[0001] Die Erfindung betrifft Elektroden auf der Basis von thermoplastischen makromolekularen
Werkstoffen und leitfähigen nichtmetallischen Zusätzen sowie deren Verwendung.
[0002] Elektroden werden für verschiedene elektrochemische Zwecke, insbesondere in wässrigen
Medien verwendet, z.B. zur elektrochemischen Synthese von Stoffen, zur Elektrolyse,
zu Meßzwecken bzw. als Sensoren oder in galvanischen Zellen zur Speicherung elektrischer
Energie.
[0003] Sofern man keine Metalle als Elektrodenmaterial verwendet, werden meist Graphitelektroden
eingesetzt. In neuerer Zeit diskutiert man auch die Anwendung von intrinsisch leitfähigen
Polymeren in komplexierter (dotierter), reiner Form, z.B. Elektroden aus Polyacetylen,
Polypyrrol, Polyanilin, Polyphenylenen, Polyphenylensulfiden, Polyphthalocyaninen,
Polythiophenen und auch aus Polymeren mit konjugierten n-Elektronensystemen, die aber
bisher nur als Elektroden in wiederaufladbaren Batterien eingesetzt werden konnten
(vergl. A.J. Heeger, A.G. McDiarmid u.a., Phys. Rev. Lett. 39, 1089 (1977); P.J. Nigrey
u.a., J. Elektrochem. Soc.128, 1651 (1981».
[0004] Es sind keine Elektroden bekannt, die mit thermoplastischen Verarbeitungsverfahren
(z.B. Extrusion oder Spritzguß) aus Mischungen thermoplastischer makromolekularer
Werkstoffe mit leitfähigen nichtmetallischen Zusätzen hergestellt werden können und
unter Elektrolysebedingungen stabil sind (vergl. z.B. D. Kyriacon und D. Jannakondakis,
"Electrocatalysis for Organic Synthesis", New York 1986). Eine besonders interessante
Anwendung für solche Elektroden unter komplexen elektrolytischen Bedingungen stellen
elektrische Verfahren zur Entfernung von Kapillarfeuchte in Mauerwerk dar. Die Kapillarfeuchte
und Versalzung von Mauerwerk sowie die Korrosion von Stahlbeton stellt ein ernstes
volkswirtschaftliches und konservatorisches Problem dar. Die Sanierung von Bauwerken
ist hochkompliziert und offenbar - entgegen den Beteuerungen zahlreicher Hersteller
und Vertreiber unterschiedlicher mechanischer, chemischer und elektrokinetischer Verfahren
- immer noch nicht gelöst (vergl. z.B. C. Ahrendt, "Trockenlegung", Stuttgart, 1983).
Gewissen Erfolgen stehen zahlreiche Mißerfolge gegenüber, unabhängig von der Art der
Verfahren.
[0005] Die Anwendung von elektrischer Spannung zur Mauertrocknung wird in der allgemeinen
und Patentliteratur vielfach beschrieben (vergl. z.B. C. Ahrendt, a.a.0.) und dort
meist als elektroosmotisches, elektrokinetisches oder elektrophysikalisches Verfahren
bezeichnet.
[0006] Offenbar wurden bisher die grundlegenden Probleme der elektrischen Mauertrocknung
nicht erkannt:
1. Abgesehen von Modellsystemen können aufgrund des Salzgehaltes im Mauerwerk Trocknungseffekte
nur oberhalb der Zersetzungsspannung des Wassers beobachtet werden.
2. Die dabei auftretenden elektrochemischen Prozesse lassen H2 an der Kathode und wohl vorrangig CI2 (nicht, wie oft behauptet wird, 02) an der Anode entstehen, welches sich sofort zu OCI-(Hypochlorit) umsetzt. Die Anode
ist daher elektrolytischen, oxidativen und durch Ionentransport offenbar auch mechanischen
Abbauvorgängen ausgesetzt.
3. Die Elektroden, vor allem rußgefüllte Kunststoffelektroden, bauen ein Gegenpotential
von 0,5 bis 2 mV und darüber auf, das dem angelegten Potential entgegenwirkt und den
Stromfluß stark reduziert. Außerdem scheinen die Elektroden aufgrund dieses Potentials
in ihrer Leistungsfähigkeit stark nachzulassen.
