[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur zentralen Verwaltung, regionalen Inspektion
und zur lokalen Überwachung von dezentralen Aufzugsanlagen, welches in einer modularen
Struktur auf Verwaltungsebene eine Verwaltungszentrale mit Mitteln und Methoden zur
elektronischen Datenverarbeitung aufweist, der über eine Fernmeldeverbindung auf
regionaler Ebene mindestens eine mit Mitteln und Methoden zur Garantierung des Anlageunterhaltes
versehene Regionszentrale untergeordnet ist, an die über eine Fernmeldeverbindung
auf lokaler Ebene mindestens eine Gebäude mit Rechnermitteln zur Diagnose von Anlagetätigkeiten
mindestens einer Anlage angeschlossen ist.
[0002] Solche Einrichtungen ermöglichen eine Rationalisierung des Unterhaltes, eine Verminderung
von Unterhaltskosten und ein verbessertes Angebot an Dienstleistungen im Bereich Aufzugsanlagen.
[0003] Aus US-PS 3 973 648 ist eine Einrichtung bekannt, die mittels Zentralrechner via
Modem-Verbindung Aufzugsgruppen überwacht. Eine vom Zentralrechner angewählte Aufzugsgruppe
sendet Daten betreffend Betriebs-, Stör- und Alarmereignisse in serieller, digitaler
Form zum Zentralrechner. Als Bindeglied zwischen der Aufzugsgruppe und dem Zentralrechner
dient ein Hardware-Interface mit Überwachungs- und Übermittlungsfunktionen.
[0004] Der Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass die Daten unausgewertet
weitergegeben werden. Der Zentralrechner muss die eingegangenen Daten auswerten und
darüber entscheiden, ob auf Grund der Auswertung ein Serviceeinsatz angezeigt ist.
Die Übermittlung aller aktuellen Anlagedaten zum Zentralrechner bedingt eine lange
Belegung der Mietleitungen und beansprucht viel Rechnerzeit. Ein weiterer Nachteil
der bekannten Einrichtung liegt darin, dass der Zentralrechner die zu überwachenden
Aufzugsgruppen anruft. Dadurch werden die relevanten Anlagedaten nicht bei ihrer Entstehung,
sondern mit einer durch den Abfragezyklus bedingten Verzögerung erfasst. Ausserdem
ergeben sich mindestens bei kleinen Verkehrsfrequenzen Anfragen, bei denen keine
wesentlichen Änderungen betreffend Anlagedaten anstehen.
[0005] Aus US-PS 4 512 442 ist eine Einrichtung bekannt, die Mittel zur Fernüberwachung
von Aufzugssystemen umfasst. Die zu überwachenden Datenpunkte eines Aufzugssystems
sind an einen einem Hauptrechner untergeordneten Hilfsrechner angeschlossen. Pro
Aufzugsgruppe übernimmt ein intelligenter vor Ort-Hauptrechner die Daten der Hilfsrechner
wie auch die Daten der Aufzugsgruppensteuerung. Diese werden vom Hauptrechner aufbereitet
und via Modem-Verbindung an den Zentralrechner weitergeleitet. Der Zentralrechner
erstellt auf Grund der anfallenden Daten Unterhaltslisten und übermittelt sie der
zuständigen Servicestelle.
[0006] Der Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass sämtliche Daten einer Aufzugsgruppe
mittels einem Hauptrechner aufbereitet und übermittelt werden. Im Störungsfall oder
bei Servicebedarf (Unterhalt der Software etc.) des Hauptrechners fällt die Fernüberwachung
der gesamten Aufzugsgruppe aus. Ein weiterer Nachteil der bekannten Einrichtung liegt
darin, dass pro Hauptrechner eine Modem-Verbindung zum Zentralrechner nötig ist.
Bei Gebäuden mit mehreren Aufzugsgruppen müssen daher mehrere Postleitungen bis zu
den im Maschinenraum plazierten Hauptrechnern installiert und gemietet werden.
[0007] Aus US-PS 4 568 909 ist eine Einrichtung bekannt, die Mittel zur lokalen und zentralen
Fernüberwachung von Aufzugssystemen umfasst. Pro Gebäude erfasst ein Hauptrechner
mittels Hilfseinheiten die Datenpunkte mehrerer Aufzugssysteme. Der Hauptrechner wertet
die anfallenden Daten aus und entscheidet, ob neue Betriebs-, Stör- und Alarmereignisse
vorliegen. Via Modem-Verbindung übermittelt er sie einer lokalen Servicestelle. Mehrere
Servicestellen sind an einen übergeordneten Zentralrechner angeschlossen.
