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EP 0 253 907 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.07.1994 Patentblatt 1994/27 |
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Anmeldetag: 19.07.1986 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B24B 39/04 |
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Verfahren zum Walzen von Querbohrungen aufweisende Zapfen
Forming method for crank journals having cross holes
Méthode de formage pour tourillons ayant des orifices transversals
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.01.1988 Patentblatt 1988/04 |
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Patentinhaber: Wilhelm Hegenscheidt Gesellschaft mbH |
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D-41804 Erkelenz (DE) |
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Erfinder: |
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- Bernstein, Garri, Dr.-Ing.
D-5140 Erkelenz (DE)
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Vertreter: Mayer-Pohske, Joachim-Wolfgang
Rechtsanwälte
Dr. Dettmeier & Partner |
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Schenkelstrasse 17 52349 Düren 52349 Düren (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 146 994 FR-A- 2 491 375
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DE-C- 2 920 889
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- SOVIET INVENTIONS ILLUSTRATED, Derwent Publications Ltd., Week Y 22, 1977, Zusammenfassung
Nr. E 5758, P 61; & SU-A-521 122 (BERSHTEIN G. SH.)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Walzen von mindestens eine Querbohrung aufweisende
Zapfen im Einstichverfahren mit mindestens einer Walzrolle und mindestens einer Stützrolle,
wobei der Durchmesser einer Querbohrung kleiner ist als die Länge des Zapfens und
wobei jede Walzrolle unter einer durch eine gewählte Walzkraft erzeugten und gewünschten
spezifischen Walzkraft auf die Zapfenoberfläche während des Umlaufes einwirkt.
[0002] Zapfen mit Querbohrungen können beispielsweise Lagerzapfen von Kurbelwellen sein.
Um ganz allgemein solche Zapfen, insbesondere von Kurbelwellen, zu walzen, sind bereits
Einrichtungen und Verfahren beispielsweise mit der DE-PS 2146994 bekannt geworden.
Soweit es sich um geschlossene, also ununterbrochene Zapfenflächen handelt, haben
sich diese Einrichtungen und die mit solchen Einrichtungen durchgeführte Verfahrensweise
durchaus bewährt. Die zu solchen Einrichtungen gehörigen Werkzeuge arbeiten üblicherweise
im sogen. Einstichverfahren. Werden mit solchen Einrichtungen und den dazu gehörigen
Werkzeugen Querbohrungen überwalzt, so kommt es zu unerwünschten und in der Regel
unzulässigen Formabweichungen.
[0003] Eine weitere Einrichtung dieser Art ist bekannt geworden durch die SO-PS 521122.
Dort ist in Figur 2 bereits ein Lagerzapfen mit Querbohrung gezeigt, der von den Walzrollen
11 gewalzt wird, wobei die genannte Querbohrung von diesen Walzrollen 11 überrollt
wird. Irgendwelche Maßnahmen zur Verhinderung der unerwünschten und unzulässigen Formabweichung
im Bereich der Querbohrung, verursacht durch die Überwalzung, sind nicht zu erkennen.
[0004] Ausgehend vom beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung somit die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art vorzuschlagen, mit welchem
die Überwalzung von Querbohrungen möglich wird, ohne daß hierbei unzulässige Formtoleranzen
am Werkstück auftreten.
