(19)
(11) EP 0 250 054 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.12.1987  Patentblatt  1987/52

(21) Anmeldenummer: 87201150.7

(22) Anmeldetag:  02.06.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41B 23/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
ES GR

(30) Priorität: 04.06.1986 DE 8615032 U

(71) Anmelder: Buschfeld, Hans
D-50968 Köln (DE)

(72) Erfinder:
  • Buschfeld, Hans
    D-50968 Köln (DE)

(74) Vertreter: Langmaack, Jürgen, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Maxton . Maxton . Langmaack Postfach 51 08 06
50944 Köln
50944 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schablone zum Herstellen von Schriftmustern im Auflichtkopierverfahren für Schneideblätter zum typographischen Gestalten


    (57) Schablone zum Herstellen von Schriftmustem, insbesondere Blindtext-Schriftmustem, im Auflichtkopierverfahren nach einer Schriftvorlage (20) mit vorgegebener Schrifthöhe, wobei wenigstens ein glasklarer, flächiger Träger (1) vorgesehen ist, auf dem wenigstens eine streifenförmige, undurchsichtige Abdeckung (3) angeordnet ist, die an wenigstens einer ihrer Längskanten (5) mit gegenüber einer Basislinie (4) in der Länge unregelmässigen Abstufungen versehen ist, wobei die Breite der Abstufungen dem Zeilenabstand der Schriftvorlage (20) entspricht.




    Beschreibung

    Beschreibung:



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schablone zum Herstellen von Schriftmustern im Auflichtkopierverfahren nach einer Schriftvorlage mit vorgegebener Schrifthöhe.

    [0002] Für die Herstellung von Entwürfen für Printmedien, beispielsweise Kataloge, Anzeigen oder dgl., ist es wesentlich, auch die Textzonen zu gestalten und hierbei verschiedene Entwürfe, insbesondere mit unterschiedlichen Schrifttypen und unterschiedlichen Schriftgrößen, herzustellen. Druckereien oder Schriftsetzereien erstellen zu diesem Zweck Schriftmusterbücher, in denen nicht nur unterschiedliche Schrifttypen wiedergegeben sind sondern auch die jeweilige Schrifttype in den jeweils möglichen Schriftgrößen. Diese Schriftmusterbücher werden dann den Anwendern als Arbeitsunterlage zur Verfügung gestellt. Die Herstellung derartiger Schriftmuster- bücher ist sehr aufwendig. ModcrnenSchriftsetzereien, die bis zu tausend oder auch mehr Schrifttypen zur Verfügung haben, ist eine Präsentation der vorhandenen Schriften in der bisherigen Form von Schriftmusterbüchern praktisch unmöglich, so daß mangels ausreichender Präsentationsmöglich-. keiten heutige Schriftmusterbücher so reduziert sind, daß sie keine geeignete Arbeitsunterlage mehr darstellen oder aber so umfangreich sind, daß sie zu kostspielig und gleichzeitig zu unhandlich sind.

    [0003] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Schablone der eingangs bezeichneten Art zu schaffen, die hier unter Ausnutzung der Tatsache, daß inzwischen Auflichtkopiergeräte mit Einrichtungen zum Vergrößern oder Verkleinern der Kopiervorlage vorhanden sind, die die Herstellung von Schriftmustern, insbesondere Blindtext-Schneideblättern, erheblich vereinfacht.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen glasklaren flächigen Träger, auf dem wenigstens eine streifenförmige undurchsichtige Abdeckung angeordnet ist, die an wenigstens einer ihrer Längskanten mit gegenüber einer Basislinie in der Länge unregelmäßigen Abstufungen versehen ist, wobei die Breite der Abstufungen dem Zeilenabstand der Schriftvorlage entspricht. Eine derart ausgebildete Schablone erlaubt es, für jede Schrift nur eine Vorlage mit nur einer Schriftgröße vorzugeben. Mit Hilfe der Schablone kann nun mit einem Auflichtkopierer mit Vergrößerungs- und/oder Verkleinerungseinrichtung ein Schrift- und Satzmuster für jede Schriftgröße und Satzart erstellt werden, die im Variationsbereich des zur Verfügung stehenden Kopierers liegt. Entscheidend ist hierbei, daß aus einer üblicherweise im Blocksatz erstellten Schriftvorlage, insbesondere Blindtextvorlage, Schriftmuster hergestellt werden können, bei denen wenigstens ein Rand als Flattersatz strukturiert ist. Für Layoutsetzereien, Druckereien und Schriftvermarkter bietet sich so die Möglichkeit, daß sie selbst bei einer großen Zahl unterschiedlicher Schrifttypen praktisch alle Schrifttypen dem Interessenten zur Verfügung stellen können, da für jede Schrifttype nur noch eine Schriftvorlage in einer Schriftgröße erstellt zu werden braucht. Die gesonderte Erstellung von Blindtextmustern kann völlig entfallen. Für den Interessenten, d.h. hier vor allem dem Grafik-Designer oder den Typographen, ergibt sich der Vorteil, daß er sehr viel freier gestalten kann, da er sich die für die Textgestaltung notwendigen Blindtextmuster von einer Textvorlage in den unterschiedlichsten Zeilenlängen und Schriftgrößen selbst erstellen kann und-somit sehr viel freier und unabhängiger in seiner Gestaltungsarbeit ist.

