 verbunden werden. Damit ist die Aufwickelstation l zum
Bilden eines neuen Wickels bereit.
[0019] Nachdem ein fertiger Wickel W auf die Palette l6 gerollt worden ist, wird letztere
in Richtung des Pfeiles C vorgeschoben. Der nächste Wickel, d.h. der Wickel W₄, kommt
nun neben den vorher erstellten Wickel, d.h. den Wickel W₃, zu liegen. Die vier gleich
grossen Wickel W₁, W₂, W₃, W₄ sind nun mit ihren Flachseiten einander zugekehrt nebeneinander
angeordnet, so dass die miteinander fluchtenden Wickelkernachsen 4a im wesentlichen
in horizontaler Richtung verlaufen.
[0020] Die voll beladenen Paletten l6 werden durch die Rollenbahn l7 zu einer Kippeinrichtung
22 gebracht, welche in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Diese Kippeinrichtung 22
weist zwei etwa rechtwinklig zueinander stehende Abstützungen 23 und 24 auf. Jede
dieser Abstützungen 23, 24 besteht aus zwei zueinander parallelen, in einem Abstand
voneinander angeordneten Abstützarmen 25 und 26 bzw. 27 und 28. Diese Abstützarme
25, 26, 27, 28 sind an einer gemeinsamen Schwenkwelle 29 angebracht, welche eine Schwenkachse
29a festlegt. Die Schwenkwelle 29 ist in Lagern 30, 3l gelagert und mit einem Antrieb
32 verbunden, der zum Drehen der Schwenkwelle 29 dient.
[0021] Die mittels der Rollenbahn l7 zugeführte beladene Palette l6 wird in eine Lage gebracht,
in der die Palette l6 sich über den Abstützarmen 25, 26 der Abstützung 23 befindet.
Vorgängig wird an die etwa in vertikaler Richtung verlaufenden Abstützarme 27, 28
der Abstützung 24 eine leere Palette 33 angelegt. An dieser kommt einer der sich auf
der Palette l6 befindlichen Wickel, d.h. der Wickel W₁, mit seiner freiliegenden Seitenfläche
zur Anlage.
[0022] Nun wird mittels des Antriebes 32 die Kippeinrichtung 22 um die in horizontaler Richtung
verlaufende Schwenkachse 29a in Richtung des Pfeiles E (Fig. 3) um 90 ° gekippt. Dabei
werden die vorher nebeneinander angeordneten Wickel W₁...W₄ in eine Lage gebracht,
in der sie mit im wesentlichen in vertikaler Richtung verlaufender Längsachse 4a
turmartig aufeinander liegen, wie das in Fig. 3 dargestellt ist. Dabei liegen die
Wickel W₁...W₄ auf der Palette 33 auf. Die zweite Palette l6 mit den Arretierleisten
20, 2l kann nun entfernt und einer weiteren Verwendung zugeführt werden.
[0023] Die als Turm auf der Palette 33 aufliegenden Wickel W₁...W₄ können nun auf einfache
Weise und mit herkömmlichen Umschlagmitteln wie z.B. Handhubwagen oder Gabelstaplern
wegtransportiert werden und beispielsweise in einem Zwischenlager gelagert werden.
In letzterem ist es möglich, zwei oder mehr beladene Paletten 33 aufeinander zu schichten,
was ein platzsparendes Lagern ermöglicht. Das aus den verhältnismässig schweren, aufeinander
liegenden Wickeln W₁...W₄ bestehende turmartige Gebilde ist sehr stabil und fällt
beim Handhaben nicht so ohne weiteres auseinander.
