[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schreibgerät mit einem in seinem vorderen Ende
eine Schreibspitze tragenden Vorderteil, das eine sich von einer Verbindung mit der
Schreibspitze nach hinten erstreckende Innenbohrung aufweist, und mit einem Schreibflüssigkeitsbehälter,
der in einer Aufbewahrungsstellung gegenüber der Innenbohrung abgedichtet ist und
in einer Betriebsstellung in Strömungsverbindung mit der Innenbohrung steht.
[0002] Bei einem bekannten Schreibgerät dieser Art (DE-OS 1 461 601) ist das Vorderteil
in eine Haltebuchse eingeschraubt, die mit dem Halterschaft in Schraubverbindung steht.
Zwischen der Haltebuchse und dem Halterschaft findet sich in der Aufbewahrungsstellung
ein Sicherungsring, der verhindert, daß die Haltebuchse bis zum Anschlag in den Halterschaft
eingeschraubt wird, in dem sich in einer axial vorgegebenen Lage ein Schreibflüssigkeitsbehälter
in Form einer verschlossenen Patrone befindet. Erst wenn der Sicherungsring entfernt
ist, kann die Haltebuchse vollständig in den Halterschaft eingeschraubt werden, und
bei dieser Einschraubbewegung durchstößt das hintere Ende des Vorderteils die vordere
Wand der die Schreibflüssigkeit enthaltenden Patrone, wodurch zwischen Innenbohrung
des Vorderteils und dieser Patrone eine Strömungsverbindung hergestellt und damit
das Schreibgerät in die Betriebsstellung gebracht wird.
[0003] Bei diesem bekannten Schreibgerät ist somit ein besonderer Sicherungsring vorhanden,
und wenn dieser einmal entfernt ist, kann der Benutzer das Schreibgerät nicht mehr
in eine gesicherte Aufbewahrungsstellung bringen, selbst wenn er in den Halterschaft
eine neue, noch geschlossene Patrone mit Schreibflüssigkeit einsetzt. Darüber hinaus
führt bei diesem bekannten Schreibgerät das Öffnen der Patrone unvermeidbar zu einem
Überdruck in dieser, wodurch die Schreibflüssigkeit unter Druck in das Vorderteil
eintritt, was in vielen Fällen nachteilig ist. Schließlich kann auch die zum Öffnen
der Patrone zerstörte Vorderwand das Nachströmen von Schreibflüssigkeit aus der Patrone
in das Vorderteil behindern.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Schreibgerät zu schaffen, das der Benutzer aus
der Betriebsstellung auch wieder in eine genau definierte Aufbewahrungsstellung bringen
kann und bei dem der Übergang von der Aufbewahrungsstellung in die Betriebsstellung
ohne Druckerhöhung im Schreibflüssigkeitsbehälter und ohne Zerstörung eines Teils
des Schreibflüssigkeitsbehälters stattfindet.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schreibgerät der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß
derart ausgestaltet, daß in der Wand des Vorderteils eine im Abstand von der Längsachse
der Innenbohrung befindliche Durchgangsbohrung und im Schreibflüssigkeitsbehälter
eine Austrittsöffnung vorgesehen sind und daß Durchgangsbohrung und Austrittsöffnung
in der Betriebsstellung in Verbindung miteinander stehen und in der Aufbewahrungsstellung
gegeneinander abgedichtet sind. Vorzugsweise ist dabei der Schreibflüssigkeitsbehälter
auf das Vorderteil aufgesteckt und die Durchgangsbohrung in der Umfangswand des Vorderteils
ausgebildet.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Schreibgerät erfolgt also die Abdichtung des Schreibflüssigkeitsbehälters
in der Aufbewahrungsstellung allein durch seine Ausrichtung bzw. die Lage seiner
Austrittsöffnung bezüglich des Vorderteils bzw. der Lage der Durchgangsbohrung in
diesem Vorderteil, so daß die Betriebsstellung erhalten wird, wenn Schreibflüssigkeitsbehälter
und Vorderteil so zueinander verlagert werden, daß Durchgangsbohrung und Austrittsöffnung
in Verbindung miteinander stehen. Dabei erfolgt selbstverständlich keine Druckerhöhung
im Schreibflüssigkeitsbehälter, und es braucht auch keine Wand o.ä. des Schreibflüssigkeitsbehälters
zerstört zu werden.