    [0005] Zweckmäßigerweise sind hierbei die Längen der einzelnen Abstufungen so bemessen, daß sie zwischen einer und mehreren Buchstabenbreiten liegen. Die durch die Abstufungen erzeugte Kontur der Abdeckung ist auf die Parameter der Schriftvorlage abgestimmt.

    [0006] Zweckmässig ist es jedoch, wenn die Abstufungen an beiden Längskanten angeordnet sind, da dann für den Designer die Variationsmöglichkeiten erhöht sind. Zweckmäßig ist es auch, wenn mehr als eine einer derartigen Abdeckung auf dem Träger angeordnet sind. So können bei einem DIN-A4-Querformat beispielsweise drei Abdeckungen vorgesehen werden, und entsprechend auf der.Schriftvorlage drei Schriftblöcke der gleichen Schrifttype in gleicher Schriftgröße, jedoch mit unterschiedlichem Zeilenabstand. Hierdurch kann beim Entwurf der für den konkreten Anwendungsfall optisch günstigste Satz ausgewählt werden. Während bisher die Schriftvorlagen in aufwendiger Buchform erstellt werden mußten, wobei jeweils für eine Schriftart Textblöcke in unterschiedlicher Schriftgröße, in der Regel von 6 Punkt bis 20 Punkt, bzw. Versalhöhe von 1,25 mm bis 15 mm in 16 Stufen abgedruckt werden mußten, bietet die Erfindung die Möglichkeit, jeweils eine Schriftart auf einem Kartonblatt in einer Versalhöhe abzudrucken, hierbei aber dann mehrere Textblöcke mit unterschiedlichem Zeilenabstand vorzusehen, so daß nicht nur große Textmengen zur Verfügung stehen, sondern auch Textvorlagen mit unterschiedlichem Zeilenabstand, was für die gestalterische Arbeit mit derartigen Blindtexten von großer Bedeutung ist, da eine größere Auswahlmöglichkeit gegeben ist und somit die jeweils günstigste oder richtige Satzform gewählt werden kann.

    [0007] Der Begriff "Länge der Abstufung" bezeichnet hierbei die Abmessungen in Zeilenrichtung der Schriftvorlage. Der Begriff "Breite der Abstufung" bezeichnet die Abmessung senkrecht hierzu.

    [0008] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß im Bereich wenigstens eines parallel zu den Schriftzeilen der zu kopierenden Schriftvorlage verlaufenden Randes des Trägers wenigstens einc sich quer zur Abdeckung erstrekkende Maßskala für das Schriftgröße/Vergrößerungsverhältnis angeordnet ist, die mit einer Zeigerlinie der Schriftvorlage in Bezug setzbar ist. Damit kann unmittelbar mit der Schablone bei eingelegter Schriftvorlage nicht nur das Schriftgrößenverhältnis, sondern auch die bei der Vergrößerung oder Verkleinerung sich ergebende Zeilenlänge festgelegt werden, so daß durch entsprechende Verschiebung der Schriftvorlage relativ zur Abdeckung die tatsächliche Zeilenlänge des über die Vergrößerung bzw. Verkleinerung zu erzeugenden Schriftmusters aus der Zuordnung von Zeigerlinie und Maßskala festgelegt werden kann. Bei doppelseitigen Schriftvorlagen besteht hierbei die Möglichkeit, bei Einstellung des Vergrösserungsfaktors auf der einen Seite durch Kopieren der anderen Seite eine andere Bündigkeit des kopierten Teils zu erhalten.

