[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Elektronenstrahlauffänger gemäß dem 0berbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Auffängerausführung geht aus der Druckschrift IEEE Transactions on
Electron Devices, Vol.ED-19, January 1977, Seiten 104 bis 110, als bekannt hervor.
Die zur weichen Landung der aufzufangenden Elektronenstrahlen zur Elektronenstrahlachse
schräg angeordneten Auffangelektroden weisen dabei den gleichen Neigungswinkel auf.
Dem elektrischen Feld ist zusätzlich ein axiales Magnetfeld überlagert.
[0003] Aus der DE-PS 24 49 890 ist ein Elektronenstrahlauffänger für Laufzeitröhren bekannt,
bei dem zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und der Wärmeabführung isolierende
Distanzstücke zwischen den Auffangelektroden mit diesen fest verbunden sind, wobei
diese Elektroden zugleich mit einer Manschette umschlossen sind, deren radiale Wärmeausdehnung
an die der Distanzstücke angepaßt ist. Dieser Elektronenstrahlauffänger weist einen
nach außen zugespitzten rotationssymmetrischen Auffängerboden auf.
[0004] Weiterhin ist aus der DE-PS 23 33 441 eine Lauffeldröhre mit einer ppm- (periodisch
permanentmagnetischen-) Elektronenstrahlbündeleinrichtung und einem Elektronenstrahlauffänger
bekannt, bei dem im Übergangsbereich zwischen zwei Auffangelektroden ein axiales Magnetfeld
(magnetisches Sammellinsenfeld) vorgesehen ist. Der Auffängerboden ist wiederum
rotationssymmetrisch und in Elektronenstrahlrichtung spitzförmig verjüngt.
[0005] Bei einem Elektronenstrahlauffänger von Laufzeitröhren, wie z.B. Wanderfeldröhren,
Rückwärtswellenoszillatoren oder Klystrons, besteht zum einen das Problem, daß der
Auffänger die durch die Verlustleistung des auftreffenden Elektronenstrahls entstehende
Wärme aufnehmen und nach außen ableiten können soll. Zum anderen soll der Elektronenstrahlauffänger
so ausgebildet sein, daß die abgebremsten Elektronen sowie die beim Auftreffen des
Elektronenstrahls auf die Auffängerwandung ausgelösten Sekundärelektronen nicht
in den Entladungsraum zurückgelangen können.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einem Elektronenstrahlauffänger, insbesondere
Mehrstufen-Kollektor für Laufzeitröhren, ein Rücklaufen von abgebremsten Elektronen
und ausgelösten Sekundärelektronen weitgehend zu vermeiden, um insbesondere sehr gute
Linearitätseigenschaften bei hochlinearen Wanderfeldröhren, wie sie für Richtfunkanwendungen
benötigt werden, zu erzielen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Elektronenstrahlauffänger mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand zusätzlicher
Ansprüche.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch
die spezielle abgeschrägte Ausbildung der Auffangelektroden und des Auffängerbodens
die Achselektronen seitlich abgelenkt und somit abgebremst werden. Das Entstehen von
Sekundärelektronen wird durch die verminderte Auftreffgeschwindigkeit der Elektronen
gleichzeitig verringert und ein Rücklaufen der Elektronen weitgehend unterdrückt.
Von besonderem Vorteil ist dabei im Gegensatz zu einem rotationssymmetrischen Auffängerboden
die Abschrägung des Auffängerbodens, da die schnellen Elektronen, die in der Nähe
des Auffängerbodens umkehren oder auch ausgelöste Sekundärelektronen nicht so leicht
in den Wechselwirkungsraum, beispielsweise Wendelraum, zurückflie ßen können. Das
Zurücklaufen der Elektronen wird noch dadurch weiter reduziert, daß die Neigungsebene
des Auffängerbodens zusätzlich gegenüber der Neigungsebene der Auffangelektroden
verdreht ist. Eine weitere Unsymmetrie im Elektronenstrahlauffänger läßt sich vorteilhaft
dadurch realisieren, daß durch einen Querfeldmagnet dem asymmetrischen elektrischen
Feld an der Trennstelle zwischen den Kollektorstufen (Auffangelektroden) ein transversales
Magnetfeld überlagert wird. Damit wird zusätzlich in der Ebene senkrecht zum schrägen
elektrischen Feld ein asymmetrisches Magnetfeld wirksam. Von weiterem Vorteil ist,
zur Reduzierung der Sekundärelektronenanzahl den Auffänger vorzugsweise aus Kohlenstoff
oder aufgerauhtem Molybdän herzustellen.
