[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft den elektromagnetischen Ventiltrieb einer Verbrennungskraftmaschine,
d.h. für Viertakt-Otto- bzw. Dieselmotoren, mit einem in Abhängigkeit von den Betriebsparametern,
insbesondere synchron zur Motordrehzahl, erregbaren ersten Elektromagneten und einem
durch den ersten Elektromagneten anziehbaren Anker.
[0002] Derartige Maschinen weisen je Zylinder mindestens 2 Ventile auf, die nach der derzeitig
bevorzugten Technik durch Federkraft in ihre Schließstellung gedrückt und dadurch
in ihre Offenstellung gebracht werden, daß auf den Ventilschaft eine der Federkraft
entgegenwirkende und diese übersteigende Kraft aufgebracht wird; dies in der Art,
daß auf einer von der Kurbelwelle mit der halben Drehzahl angetriebenen Hilfswelle
Nocken angebracht sind, die über Kipphebel die erforderliche Kraft auf die Ventilstößel
aufbringen. Nocken und Kipphebel sind durch das Aneinanderabgleiten einem erheblichen
Verschleiß ausgesetzt, und der erreichbare Ventilhub ist dadurch begrenzt, daß die
Flankensteigung der Nocken nicht beliebig groß gewählt werden kann, wenn die bei Zusammenwirken
derselben mit den Kipphebeln aufzubringenden Kräfte nicht das zulässige Maß überschreiten
sollen. Neuere Untersuchungen lassen vermuten, daß eine vollständigere Verbrennung
im Zylinder und damit eine günstigere Treibstoffausnutzung und Herabsetzung der im
Abgas abgegebenen Schadstoffe durch die Vergrößerung des Ventilhubs, durch ein schnelleres
Öffnen und Schließen der Ventile und/oder dadurch erreichbar sein können, daß die
starre Kupplung der Stellung der Ventile an diejenige des Kolbens bei allen Betriebszuständen
gelockert wird. Eine solche nach Betriebszustand variable Ankopplung erfolgt bereits
bei der Betätigung der Zündung bei Otto-Motoren.
[0003] Elektromagnetische Ventiltriebe sind bereits bekannt, und zwar aus den DE-A 3 311
250 und EP-A 0 043 426. Hier wird versucht, das als Anker eines Elektromagneten ausgebildete
Schließorgan des Ventils über den gewählten Verschiebeweg (der z.B. bei einem Kraftfahrzeugmotor
von 100 KW einige mm betragen kann) durch das Erregen des ersteren zu bewegen. Dies
erfordert verhältnismäßig große Elektromagneten, die nicht nur aufwendig, sondern
auch oft in unmittelmarer Nähe des Motorblocks nur schwer unterzubringen sind.
[0004] Aus der FR-A 932 936 sind Einrichtungen zur Betätigung von Ventilen bekannt, bei
denen an den herkömmlichen Nocken einer Nockenwelle statt der Kipphebel ein erster
Kolben abgleitet; dieser verdrängt Hydraulikflüssigkeit aus seinem Zylinder bzw. nimmt
diese bei Rückwärtsbewegung wieder auf. Die Hydraulikflüssigkeit ihrerseits bewegt
entsprechend einen zweiten Kolben, der das Ventil selbst betätigt. Dieser Schrift
kann der Fachmann ferner entnehmen, daß bei der hydraulischen Übertragung auch eine
Über- bzw. Untersetzung erfolgen kann, wenn die Querschnitte der beiden Kolben entsprechend
unterschiedlich gewählt werden. Ein Grund, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen,
ergibt sich aus der Schrift jedoch nicht.
[0005] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, bei grundsätzlichem Festhalten an der
hergebrachten Bauweise der genannten Motoren einen größeren Ventilhub zu ermöglichen
und gleichzeitig verschließanfällige Teile zu eliminieren. Hierdurch soll ein günstigeres
Steuerverhalten der Ventile erreicht werden.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ist gekennzeichnet dadurch, daß der Verschiebeweg des Ankers
ca. 1-1,5 mm beträgt; durch einen ersten Kolben, der in einem ersten Hydraulikzylinder
gleitet und mit dem Anker verbunden ist, einen auf den Ventilschaft wirkenden zweiten
Kolben mit gegenüber dem ersten Kolben verringertem Durchmesser, der in einem zweiten
Hydraulikzylinder gleitet, sowie eine den ersten und zweiten Hydraulikzylinder miteinander
verbindende Leitung.