    [0009] In Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß auf der der Lichtquelle zugekehrten Seite auf der Abdeckung eine Zeilenskala angeordnet ist. Diese Zeilenskala wird beim Kopiervorgang mitkopiert, so daß die spätere Verarbeitung des Schriftmusters erheblich vereinfacht wird, da die Zeilen nicht mehr gezählt, sondern nur noch abgelesen zu werden brauchen.

    [0010] Zweckmäßigerweise ist die Abdeckung zumindest auf der der Lichtquelle zugekehrten Seite in der Farbe des Untergrundes der Schriftvorlage eingefärbt. Damit ergibt sich der Vorteil, daß das erzeugte Schriftmuster unmittelbar verarbeitet werden kann, da der von der Abdeckung überdeckte Bereich der Schriftvorlage dann in dem kopierten Schriftmuster in der gleichen Farbe erscheint wie das für die Erzeugung des Schriftmusters verwendete Papier und dementsprechend einfach mit dem Messer bearbeitet werden kann, ohne daß hier umständlich Konturen geschnitten werden müssen. Besonders zweckmäßig ist es hierbei, wenn die Abdeckung durch einen entsprechenden Farbauftrag, beispielsweise durch ein Druckverfahren oder dgl., auf den flächigen Träger aufgebracht wird. Dies hat den Vorteil, daß die auf dem Träger befindliche, die Abdeckung bildende Schicht so dünn ist, daß beim Kopieren die Begrenzungslinie, insbesondere die die unregelmäßigen Abstufungen definierende Begrenzungslinie der Abdeckung nicht als Schattenlinie auf dem durch Kopieren erzeugten Schriftmuster erscheint.

    [0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß der Träger mit wenigstens einer, vorzugsweise quer zur Abdeckung verlaufenden, die Trägerfläche überragenden Anlagekante versehen ist. Hierdurch wird die Handhabung der Schablone erheblich vereinfacht, da die Ausrichtung der Zeilen genau senkrecht zur Abdeckung durch einfaches Anlegen des Randes der Schriftvorlage an die Anlagekante festgelegt werden kann, so daß nur noch unter Beobachtung der auf dem Träger befindlichen Maßskala durch Verschieben der Schriftvorlage entlang der Anlagekante die gewünschte Zeilenlänge des zu erzeugenden Schriftmusters festgelegt zu werden braucht.

    [0012] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann auf den Träger ein Koordinatenlinienraster in nicht mitkopierender Farbe aufgebracht sein, so daß bei Kopierern mit elektronischer Eingabe über einen Stift, eine Maus oder digitale Ausschnitte festgelegt werden können.

    [0013] Besonders zweckmäßig ist es hierbei, wenn der Träger über die Anlagekante mit einer Rückenfläche verbunden ist. Dies hat den Vorteil, daß die Schriftvorlage zwischen zwei flächigen Elementen liegt und nach dem Einrichten gehandhabt, beispielsweise gewendet werden kann, ohne daß sich die einmal vorgenommene Einrichtung ändert, da die Schriftvorlage zwischen Träger und Rückenfläche immer gehalten, beispielsweise durch den Fingerdruck eingeklemmt bleibt. Zweckmäßig ist es hierbei auch, daß die Rückenfläche ebenfalls als Schablone entsprechend den vorstehend angegebenen Merkmalen ausgebildet ist. Dies bietet hierbei die Möglichkeit, die Rückseite der Schriftvorlage in sogenannter Negativschrift, d.h. mit weißer Schrift auf schwarzem Untergrund zu erstellen, wobei dann die Abdeckung entsprechend schwarz eingefärbt ist.

    [0014] In vorteilhafter weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß vorzugsweise im Bereich der Anlagekante wenigstens ein Halteelement zum Fixieren der zu kopierenden Schriftvorlage an der Schablone vorgesehen ist. Durch ein derartiges Halteelement wird die Handhabbarkeit erheblich verbessert, da nach Durchführung des Kopiervorganges die Zuordnung von Schriftvorlage und Schablone erhalten bleibt und so die erzeugte Kopie zunächst einmal auf ihre Brauchbarkeit hinsichtlich des geplanten Entwurfs geprüft werden kann und etwa erforderliche Änderungen hinsichtlich des Vergrößerungsfaktors gezielt vorgenommen werden können. Das Halteelement ist in einer Ausgestaltung der Erfindung zweckmäßigerweise als Klammer ausgebildet.

