[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen mehrphasigen Lastwähler für Stufentransformatoren
gemäß Oberbegriff des Anspruches 1. Derartige Lastwähler sind bekannt: Druckschrift
der Maschinenfabrik Reinhausen "Stufenschalter Typ H" 0385/500 MR.
[0002] Bei diesen Lastwählern, die für hohe Spannungen Verwendung finden, wird der seitlich
vom Lastwähler angeordnete Vorwähler als selbständige Baueinheit mit eigenem Kopf
für einen im Stufentransformator vorgesehenen zweiten Flansch ausgeführt. Der Antrieb
des Vorwählers erfolgt dabei mit einem an der Außenfläche des Transformators angeordneten
Gestänge, das mit dem Antrieb des Lastwählers gekoppelt ist.
[0003] Bekannt sind ferner Lastwähler, bei denen der Vorwähler als unmittelbarer Bestandteil
des eigentlichen Lastwählers im oberen oder auch im unteren Teil des Ölgefäßes vorgesehen
ist (DE-PS 29 13 271, DE-OS 33 10 741). Hier befindet sich der Vorwähler jedoch im
der Verschmutzung unterworfenen Öl des Lastwählers, und diese Anordnung ist deshalb
für hohe Spannungen nicht so gut geeignet, zumal sich auch wegen der für den Lastwähler
vorgesehenen räumlichen Verhältnisse die Isolationsabstände beim Vorwähler nicht beliebig
vergrößern lassen. Die Aufteilung des Vorwählers in einen oberen und einen unteren
Teil führt zudem zu einer sehr aufwendigen Antriebsvorrichtung.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Lastwähler mit Vorwähler der eingangs genannten
Art anzugeben, der als eine Baueinheit mit nur einem die Antriebsvorrichtung aufnehmenden
Stufenschalterkopf ausgeführt, für besonders hohe Spannungen geeignet ist. Diese Aufgabe
wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 angegebenen Mittel
gelöst.
[0005] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind insbesondere:
Der Vorwähler befindet sich im sauberen Öl des Transformators. Die Vorwählerkontakte
einer Phase liegen etwa auf gleicher Höhe wie die Lastwählerkontakte derselben Phase,
wodurch die erforderlichen Verbindungsleitungen einfach zu verlegen sind, ohne daß
sich diese kreuzen, und wodurch von vornherein eine günstige Feldverteilung erreichbar
ist. Der Antrieb des Vorwählers läßt sich direkt vom Antrieb des Lastwählers ableiten.
[0006] In zweckmäßiger Weise wird der am Stufenschalterkopf sitzende Ausleger hohl ausgebildet,
wobei der Hohlraum des Auslegers mit dem Innern des Stufenschalterkopfes in Verbindung
steht. In diesem Hohlraum kann dann ein Betätigungshebel für die Schaltwelle des Vorwählers
angeordnet werden, der direkt vom Malteser- oder vom Antriebsrad des Lastwählers mittels
Anschlag betätigt werden kann. Der Antrieb für den Vorwähler gestaltet sich so auf
besonders einfache Weise.
[0007] Die Ausführung als Rohrsegment mit einer Zylinderschale als Wand ermöglicht, daß
die feststehenden Kontakte des Vorwählers in der Wand des Rohrsegments sitzen können
und daß neben diesen Kontakten an der Innenseite der Wand Polungswiderstände angeordnet
werden können. Auch läßt sich auf besonders einfache und raumsparende Weise ein zusätzlicher
Polungsschalter vorsehen, damit - was in vielen Fällen gewünscht wird - der Hilfsstromkreis
zum Anlenken der Regelwicklung nur während des eigentlichen Wendevorganges geschlossen
zu werden braucht.
[0008] Es steht somit ein Hilfsstromkreis zur Verfügung, der dem Anlenken der Regelwicklung
an ein bestimmtes Potential dient, insbesondere dann, wenn die Regelwicklung mittels
des Wenders umgeschaltet wird. Hierbei kann der Hilfsstromkreis auch fest installiert
sein, so daß beim Einbau des Lastwählers in den Stufentransformator lediglich die
Mittenanzapfung der Regelwicklung an den freien Anschlußkontakt der Reihenschaltung
der Polungswiderstände angeschlossen zu werden braucht. Diese Anordnung führt zu einer
besonders kompakten Ausführung mit minimalen Raumbedarf und trotzdem hoher Spannungsfestigkeit.
[0009] Hierbei ist es besonders günstig, wenn die Polungswiderstände zu beiden Seiten der
Isolierstoffwand des Rohrsegmentes liegen.
[0010] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht des Lastwählers mit Vorwähler und
Fig. 2 die Ausführung des Stufenschalterkopfes im Schnitt eines ersten Ausführungsbeispieles,
sowie
Fig. 3 eine Vorderansicht,
Fig. 4 einen Längsschnitt,
Fig. 5 eine Draufsicht des zweiten Ausführungsbeispieles und
Fig. 6 und 7 einen Polungsschalter im Detail.
[0011] In Fig. 3 bis 7 ist hierbei der Übersichtlichkeit wegen lediglich das Rohrsegment
des Wenders ausschnittsweise dargestellt.