[0008] Der Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass die Rechnerintelligenz für
ein ganzes Gebäude in einem Hauptrechner konzentriert ist. Nur der Zusammenschluss
von Hilfseinheiten mit dem Hauptrechner ergeben ein funktionsfähiges Überwachungssystem.
Ein solches Überwachungssystem erweist sich ausbaumässig als wenig flexibel, im Aufbau
hardware- wie auch softwaremässig als kompliziert und kostenmässig als aufwendig.
[0009] Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Einrichtung zur Fernverwaltung von Aufzugsanlagen.
Mit der genannten Einrichtung werden neue Dienstleistungen für den Kunden realisiert
mit dem Ziel, mittels zentraler Verwaltung, Planung und Rationalisierung den Unterhalt
von Aufzugsanlagen zu vereinfachen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, aus
einfachsten Mitteln ein effizientes Fernverwaltungssystem unter Ausnützung bereits
bestehender Einrichtungen aufzubauen, welches dezentrale Prozesse von Aufzugsanlagen
auf regionaler Ebene datenmässig erfasst und auf überregionaler Ebene zentral verwaltet.
Ein Prozess umfasst alle Vorgänge in zu überwachenden, unter den Begriff Aufzugstechnik
fallende Anlagen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichnete Erfindung gelöst,
welche eine Einrichtung zur Fernverwaltung von Aufzugsanlagen definiert. Das Fernverwaltungssystem
weist auf Prozessebene pro Prozess eine intelligente, diagnosefähige vor Ort-Peripherie
zur autonomen Überwachung eines Prozesses auf. Die Peripherie umfasst Mittel zur Prozessdatenerfassung,
Mittel zur Prozessdatenbehandlung und Mittel zur spezifischen Anpassung an den Prozess.
Die Peripherie meldet sich mit diagnostischen Daten über einen pro Gebäude einmal
vorhandenen Kommunikationsrechner bei der Regionszentrale. Der Regionszentrale obliegen
sämtliche Belange der Wartungsaktivitäten. Die Regionszentralen eines geographischen
Bereiches stehen in Verbindung mit einer übergeordneten Verwaltungszentrale, die
somit Zugriff hat zu sämtlichen im Verbundsystem auftretenden relevanten Daten. Sie
wird für zentrale Verwaltungsaktivitäten eingesetzt. Die Kommunikationswege innerhalb
der Gebäude bestehen aus der gebäudeweit vorhandenen Elektroinstallation, ausserhalb
der Gebäude aus den landesweit vorhandenen Postleitungen.
[0011] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass pro Prozess eine an den Prozess anpassbare, intelligente Peripherie zur Ausscheidung
von Betriebs-, Stör- und Alarmereignissen vorgesehen ist. Damit lassen sich flexible,
jeden Prozess von Aufzugsanlagen erfassende Fernverwaltungssysteme mit modularem
Aufbau realisieren. Durch den Einsatz einfachster Mittel unter Ausnützung von Elektroinstallationen
und Postleitungen als Kommunikationswege ergeben sich minimale Anlage- und Installationskosten.
Die durch das Fernverwaltungssystem erreichte optimale Wartung von Aufzugsanlagen
ermöglicht wesentliche Einsparungen an Personal- und Betriebskosten.
[0012] Auf den beiliegenden Zeichnungen ist ein Beispiel der Erfindung dargestellt, das
im folgenden näher erläutert wird. Es zeigen:
Fig. 1 eine Systemarchitektur einer Einrichtung zur Fernverwaltung von Aufzugsanlagen,
Fig. 2 ein vereinfachtes Blockdiagramm einer in Fig. 1 eingesetzten Verwaltungszentrale,
Fig. 3 ein vereinfachtes Blockdiagramm einer in Fig. 1 eingesetzten Regionszentrale,
Fig. 4 ein vereinfachtes Blockdiagramm eines in Fig. 1 eingesetzten Kommunikationsmoduls
mit einem zugehörigen Busmodul,
Fig. 5 die Elemente einer in Fig. 1 eingesetzten Gebäudezentrale,
Fig. 6 ein vereinfachtes Blockdiagramm eines in Fig. 1 eingesetzten Peripheriemoduls
mit einem zugehörigen Busmodul und den an den Peripheriemodul angeschlossenen Prozesselementen
und
Fig. 7 ein Spannungs-/Frequenzdiagramm im Zusammenhang mit dem in Fig. 1 eingesetzten
Gebäudebus.
