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EP 0 248 766 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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23.01.1991 Patentblatt 1991/04 |
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Anmeldetag: 03.06.1987 |
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Werkzeug zum Körnen und Anreissen von Werkstücken
Tool for centre-punching and marking work pieces
Dispositif de pointage et traçage de pièces à usiner
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE ES FR GB GR IT LU NL SE |
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Priorität: |
03.06.1986 CH 2236/86
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.12.1987 Patentblatt 1987/50 |
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Patentinhaber: RESIDENZ am Gütsch AG |
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CH-6006 Luzern (CH) |
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Erfinder: |
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- RESIDENZ am Gütsch AG
CH-6006 Luzern (CH)
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Vertreter: Rebmann, John A. |
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Rebmann-Kupfer & Co., Patentanwaltsbureau
In der Sommerau 9
Postfach 140 8053 Zürich-Witikon 8053 Zürich-Witikon (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
CH-A- 293 460 GB-A- 10 258 US-A- 3 162 958
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DE-C- 362 692 US-A- 2 480 399 US-A- 3 192 640
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Das Anbringen von punkt- oder linienartigen Markierungen in die Oberfläche eines
Werkstükkes aus Metall, Holz oder Kunststoff wird mittels eines Körnerstiftes aus
Hartmetall vorgenommen, Markierung und Körnungen in Löcher oder auf Wellen sowie linienartige
Ritzungen für Anreisszwecke in schlitzartigen Vertiefungen lassen sich mit Genauigkeit
nur mit grossem Zeitaufwand ausführen und erfordern handwerkliches Geschick, denn
es ist schwer rasch und genau das Zentrum von Löckern oder die Längsmitte von Schlitzen
und Nuten zu ermitteln, weshalb Fehler häufig sind. Eine abgebrochene Schraube in
einem Werkstück herauszunehmen ist ebenfalls umständlich. Die im Werkstück steckende,
abgebrochene Schraube ist herauszubohren und es gelingt meistens nur ausnahmsweise
das Zentrum für das Ansetzen eines Bohrwerkzeuges zur Vornahme der Ausbohrung genau
zu ermitteln. Bei Ungenauigkeit wird das Schraubengewinde im Werkstück beim Herausbohren
der abgebrochenen Schraube beschädigt, die allfällig reparierte Schraubverbindung
wird verunsichert und die neue Schraube passt nicht. Als Ausweg bleibt jeweils nur
das Schneiden eines neuen Gewindes im Werkstück und die Verwendung einer passenden
Schraube übrig. Ebenfalls schnelles Zentrieren z.B. an einer Schraube erspart das
umständliche Einspannen in der Drehmaschine.
[0002] Gegenstand der Erfindung ist ein Werkzeug zum Körnen und Anreissen von Werkstücken,
wie es z.B. aus der US-A-3 192 640 bekannt ist. Der vorliegenden Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde das Zentrum von beliebig gestalteten zylindrischen, konischen sowie
abgestuften Löchern oder die Längsmitte in Schlitzen wie auch auf Wellen sicher und
rasch zu finden, um in einer Werkstückoberfläche punkt- oder linienartige Markierungen
anzubringen. Durch schnelles und leichtes Zentrieren an einer Schraube, einem Zapfen
oder einer Welle lässt sich ferner das umständliche Einspannen in einem Drehaggregat
ersparen.
[0003] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruches
1 genannten Merkmale gelöst. Weitere vorteilhafte Ausbildungen sind den abhängigen
Patentansprüchen 2 bis 6 entnehmbar.
