[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Warenabzugswalze für Flachstrickmaschinen, mit
einzelnen, auf einer Abzugswelle drehbar gelagerten Walzenelementen und zwischen den
Walzenelementen mit axialem Spiel zu diesen angeordneten, von den Walzenelementen
überdeckten Zwischenringen, die mit der Abzugswelle drehfest und mit je einem Walzenelement
drehfedernd verbunden sind. Eine derartige Warenabzugswalze ist beispielsweise durch
die DE-PS 33 31 052 bekannt geworden.
[0002] Bei allen maschenbildenden Maschinen ist es erforderlich, die in den Nadelhaken hängenden
Maschen unter Spannung zu halten, weil beim Arbeiten der Nadel zum Stricken der nächsten
Masche bzw. Maschenreihe sonst Fehler auftreten könnten. Die Nadelzunge, die bei der
Maschenbildung durch ihre Schwenkbewegung den Nadelhaken öffnet und schließt, würde
nämlich bei einer lose hängenden Masche nicht einwandfrei gesteuert.
[0003] Um die Maschen unter Spannung zu halten, sind unterschiedliche Warenabzugseinrichtungen
bekannt geworden. Die bei Flachstrickmaschinen am häufigsten verwendete Warenabzugseinrichtung
ist eine solche mit einer Warenabzugswalze wie eingangs beschrieben. Das Gestrick
wird von den Walzelementen abgezogen. Diese kurzen Walzenelemente sind auf die mit
einer Keilnut versehene Abzugswelle aufgeschoben und mit einem Stift versehen, in
den eine Zugfeder eingehängt ist. Jedem Walzenelement ist eine Scheibe oder ein Zwischenring
zugeordnet, der eine in die Keilnut ragende Nase aufweist und damit drehfest mit der
Abzugswelle verbunden ist. Die Zugfeder jedes Walzenelements ist am anderen Ende mit
dem zugehörigen Zwischenring verbunden, so daß sich die Walzenelemente federnd gegenüber
der Abzugswelle drehen können.
[0004] Dreht sich nun die Abzugswelle, dann drehen sich die Zwischenringe synchron mit der
Abzugswelle, während die Walzenelemente, die das Gestrick nach unten ziehen sollen,
von diesem unterschiedlich beeinflußt werden. Da über die gesamte Arbeitsbreite der
Warenabzugswalze unterschiedliche Abzugskräfte herrschen, drehen sich die Abzugswalzen
durch die zwischengeschalteten Zugfedern asynchron gegenüber der Abzugswelle über
einen bestimmten Bereich, und die verschiedenen Gestrickspannungen, die über die gesamte
Gestrickbreite auftreten, werden ausgeglichen.
[0005] Im unbelasteten Zustand der Warenabzugswalze ist zwischen den Walzenelementen und
den Zwischenringen ein Spiel vorgesehen, so daß sich jedes Walzenelement unbeeinflußt
vom benachbarten Walzenelement und durch die Zugfeder zum zugehörigen Zwischenring
auf Drehspannung gehalten über einen bestimmten Drehbereich unterschiedlich drehen
kann. Das Gestrick hat nun je nach Maschenbildung in den meisten Fällen das Bestreben,
sich in der Breite zusammenzuziehen, so daß Axialkräfte auf die Walzenelemente auftreten
und die Walzenelemente über die Zwischenringe zum Anlegen aneinander kommen. Hierdurch
wird eine unterschiedlich große Drehreibung erzeugt, so daß benachbarte Walzenelemente
nicht ungestört ausgleichend arbeiten können. Wird nämlich ein Walzenelement vom Gestrick
und von der zugehörigen Zugfeder in Drehbewegung versetzt, so wird durch die auftretende
Reibkraft zum benachbarten Walzenelement dieses entweder mitgenommen, oder das sich
drehende Walzenelement wird am Drehen gehindert.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Warenabzugswalze der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, bei welcher benachbarte Walzenelemente unabhängig voneinander arbeiten
können, sich also nicht gegenseitig beeinflussen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß Mittel vorgesehen sind, die
zwischen einander zugekehrten Stirnflächen axial aufeinanderfolgender Zwischenringe
einen Mindestabstand festlegen und sicherstellen, der größer ist als der axiale Abstand
der mit diesen Stirnflächen in Kontakt kommenden beiden Stirnflächen des jeweiligen
Walzenelements.