[0007] Sofern man aus naheliegenden Kostengründen keine Edelmetalle verwenden kann, sind
die eingesetzten Metall- oder Kunststoffelektroden diesen Prozessen ausgesetzt. Als
Gesamtresultat fällt bei allen diesen Elektroden der Strom rasch ab, die Elektroden
zerfallen oder bauen einen sehr hohen Widerstand auf. Die in der Patentliteratur beschriebenen
Verfahren lassen diese Probleme unberücksichtigt. Beispielhaft seien hier einige Verfahren
und ihre jeweiligen Probleme kurz erwähnt: P. Friese u.a. DE-OS 34 30 449 (elektrolytisch
abbauende Metallelektrode); C. Meisel-Crone, DE-AS 14 59 998 (gepreßte Graphitelektrode:
sehr instabil); H. Oppitz, EP-OS 100 845 und AT-OS 3101/82 (netzwerkartige, leitfähig
beschichtete Kohlefaserelektrode: Netz verliert schnell elektrischen Kontakt zur Elektrode,
welche ebenfalls kurzfristig abgebaut wird); M.W. Tenge, DE-OS 27 06 172 sowie 27
06 193, 27 05 814, 27 05 813 und 25 03 670 (rußgefüllte PTFE-Elektrode; mit 9 2 V
zu niedrige Arbeitsspannung, schlechter Kontakt zum Mauerwerk, sehr niedrige Leitfähigkeit).
[0008] Nach allem Anschein ist eine Mauertrocknung auf elektrischem Wege aber immer mit
Elektrolyse verbunden, die beobachteten Sanierungseffekte werden durch die Elektrolyse
in Gang gesetzt.
[0009] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Elektroden für Elektrolyseverfahren bzw. für
Anwendungen, bei denen elektrochemische Umwandlungen erwünscht oder unvermeidbar sind,
zu schaffen, die unter den jeweiligen Bedingungen stabil sind.
[0010] Obwohl nach Elektrolyseversuchen mit marktgängigen rußgefüllten Thermoplasten und
nach der Literatur keinerlei Hinweise vorlagen, wie die beobachteten Abbauprozesse
überwunden werden könnten, wurde nunmehr überraschenderweise gefunden, daß dennoch
ganz bestimmte Kombinationen von synthetischen makromolekularen Werkstoffen A und
leitfähigen Zusätzen B Elektroden ergeben, die unter den jeweiligen elektrochemischen
Bedingungen stabil sind. Gegenstand der Erfindung ist eine unter Elektrolysebedingungen
stabile, insbesondere zur Trocknung von Mauerwerk geeignete Elektrode auf Basis von
leitfähigen Stoffen und makromolekularen Werkstoffen als Bindemittel, welche dadurch
gekennzeichnet ist, daß sie besteht aus
A. einem thermoplastischen polaren Polymer, einem thermoplastischen Polykondensat
oder einem thermoplastischen Polyaddukt oder deren Gemischen, die durch das Elektrolysemedium
gut benetzbar und gegenüber dem an der jeweiligen Elektrode ablaufenden elektrochemischen
Vorgang stabil sind, und
B. einer Mischung im Gewichtsverhältnis von 1:4 bis 4:1 aus
a) Leitruß mit einer Oberfläche von mehr als 600 m2/g und gegebenenfalls Kohlefasern mit
b) Ruß mit einer Oberfläche von weniger als 600 m2/g und/oder Übergangsmetalloxiden
und/oder einem intrinsisch leitfähigen Polymer besteht.