[0004] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert, und zwar
zeigen:
Fig. 1 eine Längsseitenansicht des Werkzeuges im Bereitschaftzustand in einem ersten
Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 einen Längsschnitt,
Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie 111-111 in Fig. 1,
Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 1,
Fig. 5 eine Längsseitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels, die Körnerspitze
in ein kleines Loch im Werkstück eingeführt, ohne Spannband,
Fig. 5a eine Variante zur Zentrierung von Wellen oder Zapfen,
Fig. 6 einen Längsschnitt, die Körnerspitze in ein grosses Loch im Werkstück eingeführt,
mit Spannband,
Fig. 7 eine Längsseitenansicht, das Distanzelement auseinandergezogen und die Hohlschäfte
ineinandergeschoben, vor dem Aufsetzen des Werkzeuges auf dem Werkstück,
Fig. 8 eine Teilansicht im Sinne der Fig. 5, der unterste Hohlschaft in ein Stufenloch
im Werkstück passend eingeführt,
Fig. 9 eine Teilansicht wie Fig. 8, wiederum der unterste Hohlschaft in ein Gewindeloch
eingeführt,
Fig. 10 ein Werkstück mit zwei sich kreuzenden Schlitzen und verschieden dimensionierten
Löchern,
Fig. 11 eine Teilansicht des Werkzeuges mit einem Distanzsteller zur Vornahme von
Markierungen in Gruppen im Werkstück und
Fig. 11a einen unter Zuhilfenahme des Distanzstellers nach Fig. 11 hergestellten Besatz
an einem Werkstück, der durch Vertiefungen gebildet ist.
[0005] 1 bezeichnet einen aus Hartmetall bestehenden Körnerstift, welcher einerends mit
einer Spitze 2 und anderseits mit einem Schlagkopf 3 versehen ist. Für Normalgebrauch
ist eine Länge des Körnerstiftes von ca. 7 cm und eine Dicke von ca. 2-3 mm geeignet.
Auf dem Körnerstift 1 ist eine aus mehreren Stücken bestehende Gruppe teleskopartig
ineinandergreifenden, verschiebbaren Hohlschäften 4 gelagert. Es können je nach Verwendungsart
aber weniger oder mehr als sieben Hohlschäfte gebraucht werden. An den oberen Enden
der Hohlschäfte 4 befindet sich je eine Distanzbuchse 5. Die Distanzbuchsen haben
zueinander verschiedene Weiten und Durchmesser. Die Hohlschäfte 4 und die Distanzbuchsen
5 bestehen aus je einem Stück, sie können aber auch Einzelteile sein, die durch Verschweissung
miteinander verbunden, oder aus einem Stück geformt sind. Die Weiten der Hohlschäfte
4 vergrössen sich von unten nach oben um je ca. 1 mm, diejenigen der Distanzbuchsen
5 dagegen von oben nach unten um ca. 1 mm.
[0006] Nach Fig. 5 und 6 sind an den Umfangsseiten der Distanzbuchsen 5 Arretierschrauben
6 angebracht, deren Köpfe abstehen. Bei Anzug der Arretierschrauben 6 lassen sich
die Distanzbuchsen 5 mit den Hohlschäften 4 am Körnerstift 1 festlegen. Nach Fig.
6 ist als Zugmittel ein Gummiband 7 über einen Teil der Arretierschrauben 6 gelegt
und bezweckt die Distanzbuchsen 5 aneinander zu ziehen und die Hohlschäfte 4 auseinander
zu halten, wenn die Arretierschrauben 6 nicht angezogen sind. Das selbständige Wegfallen
vom Körnerstift 1 bei den Körnungsarbeiten kann dadurch verhindert und das Werkzeug
in Bereitschaftstellung gehalten werden. In Fig. 6 greift der vierte Hohlschaft 4
passend in das Loch 9, während die restlichen grösseren Hohlschäfte dem Werkstück
8 aufliegen. In Fig. 5 ist das Lock 9 sehr klein, in Fig. 6 dagegen mehrfach grösser.
Im untersten Hohlschaft liegen die anderen teleskopartig ineinander geschobenen Hohlschäfte.
Der Körnerstift 1 bzw. die Spitze 2 befindet sich genau im Zentrum des Loches 9. Die
Distanzbuchsen 5 liegen dabei aufeinander. In Fig. 5a umgreift ein Hohlschaft 4 eine
Welle 8' und die Spitze des Körnerstiftes 1 liegt der Stirnseite derselben an, wo
die Körnung vorgenommen wird. Dasselbe ist der Fall wenn sich anstelle der Welle 8'
ein Zapfen befindet. Zwei dem Werkstück 8 aufliegende Hohlschäfte 4 dienen dabei als
rechtwinklige, stützende Auflage, welche das Verkanten des Werkzeuges erschweren.
[0007] Das Werkstück 8 kann auf einem weiteren in Fig. 8, 9 und 11 gezeichneten Werkstück
10 liegen und durch Schläge auf den Körnerstift werden auf dessen Oberfläche Körnungen
erzeugt, welches kegelige Vertiefungen sind.
