[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Reinigen des Deckelsatzes
einer Wanderdeckelkarde gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs l.
[0002] Durch das Schweizerpatent Nr. 50l 069 ist eine Anordnung zum Reinigen der Kardendeckel
bekannt, bei welcher die Drähte eines Reinigungskamms während ihrer Vorwärts-Schwenkbewegung
Fasern und Verunreinigungen aufnehmen. Dabei kommen diese bei der Rückwärts-Schwenkbewegung
auf die Spitzen des Kardendeckelbezugs zu liegen. Sie werden von einem mit dem Kamm
mitschwingenden Saugtrichter entweder bei dessen Rückwärts-Hub oder beim nächsten
Vorwärts-Hub eingesaugt.
[0003] Der sich über die ganze Breite des Deckelsatzes erstreckende Saugtrichter benötigt
für ein einwandfreies Entfernen des Deckelputzes eine sehr grosse Saugleistung, sodass
diese Anordnung sich als unwirtschaftlich erweist. Dieser Nachteil soll gemäss vorliegender
Erfindung vermieden werden. Diese weist die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
l aufgeführten Merkmale auf.
[0004] Die Erfindung sei nun an Hand verschiedener Ausführungsformen und der Figuren der
Zeichnung näher erläutert. In der Letzteren ist
Fig. l eine schematische Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung von der Seite
gesehen und sind die
Fig. 2, 3 und 4 zur Erläuterung der Wirkungsweise dienende Darstellungen.
[0005] Fig. l zeigt einen Teil eines Tambours ll einer Karde, der in Richtung des Pfeils
l2 rotierbar und mit einer Garnitur l3 ausgestattet ist. Die Deckel l4, von denen
jeder ebenfalls mit einer Garnitur l5 versehen ist, bilden in ihrer Gesamtheit einen
Deckelsatz. Sie sind in Richtung des Pfeils l6 bewegbar.
[0006] Eine Bürste l7, welche sich über die ganze Länge der Deckel l4, d.h. über die ganze
Breite des Deckelsatzes erstreckt und ungefähr die gleiche Länge wie die Deckel l4
besitzt, ist mittels eines Antriebs l8 um eine Achse l9 schwenkbar. Bezüglich der
durch den Pfeil l6 angegebenen Bewegungsrichtung befindet sich hinter der Bürste
l7 eine Saugeinrichtung 20. Diese umfasst eine Saugdüse 2l und einen an diese angeschlossenen
Schlauch 22 zum Abführen der Saugluft. Ausserdem umfasst sie eine Schiene 23, längs
welcher die Düse 2l in der Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung (l6) der Deckel,
d.h. senkrecht zur Zeichenebene, hin und her bewegbar ist und von welcher sie getragen
ist.
[0007] Im Betrieb der Karde rotiert der Tambour l2 mit relativ hoher Geschwindigkeit in
der durch den Pfeil l2 gezeigten Richtung. Hingegen bewegen sich die Deckel l4 des
Deckelsatzes in der Richtung des Pfeiles l6 nur relativ langsam (z.B. l0 cm pro Minute).
Dadurch ergibt sich durch das Zusammenwirken der Garnituren l3 und l5 eine Kardierwirkung
der auf der Tambourgarnitur l3 herangeführten Textilfasern. Dabei werden kurze Fasern,
Fremdkörper, Nissen und dgl. von der Garnitur l5 der Deckel l4 mitgenommen. Daher
ist diese im Ansaugbereich mit solchen Materialien gefüllt.
[0008] Um die Garnituren l5 der Deckel l4, bevor sie wieder zum Einsatz kommen, zu reinigen,
wird die Bürste l7 mittels des Antriebs l8 zu Schwenkbewegungen veranlasst. Die Drähte
24 der Bürste l7 heben dabei das zu entfernende Material aus der Garnitur l5 heraus
und legen es als Deckelputz auf die Spitzen der Garnitur. Der Deckelputz wandert mit
dem Deckelsatz in Richtung des Pfeiles l6 weiter. Wenn er in den von der Düse 2l überstrichenen
Bereich gelangt, wird er von der Düse 2l weggesaugt. Es ist somit ersichtlich, dass
zum vollständigen Wegschaffen des Deckelputzes jede Stelle der Oberfläche des Deckelsatzes
mindestens einmal abgesaugt werden muss.
[0009] Zur eingehenderen Betrachtung dieses Sachverhalts sei auf die Fig. 2, 3 und 4 verwiesen.
Diese zeigen eine Ansicht der Oberfläche des Deckelsatzes in Richtung des Pfeils
25 der Fig. l gesehen, wobei die einzelnen Deckel l4 nicht gezeigt, sondern nur die
seitlichen Begrenzungen oder die Seiten 26 des Deckelsatzes gezeichnet sind. Die Richtung
der Bewegung der Deckel bzw. des Deckelsatzes ist wiederum durch die Pfeile l6 angegeben.