    [0015] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Halteelement durch zwei aufeinander klappbare mit dem Träger wenigstens teilweise verbundene dünne Magnetstreifen gebildet wird. Durch die in zusammengelegtem Zustand mit großer Kraft aneinanderhaftenden Magnetstreifen wird die Vorlage sicher fixiert. Der Vorteil gegenüber mechanischen Klammern besteht insbesondere darin, daß hohe Klemmkräfte mit dünnen Elementen erzeugt werden, so daß die Schablone mit ihrer Schriftvorlage nicht auf der Projektionsebene des Kopierers aufliegt und somit Verzerrungen vermieden sind.

    [0016] Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine verkleinerte Schablone für DIN-A4-Vorlagen; - - =

    Fig. 2 ein mit Hilfe der Schablone erzeugtes Blindtextmuster,

    Fig. 3 eine weitere Ausführungsform für eine Schablone in verkleinerter Darstellung,

    Fig. 4 eine Schriftvorlage für die Schablone gem. Fig. 3,

    .Fig. 5 eine Schablone gem. Fig. 3 mit eingelegter Schriftschablone gem. Fig. 4,

    Fig. 6 in einer Schnittdarstellung die Anordnung eines Halteelements an einer Doppelschablone im Schnitt.



    [0017] Die in Fig. 1 in verkleinertem Maßstab dargestellte Schablone für Schriftvorlagen im DIN-A4-Hochformat weist einen flächigen Träger 1 aus einem glasklaren Material, beispielsweise in Form einer stärkeren, klaren Kunststoffolie auf. Im Abstand zum rechten Folienrand 2 ist hierzu auf den Träger 1 eine Abdeckung 3 aufgebracht, beispielsweise durch Bedrucken mit weißer Farbe. In bezug auf die zur Kante 2 parallel verlaufende Basislinie 4 der Abdeckung 3 ist die andere Längskante 5 der Abdeckung 3 mit einer Vielzahl von Abstufungen versehen, die, bezogen auf die Basislinie 4, unterschiedliche Längen aufweisen. Die Abstufungen sind hierbei in der Länge unregelmäßig, so daß die Kante bei dem erzeugten Schriftmuster die Form eines Flattersatzes aufweist.

    [0018] Auf der der Lichtquelle zugekehrten Seite der Abdeckung 3 ist eine Zeilenskala 6 angeordnet, die beim Kopieren mitkopiert wird, so daß das erzeugte Schriftmuster jeweils in Blöcke mit der gewünschten Zeilenzahl in einfacher Weise zerlegt werden kann.

    [0019] Am oberen und unteren Rand ist auf die Trägerfläche ferner neben einer Zentimeterskala 7 jeweils eine Maßskala 8 aufgebracht, aus der die Relation zwischen Schriftgröße, Vergrösserungsfaktor und Zeilenlänge bzw. Spaltenbreite bestimmt werden kann. Die Maßskalen des Ausführungsbeispieles sind für eine stufenlose Vergrößerungseinstellung angegeben, so daß sich hier entsprechend gekrümmte Linien ergeben. Diese Skalen lassen sich aber auch für stufenweise Vergrößerungen verwenden, da es ohne weiteres möglich ist, hier Zwischengrößen abzulesen. Die Maßskala ist hierbei aus Gründen der übersichtlichkeit unterteilt, so daß der Vergrößerungsbereich zwischen 10° und 15° in der oberen Skala wiedergegeben ist und der Vergrößerungsbereich zwischen 6° und 10° in der unteren Skala wiedergegeben ist.

    [0020] Zur Vereinfachung der Handhabung ist in der rechten oberen Ecke, vorzugsweise ebenfalls undurchsichtig abdeckend, eine Vergrößerungstabelle 9 für Vergrößerungsfaktoren, die über die in der Maßsk-ala 8 angegebenen hinausgehen, abgedruckt. Der obere Rand 10 der Schablone ist mit einer die Fläche des Trägers 1 überragenden Anlagekante versehen, so daß die zu kopierende Schriftvorlage daran angelegt werden kann und quer zur Abdeckung 3 zur Einstellung der-gewünschten Zeilenbreite verschoben werden kann.

