(19)
(11) EP 0 244 911 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.04.1991  Patentblatt  1991/14

(21) Anmeldenummer: 87200823.0

(22) Anmeldetag:  04.05.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65H 54/88

(54)

Fadeneinzugpistole und Verfahren zum Kühlen des Mundstücks derselben

Thread suction gun and method for cooling its mouth piece

Tube d'aspiration de fil et procédé pour le refroidissement de l'embouchure


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 09.05.1986 CH 1911/86

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.11.1987  Patentblatt  1987/46

(73) Patentinhaber: Rhône-Poulenc Viscosuisse SA
6020 Emmenbrücke (CH)

(72) Erfinder:
  • Linz, Hans
    CH-6010 Kriens (CH)
  • Bleiber, Herbert
    CH-6020 Emmenbrücke (CH)

(74) Vertreter: Herrmann, Peter Johannes 
c/o Rhône-Poulenc Viscosuisse SA Patentabteilung IB
6021 Emmenbrücke
6021 Emmenbrücke (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 146 898
DE-A- 2 722 810
US-A- 3 423 000
DE-A- 2 419 298
FR-A- 2 072 829
US-A- 3 564 958
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Fadeneinzugspistole, bestehend aus einem Gehäuse mit einem Anschlusstutzen, einem Diffusor und einem Mundstück mit einer Einlauföse sowie einem Verfahren zum Kühlen des Mundstücks.

    [0002] Zum Handhaben von schmelzgesponnenen Synthesefäden werden mobile Fadeneinzugspistolen verwendet. Nach der US-A-3 564 958 ist eine Fadeneinzugspistole der Art bekannt. Mit dieser wird der Faden unterhalb der Spinndüse gefangen und dann auf die fadenführenden oder -leitenden Maschinenteile wie Rollen, Rollenduos, Umlenkfadenführer und schliesslich Garnträger aufgelegt. Solche Absaugpistolen arbeiten üblicherweise mit einem gasförmigen oder flüssigen Medium als Treibmittel und erlauben die Manipulation von Fäden, welche bis zu 6000 m/min schnell laufen.

    [0003] Auch die DE-A-24 19 298 beschreibt eine solche Fadeneinzugspistole mit einem Mundstück, welches eine speziell geformte Einlauföse aufweist, die das Einfangen eines Fadens erbeichtert.

    [0004] Die bekannten Fadeneinzugspistolen haben mehrere Nachteile. So ist das zu kurze Mundstück nicht geeignet, bei schnellläufenden Maschinenteilen in enger Anordnung, in den verbleibenden Räumen Fäden fehlerfrei und sicher abzunehmen und wieder aufzulegen.

    [0005] Ein weiterer gravierender Nachteil der bekannten Fadeneinzugpistolen bildet die starke Erhitzung des Mundstücks bei hohen Fadengeschwindigkeiten, was zum Anschmelzen der Fäden und bis zum Fadenbruch führen kann. Die entstehende Wärme ist weitgehend vom Titer, der Fadenspannung und seiner Geschwindigkeit abhängig.

    [0006] Die Nachteile bekannter Fadeneinzugpistolen kommen besonders beim Spinnstrecken von Industriegarnen zum Vorschein.

    [0007] Im Titerbereich oberhalb 1000 dtex und bei Endgeschwindigkeiten über 4000 m/min treten infolge der Reibungseffkte so hohe Temperaturen auf, dass sogar Keramikmundstücke durch die Thermospannung zerspringen. Auch keramisierte Metallteile werden infolge der Fadenreibung ebenfalls so heiss, dass Fadenmaterial anschmelzen kann und bereits nach wenigen Einzugsvorgängen das Mundstück soweit verengt, dass ein weiteres Fadeneinziehen nicht mehr möglich ist.

    [0008] Aufgabe der Erfindung ist es, die fadenreibungsbedingte Erhitzung der Mundstücke von Fadeneinzugpistolen zu minimieren und eine mechanisch zuverlässige und für das Bedienungspersonal sichere Vorrichtung zur Verfügung zu stellen.

    [0009] Die vorgenannte Aufgabe wird bei einer Einrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zwischen dem Diffusor und dem Mundstück ein Verlängerungsrohr vorgesehen ist, welches über die ganze Länge und das Mundstück von einem Mantel umgeben ist, der im Bereich der Einlauföse mit einem Krant von Bohrungen versehen ist, und einen Ringraum bildet, der über ein Verbindungsrohr mit einem Anschlusstutzen verbunden ist.