Die Geschwin digkeit der Bewegung der Deckel l4 ist in allen Figuren 2, 3 und 4 als
gleich gross vorausgesetzt. Ausserdem zeigt jede der Fig. 2, 3 und 4 in ganz schematischer
Weise die Schiene 23. Die drei gezeigten, von den Schienen 23 getragenen Düsen 27,
28 und 29 weisen Düsenöffnungen rechteckigen Querschnitts und verschiedener Längen
auf. Die Düse 27 ist die kürzeste und die Düse 29 ist die längste derselben. Die Geschwindigkeit,
mit der sich die Düsen senkrecht zur Länge des Deckelsatzes, also zu den Seiten 26
bewegen, sei in allen drei Fig. dieselbe. Es ist aus den Letzteren noch ersichtlich,
dass die Längserstreckung der rechteckig geformten Düsenöffnungen parallel zur durch
die Pfeile l6 gezeigten Bewegungsrichtung des Deckelsatzes ist.
[0010] Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen die im Betrieb der Karde von den Düsenöffnungen überstrichenen
Flächen. Zur Erklärung und Veranschaulichung sei angenommen, bei Beginn dieser Betrachtung
hätten sich gemäss jeder der drei Figuren die Düsen in der Position 30 befunden. Während
der ersten Hubbewegung jeder der Düsen von der Position 30 weg über die Breite des
Deckelsatzes, führt der Letztere einen Vorschub aus, sodass die Düse am Ende ihrer
Hubbewegung sich in der Position 3l befindet. Dabei wurde in allen Fig. die von den
Strecken al, a2 begrenzte Fläche überstrichen. Nach dem nächsten Hub, also nach dem
beendeten Doppelhub, befinden sich die Düsen 27, 28 und 29 in den Positionen 32 und
haben zusätzlich die zwischen den Strecken bl, b2 liegende Fläche überstrichen. Nach
dem Doppelhub ist der Vorschub der Deckel bzw. des Deckelsatzes somit gleich z.B.
der durch die Strecken al und bl begrenzten Länge der in den Fig. rechten Seiten
26 des Deckelsatzes.
[0011] Bei den weitern Bewegungen werden noch die durch die Strecken cl, c2, die Strecken
dl, d2, die Strecken el, e2, die Strecken fl, f2 und die Strecken gl, g2 definierten
Flächen überstrichen, womit schliesslich die Düsen 27, 28, 29 in den gezeichneten
Positionen angelangt sind. Die Strecken a, c, e und g wurden strichliert und die Strecken
b, d, f ausgezogen gezeichnet. Dies geschah nur zum Zweck der Verbesserung der Uebersichtlichkeit.
[0012] Es ist aus Fig. 2 ersichtlich, dass auf der Oberfläche des Deckelsatzes dreieckige
Flächen vorhanden sind, die von der Düse 27 nicht überstrichen werden. Das oberste
dieser Dreiecke, 33, wird von der in Fig. 2 rechten Seite 26 und den Strecken a2
und bl begrenzt. Das zweitoberste Dreieck 34 wird von der in Fig. 2 linken Seite
26 und den Strecken b2 und cl, das drittoberste Dreieck 35 von der rechten Seite 26
und den Strecken c2, dl usw., begrenzt.
[0013] In Fig. 3 ist die Länge der Düsenöffnung gleich der Länge des Deckelsatzvorschubs
während eines Doppelhubs der Düse 28. Es ist aus Fig. 3 ersichtlich, dass unter diesen
Umständen von der Düse 28 unüberstrichene, dreieckförmige Flächen verschwunden sind.
Falls die Düse 29, wie in Fig. 4 gezeigt, länger ist als die Länge des Deckelsatzvorschubs
während eines Doppelhubs der Düse, so sind unüberstrichene Flächen mit Sicherheit
vermieden.
[0014] Es ist somit ersichtlich, dass ein Ueberstreichen jeder Stelle der zu reinigenden
Deckelsatzoberfläche unter der Bedingung vorhanden ist, dass die Länge der Düsenöffnung
mindestens gleich oder grösser ist als der Deckelsatz vorschub während einer Doppelhubbewegung
der Düse. Dabei ist zu berücksichtigen, dass, genau genommen, nicht die Grösse der
Düsenöffnung, sondern der "Bereich der Saugwirkung der Düse" die massgebende Dimensionierung
darstellt. Dies ist, insbesondere für den Geltungsbereich des Patentanspruchs 6,
zu berücksichtigen.
[0015] Will man ein mehrmaliges Ueberstreichen jeder Stelle der Deckelsatzoberfläche erhalten,
so kann dies durch eine in Richtung des Pfeiles l6 relativ lange Düsenöffnung und
durch gegenseitiges Abstimmen des Deckelsatzvorschubs und der Düsenhubzahl erfolgen.