[0013] In den Fig. 1 bis 7 ist mit 1 eine Verwaltungszentrale bezeichnet, die einen Zentralprozessor
1.1, einen Massenspeicher 1.2, einen Arbeitsspeicher 1.3, mindestens eine Tastatur
1.4 zur Informationseingabe sowie mindestens ein Datensichtgerät 1.5 und mindestens
einen Drucker 1.6 zur Informationsausgabe aufweist. Die Verwaltungszentrale 1 steht
via Modem 2 und Telephonanschluss 2.1 über ein öffentliches Telephonnetz 4 in Verbindung
mit mindestens einer Regionszentrale 3. Die in Fig. 1 verwendeten Indizes bedeuten
von links nach rechts folgendes: Region, Gebäude, Prozess. Als Beispiel dafür bedeutet
1. M. I: Prozess I im Gebäude M der Region 1. Der Regionszentrale 3 mit einem Zentralprozessor
3.1, einer Diskettenstation 3.2, einem Plattenspeicher 3.3, einem Datenspeicher 3.4
und den Perpheriegeräten wie Tastatur 3.5, Datensichtgerät 3.6, Alarmdrucker 3.7 unterscheidet
sich im Aufbau nur unwesentlich von der Verwaltungszentrale 1. Von der Grösse her
unterscheiden sie sich insofern als die Verwaltungszentrale 1 breiten EDV-Anwendungen
genügen muss, die Regionszentrale 3 hingegen im wesentlichen zur Einweisung des Servicepersonals
vorgesehen ist.
[0014] Zur Überwachung eines Gebäudes dient eine Telealarmeinrichtung 5 zusammen mit einem
handelsüblichen Personal-computer 6, der mit einem üblichen Datensichtgerät 6.2 und
einer Tastatur 6.3 ausgerüstet ist. Ein Kommunikationsmodul 7, bestehend aus einem
Kommunikationsrechner 7.1, einem Datenzwischenspeicher 7.2 und einem Kommunikationsprogrammspeicher
7.3 ist für den Datenaustausch zwischen dem Gebäude und der Aussenwelt verantwortlich.
Die Gebäudezentrale 6 wird über die Schnittstelle 7.4 an den Kommunikationsmodul 7
angeschlossen. Eine Wähleinheit 7.5 unterscheidet ankommende oder abgehende Daten
von ankommenden oder abgehenden Rufen des Telealarms 5. Ein Busmodul 8 übernimmt die
frequenzmässige Umsetzung vom abgehenden oder ankommenden Daten oder Rufen in einem
Modulator 8.1 und einem Demodulator 8.2 und schickt sie oder empfängt sie via einem
Leitungskoppler 8.3 auf den oder von dem Gebäudebus 9. Ein Peripheriemodul 10 weist
einen Peripherierechner 10.1, einen Datenspeicher 10.2, einen Peripherieprogrammspeicher
10.3 und einen Zeitgeber 10.4 auf. Der Peripheriemodul 10 ist über eine serielle
Schnittstelle 10.5 an den Busmodul 8 angeschlossen. Eine weitere serielle Schnittstelle
10.6 ermöglicht dem Servicepersonal eine vor Ort-Kommunikation mit dem Peripheriemodul
10. Zur Datenerfassung und zur Datenausgabe besitzt er mindestens einen Binäreingang
10.7, mindestens einen Binärausgang 10.8, mindestens einen Analogeingang 10.9 und
mindestens einen Analogausgang 10.10. Innerhalb des Peripheriemoduls 10 steht ein
gemeinsamer Peripheriebus 10.11 zur Verfügung. Die von einem Prozess erzeugten Daten
und die für den Prozess 11 notwendigen Befehle werden mittels mindestens einem Binärdatenpunkt
11.1, mittels mindestens einer Binärfunktion 11.2, mittels mindestens einem Analogdatenpunkt
11.3 und mittels mindestens einer Analogfunktion 11.4 erfasst oder an den Prozess
11 weitergeleitet. Mit 12 ist ein Sprechkanal und mit 13 ist ein Datenkanal bezeichnet.