[0005] Ausgehend von dem eingangs beschriebenen Verfahren ist diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß mindestens während des Überwalzens einer Querbohrung die Walzkraft
einer die Bohrung überwalzenden Walzrolle abgesenkt wird, wobei die Walzkraft, die
während des Überwalzens einer Querbohrung auf den Zapfen einwirkt, spätestens im Bereich
einer Oberflächenlängslinie, die quer durch die Mitte der Bohrung verläuft, ein Minimum
erreicht. Das Walzen solcher Zapfen im Einstichverfahren erfolgt kraftschlüssig, damit
eine bestimmte Krafteinwirkung der Walzrollen auf das Werkstück auch tatsächlich erreicht
wird. Bei formschlüssiger Arbeitsweise bestünde das Risiko, daR auf Grund von Maß-
und Formtoleranzen des Werkstückes die am Werkstück tatsächlich auftretende Walzkraft
unzulässig klein oder groß würde. Bei kraftschlüssigem Walzen aber wird nach der Erfindung
eine Walzkraftsteuerung vorgenommen derart, daß im Bereich der Bohrung, also dann,
wenn die jeweilige Walzrolle den Bohrungsbereich überrollt, eine kleinere Walzkraft
vorliegt. Dies ist auch unschädlich, da es nicht primär auf die Walzkraft sondern
vielmehr auf die spezifische Walzkraft ankommt. Dadurch, daß die Walzrolle in den
Bohrungsbereich eintritt, wird die Fläche, mit der die Walzrolle am Werkstück anliegt,
zunächst kleiner, wodurch bei konstanter Walzkraft die Flächenpressung und damit die
Verformung des Werkstückes größer wird. Es muß nun das Bestreben sein, die Veränderungen
der spezifischen Walzkraft während der Überwalzung des Bohrungsquerschnittes so zu
begrenzen, daß unerwünschte Formabweichungen nicht mehr auftreten. Da von den Werkstücken
die notwendigen Walzparameter bekannt sind oder durch Versuche ermittelt werden können,
ist es auch möglich eine Aussage über die notwendige Walzkraft im Bohrungsbereich
zu machen oder ggfls. die richtige Walzkraft für den Bohrungsbereich durch Versuche
zu ermitteln. Es muß also während einer Umdrehung des Werkstückes eine Walzkraftsteuerung
derart erfolgen, daß im Bohrungsbereich die Walzkraft gegenüber der Walzkraft im anderen
Bereich niedriger liegt. Sie soll dort ein Minimum erreichen. Hierdurch kann ein unzulässiger
Anstieg der spezifischen Walzkraft am Werkstück im Bereich neben der Querbohrung verhindert
werden.
[0006] Zwar ist mit der DE-PS 3037688 bereits eine Walzmaschine für Kurbelwellenlagerzapfen
bekannt geworden, bei der eine Walzkraftsteuerung während der Umdrehung des jeweiligen
Kurbelwellenlagerzapfens vorgenommen wird. Mit dieser Walzkraftsteuerung wird jedoch
die Abbiegung der Kurbelwellenspiegel beeinflußt. Irgendein Hinweis eines Zusammenhanges
zwischen der nach dieser Patentschrift vorgenommenen Walzkraftsteuerung und der Überwalzung
von Querbohrungen an solchen Lagerzapfen kann dieser Schrift nicht entnommen werden.
[0007] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Absenkung der Walzkraft
nur soweit erfolgt, bis die spezifische Walzkraft der spezifischen Walzkraft, die
für das Erreichen der geforderten Oberflächenrauhigkeit erforderlich ist, entspricht.
Hierdurch wird eine gute Anpassung an den übrigen zu walzenden Bereich erreicht und
es ist daher auch -wenn überhaupt- eine nur geringe Formabweichung im Bereich der
Querbohrung zu erwarten.
[0008] Es ist weiterhin vorgesehen, daß die minimale Walzkraft im gesamten Bohrungsbereich
des Zapfens angewendet wird. Hierdurch kann die notwendige Walzkraftsteuerung sehr
vereinfacht werden und es kann dennoch insbesondere dann, wenn es sich um Querbohrungen
kleinen Durchmessers handelt, ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden. Eine unzulässige
Formabweichung kann trotz der Vereinfachung bei Querbohrungen genügend kleinen Durchmessers
vermieden werden. Um festzustellen, ob der Durchmesser einer Querbohrung genügend
klein für die Durchführung des vereinfachten Verfahrens ist, genügt ein einfacher
Versuch. Ein solcher Versuch ist auch möglich und zumutbar, da es sich bei solchen
zu walzenden Werkstücken um Massenartikel handelt.