Bei einem gegebenen Deckelsatzvorschub müssen die Düsenhubgeschwindigkeit, der Energieverbrauch
der Düsen und die Gefahr des Verstopfens derselben gegeneinander abgewogen werden.
Es ist vorteilhaft, falls die gegebenen Umstände es zulassen, ein mehrfaches Ueberstreichen
jeder Stelle des Deckelsatzes durch die Düse herbeizuführen, wobei bis zu einem fünffachen
Ueberstreichen gegangen werden kann.
[0016] Eine sehr gute Arbeitsweise ergab sich bei einer Anordnung mit einer Deckelgeschwindigkeit
von ca. l0 cm pro Minute und 5 bis l0 Doppelhüben der Düse pro Minute.
[0017] Wie bereits erwähnt, ist die Düsenöffnung vorteilhafterweise von rechteckiger Form.
Es kann aber auch eine elliptische Form in Betracht gezogen werden. Die Längserstreckung
der Düsenöffnung ist parallel zur durch den Pfeil l6 gezeigten Bewegungsrichtung der
Deckel l4. Eine vorteilhafte Ausgestaltung einer rechteckigen Düsenöffnung besteht
darin, dass das Verhältnis der Länge der Düsenöffnung zu deren Breite einen zwischen
3 und 7 liegenden Wert aufweist. In einer Ausführungsform, wel che sehr gute Resultate
ergab, war die rechteckige Oeffnung l2 cm lang und 2,5 cm breit.
[0018] In Bezug auf die Möglichkeit eines Verstopfens der Düse zeigt es sich, dass diese
Gefahr wesentlich reduziert wird, wenn die Düse an ihrem bezüglich der Bewegungsrichtung
der Deckel l4 vordern Teil mit einer Abschrägung versehen ist, welche gegen das vorderste
Ende der Düse hin nach oben, d.h. vom Deckelsatz weg, verläuft. Diese Abschrägung
ist in Fig. l mit 36 bezeichnet. Eine gute Arbeitsweise wurde bei einem Abstand der
Düsenöffnung von ca. 3 mm von den Spitzen der Deckelgarnitur, erhalten.
Legende:
[0019]
ll Tambour
l2 Pfeil
l3 Garnitur
l4 Deckel
l5 Garnitur
l6 Pfeil
l7 Bürste
l8 Antrieb
l9 Achse
20 Saugeinrichtung
2l Saugdüse
22 Schlauch
23 Schiene
24 Drähte
25 Pfeil
26 Seiten
27, 28, 29 Düsen
30, 3l, 32 Positionen
al, a2, bl, ... gl, g2 Strecken
33, 34, 35 Dreiecke
36 Abschrägung
1. Vorrichtung zum Reinigen des Deckelsatzes einer Wanderdeckelkarde für die Verarbeitung
von kurzstapligem Fasermaterial, wie z.B. Baumwolle, mit einer sich über die ganze
Länge der Deckel erstrekkenden, schwenkbaren Bürste zum streifenweisen Erfassen
des Deckelputzes und mit einer, dem Wegführen des Deckelputzes dienenden Saugeinrichtung,
welche sich in Bezug auf die Bewegungsrichtung der Deckel hinter der Bürste befindet,
dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinrichtung (20) eine Saugdüse (2l, 27, 28,
29) umfasst, welche längs einer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Deckel (l4) verlaufenden
Schiene (23) über die Breite des Deckelsatzes hin und her bewegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Saugdüse
(2l, 27, 28, 29) von länglicher Form ist und zur Bewegungsrichtung (l6) der Deckel
(l4) längelang angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass am bezüglich der Bewegungsrichtung
(l6) der Deckel (l4) vordern Teil der Düse (2l) die Düsenöffnung eine schräg nach
oben verlaufende Abschrägung (36) besitzt.
4. Vorrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit der
Hubbewegung der Saugdüse (2l, 28, 29) und die Vorschubbewegung der Deckel (l4) in
der Weise bemessen sind, dass jede Stelle des Deckelsatzes von der Saugdüse ein bis
fünf Mal überstrichen wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Deckelsatzgeschwindigkeit
von ca. l0 cm pro Minute fünf bis zehn Doppelhübe der Düse (2l) pro Minute vorgesehen
sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Oeffnung
der Düse (28, 29) in der Richtung parallel zur Bewegung (l6) der Deckel (l4) gleich
oder grösser ist als der Deckelsatzvorschub während einer Doppelhubbewegung der Düse
(28, 29).
7. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Düsenöffnung
von den Spitzen der Garnitur (l5) des Deckelsatzes ca. 3 mm beträgt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei rechteckiger Düsenöffnung
der aus der Länge der Oeffnung zur Breite derselben gebildete Quotient einen zwischen
3 und 7 liegenden Wert, vorzugsweise den Wert 5 besitzt.