[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verarbeitung von Abfallprodukten
mit einem Zerkleinerungswerk, dem mit Hilfe einer Zuführungseinrichtung über eine
Auslauföffnung eines über dem Zerkleinerungswerk angeordneten Aufnahmebehälters das
Abfallprodukt zugeführt wird. Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
DE-OS 27 45 443 bekannt. Die Zuführungseinrichtung weist dabei einen als U- oder L-förmiger
Bügel ausgebildeten Mitnehmerarm auf, welcher oberhalb der Auslauföffnung um eine
im wesentlichen horizontale Achse im Aufnahmebehälter drehbar angeordnet ist. Der
im wesentlichen axial verlaufende Steg des Bügels nimmt praktisch die gesamte axiale
Breite des Aufnahmebehälters ein. Da der Bügel im wesentlichen gleichmäßig auf das
in den Aufnahmebehälter eingeworfene Abfallgut eindrückt, ist die Funktionsfähigkeit
der bekannten Vorrichtung begrenzt, insbesondere wenn kompakte Abfälle, wie Computerpapierstapel,
verarbeitet werden sollen, da es hierbei leicht zum Blockieren kommt.
[0002] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
so auszubilden, daß sie bei verbesserter Funktionsfähigkeit auch verhältnismäßig
kompaktes Abfallgut verarbeiten kann.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Zuführungseinrichtung
eine um eine schräg zu ihrer Längsachse verlaufende Drehachse drehend antreibbare
Taumelwalze aufweist. Die Taumelwalze hat also bezogen auf die Drehachse eine schräg-prismatische
oder schräg-zylindrische Gestalt. Beim Drehen der Taumelwalze um die Drehachse gelangt
daher wechselnd jeweils ein Teil der Taumelwalze einmal auf der einen und einmal auf
der anderen Seite der Breite des Aufnahmebehälters in die größte Nähe der Auslauföffnung.
Dies hat die Wirkung, daß das in den Behälter eingeworfene Abfallgut beim Drehen
der Taumelwalze nicht nur in Richtung des darunter befindlichen Zerkleinerungswerkes
gedrückt wird, sondern auch axial mehr oder weniger hin- und hergeschoben wird. Außerdem
wirkt die Einpreßkraft nicht gleichmäßig über die gesamte axiale Länge der Zuführungseinrichtung
auf das Abfallgut ein, sondern die Einpreßkraft nimmt auf einer Seite kontinuierlich
ab, während sie auf der anderen Seite kontinuierlich zunimmt und umgekehrt und jeweils
nur über einen Bruchteil der Breite des Aufnahmebehälters seinen größten Wert annimmt.
Durch diese Überlagerung von Wirkungen wird die Wahrscheinlichkeit von Blockagen auch
bei kompaktem Abfallgut und verhältnismäßig großem Durchsatz überraschenderweise erheblich
verringert.
[0004] Die Taumelwalze ist einfach und leicht im Aufbau und daher wirtschaftlich in der
Herstellung und dem Gebrauch, wenn sie zwei exzentrisch und im wesentlichen um 180°
gegeneinander verdreht an der Antriebswelle angebrachte Stirnscheiben hat, welche
über einen schräg zur Drehachse verlaufenden Walzenmantel miteinander verbunden sind.
Die exzentrisch und drehversetzt zueinander angeordneten Stirnscheiben und der Walzenmantel
können als gesonderte Bauteile hergestellt und dann miteinander verschweißt sein.
[0005] Die Stirnscheiben können dabei im wesentlichen kreisförmig und der Walzenmantel im
wesentlichen schräg-kreiszylindrisch sein. Bei einer konstruktiv einfachen und dennoch
stabilen Lösung sind die Stirnscheiben an Flanschen der Antriebswelle, z.B. mittels
Schraubbolzen, befestigt.
[0006] Um das Einziehen der zu verarbeitenden Abfallprodukte zu verbessern, können bei
einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens auf der Oberfläche des Walzenmantels
Rippen, Leisten, Noppen od. dgl. Mitnehmerelemente vorgesehen sein.
[0007] Ein über die gesamte Breite des Aufnahmebehälters im wesentlichen gleichmäßiges
Einziehen der Abfallprodukte erhält man insbesondere dann, wenn gemäß einer weiteren
Ausgestaltung der Erfindung die Drehachse der Taumelwalze parallel oder etwa parallel
zur Ebene des nachgeschalteten Zerkleinerungswerkes verläuft.
[0008] Die Wandung des Aufnahmebehälters kann wenigstens bereichsweise in Nachbarschaft
des Umfangs der Taumelwalze konkav ausgebildet sein, d.h. im wesentlichen teilzylindrisch,
so daß die Teile dieses Wandbereiches etwa gleichen Abstand von der Drehachse der
Taumelwalze haben.
