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EP 0 255 130 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.10.1990 Patentblatt 1990/40 |
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Anmeldetag: 30.07.1987 |
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Zünder für eine projektilbildende Ladung
Ignition for a hollow charge
Dispositif d'allumage pour charge creuse
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
31.07.1986 DE 3625967
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.02.1988 Patentblatt 1988/05 |
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Patentinhaber: DIEHL GMBH & CO. |
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90478 Nürnberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Rudolf, Karl
D-8898 Schrobenhausen (DE)
- Lindstädt, Klaus
D-8501 Schwaig (DE)
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Vertreter: Hofmann, Gerhard, Dipl.-Ing.
Patentassessor et al |
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Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 501 649 FR-A- 1 359 513 US-A- 1 848 355 US-A- 3 311 055
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DE-U- 8 529 465 FR-A- 2 550 857 US-A- 3 170 402 US-A- 4 282 814
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Zünder für eine projektilbildende Ladung nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Für eine Ladung mit der entweder ein panzerbrechendes Projektil oder mehrere Splitter
erzeugbar sind benötigt für die Projektilbildung einen zentralen bzw. axialen Zündort
und für die Splitterbildung zwei einander diametral gegenüberliegende Zündorte im
Bereich des Umfanges der Sprengladung.
[0003] Aus der DE-A 3 501 649 ist ein Gefechtskopf mit einer strahlbildenden Spitzkegel-Einlage
bekannt. Als Zünder sind stationär angeordnete Anzündelemente vorgesehen. Eine nicht
näher gezeigte Umschalteinrichtung ermöglicht die wahlweise Ansteuerung von wenigstens
einem zentrischen oder exzentrisch zur Längsachse des Gefechtskopfes angeordneten
Anzündelement. Bei der Zündung des zentrischen Anzündelementes entsteht ein koaxialer
Strahl mit einem nachfolgenden, langsameren Stößel. Bei exzentrischer Zündung eines
Anzündelementes wird ein aufgefächerter, bogenförmig verlaufender Strahl mit nachfolgendem
Stößel erzeugt. Der bogenförmig verlaufende Strahl besteht aus einzelnen, örtlich
voneinander getrennt fliegenden Teilstrahlen.
[0004] Nachdem, wie bereits schon erwähnt, die Umschalteinrichtung für die wahlweise Ansteuerung
der Anzündelemente nicht offenbart ist, ist auch kein Hinweis zu entnehmen, wie ein
Zünder zu gestalten ist, der sowohl eine zentrale Zündung für die Projektilbildung
eines Gefechtskopfes als auch die für die Splitterbildung erforderliche Zündung zweier
einander diametral gegenüberliegender Zündorte ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen einfachen Zünder für eine projektil-
oder splitterbildende bzw. stachbildende Ladung vorzuschlagen, der gewährleistet,
daß die beiden, für die Splitterbildung notwendigen Zündorte, im Bereich des Umfanges
der Ladung gleichzeitig gezündet werden. Die Erfindung löst diese Aufgabe gemäß den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0006] Nach der Erfindung ist im Mikrosekundenbereich die Auswahl der Zündorte - also nahezu
verzugslos - erreichbar. Daher eignet sich der erfindungsgemäße Zünder für sämtliche
Munitionen, bei denen eine Wechselwirkung vorgesehen ist und bei denen innerhalb kürzester
Zeit die Auswahl für die spezielle Munitionswirkung getroffen sein muß. Eine derartige
Munitionsart ist eine sensorgezündete Projektilladung, die in der Regel Keine Vorkenntnis
über die Art des zu bekämpfenden Ziele hat und nach Auffassen des Zieles die Bekämpfungsart
innerhalb Mikrosekunden entschieden sein muß.
