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EP 0 255 131 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.12.1992 Patentblatt 1992/51 |
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Anmeldetag: 30.07.1987 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F42B 1/02 |
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Projektilbildende Ladung
Projectile forming charge
Charge formant un projectile
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
31.07.1986 DE 3625966
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.02.1988 Patentblatt 1988/05 |
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Patentinhaber: DIEHL GMBH & CO. |
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90478 Nürnberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Lindstädt, Klaus
D-8501 Schwaig (DE)
- Rudolf, Karl
D-8898 Schrobenhausen (DE)
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Vertreter: Hofmann, Gerhard, Dipl.-Ing.
Patentassessor et al |
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Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 317 352 FR-A- 1 605 497
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DE-A- 3 501 649
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine projektilbildende Ladung nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Aus der DE-PS 33 17 352 ist eine projektilbildende Einlage bekannt. Diese wird durch
die Energie eines Sprengstoffes zu einem kompakten und formstabil fliegenden Projektil
umgeformt.
Für den Einsatz von projektilbildenden Ladungen gegen Kampfpanzer sind die Ladungskomponenten
gegenseitig so optimiert, daß aus der Einlage nahezu masseverlustlos ein hochwirksames
Projektil entsteht. Die Wirkung im Kampfpanzer erfolgt hier sehr wesentlich durch
die große Anzahl der entstehenden Sekundärsplitter, die aus der verhältnismäßig dicken
Panzerung herausgeschlagen werden. Gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge sind diese Projektile
jedoch überdimensioniert, denn es erfolgt im wesentlichen ein Durchschuß des Fahrzeuges
ohne wesentliche Sekundärsplitter.
[0003] Aus der DE-A-35 01 649 (Grundlage für den Oberbegriff des Anspruchs 1) ist ein Gefechtskopf
mit strahlbildender Spitzkegel-Einlage für die wahlweise Bekämpfung von hart- oder
leichtgepanzerten Zielen bekannt, wobei ein zentrisches und wenigstens ein exzentrisches
Zündmittel vorgesehen sind. Bei leichtgepanzerten mehrschichtigen Zielen wird wenigstens
das exzentrische Zündmittel gezündet. Eine schräge Detonationswellenfront wandelt
die Einlage in einen aufgefächerten Strahl um. Dessen Partikel erzeugen in der äußeren
Panzerung ein schlitzförmiges Langloch.
[0004] Ein nachfolgender massereicher Stößel soll dann das Langloch durchdringen und die
nachfolgende Panzerung beeinträchtigen.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine panzerbrechende, projektilbildende
Ladung so auszubilden, daß diese geeignet ist, wahlweise entweder ein einziges kompaktes
Projektil, oder durch entsprechende Maßnahmen gleichzeitig mehrere Projektile zu erzeugen,
um sowohl harte Ziele, wie Panzer, oder leicht gepanzerte bzw. ungepanzerte Ziele
durch dem Ziel angepaßte Projektile zu bekämpfen.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ist durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruches
1 angegeben.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den weiteren Ansprüchen entnehmbar.
[0008] Wesentlich für die Erfindung ist die grundlegende Überlegung, eine projektilbildende
Ladung sowohl zur Erzeugung eines panzerbrechenden Projektils als auch zur Erzeugung
von Einzelprojektilen gegen leicht bzw. ungepanzerte Fahrzeuge vorzusehen. Die wahlweise
Verwendung wird durch einfache zusätzliche konstruktive Maßnahmen ermöglicht. Diese
Maßnahmen beruhen auf dem Grundgedanken, daß zur Erzeugung von mehreren Projektilen
die projektilbildende Einlage aufgrund mehrerer Detonationswellenbereiche in entsprechend
viele Projektile umgesetzt wird.
[0009] Die Wirkung der panzerbrechenden Projektilladung gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge
wird dann erhöht, wenn durch Maßnahmen an der Ladung die gleichmäßig von dem axialen
Zündpunkt ablaufende Detonationsfront verzerrt wird oder wenn die Verdämmung durch
die Hülle am Umfang der Ladung oder im Bereich der Belegung unterschiedlich ist und
dadurch mehrere Projektile entstehen.
[0010] Die dazu vorteilhaft anzuwendenden Maßnahmen sind der nachfolgenden Figurenbeschreibung
einzelner Ausführungsbeispiele nach der Erfindung zu entnehmen.