[0011] Dabei ist der synthetische makromolekulare Werkstoff A polar und gegenüber dem Elektrolysemedium
stabil, d.h. in wässrigen Medien hydrolyse- und vor allem oxidationsstabil. Der Werkstoff
ist thermoplastisch verarbeitbar und kann, muß aber nicht vernetzbar sein. Als makromolekulare
Elektrodenkomponente A haben sich polare Stoffe, darunter EVA (Ethylenvinylacetat),
CPE (Chloriertes Polyethylen), TPU (Thermoplastisches Polyurethan), insbesondere Polyetherpolyurethan,
Hart- und Weich-PVC (Polyvinylchlorid), NBR (Nitrilkautschuk), ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Terpolymer),
SBR (StyrolButadien-Kautschuk), Fluorelastomere oder Mischungen solcher Stoffe bewährt.
Sie sollen durch das Elektrolysemedium gut benetzt, aber nicht angequollen oder gelöst
bzw. (z.B. hydrolytisch) zersetzt werden können.
[0012] Die leitfähigen Zusätze B sind nicht-metallisch; sie vermögen einerseits den Werkstoff
leitfähig zu modifizieren, andererseits können sie ein Potential während der Anwendung
aufbauen (z.B. gegenüber einer Referenzelektrode vor bzw. nach einer gewissen Betriebsdauer),
ohne daß dadurch die Betriebsfähigkeit des Systems wesentlich beeinträchtigt wird.
Als leitfähige Zusätze B kommen Mischungen aus a) sog. Leitruß (elektrisch leitfähigem
Ruß mit einer Oberfläche von mehr als 600 m
2/g) und gegebenenfalls Kohlefasern mit b) Ruß geringerer Leitfähigkeit mit einer Oberfläche
von weniger als 600 m
2/g, Graphit, intrinsisch leitfähigen Polymeren (in komplexierter oder kompensierter
Form) oder Übergangsmetalloxiden in Frage. Als intrinsisch leitfähige Polymere sind
z.B. Polyacetylen, Polypyrrol, Polyphenylene, Polyaniline, Polythiophene, Polyphthalocyanine
und andere Polymere mit konjugierten π-Elektronensystemen zu nennen. Als Metalloxide
kommen z.B. Fe(II)/Fe(III)-Mischoxide, Mn0
2, V
20s, Nb
20
3 u.a. in Betracht, also solche, bei denen das Übergangsmetall in einen höheren, ebenfalls
stabilen Oxydationszustand überführt werden kann.
[0013] Die leitfähigen Zusätze B werden in Konzentrationen von 3 bis 75 Gew.-%, vorzugsweise
8 bis 55 Gew.-%, mit 25 bis 97, vorzugsweise 45 bis 92 Gew.-% oder Komponente A vermischt.
[0014] Die Mischung B enthält die leitfähigen und die potentialstabilisierenden Stoffe in
Gewichtsverhältnissen von 1:4 bis 4:1.
[0015] Als stabil wird eine erfindungsgemäße Elektrode angesehen, wenn
a) bei konstanter Gleichspannung ein weitgehend gleichbleibender Strom fließt (dessen
Größe natürlich von der Leitfähigkeit der Elektrode und der des Systems abhängig ist),
wobei während der notwendigen Betriebsdauer (z.B. in einem Zeitraum von einigen Monaten
bis Jahren) die Abnahme der Leistung einen für den jeweiligen Prozeß kritischen Wert
nicht unterschreitet;
b) die Elektrode (meistens die Anode) mechanisch stabil bleibt (optischer, einfacher
Versprödungstest oder Zugprüfung, kein wesentlicher Gewichtsverlust).
[0016] Der für die Anwendung als Elektroden bevorzugte spezifische Widerstand liegt unter
104 fi cm, vorzugsweise unter 10
3 0 cm, besonders bevorzugterweise unter 2 . 102
0 cm.
[0017] Die Herstellung des Elektrodenmaterials erfolgt auf handelsüblichen Kunststoffverarbeitungsmaschinen
wie Doppelschneckenextrudern, Innenmischern oder dergleichen unter Verwendung üblicher
Verarbeitungshilfsmittel wie Stabilisatoren, Gleitmitteln, Füllstoffen u.a. Die erhaltene
Masse wird granuliert oder direkt in die spätere Elektrodenform (Folien, Platten,
Profile u.ä.) umgeformt. Die Elektroden finden in vielfältigen Verfahren Anwendung,
z.B. als Sensoren, als Elektroden für die elektrolytische Oxidation oder Reduktion,
zur Elektrokatalyse, zur Entwässerung - z.B. von Mauerwerk, Schlämmen, Torf und dergl.