[0007] Ist der Schreibflüssigkeitsbehälter auf das Vorderteil aufgesteckt und die Durchgangsbohrung
in der Umfangswand des Vorderteils ausgebildet, so können Schreibflüssigkeitsbehälter
und Vorderteil zur Bewegung von der Aufbewahrungsstellung in die Betriebsstellung
relativ zueinander verdrehbar sein. Dadurch wird eine vom Benutzer leichter versehentlich
durchführbare axiale Relativbewegung von Schreibflüssigkeitsbehälter und Vorderteil
zueinander vermieden, so daß eine irrtümliche Bewegung in die Betriebsstellung praktisch
nicht eintreten kann.
[0008] In einer besonders bevorzugten Ausbildung weist der Schreibflüssigkeitsbehälter
in der Innenfläche seines auf das Vorderteil aufgesteckten Abschnittes eine eine
Druckausgleichskammer bildende Vertiefung auf, die an ihrem vorderen Ende mit der
Umgebungsluft und zumindest in der Betriebsstellung an ihrem hinteren Ende axial vor
der Durchgangsbohrung mit der Innenbohrung in Verbindung steht.
[0009] Bei einem derartigen Schreibgerät bilden also Schreibflüssigkeitsbehälter und Druckausgleichskammer
eine Baueinheit, so daß beim Austausch des Schreibflüssigkeitsbehälters gleich zeitig
auch die für Verschmutzungen besonders anfällige Druckausgleichskammer ersetzt wird.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt teilweise im Schnitt und teilweise als Ansicht den vorderen Teil eines
Schreibgerätes.
Figur 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II-II aus Figur 1.
Figur 3 zeigt in einer Darstellung entsprechend Figur 2 das Schreibgerät in der Betriebsstellung.
[0011] Das dargestellte Schreibgerät in Form eines Röhrchenschreibers hat ein Vorderteil
1, in dessen vorderes Ende eine Schreibspitze in Form eines Schreibröhrchens 2 eingesetzt
ist. In dieses Schreibröhrchen 2 erstreckt sich in bekannter Weise ein Reinigungsdraht
4, der in das vordere Ende eines Fallgewichtskörpers 5 eingesetzt ist, der sich in
einer Innenbohrung im Vorderteil 1 befindet und in dieser begrenzt hin- und herbewegbar
ist.
[0012] Auf das Vorderteil 1 ist von hinten ein Schreibflüssigkeitsbehälter 7 aufgesteckt,
der in seinem in klemmendem Eingriff mit der Außenfläche des Vorderteils 1 stehenden
Abschnitt eine wendelförmige Druckausgleichskammer 9 trägt, die nach innen von der
äußeren Umfangswand des Vorderteils 1 begrenzt wird. Die Druckausgleichskammer 9 ist
in üblicher, nicht dargestellter Weise an ihrem vorderen Ende mit der Umgebungsluft
verbunden. Im hinteren Ende des Vorderteils befindet sich eine Querbohrung 10, die
die Druckausgleichskammer 9 mit der Innenbohrung 3 des Vorderteils 1 verbindet. Der
Schreibflüssigkeitsbehälter 7 hat einen hinter dem hinteren Ende des Vorderteils liegenden
Schreibflüssigkeitsvorrats raum, der in eine sich axial erstreckende Austrittsöffnung
8 übergeht. Das axial vordere Ende dieser Austrittsöffnung 8 liegt axial etwa auf
gleicher Höhe wie eine in der Umfangswand des Vorderteils 1 vorgesehene Durchgangsbohrung
6, die zwischen der Querbohrung 10 und dem äußeren hinteren Ende des Vorderteils 1
vorgesehen ist.
