[0001] Die Erfindung betrifft einen Garnträger zum Aufspulen eines Filamentfadens, bestehend
aus einer zylindrischen Hülse mit konischen Stirnseiten und ein Verfahren zur Bildung
einer Fadenreserve.
[0002] Garnträger, die im wesentlichen aus einem zylindrischen starren Rohrkörper und konischen
Endteilen aus Kunststoff bestehen, sind als Aufspulhülsen bekannt (CH 569 662). Solche
Garnträger können auch als bikonische Spulen bezeichnet werden und unterscheiden
sich von den symmetrischen Randspulen dadurch, dass ihre Stirnseiten gegen die Peripherie
hin einen vergrösserten Durchmesser annehmen. Bikonische Randspulen haben sich zum
Aufwickeln von Monofilamentfäden mittlerer Dicke (ca. ⌀ 0,05 bis ⌀ 0,3 mm) bewährt,
haben aber den Nachteil, dass die für eine problemlose Weiterverarbeitung der Monofilamentfäden
erforderliche Fadenreserve nicht vorgesehen ist. Die Fadenreserve ist jedoch unentbehrlich
beim automatischen Wechseln eines Fadens von einer leer gewordenen auf eine volle
Spule. Ohne eine Fadenreserve an der konischen Spule treten in der Weberei Unterbrüche
auf.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine bikonische Spule so zu gestalten, dass die Aufnahme
einer Fadenreserve erfolgen kann.
[0004] Eine weitere Aufgabe ist es, den Garnträger so auszubilden, dass beim Transport der
Faden der Fadenreserve nicht beschädigt wird.
[0005] Eine weitere Aufgabe ist es auch, die Fadenreserve der vollen Spule einfach und rasch
nutzbar zu machen.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass ein Aufnahmering an der Stirnseite
koaxial verschiebbar angeordnet ist.
[0007] Garnträger und Aufnahmering bestehen vorzugsweise aus einem stabilen Kunststoff.
Sie können aber auch aus einem anderen dauerhaften Werkstoff gefertigt sein.
[0008] Es ist zweckmässig, dass der Durchmesser der Hülse von demjenigen des Aufnahmerings
nicht wesentlich abweicht, da die Umfangsgeschwindigkeit der Fadenreserve annähernd
gleich sein muss wie diejenige des Wickels zu Beginn der Wicklung. Es ist daher vorteilhaft,
wenn beide Durchmesser annähernd gleich sind.
[0009] Es ist auch zweckmässig, die Innenseite der Hülse mit wenigstens zwei Ringnuten
zu versehen, in welche ein Ringnocken des Aufnahmeringes einrastend passt.
[0010] Aussparungen zwischen den Profilen des Aufnahmeringes haben einerseits den Vorteil,
dass das Gewicht reduziert ist und andererseits, dass die Fadenreste auf einfache
Weise mit einer Schere entfernbar sind. Durch die axial verlaufenden Profile erhält
der Ring die gewünschte Elastizität, wodurch er erst problemlos in die Hülse eingeschoben
und ebenso leicht wieder daraus entfernt werden kann.
[0011] Es ist zweckmässig, die Peripherie des Aufnahmeringes mit wenigstens einem Schlitz
zu versehen. Ein in etwa tangential in Drehrichtung verlaufender Fangschlitz hat den
Vorteil, dass auch bei hohen Umfangsgeschwindigkeiten der Hülse ein sicheres Fangen
des Fadens gewährleistet ist.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ragt der Aufnahmering im eingeschobenen Zustand
wenigstens 1 mm über den Spulenrand, d.h. über die Peripherie der Stirnseite hinaus.
Das hat den Vorteil, dass beim Transport und der Lagerung der Faden im Bereich des
Hülsenrandes nicht verquetscht oder anderweitig beschädigt wird.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform kann die Peripherie gezähnt sein. Hier kann ein
Faden der Fadenreserve in den Vertiefungen zwischen den Zähnen Halt finden und während
des Transportes oder der Lagerung nicht zwischen einem Gegenstand und dem Spulenrand
beschädigt werden. Die Zähne können spitz oder abgerundet sein.
[0014] Zur Bildung einer Fadenreserve kann der Aufnahmering an seiner Oberfläche aufgerauht
sein und ist in einer ersten Position über den Spulenrand hinaus ausgefahren. Nach
dem Aufbringen der Fadenreserve erfolgt die Wicklung. Der Aufnahmering wird nach
Wegnahme und zum Transport in eine zweite Position eingeschoben. Zur Wegnahme der
Fadenreservewindung wird der Aufnahmering wieder in die erste Position gezogen und
durch eine Drehbewegung die Spannung des ablaufenden Fadens gelöst.
[0015] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung beispielhaft erläutert werden.
[0016] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Garnträgers mit dem erfindungsgemässen Aufnahmering
Fig. 2 einen Schnitt durch den Garnträger im Bereich des Aufnahmeringes nach Fig.
1
Fig. 3 einen Schnitt durch den Aufnahmering und
Fig. 4 eine Variante der Peripherie des Aufnahmeringes
[0017] In Fig. 1 ist eine zylindrische Hülse einer bikonischen Spule mit der Bezugsziffer
1 bezeichnet. Die Hülse 1 ist von einer konischen Stirnseite 2 und einer konischen
Stirnseite 3 begrenzt. Die Hülse 1 mit den Stirnseiten 2 und 3 können aus einem Teil
gefertigt sein. Im Innern des Konus der Stirnseite 3 ist ein Aufnahmering 4 angebracht.
