[0001] Die Erfindung betrifft ein Türscharnier für ein Kraftfahrzeug, das aus einem Türteil,
einem Pfostenteil und einem beide Teile schwenkbar verbindenden Bolzen sowie einem
Türfeststeller zur Arretierung der Tür in mindestens einer geöffneten Stellung besteht.
[0002] Derartige Türscharniere sind insbesondere in Personenkraftwagen üblich. Sie stehen
in Konkurrenz zu reinen Türscharnieren mit gesonderten Haltebändern, die den maximalen
Öffnungswinkel der Tür festlegen und in der Regel auch eine Zwischenstellung arretieren,
beispielsweise bei einem Türöffnungswinkel von ca. 45°.
[0003] Der Türfeststeller an den entsprechend ausgerüsteten Türscharnieren arbeitet unter
wesentlich ungünstigeren Angriffsbedingungen als die bekannten Haltebänder, so daß
das entsprechende Scharnier in den Arretierungs- und Endlagen mit sehr hohen Kräften
belastet ist, die auch auf dem Scharnierbolzen lasten. Darüber hinaus ist die Montage
eines derartigen kombinierten Türscharnieres erschwert, da die Verbindung nicht in
allen Schwenkpositionen gelingt. Schließlich sind derartige Scharniere nicht vorübergehend
demontierbar, was bei Fahrzeugherstellern zur Einsparung des Raumbedarfs an Fließbändern
seit neuerer Zeit angestrebt wird; in dieser Weise können die bereits fertig justierten
Scharniere gelöst werden, und die Tür wird nach der gesonderten Komplettierung an
einem anderen Ort später endgültig mit der Karosserie durch Einhängen und Befestigen
der Scharniere zusammengebracht.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Türscharnier der eingangs genannten Art so zu verbessern,
daß die Scharnierbelastung auch in den Anschlag- und Arretierlagen gering ist, ein
demontierbares Türscharnier verwirklicht werden kann und dennoch die üblichen Vorteile
einer Zwischen- und Endarretierung erzielt werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß an einer durch das Eigengewicht
der Tür belasteten, stirnseitigen Flächenpaarung zwischen dem Türteil und dem Pfostenteil
eine Profilierung vorgesehen ist, derart, daß in jeder arretierten, geöffneten Stellung
das Türteil gegenüber dem Pfostenteil bezogen auf die Ausgangslage um einen vorgegebenen
Betrag entlang der Bolzenlängsachse verschoben ist.
[0006] Die Erfindung wendet sich ab von der bisherigen Praxis, bei der mehr oder weniger
starke Federn entlang einer Bahn durch Einsenken in entsprechende Vertiefungen die
Zwischen- oder Endarretierung vornehmen. Statt dessen wird von der Erfindung erstmals
vorgeschlagen, das Türgewicht für diese Zwecke auszunutzen, wobei ein leichtes Absinken
der Tür in der Zwischenstellung und der am weitesten geöffneten Stellung der Tür in
Kauf genommen wird. Diese Absenkung beispielsweise um 2 bis 3 mm ist völlig unschädlich,
da sie außerhalb des Schließbereiches erfolgt und die Zwischenräume zwischen der Tür
und dem Rahmen in der Regel wesentlich größer gewählt werden, beispielsweise 5 bis
7 mm betragen.
[0007] Selbstverständlich kann auch eine Anhebung der Tür gegen die Wirkung der Schwerkraft
zur Verwirklichung der Arretierung in den einzelnen Türstellungen vorgesehen sein.
In diesem Fall ist an entsprechender Stelle innerhalb des Scharnieres eine Feder angeordnet,
die die Aufwärtsbewegung bewirkt, wenn die Profilierung innerhalb des Scharnieres
die entsprechende Türstellung erreicht hat.
[0008] Besonders vorteilhaft ist das Absenken der Türen in den einzelnen Arretierstellungen
unter Ausnutzung der Schwerkraft und zusätzlich die Anbringung einer Feder, um diese
Bewegung zu unterstützen. Das hat den Vorteil, daß bei starken Neigungen des Fahrzeuges
um die Querachse die Schwenkkraftwerte, die zur Überwindung der Arretierung in der
Horizontalen des Fahrzeuges erforderlich sind, im wesentlichen erhalten bleiben. Die
Feder läßt nämlich die Schwankung der Schwerkraftwirkung infolge der Fahrzeugneigung
prozentual geringer werden, wenn beispielsweise das Verhältnis zwischen der
aus der Türschwerkraft in Verschieberichtung wirkenden Kraft und der Federkraft etwa
1:1 bis 1:4 beträgt.