[0024] Für die Weiterverarbeitung der aufgewickelten Druckereierzeugnisse l4 werden die
beladenen Paletten 33 aus dem Zwischenlager (oder allenfalls auch direkt von einer
Aufwikkelstation l) zu einer Kippeinrichtung 34 gebracht, die in den Fig. 5 und 6
näher dargestellt ist und sowohl aufbauwie funktionsmässig der Kippeinrichtung 22
gemäss den Fig. 3 und 4 entspricht. Diese Kippeinrichtung 34 weist ebenfalls zwei
Abstützungen 35 und 36 auf, die etwa rechtwinklig zueinander stehen. Jede Abstützung
35, 36 wird durch zwei parallel zueinander und in einem Abstand voneinander verlaufende
Abstützarme 37 und 38 bzw. 39 und 40 gebildet. Die Abstützarme 37, 38, 39, 40 sind
an einer gemeinsamen Schwenkwelle 4l befestigt, die eine horizontale Schwenkachse
4la festlegt. Die Schwenkwelle 4l ist in Lagern 42, 43 gelagert und mit einem Antrieb
44 verbunden, der zum Drehen der Schwenkwelle 4l samt den Abstützarmen 37, 38, 39,
40 dient.
[0025] Die beladene Palette 33 mit den aufeinander liegenden Wikkeln W₁...W₄ wird derart
an die Kippeinrichtung 34 herangebracht, dass die Abstützarme 39, 40 der Abstützung
36 die Palette 33 untergreifen. Vorgängig wird an die sich in vertikaler Richtung
erstreckenden Abstützarme 37, 38 der Abstützung 35 eine Palette 45 angelegt, wie das
in Fig. 5 dargestellt ist.
[0026] Nun wird durch Inbetriebsetzung des Antriebes 44 die Kippvorrichtung 34 in Richtung
des Pfeiles F (Fig. 5) um 90 ° gekippt. Dabei werden die aufeinander liegenden, gleich
grossen Wickel W₁...W₄ in eine Lage verbracht, in der sie nebeneinander angeordnet
sind, d.h. in der deren miteinander fluchtenden Längsachsen 4a wieder wie ursprünglich
in horizontaler Richtung verlaufen. Die nun nebeneinander angeordneten Wickel W₁...W₄
liegen nun mit ihrem Umfang auf der Palette 45 auf. Arretierleisten 46, 47 verhindern
ein Wegrollen der Wickel W₁...W₄ von der Palette 45.
[0027] Die auf einer Rollenbahn 48 aufliegende, beladene Palette 45 wird nun auf der Rollenbahn
48 zu einer in den Fig. 7 und 8 gezeigten Abwickelstation 49 transportiert.
[0028] Diese Abwickelstation 49 ist der Aufwickelstation gemäss den Fig. l und 2 sehr ähnlich
und weist eine eine Abwikkelstelle 50 festlegende Lagerung 5l auf. Letztere dient
zur drehbaren Lagerung der Wickel W um eine im wesentlichen horizontale Achse 4a.
Im weitern ist eine Lagerung 52 für Aufnahmespulen 53 für das Wickelband 7 vorhanden.
Dieses wird über eine Antriebsrolle 54 geführt, welche von einem Antriebsmotor 55
angetrieben wird, der über ein Wicklergetriebe 56 die Aufnahmespule 53 in Richtung
des Pfeiles G dreht. Im weitern treibt der Antriebsmotor 55 einen als Wippe ausgebildeten
Bandförderer 57 an, dessen Förderrichtung in Fig. 7 mit H bezeichnet ist. Der Bandförderer
57 ist um eine mit der Drehachse der Antriebsrolle 54 zusammenfallende Achse schwenkbar
gelagert. Im weitern ist eine auf den Wickelkern 4 wirkende Bremsanordnung 58 vorgesehen.
Dem Bandförderer 57 ist ein Wegförderer 59 nachgeschaltet.
[0029] Benachbart zur Abwickelstelle 50 ist ein Magazin 60 angeordnet, zu dem die mit den
abzuwickelnden Wickeln W₁...W₄ beladenen Paletten 45 gebracht werden. Das Magazin
60 ist mittels einer leicht abfallenden Rollbahn 6l mit der Abwickelstelle 50 verbunden.
[0030] Zum Transportieren der beladenen Paletten 45 von der Kippeinrichtung 34 zum Magazin
60 wird die Rollenbahn 48 mittels eines Antriebes 62 in Richtung des Pfeiles I angetrieben.