Ein Netzbus 14 ist eine Ausführungsvariante des in der Fig. 1 dargestellten Gebäudebusses
9. Durch den Anschluss eines Wartungskoffers 15 an die Schnittstelle 10.6 wird die
oben genannte vor Ort-Kommunikation ermöglicht. Das mit der Fig. 7 dargestellte Spannungs-/Frequenzdiagramm
zeigt mit 16 eine Datenkanalbreite mit einer Datenträgerfrequenz 17. In analoger Weise
ist für den Sprechkanal 12 mit 18 eine Sprechkanalbandbreite mit einer Sprechträgerfrequenz
19 dargestellt. Eine Trägerfrequenzamplitude 20 gilt für den Sprechkanal 12 wie auch
für den Datenkanal 13.
[0015] Die vorstehend beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt:
[0016] Das in Fig. 1 dargestellte System zur Fernverwaltung von Aufzugsanlagen lässt sich
hierarchisch und funktionell in vier Ebenen aufteilen: Verwaltungsebene, Regionsebene,
Gebäudeebene und Prozessebene. Die modulare Strukturierung des Systems erlaubt eine
weitgehende Eigenständigkeit der einzelnen Ebenen. Jede untergeordnete Ebene ist
auch ohne die ihr übergeordnete Ebene funktionsfähig. Ohne Verwaltungszentrale 1 arbeitet
das System immer noch als Ferninspektionssystem. Ohne Regionszentrale 3 bleibt das
Rumpfsystem als Inspektionssystem für die gebäudeweit angeschlossenen Prozesse voll
funktionsfähig. Ohne Gebäudezentrale 6 kann jeder einzelne Prozess 11 mittels Peripherie
10 und Wartungskoffer 15 überwacht werden.
[0017] Die Verwaltungszentrale 1 hat zur Aufgabe, die durch den Unterhalt von Aufzugsanlagen
mehrerer Regionen nötigen Geschäfte zentral und kommerziell effizient zu verwalten.
Dazu steht sie via Modem 2 und Telephonnetz 4 mit den Regionszentralen 3 der geographischen
Regionen 1 bis K in Verbindung. Die für die Verwaltung relevanten Daten werden von
den Regionszentralen 32 ausgeschieden und mit Hilfe bekannter Mittel und Verfahren
der Datenkommunikation an die Verwaltungszentrale 1 übermittelt. In der mit handelsüblichen
Geräten ausgerüstete Verwaltungszentrale 1 werden im wesentlichen folgende EDV Applikationen
realisiert:
- Abrechnungen
- Kostenanalysen
- Wartungsoptimierung
- Wartungsintervallberechnungen
- Schwachstellenanalysen
- Trendanalysen
- Steuerung von Modernisierungsgeschäften.
Die dazu notwendigen Arbeitsmethoden entsprechen dem Stand der EDV Praxis und werden
daher nicht näher erläutert.
[0018] Die Regionszentrale 3 dient als Schnittstelle zwischen dem System und dem für den
Anlageunterhalt einer ganzen Region zuständigen Servicepersonals. In ihr werden Prozessdaten
gehandhabt und im Klartext an den Benutzer ausgegeben. Die Regionszentrale 3 der geographischen
Region 1 steht via Modem 2 und Telephonnetz 4 mit den Gebäuden 1.1 bis 1.M in Verbindung.
Sinngemäss ist die Regionszentrale 3 der geographischen Region K den Gebäuden K.1
bis K.M übergeordnet. In der mit handelsüblichen Geräten ausgerüsteten Regionszentrale
3 werden Betriebs-, Stör-, Alarm-, Gefahr-, Wartungs- und Sicherheitsmeldungen von
den ihr zugeordneten Prozessen 11 erfasst. Der von dem plattenspeicherresidenten Betriebssystem
und Anwenderprogramm gesteuerte Zentralprozessor 3.1 verarbeitet die erfassten Daten
zu folgenden Zwecken weiter:
- Protokollierung
- Zuverlässigkeitsstatistik
- Wirkungsgradanalysen
- Einsatzplanung des Servicepersonals
- Routenplanung des Servicepersonals
- Ersatzteilplanung
- Präventivunterhaltsplanung auf Grund der erfassten Betriebs- und Unterhaltsdaten.
Daten mit zweitrangiger Priorität werden auf der Diskettenstation 3.2 abgelegt und
auf Abruf an den Drucker 3.7 ausgegeben.