[0009] Aus Raumgründen wird die kreisringförmige Profilierung möglichst eng an den Scharnierbolzen
herangerückt, aus Festigkeits- und Verschleißgründen ist jedoch ein möglichst großer
Kreisring für die Profilierung erstrebenswert. Die Erfindung schlägt diesbezüglich
in Weiterbildung vor, daß eher eine raumsparende Lösung verwirklicht wird, was zum
Beispiel dadurch gelingt, daß das Rastprofil der Profilierung drehsymmetrisch mehrfach
vorhanden ist, ins besondere zweifach. Dadurch lassen sich befriedigendere Scherquerschnitte
und ausreichend niedrige Flankenpressungen erzielen, die ein dauerhafte Lösung garantieren.
[0010] Es ist besonders vorteilhaft, daß jede Profilseite der Profilierung von der Stirnseite
einer Kronenbuchse gebildet wird, und daß jede Kronenbuchse in dem zugeordneten Teil
des Scharnieres befestigt ist, insbesondere eingepreßt ist. Dabei kann an der Außenfläche
jeder Kronenbuchse und an der Innenfläche des entsprechenden Scharnierteils eine Kerbverzahnung
oder ein Vielzahnprofil angebracht sein, abweichend davon ist auch die Kerbverzahnung
nur an dem einen Teil möglich, wobei dann beim Einpressen die sich ergebende Formangleichung
eintritt. Da auf die Kronenbuchse erhebliche Momente wirken, ist ein fester Sitz in
dem jeweiligen Scharnierteil unerläßlich.
[0011] Unabhängig von der Ausbildung der jeweiligen Profilierung und der Scharnierteile
ist hervorzuheben, daß in den jeweiligen Rastpositionen der Tür der Scharnierbolzen
nicht gesondert beansprucht wird, also lediglich die Scharnieraufgabe übernimmt. Die
Profilierung ist nämlich insoweit kräfteneutral. Bei drehsymmetrischen Profilierungen,
die sich also um den Umfang wiederholen, ist auch bei Überwindung der Arretierungen
keine erhöhte Bolzenbelastung feststellbar, da von den Profilierungsflächen lediglich
Drehmomente übertragen werden, die von den jeweiligen Scharnierteilen direkt ohne
Querkräfte aufgenommen werden.
[0012] Die Erfindung kann sowohl an Türscharnieren verwirklicht werden, bei denen beide
Türscharniere im wesentlichen unlösbar miteinander verbunden sind, als auch bei sogenannten
steckbaren Türscharnieren, die unter Beibehaltung der jeweiligen Justierung wieder
ausgehängt werden können, beispielsweise nach der Lackierung einer kompletten Fahrzeugkarosserie
zur gesonderten Installation der Einbauten und Verkleidungen vor der endgültigen Montage
der inzwischen im Innenraum vervollständigten Karosserie. In beiden Fällen sind nämlich
sich gegenüberliegende Stirnflächen der beiden Scharnierteile vorhanden, an denen
die Profilierung angebracht werden kann. Auch die Axialverschiebbarkeit des einen
Scharnierteils gegenüber dem anderen kann in beiden Fällen verwirklicht werden, wobei
im letzteren Fall die Bolzenlagerung in Bolzenlängsrichtung entsprechend spielbehaftet
ist.
[0013] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung, die in der Zeichnung dargestellt
sind, näher erläutert; in der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine Ansicht eines Türscharniers gemäß der Erfindung in einem ersten Ausführungsbeispiel,
Figur 2 eine Ansicht gemäß Figur 1 eines weiteren Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes
Türscharnier,
Figur 3 eine auseinandergezogene Seitenansicht zweier die Profilierung tragender Kronenbuchsen
zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen Scharnier,
Figur 4 eine Ansicht der beiden Kronenbuchsen gemäß Figur 3 in einer arretierten Zwischenlage
und
Figur 5 eine Ansicht gemäß Figur 4 der Kronenbuchsen in der am weitesten geöffneten
Türstellung.