-zur Entsalzung oder im Korrosionsschutz.
[0018] Die Prüfung der Elektroden wurde mit 6 V Gleichspannung in wässriger NaCI-Lösung
durchgeführt. Dabei zeigte sich, daß der Stromfluß bei Graphitelektroden rasch absinkt,
desgleichen bei Kohlefaserelektroden. Metallelektroden werden verbraucht. Rußgefüllte
Polymerelektroden aus z.B. vernetztem Polyethylen, die einen Metallkern enthalten,
haben offenbar immer Kontaktierungsprobleme und bauen schließlich durch eine Schwachstelle
hindurch den Metallkern ab; die Benetzung durch das Elektrolysemedium ist schlecht.
[0019] Die erfindungsgemäßen Elektroden zeigen überraschenderweise ein gänzlich anderes
Verhalten: Nach anfänglich konstantem Strom steigt der Stromfluß um bis zu 50% an,
fällt dann leicht ab und stabilisiert sich mindestens auf dem Ausgangsniveau, häufig
aber zwischen dem Ausgangs- und dem Maximal-Niveau.
[0020] Eine Erklärung für die beobachteten Phänomene kann noch nicht gegeben werden. Vor
allem der Mechanismus der potential- und stromstabilisierenden Funktion ist unklar.
Zur Verdeutlichung seien aus den zahlreichen Versuchen, welche z.T. in den Beispielen
dokumentiert sind, einige Eckwerte herausgehoben.

[0021] Der Anfangsstrom wird im wesentlichen durch den Widerstand der Elektroden bestimmt
und ist deshalb bei der Kohlefaser höher. Bei vergleichbarem Endwiderstand (möglicherweise
ist bei der erfindungsgemäßen Elektrode nur die äußerste Oberfläche verändert, was
durch Kontaktierungsprobleme einen höheren Widerstand vortäuscht, während der innere
Widerstand auf ursprünglichem Niveau bleibt) und Endpotential zeigt aber die erfindungsgemäße
Elektrode einen mehr als 10-fach höheren Strom, der sogar höher ist als der Ausgangswert.
Die nur mit Leitruß gefüllte Elektrode kann ebenfalls den Strom nicht stabilisieren.
[0022] In der Praxis setzt man die Elektroden in flächiger Form, z.B. in Form von Folien
oder Platten ein. Für die Trocknung von Mauern haben sich Folien, die ausgestanzt
wurden (zur Erleichterung des Anputzens) bewährt. Die Folien werden durch Leiter mit
großem Querschnitt z.B. durch Verschweißen kontaktiert; diese Leiter können innerhalb
des Mauerwerks verlaufen, ebenso kann die Kontaktstelle im Mauerwerk (z.B. Putz) liegen;
der Kontakt zwischen Spannungsgeber und Leiter muß außerhalb des Mauerwerks mit Schutz
vor Feuchtigkeitszutritt erfolgen.
[0023] Zum Betrieb der Elektroden können Gleich- und Wechselspannungen in erforderlicher
Größe eingesetzt werden. Zur Mauertrocknung wendet man bevorzugterweise zwichen 4
und 48V an, wobei zur Begrenzung des Stromflusses bei Spannungen von mehr als 6 V
gepulste Gleichspannung eingesetzt werden kann.
[0024] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung sollen nachfolgende Beispiele dienen, auf
welche die Erfindung aber nicht beschränkt ist. Alle Mengenangaben beziehen sich auf
das Gewicht.
Beispiel 1
[0025] In einem Innenmischer werden 80 Teile Ethylen-Vinylacetat (20% VA) mit 9 Teilen Leitruß
mit einer Oberfläche von 950 m
2/g (Ketjenblack EC) und 11 Teilen Flammruß (Flammruß 101 der Degussa AG) mit einer
Oberfläche von 20 m
2/g und 3 Teilen Stabilisatoren und Gleitmitteln gemischt, plastifiziert und granuliert
(Rezept Nr. 1). Analog wird verfahren mit TPU (Polyethertyp) (Rezept Nr. 2) und Weich-PVC
(Nr. 3). Weiterhin wird die Mischung 1 in gleicher Zusammensetzung, aber anstelle
des Furnaceruß mit Graphit (Nr. 4), sowie zum Vergleich ohne Furnaceruß (Nr. 5) ausgeführt.