Im ausgezogenen Zustand nimmt der Aussenrand des Aufnahmeringes 4 eine Position A
ein. Der eingeschobene Aufnahmering 4 ist gestrichelt gezeichnet. Der Aussenrand
des Aufnahmeringes 4 nimmt hier die Position B ein.
[0018] Gemäss Fig. 2 ist mit 4ʹ die zylindrische Oberfläche des Aufnahmeringes 4 bezeichnet.
Die Hülse 1 ist auf ihrer Innenseite mit wenigstens zwei parallel verlaufenden Ringnuten
versehen. Eine innere Ringnut 6 verläuft in einem Abstand AB zu einer äusseren Ringnut
5. Der Aufnahmering 4 trägt auf seiner Innenseite einen Ringnocken 7. Die Lage des
Ringnockens 7 ist so vorgesehen, dass dieser beim Einschub des Aufnahmeringes 4 in
die Hülse 1 in der inneren Ringnut 5 einrastet. Der Abstand AB ist so gewählt, dass
die axiale Verschiebbarkeit des Aufnahmeringes 4 beim Einrasten der Ringnocke 7 in
die Ringnut 5 eine saubere Wicklung mit einer Fadenreserve ermöglicht.
[0019] In Fig. 3 ist der Aufnahmering 4 mit Profilen 8 versehen, welche elastisch gestaltet
sind, so dass der Einschub in die Hülse 1 sicher und rasch erfolgen kann.
[0020] In Fig. 4 ist die Peripherie des Aufnahmeringes 4 mit einem Schlitz 9 dargestellt.
Der Schlitz 9 dient in Pfeilrichtung als Fadenfang.
[0021] Im Betrieb wird der Garnträger mit aus der Hülse 1 herausgezogenem Aufnahmering
4 auf den Dorn eines nicht gezeigten Spulers aufgesteckt und beschleunigt. Nach dem
Erreichen der Solldrehzal wird der Faden von einer vollen Spule so geführt, dass der
Faden vom Schlitz 9 und der rauhen Oberfläche 4ʹ des Aufnahmeringes der leeren Hülse
1 erfasst wird und die Fadenreserve an den Aufnahmering 4 angelegt wird, was etwa
0,8 bis 1,2 s dauert. Unmittelbar danach wird die Hülse 1 bewickelt. Die volle Spule
wird vom Dorn abgenommen und der Aufnahmering 4 in die Position B zum Transport und
zur Lagerung von Hand oder maschinell eingeschoben.
[0022] Es können auf dem Dorn eines Spulers mehrere Wickelträger vorgesehen werden. Der
erfindungsgemässe Wickelträger ist besonders zum Aufwickeln von schnellaufenden Monofilamentfäden
im Titerbereich von ⌀ 0,05 bis ⌀ 0,3 mm geeignet und hat sich auch bei hohen Geschwindigkeiten
verstreckter Fäden zum automatischen Wechseln von einer leeren Spule auf eine volle
Spule bewährt.
Bezeichnung
[0023]
1 Hülse
2 Stirnseite der Hülse
3 Stirnseite der Hülse mit Aufnahmering
4 Aufnahmering
5 Äussere Ringnut
6 Innere Ringnut
7 Ringnocken
8 Profile
9. Fangschlitz
1. Garnträger zum Aufspulen eines Filamentfadens, bestehend aus einer zylindrischen
Hülse (1) mit konischen Stirnseiten (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass ein Aufnahmering
(4) an der Stirnseite (3) koaxial verschiebbar angeordnet ist.
2. Garnträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Aufnahmerings
(4) gleich demjenigen der Hülse (1) ist.
3. Garnträger nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenseite
der Hülse (1) mit wenigstens zwei Ringnuten (5, 6) versehen ist.
4. Garnträger nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenseite
des Aufnahmerings (4) mit wenigstens einem Ringnocken (7) versehen ist.
5. Garnträger nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche
des Aufnahmerings (4) aufgerauht ist.
6. Garnträger nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Peripherie
des Aufnahmerings (4) mit Schlitzen (9) versehen ist.
7. Garnträger nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmering
(4) mit einer Vielzahl von axial verlaufenden Profilen (8) versehen ist.
8. Garnträger nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile (8) eine gleiche
Breite aufweisen.
9. Garnträger nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Peripherie
der Stirnseite (3) gezähnt ist.
10. Garnträger nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der eingeschobene
Aufnahmering (4) wenigstens 1 mm über die Peripherie der Stirnseite (3) hinausragt.
11. Verfahren zur Bildung einer Fadenreserve auf dem Garnträger, gemäss den Ansprüchen
1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmering (4) in eine erste Position
(A) zur Aufnahme der Fadenreserve und zur Wicklung ausgezogen und in einer zweiten
Position (B) zum Transport der Spule eingeschoben wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Entnahme der Fadenreserve
der Aufnahmering (4) durch Drehung den zwischen Aufnahmering (4) und Hülse (1) gespannten
Faden löst.