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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
04.06.1986 PL 259905
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.12.1987 Patentblatt 1987/50 |
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Patentinhaber: |
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- Politechnika Krakowska im. Tadeusza Kosciuszki
31-155 Krakow (PL)
- Fabryka Samochodow Malolitrazowych "Polmo"
Bielsko-Biala (PL)
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Erfinder: |
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- Janczur, Czeslaw
Krakow (PL)
- Szelc, Janusz
Krosno (PL)
- Rog, Stanislaw, Dr. Ing. Mech.
Krakow (PL)
- Stolarski, Boleslaw, Doz. Dr.-Ing. Mech.
Krakow (PL)
- Szolucha, Zygmunt, Dipl.-Ing. Mech.
Bielsko-Biala (PL)
- Kuklewicz, Adam
Bielsko-Biala (PL)
- Baran, Ryszard, Dr. Ing. Mech.
Bielsko-Biala (PL)
- Malarz, Wieslaw, Dipl.-Ing. Mech.
Bielsko-Biala (PL)
- Mysliwy, Tadeusz, Dipl.-Ing. Chem.
Krosno (PL)
- Pasich, Jerzy, Dipl.-Ing. Mech.
Krakow (PL)
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Vertreter: Schrimpf, Robert et al |
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Cabinet Regimbeau
26, Avenue Kléber 75116 Paris 75116 Paris (FR) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 1 453 876
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US-A- 4 326 898
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- CHEMICAL ABSTRACTS, Band 85, Nr. 4, 23. August 1976, Seite 229, Zusammenfassung Nr.
50192q, Columbus, Ohio, US; & JP-A-76 14 837 (TOKYO NETSUSHORI KOGYO CO., LTD) 05-02-1976
- CHEMICAL ABSTRACTS, Band 102, Nr. 18, Mai 1985, Seite 223, Zusammenfassung Nr. 152909r,
Columbus, Ohio, US; A.V. BELOTSKII et al.: "Surface-strengthening of metals and alloys
by electrolytic alloying and nitriding"
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Diffusionsdeckschicht
mit erhöhten physikalisch-chemischen Eigenschaften, die durch einen chemisch-thermischen
Prozess in einer Gasatmosphäre durch Nitrieren, an Elementen aus hitzebeständigem
Stahl bzw. korrosionsfestem Stahl erhalten wird. Die Erfindung betrifft insbesondere
Stahl mit austenitischer Struktur.
[0002] Im Zusammenhang mit hoher Verwandschaft des Chroms zu Sauerstoff, passivieren sich
diese Stähle oberflächig mit einer Oxid-Schicht, besonders von Chromoxid. Die Passivierung
kann sowohl bei den Aussentemperaturen als auch während der thermisch-chemischen Behandlung
erfolgen, z.B. sogar unter den Bedingungen des spurenweisen Anfeuchtens der Gasatmosphäre
des dissozierten Ammoniaks. Diese Oxid-Schicht, besonders die des Chromoxids ist sehr
passiv und diffusionsundurchdringlich.
[0003] Die bisher bekannten Verfahren zur Herstellung von äusseren Deckschichten an den
diesartigen Stählen bestehen in der Durchführung der Depassivierung der Stahlflächen,
die weiter eine effektive Durchführung des Gasnitrierens ermöglichen. Die Depassivierung
der Flächen ist mechanisch durchzuführen z.B.durch Abstrahlen, elektromechanisch in
Bädern bzw. durch chemische Zersetzung der Oxidschicht mit den in die Gasatmosphäre
des Prozesses eingeführten Depassivatoren.
[0004] Im Hinblick auf die sekundäre Passivierung der Flächen werden die Depassivatoren
beim Nitrieren in der Gasatmosphäre am Anfang des Prozesses zugegeben. Meistens werden
Halogenidverbindungen wie z.B. HF, HBr, bzw. NH₄Cl benutzt.