[0014] In der Figur 1 ist ein PKW-Türscharnier wiedergegeben, das im wesentlichen aus einem
anschraubbaren Pfostenteil 1, einem gleichfalls anschraubbaren Türteil 2 und aus einem
Bolzen 4 besteht. Zur Befestigung an den jeweiligen Fahrzeugteilen sind Anschraublöcher
3 vorgesehen. Bei dem dargestellten Türscharnier umgreift das Türteil 2 mit seinen
beiden Augen 6 ein mittleres Auge 7 des Pfostenteils 1, wobei der Bolzen 4 mit Hilfe
einer Rändelung 5 unverrückbar in dem Türteil 2 verankert ist.
[0015] Zwischen dem oberen Auge 6 des Türteiles 2 und dem Auge 7 des Pfostenteiles 1 liegen
die Stirnflächen zweier Kronenbuchsen 10 und 11 aufeinander, die einerseits dem Türteil
2 und andererseits dem Pfostenteil 1 zugeordnet sind. Die profilierte Teilfuge 12
ist in der Figur 1 lediglich vereinfacht dargestellt, die Einzelheiten der Profilierung
können den Figuren 3 bis 5 entnommen werden. Wie angedeutet, sind die Kronenbuchsen
10 und 11 mit ihren Schäften in die jeweiligen Augen 6 und 7 eingepreßt, so daß sie
feste Bestandteile der jeweiligen Scharnierteile 2 und 1 sind. Die Erläuterung der
Funktionsweise erfolgt ebenfalls anhand der Figuren 3 bis 5. Zur Aufrechterhaltung
der Funktion über eine längere Zeitperiode und zum Schutz gegen Eindringen von Verunreinigungen
sind die Kronenbuchsen 10 und 11 im Bereich der Teilfuge 12 von einer Gummimanschette
13 umschlossen, die vorzugsweise mit Fett gefüllt ist.
[0016] Zwischen dem unteren Auge 6 des Türteiles 2 und der entsprechenden Seite des Auges
7 des Pfostenteiles 1 befindet sich eine Gummifeder 16 in Form einer Elastomerscheibe,
die die Wirkung der Schwerkraft der Tür unterstützt bzw. überlagert. Die Gummifeder
ist an tatsächlich ausgeführten Scharnieren so ausgelegt, daß sie in der zusammengedrückten
Stellung, die sich in der Schließlage der Tür ergibt, ca. 1000 bis 1500 kN aufbringt,
während die Tür eine Schwerkraft von ca. 250 kN aufbringt. Im Inneren der Gummifeder
16 befindet sich noch eine Anschlaghülse 17, die den axialen Verschiebeweg des Türteiles
2 gegenüber dem Pfostenteil 1 begrenzt. Bei der Darstellung in der Figur 1 befindet
sich das Türteil 2 gerade in einer Arretierstellung, so daß es gegenüber dem Pfostenteil
1 um einige Millimeter abgesenkt ist.
[0017] Sobald das Türteil 2 in die Schließlage verschwenkt wird, sorgt eine Spreizung innerhalb
der Teilfuge 12 infolge der Profilierung für eine Anhebung des Scharnierteiles 2 gegenüber
dem Pfostenteil 1, so daß die Hülse 17 an der Unterseite des zu dem Pfostenteil 1
gehörenden Auges 7 anliegt. In dieser Lage ist das Scharnier in Axialrichtung des
Bolzens 4 spielfrei. Zur leichteren Beweglichkeit kann zwischen der Gummifeder 16
und/oder der Hülse 17 einerseits und der Unterseite des Auges 7 andererseits eine
Scheibe beispielsweise aus PTFE eingefügt sein.
[0018] Bei dem in der Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel eines Türscharniers gemäß
der Erfindung ist das Pfostenteil 1ʹ als Anschweißlasche ausgebildet, während das
Türteil 2 in herkömmlicher Weise mit Hilfe der Anschraublöcher 3 an der Tür unter
Zuhilfenahme von Bolzen festgeschraubt wird. Ein weiterer Unterschied dieses Ausführungsbeispiels
gegenüber dem vorangehend beschriebenen besteht darin, daß es sich um ein steckbares
Türscharnier handelt, bei dem nach der endgültigen Justierung der Einzelteile eine
vorübergehende Demontage möglich ist, ohne die Justierung aufgeben zu müssen. Erst
nach der endgültigen Montage erhält das Scharnier seinen festen Zusammenhalt, was
nachfolgend noch genauer erläutert wird.