[0009] Ausgestaltend ist nach der Erfindung vorgeschlagen, daß spätestens dann, wenn eine
Walzrolle den Bereich einer Querbohrung erreicht, die Walzkraft soweit abgesenkt ist,
daß sie mindestens im Bereich des größten Bohrungsquerschnittes die spezifische Walzkraft
an der Zapfenoberfläche erzeugt, die der spezifischen Walzkraft, die für den übrigen
Bereich der Zapfenoberfläche angewendet wird, entspricht. Auch hierdurch wird eine
weitere Vereinfachung der Kraftsteuerung erreicht. Es kann die Kraftsteuerung auf
eine einfache Kraftumschaltung reduziert werden, was beispielsweise über eine Hydraulik
besonders einfach möglich ist.
[0010] Weiterhin ist nach der Erfindung vorgesehen, daß mindestens der Beginn der Walzkraftabsenkung
innerhalb einer Umfangslänge von 0 bis 3 mm vor dem Bohrungsanfang liegt. Durch einen
solchen Vorlauf kann erreicht werden, daß am gewünschten Ort eine gewünschte Absenkung
tatsächlich erreicht ist. Weiterhin kann hierdurch eine unerwünschte Formabweichung
infolge zu rascher Walzkraftabsenkung verhindert werden.
[0011] Es ist dann ergänzend noch vorgeschlagen, daß spätestens 3 mm in Umfangsrichtung
hinter der Bohrung die maximale Walzkraft wieder erreicht ist. Auch hierdurch werden
unerwünschte Formunregelmäßig keiten aufgrund eines zu schnellen Anstiegs der Walzkraft
verhindert. Gleichzeitig ist sichergestellt, daß dann, wenn die Walzrolle den Einflußbereich
der Querbohrung verlassen hat, wieder die für den übrigen Bereich notwendige Walzkraft
mit der dieser Walzkraft zugeordneten spezifischen Walzkraft erreicht ist.
[0012] Weiterhin ist nach der Erfindung vorgesehen, daß eine Änderung der Walzkraft nur
in solcher Größe und mit solcher Geschwindigkeit erfolgt, daß einerseits im Bereich
der sich ändernden Walzkraft die geforderten Formtoleranzen und andererseits die geforderten
Oberflächenkennwerte eingehalten werden. Die Grenzen in denen solche Änderungen vorgenommen
werden können, können durch einfache Versuche ermittelt werden. Geforderte Formtoleranzen
und Oberflächenkennwerte sind Vorgaben die einzuhalten sind. Da für die Überwalzung
von Querbohrungen eine Walzkraftänderung erforderlich ist und diese Walzkraftänderung
nur mit einer endlichen Geschwindigkeit erfolgen kann, müssen auch die zugeordneten
Maschinenelemente von einer solchen Leistungsfähigkeit sein, daß die Kraftänderung
ihrer Größe und ihrer Geschwindigkeit nach so vorgenommen werden kann, daß die notwendigen
Formtoleranzen und Oberflächenkennwerte erreicht werden.
[0013] Es ist weiterhin nach der Erfindung vorgeschlagen, daß sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt
des Walzvorganges höchstens eine Walzrolle im Bereich einer Querbohrung befindet.
Hierdurch können unkontrollierte Reaktionen und Kraftabläufe vermieden werden.