[0009] Es ist ferner von Vorteil, wenn die Drehachse der Taumelwalze seitlich gegenüber
dem Einlaufspalt des Zerkleinerungswerkes versetzt ist, und zwar in Richtung des zuvor
erwähnten konkav ausgewölbten Bereichs der Wandung des Aufnahmebehälters, zu dem die
Oberfläche der Taumelwalze dann einen geringeren Abstand hat als zu der gegenüberliegenden
Seite der Wandung des Aufnahmebehälters.
[0010] Die Taumelwalze kann, wie dies für den Mitnehmerarm nach dem Stande der Technik an
sich bekannt ist, reversierbar antreibbar sein, so daß bei den, wenn auch seltener,
auftretenden Blockagen die Taumelwalze zwangsläufig in die entgegengesetzte Richtung
angetrieben wird, um sich dadurch aus der festgefahrenen Lage wieder zu lösen und
das zu verarbeitende Abfallgut wieder aufzulockern.
[0011] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand
der Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale
für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung, auch unabhängig in ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren
Rückbeziehung.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine die Erfindung aufweisende Verarbeitungsvorrichtung
in der Ebene der Drehachse und der Längsachse der Taumelwalze, und
Fig. 2 einen Schnitt durch eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verarbeitungsvorrichtung
senkrecht zur Drehachse der Taumelwalze.
[0013] Die Vorrichtung zur Verarbeitung von Abfallprodukten gemäß Fig. 1 hat oberhalb eines
dort nicht dargestellten Zerkleinerungswerkes einen Aufnahmebehälter 4 mit einer
Auslauföffnung 3, durch welche die in den Aufnahmebehälter 4 durch die Einfüllöffnung
13 eingegebenen Abfallprodukte mit Hilfe einer Zuführungseinrichtung 2 dem Zerkleinerungswerk
zugeführt werden sollen. Die Zuführungseinrichtung 2 weist eine um eine horizontale
Drehachse D drehend antreibbare Taumelwalze 5 mit einer zur Drehachse D schräg sthenden
Längsachse L auf. Die Taumelwalze 5 besteht aus zwei exzentrisch und im wesentlichen
um 180° gegeneinander verdreht an der Antriebswelle 6 angebrachte im wesentlichen
kreisförmige Stirnscheiben 7 auf, welche über einen schräg zur Drehachse D gestellten
im wesentlichen kreiszylindrischen Walzenmantel 8 miteinander verbunden sind. Schnitte,
die senkrecht zur Drehachse durch die Taumelwalze 5 gelegt sind, sind alle im wesentlichen
kreisförmig, liegen jedoch von der einen zur anderen Seite über die Länge der Taumelwalze
5 gesehen, unterschiedlich exzentrisch zur Drehachse D entsprechend der Schräglage
der Längsachse L. Die Stirnscheiben 7 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
an Flanschen 10 der Antriebswelle 6 mittels Schraubbolzen 11 befestigt. Die Drehachse
D der Taumelwalze 5 verläuft im wesentlichen parallel zur Ebene des nachgeschalteten
Zerkleinerungswerks. Die Antriebswelle 6 ist in den Seitenwandungen des Aufnahmebehälters
4 drehbar gelagert und von einem nicht dargestellten Motor drehend antreibbar, und
zwar reversierbar. Das Reversieren tritt selbsttätig ein, wenn es zu einer Blockage
der Drehung der Taumelwalze 5 aufgrund von Überlastung kommen sollte. Fig. 1 zeigt
eine Drehstellung der Taumelwalze 5, bei welcher der am meisten exzentrische Abschnitt
rechts von der Mitte über die Breite des Aufnahmebehälters 4 gesehen am nächsten
zur Auslauföffnung 3 liegt, während der am meisten exzentrische Teil der Taumelwalze
5 auf der linken Seite von der Mitte über die Breite des Aufnahmebehälters 4 gesehen
am nächsten der Einfüllöffnung 13 des Aufnahmebehälters 4 liegt. Beim Drehen der Taumelwalze
8 tritt beidseitig der Mittelebene über die Breite des Aufnahmebehälters 4 gesehen
eine wechselnde Eindrückbeanspruchung des zu verarbeitenden, in den Aufnahmebehälter
4 eingegebenen Abfallgutes auf, und zwar ist die Druckbeanpru chung in Richtung
des unterhalb des Aufnahmebehälters 4 befindlichen Zerkleinerungswerkes immer auf
der einen Seite gerade bei ihrem Maximum angelangt, während sie auf der anderen Seite
auf einem Minimum liegt. Hierdurch erfolgt nicht nur eine wechselnde Druckbeanspruchung,
sondern die zu verarbeitenden Abfallprodukte werden beim Drehen der Taumelwalze 5
auch axial in dem Aufnahmebehälter 4 hin- und hergeschoben. Dadurch tritt eine ständige
Auflockerung des zu verarbeitenden Abfallgutes und eine Druckbeanspruchung lediglich
über einen Teil der Breite des Aufnahmebehälters 4 auf, so daß Blockagen auch bei
kompaktem Abfallgut und hoher Durchsatzleistung besser vermieden werden können, als
bei bekannten Verarbeitungsvorrichtungen für Abfallprodukte.