[0008] Mit diesem Aufbau wird erreicht, daß ein axialer Druck von einem Walzenelement jeweils
nur auf einen Zwischenring, nicht aber auf ein oder mehrere benachbarte Walzenelemente
übertragen werden kann und somit die gegenseitige Beeinflussung der Walzenelemente
völlig aufgehoben ist.
[0009] Vorzugsweise sind die Zwischenringe in axialer Richtung unverschiebbar starr mit
der Abzugswelle verbunden. Sie können dabei mit der Abzugswelle verschraubt oder verstiftet
sein.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß zwischen
den Zwischenringen sich axial erstreckende, an die Zwischenringe anstoßende Distanzstücke
vorgesehen sind.
[0011] Die Distanzstücke können dabei in eine Keilnut der Abzugswelle, in die Nasen der
Zwischenringe eingreifen, eingelegte, an die Nasen anstoßende Keilstücke sein.
[0012] Alternativ ist es auch möglich, daß die Distanzstücke auf der Abzugswelle gelagerte
Rohrstücke sind.
[0013] Die Erfindung ist im folgenden an Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Teil einer erfindungsgemäßen Warenabzugswalze
mit starr mit der Abzugswelle verbundenen Zwischenringen, und
Fig. 2 einen Längsschnitt wie in Fig. 1, jedoch mit zwischen den Zwischenringen angeordneten
Distanzstücken.
[0014] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellten Warenabzugswalzen weisen jeweils eine mit einer
Keilnut 2 versehene Abzugswelle 1 auf. Auf die Abzugswelle 1 sind gegenüber dieser
drehbare Walzenelemente 3 aufgeschoben. Axial zwischen den Walzenelementen 3 sind
von den Walzenelementen 3 überdeckte Zwischenscheiben oder Zwischenringe 4 auf die
Abzugswelle 1 aufgeschoben, von denen jeweils ein Zwischenring 4 jedem Walzenelement
3 zugeordnet ist. Jeder Zwischenring 4 weist einen Nase 5 auf, die in die Keilnut
2 ragt und für eine drehfeste Verbindung zwischen Zwischenring 4 und Abzugswelle 1
sorgt. Jedes Walzenelement 3 ist mit einem Stift 6 versehen, in den eine Torsionsfeder
oder Zugfeder 7 eingehängt ist. Die Zugfeder 7 ist an ihrem anderen Ende mit dem dem
jeweiligen Walzenelement 3 zugeordneten Zwischenring 4 verbunden. Damit können sich
die einzelnen kurzen federnden Walzenelemente 3 gegenüber der Abzugswelle 1 unter
der Federbelastung und der Belastung durch verschiedene Gestrickspannungen über einen
bestimmten Drehbereich drehen.
[0015] Dreht sich die Abzugswelle 1 beim Abziehen eines Gestricks, dann drehen sich die
Zwischenringe 4 infolge des Eingriffs ihrer Nasen 5 in die Keilnut 2 synchron mit.
Da über die gesamte Arbeitsbreite der Warenabzugswalze unterschiedliche Abzugskräfte
auf die einzelnen Walzenelemente 3 auftreten, drehen sich die Walzenelemente 3 durch
ihre Federbelastung und unter dem Einfluß der verschiedenen Gestrickspannungen ausgleichend
gegenüber der Abzugswelle 1.
[0016] Da das Gestrick je nach Maschenbildung in vielen Fällen das Bestreben hat, sich in
der Breite zusammenzuziehen, treten auf die Walzenelemente 3 aber auch zusätzliche
Axialkräfte auf, die dazu führen, daß sich Walzenelemente 3 und Zwischenringe 4 stirnseitig
aneinander anzulegen versuchen.
[0017] Um zu vermeiden, daß durch die Axialbewegung der Walzenelemente 3 auf der Abzugswelle
1 eine Reibkraft entsteht, die von einem Walzenelement 3 auf das andere übertragen
wird und sich die Walzenelemente 3 so in ihrer Wirkungsweise gegenseitig beeinflussen,
sind Mittel vorgesehen, die zwischen einander zugekehrten Stirnflächen 8 axial aufeinanderfolgender
Zwischenringe 4 einen Mindestabstand A festlegen und sicherstellen, der größer ist
als der axiale Abstand B der mit diesen Stirnflächen 8 in Kontakt kommenden beiden
Stirnflächen 9 des jeweiligen Walzenelements 3.