[0005] Chemical Abstracts Teil 85, Nr 4/79, S.229, Zusammenfassung Nr 501920q beschreibt
ein Verfahren, in welchem Trichloräthylen als Depassivator verwendet wird. In dem
beispielsweise beschriebenen Prozess,wird das Trichloräthylen in der Menge von 3%
in die 50% endothermischer Gase und 50% NH₃ aufweisende Gasatmosphäre während der
ersten 5 Minuten des Prozesses zugeführt. Das Nitrieren wird bei einer Temperatur
von 570°C eine Stunde lang durchgeführt. Das Trichloräthylen unterliegt einer Pyrolyse
zu Chlor,das die Chromoxide aus der Stahlfläche entfernt. Die insbesondere in der
Gasatmosphäre auftretenden Verbindungen charakterisieren sich durch eine hohe Giftigkeit,
was über die technisch-ökologische Anwendbarkeit des Prozesses entscheidet. Ausserdem
verursachen die in die Gasatmosphäre eingeführten Depassivatoren auch die Depassivierung
der inneren Flächen der Anlage, vor allem der Retorte, in der der Prozess verläuft.
[0006] Sie lagern sich ausserdem in Installationen an Stellen mit einer Temperatur niedriger
als 300°C ab, was eine Veränderung der Verläufe und eine Unstabilität des Prozesses
verursacht.
[0007] Es ist auch das Verfahren zum Sulfonitrieren bekannt, in dem der Zusatz von Schwefeldämpfen
in die Atmosphäre des teilweise dissoziierten Ammoniaks auf die Passivität der Oxidschicht
reduzierend wirkt, was die Stickstoffdiffusion in das zu behandelde Element erleichtert.
Dieses Verfahren ist aber für austenitische Stähle wenig erfolgreich anwendbar.
[0008] In der FR-A-1.453.876 wird ein Verfahren dargestellt, welches eine thermische Nachbehandlung
von chemisch oder galvanisch beschichteten Substraten bei einer Temperatur von über
700°C in einer Schutzgasatmosphäre beinhaltet, wobei die Substrate bzw. Schichten
aus den Elementen der Ordnungszahlen 23-28, 41-46, 73-78 und 91-96 des Periodensystems
ausgewählt sein Können, und das unter anderem mit der die Herstellung von oberen Schichten
in den korrosions - und abnutzungsfesten Konstruktionsstählen betreffenden Lösung
illustriert wurde. Es beruht auf galvanischem Abscheiden einer Chromschicht auf ein
Element aus Konstruktionsstahl und einstündigem Tempern bei einer Temperatur von 900°C
in der 75% Stickstoff und 25% Wasserstoff und weniger als 10% Wasserdampf enthaltenden
Gasatmosphäre.Das Tempern des Elementes soll zur Diffusion zwischen dem Chromüberzug
und dem Stahlkern führen, wodurch das Element in der Flächenzone zwei Schichten erreichen
soll. Die untere Schicht weist 10 bis 50% Chrom auf; die obere Schicht bildet eine
Interkristallinphase mit hoher Härte. Die Wirksamkeit der Stickstoffdiffusion aus
der Gasatmosphäre ist unter diesen Bedingungen sehr niedrig,weil die Fläche des Elementes
mit Chromoxiden passiviert werden kann.
[0009] Das erfindungsgemässe Verfahren gemäß Anspruch 1 eliminiert die dargestellten technologischen
Nachteile.
[0010] Zu diesem Zwecke, unmittelbar nach der Stahldepassivierung, die im Bad vorzugsweise
elektrochemisch durchgeführt wird, werden die Flächen, auf welchen die äusserste Deckschicht
gebildet werden soll, galvanisch mit einer Eisenschicht beschichtet.
[0011] Das weiterhin ausgeübte Gasnitrieren wird in der Atmosphäre ohne Depassivierungszusätze
durchgeführt.
[0012] Die beschichtete Eisenschicht bildet während der thermisch-chemischen Behandlung
eine den Sauerstoff auffangende Scheidewand, und sie besitzt eine homogen durchdringbare
Struktur für die Stickstoffdiffusion. Im Ergebnis gewinnt man eine vergrösserte Diffusionsgeschwindigkeit
vom Stickstoff im Stahl, die Wiederholbarkeit der Parameter von den hergestellten
Elementen, und eine verminderte Feuchtigkeitsempfindlichkeit der Gasatmosphäre - was
günstige Bedingungen für die Verwendung in der Serienfertigung bildet.