[0019] Zusätzlich zur Übertragung von digitaler Information besitzt das System die Fähigkeit,
Audio-Information zu übertragen. Auf einem frequenzmässig vom Datenkanal getrennten
Sprechkanal hat der Operateur einer Regionszentrale 3 die Möglichkeit, mit an einem
Prozess 11 beteiligten Personen in direkten Kontakt zu treten. Mittels Telealarm 5
kann der Operateur einer Hauszentrale oder der vor Ort-Servicetechniker mündliche
Unterstützung beim Lösen von Anlageproblemen von der Regionszentrale 3 beanspruchen.
Sende- und Empfangsmittel sind aufzugseitig direkt in der Kabine angebracht. Dadurch
können in Not geratene Personen ihre missliche Lage direkt der Gebäudeoder Regionszentrale
mitteilen.
[0020] Die Regionszentrale 3 gestattet einen Einblick in sämtliche ihr untergeordneten
Prozesse 11. Durch Aussenden eines Telegramms mit Steuer- und Adressdaten der anzuwählenden
Peripherie 10 erhält die Regionszentrale 3 bei Bedarf direkten Zugang zu den Prozessdaten.
Im Normalfall wird jedoch, wie weiter unten erwähnt, der Datenaustausch in umgekehrter
Richtung erfolgen. Die Regionszentrale 3 ruft einen Kommunikationsmodul 7 nur dann
an, wenn eine gewisse Zeit ohne Kontaktnahme vergangen ist. Von der Regionszentrale
3 aus lassen sich Funktionstests in einzelnen Prozessen 11 durchführen und im Störungsfall
Aktionen zur Behebung des Fehlerzustandes einleiten. Aus diesen Gründen muss das vorgesehene
Modem 2 sowohl selbstwählend als auch selbstantwortend sein. Ausserdem muss es den
Anforderungen des Telearms 5 genügen. Mit einer in der Regionszentrale 3 plazierten,
in den Figuren nicht erwähnten Zusatzschaltung lassen sich in vergleichbarer Weise
mit den oben genannten Datenkanälen Sprechverbindungen mit der Gebäudezentrale 6 oder
den einzelnen Peripherien 10 aufbauen.
[0021] Gebäudeseitig scheidet die Wähleinheit 7.5 den Datenverkehr vom Sprechverkehr in
ankommender und abgehender Richtung. Als Bindeglied zwischen dem Telephonnetz 4 und
dem Busmodul 8 einerseits und zwischen dem Telephonnetz 4 und dem Kommunikationsmodul-Modem
2 andererseits teilt die Wähleinheit 7.5 den telephonnetzseitigen Informationskanal
in den Sprechkanal 12 und in den Datenkanal 13 auf. In abgehender Richtung setzt das
Modem 2 die Daten mittels Frequenzumtastverfahren in ein übertragbares Zweifrequenzsignal
um. In ankommender Richtung wandelt es die frequenzmodulierten Signale wieder in rechnerkompatible
Eins-Null-Signale zurück.
[0022] Pro Gebäude übernimmt ein Kommunikationsmodul 7 den Datenverkehr zwischen der Regionszentrale
3 und den in diesem Gebäude zu verwaltenden Prozessen 11. Der durch ein EPROM-residentes
Kommunikationsprogramm gesteuerte Kommunikationsrechner 7.1 übermittelt die Prozessdaten
via Modem 2 und Telephonnetz 4 an die Regionszentrale 3. Funktionell dient der Kommunikationsmodul
7 einerseits als Datenzwischenspeicher 7.2 zwischen den beiden asynchronen Kommunikationslinien
Telephonnetz 4/Gebäudebus 9 und andererseits zur Steuerung der Kommunikation innerhalb
des Gebäudes. Mit sequenzieller, periodischer Abfrage übernimmt der Kommunikationsrechner
7.1 via dem weiter unten erläuterten Busmodul 8/Gebäudebus 9 von den angeschlossenen
Prozessen 11 die Daten und legt sie in dem Datenzwischenspeicher 7.2 ab. Dabei handelt
es sich nicht nur um eine Datenabfrage. Bei jeder Kontaktnahme mit den Peripheriemodulen
10 werden diese von dem Kommunikationsrechner 7.1 auf Fehlverhalten geprüft. Meldungen
über gestörte Peripheriemodule 10 werden ebenfalls im Datenzwischenspeicher 7.2 abgelegt
und zusammen mit den gesammelten Prozessdaten periodisch an die Regionszentrale 3
weitervermittelt. Der Kommunikationsmodul 7 entscheidet nicht, ob Prozessdaten übertragungsrelevant
sind oder nicht. Er übernimmt lediglich den oben erwähnten Datenverkehr zwischen
der vor Ort-Peripherie 10 und der Regionszentrale 3. Prozessmeldungen werden ausschliesslich
von den Peripheriemodulen 10 zu übertragungsrelevanten Prozessdaten aufbereitet und
an den Kommunikationsmodul 7 weitergegeben.