[0019] In das dem Türteil 2 zugeordnete Auge 6ʹ und das dem Pfostenteil 1ʹ zugeordnete Auge
7 sind jeweils Kronenbuchsen 10 und 11 in der vorangehend beschriebenen Weise eingepreßt
oder in sonstiger Weise befestigt. Auch die profilierte Teilfuge 12 ist wiederum durch
eine fettgefüllte Gummimanschette 13 abgedichtet. Innerhalb der dem Auge 6ʹ zugeordneten
Kronenbuchse 10 ist der Scharnierbolzen 4ʹ drehbar gelagert, wobei eine als Anschlag
dienende Verdickung 24 etwa in Bolzenmitte das Herausgleiten nach oben verhindert.
An dem nach oben weisenden freien Ende des Bolzens 4ʹ ist hinter einer Anlagescheibe
20 eine Stauchung 21 zur Bildung einer nietähnlichen Konstruktion vorhanden, die den
axial um einen bestimmten Betrag verschiebbaren Bolzen 4ʹ in der abwä rts gerichteten
Bewegungsrichtung auffängt.
[0020] Diese mit dem Türteil 2 gebildete Lagereinheit des Bolzens 4ʹ weist eine frei hervorstehende
untere Bolzenhälfte auf, die beliebig oft in das Auge 7 des Pfostenteils 1ʹ eingesteckt
werden kann. In dieser Weise ist eine vorübergehende Montage bei der Fertigung eines
Fahrzeuges sehr leicht möglich. Wenn das Türscharnier gemäß der Figur 2 endgültig
zusammengebaut werden soll, wird mit Hilfe eines Schraubenbolzens 23 unter Benutzung
einer Unterlegscheibe 22 das Auge 7 unverrückbar an der frei hervorstehenden Bolzenhälfte
angeschraubt, wobei die Verdickung 24 von der anderen Seite her als Anschlag benutzt
wird.
[0021] Wiederum ist in der Figur 2 eine abgesenkte Türstellung wiedergegeben, also die Stellung
der Zwischenarretierung, in der das Türteil 2 gegenüber dem Pfostenteil 1ʹ um einen
vorgegebenen Betrag abgesenkt ist, der zwischen der Scheibe 20 und der Oberseite des
Auges 6ʹ feststellbar ist. In der geschlossenen Scharnierstellung ist dieser Zwischenraum
durch die Spreizung infolge der Profilierung an der Teilfuge 12 aufgezehrt. Es ist
deutlich erkennbar, daß bei diesem Ausführungsbeispiel keine Federunterstützung der
Türschwerkraftwirkung vorhanden ist.
[0022] In den Figuren 3 bis 5 wird die Wirkungsweise eines bestimmten Ausführungsbeispiels
stellvertretend für eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten erläutert. Die dargestellte
Profilierung ist auf der dem Betrachter abgekehrten Seite drehsymmetrisch nochmals
vorhanden, so daß sich bei der Bewegung der beiden Kronenbuchsen 10 und 11 gegeneinander
lediglich Drehmomente ergeben, die ohne Querkrafteinwirkung auf den die beiden Buchsen
10 und 11 durchquerenden Scharnierbolzen sind.
[0023] An der dem Türteil zugeordneten Kronenbuchse 10 befindet sich ein Vorsprung 31, der
in der geschlossenen Lage der Tür auf der darunterliegenden Fläche der dem Pfostenteil
zugeordneten Kronenbuchse aufliegt. In der Figur 3 ist zur Verdeutlichung eine auseinandergezogene
Stellung wiedergegeben, in der sich die genannten Flächen nicht berühren. In der Berührlage
liegen auch die beiden Anlageflächen 37 und 38 aufeinander, so daß insgesamt eine
solide Abstützung der beiden Kronenbuchsen 10 und 11 aufeinander vorhanden ist.