Die Granulate werden zu Platten von 2 mm Dicke gepreßt und zu Elektroden von 12,5
mm Länge und 20 mm Breite geschnitten.
[0026] Eine weitere Anode bestand aus PVC und 40% Polyanilinhydrochlorid (Nr. 6), die Kathode
aus PVC, 40% Polyanilin und 8% Leitruß. Als weitere Vergleichselektrode wird ein Kohlefaserfand
(Nr. 7) eingesetzt. Die Elektroden werden in einem Elektrolysegefäß in räumlich getrennten,
aber elektrolytisch verbundenen Zylindern angebracht, wobei die wässrige Lösung (2g
NaCI/100g H
20) die Elektroden nur halb bedeckt, so daß die Kontaktierung der Elektroden mit eingeschweißten
Metalldrähten außerhalb des Elektrolyse-Mediums erfolgen kann. Die Zylinder haben
ein oben angebrachtes Ventil, so daß entstehende Gase während der Elektrolyse periodisch
abgelassen werden können.
[0027] Bei Betrieb mit 6 V Gleichspannung wurden die in der nachfolgenden Tabelle enthaltenen
Ergebnisse erhalten. Die nicht erfindungsgemäßen Elektroden sind deutlich unterlegen.

Beispiel 2
[0028] In einem Vergleichsversuch wurden zwei handelsübliche Elektrodenmaterialien (1: rußgefülltes
PE, 2: Kohlefaserband) und eine erfindungsgemäße Elektrodenmasse (Zusammensetzung
des Beispiels 1, Nr. 3, welche jedoch als Komponente Bb statt Flammruß ein Fe(II)/Fe(III)-Mischoxid
(Eisenoxid-Pigment 130 M der Bayer AG) enthielt, als Anoden in wässriger Elektrolyse
(6 V) (2% NaCI-Lösung geschaltet. Dabei sind die Vergleichsmaterialien 1 und 2 elektrisch
nach 100 bzw. 60 h, mechanisch (Reißfestigkeit) jeweils nach etwa 60 h zerstört (Fig.
1 und 2). Die erfindungsgemäße Elektrodenmasse arbeitet jedoch auch nach 800 h noch
mit nennenswerter Leistung und ist mechanisch noch nicht zerstört (Fig. 3 und 4).
Die Gewichtsänderung beträgt für
- Nr. 1 Anode - 11 %/Kathode -8% (Zerstörung durch Oxidation bzw. Reduktion, Materialabtrag)
- Nr. 2 Anode +9%/Kathode +14% (Zerstörung durch loneneinlagerung)
- Nr. 3 Anode +1%/Kathode +4% (wesentlich geringere Gewichtsveränderungen bei 8-facher
Elektrolysezeit und -leistung)
Beispiel 3
[0029] In einem Langzeittest wurden drei erfindungsgemäß zusammengesetzte Elektrodenmassen
als Anode und Kathode in einer wässrigen Elektrolyse gemäß Beispiel 2 eingesetzt.
Alle Elektroden enthielten Leitruß (Ketjenblack EC) als Komponente Ba in Weich-PVC.
