(19)
(11) EP 0 252 213 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.01.1988  Patentblatt  1988/02

(21) Anmeldenummer: 87103229.8

(22) Anmeldetag:  06.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A46D 1/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 21.05.1986 DE 3616976

(71) Anmelder:
  • Blankschein, Werner
    D-81245 München (DE)

    BE CH DE ES FR GR IT LI LU NL SE AT 
  • CROWN ARTIST BRUSH LIMITED
    GB-Harrow Middlesex (GB)

    GB 

(72) Erfinder:
  • Blankschein, Werner
    D-8000 München 60 (DE)

(74) Vertreter: Powell, Timothy John et al
D. Young & Co., 21 New Fetter Lane
London EC4A 1DA
London EC4A 1DA (GB)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
    Die Bezeichnung der Erfindung wurde geändert (Richtlinien für die Prüfung im EPA, A-III, 7.3).
     


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Borstenbündeln


    (57) Aus dem Bodenbereich eines Besteckungsmaterialhalters (1,3,4,5,6) treten annähernd senkrecht Stütznadeln (2) aus, deren Anzahl, Länge (L), Form und Stärke (S) an der Art, Menge, Länge und Form des Besteckungsmaterials (8) orientiert ist. Während des Einbringens des Besteckungs­materials (8) in den Besteckungsmaterialhalter (1,3,4,5,6) tauchen die Stütznadeln (2) in das Besteckungsmaterial (8) ein. Nach dem Unterteilen des Besteckungsmaterials (8) mittels einer auf dessen wurzelseitigen Enden unter Ein­wirkung von Schwingungen aufgesetzten perforierten Loch­platte (9) wird diese mit dem in den Löchern haftenden Besteckungsmaterial (8) auf eine Formeinrichtung (11) aufgesetzt. Unter Einwirkung von Schwingungen gleitet das Besteckungsmaterial (8) in Formbüchsen (12) der Formein­richtung (11), wobei das Bündel die Kontur der Formbüch­senenden annimmt. Nach Abziehen der perforierten Lochplat­te (9) wird eine weitere, den gewünschten Lochdurchmesser (D2) aufweisende perforierte Lochplatte aufgeschoben, und anschließend werden die Bündelenden mit einem Klebemittel verfestigt, worauf die Bündel entfernt werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Pinsel- und Bürstenbündeln aus in Bundform gefaßtem künst­lichem oder natürlichem Besteckungsmaterial gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Aus der DE-PS 21 52 290 ist ein Verfahren und eine Vor­richtung bekannt, bei dem ein Bund Haare oder Borsten mit dem wurzelseitigen Ende unter Einwirkung von Schwingungen bzw. Vibrationen in eine perforierte Lochplatte einge­bracht wird und anschließend eine der Lochplatte entspre­chende Stiftenplatte, deren Stifte der gewünschten Kontur der Bündel entsprechen, von unten her wurzelseitig in die Lochplatte eingeschoben wird. Das Einschieben der Stiften­platte erfolgt ebenfalls unter Einwirkung von Schwingungen bzw. Vibrationen. Die so geformten Bündel werden anschlie­ßend wurzelseitig mit einem flüssigen Bindemittel versehen und nach dem Erhärten der Bindemittelschicht werden die einzelnen Bündel mittels einer entsprechenden Ausstoßer­platte gruppenweise nacheinander ausgestoßen. Dieses Ver­fahren und diese Vorrichtung versagen jedoch beim Herstel­len von Bündeln aus künstlichem Besteckungsmaterial einer­seits und Herstellen von Bündeln aus natürlichem Besteckungs­material andererseits, wenn eine bestimmte Menge Besteckungs­material je Bündel unterschritten wird. Naturhaare weisen an ihren Außenseiten regelmäßig angeordnete, kleine federn­de Lappen auf, die bei eng aneinanderliegenden Haaren be­wirken, daß sich diese gegenseitig federnd abstoßen und auch sich gegenseitig in bestimmtem Maße verhaken. Diese Wirkung wird im eingangs erläuterten Verfahren derart aus­genutzt, daß die einzelnen Haare eines in einem Haarhal­ter eingebrachten Haarbundes - trotz der unterschiedlichen Fläche des Durchbruches des Haarhalters und der Summe der Flächen der Löcher der Lochplatte, verursacht durch die Flächen der Wandungen zwischen den Löchern der perforier­ten Lochplatte - senkrecht in diesem Haarhalter stehen, obwohl kleine Zwischenräume zwischen den einzelnen Haaren vorhanden sind. Auch konnte aufgrund dieser Wirkung die Haarmenge trotz Einsatz derselben Vorrichtung, d. h. An­zahl und Durchmesser der Bündel sind gleich, in bestimm­ten Grenzen variiert werden. Bei Unterschreiten dieser Haarmengengrenze neigen sich die Haare zur Seite, wodurch eine gleichmäßige Verteilung der Haare und ein Einschwin­gen der Haare in die Löcher der Lochplatte nicht mehr mög­lich ist. Die Außenseiten künstlichen Besteckungsmaterials bzw. künstlicher Haare sind glatt und weisen keine federn­de Lappen auf, wodurch die federnde abstoßende Wirkung fehlt. Dies bedeutet, daß sich nach Einbringung eines Bun­des künstlichen Besteckungsmaterials in den Haarhalter die einzelnen Haare regellos nach verschiedenen Richtungen nei­gen würden, da die kleinen Zwischenräume zwischen den ein­zelnen Haaren nicht mehr ausgefüllt werden können. Beson­ders nachteilig wirkt sich die fehlende abstoßende federn­de Wirkung bei konisch geformten künstlichen Haaren aus. Hierbei vergrößern sich die bereits wurzelseitig vorhande­nen Zwischenräume kontinuierlich bis zu den Haarspitzen, wodurch sich das regellose Umkippen der künstlichen Haare noch verstärkt.

