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EP 0 246 462 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.03.1990 Patentblatt 1990/11 |
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Anmeldetag: 24.04.1987 |
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Schutzanzug
Protective clothing
Vêtement de protection
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
21.05.1986 DE 3617088
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.11.1987 Patentblatt 1987/48 |
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Patentinhaber: Battelle-Institut e.V. |
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D-60441 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- Föller, Dieter, Dr.
D-6108 Weiterstadt (DE)
- Tews, Jürgen
D-6480 Wächtersbach (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 940 641 US-A- 2 831 198
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GB-A- 989 970
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schutzanzug gegen Schallwellen, wie er beispielsweise
- jedoch mit anderem Wirkmechanismus - aus der GB-A-989970 bekannt ist.
[0002] Auf die Körperperipherie eines Menschen einwirkende Schallwellen werden insbesondere
bei Lärmpegeln oberhalb der Lärmschmerzgrenze auch auf das Körperinnere übertragen.
Der Kreislauf und die inneren Organe können dadurch schallmäßig so belastet werden,
daß Durchblutungsstörungen, Übelkeit und andere vegetative Reaktionen ausgelöst werden.
Zum Schutze gegen die Schallübertragung über die Körperperipherie gibt es bereits
Schallschutzanzüge (Overalls), die aus verdicktem Material, wie z.B. Leder oder Textilgewebe,
bestehen. Die Materialdicke der Schutzanzüge beträgt hierbei ca. 1 bis 2 mm. Es werden
auch Schallschutzwesten, die nur den Rumpf abdecken, oder als Nierenschutz wirkende
Leibbinden angeboten. Manche Schutzanzüge haben im Nierenbereich doppelte Materialdicken.
[0003] Bekanntlich hängt die Schalldämmung stark von dem Flächengewicht des Schutzmaterials
ab. Das Flächengewicht der bekannten Schutzmaterialien liegt bei ca. 1,5 kg/m
2. Als Luftpolster wirkt dazu noch die darunter befindliche Arbeitskleidung, deren
Dicke in der Regel 3 bis 5 mm nicht übersteigt.
[0004] Hohe Lärmpegel bis zu 130 dB (A) treten z.B. in Produktionshallen mit schnell laufenden
Schlagpressen oder bei Reparaturen und Testläufen von Strahltriebwerken auf. Die spektrale
Verteilung des auftretenden breitbandigen Lärms reicht über den gesamten Hörbereich.
Die Dämmwirkung der bekannten Schutzanzüge bzw. Schutzteile setzt erst oberhalb vor
1000 Hz ein, so daß alle darunterliegenden Schallfrequenzen auf die Körperperipherie
übertragen werden. Sie bieten deshalb keinen genügenden Schutz gegen Schallwellen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Schutzanzug zu schaffen, bei
dem die Schallübertragung auf die Körperperipherie und in das Körperinnere bei noch
akzeptablem Gesamtgewicht und Dickenmaß des Anzuges auf ein Mindestmaß verringert
wird.
[0006] Diese Aufgabe ist nach der Erfindung dadurch gelöst, daß mindestens zwei flexible
Schallschutzschichten vorgesehen sind, deren eine eine Beschwerungsschicht und deren
andere eine Polsterschicht aufweist. Durch diese Schutzschichten wird erreicht, daß
die Schutzwirkung des erfindungsgemäßen Anzugs schon bei wesentlich tieferen Frequenzen
als 1000 Hz einsetzt, wodurch der in den Körper eingeschallte Schalldruckpegel gerade
in dem aus medizinischer Sicht bedeutsamen mittleren und hohen Frequenzbereich wesentlich
vermindert wird.
[0007] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt eines Ausführungsbeispiels des mit Schutzschichten versehenen
Schutzanzuges nach der Erfindung und
Fig. 2 eine graphische Darstellung des Dämmverlaufs eines Schutzanzuges nach der Erfindung
im Vergleich zu einer herkömmlichen Ausführung.
[0008] Fig. 1 zeigt den Querschnitt des Aufbaus eines Schutzanzuges mit flexiblen Schutzschichten.