[0018] Diese Mittel bestehen bei der in Fig. 1 dargestellten Abzugswalze darin, daß die
Zwischenringe 4 bei 10 mit der Abzugswelle 1 derart verschraubt oder verstiftet werden,
daß aufeinanderfolgende Zwischenringe 4 axiale Mindestabstände A aufweisen. Hierdurch
sind die Zwischenringe 4 starr mit der Abzugswelle 1 verbunden, so daß sie seitliche
Axialdrücke der Walzenelemente 3 aufnehmen können und diese nicht mehr auf benachbarte
Walzenelemente 3 übertragen.
[0019] Fig. 2 zeigt eine Warenabzugswalze, bei der zur Erzielung des gewünschten Mindestabstands
A zwischen den Zwischenringen 4 Distanzstücke 11 in Form von Keilstücken in die Keilnut
2 derärt eingelegt sind, daß sie jeweils von Nase 5 zu Nase 5 aufeinanderfolgender
Zwischenringe 4 reichen. Bei der Montage wird der gesamte Längsverbund auf Anschlag
der Nasen 5 und Distanzstücke 11 zusammengeschoben und beispielsweise durch äußere
Stellringe fixiert. Die Fixierung kann auch durch eine starre Verbindung äußerer Zwischenringe
4 mit der Abzugswelle 1 erfolgen.
[0020] Die Distanzstücke 11 sind länger als die Lagerstellen der Walzenelemente 3. Damit
weisen die Walzenelemente 3 immer ein bleibendes und unverändertes Axialspiel auf.
[0021] Tritt nun vom Gestrick her ein seitlicher Zug auf, dann legen sich die Walzenelemente
3 an die durch die Distanzstücke 11 auch axial fixierten, mit der Abzugswelle 1 drehfest
verbundenen Zwischenringe 4 an und erzeugen dort eine Drehreibung, ohne daß diese
auf benachbarte Walzenelemente 3 übertragen werden kann.
[0022] Die Distanzstücke 11 können auch als auf der Abzugswelle 1 gelagerte Rohrstücke ausgebildet
sein, auf denen wiederum die Walzenelemente 3 gelagert sind. Diese Ausführung ist
in der Zeichnung nicht dargestellt.
1. Warenabzugswalze für Flachstrickmaschinen, mit einzelnen, auf einer Abzugswelle
(1) drehbar gelagerten Walzenelementen (3) und zwischen den Walzenelementen (3) mit
axialem Spiel zu diesen angeordneten, von den Walzenelementen (3) überdeckten Zwischenringen
(4), die mit der Abzugswelle (1) drehfest und mit je einem Walzenelement (3) drehfedernd
verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (10, 11) vorgesehen sind, die zwischen einander zugekehrten Stirnflächen
(8) axial aufeinanderfolgender Zwischenringe (4) einen Mindestabstand (A) festlegen
und sicherstellen, der größer ist als der axiale Abstand (B) der mit diesen Stirnflächen
(8) in Kontakt kommenden beiden Stirnflächen (9) des jeweiligen Walzenelements (3).
2. Warenabzugswalze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenringe (4) in axialer Richtung unverschiebbar starr mit der Abzugswelle
(1) verbunden sind.
3. Warenabzugswalze nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenringe (4) mit der Abzugswelle (1) verschraubt sind.
4. Warenabzugswalze nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenringe (4) mit der Abzugswelle (1) verstiftet sind.
5. Warenabzugswalze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Zwischenringen (4) sich axial erstreckende, an die Zwischenringe
(4) anstoßende Distanzstücke (11) vorgesehen sind.
6. Warenabzugswalze nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzstücke (11) in eine Keilnut (2) der Abzugswelle (1), in die Nasen
(5) der Zwischenringe (4) eingreifen, eingelegte, an die Nasen (5) anstoßende Keilstücke
sind.
7. Warenabzugswalze nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzstücke (11) auf der Abzugswelle (1) gelagerte Rohrstücke sind.