    [0003] Dadurch, daß die Kontur der Bündel im wesentlichen durch Einschieben einer mit entsprechend geformten Stiften ver­sehenen Stiftenplatte erzeugt wird, treten bei Verwendung unterschiedlich langer Haare - bei natürlichen Haaren häu­fig vorkommend - starke Formschwankungen auf.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Ver­fahren anzugeben, mit der Pinsel- und Bürstenbündel aus künstlichem oder natürlichem Besteckungsmaterial so her­stellbar sind, daß die Haarmenge je Bündel in möglichst weiten Grenzen variierbar und dosierbar ist und daß die einzelnen Bündel gleichmäßig geformt sind bzw. keine Formschwankungen aufweisen.

    [0005] Die Aufgabe der Erfindung wird ausgehend von dem eingangs definierten Verfahren durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

    [0006] Gemäß Anspruch 2 ist die Form der Stütznadeln an die jewei­lige Form angepaßt. Dies stellt eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens dar, da mit­tels dieser Maßnahme die Haarmenge je Haarbündel besonders fein dosiert bzw. variiert werden kann.

    [0007] Die in Anspruch 3 definierte Anordnung stellt eine beson­ders vorteilhafte apparative Realisierungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens dar.

    [0008] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. dieser An­ordnung liegt insbesondere darin, daß die in den Bund künst­lichen Besteckungsmaterial eindringenden Stütznadeln die kleinen Zwischenräume zwischen den einzelnen künstlichen Haaren ausfüllen und den Bund bzw. die einzelnen künstlichen Haare stützen, wodurch das Besteckungsmaterial senkrecht im Besteckungsmaterialhalter gehalten und somit das Einbringen und das gleichmäßige Verteilen des Besteckungsmaterials unter Einwirkung von Schwingungen ermöglicht wird. Die angestrebte Variierbarkeit bzw. Dosierbarkeit der Haarmenge in weiten Grenzen wird insbesondere durch die Auswahl der Stütznadeln hinsichtlich Anzahl, Form, Stärke und Länge erreicht. Da­bei soll bei Herstellen von Bündeln aus künstlichem Be­ steckungsmaterial die Summe der Stirnflächen der Stützna­deln zumindest der Summe der Fläche der Wandungen zwischen den Löchern der Lochplatte entsprechen, um die durch die Wandungen im Besteckungsmaterial entstandenen Zwischenräu­me auszufüllen. Die Durchmesser der Stütznadeln sind zu vergrößern beim Einsatz konisch oder beliebig geformten Besteckungsmaterials, wobei jedoch die Eindringtiefe und die Form der Stütznadeln zu beachten sind. Auch kann die Besteckungsmaterialmenge verringert werden, wobei dann die Anzahl der Stütznadeln oder die Stärke der Stütznadeln zu vergrößern ist. Generell ist dabei zu beachten, daß die Summe der Stirnflächen aller Stütznadeln und die Summe der Fläche der Stirnflächen des Besteckungsmaterials gleich der Fläche der Öffnung des Besteckungsmaterialhalter, ge­messen im Bereich der zum Bund gerichteten Nadelenden, sein soll. Bei geformten Stütznadeln, z. B. konisch oder keulenförmig, sollten diese Bedingungen zumindest an ei­ner Stelle - vorteilhaft im Spitzenbereich der Stützna­deln - in der Öffnung des Besteckungsmaterialhalters er­füllt sein, um das Stützen des Besteckungsmaterials zu gewährleisten. Auch bei Verwendung von natürlichem Be­steckungsmaterial