An der Innenseite 1 des Grundmaterials 2, das beispielsweise aus Leder oder einem
schweren Textilgewebe bestehen kann, ist eine Beschwerungsschicht 3 und eine daran
anschlie- Bende Polsterschicht 4 angeordnet. Die zu dämmenden Schallwellen treffen
auf der Aussenseite 5 des Grundmaterials 2 auf.
[0009] Die Beschwerungsschicht 3 besteht bei dem Ausführungsbeispiel aus plattenförmigen,
zueinander in Abstand gehaltenen, vorzugsweise rasterförmig angeordneten Beschwerungselementen
6 und ist z.B. aus elastischem Kunststoffmaterial hergestellt. Sie kann aber auch
streifenförmig oder als durchgehende flexible Folie ausgebildet sein. Das Flächengewicht
der Beschwerungsschicht 3 sollte zwischen 4 und 6 kg/m2 liegen, damit das Gesamtgewicht
des Anzuges nicht zu groß wird. Die Beschwerungsschicht 3 kann ihren verschiedenen
Ausführungsformen nach am Grundmaterial 2 angeklebt oder mittels eines dünnen, leichten
Gewebes 7 angesteppt sein.
[0010] Die sich über der Beschwerungsschicht 3 befindliche Polsterschicht 4 ist in dem Ausführungsbeispiel
kissenförmig als eingesteppte Luftkissen oder Wattekissen dargestellt, die entweder
durch ein leichtes Innenfutter 8 gehalten wird oder mit dem Gewebe 7 bzw. der Beschwerungsschicht
3 haftend verbunden ist. Sie kann aber auch streifen- oder flächenförmig ausgebildet
sein und beispielsweise aus Schaumstoff bestehen. Die Dicke der Polsterschicht sollte
mindestens 15 mm betragen, wegen einer ausreichenden Beweglichkeit mit einem derartigen
Schutzanzug sollte aber eine Dicke von 30 mm nicht überschritten werden. Das Gewicht
der Polsterschicht 4 kann im Hinblick auf die Beschwerungsschicht 3 vernachlässigt
werden.
[0011] Bei den Untersuchungen zur Verbesserung der Dämmwirkung bei Schutzanzügen wurde festgetellt,
daß sie sowohl vom Flächengewicht des Anzugmaterials als auch von der Dicke des sich
anschließenden sogenannten Luftpolsters abhängt. Eine Vergrößerung des Flächengewichtes,
der natürlich wegen des Gesamtgewichtes des Schutzanzuges Grenzen gesetzt sind, oder
eine Vergrößerung der Dicke einer Polsterschicht führt im Hinblick auf die im Lärmspektrum
enthaltenen Frequenzen zu einer früher einsetzenden Schutzwirkung.
[0012] In Fig. 2 ist die Dämmwirkung des erfindungsgemäßen Schallschutzanzuges im Vergleich
zu einem handelsüblichen Schutzanzug dargestellt. Die Kurve A bezieht sich auf einen
Lederoverall ohne zusätzliche Schutzschichten. Eine Dämmwirkung setzt hier erst ab
einer Frequenz von 1000 Hz ein. Die Kurve B zeigt das Dämmverhalten eines erfindungsgemäßen
Schutzanzuges mit zwei Schallschutzschichten und zwar mit einer Beschwerungsschicht
3 mit einem Flächengewicht von 5 kg/m
2 und einer 30 mm dicken Polsterschicht 4. Die Dämmwirkung beginnt hierbei schon nach
160 Hz und verbessert sich bei höheren Frequenzen um bis zu 25 dB.
[0013] Mit dem erfindungsgemäßen Schutzanzug wird somit eine wesentlich bessere Dämmwirkung
von Schallwellen auf die menschliche Körperperipherie erzielt und eine höhere Schutzwirkung
in arbeitsmedizinischer Hinsicht erreicht. Bei der Herstellung von Schutzanzügen nach
der Erfindung, die bei den angegebenen Größen der Schutzschichten noch ein akzeptables
Gesamtgewicht ergeben und eine ausreichende Beweglichkeit gewähren, sollte darauf
geachtet werden, daß die Öffnungen für die Beine und besonders für die Arme durch
einen Bund gut verschlossen werden.