Es zeigt in schematischer Darstellung projektilbildende Ladungsanordnungen:
- Fig. 1 und 2
- eine Ladung mit am Umfang angeordneten Verdämmungsteilen;
- Fig. 3 und 4
- eine Ladung deren Hülle zwei abwerfbare Abschnitte aufweist;
- Fig. 5
- eine Ladung mit einer Hülse und daraus ausstoßbaren Stiften;
- Fig. 6 und 7
- eine Ladung, bei der die zielseitige Seite der Einlage mit Segmenten abgedeckt ist;
- Fig. 8 bis 11
- Ladungen mit Segmenten im Bereich der Projektilbildung.
[0011] Nach den Figuren 1 und 2 sind bei einer Ladung 1 mit einer Einlage 2, einer Sprengstoffladung
3, einer Hülle 4, einer zentrischen Zündung 5 vier radial in Richtung der Pfeile 10
verschiebbare Dämmungsteile 6 vorgesehen. Der Schiebemechanismus erfolgt über eine
bekannte Kurvensteuerung. Die Detonationswelle 8 wird bei verschobenen Verdämmungsteilen
6 wegen der symmetrisch vorliegenden Spalte 9 von ca. 2 mm bei einem Kaliber von 150
mm ungleichmäßig reflektiert. Dies führt zu vier parallel zur Hauptachse 7 abfliegender
Projektile. Bei anliegenden Verdämmungsteilen 6, bei denen also kein Spalt 9 vorliegt,
wird nur ein einziges Projektil, was hier nicht dargestellt ist, gebildet.
[0012] Nach den Figuren 3 und 4 sind bei einer Ladung 15 in der Hülle 4 vier über Gasdruck
abwerfbare Abschnitte 16 mit der Breite 17 und Höhe 18 vorgesehen. Bei abgeworfenen
Abschnitten 16 wird die Detonationswelle in den Bereichen der Abschnitte 16 später
reflektiert, so daß vier Projektile anstelle eines einzigen Projektils entstehen.
[0013] Nach Figur 5 weist eine Ladung 25 in der Hülle 4 Bohrungen 26 entsprechend der Breite
17 der Abschnitte 16 nach den Figuren 3 und 4 auf, aus denen entsprechende Stifte
27 über Gasdruck ausstoßbar sind.
[0014] Die Funktionsweisen der Ladungen 15 und 25 entsprechen der der Ladung 1. Bei entfernten
Abschnitten 16 bzw. bei entsprechendem Ausstoß der Stifte 27 werden bei Detonation
der Hohlladung 15 bzw. 25 anstelle eines Projektils vier Projektile bzw. schwere Splitter
erzeugt.
[0015] Nach den Figuren 6 und 7 ist die Einlage 2 einer Ladung 45 durch zwei sphärische
Segmente 46 aus Stahlblech abgedeckt. Bei Bekämpfung eines stark gepanzerten Fahrzeuges,
wie eines Kampfpanzers, werden diese Segmente 46 vorher abgestossen.
Zur Bekämpfung leicht gepanzerter Fahrzeuge bleiben die Segmente 46 vor der Einlage
2. Diese Segmente 46 führen bei Zündung der Hohlladung zur Bildung von vier Projektilen
bzw. entsprechend vier schweren Splittern.
[0016] Nach Figur 8 ist eine Ladung 55 mit einer vorgelagerten abstoßbaren Fächerscheibe
56 versehen, siehe auch die vorgenannten Segmente 46 nach den Figuren 7 und 8 oder
die stabförmigen Arme 67 der Ladung 68 aus glasfaserverstärktem Kunststoff nach den
Figuren 10 und 11. Zur Erzeugung von mehreren Projektilen bleiben die Segmente 56
bzw. die Arme 67 in den gezeichneten Positionen. Die bei der Umsetzung der Einlage
durch den Sprengstoff erzeugten Ströme aus Masseteilchen werden anfangs, also im entscheidenden
Stadium, durch die Segmente 56 bzw. durch die Arme 67 so gelenkt, daß anstelle eines
einzigen Projektils mehrere Projektile entstehen. Die relativ kurze Einwirkungszeit
der Segmente 46 (Fig. 6), der Segmente 56 (Fig. 8) und der Arme 67 (Fig. 10) reicht
dazu vollständig aus.
1. Projektilbildende Ladung (1) für die wahlweise Bekämpfung von hart- oder leichtgepanzerten
Zielen mit einer Hülle (4), einer Sprengladung (3), einer Zündeinrichtung (5) und
einer Einlage (2),
dadurch gekennzeichnet
daß entweder an der Hülle (4) der Ladung (1) oder innerhalb des Strahlbildungsbereiches
sektorenweise und entfernbare Störmittel (6; 16, 27; 46; 56; 67) vorgesehen sind.
2. Ladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Hülle (4) wenigstens zwei sektorenförmige Verdämmungsteile (6, 7) zur Bildung
von Luftspalten (9) am Umfang der Sprengladung (3) in radialer Richtung (10) verschiebbar
gelagert sind.
3. Ladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülle (4) der Ladung (15) aus mehreren, die Wandstärke der Hülle (4) schwächenden
und abwerfbaren Abschnitte (16) besteht.
4. Ladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülle (4) der Ladung (25) stirnseitig und abschnittsweise Bohrungen (26) mit
darin angeordneten, jedoch auswerfbaren Stiften (27) vorgesehen sind.
5. Ladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Ladung (45) an der Einlage (2) abwerfbare, sektorenförmige, blechförmige
Segmente (46) vorgesehen sind.
6. Ladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Ladung (55, 68) vor der Einlage (2) den Strom der sprengstoffbeschleunigten
Masseteilchen der Einlage (2) einschränkende, jedoch abwerfbare Segmente (56) bzw.
Arme (67) angeordnet sind.
7. Ladung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arme (67) aus glasfaserverstärktem Kunststoff bestehen.
1. A projectile-forming charge (1) for the selective combatting of heavily or lightly
armoured targets with a case (4), an explosive charge (3), a detonation device (5)
and an insert (2), characterised in that either on the case (4) of the charge (1)
or within the jet-formation region sectorwise and removable interference means (6;
16, 27; 46; 56; 57) are provided.
2. A charge according to claim 1, characterised in that on the case (4) at least two
sector-shaped tamping parts (6 ) for the formation of air gaps (9) are mounted on
the periphery of the explosive charge (3) so as to be displaceable in the radial direction
(10).
3. A charge according to claim 1, characterised in that the case (4) of the charge (15)
consists of several portions (16) which weaken the wall strength of the case (4) and
which are jettisonable.
4. A charge according to claim 1, characterised in that provided frontally and by sectors
on the case (4) of the charge (25) are bores (26) in which jettisonable pins (27)
are arranged.
5. A charge according to claim 1, characterised in that in the case of a charge (45)
jettisonable, sector-shaped, sheet-shaped segments (46) are provided on the insert
(20).
6. A charge according to claim 1, characterised in that in the case of a charge (55,
58) segments (56) or respectively arms (67) which restrict the flow of the explosive-accelerated
mass particles of the insert (2) but which are jettisonable are arranged in front
of the insert (2).
7. A charge according to claim 6, characterised in that the arms (67) consist of glass-fibre-reinforced
plastics material.
1. Charge (1) formant projectile pour combattre au choix, des objectifs à blindage dur
ou blindage léger, comportant une gaine (4), une charge explosive (3), un dispositif
d'allumage (5) et une garniture (2), caractérisée en ce qu'il est prévu, dans certains
secteurs, soit sur la gaine (4) de la charge (1) soit à l'intérieur de la zone de
formation du dard, des moyens de perturbation (6 ; 16, 27 ; 46 ; 56 ; 67) amovibles.
2. Charge selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins deux éléments de barrage
(6 ) en forme de secteurs, sont montés coulissants dans la direction radiale (10),
sur le pourtour de la charge explosive (3), pour former des fentes d'aération (9).
3. Charge selon la revendication 1, caractérisée en ce que la gaine (4) de la charge
(15) est constituée de plusieurs parties (16) éjectables, affaiblissant l'épaisseur
de la paroi de la gaine (4).
4. Charge selon la revendication 1, caractérisée en ce que dans la gaine (4) de la charge
(25), il est prévu frontalement et sur certaines parties, des trous (26) avec des
goupilles (27) placées à l'intérieur, mais éjectables.
5. Charge selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'il est prévu pour une charge
(45), sur la garniture (2), des segments (46) éjectables, en forme de secteurs et
en tôle.
6. Charge selon la revendication 1, caractérisée en ce que pour une charge (55, 68) il
est prévu, devant la garniture (2), des segments (56) ou des bras (67) limitant le
flux des particules de masse de la garniture (2), accélérés par l'explosif, mais éjectables.
7. Charge selon la revendication 6, caractérisée en ce que les bras (67) sont en matière
plastique renforcée aux fibres de verre.