ist das erfindungsgemäße Verfahren vor­teilhaft anzuwenden, da die Besteckungsmaterialmenge je Bündel in wesentlich größeren Grenzen als bei dem bekann­ten Verfahren varriert und feiner dosiert werden kann. Dies wird wiederum durch Variieren der im Besteckungs­material angeordneten Stütznadeln hinsichtlich Anzahl, Form, Länge und Stärke erreicht, wobei aufgrund der un­einheitlichen Wirkung der federnden Lappen an den Haaren unterschiedlicher Besteckungsmaterialien die Anzahl und Dimensionen der Stütznadeln empirisch zu ermitteln sind.

    [0009] In den Weiterbildungen nach den Ansprüchen 4 bis 9 kann der Besteckungsmaterialhalter einstückig - z. B. für Mas­senproduktionen sinnvoll - oder aus mehreren unterein­ander austauschbaren Komponenten, wie Grundplatte, Nadel­ platte, Bestückungseinrichtung, Abstandselemente - z. B. bei Herstellen kleiner Anzahl von Bündeln - zusammenge­setzt sein.

    [0010] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens be­steht darin, daß die Konturschwankungen der aus beliebi­gem Besteckungsmaterial hergestellten Bündel trotz unter­schiedlicher Längen des Besteckungsmaterials vermieden werden und basierend auf dem eingangs erläuterten Verfah­ren dieses in optimaler Weise weitergebildet wird. Dies wird dadurch erreicht, daß die Formgebung direkt an den Spitzen des Besteckungsmaterials - siehe Ansprüche 13 bis 17 - für mehrere Bündel gleichzeitig erfolgt und aufgrund des während der Formgebung vergrößerten Verteilungsraumes - das bedeutet größere Beweglichkeit des Besteckungsmate­rials - der Formgebungsvorgang wesentlich präziser und schneller ablaufen kann.

    [0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist außerdem für die Her­stellung beliebig geformter Bündel - z. B. Bündel für flach- oder ovalgeformte Bündel - anwendbar. Hierbei müs­sen die Löcher der Lochplatte sowie die Öffnung des Be­steckungsmaterialhalters und die Formbüchsen der Formein­richtung entsprechend geformt werden und die Länge, Form, Stärke und Anzahl der Stütznadeln angepaßt sowie entspre­chend angeordnet werden.

    [0012] Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 18 sieht zum Betreiben der Anordnung eine möglichst großflächige elektrische Erdung der Anordnung sowie der Schwingungsge­ber, Arbeitsflächen und Personen vor, wodurch statische Aufladungen des Besteckungsmaterials und damit ein den Verteilungs-, Unterteilungs- und Formgebungsvorgang be­hinderndes Anziehen bzw. Haften des Besteckungsmaterials untereinander während des Herstellprozesses reduziert werden.

    [0013] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an­hand schematischer Zeichnungen beschrieben. Dabei zeigen

    Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt durch ein Ausfüh­rungsbeispiel der Anordnung zum Einbringen und zum Aufteilen in Bündeln eines aus beliebigem Besteckungsmaterial bestehenden Bundes,

    Fig. 2 eine Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 1,

    Fig. 3 einen vertikalen Längsschnitt durch ein Ausfüh­rungsbeispiel der Anordnung zum Formen bzw. Kon­turgeben der einzelnen, aus beliebigem Besteckungs­material bestehenden Bündel und

    Fig. 4 eine Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 3.