[0024] Beim Öffnen der Tür wird die obere Kronenbuchse 10 gegenüber der feststehenden, unteren
Kronenbuchse 11 verdreht, wobei der Vorsprung 31 zunehmend auf eine Einsenkung 34
an der unteren Kronenbuchse 11 zuwandert. In der Figur 4 ist die Deckungslage des
Vorsprungs 31 mit der Einsenkung 34 wiedergegeben. Hierdurch wird eine Zwischenarretierung
der Tür erreicht, beispielsweise bei einem Öffnungswinkel von ca. 45°. Es ist deutlich
zu erkennen, daß in der Deckungslage die obere Kronenbuchse 10 sich naher an die untere
Kronenbuchse 11 heranbewegt hat als in der Ausgangslage oder Schließlage der Tür.
[0025] Aus der Zwischenarretierungslage kann die Tür sowohl weiter geöffnet als auch wieder
geschlossen werden, wobei jeweils Schrägflächen an den seitlichen Begrenzungen der
Einsenkung 34 das Herausschwenken aus der Deckungslage erleichtern. Es sei angenommen,
daß die Tür weiter in die maximale Öffnungslage verschwenkt wird. Die sich dann ergebende
Relativlage ist in der Figur 5 wiedergegeben.
[0026] Auf dem Wege in diese Lage mußte zunächst eine hängende Anschlagfläche 32 an der
oberen Kronenbuchse 10 die entsprechende Schräge der Begrenzung der Einsenkung 34
hinaufgleiten, bis das obere Niveau eines Steges 35 erreicht ist. Die Relativlage
der beiden Kronenbuchsen zueinander auf diesem Niveau entspricht dem Ausgangsniveau,
also der Schließlage der Tür. Innnerhalb des Vorsprunges 31 befindet sich eine Kerbe
36, die in der maximalen Öffnungslage der Tür mit dem Steg 35 zur Deckung kommt. Außerdem
liegen in dieser Lage die hängende Anschlagfläche 32 sowie eine stehende Anschlagfläche
33 an der unteren Kronenbuchse 11 aneinander.
[0027] Während eine weitere Verdrehung der beiden Kronenbuchsen 10 und 11 über diese maximale
Öffnungsl age hinaus infolge der Anschlagflächen 32 und 33 unmöglich ist, kann eine
Verschwenkung in Richtung der Schließlage wiederum relativ einfach gegen einen bestimmten
Widerstand durchgeführt werden. Dieser resultiert aus den schrägstehenden Flanken
der Kerbe 36 und des Steges 35, die bei entsprechendem Kraftaufwand eine Aufwärtsbewegung
der oberen Kronenbuchse 10 gegenüber der unteren bewirken.Auf dem Wege in die Schließlage
wird die Zwischenarretierungslage mehr oder weniger schnell überwunden, wobei bei
einer zügigen Durcheilung, wie die Praxis gezeigt hat, die Arretierungskräfte in einem
geringeren Maße zu spüren sind als bei einer langsamen Schwenkbewegung der Tür.
[0028] Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß die vorangehend beschriebene Profilierung der
Kronenbuchsen 10 und 11 in völlig anderer Weise geschehen kann, beispielsweise durch
einen einzigen Vorsprung an dem Türteil und zwei Einsenkungen an dem Pfostenteil.
Die Wahl hängt auch von den Winkelabständen zwischen den einzelnen Arretierungsstellungen
ab. Die gezeigte Ausführung eignet sich bereits für geringe Winkel und schwere Türen,
also für einen sehr ungünstigen Belastungsfall.
[0029] Je nach gewünschtem Spiel werden die Flankenabstände zueinander ausgewählt. Wenn
eine Spielfreiheit in den einzelnen Arretierungslagen angestrebt wird, ist darauf
zu achten, daß in den Arretierungslagen die Flanken tragen und nicht die Profilgründe.
Bei dieser Ausführung besteht ein weiterer Vorteil darin, daß selbst bei einer geringfügigen
Abnutzung der Flanken die Spielfreiheit beibehalten wird, da aufgrund der spielbehafteten
Profil gründe ein weiteres Nachsacken dem Verschleiß entsprechend ohne Folgen bleibt,
die Flanken jedoch nach wie vor in der Anlage gehalten werden.
[0030] Es ist ohne weiteres erkennbar, daß die Profilierungen auch direkt in die Augen 6
und 7 bzw. 6ʹ und 7 eingelassen werden können bzw. als Ringe dort befestigt werden
können. Es kommt lediglich darauf, daß ein fester Verbund des Profils mit dem jeweiligen
Auge vorhanden ist.