[0014] Auch ist nach der Erfindung noch vorgesehen, daß in Umfangsrichtung mindestens im
gesamten Querbohrungsbereich des Zapfens mit einer pulsierenden Walzkraft ungleich
Null gewalzt wird, während im übrigen Bereich mit einer nicht pulsierenden Walzkraft
gewalzt wird, wobei die Walzkraft mit einer Frequenz von 30 - 300 Hz und einer Amplitude
von 10 - 100% ihres örtlichen Minimalwertes pulsiert, wobei die Walzgeschwindigkeit
so abgestimmt ist, daß die tiefsten Stellen der aus dem Maximalwert herrührenden Eindrücke
der Walzrollen, soweit sie bei statischer Belastung entstehen würden, in einem Abstand
aufeinander folgen, der nicht größer als die doppelte Eindruckbreite selbst ist. Da
die pulsierende Walzkraft immer ungleich Null ist, liegt damit bei der pulsierenden
Walzkraft eine Überlagerung einer statischen Grundwalzkraft mit einer pulsierenden
Walzkraft der angegebenen Frequenz und Amplitude vor, die gegenüber einer statischen
Festwalzkraft vom Maximalwert der Amplitude eine bedeutende Steigerung der Verfestigungstiefe
und Mikrohärte bewirkt. Die Werkstückverformung, die von dem pulsierend belasteten
Werkzeug hervorgerufen wird, liegt, soweit sie durch die Pulsierung verursacht wird,
im wesentlichen im elastischen Bereich. Meßbare Oberflächenwelligkeiten entstehen
hierdurch nicht. Es können vielmehr die mit bekannten Glattwalzverfahren erzielbaren
Oberflächenqualitäten erreicht werden. Gleichzeitig gelingt es die statische Walzkraft
bei einem mit dem übrigen Bereich des statisch gewalzten Zapfens vergleichbaren Ergebnis
zurückzunehmen, so daß im Bereich der Querbohrung wieder unzulässige Formabweichungen
vermieden werden können.
[0015] Schließlich ist nach der Erfindung noch vorgeschlagen, daß der Minimalwert der pulsierenden
Walzkraft dem Wert zur Erzielung eines gewünschten Glattwalzergebnisses entspricht
und der Maximalwert der pulsierenden Walzkraft dem Wert zur Erzielung einer gewünschten
Verfestigungstiefe und/oder dem Wert der gewünschten Mikrohärtesteigerung entspricht.
Hierdurch sind Grenzdaten angegeben, die die Erreichung eines gewünschten Walzergebnisses
ermöglichen.
[0016] Es ist zwar aus der DE-PS 2920889 ein Walzverfahren unter Anwendung einer in der
beschriebenen Weise pulsierenden Walzkraft bekannt geworden. Es wird hierbei jedoch
diese pulsierende Walzkraft während des gesamten Walzvorganges angewendet und es ist
dieser Schrift kein Hinweis dahingehend zu entnehmen, daß es vorteilhaft sein könnte,
im Bereich eines Umfanges eines zu walzenden Zapfens einen bestimmten Winkelbereich
pulsierend und mindestens einen anderen Winkelbereich statisch zu walzen.
[0017] In den beigefügten Zeichnungen ist in einem kartesischen Koordinatensystem der Verlauf
der Walzkraft F über dem Drehwinkel phi als Funktikon F (phi) aufgetragen. In den
Figuren 1 a bis d ist hierbei ein Drehwinkelbereich phi von 360° aufgetragen. Der
dort angegebene Kraftverlauf entspricht also dem Kraftverlauf über eine Werkstückumdrehung.
In den genannten Darstellungen ist gleichzeitig ein Bereich B gekennzeichnet, in dem
sich eine Querbohrung befinden soll. Nach Figur 1 a ist während einer Werkstückumdrehung
von 360° die Walzkraft F im wesentlichen konstant. Lediglich im Bereich B, der dem
Querschnittsbereich der Querbohrung entspricht, erfolgt eine Absenkung der Walzkraft
F. Die Absenkung erfolgt nach einer Sinusfunktion bis auf einen Minimalwert Fmin.
Der Minimalwert liegt hierbei mindestens angenähert im Bereich des größten Durchmessers
der Bohrung. Er kann z.B. so bemessen sein, daß sich seitlich neben der Bohrung eine
spezifische Walzkraft einstellt, die der spezifischen Walzkraft entspricht, die am
Zapfen außerhalb des Bohrungsbereiches B auftritt oder von dieser höchsten nur so
weit abweicht, daß sich am Werkstück keine unzulässigen Formabweichungen einstellen.