    [0014] Fig. 1 zeigt eine Grundplatte 1, auf der senkrecht Stütz­nadeln 2 mit entsprechender Stärke befestigt sind. Die Stütznadeln 2 treten durch die in einer Nadelplatte 3 ent­sprechend angeordnete Öffnungen, wobei die Stütznadeln 2 in den Öffnungen axial bewegbar sind. Die Grundplatte 1 taucht während des Einschiebens der Stütznadeln 2 in die Öffnungen der Nadelplatte 3 in eine hierfür vorgesehene und formschlüssige Ausnehmung an der Unterseite der Na­delplatte 2 ein. Die Grundplatte 1 bleibt in axialen Rich­tungen A innerhalb der durch die Tiefe der Ausnehmung be­stimmten Grenzen bewegbar, wodurch sich die über die Na­delplatte 3 herausragende Länge L der Stütznadeln 2 ent­sprechend variieren läßt. Auf der mit Öffnungen versehe­nen Außenseite der Nadelplatte 3 sind in den Randberei­chen Führungsbolzen 4 angeordnet. Auf diese Führungsbol­zen 4 ist jeweils ein eine entsprechende Höhe H aufweisen­des Abstandsrohr 5 bis die Nadelplatte 3 berührend aufge­schoben. Ebenfalls auf die Führungsbolzen 4 ist über ent­sprechend angeordneten Löchern ein Bestückungsring 6 auf­geschoben. Der Bestückungsring 6 weist in axialer Rich­ tung einen durchgehenden Durchbruch auf, dessen Seitenflä­chen 7 entsprechend der Form der Außenflächen der herzu­stellenden Bündeln geformt sind. Die Stütznadeln 2 tau­chen während des Aufschiebevorganges, abgestimmt auf die Art und Menge des Besteckungsmaterials 8, in den Durch­bruch des Bestückungsringes 6 ein. In den Durchbruch des Bestückungsringes 6 wird ein Bund Besteckungsmaterial 8 eingebracht, wobei die mit einer Klebeschicht zu verse­henden Enden des Besteckungsmaterials 8 nach oben gerich­tet sind. Unter Einwirkung von Schwingungen - der mit der Anordnung in Wirkverbindung bringbare Schwingungsgeber ist nicht dargestellt - wird das Besteckungsmaterial 8 innerhalb des Durchbruches des Bestückungsringes 6 gleich­mäßig verteilt. Anschließend wird ebenfalls unter Einwir­kung von Schwingungen eine perforierte Lochplatte 9 über entsprechend angeordnete Löcher und über die Führungsbol­zen 4 auf den Bestückungsring 6 abgesenkt. Hierbei wird das über den Bestückungsring 6 hervorragende Besteckungs­material 8 in die Löcher der Lochplatte 9 eingeführt und dadurch in eine durch die Anzahl der Löcher vorgegebene Zahl von Bündeln unterteilt. Die Länge L und die Stärke S der Stütznadeln 2 sowie die Höhe H der Abstandsrohre 5 müssen auf Länge, Form und Menge des Besteckungsmaterials 8 abgestimmt sein, wobei darauf zu achten ist, daß die Stütznadeln 2 die nötige Stütze darstellen, um das Be­steckungsmaterial 8 senkrecht im Bestückungsring 6 zu halten. Grundsätzlich gilt bei Verwendung von künstlichem Besteckungsmaterial hierbei, daß die Summe der Stirnflä­chen der Stütznadeln 2 zumindest der Summe der Flächen der Wandungen 10 zwischen den Löchern der perforierten Lochplatte 9, gemessen im Bereich des oberen Nadelendes, ergeben muß, um die vorhandenen Zwischenräume zwischen einzelnen beispielsweise zylindrischen Haaren des Be­steckungsmaterials 8 auszufüllen. Bei konisch oder belie­big geformten Haaren des Besteckungsmaterials 8 oder bei Reduzierung der Besteckungsmaterialmenge muß die Stärke S und die Länge L der Stütznadeln 2 oder die Form der Stütz­nadeln 2, z. B. ebenfalls konisch, geändert bzw. angepaßt werden.

    [0015] Fig. 2 zeigt die auf die Führungsbolzen 4 aufgeschobene perforierte Lochplatte 9 in der Draufsicht. Das in den Löchern der Lochplatte 9 befindliche Bestückungsmaterial 8 ist durch die Wandungen 10 getrennt und somit in eine ge­wünschte Anzahl von Bündeln unterteilt.