[0023] Wenn keine Regionszentrale 3 vorgesehen ist oder wenn diese störungshalber ausfällt
oder wenn eine zusätzliche Überwachung von einem Gebäudekontrollraum aus gewünscht
wird, können die Prozesse 11 eines Gebäudes von der Gebäudezentrale 6 aus inspiziert
werden. Ein handelsüblicher Personalcomputer 6.1 steht über die serielle Schnittstelle
7.4 mit dem System in Verbindung. Die auch mit einem Drucker ausrüstbare Gebäudezentrale
6 entspricht funktionell in vereinfachter Weise der Regionszentrale 3. Die im Datenzwischenspeicher
7.2 anstehenden Daten werden vom Personalcomputer 6.1 zu folgenden Zwecken weiterverarbeitet:
- Protokollierung der Betriebs-, Alarm- und Unterhalts daten aller an das System
angeschlossenen Prozesse 11 eines Gebäudes
- Realisierung einfacher Statistikfunktionen
- Ausgabe von mit erster Priorität belegter Präventivunterhaltsmeldungen.
Von der beispielsweise mit 1.1 indizierten Gebäudezentrale 6 lassen sich nicht nur
die mit 1.1.1 bis 1.1.N indizierten Prozesse 11 (Fig. 1) überwachen, sondern wie
von der Regionszentrale 3 aus auch Funktionstests und Aufrufe bestimmter Prozessparameter
in einzelnen Prozessen 11 durchführen.
[0024] Innerhalb eines Gebäudes werden Informationen mittels dem Busmodul 8 und dem Gebäudebus
9 zwischen dem Kommunikationsmodul 7 und den Peripheriemodulen 10 ausgetauscht. Der
Busmodul 8 moduliert abgehende Sprechinformationen auf die Sprechträgerfrequenz 19
und Dateninformationen auf die Datenträgerfrequenz 17. Der im wesentlichen aus Übertrager-
und Resonanzkreisen bestehende Leitungskoppler 8.3 überträgt die frequenzmodulierten
Signale auf den Gebäudebus 9. Vom Gebäudebus 9 ankommende Information gelangt über
den Leitungskoppler 8.3 an den Eingang des Demodulators 8.2, der sie mittels Filterung
und Demodulation in ihre ursprüngliche Lage zurückversetzt und entsprechend dem
Informationsinhalt an den Sprech- oder Datenkanal weiterleitet.
[0025] Zur Informationsübertragung zwischen Informationsquellen und Informationssenken weist
die in den Figuren 4 und 6 dargestellte Einrichtung einen Netzbus 14 als Ausführungsvariante
des Gebäudebusses 9 auf. Bei bereits bestehender Infrastruktur in Form von Nachrichtenkabeln
dient an Stelle des eigenleitungslosen Netzbuses 14 ein separat verlegtes zweiadriges
Kabel als Gebäudebus 9. Der Netzbus 14 ist ein serieller Bus unter Ausnützung der
gebäudeweit vorhandenen Starkstrom-Elektroinstallation. Er benötigt kein eigenes Leitungsnetz
und ermöglicht die Einspeisung oder den Empfang der Signale an jeder durch Steckdosen
zugänglichen Stelle des Starkstromnetzes. Aus fernmeldehoheitlichen Gründen ist dieses
Mittel zur Informationsübertragung bezüglich Reichweite, Sendeleistung und Kanalfrequenzen
je nach postalischen Vorschriften eingeschränkt. Die Reichweite beschränkt sich im
Normalfall auf das eigene Grundstück, die Sendeleistung bewegt sich im Bereiche von
wenigen Milliwatts und das zulässige Frequenzband hat unterhalb des Langwellenbandes
zu liegen. Damit keine Drittsysteme ausserhalb des Grundstückes gestört werden oder
Störsignale von ausserhalb das eigene System beeinflussen, sind Trägerfrequenzsperren
einspeisungsseitig vorgesehen. Der Austausch von Daten zwischen Sendern und Empfängern
erfolgt auf dem Quittungsprinzip. Ein aktiver Sender setzt Information in Form von
Telegrammen mit Steuer-, Adress- und Datenzeichen ab. Im Anschluss daran erwartet
er vom aufgerufenen Empfänger ein Quittungs telegramm. Erst wenn der aktive Sender
eine gültige Rückantwort empfangen hat, ist die Informationsübermittlung abgeschlossen.