[0012] Wie insbesondere aus Figur 1 ersichtlich, besteht der Lastwähler aus einem zylindrischen
Ölgefäß 1 mit einem Stufenschalterkopf 2 und mit einem Ölgefäßboden 3. Das im wesentlichen
aus einem Isolierstoffzylinder bestehende Ölgefäß 1 trägt für jede Phase eine Reihe
von feststehenden Stufenkontakten 4, die mit im Innern des Ölgefäßes angeordneten
beweglichen Kontakten - im einzelnen nicht dargestellt - zusammenarbeiten. Die beweglichen
Kontakte werden dabei von einem Schaltrohr 5 bewegt (Fig. 2), welches über ein im
Stufenschalterkopf 2 angeordnetes Antriebsrad 6 betätigt wird. Der Lastwähler ist
mit einem Kragen 19 des Stufenschalterkopfes 2 auf übliche Weise auf einen entsprechenden
Flansch des Transformators aufsetzbar. Seitlich vom eigentlichen Lastwähler, also
seitlich vom zylindrischen Ölgefäß 1, befindet sich der sich über die gesamte Höhe
des Lastwählers erstreckende Vorwähler 7. Er wird von einem am Ölgefäßboden 3 sitzenden
Ausleger 8 sowie von einem am Stufenschalterkopf 2 sitzenden Ausleger 9 getragen.
Der Vorwähler 7 ist als Rohrsegment ausgebildet, wobei im Zentrum des Rohrsegments
die Schaltwelle 10 angeordnet ist, die in den Auslegern 8 und 9 gelagert ist. Die
schalenförmig ausgebildete Wand 11 des Rohrsegments trägt die feststehenden Vorwählerkontakte
12, die sich für jede Phase jeweils etwa auf gleicher Höhe befinden wie die feststehenden
Stufenkontakte 4 des Lastwählers. Die zugehörigen beweglichen Vorwählerkontakte 13
werden von der Schaltwelle 10 auf übliche Weise getragen und bewegt. Zur Erhöhung
der Spannungsfestigkeit sind zwischen den Phasen und zwischen Phase und Erdpotential
besondere Abschirmelektroden 14 vorgesehen.
[0013] Wie insbesondere aus Figur 2 hervorgeht, ist der am Stufenschalterkopf 2 sitzende
Ausleger 9 mit einem Hohlraum 15 versehen. Die Schaltwelle 10 des Vorwählers reicht
mit ihrem Lagerzapfen 16 in diesen Hohlraum 15 hinein. Innerhalb des Hohlraumes 15
ist am Lagerzapfen 16 ein Hebel 17 zur Betätigung der Schaltwelle 10 vorgesehen. Dieser
Hebel 17 wird mittels Anschlag 18, der am Antriebsrad 6 des eigentlichen Lastwählers
sitzt, betätigt.
[0014] Wie insbesondere aus den Figuren 3 und 4 des zweiten Ausführungsbeispiels ersichtlich,
trägt die Wand 11 des Rohrsegments, die von den Auslegern 8 des hier nicht dargestellten
zylindrischen Lastwählers gehalten wird, feststehende Wenderkontakte 121, 122, 123,
wovon 123 der Mittelkontakt des Wenders ist. Ein beweglicher - hier nicht dargestellter
- Kontakt stellt wahlweise eine elektrische Verbindung des Mittelkontakts 123 entweder
mit dem festen Wenderkontakt 121 oder mit dem Wenderkontakt 122 her. Zur Erhöhung
der Spannungsfestigkeit zwischen den Phasen I, II sind Abschirmelektroden 14 vorgesehen,
die durch Potentialverbindungen 141, 142 mit den Wenderkontakten 122 bzw. 123 verbunden
sind.
[0015] Wie Figur 3 zeigt, sind neben den Wenderkontakten 121, 122 und 123, und zwar zu beiden
Seiten 111, 112 der Wand 11, in einer Reihenschaltung in zickzackförmiger Anordnung
mehrere stabförmige Polungswiderstände 20 angeordnet, die mit ihrem einen Ende 21
- soweit kein Polungsschalter vorgesehen ist - mittels einer elektrischen Leitung
22 an den Mittelkontakt 123 des Wenders angeschlossen sind und die mit ihrem anderen
Ende 23 und einer weiteren elektrischen Leitung 24 an einen weiteren Anschlußkontakt
25, der in der Wand 11 sitzt, geführt sind. An diesen Anschlußkontakt 25 wird beim
Einbau des Lastwählers in den Stufentransformator die Mittenanzapfung der Regelwicklung
angeschlossen, so daß der Hilfsstromkreis für die Potentialverbindung der Regelwicklung
ständig geschlossen ist. Die Anordnung der stabförmigen Polungswiderstände 20 zu beiden
Seiten 111, 112 der Wand 11, wobei immer abwechselnd ein Widerstand an der Außenseite
112 und der nächste an der Innenseite 111 der Wand 11 zu liegen kommt, führt zu einer
besonders guten Raumausnutzung und hoher Spannungsfestigkeit.