Die Reduzierung der Kraft nach einer Sinusfunktion sorgt dabei dafür, daß entsprechend
der Lage der Walzrolle über dem Bohrungsquerschnitt die spezifische Walzkraft im augenblicklich
gewalzten Bereich seitlich neben der Bohrung über den gesamten Bohrungsbereich wenigstens
angenähert konstant bleibt.
[0018] Es kann aber auch eine Annäherung an die Funktion der Kraft F (phi) nach Figur 1
a bereits ausreichend sein, um den gewünschten Zweck zu erzielen. Eine solche Annäherung
ist dargestellt in Figur 1 b. Dort ist der Kraftverlauf der Kraft F (phi) im Bereich
B der Bohrung als lineare Abnahme bis auf einen Minimalwert Fmin und linearer Zunahme
dargestellt. Fmin liegt hierbei im Bereich des größten Durchmessers der Querbohrung.
Ein solcher Verlauf der Kraft F über den Drehwinkel phi kann durchaus ausreichend
sein, daß gewünschte Glattwalzergebnis zu erzielen, ohne unzulässige Formtoleranzen
am Werkstück zu erzeugen.
[0019] Insbesondere bei Querbohrungen kleineren Durchmessers kann eine weitere Vereinfachung
des Verlaufes der Kraft F (phi) zu befriedigenden Ergebnissen führen. Ein solcher
Verlauf ist dargestellt in Figur 1 c. Dort wird mit Beginn der Bereichs B der Querbohrung
die Kraft F stufenartig auf den Wert Fmin abgesenkt, der bis zum Ende des Bereiches
B beibehalten wird und dort wieder stufenartig auf den ursprünglichen Wert angehoben
wird.
[0020] Verschiedene äußere Randbedingungen, wie z.B. Duktilitätsgrad des zu walzenden Werkstoffes,
Trägheitsgrad der Walzmaschine und der Walzmaschinensteuerung, können dazu führen,
daß ein Kraftverlauf F (phi) nach Figur 1 c nicht zweckmäßig ist. Dieser Kraftverlauf
kann dann vielmehr ersetzt werden durch einen Verlauf F (phi) nach Figur 1 d. Auch
dort wird im Bereich B der Querbohrung die Kraft F auf den Betrag Fmin abgesenkt.
Die Absenkung geschieht jedoch mit einem gewissen Vorlauf und kann hierbei auch langsamer
erfolgen. Natürlich ist es auch möglich hierbei die Kraft Fmin bereits vor dem Bereich
B zu erreichen. Nachdem der Bereich B mit der Kraft Fmin durchwalzt ist, kann diese
Kraft mit einer gewünschten Anstiegsgeschwindigkeit wieder angehoben werden auf den
ursprünglichen Betrag.
[0021] Figur 2 zeigt im wesentlichen ein kartesisches Koordinatenkreuz wie die Figuren 1a
- d. Es ist Jedoch Bei Figur 2 der Bereich B der Querbohrung vergrößert dargestgellt.
Gleichhzeitig ist bei Figur 2 eine Kraft F'(phi) dargestellt, die in ihrem Verlauf
so sein kann, wie die Kraft F(phi) nach den Figuren 1a - d. In Figur 2 ist als Beispiel
ausgewählt der Kraftverlauf nach Figur 1 d. Im Bereich B und diesem Bereich benachbart
als Ein- und Auslauf, ist die Kraft F'(phi) überlagert von einer pulsierenden Walzkraft
Fp von der Amplitude A. Diese Amplitude kann 10 - 100% des jeweils örtlichen Minimalwertes
F'(phi) betragen. Hierbei können Spitzenwerte F'p durchaus höher liegen als die maximale
Walzkraft F'(phi) im statischen Bereich. Unzulässige Formabweichungen können dennoch
vermieden werden, weil die Werkstückverformung, die durch die Pulsation ausgelöst
wird, im wesentlichen im elastischen Bereich erfolgt.
