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EP 0 255 613 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.05.1992 Patentblatt 1992/20 |
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Anmeldetag: 08.07.1987 |
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Herstellungsverfahren für zwei- und mehrpolige Dauermagnete mit hoher magnetischer
Energiedichte
Process for manufacturing bipolar or multipolar permanent magnets with a high magnetic
energy density
Procédé pour la préparation d'aimants permanents bi- ou multipolaires à densité d'énergie
magnétique élevée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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FR GB IT NL |
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Priorität: |
04.08.1986 DE 3626360
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.02.1988 Patentblatt 1988/06 |
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Patentinhaber: VOGT electronic Aktiengesellschaft |
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D-94128 Obernzell (DE) |
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Erfinder: |
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- Vogt, Hans E., Ing.
D-8391 Erlau (DE)
- Tanach, Valentin, Dipl.-Ing.
D-8391 Erlau (DE)
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Vertreter: Hieke, Kurt |
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Stadlerstrasse 3 85540 Haar 85540 Haar (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 464 249 US-A- 3 596 350
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DE-A- 3 120 501
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von anisotropen Dauermagneten
mit hoher magnetischer Energiedichte.
[0002] Zur Herstellung anisotroper Dauermagnete sind verschiedene Verfahren bekannt.
[0003] Bei dem am meisten verwendeten bekannten Verfahren wird das Pulver in einem die gewünschte
Vorzugsrichtung einprägenden Magnetfeld zu einem Formkörper verpreßt und der Formkörper
anschließend gesintert. Auf diese Weise können eine hohe Energiedichte aufweisende
Dauermagnete verschiedener Art mit Vorzugsrichtung in der Preßrichtung oder quer dazu
hergestellt werden. Zum Herstellen von Dauermagneten mit radialer Vorzugsrichtung
ist das bekannte Verfahren aber eingeschränkt auf solche mit niedrigem Höhe/Durchmesser-Verhältnis;
ansonsten weisen nach dem bekannten Verfahren hergestellte Dauermagnete mit radialer
Vorzugsrichtung nur schwache magnetische Eigenschaften auf. Nach dem bekannten Verfahren
können auch polorientierte Ringmagnete hergestellt werden, doch ergeben sich in diesem
Falle Füllungsprobleme, eine schwache Orientierung und Risse bei den gesinterten Teilen,
so daß die Anwendung des bekannten Verfahrens zu diesem Zweck nachteilig ist.
[0004] Ein anderes bekanntes Verfahren zur Herstellung von anisotropen Dauermagneten ist
das Strangziehen in Verbindung mit einem nachträglichen Sinterprozess. Bei diesem
Verfahren wird mechanisch eine gewisse radiale Anisotropie erzeugt, aber die resultierende
Energiedichte ist nur etwas größer als bei den isotropen Magneten.
[0005] Ein weiteres bekanntes Verfahren zur Herstellung von anisotropen Dauermagneten aus
Magnetpulvern ist die Bindung der Pulver mit Kunststoff und die Bearbeitung der Masse
durch Pressen, Spritzen, Kalandrieren oder Extrudieren und Einprägung der Vorzugsrichtung
mit mechanischen oder magnetischen Methoden, wobei der Kunststoff im fertigen Magneten
verbleibt. Die so erhaltenen anisotropen kunststoffgebundenen Dauermagnete zeigen
in der Regel bessere Eigenschaften als die isotropen Dauermagnete aus dem gleichen
magnetischen Werkstoff und können auch verschiedene Vorzugsrichtungen wie axial, diametral,
radial sowie mehrpolig lateral am Umfang aufweisen. Durch die Einbettung des Magnetpulvers
in dem im fertigen Magneten verbleibenden Kunststoff ist aber die Energiedichte dieser
Magnete begrenzt, und die hohen Werte, die bei den entsprechenden, nach dem eingangs
besprochenen bekannten Verfahren hergestellten gesinterten Dauermagneten erzielbar
sind, können nie erreicht werden.
[0006] Zur Herstellung von Dauermagneten aus Hartferrit-Pulver mit radialer Anisotropie
ist schließlich noch ein weiteres Verfahren bekannt geworden, bei dem das Ferrit-Pulver
mit einem Kunststoff gemischt, dann in Folien unter Magnetfeld kalandriert, dann auf
einem Dorn unter Druck und Magnetfeld gewickelt, dann der Kunststoff beseitig und
zuletzt gesintert wird. Die für die so hergestellten Dauermagnete angegebenen magnetischen
Werte sind gut, aber das bekannte Verfahren ist kompliziert und sehr aufwendig und
nur für radiale Vorzugsrichtung der Magnete geeignet.