    [0021] In Fig. 2 ist eine zusammen mit der Schablone gem. Fig. 1 kopierte Schriftvorlage wiedergegeben. Diese weist einen geschlossenen Blindtext 11 auf, der als Blocksatz auf der Schriftvorlage enthalten ist, so daß der rechte Rand 12 des Textblockes ebenfalls geradlinig verläuft. Durch die aufliegende Schablone wird nun über die Abdeckung 3 beim Kopiervorgang ein Teil des Blindtextes 11 abgedeckt, so daß durch die Abstufungen 5 der Abdeckung 3 der rechte Rand 13 des Blindtextes eine Form erhält, wie sie beim Flattersatz entsteht. Da die Schriftvorlage selbst ebenfalls mit einer Zeilenskala versehen ist, kann mit Hilfe der durchkopierten Zeilenskala 14 der Schriftvorlage einerseits und der kopierten Zeilenskala 6 auf der Äbdeckung 3 andererseits der geschlossene Blindtext in kleine Schriftblöcke in jeder gewünschten Zeilenzahl zerlegt` werden.

    [0022] Sollen nun von einer vorgegebenen Schriftvorlage für ein Layout in der gleichen Schrifttype Schriftblöcke mit unterschiedlicher Schriftgröße und unterschiedlicher oder gleicher Zeilenlänge hergestellt werden, so kann mit Hilfe der auf der Schablone befindlichen Maßskalen 8 durch Querverschieben der Textvorlage bei der gewünschten Vergrößerung bzw. Verkleinerung die gewünschte Zeilenlänge für das durch Kopieren herzustellende Schriftmuster eingestellt werden. Dies erfolgt zweckmäßigerweise über eine auf der Schriftvorlage aufgedruckte Anlagemarke in Form einer Zeigerlinie 15.

    [0023] Die in Fig. 3 dargestellte Schablone ist für Schriftvorlagen im DIN-A4-Querformat vorgesehen und weist wiederum einen flächigen Träger 1 aus einem glasklaren Material, beispielsweise in Form einer stärkeren, klaren Kunststoffolie auf. Im Abstand zum rechten Folienrand 2 sind bei dieser Ausführungsform drei Abdeckungen 3a, 3b und 3c aufgebracht, beispielsweise durch Drucken. Hierbei ist der obere, größere Teil in der Grundfarbe der zu kopierenden Schriftvorlage, beispielsweise in weißer Farbe, aufgedruckt. Der untere Teil der Abdeckung 3a, 3b und 3c ist in dunkler Farbe, vorzugsweise schwarzer Farbe, aufgedruckt, um mit der in Fig. 4 dargestellten Schriftvorlage entsprechende Textmengen in sogenannter Negativschrift kopieren zu können. Da der Schriftmengenbedarf an Negativschrift für die Entwurfsarbeit geringer ist, kann hier auch dieser Teil geringer ausfallen.

    [0024] Die Abdeckungen 3a-c sind in Abweichung zu der Ausführungsform gem. Fig. 1 zu beiden Seiten einer auf dem Träger 1 als mit zu kopierende Markierung aufgebrachten Basislinie 4 an die beiden Längskanten 5 mit einer Vielzahl von Abstufungen versehen, die, bezogen auf diese Basislinie 4, in ihrer Länge unregelmäßig sind.

    [0025] An der rechten oberen Ecke ist bei diesem Ausführungsbeispiel eine Maßskala 16 aufgedruckt, die jedoch eine gegenüber der Maßskala des Ausführungsbeispiels nach Fig. 1 abgewandelte Form aufweist. Diese Maßskala 16 arbeitet mit einer Zeigerlinie 17 auf der Schriftvorlage zusammen, wie sie in Fig. 4 wiedergegeben ist. Das Zusammenwirken der Maßskala 16 mit der Zeigerlinie 17 wird anhand von Fig. 5 näher erläutert werden.