    [0010] Das Verlängerungsrohr hat den Vorteil, dass ein Manipulieren zwischen eng angeordneten Maschinenteilen möglich ist. Der Mantel besteht bevorzugt aus einem Kunststoff und wirkt dadurch schützend auf das bevorzugt metallene Verlängerungsrohr einerseits und auf schnellaufende Maschinenteile (Rollen etc.) andererseits. Der Ringraum zwischen dem Verlängerungsrohr und dem Mantel dient als Strömungskanal für ein Kühlmedium.

    [0011] Es ist besonders vorteilhaft den Ringraum über ein Rohr mit dem Anschlussstutzen zu verbinden. Dadurch kann ein Teil des Arbeitsmediums vor der Injektordüse vom Hauptstrom abgezweigt und dem Mundstück der Fadeneinzugpistole zur Kühlung zugeführt werden. Als Arbeitsmedium dient ein Gas, vorzugsweise Luft. Es kann aber auch eine Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, als Treib- und Kühlmittel verwendet werden. Bei der Verwendung von Flüssigkeiten müssen Vorkehrungen getroffen werden, das austretende Kühlmittel ausserhalb der Bohrungen 14, 14′ zu sammeln und mit Hilfe einer zweiten Leitung (nicht dargestellt) in die Abfalleitung unterhalb des Diffusors 1 zurückzuführen.

    [0012] Es ist zweckmässig, im By-pass-Rohr als Verengung eine Blende vorzusehen.

    [0013] Im Bereich des Mundstücks ist es zweckmässig, einen Kranz von Bohrungen für den ungehinderten Austritt des Kühlmediums vorzusehen.

    [0014] Die Austrittsöffnungen sind so vorgesehen, dass die Richtung des austretenden Kühlmediums eine Komponente in Richtung des Gehäuses aufweist, wodurch eine Störung des Fadenlaufs vor dem Mundstück vermieden wird.

    [0015] Der Winkel der Neigung der Bohrungen gemessen von der Achse des Verlängerungsrohres 3 soll ≧ 90 Grad betragen, so dass die Strömung vom Mundstück weg nach hinten weist. Das hat den Vorteil, dass die Kühlluft den Fadeneinzug im Bereich der Einzugöse nicht zu stören vermag.

    [0016] Es ist zweckmässig, für die Bohrungen gegen die Horizontale, einen Winkel von 120 bis 150 Grad, insbesondere von 130 bis 140 Grad, bevorzugt von 145 Grad zu wählen.

    [0017] Das Mundstück der Fadeneinzugpistole besteht in einer bevorzugten Ausführung aus einem Oesenhalter und einer Einlauföse, es kann aber auch aus einem einzigen,Teil gefertigt sein.

    [0018] Als Material für die Einlauföse hat sich bevorzugt Keramik als geeignet erwiesen. Aber auch mit Keramik beschichtetes Material wie Metall ist geeignet.

    [0019] Die Einlauföse kann aber auch aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff bestehen. Geeignet sind aber auch mit einem Hartmetall wie Chrom beschichtete Werkstoffe. Auch mit WC oder SiC beschichtete Oberflächen sind geeignet, sofern sie eine reibungsvermindernde Struktur aufweisen.

    [0020] Zur Verbesserung der Kühlwirkung ist das Verlängerungsrohr im Bereich des Mundstücks mit Kühlrippen versehen.

    [0021] Die vorliegende Erfindung soll anhand von Zeichnungen näher beschrieben werden.