[0007] Im Zusammenhang mit der Herstellung von Formteilen aus Legierungen (DE-A-3120501)
ist es bekannt, ein Pulver der Legierung oder ein Gemisch aus Pulvern der Legierungskomponenten
mit Hilfe von Thermoplasten, Duroplasten und Gleitmitteln zu einer spritzfähigen Granulat-Masse
aufzubereiten, die spritzfähige Granulatmasse durch Spritzguß zu einem Formteil zu
bearbeiten, anschließend den Kunststoff durch eine Wärmebehandlung bis 600° C unter
Schutzgas zu entfernen und schließlich den so erhaltenen Formteil zu sintern. Bei
diesem bekannten Verfahren kommt es nicht darauf an, als Endprodukt einen Dauermagneten
zu erhalten, das z.B. eine bestimmte Vorzugsrichtung hinsichtlich bestimmter physikalischer
Eigenschaften aufweist, d.h. anisotrop ist. Es wird lediglich angestrebt, ein Endprodukt
mit insgesamt guten mechanischen Eigenschaften, insbesondere hinsichtlich der Schwingungsfestigkeit,
zu erhalten.
[0008] Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein wirtschaftliches, d.h. einfach und mit einem geringen Aufwand durchführbares,
Verfahren zu schaffen, das einerseits insbesondere die mehrpolige laterale Anisotropieprägung
aber auch die verschiedensten Arten von Anisotropien wie axial, radial, diametral
zuläßt und mit dem andererseits für die danach hergestellten Dauermagnete die hohen
Energiedichten erreichbar sind, die bei insbesondere nach dem an erster Stelle genannten
bekannten Verfahren hergestellten anisotropen Magneten, z.B. mit axialer Vorzugsrichtung,
üblicherweise erhalten werden.
[0009] Die vorstehende Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt neben den im Bedarfsfalle üblichen, bei allen
bekannten Herstellungsverfahren von Dauermagneten aus Magnetpulverwerkstoff zur Anwendung
gelangenden Maßnahmen der mechanischen Nachbearbeitung und Aufmagnetisierung mit Rücksicht
auf die eingeprägten Pole im Anschluß an die Herstellung des eigentlichen Magnetkörpers
nur drei sehr einfach durchführbare Verfahrensstufen, nämlich
- die Herstellung des Granulats,
- das thermoplastische Spritzen des Granulats im Magnetfeld in die gewünschte Form,
wobei die im Endzustand gewünschten Vorzugsrichtungen eingeprägt werden, und
- das Sintern der gesprizten Teile in der üblichen Weise, ohne vorheriges Entfernen
des Kunststoffs aus dem Formkörper.
[0011] Es ist überraschend, daß die während des Spritzvorgangs eingeprägten gewünschten
Vorzugsrichtungen ohne besondere zusätzliche Maßnahmen vor dem Sintern durch das Sintern
des vorher in einem einfachen Spritzvorgang erhaltenen, den Kunststoff noch enthaltenden
Formkörpers nicht beeinträchtigt wird, so daß die magnetischen Eigenschaften entlang
den beim Spritzen vorhandenen magnetischen Wegen eine vollständige Anisotropie aufweisen.
Die magnetischen Werte liegen ähnlich den anisotropen gepreßten und gesinterten Magneten
mit axialer Anisotropie, die nach dem oben an erster Stelle genannten bekannten Verfahren
hergestellt sind.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur Herstellung von Dauermagneten aus Barium-
oder Strontium-Ferritpulver, aus Metallegierungspulver sowie auch aus Seltenerd-Magnetpulvern
angewendet werden.
[0013] Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausgestaltungen des Verfahrens gemäß Patentanspruch
1.
Beispiel
[0014] Aus Sr-Ferritpulver durch Pressen hergestellte Dauermagnete mit axialer Anisotropie
zeigen folgende magnetische Eigenschaften:
- Remanenz Br
- = 390 mT
- Koerzitivfeldstärke BHc
- = 265 kA/m
- Koerzitivfeldstärke JHc
- = 272 kA/m
- Max. Energiedichte (BH)max
- = 28 kJ/m³
[0015] Aus gleichem Ferritpulver mit Kunststoff gemischt (Verhältnis 88 Gew% Ferritpulver/12
Gew% Kunststoff) und granuliert, werden Ringmagnete mit den Abmessungen (im Endzustand)
Da = 13 mm, Di = 8 mm, und H = 20 mm unter Magnetfeld mit Einprägung von 12 Polen
am Ringumfang gespritzt und dann gesintert und geschliffen. Die magnetischen Eigenschaften
sind die gleichen wie vorstehend angegeben.
[0016] Außerdem wird nach 12-poliger Magnetisierung am Umfang der Ringmagnete eine Induktion
von ca. 200 mT gemessen.