[0031] Bei der Lagerung des Bolzens 4 bzw. 4ʹ geht die Erfindung bekannte Wege. Es werden
also Mehrschichtenlager verwendet, die als Lappen oder Buchse für eine wartungsfreie,
spielfreie und gegenüber Spitzenbelastungen elastische Lagerung sorgen. Dabei ist
hervorzuheben, daß die jeweiligen Innenbohrungen der Kronenbuchsen 10 und 11 ohne
weiteres als Lagerfläche dienen kann, wenn sie entsprechend bearbeitet ist. Als Werkstoff
kommen Vergütungsstähle oder Einsatzstähle in Frage, die die Ausbildung harter Profilflächen
bei zähen Profilkernen gestatten. Auch diesbezüglich geht die Erfindung im wesentlichen
bekannte Wege.
[0032] Die Neigung der Flanken an den jeweiligen Profilierungen entscheidet über die Größe
der Arretierungskraft bzw. über die Größe der Kraft, die zur Überwindung der Arretierung
aufgewendet werden müssen. Je größer die Schrägstellung sein kann, desto schwächer
kann die Profilierung insgesamt ausgeführt werden, da die auftretenden Scherkräfte
gering sind. Die Schräge der Flanken hängt also in erster Linie von dem Türgewicht
und von den geforderten Arretierungskräften ab. An ausgeführten Scharnieren werden
Winkel von ca. 10° gegenüber der Vertikalen angewendet.
[0033] Aus Kostengründen empfiehlt sich die Verwendung des erfindungsgemäßen Scharnieres
an einer Fahrzeugtür lediglich bei einem Scharnier, und zwar an demjenigen, das die
beste Verankerung aufweist. In der Regel ist das an dem Türpfosten das untere Scharnier,
da der Pfosten in der Bodengruppe in der Regel sehr solide verankert ist. Selbstverständlich
können beide Scharniere erfindungsgemäß gestaltet sein, also zur Arretierung durch
Absenken der Tür herangezogen werden. Da sich dabei die Lasten auf größere Flächen
verteilen, können dann die entsprechenden Bauteile schwächer ausgeführt werden.
[0034] Das Türscharnier gemäß der Erfindung sieht also im normalen Betrieb eine vertikale
Bewegung der gesamten Tür entlang der Drehachsen der in der Regel benutzten zwei Scharniere
vor. Die se Besonderheit kann noch in folgender Weise ausgenutzt werden:
Bei besonders strömungsgünstigen Fahrzeugen entstehen im Seitenfensterbereich anliegende
Luftströmungen sehr hoher Geschwindigkeiten, die einen entsprechend geringen statischen
Druck aufweisen. In Verbindung mit einem wesentlich höheren Staudruck im Inneren des
Fahrzeuges kommt es trotz stabiler Fensterrahmen oftmals zu einem Abheben der Fensterrahmen
von den Türdichtungen und zu einem schlagartigen Zurückfallen, wenn ein Druckausgleich
hat stattfinden können. Danach wiederholt sich der Vorgang, so daß mit sehr starken
Geräuschen verbundene Schwingungen entstehen. Das Türscharnier gemäß der Erfindung
bietet ideale Voraussetzungen, diesem Nachteil dadurch zu begegnen, daß die Tür in
der geschlossenen Stellung mit Hilfe eines Paares von Schrägen angehoben wird, und
zwar über das Nieveau der Tür im Schwenkbereich außerhalb der arretierten Stellungen
hinaus. Der Fensterrahmen kann bei dieser Anhebbewegung hinter einer Art Anschlag
bzw. Haltekante, beispielsweise auf der Oberseite des Fensterrahmens, geschoben werden,
so daß ein zusätzlicher Halt vorhanden ist.
[0035] Diese Besonderheit ist selbstverständlich unabhägig von der Ausbildung der Profilierung
für die arretierten Stellungen nutzbar, so daß für dieses Merkmal gesondert Schutz
nachgesucht wird.