    [0022] Es zeigen:

    Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Fadeneinzugpistole mit verlängertem Mundstück

    Fig. 2 einen Querschnitt durch das Verlängerungsrohr im Bereich des Mundstücks



    [0023] Gemäss Fig. 1 ist ein Fadenaufnahmerohr der Einzugpistole als Diffusor 1 bezeichnet. Am geschlossenen Ende des Diffusors 1 ist ein Düsenring 2 vorgesehen, welcher mit einem Verlängerungsrohr 3 verbunden ist. Der Diffusor 1 und das Verlängerungsrohr 3 sind im Bereich des Düsenrings 2 von einem Gehäuse 4 umgeben. Im Düsenring 2 ist ein Kranz von beispielsweise 5 bis 10 Injektordüsen 5 vorgesehen, welche entsprechend dem Treibmittel aus Gas oder Flüssigkeiten angepasst sind. Das Gehäuse 4 und der Düsenring 2 bilden eine Verteilkammer 6, welche sich gegen einen Anschlussstutzen 7 fortsetzt. Das Verlängerungsrohr 3 trägt an seinem freien Ende ein Mundstück 10, dessen Innenseite eine Einlauföse 11 zeigt. Das Verlängerungsrohr 3 und das Mundstück 10 sind von einem Mantel 12 umgeben, welcher bevorzugt aus einem Kunststoff besteht. Zwischen dem Verlängerungsrohr 3 und dem Mantel 12 wird ein Ringraum 13 gebildet. An der Gegenseite des Anschlussstutzen 7 ist ein Verbindungsrohr 8 vorgesehen, welches über eine Verengung 9 mit dem Ringraum 13 am Verlängerungsrohr 3 in Verbindung steht. Der Mantel 12 ist im Bereich des Mundstücks 10 durch einen Kranz von 8 bis 20 Bohrungen 14, 14′ unterbrochen, deren Oeffnungen vom Mundstück 10 wegweisen. Der Querschnitt des Ringraums 13 ist gross gegenüber dem Querschnitt der Blende und der Summe der Querschnitte der Bohrungen 14, 14′.

    [0024] Nach Fig. 2 ist im Querschnitt ein Kranz von Kühlrippen 15 um das am Verlängerungsrohr 3 befestigte Mundstück 10 dargestellt.

    [0025] Im Betrieb wird die Fadeneinzugpistole über den Anschlussstutzen 7 mit beispielsweise Druckluft von 5 bis 15 bar, insbesondere 12 bis 14 bar beaufschlagt. Die Hauptmenge der Druckluft durchströmt in bekannter Weise die Injektordüsen 5, wodurch ein Unterdruck im Verlängerungsrohr 3 und im Mundstück 10 erzeugt wird, welcher in der Lage ist, Fäden durch den Diffusor 1 abzusaugen. Ein Teilstrom der Druckluft wird über die Verengung 9 durch das Verbindungsrohr 8 in den Ringraum 13 eingeleitet und nach vorn bis zum Mundstück 10 geführt. Dort kann dieser Teilstrom durch eine Reihe das Mundstück 10 ringförmig umschliessender Bohrungen 14, 14′ im Mantel 12 wieder austreten. Dieser Teilstrom wird zur Abfuhr der infolge der Fadenreibung am Mundstück 10 erzeugten Reibungswärme benutzt, so dass die Einlauföse 11 im Mundstück 10 wirksam gekühlt wird. Die Wirkung dieser Massnahme äussert sich darin, dass auch nach wiederholtem Fadenanlegen weder die Keramikteile zerspringen noch das Fadenmaterial innerhalb des Mundstücks 10 anschmilzt.

    [0026] Die erfindungsgemässe Fadeneinzugpistole ermöglicht in besonders vorteilhafter Weise das Handhaben von schnellaufenden Textilfäden vor allem für industriellen Einsatz und das Anlegen derselben auf schnellaufende Maschinenteile.

    [0027] Insbesondere ist der Einsatz der Erfindung für schmelzgesponnene Synthesefäden über 1100 dtex und Endgeschwindigkeiten von etwa 6000 m/min und mehr geeignet.


    Ansprüche

    1. Fadeneinzugpistole, bestehend aus einem Gehäuse (4) mit einem Anschlussstutzen (7), einem Diffusor (1) und einem Mundstück (10) mit einer Einlauföse (11), dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Diffusor (1) und dem Mundstück (10) ein Verlängerungsrohr (3) vorgesehen ist, welches über die ganze Länge und das Mundstück (10) von einem Mantel (12) umgeben ist, der im Bereich der Einlauföse (11) mit einem Kranz von Bohrungen (14, 14′) versehen ist und einen Ringraum (13) bildet, der über ein Verbindungsrohr (8) mit dem Anschlussstutzen (7) verbunden ist.
     