    [0026] Die Schablone gem. Fig. 3 ist doppelseitig ausgebildet, wobei auf der angeschlossenen Rückenfläche in gleicher Weise Abdeckungen angeordnet sind, die jedoch für Schriftvorlagen mit entsprechend anderen Durchschüssen ausgelegt sind und aus Fig. 3 nicht zu ersehen sind. Durch die doppelseitige Ausbildung bildet die Knicklinie 18 zugleich eine Anlagekante für die einzulegende Schriftvorlage. Die beiden in dieser Weise zusammenhängenden Träger sind auf beiden Außenflächen mit je einer dünnen Magnetfolie 19 versehen, die so gepolt sind, daß sie aneinander haften. Durch die Magnetfolie 19 wird somit ein klemmenartig wirkendes Halteelement gebildet, das die eingelegte Schriftvorlage aufgrund der Haftwirkung der beiden Magnetfolien 19 in der Schablone fixiert. Die einmal vorgenommene Ausrichtung der Schriftvorlage mit ihrer Zeigerlinie 17 in bezug auf die Maßskala 16 bleibt somit erhalten, auch wenn die Schriftvorlage mit aufgesetzter Schablone nach dem Kopiervorgang gehandhabt und abgelegt wird. An Stelle der dargestellten und beschriebenen Magnetfolien können auch dünne Federklemmen o. ä. verwendet werden.

    [0027] Die in Fig. 4 dargestellte Schriftvorlage 20 wird durch ein Kartonblatt gebildet, auf dem in der gleichen Schrifttype auf jeder Seite drei Textblöcke aufgedruckt sind. Die Textblöcke sind jedoch in unterschiedlichem Zeilendurchschuß gedruckt, so daß hier für die Erzeugung von Schriftmustern große Textmengen mit unterschiedlichem DurchschuB zur Verfügung stehen.

    [0028] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist in jedem der drei Textblöcke ein Teil der Textvorlage in Negativschrift wiedergegeben.

    [0029] Die Darstellung in Fig. 5 zeigt eine Auflichtkopie der in die Schablone gem. Fig. 3 eingelegten Schriftvorlage 20. Die Zeigerlinie 17 ist in der Maßskala 16 so eingestellt, daß bei einer Vergrößerung 1 : 1 (100%) sechs Zentimeter breite Textspalten in entsprechendem Flattersatz kopiert werden. Bei der Darstellung gem. Fig. 5 ist zu berücksichtigen, daß es sich hier um eine Verkleinerung der DIN-A4 1 : 1 Kopie handelt. Die Verschiebung der Seitenkante 2 der Schablone gegenüber der Seitenkante 21 der Schriftvorlage 20 zeigt das Maß der Verschiebung. Die zu den einzelnen Textblöcken mitkopierte Basislinie 4 zeigt an, wo die Textblöcke geschnitten werden können. Die dargestellten Textblöcke sind linksbündig kopiert, so daß für die Verwertung jeweils die Textblöcke 22 der einzelnen Vorlagespalten zur Verwendung kommen. Bei einer doppelseitigen Schablone und bei doppelseitiger Schriftvorlage 20 ist die Maßskala und die Zeigerlinie so ausgerichtet, daß die auf der A-Seite vorgenommene Einstellung zwischen Zeigerlinie 17 und Maßskala 1beim Kopieren der Rückseite jeweils die andere Bündigkeit ergeben. Würde man in der dargestellten Einstellung die Rückseite kopieren, ergäben sich entsprechende rechtsbündige Textblöcke. Der Freiraum 23 zeigt die Lage der Abdeckung.

    [0030] Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen besteht die Möglichkeit, zwischen die Schriftvorlage 20 und den Träger 1 der Schablone zusätzliche Schablonen einzuschieben, die mit entsprechenden Abdeckungen versehen sind, um beispielsweise die Textblöcke 22 durch zusätzliche Leerzeilen zu unterteilen und/oder Textblöcke im zentrierten Satz erstellen zu können. Auf diese Weise erhält man statt eines durchgehenden Textes, wie beispielsweise in Fig. 5 dargestellt, eine Vielzahl von kleineren Textblöckchen, so daß hier mit Hilfe der Schriftvorlage* noch größere Variationsmöglichkeiten für den Entwerfer bestehen.

