(19)
(11) EP 0 253 021 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.01.1988  Patentblatt  1988/03

(21) Anmeldenummer: 86115968.9

(22) Anmeldetag:  18.11.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F42B 14/06, F42B 10/48
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 24.04.1986 DE 3613866

(71) Anmelder: Rheinmetall GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kruse, Heinz-Josef, Dr.-Ing.
    D-4030 Ratingen 1 (DE)
  • Theis, Ulrich, Dr.-Ing. Phys.
    D-4330 Mülheim (DE)
  • Pahnke, Klaus-Dieter, Dipl.-Ing.
    D-5650 Solingen 11 (DE)
  • Becker, Wilfried, Dipl.-Ing.
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Wallow, Peter, Dipl.-Ing.
    D-4000 Düsseldorf 12 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Reichweitenbegrenztes, pfeilstabilisiertes Unterkalibergeschoss für eine Rohrwaffe


    (57) Das zur Pfeilstabilisierung vorgesehene Unterkalibergeschoß (10) ist durch Ausbildung des Bereichs (12) unwuchtig gestaltet und ist durch eine Anstellung des Leitwerks (20) zum Erzielen eines Dralls um die Geschoßlängsachse (A) in eine kritische Drehzahl bringbar, bei welcher Resonanz zur Zerstörung führt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Gegenstand nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs.

    [0002] Bekannt ist ein gattungsgleiches Geschoß aus der DE-PS 24 47 313. Es weist in einem widerstandsstabilisierenden, konischen Heckteil parallel zur Geschoßlängsachse angeordnete Bohrungen auf, welche jeweils konvergent-divergent als Überschalldiffusoren ausgebildet sind (Lochkegelleitwerk). Das bekannte Geschoß zeichnet sich aus durch zuverlässige Reichweitenbegrenzung, wobei es sich vor allem für bei Panzerkanonen übliche Kaliber eignet. Im Kaliberbereich, welcher Maschinenkanonen vorbehalten ist, lassen sich die Bohrungen nicht mehr zum Erzielen - einer hinreichend zuverlässigen- Reichweitenbegrenzung des Geschosses gestalten.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgleiches Geschoß zu schaffen, welches sich auch für den Maschinenkanonen vorbehaltenen Kaliberbereich eignet. Gelöst wird die Aufgabe nach der Lehre des Patentanspruchs mit ihren im kennzeichnenden Teil angegebenen erfinderischen Merkmalen.

    [0004] Dabei erweist sich als vorteilhaft, daß sich die erfinderisch Lehre bei klein- und großkalibrigen gattungsgleichen Geschossen mit vergleichsweise geringem Aufwand verwirklichen läßt.

    [0005] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

    [0006] Es zeigen:

    Figur 1: ein Geschoß nach der Erfindung im seitlichen Aufriß,

    Figur 2: einen Schnitt nach der Linie II-II in Figur 1 und

    Figur 3: einen analogen Schnitt durch ein modifiziertes Geschoß.



    [0007] Gemäß Figur 1 und Figur 2 der Zeichnung ist ein Unterkalibergeschoß 10 mit einem Geschoßkörper 11 und einem Leitwerk 20 mit einer eine Unwucht begründenden (zur Verdeutlichung sehr groß dargestellten) Ausnehmung 12 versehen, welche sich umfangsseitig parallel zur Geschoßlängsachse erstreckt. Die Flügel des Leitwerks 20 sind zum Erzielen eines Dralls auf nicht dargestellte Weise angestellt.

    [0008] Das nach dem Verlassen des Waffenrohres von einem nicht dargestellten Treibkäfig befreite Unterkalibergeschoß 10 wird durch das Leitwerk 20 sehr rasch auf eine hohe Drehzahl um die Geschoßlängsachse A gebracht. Dabei liegt eine untere kritische Drehzahl nk1 nur so kurzfristig vor, daß keine Resonanz eintreten kann. Nach einem raschen Anstieg der Drehzahl nähert sich deren Wert einer oberen kritischen Drehzahl nk2 derart, daß die Zeit ihres Vorliegens ausreicht, um Resonanz mit Zerstörung des Unterkalibergeschosses (10) eintreten zu lassen.

    [0009] Der nachfolgenden Aufstellung ist eine Betrachtung zweier unterschiedlicher Geschosse zugrundegelegt.




    Ansprüche

    Reichweitenbegrenztes, pfeilstabilisiertes Unterkalibergeschoß für eine Rohrwaffe, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) das Geschoß (10) ist auf vorgebbare Weise unwuchtig gestaltet,

    b) das Leitwerk (20) ist zum Erzielen eines Dralls angestellt und

    c) der Drall entspricht zu einem vorgegebenen Zeitpunkt und damit nach Zurücklegen einer entsprechenden Entfernung des Geschosses (10) auf seiner Flugbahn dessen kritischer Drehzahl mit zu seiner Zerstörung führender Resonanz.


     




    Zeichnung







    Recherchenbericht