Als weitere Massnahme zur Erhöhung der Kommunikationssicherheit werden die Signale
netzsynchron ausgesendet beziehungsweise empfangen. Der von den Phasenanschnittsteuerungen
nicht benutzte Nulldurchgangsbereich der Phasenspannungen gewährleistet ein weitgehend
störungsfreies Zeitfenster, in dem digitale Daten übertragen werden können. Die genannten
Übertragungsverfahren ergeben eine Datenübertragung mit hoher Zuverlässigkeit und
weitgehender Sicherheit gegen Fremdbeeinflussung.
[0026] Der in Fig. 7 dargestellte Frequenzplan zeigt eine Möglichkeit zur frequenzmässigen
Trennung zwischen Sprech- und Datenkanal. Trägerfrequenzamplitude 20 und obere Bandgrenze
unterstehen postalischen Vorschriften. Sprech- und Daten kanalbandbreite sowie Wahl
der Sprechträgerfrequenz 19 und Datenträgerfrequenz 17 sind postalisch freigegeben.
[0027] Jeder Prozess 11 besitzt einen eigenen, an den spezifischen Prozesscharakter anpassbaren,
autonomen vor Ort-Peripheriemodul 10. Die Regionszentrale 3 und der Peripheriemodul
10 sind bezüglich Datenaustausch gleichberechtigte Partner. Jeder kann einen Verbindungsaufbau
zwecks Datenaustausch einleiten. Der Peripheriemodul 10 wird wie oben erwähnt von
dem Kommunikationsmodul 7 zyklisch zum Datenaustausch aufgefordert. Dabei werden von
dem Peripheriemodul 10 nur Ereignisse übertragen, d.h. der Peripheriemodul 10 überträgt
bei den zyklischen Anfragen keine Prozesszustände, sondern lediglich die zwischen
zwei Zyklen eingetretenen Statusänderungen. Aussergewöhnliche Anlagezustände gibt
der Peripheriemodul 10 automatisch und unaufgefordert weiter. Über mindestens einen
Binär-/Analogeingang 10.7/10.9 erfasst der Peripherierechner 10.7 die mindestens an
einem Binär-/Analogdatenpunkt 11.1/11.3 anstehenden Prozessdaten. Befehle und analoge
Grössen werden mittels mindestens einem Binär-/Analogausgang 10.8/10.10 an mindestens
eine Binär-/Analogfunktion 11.2/11.4 an den Prozess 11 weitergegeben. Der Zeitgeber
10.4 liefert dem Peripherierechner 10.1 den Arbeitstakt zur zyklischen Bearbeitung
der im Peripherieprogrammspeicher 10.3 geladenen Anwenderprogramme. Der Peripherierechner
10.1 steuert den über Peripheriebus 10.11 laufenden Datenverkehr. Alle an den Peripheriebus
10.11 angeschlossenen und durch Adressen gekennzeichneten Datenquellen und Datensenken
können Daten senden und Daten empfangen. Eine erste Schnittstelle 10.5 wandelt parallele
Daten in serielle Daten, bestimmt deren Übertragungsgeschwindigkeit und schickt sie
Richtung Kommunikationsmodul 7. Eine sinngemässe Übertragungsweise gilt in umgekehrter
Richtung. Eine zweite bidirektionale Schnittstelle 10.6 bietet die Möglichkeit zum
Anschluss eines Wartungskoffers 15, der die vor Ort-Bedienung und Abfrage des Peripheriemoduls
10 sowie direkte Eingriffs möglichkeiten in den jeweiligen Prozess erlaubt. Zur softwaremässigen
Anpassung der verschiedenartigen Prozesse 11 an den standardisierten Peripheriemodul
10 wird eine Umwandlung der anlagespezifischen Informationen in allgemeingültige Informationen
vorgenommen. Die anlagespezifische Information Relais X.X EIN/AUS wird beispielsweise
in die allgemeingültige Information Türe AUF/ZU umgewandelt. Zur Verwaltung von Aufzugsanlagen
werden nicht nur Informationen benötigt, die von realen Datenpunkten geliefert werden.