1. Schutzanzug gegen Schallwellen, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei flexible
Schallschutzschichten (3, 4) vorgesehen sind, deren eine eine Beschwerungsschicht
(3) und deren andere eine Polsterschicht aufweist.
2. Schutzanzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschwerungsschicht
(3) als elastische Folie ausgebildet ist und ein Flächengewicht von 3 bis 6 kg/m2, vorzugsweise 5 kg/m2, aufweist.
3. Schutzanzug nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschwerungsschicht
(3) aus mehreren flächenartigen, vorzugsweise rasterförmig angeordneten, Einzelelementen
(6) gebildet ist.
4. Schutzanzug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschwerungsschicht (3) aus streifenförmigen Einzelelementen gebildet ist.
5. Schutzanzug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschwerungsschicht (3) aus einem elastischen Kunststoff besteht.
6. Schutzanzug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polsterschicht (4) aus flächen-, streifen- oder kissenförmigen Einzelelementen
besteht und mindestens eine Dicke von 15 mm, vorzugsweise 30 mm, aufweist.
7. Schutzanzug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polsterschicht (4) aus einem Material mit hohem Weichheitsgrad, wie Schaumstoff
oder eingefaßter Watte, besteht.
8. Schutzanzug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschwerungsschicht (3) und die Polsterschicht (4) an der Innenseite des Schutzanzuges
eingesteppt oder angeklebt sind.
1. Vêtement de protection contre les ondes sonores, caractérisé en ce que sont disposées
au moins deux couches souples (3, 4) de protection contre les sons, dont l'une présente
une couche de charge (3) et dont l'autre présente une couche de matelassage.
2. Vêtement de protection selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche
de charge (3) est sous forme d'une feuille élastique et présente un poids par unité
de surface de 3 à 6 kg/ m2, de préférence de 5 kg/m2.
3. Vêtement de protection selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la
couche de charge (3) est constituée de plusieurs éléments individuels (6) plats, de
préférence disposés en forme de réseau.
4. Vêtement de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé
en ce que la couche de charge (3) est constituée d'éléments individuels en forme de
bande.
5. Vêtement de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé
en ce que la couche de charge (3) est constituée d'une matière plastique élastique.
6. Vêtement de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé
en ce que la couche de matelassage (4) est constituée d'éléments individuels plats,
en forme de bande ou en forme de coussin, et présente au moins une épaisseur de 15
mm, de préférence de 30 mm.
7. Vêtement de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé
en ce que la couche de matelassage (4) est constituée d'un matériau à haut degré de
mollesse, tel que mousse ou ouate bordée.
8. Vêtement de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé
en ce que la couche de charge (3) et la couche de matelassage (4) sont fixées par
collage ou par piqûres sur la face interne du vêtement de protection.
1. Protective suit against sound waves, comprising: providing at least two flexible
sound- proofing layers (3, 4), one of which is a weighting layer (3) and the other
one is a cushioning layer.
2. Protective suit as claimed in claim 1, wherein the weighting layer (3) is an elastic
sheet and has a weight per unit area of 3 to 6 kg/m2, preferably 5 kg/m2.
3. Protective suit as claimed in claim 1 or claim 2, wherein the weighting layer (3)
consists of several laminar elements (6), preferably in a gridlike arrangement.
4. Protective suit as claimed in at least one of the claims 1 to 3, wherein the weighting
layer (3) consists of strip-shaped individual elements.
5. Protective suit as claimed in at least one of the claims 1 to 4, wherein the weighting
layer (3) is made of an elastic synthetic material.
6. Protective suit as claimed in at least one of the claims 1 to 5, wherein the cushioning
layer (4) consists of laminar, strip-shaped or cushion- shaped individual elements
and has a thickness of at least 15 mm, preferably 30 mm.
7. Protective suit as claimed in at least one of the claims 1 to 6, wherein the cushioning
layer (4) is made of a material characterised by a high degree of softness, such as
foamed rubber or enclosed cotton wool.
8. Protective suit as claimed in at least one of the claims 1 to 7, wherein the weighting
layer (3) and the cushioning layer (4) are quilted or bonded by an adhesive to the
inside of the protective suit.