    [0016] Fig. 3 zeigt eine mit entsprechend der Anordnung nach Fig. 1 angeordneten Führungsbolzen 4 versehene zylindri­sche Formeinrichtung 11. Die nach oben zeigende Fläche der Formeinrichtung 11 weist Formbüchsen 12 auf, die ent­sprechend der Anordnung der Löcher in der perforierten Lochplatte 9 angeordnet sind. Die in der Formeinrichtung 11 befindlichen Enden 13 der Formbüchsen 12 sind entspre­chend der gewünschten Bündelkontur an den Spitzen - in dem dargestellten Ausführungsbeispiel halbrund - geformt. Die Wandungen der Formbüchsen 12 laufen konisch in einer Scheitellinie in der nach oben zeigenden Fläche der Form­einrichtung 11 aus. Die von der Formeinrichtung nach Fig.1 abgezogene perforierte Lochplatte 9, einschließlich des in den Löchern haftenden Besteckungsmaterials 8, ist auf die Führungsbolzen 4 aufgeschoben. Der Abstand zwischen Formeinrichtung 11 und perforierter Lochplatte 9 wird mit­tels auf die Führungsbolzen 4 aufgeschobener Abstandsroh­re 14 bestimmt. Unter Einwirkung von Schwingungen - der mit der Anordnung in Wirkverbindung bringbare Schwingungs­geber ist wiederum nicht dargestellt - wird das Besteckungs­material 8 in die Formbüchsen 12 der Formeinrichtung 11 eingebracht, wobei das Besteckungsmaterial 8 die perforier­te Lochplatte 9 verläßt und die Spitzen des im Bündel unter­ teilten Besteckungsmaterials 8 in die gewünschte bzw. vor­gegebene Kontur bzw. Form gebracht werden. Nach Entfernen der perforierten Lochplatte 9 und der Abstandsrohre 14 ragt das Besteckungsmaterial 8 zumindest eine Lochplattenstär­ke über die Formeinrichtung 11 hinaus. Zu beachten ist hierbei, daß die Formbüchsen 12 der Formeinrichtung 11 ei­ne entsprechende Tiefe aufweisen müssen, um die Führung des in Bündeln unterteilten Besteckungsmaterials zu ge­währleisten. Auf die Führungsbolzen 4 ist eine andere, jedoch gleichartig aufgebaute, und mit Löchern entspre­chend der Lage der Formbüchsen 12 der Formeinrichtung 11 versehene perforierte Lochplatte 15 aufgeschoben, wobei das Besteckungsmaterial 8 in die entsprechend angeordne­ten Löcher gleitet. Die Löcher dieser Lochplatte 15 wei­sen den gewünschten Durchmesser D2 der herzustellenden Pinsel- oder Bürstenbündel auf. Die Wandungen der Löcher laufen konisch in einer Scheitellinie in der zur Formein­richtung 11 zeigenden Fläche der Lochplatte 15 aus. Nach Aufschieben der Lochplatte 15 wird eine flüssige Klebe­mittelschicht auf die wurzelseitigen Enden des in Bündeln unterteilten Besteckungsmaterials 8 aufgebracht. Aufgrund der Kapillarwirkung wird nun das flüssige Klebemittel in die wurzelseitigen Enden des in Bündel unterteilten Be­steckungsmaterials 8 gesaugt. Nach aus ausreichender Ver­festigung des Klebemittels wird die Lochplatte 15 von der Formeinrichtung 11 abgezogen und anschließend die Bündel aus der Lochplatte 15 entfernt.