[0007] Dabei kann die hydraulische Kraftübertragung 1, die Bewegung des ersten Kolbens übersetzen,
indem der zweite Kolben einen merklich geringeren Querschnitt aufweist als der erste
Kolben. Ersterer folgt der durch letzteren aufgezwungenen Bewegung dann mit einem
im Verhältnis der Querschnittsflächen vergrößerten Hub, wenn das Gesamtsystem geschlossen
ist. Die Bewegung der Kolben in ihren Zylindern erfolgt wegen des Fehlens von die
Gleitflächen beanspruchenden Querkräften weitgehend verschleißfrei. Da dem Anker des
vorgeschlagenen ersten Elektromagneten nur ein sehr geringer Verschiebeweg in der
Größenordnung von 1 bis 1,5 mm mitgeteilt zu werden braucht, reichen verhältnismäßig
geringe elektromagnetische Kräfte aus. Diese geringe Bewegung wird dann durch die
hydraulische Übersetzung auf den gewünschten Ventilhub vergrößert. Die Rückkehr des
Ankers in seine Ausgangsstellung bei entregtem Elektromagneten kann dabei in herkömmlicher
Weise durch die Kraft einer Rückstellfeder bewirkt werden.
[0008] Jedoch kann auf diese Rückstellfeder bei einer Ausgestaltung der Erfindung gemäß
dem 2. Anspruch verzichtet werden, bzw. kann ihre Stärke auf das Maß herabgesetzt
werden, das ausreicht, um ein mechanisches Spiel auszugleichen, wenn für jede Bewegungseinrichtung
des Primärkolbens ein besonderer Elektromagnet vorhanden ist, der wechselseitig mit
dem anderen erregt wird. Die Differentialkolben-Anordnung bewirkt, daß eine Verschiebung
des einen Kolbens, egal in welche Richtung, stets eine entsprechende Verschiebung
des anderen Kolbens zur Folge hat.
[0009] Als besonders geeignet für den Einsatz in der beschriebenen Konstruktion erscheint,
wie im 3. Anspruch vorgeschlagen, ein Topfmagnet. Gemäß der im 4. Anspruch vorgeschlagenen
Ausgestaltung der Erfindung können der zweite Kolben und der Ventilschaft mit dem
angeformten Ventilteller aus einem Stück hergestellt sein, wodurch auch die Möglichkeit
des Spiels in der Übertragung weiter vermindert wird.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar
im Längsaxialschnitt. Die Figur zeigt teilweise den Brennraum 1 eines Zylinders einer
Verbrennungskraftmaschine, dem über einen Ansaugkanal 2 ein Brennstoffluftgemisch
zugeführt wird; ein Auslaßventil kann in prinzipiell gleicher Weise ausgeführt sein.
Der Ansaugkanal 2 wird gegenüber dem Brennraum 1 abgeschlossen durch einen Ventilteller
4, der mit einem Stößel 5 eine Einheit bildet. Durch eine Schraubenfeder 6, die sich
an einem Widerlager 7 abstützt, ist das Ventil 4 in Richtung seiner Schließstellung
belastet.
[0011] Ein erster Hydraulikzylinder 13, in dem ein erster Kolben 12 gleitet, ist über zwei
in Länge und Formgebung fast beliebig auszuführende Leitungen 15, 18 mit einem zweiten
Hydraulikzylinder 16 verbunden, in dem ein zweiter Kolben 17 gleitet, der seinerseits
auf den Ventilschaft 5 derart wirkt, daß jede Leitung jeweils auf einer Seite eines
ersten bzw. zweiten Kolbens 12 bzw. 17 mündet. Ohne Rückholfeder folgt dann letzterer
jeder Bewegung des ersteren. Da der von beiden Kolben 12, 17 bestrichene Hubraum gleich
sein muß und der Durchmesser D des ersten Zylinders 13 größer bemessen ist als derjenige
d des zweiten Zylinders 16, setzt sich die verhältnismäßig kleine hin
- und hergehende Bewegung h des ersten Kolbens 12 in eine entsprechend größere Bewegung
H des zweiten Kolbens 17 um. Die Größe des entsprechenden Hubs des Ventils 4 kann
so über das mit Hilfe herkömmlicher Nockenwellen erzielbare Maß hinaus gesteigert
werden.
[0012] Der erste Kolben 12 ist einstückig mit einem Anker 19 ausgeführt. Der Anker 19 liegt
je nach deren wechselweise vorzunehmender Erregung an einem ersten Elektromagneten
20 oder an einem zweiten Elektromagneten 21 an. Dabei ist der Luftspalt s zum jeweils
entfernten Elektromagneten nur etwa 1 bis 1,5 mm groß, so daß verhältnismäßig schwache
und damit kleine Elektromagneten Verwendung finden können. Dies insbesondere dann,
wenn wie hier dargestellt nicht gegen eine kräftige Rückholfeder gearbeitet werden
muß, sondern eine den Ventilteller 4 in seine Schließstellung drückende Feder 6 lediglich
zum Spielausgleich dient und entsprechend schwach dimensioniert werden kann. Die Erregung
der Elektromagneten 20, 21 erfolgt abwechselnd durch eine Steuereinheit 26, in die
nicht nur die jeweilige, z. B. an einer Kurbelwelle 27 abgenommene Drehzahl der Maschine,
sondern auch andere Betriebswerte eingehen, die durch hier nicht näher beschriebene
Sensoren 28 erfaßt werden. Hierdurch lassen sich die dem jeweiligen Betriebszustand
am genauesten entsprechenden Ventilschließzeiten steuern.