[0014] Die Schnittdarstellung eines anderen Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemäßen
Verarbeitungsvorrichtung gemäß Fig. 2 zeigt auch das Zerkleinerungswerk 1 in bzw.
unterhalb der Auslauföffnung 3 des Aufnahmebehälters 4. Auf der Oberfläche des Walzenmantels
8 befinden sich in diesem Fall als Rippen bzw. Leisten ausgebildete Mitnehmerelemente
9, welche sich über die gesamte Breite des Walzenmantels 8 erstrecken. Die Wandung
des Aufnahmebehälters 4 ist auf der rechten Seite in Nachbarschaft der Taumelwalze
5 konkav ausgewölbt, so daß sie dort im wesentlichen in gleichem Abstand von der
Drehachse D etwa teilkreiszylindrisch verläuft. Dadurch bildet sich auf dieser Seite
ein im wesentlichen gleich breiter Durchtrittsspalt, welcher jedoch bei Drehung der
Taumelwalze 5 mehr oder weniger wechselnd verengt wird. Auf der gegenüberliegenden
Seite hat die schräg nach oben zur Einfüllöffnung 13 hin verlaufende Wandung des Aufnahmebehälters
4 einen größeren Abstand von der Drehachse D, so daß dort ein verhältnismäßig breiter
Durchlaß für das dem Zerkleinerungswerk 1 zuzuführende Abfallgut verbleibt.
[0015] Die Drehachse D läuft zwar ebenfalls im wesentlichen parallel zur Horizontalebene
des Zerkleinerungswerks 1, sie ist jedoch seitlich, in der Zeichnung nach rechts,
gegenüber dem Einzugsspalt 12 des Zerkleinerungswerks 1 versetzt. Diese besondere
asymmetrische Anordnung gewährleistet besonders gute Durchsatzleistungen auch bei
kompaktem Abfallgut, wie zu zerkleinernde Computer-Papierstapel. Die Taumelbewegung
der Oberfläche des Walzenmantels 8 relativ zur Auslauföffnung 3 kommt hierbei besonders
günstig zur Geltung.
Bezugszeichenliste:
[0016]
1 Zerkleinerungswerk
2 Zuführungseinrichtung
3 Auslauföffnung
4 Aufnahmebehälter
5 Taumelwalze
6 Antriebswelle
7 Stirnscheiben
8 Walzenmantel
9 Mitnehmerelemente
10 Flansche
11 Schraubbolzen
12 Einlaufspalt
13 Einfüllöffnung
1. Vorrichtung zur Verarbeitung von Abfallprodukten mit einem Zerkleinerungswerk (1),
dem mit Hilfe einer Zuführungseinrichtung (2) über eine Auslauföffnung (3) eines
über dem Zerkleinerungswerk (2) angeordneten Aufnahmebehälters (4) das Abfallprodukt
zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführungseinrichtung (2) ein um
eine schräg zu ihrer Längsachse (L) verlaufende Drehachse (D) drehend antreibbare
Taumelwalze (5) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Taumelwalze (5) zwei
exzentrisch und im wesentlichen um 180° gegeneinander verdreht an der Antriebswelle
(6) angebrachte Stirnscheiben (7) hat, welche über einen schräg zur Drehachse (D)
verlaufenden Walzenmantel (8) miteinander verbunden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnscheiben (7)
im wesentlichen kreisförmig sind und der Walzenmantel (8) im wesentlichen schräg kreiszylindrisch
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnscheiben
(7) an Flanschen (10) der Antriebswelle (6), z.B. mittels Schraubbolzen (11), befestigt
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf
der Oberfläche des Walzenmantels (8) Rippen, Leisten, Noppen od. dgl. Mitnehmerelemente
(9) vorgesehen sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehachse (D) der Taumelwalze (5) parallel oder etwa parallel zur Ebene des nachgeschalteten
Zerkleinerungswerkes (1) verläuft.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wandung des Aufnahmebehälters (4) wenigstens bereichsweise in Nachbarschaft des Umfangs
der Taumelwalze (5) konkav ausgewölbt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehachse (D) der Taumelwalze (5) seitlich gegenüber dem Einlaufspalt (12) des Zerkleinerungswerkes
(1) versetzt ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Taumelwalze (5) reversierbar antreibbar ist.