Da hinsichtlich eines Verfestigungsgrades die Wirkung der pulsierenden Kraft aber
größer ist als die Wirkung einer statischen Walzkraft von der Größe des Maximalwertes
der Amplitude, ist es durchaus möglich, im Bereich B mit dem Maximalwert der pulsierenden
Walzkraft um einen Betrag C unterhalb der statischen Walzkraft zu bleiben.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren kann durchaus mit den zum Stand der Technik beschriebenen
Einrichtungen durchgeführt werden. Hierzu ist erforderlich, daß die Steuereinrichtungen,
die den Kraftverlauf der Walzkraft während einer Umdrehung des Werkstückes steuern,
hinsichtlich ihrer Impulse so eingestellt werden, daß sie eine Kraftsteuerung entsprechend
der Lage der Querbohrung zu den Walzrollen der Walzwerkzeuge durchführen. Vorteilhaft
ist es darauf zu achten, daß der Walzvorgang nicht begonnen wird in einer Drehwinkellage
des Werkstückes, in der die Walzrolle auf der Querbohrung liegt. Wird dieser Zustand
für den Beginn des Walzprozesses vermieden, so verbessert dies die Formgenauigkeit
des Werkstückes und vereinfacht die Steuerung für die Walzkraft.
[0023] Es sollte weiterhin unbedingt darauf geachtet werden, daß immer nur eine einzige
Walzrolle jeweils den Bereich einer Querbohrung überwalzt. Sind in einem Walzwerkzeug
mehrere Walzrollen vorhanden, so hat demzufolge deren Winkelanordnung die Winkellage
der Querbohrungen des zu walzenden Werkstückes zu berücksichtigen.
Weiterhin muß bei den Walzwerkzeugen darauf geachtet werden, daß das Durchmesserverhältnis
von Walzrollen einerseits und am Werkstück anliegender Stützrollen andererseits, derart
ist, daß eine plastische Umformung des Werkstückes ausschließlich von den Walzrollen,
nicht aber von den am Werkstück anliegenden Stützrollen ausgeht.
[0024] Praktische Versuche mit dem erfindungsgemäßen Verfahren haben gezeigt, daß es nunmehr
insbesondere an Kurbelwellen gelingt, die mit Querbohrungen versehenen Lagerzapfen
der Kurbelwelle mit befriedigendem Ergebnis glattzuwalzen, ohne gleichzeitig hierbei
unzulässige Formabweichungen der Lagerzapfen im Bereich der Querbohrungen hinnehmen
zu müssen.
1. Verfahren zum Walzen von mindestens eine Querbohrung (B) aufweisende Zapfen im Einstichverfahren
mit mindestens einer Walzrolle und mindestens einer Stützrolle, wobei der Durchmesser
einer Querbohrung (B) kleiner ist als die Länge des Zapfens und wobei jede Walzrolle
unter einer durch eine gewählte Walzkraft (F(φ)) erzeugten und gewünschten spezifischen
Walzkraft auf die Zapfenoberfläche während des Umlaufes einwirkt, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens während des Überwalzens einer Querbohrung (B) die Walzkraft (F(φ))
einer die Bohrung (B) überwalzenden Walzrolle abgesenkt wird, wobei die Walzkraft
(F), die während des Überwalzens einer Querbohrung (B) auf den Zapfen einwirkt, spätestens
im Bereich einer Oberflächenlängslinie, die quer durch die Mitte der Bohrung (B) verläuft,
ein Minimum (F min) erreicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Absenkung der Walzkraft
(F) nur soweit erfolgt, bis die spezifische Walzkraft der spezifischen Walzkraft,
die für das Erreichen der geforderten Oberflächenrauheit erforderlich ist, entspricht.
3. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die minimale Walzkraft (F min) im gesamten Querbohrungs bereich des Zapfens angewendet
wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
spätestens dann, wenn eine Walzrolle den Bereich einer Querbohrung (B) erreicht, die
Walzkraft (F) so weit abgesenkt ist, daß sie mindestens im Bereich einer Oberflächenlängslinie,
die quer durch die Mitte der Bohrung (B) verläuft, die spezifische Walzkraft an der
Zapfenoberfläche erzeugt, die der spezifischen Walzkraft, die für den übrigen Bereich
der Zapfenoberfläche angewendet wird, entspricht.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens der Beginn der Walzkraftabsenkung innerhalb einer Umfangslänge von 0 -
3 mm vor dem Bohrungsanfang liegt.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
spätestens 3 mm in Umfangsrichtung hinter der Bohrung die maximale Walzkraft wieder
erreicht ist.
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Änderung der Walzkraft nur in solcher Größe und mit solcher Geschwindigkeit erfolgt,
daß einerseits im Bereich der sich ändernden Walzkraft die geforderten Formtoleranzen
und andererseits die geforderten Oberflächenkennwerte eingehalten werden.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Walzvorganges höchstens eine Walzrolle im Bereich
einer Querbohrung (B) befindet.
9. Verfahren nach mindesstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
in Umfangsrichtung mindestens im gesamten Bereich der Querbohrung (B) des Zapfens
mit einer pulsierenden Walzkraft ungleich Null gewalzt wird, während im übrigen Bereich
mit einer nicht pulsierenden Walzkraft (Fp) gewalzt wird, wobei die Walzkraft mit
einer Frequenz von 30 bis 300 Hz und einer Amplitude (A) von 10-100% ihres örtlichen
Minimalwertes pulsiert, wobei die Walzgeschwindigkeit so abgestimmt ist, daß die tiefsten
Stellen der aus dem Maximalwert herrührenden Eindrücke der Walzrollen, soweit sie
bei statischer Belastung entstehen würden, in einem Abstand aufeinander folgen, der
nicht größer als die doppelte Eindruckbreite selbst ist.
1. Process for the rolling of pins having at least one cross-bore (B) by the rolling
pass method using at least one smoothing roller and at least one support roller, wherein
the diameter of a cross-bore (B) is less than the length of the pin, and wherein each
smoothing roller acts on the pin surface during the rotation with a desired specific
rolling force produced through a selected rolling force (F( )), characterised in that
at least during the rolling over a cross-bore (B) the rolling force (F( )) of a smoothing
roller rolling over the bore (B) is reduced, with the rolling force (F) which acts
on the pin during the rolling over a cross-bore (B) reaching a minimum value (F min)
at the latest in the region of a lengthwise surface line which extends transversely
through the centre of the bore (B).
2. Process according to claim 1, characterised in that the reduction of the rolling force
(F) is only carried out until the specific rolling force corresponds to the specific
rolling force which is necessary to achieve the required surface roughness.
3. Process according to at least one of claims 1 and 2, characterised in that the minimum
rolling force (F min) is applied over the whole cross-bore region of the pin.
4. Process according to at least one of claims 1 to 3, characterised in that, at the
latest when a smoothing roller reaches the region of a cross-bore (B), the rolling
force (F) is reduced so much that, at least in the region of a lengthwise surface
line which extends transversely through the centre of the bore (B), it produces the
specific rolling force at the pin surface which corresponds to the specific rolling
force which is utilised for the other regions of the pin surface.
5. Process according to at least one of claims 1 to 4, characterised in that at least
the beginning of the reduction in the rolling force occurs within a circumferential
length of 0 to 3 mm in advance of the onset of the bore.
6. Process according to at least one of claims 1 to 5, characterised in that the maximum
rolling force is achieved again at the latest by 3 mm after the bore in a circumferential
direction.
7. Process according to at least one of claims 1 to 6, characterised in that a change
in the rolling force is only effected with such a magnitude and with such speed that
on the one hand the required shape tolerances are maintained in the region of the
changing rolling force and on the other hand the required surface characteristics
are maintained.
8. Process according to at least one of claims 1 to 7, characterised in that at any point
in time during the rolling process only one smoothing roller at the most is located
in the region of a cross-bore (B).