[0013] In der Stellung gemäß Figuren 1 und 2 sind die Austrittsöffnung 8 und die Durchgangsbohrung
6 in Umfangsrichtung gegeneinander versetzt, so daß die Durchgangsbohrung 6 durch
die innere Umfangsfläche des benachbarten Bereiches des Schreibflüssigkeitsbehälters
7 abgedichtet wird. Da darüber hinaus der hintere Endbereich des Vorderteils 1 in
dichtendem Eingriff mit der benachbarten inneren Umfangsfläche des Schreibflüssigkeitsbehälters
7 steht und sich in das hintere Ende des Vorderteils 1 dichtend ein zylinderischer
Vorsprung des Schreibflüssigkeitsbehälters 7 erstreckt, sind der Schreibflüssigkeitsvorratsraum
des Schreibflüssigkeitsbehälters 7 und die Austrittsöffnung 8 gegenüber der Innenbohrung
3 des Vorderteils 1 abgedichtet.
Werden Vorderteils 1 und Schreibflüssigkeitsbehälter 7 aus der Stellung gemäß Figuren
1 und 2 gegeneinander verdreht so daß sie in die Lage gemäß Figur 3 kommen, ergibt
sich eine Strömungsverbindung von der Austrittsöffnung 8 über die Durchgangsbohrung
6 zur Innenbohrung 3 des Vorderteils 1, so daß Schreibflüssigkeit aus dem Schreibflüssigkeitsbehälter
7 in die Innenbohrung 1 und damit zum Schreibröhrchen 2 gelangen kann.
[0014] Es sei erwähnt, daß die Innenbohrung 3 selbstverständlich durch eine entsprechende
Verdrehbewegung auch wieder gegenüber dem Schreibflüssigkeitsvorratsraum des Schreibflüssigkeitsbehälters
7 abgedichtet werden kann.
1. Schreibgerät mit einem in seinem vorderen Ende eine Schreibspitze (2) tragenden
Vorderteil (1), das eine sich von einer Verbindung mit der Schreibspitze (2) nach
hinten erstreckende Innenbohrung (3) aufweist, und mit einem Schreibflüssigkeitsbehälter
(7), der in einer Aufbewahrungsstellung gegenüber der Innenbohrung (3) abgedichtet
ist und in einer Betriebsstellung in Strömungsverbindung mit der Innenbohrung (3)
steht, dadurch gekennzeichnet, daß in der Wand des Vorderteils (1) eine im Abstand
von der Längsachse der Innenbohrung (3) befindliche Durchgangsbohrung (6) und im Schreibflüssigkeitsbehälter
(7) eine Austrittsöffnung (8) vorgesehen sind und daß Durchgangsbohrung (6) und Austrittsöffnung
(8) in der Betriebsstellung in Verbindung miteinander stehen und in der Aufbewahrungsstellung
gegeneinander abgedichtet sind.
2. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibflüssigkeitsbehälter
(7) auf das Vorderteil (1) aufgesteckt und die Durchgangsbohrung (6) in der Umfangswand
des Vorderteils (1) ausgebildet ist.
3. Schreibgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Schreibflüssigkeitsbehälter
(7) und Vorderteil (1) zur Bewegung von der Aufbewahrungsstellung in die Betriebsstellung
relativ zueinander verdrehbar sind.
4. Schreibgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchgangsbohrung
(6) im hinteren Endbereich des Vorderteils (1) ausgebildet ist.
5. Schreibgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schreibflüssigkeitsbehälter (7) in der Innenfläche seines auf das Vorderteil (1) aufgesteckten
Abschnitts eine eine Druckausgleichskammer bildende Vertiefung (9) aufweist, die an
ihrem vorderen Ende mit der Umgebungsluft und zumindest in der Betriebsstellung an
ihrem hinteren Ende axial vor der Durchgangsbohrung (6) mit der Innenbohrung (3)
in Verbindung steht.