[0001] Die ERfindung betrifft eine Brandschutzverkleidung für Stahlträger von Stahlkonstruktionen,
die durch mindestens eine den zu schützenden Träger oder Konstruktionsteil abdeckende
Schichte aus Gipskarton gebildet ist, die unter Freihaltung von Hohlräumen an diesen
Trägern oder Konstruktionsteilen gehalten ist.
[0002] Bekannte Flammbefestigungen von Stahlträgern bestehen z.B. darin, daß drei Ummantelungen
aus Gipskartonplatten satt aneinandergeklebt und ihrerseits satt mit dem Stahlträger
verklebt sind. Dieser Dreierverbund ist dann noch mechanisch mit Stahlbändern bzw.
Rödeldraht befestigt.
[0003] Diese Flammbefestigungen haben einerseits den Nachteil eines großen Materialaufwandes,
insbesondere im Hinblick auf die Gipskartonplatten, der Arbeitsaufwand ist bei der
Herstellung der Flammbefestigung zufolge des unbedingt notwendigen Dreischichtverbundes
für die bestehenden feuerpolizeilichen Vorschriften, insbesondere für die Klasse F
90 beträchtlich und außerdem muß zusätzlich noch eine mechanische Befestigung durch
Stahlbänder oder Rödeldraht erfolgen, welche feuertechnisch den Nachteil hat, daß
sich im Brandfall diese außen liegenden Stahlbänder bzw. Rödeldraht stark erhitzen
werden und solcherart zu einer vorzeitigen lokalen Zerstörung der Gipskartonplatten
führen.
[0004] Weiters wurde durch die US-PS 4 480 419 und die DD-PS 226 621 eine Brandschutzverkleidung
der eingangs erwähnten Art bekannt. Bei dieser ist jedoch nur eine Ummantelungsschichte
vorgesehen, die im Abstand vom zu schützenden Konstruktionsteil gehalten ist, wobei
die Zwischenräume mit der Umgebung in Verbindung stehen. Dadurch ergibt sich jedoch
der Nachteil, daß die heißen Flammgase in die Zwischenräume eindringen können und
das austretende Kristallwasser mitreißen können, sodaß dieses kaum etwas zur Kühlung
der Ummantelungsschichten beitragen kann. Ziel der Erfindung ist es, diese Nachteile
zu vermeiden und eine Verkleinerung der eingangs erwähnten Art vorzuschlagen, bei
der mit einem geringen Material- und Arbeitsaufwand ein hohes Maß an Beständigkeit
gegen eine Brandeinwirkung erzielt werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Verkleidung mindestens eie weitere
Ummantelungsschichte aus Gipskarton aufweist, die unter Freihaltung von geschlossenen
Hohlräumen durch Distanzhalter im Abstand von der erstgenannten Ummantelungsschichte
gehalten ist, wobei die zwischen dem Träger oder Konstruktionsteil und der ersten
Ummantelung und zwischen dieser und der weiteren Ummantelung gebildeten Hohlräume
in sich gasdicht geschlossen sind.
[0006] Durch den gasdichten Verschluß der Hohlräume wird sichergestellt, daß keine heißen
Flammgase in die Hohlräume eindringen und den durch den Austritt des Kristallwassers
und dessen Verdunstung bedingten Kühleffekt vermindern können, solange die Gipskartonschichten
nicht zerstört sind. Da letzteres erst nach einer entsprechend langen Einwirkdauer
eines Brandes auf die Ummantelung zu erwarten ist, ergibt sich eine entsprechend
hohe Brandbeständigkeit der erfindungsgemäßen Konstruktion. Damit ist es möglich,
mit einer sehr einfachen Konstruktion die Bestimmungen der einschlägigen Sicherheitsvorschriften
zu erfüllen.
[0007] Die Freihaltung der Hohlräume kann dadurch erreicht werden, daß sowohl zwischen dem
Stahlträger und der ersten Ummantelungsschicht als auch zwischen den aufeinanderfolgenden
weiteren Ummantelungsschichten wenigstens Distanzelemente angeordnet sind. Diese Maßnahmen
haben insbesondere verarbeitungstechnisch den Vorteil, daß die Verlegung des Gipskartons
bei der Errichtung der Flammbefestigung in besonders einfacher Weise erfolgen kann.