[0008] Mit dem Werkzeug lassen sich in Schlitzen oder Rinnen ebenfalls genau in der Längsmitte
derselben liegende Anreisslinien ziehen resp. ritzen. Der untere Teil des Werkzeuges
mit dem Körnerstift 1 mit einem passenden Hohlschaft ist einfach in den Schlitz 9',
die Rinne 9" der Welle 8' oder des Zapfens einzuführen, wobei die Spitze 2 selbsttätig,
genau die durch strichpunktierte Linien dargestellte längsmittige Stellung einnimmt.
Durch Hin- und Herziehen des Werkzeuges entstehen im Schlitz oder in der Rinne jeweis
längsmittige Anreisslinien 18. Die sich kreuzenden Stellen der Anreisslinien in den
Schlitzen oder Rinnen, wie aus Fig. 10 ersichtlich, zeigen die Kreuzpunkte genau an.
In Fig. 10 sind noch vier verschieden grosse Löcher 9 vorhanden, deren Zentren sich
mit dem Werkzeug rasch und genau, zwecks Vornahme von Körnungen, ermitteln lassen.
[0009] Um eine Gruppe von in gleichen Abständen zueinander liegenden Vertiefungen auf dem
Werkstück 8 zu schaffen, dient der in Fig. 11 offenbarte Distanzeinsteller 12. Am
Distanzeinsteller sind zwei Querträger 14 beweglich befestigt, die sich. mittels den
Klemmschrauben 17 fixieren lassen, um so die Distanz des Körnerstiftes 1 genau einstellen
und sichern zu können. Steckt man den Fühlerdorn 16 in eine, vorangehend durch den
Körnerstift erzeugte Kerbe, so nimmt der Körnerstift 1 eine zu dieser distanzierte
Stellung ein. Bei Wiederholung dieses Vorganges, wobei der Fühlerdorn jeweils in die
neu erzeugte Kerbe eingeführt wird, lässt sich mittels eines konventionellen Rohrwerkzeuges
leicht eine Gruppe von gleichmässige Abstände zueinander aufweisende Vertiefungen
11 herstellen (Fig. 11a).
[0010] Das beschriebene Werkzeug ist für Handwerker wie Mechaniker, Schlosser, Werkzeugmacher,
Schreiner und Bastler besonders geeignet, welche Arbeiten ausführen, bei denen die
Zentren von Löchern oder die Längsmitten von Schlitzen und Rinnen, Wellen und Zapfen,
als auch die Kreuzpunkte von sich kreuzenden Schlitzen oder Rinnen zu bestimmen sind.
Das Herausbohren abgebrochener Schrauben, ohne Beschädigungsgefahr des Gewindes im
Werkstück, wird zufolge der Möglichkeit, an der Abbruchstelle der Schraube eine zentrisch
genaue Körnung anzubringen, welche als Orientierungshilfe bei der Ansetzung des zur
Anwendung kommenden Bohrwerkzeuges wirkt.
1. Werkzeug zum Körnen und Anreisssen von Werkstücken mit einem Körnerstift aus Hartmetall,
dadurch gekennzeichnet, dassauf dem Körnerstift (1) eine Gruppe einander anliegender
Distanzbuchsen (5) von verschiedenen Weiten mit teleskopartig ineinander greifenden
Hohlschäften (4), die ebenfalls zueinander verschiedene Weiten besitzen und verschiebbar
angeordnet sind, derart, dass nach Einführung auseinander gezogener Hohlschäfte (4)
in ein Loch (9) oder einen Schlitz (9') oder überstülpen der Hohlschäfte über Wellen
oder Zapfen (8') bei erfolgter Passung seitens einer der Hohlschäfte, der Körnerstift
(1) eine im Zentrum des Loches oder in der Längsmitte des Schlitzes oder auch bei
Wellen gelegene Stellung einnehmen kann.
2. Werkzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzbuchsen
(5) zueinander verschiedene Weiten besitzen und mit Arretierschrauben (6) versehen
sind.