    Bezugszeichenliste



    [0017] 

    1 Grundplatte

    2 Stütznadeln

    3 Nadelplatte

    4 Führungsbolzen

    5 Abstandsrohr

    6 Bestückungsring

    7 Seitenflächen

    8 Besteckungsmaterial

    9 Lochplatte

    10 Wandungen

    11 Formeinrichtung

    12 Formbüchsen

    13 Enden der Formbüchsen

    14 Abstandsrohr

    15 perforierte Lochplatte

    A axiale Richtung

    D2 Durchmesser

    H Höhe

    L Länge der Stütznadeln




    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen von Pinsel- und Bürstenbündeln aus in Bundform gefaßtem künstlichem oder natürlichem Besteckungsma­terial, in dessen wurzelseitigen Bereich im Sinne der Verteilung des Bundes in einzelne Bündel unter Einwirkung von Schwingungen eine perforierte Lochplatte eingebracht wird und anschließend die Bündelspitzen des in den Löchern haftenden Besteckungsmate­rials geformt werden, wonach die wurzelseitigen Enden der ge­formten Bündel mit einem flüssigen Bindemittel verfestigt und aus der Lochplatte entfernt werden,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß annähernd in Richtung des Besteckungsmaterials (8) gerich­tete Stütznadeln (2) in einen Besteckungsmaterialbund (8) in Richtung auf dessen wurzelseitiges Ende eingeführt werden und deren Anzahl proportional der Anzahl der Löcher der perforier­ten Lochplatte (9,15) gewählt ist und deren Anzahl, Länge (L), Form und Stärke (S) an der Art, Menge, Länge und Form des Be­steckungsmaterials (8) orientiert ist.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Form der Stütznadeln (2) an die jeweilige Form des Be­steckungsmaterials angepaßt ist.
     
    3. Anordnung zum Herstellen von Pinsel- und Bürstenbündeln aus in Bundform gefaßtem Besteckungsmaterial mittels eines mit Boden- und seitlichem Bereich ausgestatteten und das Haarbün­del haltenden Besteckungsmaterialhalters und einer auf den Be­steckungsmaterialhalter aufsetzbaren perforierten Lochplatte sowie einer der Formung der Kontur der Bündelspitzen dienenden Formeinrichtung,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß aus dem Bodenbereich des Besteckungsmaterialhalters (1, 3, 4, 5, 6) zumindest annähernd senkrecht Stütznadeln (2) austre­ten, deren Anzahl proportional der Anzahl der Löcher der perfo­rierten Lochplatte (9, 15) und deren Anzahl, Länge (L), Form und Stärke (S) an der Art, Menge, Länge und Form des Besteckungsmate­rials (8) orientiert ist.
     
    4. Anordnung nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Bodenbereich des Besteckungsmaterialhalters (1,3,4,5,6) durch eine mit Führungselementen (4) versehene Nadelplatte (3) gebildet ist, auf der die Stütznadeln (2) angeordnet sind, deren Anzahl der Anzahl der herzustellenden Bündel entspricht, und daß die Nadelplatte (3) mit einem Schwingungsgeber in Verbindung bringbar ist.
     
    5. Anordnung nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Stütznadeln (2) in hierfür vorgesehenen Öffnungen der Nadelplatte (3) befestigt sind.
     
    6. Anordnung nach Anspruch 4 oder 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Stütznadeln (2) auf einer in axialer Richtung bewegba­ren Grundplatte (1) befestigt sind und durch entsprechend ange­ordnete Öffnungen der Nadelplatte (3) treten, wobei die über die Nadelplatte (3) hinausragende Länge der Stütznadeln (2) stufen­los in vorgegebenen Grenzen durch Heben bzw. Senken der Grund­platte (1) einstellbar ist.
     
    7. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß auf den mit Abstandselementen (5) versehenen Führungselemen­ten (4) der Nadelplatte (3) eine Bestückungseinrichtung (6) ange­ ordnet ist und die Bestückungseinrichtung (6) in axialer Richtung einen Durchbruch aufweist, dessen Seitenwandungen (7) in axialer Richtung verlaufen.
     
    8. Anordnung nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Größe und Randkontur des Durchbruches und der mit Stütz­nadeln (2) versehene Bereich der Nadelplatte (3) auf den perfo­rierten Bereich und die Randkontur der auf die Bestückungsein­richtung (6) aufsetzbaren perforierten Lochplatte (9) abgestimmt ist.
     
    9. Anordnung nach Anspruch 7 oder 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Nadelplatte (3) und die Bestückungseinrichtung (6) ein­stückig ausgeführt sind.
     
    10. Anordnung nach einem der Ansprüche3 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß bei Herstellen von Bündeln aus künstlichem Besteckungsmate­rial (8) die Summe der Stirnflächen aller Stütznadeln (2) und die Summe der im Bereich der Stütznadelspitzen definierten Stirn­flächen des Besteckungsmaterials (8) der Fläche des Durchbruches der Bestückungseinrichtung (6) entspricht, wobei die Summe der Stirnflächen der Stütznadeln (2) gleich oder größer der Stirn­fläche der Wandungen (10) der perforierten Lochplatte (9) ist.
     