[0008] Die Freihaltung von Hohlräumen kann erfindungsgemäß auch dadurch erfolgen, daß die
abschnittsweise satt sowohl aneinander als auch am Stahlträger in Anlage kommenden
Ummantelungsschichten jeweils mit Vertiefungen zur Bildung der Hohlräume ausgebildet
sind. Dadurch daß in diesem Fall die Gipskartonplatten satt sowohl am Stahlträger
als auch aneinander in Anlage gebracht werden können, ergibt sich die Möglichkeit
einer besonders schnellen Verarbeitung,zufolge der Vertiefungen ist die freie Abdampfbarkeit
des Kristallwassers im Brandfall gewährleistet.
[0009] Eine Erhöhung der Standzeit der Brandschutzverkleidung im Brandfall kann erreicht
werden, wenn in der Weiterbildung der Erfindung so vorgegangen wird, daß die Ummantelungsschichten
beginnend von der den Stahlträger direkt umgebenden Ummantelungsschicht von innen
nach außen mit einer jeweils geringeren Wandstärke ausgebildet sind.
[0010] Bei einer Brandschutzverkleidung, bei welcher die Ummantelungsschichten aus Platten
zusammengesetzt sind, kann erfindungsgemäß so vorgegangen werden, daß die Platten
jeder Ummantelung weitgehend gasdicht miteinander verbunden sind. Hiedurch ist gewährleistet,
daß der an den den Hohlräumen zugewandten Flächen der Gispkartonummantelung durch
die Verdunstungskälte auftretende Kühleffekt nicht durch heiße Gase aus dem Flammraum
beinträchtigt wird.
[0011] Wieder eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Brandschutzverkleidung
kann dadurch bestehen, daß einem Stahlträger mit I-förmigen Querschnitt der zwischen
erster Ummantelung und I-Träger gebildete Hohlraum durch zick-zack-förmig angeordnete,
plattenförmige Gipskartonzuschnitte unterteilt ist. Auch diese Maßnahmen verlängern
die Standzeit der erfindungsgemäßen Brandschutzverkleidung, da dann, wenn nach lang
andauernder Beflammung bereits lokal die innerste dem Stahlträger zugewandte Umhüllung
zerstört wird, die innen liegenden, durch die I-Form des Stahlträgers bedingten Hohlräume
unterbrochen sind, somit keine Kaminwirkung für die heißen Flammgase vorliegt und
somit auch die Beflammung der Innenseite der Ummantelung und des Stahlträger lokal
begrenzt bleibt.
[0012] Eine andere vorteilhafte erfindungsgemäße Ausführungsform der Brandschutzverkleidung
kann darin bestehen, daß die äußerste Ummantelungsschicht wenigstens bereichsweise
durch eine raumbildende Wandplatte aus Gipskarton gebildet ist. Dies schafft die
Möglichkeit mit Bezug auf die äußerste Ummantelung gesonderte Distanzelemente zur
Schaffung der Freiräume im Bereich der Wandplatte zu vermeiden, sodaß bei einer Zerstörung
der äußersten Ummantelung (Wandplatte) im Brandfall keine direkte Verbindung zur
darauffolgenden inneren Ummantelung vorliegt und somit diese nicht automatisch mitzerstört
bzw. durch die Zerstörung der äußersten Ummantelung beschädigt wird.
[0013] Nachstehend ist die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielsweise
erläutert. Es zeigen Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 5 Querschnitte durch erfindungsgemäße
ummantelte Stahlträger, Fig. 3 einen Querschnitt längs Linie III-III der Fig. 4 durch
einen in einen Wandverbund eingebauten erfindungsgemäß ummantelten Stahlträger mit
I-förmigem Querschnitt und Fig. 4 einen Querschnitt durch diesen Aufbau längs Linie
IV-IV der Fig. 3.
[0014] In Fig. 1 ist mit 1 ein Stahlträger mit Hohlprofil bezeichnet. Die Erfindung ist
aber auf solche Stahlträger nicht beschränkt. Sie findet gleichermaßen vorteilhafte
Anwendung bei Vollstahlträgern oder wie dies noch im Zusammenhang mit Fig. 2 beschrieben
werden wird, auch bei Stahlträgern mit I-förmigem Querschnitt. Auf dem Stahlträger
sind Distanzleisten 2 befestigt, welche eine insgesamt mit 3 bezeichnete Ummantelung
vom Stahlträger in Abstand halten. Diese Ummantelung 3 besteht insgesamt aus vier
Gipskartonplatten 3ʹ, die stumpf aneinandergesetzt sind. Diese Gipskartonplatten 3ʹ
sind durch beliebig verteilte, lokal begrenzte Zonen eines für Gipskartonplatten handelsüblichen
Klebers 4 am Stahlbetonträger befestigt. Solcherart entstehen zwischen der Ummantelung
3 und dem Stahlträger 1 Hohlräume 5, in welche im Brandfall das Kristallwasser des
Gipses abdampfen kann. Die Distanzelemente 2 können entweder durchgehend oder bereichsweise
unterbrochen sein. Nicht zwingend für die Erfindung ist, daß diese Distanzelemente
an allen vier Seiten des Stahlträgers vorgesehen sind. Es erschwert die Anbringung
der Ummantelung 3 nur unwesentlich, wenn solche Distanzelemente nur an zwei einander
gegenüberliegenden Seiten des Stahlträgers vorgesehen sind.