3. Werkzeug nach den Patentansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass über die
Arretierschrauben (6) ein gummielastisches Zugmittel (7) gelegt ist, welches die Distanzbuchsen
(5) aneinander zu ziehen bestrebt ist.
4. Werkzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Spitzteil (2) des
Körnerstiftes (1) ein Distanzeinsteller (12) wegnehmbar angeordnet ist, der wenigstens
einen quer zum Körnerstift gerichteten Tragkörper (14) aufweist, an welchem wegnehmbar
sich ein Fühlerdorn (16) zur Erzeugung von Kerben (11) im Werkstück (8) befindet und
dass im Tragkörper (14) der Körnerstift (1) durch Schrauben (13) lösbar befestigt
ist (Fig. 11).
5. Werkzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzbuchsen
(5) und die Hohlschäfte (4) aus je einem einzigen Stück bestehen.
6. Werkzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzbuchsen
(5) und die Hohlschäfte (4) aus je zwei miteinander verbundenen Teilen bestehen.
1. Outil pour pointer et tracer des pièces à l'aide d'un pointeau en matériau dur,
caractérisé en ce que sur la tige de pointeau (1) est emmanché un groupe de manchons
d'écartement (5), adjacent, ayant des diamètres différente et des corps creux (4)
engagés télescopiquement les uns dans lés autres, présentant également des largeurs
différentes et coulissant de manière qu'après introduction des corps creux (4), déployés,
dans un perçage (9) ou une fente (9') ou par recouvrement des corps creux sur des
axes ou des goujons (8'), avec adaption consécutive des corps creux, la tige de pointeau
(1) prend une position située au centre du perçage ou dans l'axe longitudinal médian
de la fente ou une position déterminée pour des ondulations.
2. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les manchons d'écartement
(5) ont des dimensions différentes entre elles et comportent des vis de blocage (6).
3. Outil selon la revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'un moyen de traction
(7) en caoutchouc élastique est placé sur les vis de blocage (6) qui tend à rappeler
les manchons d'écartement (5) les uns dans les autres.
4. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que la pointe (2) du corps de
pointeau (1) peut recevoir de manière amovible un organe de réglage de distance (12)
qui comporte au moins un organe de support (14) transversal par rapport au corps du
pointeau et sur lequel se trouve une broche de palpeur (16) amovible, pour réaliser
des encoches (11) dans la pièce (8), le corps de pointeau (1) étant fixé de manière
amovible par des vis (13) dans le corps de support (14) (figure 11).
5. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les manchons d'écartement
(5) et les corps creux (4) sont réalisés chaque fois en une seule pièce.
6. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les manchons d'écartement
(5) est les corps creux (4) sont réalisés respectivement en deux pièces réunies l'une
à l'autre.
1. Tool for centre-punching and scribing workpieces, having a centre punch of hard
metal, characterised in that a group of spacer sleeves (5) which are adjacent to one
another and of different diameters and have hollow shafts (4) which fit into one another
in a telescopic manner and likewise have different diameters from one another and
are displaceably arranged are mounted on the centre punch (1) in such a way that,
after insertion of separated hollow shafts (4) into a hole (9) or into a slot (9')
or inversion of the hollow shafts over spindles or journals (8'), and when one of
the hollow shafts has fitted, the centre punch (1) can assume a position located in
the centre of the hole or on the longitudinal axis of the slot or on spindles.
2. Tool according to Claim 1, characterised in that the spacer sleeves (5) have diameters
which differ from one another and are provided with locking screws (6).
3. Tool according to Claims 1 and 2, characterised in that an elastic tension means
(7) is placed over the locking screws (6), which tension means attempts to pull together
the spacer sleeves (5).
4. Tool according to Claim 1, characterised in that a removable distance adjuster
(12) is arranged at the point (2) of the centre punch (1), which space adjuster has
at least one support (14) which is oriented transversely with respect to the centre
punch and on which a removable probe spindle (16) for producing notches (11) in the
workpiece (8) is located, and that the centre punch (1) is detachably fastened in
the support (14) by means of screws (13) (Fig. 11).
5. Tool according to Claim 1, characterised in that the spacer sleeves (5) and the
hollow shafts (4) each consist of a single piece.
6. Tool according to Claim 1, characterised in that the spacer sleeves (5) and the
hollow shafts (4) each consist of two parts connected to one another.