1. Verfahren zur Herstellung anisotroper Dauermagnete mit hoher Energiedichte aus Pulver
eines magnetischen Werkstoffes, wobei der Reihe nach
a) das Pulver unter Wärmeanwendung mit einem geeigneten Kunststoff gemischt wird,
b) das im Verfahrensschritt (a) erhaltene Compound granuliert wird,
c) das im Verfahrensschritt (b) erhaltene Granulat unter Beaufschlagung mit einem
oder mehreren Magnetfeldern zur Einprägung der gewünschten Vorzugsrichtung(en) thermoplastisch
in die gewünschte Form verspritzt wird, und
d) der im Verfahrensschritt (c) erhaltene Formkörper mit dem darin enthaltenen Kunststoff
einem Sinterprozess unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gesinterte Formkörper mechanisch nachbearbeitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der gesinterte Formkörper entsprechend der Polprägung aufmagnetisiert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Magnetpulver Bariumferritpulver, Strontiumferritpulver, metallisches Legierungspulver
oder ein Seltenerd-Magnetpulver verwendet wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das metallische Legierungspulver Al, Ni und Co aufweist.
6. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Seltenerd-Magnetpulver Sm, Nd aufweist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis Magnetpulver zu Kunststoff 1 : 1 bis 20 : 1 beträgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff Polyamid, Polyurethan, Polypropylen, Polyethylen oder Polystyrol
ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorzugsrichtung axial, diametral, radial, lateral ein- oder mehrpolig eingeprägt
wird.
1. Process for the manufacture of anisotropic permanent magnets with high energy density
from powder of a magnetic material, comprising the sequence in which
a) the powder is mixed with a suitable synthetic material under application of heat,
b) the compound obtained in the process step (a) is granulated,
c) the granulate obtained in the process step (b) is thermoplastically injection-moulded
into the desired form under loading by one or several magnetic fields for the impressing
of the desired preferential direction(s), and
d) a sintering process of the moulded body obtained in the process step (c) with the
synthetic material contained therein is undertaken.
2. Process according to claim 1, characterised thereby that the sintered moulded body
is mechanically finished.
3. Process according to claim 1 or 2, characterised thereby that the sintered moulded
body is magnetised corresponding to the pole impressing.
4. Process according to one of the preceding claims, characterised thereby that barium
ferrite powder, strontium ferrite powder, metallic alloy powder or a rare earth magnetic
powder is used as magnetic powder.
5. Process according to claim 4, characterised thereby that the metallic alloy powder
has Al, Ni and Co.
6. Process according to claim 4, characterised thereby that the rare earth magnetic powder
has Sm, Nd.
7. Process according to one of the preceding claims, characterised thereby that the ratio
by weight of magnetic powder to synthetic material amounts to 1:1 to 20:1.
8. Process according to one of the preceding claims, characterised thereby, that the
synthetic material is polyamide, polyurethane, polypropylene, polyethylene or polystyrene.
9. Process according to one of the preceding claims, characterised thereby that the preferential
direction is impressed to be axially, diametrally, radially, laterally unipolar or
multipolar.
1. Procédé pour fabriquer des aimants permanents anisotropes possédant une densité élevée
d'énergie et formés à partir d'une poudre d'un matériau magnétique, et selon lequel
successivement
a) on mélange à la poudre une matière plastique appropriée en appliquant une chaleur,
b) on granule le composé obtenu, lors de l'étape opératoire a),
c) on moule par injection thermoplastique, sous la forme désirée, les granulés obtenus
lors de l'étape opératoire b), tout en leur appliquant un ou plusieurs champs magnétiques
pour introduire la ou les directions préférentielles désirées, et
d) on soumet le corps moulé obtenu lors de l'étape opératoire c), ainsi que la matière
plastique qu'il contient, à une opération de frittage.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on applique un traitement
mécanique ultérieur au corps moulé fritté.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'on aimante le
corps moulé fritté en fonction de l'empreinte des pôles.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'on
utilise comme poudre magnétique, de la poudre de ferrite de baryum, de la poudre de
ferrite de strontium, de la poudre d'alliage métallique ou une poudre magnétique d'un
matériau des terres rares.
5. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé par le fait que la poudre d'alliage
métallique contient du Al, du Ni et du Co.
6. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé par le fait que la poudre magnétique
d'un matériau des terres rares comporte du Sm, du Nd.
7. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que
le rapport pondéral de la poudre magnétique à la matière plastique est compris entre
1:1 et 20:1.
8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que
la matière plastique est du polyamide, du polyuréthane, du polypropylène, du polyéthylène
ou du polystyrène.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que
la direction préférentielle est formée diamétralement, radialement, latéralement avec
un ou plusieurs pôles.