[0013] Das Verfahren ist ungiftig und ermöglicht die Erreichung der äusseren Deckschicht
am ganzen Element bzw.gewählten Flächen des Elementes .
[0014] Das Verfahren gemäss der Erfindung wird durch die Beschreibung des beiepielsweisen
Prozesses zur Herstellung der nitrierten Schicht am Schaft des Auslassventiles eines
Verbrennungsmotors näher dargestellt.Das Ventil ist aus austenitischem Stahl der Type
50H21G9N4 ausgeführt. Nach der endgültigen mechanischen Behandlung des Schaftes wird
das entfettete Ventil der elektrochemischen Depassivierung in einem Natriumglukonatbad
unterworfen. Dann wird das galvanische Beschichten des Ventilschaftes mit Eigen zwecks
Erreichung eines Eisenüberzuges mit einer Dicke von 0,002 mm durchgeführt. Die folgende
Operation nach Trocknung des Ventils ist die chemisch-thermische Behandlung des Gasnitrierens.
Das Ventil wird in einer Retorte, die mit der Gasanlage des Ammoniaks hermetisch verbunden
ist, angeordnet. Das Ofentempern bei einer Temperatur von 575°C während 2 Stunden
verursacht die Herstellung der verschleiss- und schmierbeständigen Schicht am Schaft,und
der Ventilteller wird mit einer Oxidschicht überzogen,welche die Diffusion unmöglich
macht.
[0015] Das ist günstig in Hinsicht auf die Nichtsenkung der Tellerfestigkeit im Hinblick
auf die Korrosionswirkung des Abgases während des Ventilbetriebes.
[0016] Die beigelegte Aufnahme stellt den metallographischen Schliff des Ventilschaftes
in 500 facher Vergrösserung dar.Die Diffusionsschicht
1 mit einer Dicke von 0,026 mm, welche die nitrierte Eisenschicht
2 umfasst, befindet sich über der Unterlageschicht
3 mit verschwindenden Diffusionsspuren. Die vorgenommenen Messungen der Härte ergaben
folgende Werte :
| Für Diffusionsschicht 1 |
1030HV0,02 |
| -Unterlage 3 |
690HV0,02 |
| -Kern |
370HV0,02 |
1. Verfahren zur Herstellung von äusseren Deckschichten an den hitzebeständigen sowie
korrosionsfesten, insbesondere austenitischen Stählen, durch Depassivierung der Stahlflächen,
vorzugsweise in einem elektrochemischen Bad, und Gasnitrieren, dadurch gekennzeichnet,
dass unmittelbar nach der Depassivierung die Flächen, auf welchen die äusserste Deckschicht
gebildet werden soll, galvanisch mit einer Eisenschicht beschichtet werden, und das
anschließend ausgeübte Gasnitrieren in einer Atmosphäre ohne Depassivierungazusätze
durchgeführt wird.
1. A method for the production of external surface layers on heat restant and corrosion
resistant, particularly austenitic, steels by depassivating of the steel surfaces,
preferably in an electrochemical bath, and gas nitriding, characterised in that, directly
after the depassivation, the surfaces, on which the outermost surface layer is to
be formed, are coated electrolytically with a layer of iron, and that thereafter pacticed
gas nitriding is carried out in an atmosphere without depassivating additives.
1. Procédé de réalisation de couches superficielles sur des aciers réfractaires et également
résistant à la corrosion, notamment austénitiques, par dépassivation des surfaces
d'acier, de préférence dans un bain électrochimique, et par nitruration gazeuse, caractérisé
en ce que, immédiatement après la dépassivation, les surfaces sur lesquelles la couche
superficielle doit être formée seront revêtues galvaniquement d'une couche de fer,
et la nitruration gazeuse à réaliser ensuite sera effectuée dans une atmosphère sans
additifs de dépassivation.