Nr. 1 und Nr. 2 enthielten als Komponente Bb Graphit, Nr. 3 das Mischoxid des Beispiels
2. Der Stromverlauf ist in Fig. 5 dargestellt (nicht auf Elektrodenfläche normiert).
1. Unter Elektrolysebedingungen stabile, insbesondere zur Trocknung von Mauerwerk
geeignete Elektrode auf Basis von leitfähigen Stoffen und makromolekularen Werkstoffen
als Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus
A. einem thermoplastischen polaren Polymer, einem thermoplastischen Polykondensat
oder einem thermoplastischen Polyaddukt oder deren Gemischen besteht, die durch das
Elektrolysemedium gut benetzbar und gegenüber dem an der jeweiligen Elektrode ablaufenden
elektrochemischen Vorgang stabil sind, und
B. einer Mischung im Gewichtsverhältnis von 1:4 bis 4:1 aus
a) Leitruß mit einer Oberfläche von mehr als 600 m2/g und gegebenenfalls Kohlefasern
mit
b) Ruß mit einer Oberfläche von weniger als 600 m2/g und/oder Graphit und/oder Obergangsmetalloxiden und/oder einem intrinsisch leitfähigen
Polymer besteht.
2. Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Komponente A Polyvinylchlorid
und/oder chloriertes Polyethylen enthält.
3. Elektrode nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponenten
A und B in einem Gewichtsverhältnis zwischen 97:3 und 25:75 vorliegen.
4. Verwendung der Elektrode nach den Ansprüchen 1 bis 3 in Elektrolyseverfahren, insbesondere
zur Entsalzung und Trocknung von Mauerwerk, zur Entfernung von Kapillarfeuchte aus
Torfen oder Schlämmen, zum Korrosionsschutz, zur Bodenbewässerung, in der Elektrosynthese
oder -katalyse und als Sensoren.
5. Verwendung nach Anspruch 4 zur Mauerentsalzung und -trocknung, dadurch gekennzeichnet,
daß als Anode eine Elektrode nach den Ansprüchen 1 bis 3 eingesetzt wird und Spannungen
von 4 bis 48 V angelegt werden.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden
einen spezifischen Widerstand von weniger als 104 Q cm aufweisen.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden
in großflächiger Form mit dem Mauerwerk kontaktiert werden, wobei die in Form von
Folien oder Bahnen vorliegenden Elektroden zur Erleichterung der Anbringung mit Ausstanzungen
versehen werden.
8. Verwendung der Elektroden zur Mauerentsalzung und -trocknung nach den Ansprüchen
4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannung von einem Spannungsgeber, der außerhalb
der Mauer angeordnet ist, über Leiter mit großem Querschnitt aus dem gleichen Material
wie die verwendeten Elektroden an die Elektroden angelegt wird.
9. Verwendung der Elektroden zur Mauerentsalzung und -trocknung nach den Ansprüchen
4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine gepulste Gleichspannung angelegt wird.
10. Verwendung der Elektroden zur Mauerentsalzung und -trocknung nach den Ansprüchen
4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden mit einem Putz, der besonders
reich an Calciumhydroxid und/oder -carbonat ist, an das zu trocknende bzw. zu entsalzende
Mauerwerk angebracht werden.
1. Electrode stable dans des conditions d'électrolyse, convenant en particulier au
séchage de maçonnerie, réalisée à partir de substances conductrices et de matériaux
macromoléculaires faisant fonction de liants, caractérisée en ce qu'elle est constituée
de:
A. un polymère thermoplastique polaire, un polycondensat thermoplastique ou un polyadditif
thermoplastique, ou leurs mélanges, qui peuvent être correctement mouillés par le
milieu électrolytique et sont stables par rapport au processus électrochimique se
produisant sur l'électrode concernée, et
B. un mélange d'un rapport en poids de 1:4 à 4:1 composé de:
a) noir de fumée conducteur avec une surface supérieure à 600 m2/g et, le cas échéant, de fibres de carbone et
b) noir de fumée avec une surface inférieure à 600 m2/g et/ou de graphite et/ou d'oxydes métalliques transitoires et/ou d'un polymère intrinsèquement
conducteur.
2. Electrode conforme à la revendication 1, caractérisée en ce qu'elle contient, comme
composante A, du chlorure de polyvinyle et/ou du polyéthylène chloré.
3. Electrode conforme aux revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que les composants
A et B sont présents dans un rapport en poids compris entre 97:3 et 25:75.
4. Utilisation de l'électrode conforme à l'une quelconque des revendications 1 à 3,
en particulier pour dessaler et sécher la maçonnerie, pour supprimer l'humidité capillaire
des tourbes ou des boues, pour protéger contre la corrosion, pour irriguer les sols,
dans l'électrosynthèse ou l'électrocatalyse et sous forme de capteurs.