1. Elektromagnetischer Ventiltrieb einer Verbrennungskraftmaschine, mit einem in Abhängigkeit
von den Betriebsparametem, insbesondere synchron zur Motordrehzahl, erregbaren ersten
Elektromagneten (20) und einem durch den ersten Elektromagneten (20) anziehbaren Anker
(19), gekennzeichnet durch einen Verschiebeweg des Ankers (19) von ca. 1-1,5 mm, einen
ersten Kolben (12), der in einem ersten Hydraulikzylinder (13) gleitet und mit dem
Anker (19) verbunden ist, einen auf den Ventilschaft (5) wirkenden Kolben (17) mit
gegenüber dem ersten Kolben verringertem Durchmesser (d/D), der in einem zweiten Hydraulikzylinder
(16) gleitet, sowie eine den ersten und den zweiten Hydraulikzylinder miteinander
verbindende Leitung (15).
2. Ventiltrieb nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
a) einen zweiten Elektromagneten (21), der zeitlich versetzt und räumlich entgegengesetzt
zum ersten Elektromagneten (20) erregbar ist,
b) eine zweite den ersten (13) mit dem zweiten Hydraulikzylinder (16) verbindende
Leitung (18), die in bezug auf die erste Leitung (15) jeweils auf der entgegengesetzten
Seite des Kolbens (12, 17) in den Zylinder mündet.
3. Ventiltrieb nach Anspruch 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste oder
zweite Elektromagnet (20, 21) ein Topfmagnet ist.
4. Ventiltrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilschaft (5) in
den zweiten Kolben (17) integriert ist.
1. Electromagnetic valve drive for a combustion engine, having a first electromagnet
(20), which is excitable as a function of the operating parameters, more particularly
in synchronism with the motor speed, and an armature (19) which can be attracted by
the first electromagnet (20), characterised by a displacement path of the armature
(19) of approximately 1-1.5 mm, a first piston (12), which sliedes in a first hydraulic
cylinder (13) and is connected with the armature (19), a second piston (17) which
acts on the valve shaft (5), has a diameter (d/D), diminished in relation to the first
piston, and slides in a second hydraulic cylinder (16), and also a line (15) which
connects the first and the second hydraulic cylinder one with the other.
2. Valve drive according to claim 1, characterised by
a) a second electromagnet (21) which is excitable in a timpe-displaced and spatially
opposed manner in relation to the first electromagnet (20),
b) a second line (18) which connects the first hydraulic cylinder (13) with the second
(16) and which, in relation to the first line (15), runs into the cylinder on the
respective opposite side of the piston (12, 17).
3. Valve drive according to claim 1 or 2, characterised in that the first or second
electromagnet (20, 21) is a pot magnet.
4. Valve drive according to claim 2, characterised in that the valve shaft (5) is
integrated into the second piston (17).
1. Commande électromagnétique de soupapes d'un moteur à combustion interne, avec un
premier électroaimant (20) susceptible d'être excité en fonction de paramètres de
fonctionnement, en particulier en synchronisme avec le nombre de tours du moteur,
et avec une armature (19) susceptible d'être attirée par le premier électroaimant
(20), caractérisée par une course de l'armature (19) égale à environ 1-1,5 mm, par
un premier piston (12) qui coulisse dans un premier cylindre hydraulique (13) et qui
est relié à l'armature (19), par un second piston (17) qui agit sur la tige de soupape
(5) et qui possède un diamètre inférieur à celui du premier piston (d/D) et qui coulisse
dans un second cylindre hydraulique (16), ainsi que par une conduite (15) qui relie
entre eux le premier et le second cylindre hydraulique.
2. Commande de soupape selon la revendication 1, caractérisée par
a) un second électroaimant (21) qui est susceptible d'être excité avec un décalage
dans le temps et spatialement en opposition par rapport au premier électroaimant (20),
b) une seconde conduite (18) reliant le premier cylindre hydraulique (13) au second
cylindre hydraulique (16) et qui débouche, par rapport à la première conduite (15),
dans le cylindre du côté opposé du piston.
3. Commande de soupape selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par le fait que
le premier ou le second électroaimant (20, 21) est un électroaimant en pot.
4. Commande de soupape selon la revendication 2, caractérisée par le fait que la tige
de soupape (5) est intégrée au second piston (17).