[0016] In vielen Fällen wird nun gewünscht, daß dieser Hilfsstromkreis wegen der damit verbunden
Verluste nicht ständig geschlossen ist, sondern lediglich während des eigentlichen
Wendevorganges geschlossen wird, was einen zusätzlichen Polungsschalter erfordert.
Ein derartiger zusätzlicher Polungsschalter ist ebenfalls im Bereich der Wenderkontakte
121, 122, 123 an der Innenseite 111 der Wand 11 vorgesehen. Einzelheiten des Polungsschalters
gehen insbesondere aus den Figuren 6 und 7 hervor. Der Polungsschalter liegt dabei
anstelle der in Figur 3 gestrichelt gezeichneten elektrischen Leitung 22. Er besitzt
einen Kontaktarm 26, der an der Innenseite 111 der Wand 11 gelagert ist und durch
eine Druckfeder 27 in seiner geöffneten Stellung gehalten wird. Er ist elektrisch
mit dem Mittelkontakt 123 (Fig.3 und 4) des Wenders verbunden. Mittels einer an der
Schaltwelle 10 des Wenders sitzenden Kulisse 28 wird der Kontaktarm 26 zu Beginn der
Wenderbetätigung gegen den feststehenden Kontakt 29 gedrückt, an dem das eine Ende
21 der Reihenschaltung der Polungswiderstände 20 angeschlossen ist. Hierzu läuft die
Kulisse 28 mit ihrer Flanke 30 gegen eine am Kontaktarm 26 sitzende Rolle 31. Die
Rolle 31 wird dann am Ende des Wendevorganges durch eine zweite Flanke 32 der Kulisse
28 wieder freigegeben. Es ist ohne weiteres klar, daß der Hilfsstromkreis zum Anlenken
der Regelwicklung nur kurzzeitig geschlossen wird, und zwar in der Reihenfolge: Polungsschalter
schließt - Wender öffnet - Wender schließt - Polungsschalter öffnet.
1. Mehrphasiger Lastwähler für Stufentransformatoren mit einem einen Stufenschalterkopf
und einen Ölgefäßboden besitzenden öldichten zylindrischen Gehäuse, welches mit einem
oberen Kragen des Stufenschalterkopfes auf einen Flansch des Gehäuses des Stufentransformators
aufsetzbar ist und mit einem seitlich vom Lastwähler angeordneten Vorwähler, dessen
bewegliche Kontakte von einer Schaltwelle getragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der sich über die gesamte Höhe des Lastwählers (1) erstreckende Vorwähler (7)
als ein an je einem Ausleger (8, 9) des Stufenschalterkopfes (2) und des Ölgefäßbodens
(3) sitzendes Rohrsegment ausgebildet ist, in dessen Zentrum sich die in den Auslegern
(8, 9) gelagerte Schaltwelle (10) des Vorwählers befindet, wobei für jede Phase die
Kontakte (12, 13) des Vorwählers etwa in derselben Ebene liegen wie die Kontakte (4)
des Lastwählers.
2. Mehrphasige Lastwähler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der am Stufenschalterkopf (2) sitzende Ausleger (9) ein mit dem Innern des Kopfes
in Verbindung stehenden Hohlraum (15) aufweist, wobei die Schaltwelle (10) des Vorwählers
(7) mit ihrem oberen Lagerzapfen (16) in diesen Hohlraum hineinragt und im Hohlraum
ein mit dem Lagerzapfen (16) der Schaltwelle verbundener Betätigungshebel (17) angeordnet
ist.
3. Mehrphasiger Lastwähler nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die feststehenden Kontakte (12) des Vorwählers (7) in der Wand (11) des Rohrsegmentes
sitzen und daß neben diesen Kontakten an der Innenseite der Wand Polungswiderstände
(20) angeordnet sind.
4. Mehrsphasiger Lastwähler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere stabförmige zu beiden Seiten (111, 112) der Wand (11) des Rohrsegments
in Zickzacklinie durch die Wand hindurch in einer Reihenschaltung verbundene Polungswiderstände
(20) vorhanden sind, wobei die Reihenschaltung mit ihrem einen Ende (21) an den Mittelkontakt
(123) des Wenders und mit ihrem anderen Ende (23) an einen zusätzlichen in der Wand
(11) des Rohrsegments sitzenden Anschlußkontakt (25) geführt ist.
5. Mehrphasiger Lastwähler nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß für jede Phase im Rohrsegment neben den Polungswiderständen ein Polungsschalter
angeordnet ist und daß der Polungsschalter einen an der Innenseite (111) der Wand
(11) des Rohrsegmentes gelagerten mit dem Potential des Mittelkontakts (123) des Wenders
verbundenen Kontakthebel (26) besitzt, der mittels einer an der Schaltwelle (10) des
Wenders sitzenden Kulisse (28) gegen den zugehörigen in der Wand (11) sitzenden feststehenden
Polungskontakt (29) schwenkbar ist, wobei das eine Ende der Reihenschaltung der Polungswiderstände
(20) an den als Anschlußkontakt (291) ausgebildeten feststehenden Polungskontakt (29)
geführt ist.