5. Utilisation conforme à la revendication 4 pour dessaler et sécher la maçonnerie,
caractérisée en ce qu'une électrode conforme aux revendications 1 à 3 est utilisée
comme anode, et en ce que des tensions de 4 à 48 V sont appliquées.
6. Utilisation conforme à l'une quelconque des revendications 4 ou 5, caractérisée
en ce que les électrodes possèdent une résistance spécifique inférieure à 104 a cm.
7. Utilisation conforme à l'une quelconque des revendications 4 à 6, caractérisée
en ce que les électrodes de grande surface sont mises en contact avec la maçonnerie,
les électrodes réalisées sous forme de feuilles ou de pistes étant pourvues de découpages
matricés pour en faciliter la pose.
8. Utilisation des électrodes pour dessaler et sécher la maçonnerie conforme à l'une
quelconque des revendications 4 à 7, caractérisée en ce que la tension est appliquée
aux électrodes par une source de tension, qui est disposée à l'extérieur du mur, par
l'intermédiaire de conducteurs de forte section réalisés dans le même matériau que
celui des électrodes utilisées.
9. Utilisation des électrodes pour dessaler et sécher la maçonnerie conforme à l'une
quelconque des revendications 4 à 9, caractérisée en ce qu'une tension continue pulsée
est appliquée.
10. Utilisation des électrodes pour dessaler et sécher la maçonnerie conforme à l'une
quelconque des revendications 4 à 9, caractérisée en ce que les électrodes sont appliquées
contre la maçonnerie à sécher ou, respectivement, à dessaler au moyen d'un crépi particulièrement
riche en hydroxyde et/ou carbonate de calcium.
1. Electrode which is stable under electrolysis conditions and suitable in particular
for drying brickwork, based on conductive substances and macromolecular materials
as the binder, characterized in that it consists of
A. a thermoplastic polar polymer, a thermoplastic polycondensate or a thermoplastic
addition polymer or mixtures of these, which are easily wettable by electrolysis medium
and are stable with regard to the electrochemical process proceeding at the respective
electrode, and
B. a mixture in a weight ratio of 1:4 to 4:1 of
a) conductive carbon black with a surface of more than 600 m2/g, and optionally carbon
fibres, with
b) carbon black with a surface of less than 600 m2/g and/or graphite and/or transition-metal oxides and/or an intrinsically conductive
polymer.
2. Electrode according to claim 1, characterized in that it contains polyvinyl chloride
and/or chlorinated polyethylene as component A.
3. Electrode according to claim 1 or 2, characterized in that the components A and
B are present in a weight ratio between 97:3 and 25:75.
4. Use of the electrode according to claims 1 to 3 in electrolysis processes, in particular
for desalting and drying brickwork, for removing capillary moisture from peats or
slurries, for protection from corrosion, for soil irrigation, in electrosynthesis
or electrocatalysis and as sensors.
5. Use according to claim 4 for desalting and drying brickwork, characterized in that
an electrode according to claim 1 to 3 is used as the anode, and that voltages of
4 to 48 V are applied.
6. Use according to claim 4 or 5, characterized in that the electrodes have a specific
resistance of less than 104 Q cm.
7. Use according to one of claims 4 to 6, characterized in that the electrodes are
contacted with the brickwork in large-area form, and the electrodes in the form of
films or webs are provided with punched - out regions to facilitate application.
8. Use of the electrodes for the desalting and drying of brickwork according to claims
4 to 7, characterized in that the voltage is applied to the electrodes by a voltage
source, which is arranged outside the wall, via conductors with a large cross-section
and of the same material as the electrodes used.
9. Use of the electrodes for desalting and drying brickwork according to claims 4
to 9, characterized in that a pulsed d.c. voltage is applied.
10. Use of the electrodes for desalting and drying brickwork according to claims 4
to 9, characterized in that the electrodes are applied to the brickwork to be dried
or desalted with a plaster which is particularly rich in calcium hydroxide and/or
calcium carbonate.