    11. Anordnung nach Anspruch 7 oder 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Abstand der Bestückungseinrichtung (6) von der Nadelplat­te (3) auf die auf die Länge und Menge des Besteckungsmaterials (8) abgestimmte Länge (L) und Stärke (S) der in den Durchbruch ragenden Stütznadeln (2) abgestimmt ist und die Höhe (H) der Be­stückungseinrichtung (6) im wesentlichen auf die Länge des Be­steckungsmaterials (8) abgestimmt ist.
     
    12. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 11,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß eine perforierte Lochplatte (9) auf die Führungselemente (4) der Nadelplatte (3) aufschiebbar ist, wobei die Größe der Löcher auf die Art und Menge des zu verwendenden Besteckungs­materials (8) abgestimmt ist und die Anzahl der Löcher von der Größe der einzelnen Bündel abhängt, daß die zum Wandungsbereich des Besteckungsmaterialhalters (1,3,4,5,6) zeigenden Lochplat­tenbereiche zwischen den Löchern in jeweils eine Scheitellinie auslaufen und die Lochplatte (9) in durch die Führungselemente (4) vorgegebener Richtung in die über die Bestückungseinrich­tung (6) hinausragenden wurzelseitigen Enden des Besteckungs­materials (8) unter Einwirkung von Schwingungen bzw. Vibratio­nen absenkbar ist.
     
    13. Anordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Formeinrichtung (11) eine in Anzahl und Verteilung den Löchern der perforierten Lochplatte (9) entsprechende Anzahl von Formbüchsen (12) aufweist und daß bei der Zusammenführung der perforierten Lochplatte (9) mit der Formeinrichtung (11) die Bündel unter Einwirkung von Schwingungen aus den Löchern heraus mit ihren den wurzelseitigen Enden abgewandten Endberei­chen in die jeweiligen Formbüchsen (12) eintreten.
     
    14. Anordnung nach Anspruch 13,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß auf der Formeinrichtung (11) entsprechende Führungselemente (4) so angeordnet sind, daß die von den Führungselementen (4) der Nadelplatte (3) abgezogene perforierte Lochplatte (9) auf­schiebbar ist, daß die Formeinrichtung (11) in dem Bereich, der dem perforierten Bereich der Lochplatte (9) gegenüberliegt, ei­ne entsprechende Anzahl von Formbüchsen (12) zur Aufnahme des in den Löchern der perforierten Lochplatte (9) haftenden Be­ steckungsmaterials (8) aufweist, und daß die Enden (13) der Form­büchsen (12) entsprechend der gewünschten Kontur der Bündel ge­formt sind.
     
    15. Anordnung nach Anspruch 13 oder 14,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Wandungen der Formbüchsen (12) der Formeinrichtung (11) von den geformten Enden (13) der Formbüchsen (12) konisch in ei­ne Scheitellinie zwischen den jeweiligen Formbüchsen (12) auslau­fen.
     
    16. Anordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Tiefe der Formbüchsen (12) an der Art und Länge des Be­stekkungsmaterials (8) orientiert ist.
     
    17. Anordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß eine zusätzliche perforierte Lochplatte (15) über die Führungs­elemente (4) der Formeinrichtung (11) unter Einwirkung von Schwin­gungen auf die über die Formeinrichtung (11) hinausragenden wurzel­seitigen Enden des Besteckungsmaterials (8) absenkbar ist, daß die Größe der Löcher der zu erzielenden Bündelstärke und die An­zahl der Löcher der Anzahl der Formbüchsen (12) der Formeinrich­tung (11) entsprechen und daß die im oberen Bereich der Löcher be­findlichen wurzelseitigen Enden mit einer flüssigen Klebemittel­schicht versehbar und nach Erhärten der Bindemittelschicht ent­fernbar sind.
     
    18. Verfahren zum Betreiben der Anordnung,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß alle Komponenten der Anordnung sowie Schwingungsgeber, Ar­beitsflächen und Personen großflächig mit der Erdpotential­schicht elektrisch verbunden sind.
     




    Zeichnung