Auf von Berechnungen stammende Werte, wie Betriebs-, Verkehrs-, Unterhaltsgrössen,
etc., erfolgt der Zugriff über virtuelle Datenpunkte. Reale wie auch virtuelle Datenpunkte
lassen sich arithmetisch und logisch verknüpfen sowie mit Bedingungen, Grenzwerten
etc. beaufschlagen. Ein nicht im voraus starr strukturiertes, intelligentes Softwaresystem
übernimmt unter Verwendung von heuristischen Arbeitsmitteln die Interpretation der
an den Datenpunkten anstehenden Information. Die Systemkomponenten Datenbasis, Wissensbasis
und Folgerungsprozedur bilden die Intelligenz des Peripheriemoduls 10. Die Datenbasis
umfasst sämtliche Information der Datenpunkte, Fakten, Parametergrössen, etc. des
laufenden Prozesses. Die Wissensbasis enthält eine Grundmenge von hypothetischen Regeln,
die ein qualifizierter Operateur zur Handhabung von Prozessmeldungen anwenden würde.
Die Folgerungsprozedur verknüpft Datenbasis mit der Wissensbasis. Dabei werden die
Regeln unter Berücksichtigung der in ihnen eine Rolle spielende Datenbasis-Information
untersucht. Die Folgerungsprozedur erschliesst aus den in der Wissensbasis gemachten
Urteile, Beiordnungen und Folgerungen neue Information aus vorhandener. Bei Ausfall
von beispielsweise einer Relaissequenz schliesst die Folgerungsprozedur auf Grund
der aktuellen Information und auf Grund der in der Wissensbasis angelegten Regeln
über die ausgefallene Relaissequenz auf den den Ausfall verursachenden Relaiskontakt.
An Hand der aus dem ersten Folgerungsschritt gewonnenen neuen Information und weiteren
Regeln wird die Suche nach der Ursache so lange fortgesetzt, bis beispielsweise der
den Ausfall verursachende, offengebliebene Sicherheitsschalter gefunden ist.
1. System zur zentralen Verwaltung, regionalen Inspektion und zur lokalen Überwachung
von dezentralen Aufzugsanlagen, welches in einer modularen Struktur auf Verwaltungsebene
eine Verwaltungszentrale (1) mit Mitteln und Methoden zur elektronischen Datenverarbeitung
aufweist, der über eine Fernmeldeverbindung auf regionaler Ebene mindestens eine
mit Mitteln und Methoden zur Garantierung des Anlageunterhaltes versehene Regionszentrale
(3) untergeordnet ist, an die über eine Fernmeldeverbindung auf lokaler Ebene mindestens
ein Gebäude mit Rechnermitteln zur Diagnose von Anlagetätigkeiten mindestens einer
Anlage angeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass durch die modulare Struktur des Systems die regionale Ebene ohne die Verwaltungsebene,
die lokale Ebene ohne die regionale Ebene, die Prozessebene ohne die lokale Ebene
funktionsfähig bleibt,
- dass das System Mittel zur Übertragung von Audio-Information von der regionalen
Ebene bis zur Prozessebene und umgekehrt aufweist,
- dass das System eine Gebäudezentrale (6) aufweist, die mit Mitteln und Methoden
zur Inspektion der in demselben Gebäude vorhandenen Prozesse (11) versehen ist,
- dass die Rechnermittel pro Gebäude ein den Datenver kehr von und zu der Regionszentrale
(3) einerseits und andererseits innerhalb dem Gebäude regelnder Kommunikationsmodul
(7) aufweist,
- dass die Rechnermittel pro Prozess (11) ein autonomer, an den Prozess (11) anpassbarer
und mit heuristischen Arbeitsmitteln versehener, auch von einem Wartungskoffer (15)
bedienbaren vor Ort-Peripheriemodul (10) zur Erfassung und Verarbeitung von Prozessdaten
aufweist und
- dass das System als gebäudeinternes Kommunikationsmittel zur Übertragung von Sprech-
und Dateninformation einen Gebäudebus (9) und pro Informationsquelle/Informationssenke
einen Busmodul (8) aufweist.
2. System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gebäudebus (9) ein serieller, eigenleitungsloser Netzbus (14) unter Ausnützung
der gebäudeweit vorhandenen Starkstrom-Elektroinstallation ist.
3. System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gebäudebus (9) ein serieller Zweidrahtbus ist, dem an Stelle der Starkstrom-Elektroinstallation
ein separat verlegtes zweiadriges Kabel als Informationsübertrager dient.