[0015] An jenen Stellen, wo die Gipskartonplatten 3ʹ stumpf aneinander stoßen sind diese
unter Verwendung eines handelsüblichen Klebers miteinander verklebt. In den Eckbereichen
kann die Ummantelung Bandagen aus einem Glasfaservlies oder dgl. aufweisen, das an
den Gipskartonplatten mit Gipsmörtel festgelegt ist. Dies ist strichliert mit 6 in
Fig. 1 bezeichnet.
[0016] An dieser Ummantelung 3 ist eine Ummantelung 7 in der selben Weise unter Freihaltung
von Hohlräumen festgelegt wie die Ummantelung 3 am Stahlträger 1. Die einzelnen Platten
sind mit 7ʹ, die anderen übereinstimmenden Teile wie Distanzleisten und Kleberzonen
mit den selben Bezugszeichen bezeichnet.
[0017] Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Wandstärke der Ummantelungsplatten
3ʹ größer als die Wandstärke der Ummantelungsplatten 7ʹ gewählt wird. Bei einer mehr
als zwei Ummantelungen aufweisenden erfindungsgemäßen Brandschutzverkleidung können
die Wandstärken so gewählt werden, daß die mit bezug auf den Stahlträger erste Ummantelungsschicht
mit der größten Wandstärke und die darauffolgenden Ummantelungsschichten mit einer
im Vergleich hiezu kleineren, vorzugsweise von innen nach außen von Ummantelungsschicht
zu Ummantelungsschicht jeweils abnehmenden Wandstärke ausgebildet sind.
[0018] Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Brandschutzverkleidung für einen Stahlträger mit
I-förmigem Querschnitt. Dieser I-Träger ist mit 8 bezeichnet; im übrigen hat die
Brandschutzverkleidung gemäß Fig. 2 im wesentlichen denselben Aufbau wie die Brandschutzverkleidung
gemäß Fig. 1. Gleiche Teile sind daher mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0019] Fig. 3 und 4 zeigen Grundriß- bzw. Aufrißquerschnitte einer weiteren möglichen Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Brandschutzverkleidung für einen Stahlträger mit I-förmigen
Querschnitt. Die innere Ummantelung entspricht sowohl hinsichtlich des Aufbaus als
auch ihrer Distanzierung vom Stahlträger dem Aufbau gemäß Fig. 2.
[0020] Abweichend von Fig. 2 ist zunächst, daß die beiden einerseits vom Stahlträger und
andererseits von einer Ummantelungsplatte 3ʹ begrenzten Innenhohlräume 9 durch Gipskartonzuschnitte
10 in Teilhohlräume unterbrochen sind. Dies hat den Vorteil, daß im Falle einer lokalen
Zerstörung der innersten Gipskartonplatte 3ʹ im Brandfall die dann über diese Zerstörung
in den Hohlraum 9 einströmenden heißen Flammgase auf einen von den Gipskartonzuschnitten
10 begrenzten Teilhohlraum beschränkt bleiben.
[0021] Mit bezug auf die darauffolgende zweite Ummantelung ist bei dieser erfindungsgemäßen
Ausführungsform so vorgegangen worden, daß diese zweite Ummantelung an zwei Seiten
von raumbildenden Gipskartonplatten 11 gebildet wird. Die Gipskartonplatten 12 ergänzen
diese zweite Ummantelung zu einem geschlossenen Querschnitt. Die Freilassung von Hohlräumen
zwischen der ersten Ummantelung 3 und der durch die Platten 11 und 12 gebildeten zweiten
Ummantelung erfolgt im wesentlichen durch die Distanzelemente 13. Eine besonders vorteilhafte
Ausführungsform bei einer solchen Brandschutzverkleidung kann darin bestehen, daß
die zwischen den Platten 11 und den angrenzenden Platten 3ʹ der inneren Umkleidung
gebildeten Hohlräume völlig frei von Distanzleisten und Kleberzonen belassen werden.