[0031] Die abzuwickelnden Wickel W werden von der Palette 45 über die Rollbahn 6l in Richtung
des Pfeiles K in die Abwickelstelle 50 gerollt, wie das in den Fig. 7 und 8 anhand
des Wickels W₄ gezeigt ist. Durch Antreiben der Antriebsrolle 54 wird das Wickelband
7 und mit diesem die aufgewickelten Druckereierzeugnisse l4 vom Wickel W₄ abgewickelt
und über den Bandförderer 57 und den Wegförderer 59 weggeführt. Das abgewickelte Wickelband
7 wird auf die Aufnahmespule 53 aufgewickelt. Der sich in Richtung des Pfeiles L (Fig.
7) drehende Wickel W₄ wird mittels der Bremsanordnung 58 leicht gebremst. Das Abwickeln
der Druckereierzeugnisse l4 von den Wickeln W erfolgt grundsätzlich auf die in der
CH-PS 649 062 bzw. der entsprechenden US-PS 4,438,6l8 beschriebene Weise.
[0032] Sobald alle Produkte eines Wickels, z.B. des Wickels W₄, abgewickelt sind, wird der
nun leere Wickelkern 4 aus der Abwickelstelle 50 entfernt. Dasselbe trifft auch auf
die Aufnahmespule 53 mit dem aufgewickelten Wickelband 7 zu. In der Zwischenzeit ist
die Palette 45 in Richtung des Pfeiles I vorgeschoben worden, um den nächsten Wickel
W₃ in eine mit der Rollbahn 6l ausgerichtete Lage zu bringen. Dieser Wickel W₃ kann
nun zur Abwickelstelle 50 gerollt werden, sobald diese zu dessen Aufnahme bereit ist.
Nach erfolgtem Verbinden des Wickelbandes 7 des Wickels W₃ mit einer Aufnahmespule
53 kann mit dem Abwickeln der Druckereierzeugnisse l4 dieses Wickels W₃ begonnen
werden. Entsprechend werden nacheinander auch die übrigen Wickel W₂ und W₁ in die
Abwickelstelle 50 gerollt und abgewickelt.
[0033] Durch das beschriebene Kippen der Wickel um jeweils eine horizontale Achse 29a bzw.
4la um etwa 90 ° ist es auf einfache Weise möglich, die Wickel in eine zum Transportieren
und Lagern günstige Lage zu bringen, in der sie mit in vertikaler Richtung verlaufender
Längsachse 4a aufeinander liegen. Die Wickel W₁...W₄ lassen sich jedoch sehr schnell
und auf einfache Weise aus der Aufwickelstelle 2 entfernen bzw. in die Abwickelstelle
50 einsetzen, weil die Wickel W₁...W₄ eine Lage einnehmen, in der deren Längsachse
4a in horizontaler Richtung verläuft, wie das für das Auf- und Abwickeln gewünscht
wird.
[0034] Obwohl es vom zeitlichen und apparativen Aufwand her vorteilhaft ist, die Wickel
W₁...W₄ auf die Palette l6 zu rollen bzw. von der Palette 45 wegzurollen, ist es auch
möglich, die Wickel W₁...W₄ auf andere geeignete Weise, z.B. mittels Umschlaggeräten,
der Aufwickelstelle 2 zu entnehmen und auf die Palette l6 aufzulegen bzw. von der
Palette 45 abzuheben und in die Abwickelstelle 50 einzusetzen.
1. Verfahren zum Verarbeiten von in Schuppenformation anfallenden Druckereierzeugnissen,
wie Zeitungen, Zeitschriften und dergleichen, bei dem die Schuppenformation zusammen
mit einem unter Zugspannung stehenden Wickelband mit einer ihrer Flachseiten jeweils
einem hohlzylindrischen, sich um eine im wesentlichen horizontale Achse drehenden
Wickelkern zugekehrt auf diesen Wickelkern aufgewickelt wird, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anzahl von fertigen Wickeln (W₁...W₄) mit in im wesentlichen horizontaler
Richtung verlaufender Längsachse (4a) nebeneinander gestellt und durch gemeinsames
Kippen um eine im wesentlichen horizontale Achse (29a) um 90 ° in eine Lage gebracht
werden, in der die Wickel (W₁...W₄) mit im wesentlichen in vertikaler Richtung verlaufender
Längsachse (4a) aufeinanderliegen.