[0007] Erkennt nun die Bedienungsmannschaft oder der Aquisitionssensor des Flugkörpers einer
Drohne, eines Stand-Off-Trägers, oder der Munition daß es sich um schwach gepanzerte
Ziele handelt, wird der für die Splitterbildung notwendige Detonator gezündet. Das
Zündrohr leitet dann die gleichzeitige Zündung der beiden, im Bereich des Umfanges
der Ladung angeordneten Verstärkungsladungen ein. Andererseits erfolgt bei einem stark
gepanzerten Ziel, wie Kampfpanzer, die Zündung des für die projektilbildende Ladung
maßgebenden Detonators.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
[0009] Es zeigt:
Fig. 1 eine projektilbildende Hohlladung;
Fig. 2 einen Schnitt 11-11 nach Fig. 1.
[0010] In einer Hülle 1 ist eine projektilbildende Einlage 2, eine Sprengladung 3, eine
Abdeckplatte 4 und ein Schieber 5 mit zwei elektrisch zündbaren Detonatoren 6, 7 in
einem Abstand 9 bzw. in einem Radius 25 angeordnet.
[0011] In der Abdeckplatte 4 sind Bohrungen 11-13 mit darin angeordneten Verstärkungsladungen
15-17 und ein in einem seitlichen Sicherheitsabstand 10 von der Verstärkungsladung
15 V-förmiger Zündkanal 18 mit schnell reagierenden Übertragungsladung 19, wie Sprengstoff,
angeordnet. Der Zündkanal 18 ist in der Abdeckplatte 4 eingearbeitet und mit einer
Schicht 20 aus einem stoßwellenreduzierenden, porösen Kunststoff, wie Polytetraflourätylen,
ausgekleidet. Damit ist der Zündkanal 18 so aufgebaut, daß einerseits die Durchzündung
gewährleistet ist, andererseits die Stoßenergie innerhalb des durch den Kunststoff
gebildeten Zündrohres soweit abgebaut wird, daß weder die vorzeitige Zündung der zentralen
Verstärkungsladung 15 noch die der Sprengladung 3 unter dem Zündkanal erfolgt. Nur
in Scharfstellung nimmt der Schieber 5 die gezeichnete Position ein. Ansonsten ist
der Schieber 5 in der Sicherstellung in einer nicht wirksamen Position 8.
[0012] Bei einem stark gepanzerten Ziel zündet der elektrisch ausgelöste Detonator 6 die
Verstärkungsladung 15 und diese die Sprengladung 3.
[0013] Diese formt - in an sich bekannter Weise - aus der Einlage 2 ein panzerbrechendes
Projektil.
[0014] Bei einem schwach gepanzerten Ziel zündet der elektrisch ausgelöste Detonator 7 die
Übertragungsladung 19 und diese über die Bohrungen 12 und 13 die Sprengladung 3 zur
bekannten Umformung der Einlage 2 in durchschlagsrelevante Splitter. Die einander
gegenüberliegenden Zündorte 23 und 24 ergeben im Sprengstoff sich überschneidende
Stoßwellen und damit an der Einlage 2 stark unterschiedliche Energieumsetzungspotentiale
pro Flächeneinheit und Geschwindigkeitsfaktoren. Dadurch entstehen Splitter.
1. Zünder für eine projektil- oder stachelbildende Hohlladung, die in einer Hülle
(1) eine Einlage (2), eine Sprengladung (3) und eine Abdeckplatte (4) mit einer zentrischen
Zündladung (6, 15) zur Stachelbildung mit Stößel und wenigstens einer exzentrischen
Zündladung (7, 16, 17) zur Teilstrahlbildung mit Stößel aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß in der zündseitigen Abdeckplatte (4) in durchgehenden Bohrunge (11-13) eine zentrisch
angeordnete Verstärkungsladung (15) und davon durch seitliche Sicherheitsabstände
(25) räumlich getrennt zwei weitere diametral einander gegenüberlicher Verstärkungsladungen
(16, 17) angeordnet sind, wobei die letzteren über einen mit einer schnell reagierenden
Übertragungsladung (19) versehenen V-förmigen Zündkanal (18) miteinander verbunden
sind, zwei Detonatoren (6, 7) in einem Abstand (9) in einem Schieber (5) angeordnet
sind und die Detonatoren (6, 7) in Scharstellung jeweils mit der zentrischen Verstärkungsladung
(15) bzw. mit einem am Apex des V-förmigen Zündkanals (18) vorgesehenen Zündort (22)
der Übertragungsladung (19) korrespondieren.
2. Zünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Zündkanal (18) eine
Schicht (20) aus stoßwellenreduzierendem Werkstoff, wie Tetraflourätylen, porösem
Metall oder ein Stahlwollekissen, angeordnet ist.
3. Zünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Scharfstellung des Schiebers
(5), ausgehend von der zentrischen Verstärkungsladung (15) mit Detonator (6) der Detonator
(7), die Verstärkungsladungen (17) und die Zündorte (22-24) auf einem einheitlichen
Radius (25) liegen, wobei die Zündorte (23, 24) an der Basis des V-förmigen Zündkanals
(18) liegen.
1. A fuze for a projectile-forming or spike-forming hollow charge which has, in a
casing (1), an insert (2), an explosive charge (3) and a cover plate (4) with a central
detonating charge (6, 15) for the spike formation with ram and at least one eccentric
ignition charge (7, 16, 17) for the partial jet formation with ram, characterised
in that arranged in the detonation-sided cover plate (4) in continuous bores (11-13)
are a centrally arranged booster charge (15) and, separated spatially therefrom by
lateral safety spacings (25), two further diametrically opposed charges (16, 17),
in which respect the latter are connected to one another by way of a V-shaped detonation
channel (18) provided with a rapidly reacting propagation charge (19), two detonators
(6, 7) are arranged at a spacing (g) in a slider (5) and the detonators (6, 7) in
the live position respectively correspond with the central booster charge (15) or
respectively with a detonation site (22), provided at the apex of the V-shaped detonation
duct (18), of the propagation charge (19).
2. A fuze according to Claim 1, characterised in that a layer (20) of shock-wave-reducing
material, such as tetrafluoroethylene, porous metal or a steel-wool pad, is arranged
in the detonation channel (18).
3. A fuze according to Claim 1, characterised in that in the live position of the
slider (5), starting from the central booster charge (15 with detonator (6), the detonator
(7), the booster charges (17) and the detonation sites (22-24) lie on a uniform radius
(25), in which respect the detonation sites (23, 24) lie at the base of the V-shaped
detonation channel (18).
1. Allumeur pour une charge creuse formant un projectile ou une pointe, qui présente,
dans une enveloppe (1) une garniture (2), une charge explosive (3) et une plaque de
recouvrement (4) avec une charge d'allumage (3, 15) centrale pour la formation de
points avec un poussoir et au moins une charge d'allumage (7, 16, 17) excentrique
pour la formation de jets partiels avec un poussoir, caractérisé en ce que, dans la
plaque de recouvrement (4) qui est placée du côté de l'allumage, il est disposé une
charge amplificatrice (15) disposée centralement et, séparée spatialement de celle-ci
par des distances de sécrutité latérales (25), deux autre charges amplificatrices
(16, 17) diamétralement opposées entre elles, ces dernières étant reliées entre elles
par l'in- termédiare d'un canal d'allumage (18) en forme de V, pourvu d'une charge
de transmission (19) réagissant très rapidement, deux détonateurs (6, 7) étant disposés
à und distance (9) dans un poussoir (5), et les détonateurs (6, 7) en position d'amorçage
correspondant chaque fois avec la charge amplificatrice (15) centrale, respectivement
avec un emplacement d' allumage (22) de la charge de transmission (19) prévu à l'apex
du canal d'allumage (18) en forme de V.
2. Allumeur selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans le canal d'allumage
(18), il est disposé une couche (20) d'un matériau réduisant l'onde de choc, tel que
le tétrafluoréthylène, un métal poreux ou un coussin de laine d'acier.
3. Allumeur selon la revendication 1 caractérisé en ce que, en position armée du poussoir
(5), à partir de la charge amplificatrice centrale (15), le détonateur (7), la charge
amplificatrice (17) et les emplacements d'allumage (22-24) sont situés sur un même
rayon avec le détonateur (6), les emplacements d'allumage (22-24) se trouvant à la
base du canal d'allumage en V (18).