9. Process according to at least one of claims 1 to 8, characterised in that in the circumferential
direction, at least in the whole region of the cross-bore (B) of the pin, rolling
is effected with a pulsating rolling force which is not equal to zero, while in the
remaining region rolling is effected with a non-pulsating rolling force (Fp), wherein
the rolling force pulsates with a frequency of 30 to 300 Hz and an amplitude (A) of
10 to 100% of its local minimum value, wherein the rolling speed is so tuned that
the lowest points of the impressions of the smoothing roller due to the maximum value,
so far as they have arisen with static loading, follow one another at a spacing which
is not greater than twice the width of the impression.
1. Procédé de laminage, pour tourillons présentant au moins un alésage transversal (B),
suivant le procédé par passes, avec au moins un galet de laminage et au moins un galet
d'appui, le diamètre d'un alésage transversal (B) étant plus petit que la longueur
du tourillon, et chaque galet de laminage agissant sur la surface externe du tourillon,
pendant la rotation, sous une force de laminage spécifique souhaitée et réalisée par
une force de laminage (F(φ)) choisie, caractérisé en ce qu'au moins pendant le laminage
au-dessus d'un alésage transversal (B), la force de laminage (F(φ)) d'un galet de
laminage laminant au-dessus de l'alésage transversal (B) est diminuée, étant entendu
que la force de laminage (F(φ)), qui agit sur le tourillon pendant le laminage au-dessus
d'un alésage (B), atteint le minimum (F min), au plus tard dans la zone d'une ligne
longitudinale de la surface externe passant par le centre de l'alésage (B).
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on abaisse la force de
laminage (F) seulement jusqu'à ce que la force spécifique de laminage corresponde
à la force spécifique de laminage qui est nécessaire pour atteindre la rugosité réclamée
pour la surface externe.
3. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la
force de laminage minimale (F min) est appliquée dans toute la zone de l'alésage transversal
du tourillon.
4. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au plus
tard quand un galet de laminage atteind la zone d'un alésage transversal (B), la force
de laminage (F) est suffisamment abaissée pour qu'au moins dans la zone d'une ligne
longitudinale de la surface externe, passant par le centre de l'alésage (B), elle
produise, sur la surface externe du tourillon, la force spécifique de laminage, qui
correspond à la force spécifique de laminage qui est appliquée sur le reste de la
zone de surface externe du tourillon.
5. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'au moins
le début d'abaissement de la force de laminage est situé à l'intérieur d'une longueur,
suivant la périphérie, de 0 à 3 mm avant le début de l'alésage.
6. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la
force de laminage maximale est atteinte, dans le sens périphérique, au plus tard 3
mm après l'alésage.
7. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'une
modification de la force de laminage est seulement appliquée avec une grandeur telle
et une vitesse telle que, d'une part, dans la zone de la force de laminage en cours
de modification, les tolérances de forme exigées sont maintenues, et que, d'autre
part, les caractéristiques exigées pour la surface sont maintenues.
8. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'à tout
instant de l'opération de laminage où on le désire, au plus un galet de laminage se
trouve dans la zone d'un alésage transversal (B).
9. Procédé suivant au moins l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, dans
la direction périphérique, au moins dans toute la zone de l'alésage transversal (B)
du tourillon, on procède au laminage avec une force de laminage pulsée, différente
de zéro, tandis que, dans la zone restante, on procède au laminage avec une force
de laminage non pulsée F(p), étant entendu que la force de laminage est pulsée avec
une fréquence de 30 à 300 Hz et une amplitude (A) de 10 à 100 % de sa valeur minimale
locale, étant entendu que la vitesse de laminage est déterminée de telle façon que
les points les plus profonds de la pénétration des galets de laminage provenant de
la force maximale de laminage, dans la mesure où elle correspondrait à une charge
statique, se suivent les uns les autres à une distance qui n'est pas plus grande que
le double de la largeur de pénétration elle-même.