    2. Fadeneinzugpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Innern des Verbindungsrohres (8) eine Blende (9) vorgesehen ist.
     
    3. Fadeneinzugpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die öffnungen der Bohrungen (14, 14′) in einem Winkel ≧ 90 Grad vom Mundstück (10) wegweisen.
     
    4. Fadeneinzugpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen einen Winkel zwischen 120 und 150 Grad gegen die Horizontale bilden.
     
    5. Fadeneinzugpistole nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauföse (11) aus Keramik oder aus mit Keramik beschichtetem Metall besteht.
     
    6. Fadeneinzugpistole nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauföse (11) aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff besteht.
     
    7. Fadeneinzugpistole nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Mundstück (10) mit Kühlrippen (15) versehen ist.
     
    8. Verfahren zum Kühlen des Mundstücks (10) der Fadeneinzugpistole nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teilstrom des Arbeitsmediums aus dem Anschlussstutzen (7) über das Verbindungsrohr (8), den Ringraum (13) und die Bohrungen (14, 14′) geführt wird.
     


    Claims

    1. A thread suction gun consisting of a casing (4) with a connecting tube (7), a diffuser (1) and a mouthpiece (10) with an intake eyelet (11), characterized in that between the diffuser (1) and the mouthpiece (10) provision is made for an extension tube (3) that is surrounded over its whole length, together with the mouthpiece (10), by a sleeve (12) which is provided in the zone of the intake eyelet (11) with a ring of bores (14, 14′) and which forms an annular space (13) connected to the connecting tube (7) via a junction tube (8).
     
    2. A thread suction gun according to claim 1, characterized in that inside the junction tube (8), provision is made for a stop (9).
     
    3. A thread suction gun according to claim 1, characterized in that the apertures of the bores (14, 14′) point away from the mouthpiece (10) at an angle of ≧ 90 degrees.
     
    4. A thread suction gun according to claim 1, characterized in that the bores form an angle between 120 and 150 degrees with the horizontal.
     
    5. A thread suction gun according to claims 1 to 4, characterized in that the intake eyelet (11) consists of a ceramic material or of a metal coated with a ceramic material.
     
    6. A thread suction gun according to claims 1 to 5, characterized in that the intake eyelet (11) consists of a material with a high heat conductivity.
     
    7. A thread suction gun according to claims 1 to 6, characterized in that the mouthpiece (10) is provided with cooling fins (15).
     
    8. A method for cooling of the mouthpiece (10) of the thread suction gun in accordance with claims 1 to 7, characterized in that part of the flow of the operating medium is carried from the connecting tube (7) via the junction tube (8), the annular space (13) and the bores (14, 14′).
     


    Revendications

    1. Tube d'aspiration de fil, comprenant un boîtier (4) avec un raccord (7), avec un diffuseur (1) et avec un ajutage (10) avec une oese d'arrivée (11), caractérisé en ce que entre le diffuseur (1) et l'ajutage (10) soit prévu un tube de rallonge (3), qui sur toute sa longueur et sur celle de l'ajutage (10) est entouré d'une enveloppe (12), laquelle est dotée dans le domaine de l'oese d'arrivée (11) d'une couronne de trous (14, 14′) et forme un espace annulaire (13) qui est relié par l'intermédiaire d'un tube de connexion (8) au raccord (7).
     
    2. Tube d'aspiration de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'intérieur du tube de connexion (8) soit doté d'un obturateur (9).
     
    3. Tube d'aspiration de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ouverture des trous (14, 14′) forme un angle > 90° avec l'ajutage (10).
     
    4. Tube d'aspiration de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les trous forment un angle entre 120° et 150° selon l'horizontale.
     
    5. Tube d'aspiration de fil selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'oese d'arrivée (11) soit en céramique on en céramique couvert d'une couche de métal.
     
    6. Tube d'aspiration de fil selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'oese d'arrivée (11) soit composée d'un matériau ayant un bon transfert thermique.
     
    7. Tube d'aspiration de fil selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'ajutage (10) comprend des nervures ventilées (15).
     
    8. Procédé de refroidissement de l'ajutage (10) du tube d'aspiration de fil selon les revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'un courant partiel du médium de travail soit conduit du raccord (7) sur le tube de connexion (8), par l'espace annulaire (13) et par les trous (14, 14′).
     




    Zeichnung