Gegebenenfalls können Distanzelmente 14 an den Stirnseiten der senkrecht zu den Platten
11 verlaufenden Platten 3ʹ der inneren Ummantelung vorgesehen sein. Mit bezug auf
die Distanzelemente 14 ist es von Vorteil, wenn diese lediglich aus lokalbegrenzten
Distanzbereichen bestehen und nicht z.B. aus durchgehenden Leisten, was die Sicherheit
vor Beschädigungen dieser inneren Ummantelung im Falle einer Zerstörung der äußeren
Platten 11 im Brandfall erhöht.
[0022] Die erfindungsgemäße Freihaltung von Hohlräumen bei einer Brandschutzverkleidung
kann gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 auch dadurch erfolgen, daß in den eine
jeweilige Umhüllung 15 bzw. 16 bildenden Platten 15ʹ bzw. 16ʹ Vertiefungen 17 bzw.
18 ausgebildet sind, welche Vertiefungen z.B. kanalartig verlaufen können. Die solcherart
ausgebildeten Platten 15ʹ bzw. 16ʹ können satt an den Stahlträger 1 bzw. an die darunterliegende
Ummantelung aufgeklebt werden, wobei es zufolge der Vertiefungen 18 bzw. 19 automatisch
zu der erfindungsgemäßen Ausbildung von Hohlräumen für das Abdampfen des Kristallwassers
kommt. Gegebenenfalls können auch hier Distanzelemente wie bei 20 Verwendung finden.
Dieses Ausführungsbeispiel wurde an Hand eines Stahlträgers mit Hohlquerschnitt erläutert,
wobei naturgemäß dieses Ausführungsform gleichermaßen bei Stahlträgern mit Vollquerschnitt
bzw. mit I-förmigem Querschnitt zur Anwendung gelangen kann.
[0023] Die vorstehend erläuterten Umhüllungen reichen an beiden Stirnseiten bis an die tragenden
Bauteile des Bauwerkes, wie z.B. Rohboden bzw. Rohdecken, sind dort mit ihren Stirnseiten
mit diesen Bauteilen verklebt und gegebenenfalls noch verspachtelt. Stoßen verschiedene
Umhüllungen aneinander, so sind sie jeweils untereinander verklebt und gegebenenfalls
verspachtelt.
1. Brandschutzverkleidung für Stahlträger von Stahlkonstruktionen, die durch mindestens
eine den zu schützenden Träger oder Konstruktionsteil abdeckende Schichte aus Gipskarton
gebildet ist, die unter Freihaltung von Hohlräumen an diesen Trägernoder Konstruktionsteilen
gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verkleidung mindestens eine weitere Ummantelungsschichte aus Gipskarton aufweist,
die unter Freihaltung von geschlossenen Hohlräumen (5) durch Distanzhalter im Abstand
von der erstgenannten Ummantelungsschichte gehalten ist, wobei die zwischen dem Träger
(1,8) oder Konstruktionsteil und der ersten Ummantelung (3ʹ) und zwischen dieser
und der weiteren Ummantelung (7ʹ) gebildeten Hohlräume in sich gasdicht geschlossen
sind.
2. Brandschutzverkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abschnittweise
satt sowohl aneinander als auch am Stahlträger (1) in Anlage kommenden Ummantelungsschichten
(15,16) jeweils mit Vertiefungen (17,18,19) zur Bildung der Hohlräume ausgebildet
sind. (Fig.5)
3. Brandschutzverkleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ummantelungsschichten(3,7) beginnend von der den Stahlträger (1) direkt umgebenden
Ummantelungsschicht (3) von innen nach außen mit einer jeweils geringeren Wandstärke
ausgebildet sind.
4. Brandschutzverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welcher die Ummantelungsschichten
aus Platten zusammengesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (3,7;3ʹ,7ʹ;3ʹ,11;15ʹ,16ʹ)
jeder Ummantelung weitgehend gasdicht miteinander verbunden sind.
5. Brandschutzverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem Stahlträger (8) mit I-förmigem Querschnitt der zwischen erster Ummantelung
(3) und I-Träger (8) gebildete Hohlraum (9) durch zick-zack-förmig angeordnete plattenförmige
Gipskartonzuschnitte (10) unterteilt ist.
6. Brandschutzverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die äußerste Ummantelungsschicht (11) wenigstens bereichsweise durch eine raumbildende
Wandplatte aus Gipskarton gebildet ist.