1. Türscharnier für ein Kraftfahrzeug, bestehend aus einem Türteil, einem Pfostenteil
und einem beide Teile schwenkbar verbindenden Bolzen sowie einem Türfeststeller zur
Arretierung der Tür in mindestens einer geöffneten Stellung der Tür, dadurch gekennzeichnet, daß an einer durch das Eigengewicht der Tür belasteten, stirnseitigen Flächenpaarung
zwischen dem Türteil (2) und dem Pfostenteil (1) eine Profilierung (12) vorgesehen
ist, derart, daß in jeder arretierten, geöffneten Stellung das Türteil (2) gegenüber
dem Pfostenteil (1) bezogen auf die Ausgangslage um einen vorgegebenen Betrag entlang
der Bolzenlängsachse verschoben ist.
2. Türscharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung in Richtung der Schwerkraftwirkung erfolgt.
3. Türscharnier nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verschiebung der beiden Teile (2, 1) zueinander eine Feder (16) vorgesehen
ist, die gegebenenfalls die Schwerkraftwirkung unterstützt.
4. Türscharnier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen der aus der Türschwerkraft in Verschieberichtung wirkenden
Kraft und der Federkraft etwa 1:1 bis 1:4 beträgt.
5. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierung drehsymmetrisch mehrfach vorhanden ist, insbesondere zweifach.
6. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede Profilseite der Profilierung von der Stirnseite einer Kronenbuchse (10,
11) gebildet ist, und daß jede Kronenbuchse (10, 11) in dem zugeordneten Teil (2,
1) befestigt ist, insbesondere eingepreßt ist, gegebenenfalls unter Bildung oder unter
Zuhilfenahme einer Kerbverzahnung .
7. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierung aus einem abwärts gerichteten Vorsprung (31) an dem Türteil
(2) und aus mindestens einer entsprechend geformten Einsenkung (34) an dem Pfostenteil
(1) besteht.
8. Türscharnier nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsprung (31) eine Kerbe (36) trägt, daß die eine seitliche Begrenzung
der Einsenkung (34) als beidseitig freistehender Steg (35) ausgebildet ist, und daß
in Deckungslage des Steges (35) mit der Kerbe (36) eine weitere Offenstellung arretiert
ist, insbesondere die maximale Offenstellung.
9. Türscharnier nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Begrenzung des Vorsprungs (31) bei Deckungs
lage des Steges (35) mit der Kerbe (36) an einem Anschlag (33) außerhalb des Steges
(35) anliegt.
10. Türscharnier nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Flanken jedes Vorsprungs (31), jeder Einsenkung (34), jeder Kerbe
(36) und jedes Steges (35) um ca. 10° zur Vertikalen geneigt angeordnet sind.
11. Türscharnier nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß in den jeweiligen Deckungslagen von Vorsprung (31) und Einsenkung (34) bzw.
von Kerbe (36) und Steg (35) die Flanken aneinanderliegen und die jeweiligen Profilgründe
freiliegen.
12. Türscharnier nach einem der Ansprüche 3 bis 11, bei dem das Pfostenteil den inneren
Scharnierteil und das Türteil den beidseitig den inneren Scharnierteil umgreifenden,
äußeren Scharnierteil bildet, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Profilierung (12) zwischen der oberen Flächenpaarung und die Feder
als Elastomerscheibe zwischen der unteren Flächenpaarung befindet.
13. Türscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem zur vorübergehenden Demontage
die eine Hälfte des Bolzens in dem einem Teil gelagert ist und die andere Hälfte zum
Einstecken in das andere Teil frei hervorragt und nach der endgültigen Montage in
dem eingesteckten Teil befestigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerung der einen Bolzenhälfte in dem einen Teil (2) in Längsrichtung spielbehaftet
ist.
14. Türscharnier nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (4) am Ende der gelagerten Hälfte einen Teller (20) trägt.
15. Türscharnier nach Anspruch 3, 4 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Teller (20) und dem Teil des Scharniers (6), in dem die Bolzenhälfte
gelagert ist, eine Elastomerscheibe als Feder angeordnet ist.
16. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schließstellung infolge der Profilierung und der Spielbegrenzung durch
die Scharnierteile (1, 2) das Türscharnier in Längsrichtung des Bolzens (4) spielfrei
ist.
17. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierung von einer gegebenenfalls fettgefüllten Gummimanschette (13)
umgeben ist.
18. Türscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierung ein Paar von zwei Schrägen enthält, die die Tür im geschlossenen
Zustand um einen vorgegebenen Betrag über das Niveau außerhalb der Arretierstellungen
anheben.