    [0031] Die Schnittdarstellung in Fig. 6 zeigt eine Doppelschablone, wie sie vorstehend näher beschrieben ist, mit einem Träger 1 und einem Träger 1a, in die eine Schriftvorlage 20 eingeschoben ist. Im Bereich der Knicklinie 18 auf beiden Außenseiten ist je eine Magnetfolie 19 aufgebracht, wobei beide Magnetfolien so gepolt sind, daß sie aneinanderhaften. Auf diese Weise wird die Schriftvorlage 20 zwischen den beiden zusammenhängenden Trägern 1 und 1a eingeklemmt und fixiert. Anstelle einer Schablone 1a kann dieser Teil auch in Form einer Rückenfläche aus Karton o. ä. ausgebildet sein. Anstelle der beschriebenen, nur als Haltemittel aufgebrachten Magnetfolie kann hierfür auch die Abdeckung 3 selbst eingesetzt werden. Dies kann in der Weise erfolgen, daß die Abdeckungen 3 durch aufgeklebte Stanzteile aus magnetischer Folie gebildet werden. Besonders zweckmäßig ist es jedoch, wenn die Abdeckungen 5 mit einer magnetischen Farbe aufgedruckt werden. Hierdurch wird die Herstellung erheblich vereinfacht und die erforderliche Präzision erreicht, da es ganz entscheidend auf die exakte Ausrichtung der Abdeckungen 3 zur Anlagekante 18 ankommt.

    [0032] Die anhand von Fig. 3 und Fig. 4 erläuterte Zuordnung von Skala 16 und Zeigerlinie 17 kann auch umgekehrt werden. Bei entsprechender Ausgestaltung des aus der Schablone und einer Mehrzahl von Schriftvorlagen 20 gebildeten Arbeitssystems kann die Zeigerlinie auch auf der Schablone und die Skala auf den Schriftvorlagen aufgebracht werden.


    Ansprüche

    1. Schablone zum Herstellen von Schriftmustern, insbesondere Blindtext-Schriftmustern, im Auflichtkopierverfahren nach einer Schriftvorlage mit vorgegebener Schrifthöhe, gekennzeichnet durch wenigstens einen glasklaren, flächigen Träger (1), auf dem wenigstens eine streifenförmige, undurchsichtige Abdeckung (3) angeordnet ist, die an wenigstens einer ihrer Längskanten (5) mit gegenüber einer Basislinie (4) in der Länge unregelmäßigen Abstufungen versehen ist, wobei die Breiteder Abstufungen dem Zeilenabstand der Schriftvorlage (20) entspricht.
     
    2. Schablone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längen der einzelnen Abstufungen zwischen einer und mehreren Buchstabenbreiten der Schriftvorlage (20) liegt.
     
    3. Schablone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich wenigstens eines parallel zu den Schriftzeilen der zu kopierenden Schriftvorlage (20) verlaufenden Randes der Schablone wenigstens eine sich quer zur Abdeckung (3) erstreckende Maßskala (7, 8; 16) für das Verhältnis Schriftgröße/Vergrößerung angeordnet ist, die mit einer Zeigerlinie (15; 17) der Schriftvorlage (20) in Bezug setzbar ist.
     
    4. Schablone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Lichtquelle zugekehrten Seite auf der Abdeckung (3) eine Zeilenskale (6) angeordnet ist.
     
    5. Schablone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (3) zumindest auf der der Lichtquelle zugekehrten Seite in der Farbe des Untergrundes der zu kopierenden Schriftvorlage (20) eingefärbt ist.
     
    6. Schablone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) mit wenigstens einer, vorzugsweise quer zur Abdeckung (3) verlaufenden, die Trägerfläche überragenden Anlagekante (18) versehen ist.
     
    7. Schablone nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) über die Anlagekante (18) mit einer Rückenfläche (1a) verbunden ist.
     
    8. Schablone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückenfläche (1a) ebenfalls als Schablone mit einem oder mehreren der Merkmale der vorstehenden Ansprüche ausgebildet ist.
     
    9. Schablone nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise im Bereich der Anlagekante (18) wenigstens ein Halteelement zum Fixieren der zu kopierenden Schriftvorlage (20) an der Schablone vorgesehen ist.
     
    10. Schablone nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement als Klammer ausgebildet ist.
     
    11. Schablone nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement durch zwei aufeinanderklappbare mit dem Träger (1, 1a) wenigstens teilweise verbundene dünne Magnetstreifen (19) gebildet wird.
     
    12. Schablone nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (3) auf dem Träger (1) aus einem magnetischen Material besteht, der auf der Rückenfläche (1a) ein entsprechender Streifen aus magentischem Material zugeordnet ist.
     




    Zeichnung






















    Recherchenbericht