2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel (W₁...W₄) vor
dem Kippen nebeneinander auf eine als Transportelement ausgebildete Unterlage (l6),
vorzugsweise eine Palette, gestellt werden, welche zusammen mit den Wickeln (W₁...W₄)
gekippt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel (W₁...W₄) nacheinander
aus einer Aufwickelstelle (2) heraus auf die Unterlage (l6) gerollt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel
(W₁...W₄) auf eine als Transportelement ausgebildete Unterlage (33), vorzugsweise
eine Palette, gekippt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage vor dem Kippen
der Wickel (W₁...W₄) seitlich an die nebeneinander stehenden Wickel (W₁...W₄) angelegt
und zusammen mit den Wikkeln (W₁...W₄) gekippt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel
(W₁...W₄) vor dem Zuführen zu einer Abwickelstation (49) zusammen in ihre ursprüngliche
Lage zurückgekippt werden, in der sie nebeneinander stehen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die nebeneinander stehenden
Wickel (W₁...W₄) nacheinander zu einer Abwickelstelle (50) gerollt werden.
8. Verfahren zum Verarbeiten von in Schuppenformation und zusammen mit einem Wickelband
auf hohlzylindrische Wickelkerne aufgewickelten Druckereierzeugnissen, wie Zeitungen,
Zeitschriften und dergleichen, bei dem die Druckereierzeugnisse zusammen mit dem Wickelband
von den Wickeln abgewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die vor dem Abwickeln
mit im wesentlichen in vertikaler Richtung verlaufender Längsachse (4a) aufeinanderliegenden
Wickel (W₁...W₄) durch gemeinsames Kippen um eine im wesentlichen horizontale Achse
(4la) um 90 ° in eine Lage gebracht werden, in der die Wickel (W₁...W₄) mit im wesentlichen
in horizontaler Richtung verlaufender Längsachse (4a) nebeneinander angeordnet sind.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel (W₁...W₄) vor
dem Kippen aufeinanderliegend auf eine als Transportelement ausgebildete Unterlage
(33), vorzugsweise eine Palette, aufgelegt werden, welche zusammen mit den Wickel
(W₁...W₄) gekippt wird.
l0. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickel (W₁...W₄)
auf eine als Transportelement ausgebildete Unterlage (45), vorzugsweise eine Palette,
gekippt werden.
11. Verfahren nach Anspruch l0, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage (45) vor
dem Kippen seitlich an die aufeinanderliegenden Wickel (W₁...W₄) angelegt und zusammen
mit letzteren gekippt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis ll, dadurch gekennzeichnet, dass nach
dem Kippen die nebeneinander stehenden Wickel (W₁..W₄) nacheinander zu einer Abwickelstelle
(50) gerollt werden.
13. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach einem der Ansprüche l bis l2,
gekennzeichnet durch eine Kippeinrichtung (22; 34) zum gemeinsamen Kippen jeweils
einer Anzahl von Wickeln (W₁...W₄), die zwei etwa rechtwinklig zueinander stehende
Abstützungen (23, 24; 35, 36) aufweist, die zusammen um eine im wesentlichen horizontale
Achse (29a, 4la) um 90 ° schwenkbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch l3, dadurch gekennzeichnet, dass jede Abstützung durch
eine Auflage (23, 24; 35, 36) für die Wickel (W₁...W₄) bzw. die als Transportelemente
ausgebildeten Unterlagen (l6, 33; 45 ) gebildet ist, wobei beide Auflagen (23, 24;
35, 36) an einer gemeinsamen, mit einem Drehantrieb (32; 44) verbundenen Schwenkwelle
(29; 4l) befestigt sind.