[0010] Anhand von in den Figuren der Zeichnung rein schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen
soll die Erfindung weiter erläutert werden. Teile, die nicht unbedingt zum Verständnis
der Erfindung beitragen, sind in den Figuren unbezeichnet oder weggelassen. Es zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Zweistufen-Kollektor teilweise im Schnitt und
Fig. 2 eine bevorzugte Ausführungsform des Zweistufen-Kollektors nach Fig. 1 teilweise
im Schnitt.
[0011] Der in den Figuren 1 und 2 dargestellte Zweistufen-Kollektor besteht im wesentlichen
aus der ersten Auffangelektrode (Kollektorstufe) 1, der zweiten Auffangelektrode
(Kollektorstufe) 2 und dem Auffängerboden (Kollektorboden) 3, die in Richtung der
Elektronenstrahlachse 5 hintereinander angeordnet sind. Im Bereich der Elektronenstrahlachse
5 weisen die beiden Auffangelektroden 1, 2 jeweils eine zentrale Elektronenstrahldurchtrittsöffnung
6 auf. Die Ebenen der beiden Auffangelektroden 1 und 2 sind zur Elektronenstrahlachse
5 in einem Winkel α kleiner als 90° geneigt. Der ebene Auffängerboden 3 ist zur Elektronenstrahlachse
5 in einem Winkel ß kleiner als 90° geneigt. Der Neigungswin kel ß des Auffängerbodens
3 ist kleiner als der Neigungswinkel α der Auffangelektroden 1 bzw. 2 .
[0012] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die in einem Winkel ß <90°
zur Elektronenstrahlachse 5 geneigten Ebene des Auffängerbodens 3 zusätzlich gegenüber
der Neigungsebene der Auffangelektroden 1, 2 um einen Winkel γ zwischen 0° und 90°
aus der Zeichenebene gedreht.
[0013] Im Übergangsbereich (Trennstelle) zwischen der ersten Auffangelektrode 1 und der
zweiten Auffangelektrode 2 ist in beiden Ausführungsbeispielen gemäß Figur 1 und Figur
2 ein Querfeldmagnet 4 vorgesehen, der zum Erzeugen eines transversalen Mangetfeldes
dient, dessen Verlauf durch die mit den Buchstaben N bzw. S versehenen Pfeile angedeutet
ist.
[0014] Als Material für den Auffängerboden 3 ist zur Verminderung der Sekundärelektronenemission
Kohlenstoff oder aufgerauhtes Molybdän bevorzugt verwendbar.
Bezugszeichenliste
Bezugszeichen Begriff
[0015]
1 Erste Kollektorstufe
2 Zweite Kollektorstufe
3 Auffängerboden
4 Querfeldmagnet
5 Elektronenstrahlachse
6 Elektronenstrahldurchtrittsöffnung
Elektronenstrahlauffänger für Laufzeitröhren, insbesondere Mehrstufen-Kollektor für
Wanderfeldröhren, mit mehreren, den Elektronenstrahl umgebenden, in Richtung der Elektronenstrahlachse
in einem Winkel α geneigten, hintereinander angeordneten, elektrisch gegeneinander
isolierten Auffangelektroden und einem Auffängerboden, dadurch gekennzeichnet, daß der ebene Auffängerboden (3) zur Elektronenstrahlachse (5) in einem Winkel
ß kleiner als 90° geneigt ist, und daß der Neigungswinkel ß des Auffängerbodens (3)
kleiner als der Neigungswinkel α der Auffangelektroden (1, 2) ist.
2. Elektronenstrahlauffänger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in einem Winkel ß <90° zur Elektronenstrahlachse (5) geneigte Ebene des
Auffängerbodens (3) zusätzlich gegenüber der Neigungsebene der Auffangelektroden (1,
2) um einen Winkel γ zwischen 0° und 90° verdreht ist.
3. Elektronenstrahlauffänger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Übergangsbereich zwischen der ersten Auffangelektrode (1) und der zweiten
Auffangelektrode (2) ein Querfeldmagnet (4) zum Erzeugen eines transversalen Magnetfeldes
angeordnet ist.
4. Elektronenstrahlauffänger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Auffängerboden (3) aus Kohlenstoff oder aufgerauhtem Molybdän besteht.