[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Refiner zur Bearbeitung von Fasermaterial gemäß
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Refiner sind z.B. aus der DE-A 2 522 349 und der DE-A 2 724 161 sowie aus
der US-A 4 351 489 bekannt. Die Refiner dienen zur Zerkleinerung von Rohgut, z.B.
Holzchips, mit Hilfe von rotierenden Bearbeitungseinrichtungen, die auf den einander
gegenüberstehenden Stirnseiten von Mahlscheiben angeordnet sind. Diese Mahlscheiben
werden von Elektromotoren angetrieben, in dem entweder nur eine Mahlscheibe rotiert
und gegen eine feststehende Scheibe angefahren wird, oder es werden zwei mit entgegengesetztem
Drehsinn rotierende Mahlscheiben gegeneinander gefahren, die jeweils von einem eigenen
Elektromotor angetrieben werden. Das zu zerkleinernde Gut wird dem Raum zwischen beiden
Mahlscheiben zugeführt, durchläuft diesen im allgemeinen radial von innen nach außen
und verläßt als Brei den Refiner.
[0003] Die Bearbeitungseinrichtungen der bekannten Mahlscheiben mit den aus parallel zueinander
verlaufenden Stoffmahlbarrieren bzw. Mesergruppen und dazwischen liegenden Strömungskanälen,
sind auswechselbar auf Sektoren der Mahlscheibe angeordnet.
[0004] Diese Sektoren sind untereinander gleich groß (DE-A 2 522 349, DE-A 2 724 161). Auch
eine ungleichmäßige Teilung der Sektoren ist bekannt (US-A-4 351 489). Die ungleichmäßige
Teilung der an sich gleichgroßen Sektoren entsteht hierbei dadurch, daß jeder zweite
Sektor in jeweils zwei gleichgroße Untersektoren aufgeteilt ist. Die von den Sektoren
getragenen Stoffmahlbarrieren bzw. Messer haben eine einheitliche geometrische Anordnung
in den Gruppen, wobei sie im allgemeinen einen Winkel gegenüber dem Radius aufweisen.
Die geometrische Anordnung der Bearbeitungseinrichtungen richtet sich nach dem zu
verarbeitenden Rohgut. Auch eine Unterteilung der Sektoren in zwei oder mehrere, radial
aufeinanderfolgende Ringsektoren mit unterschiedlicher Anordnung der Stoffmahlbarrieren
oder Messer ist bekannt (DE-A 2 522 349, DE-A 2 724 161).
[0005] Je nach der Leistung des Refiners sind dieser und der antreibende Elektromotor mit
eigenen Lagern versehen und bei großen Leistungen über zwar flexible, aber drehstarre
Kupplungen miteinander verbunden. Bei kleineren Leistungen sind die Mahlscheiben des
Refiners und der Läufer des Antriebsmotors auf einer gemeinsamen Welle angeordnet.
Der Betrieb des Refiners unterwirft den antreibenden Elektromotor großen Belastungen,
die Schwingungsprobleme und daraus resultierend auch Schäden zur Folge haben können.
Es ist daher üblich, die Bauteile des Refiners und insbesondere die Befestigungsteile
auch der Läufer der Antriebsmotoren überzudimensionieren, um Beschädigungen zu vermeiden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den durch eine derartige Überdimensionierung
gegebenen Aufwand zu verringern, ohne daß die Schadensanfälligkeit bei Refineranordnungen
mit antreibenden Elektromotoren erhöht wird.
[0007] Die Aufgabe wird bei einem Refiner der eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch
die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Durch diese ungleichmäßige Teilung der Sektoren mit den Bearbeitungseinrichtungen
der Mahlscheibe, deren geometrische Anordnung von dem zu verarbeitenden Mahlgut abhängig
ist, werden die durch die Bearbeitungseinrichtungen angeregten Frequenzen für das
Drehschwingungssystem des Refiners, nämlich das Drehschwingungssystem Mahlscheibe/Antriebsmotor,
beeinflußt. Die sich aus dem Mahlprozeß ergebenden Momentenanregungen wirken nämlich
jetzt auf Sektoren unterschiedlicher Größe, die entsprechend jeweils eine unterschiedliche
Anzahl von Stoffmahlbarrieren bzw. Messern haben. Dadurch werden die Anregungen für
Drehschwingungen verringert. Außerdem kann durch die Verteilung der unterschiedlich
großen Sektoren auch die angeregte Frequenz beeinflußt werden, so daß sie in Bereiche
außerhalb der Torsionseigenfrequenz des Systems gelegt werden kann. Dadurch vermindert
sich die Gefahr, daß Resonanzen auftreten können.
[0009] Um weiterhin eine möglichst gute statistische Verteilung der unterschiedlichen Größen
der Sektoren und dadurch optimal kleine Anregungen zu erhalten, ist mit Vorteil jede
Mahlscheibe in mindestens zwei gleiche oder nahezu gleiche Bereiche mit gleicher Anzahl
von Sektoren unterteilt, und in jedem Bereich weichen die Zentriwinkel der aufeinanderfolgenden
Sektoren voneinander stark ab und sind von Bereich zu Bereich unwiederholt anders.
[0010] Die Beeinflussung der anregenden Momente ist unabhängig davon, welche geometrische
Anordnung die Bearbeitungseinrichtungen in den Sektoren haben. Jeder Sektor kann auch
in zwei oder mehrere radial aufeinanderfolgende Ringsektoren mit unterschiedlicher
Anordnung der Stoffmahlbarrieren bzw. Messer unterteilt sein.
[0011] Im folgenden sei die Erfindung anhand des in den Figuren 1 und 2 der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt
durch einen Refiner. In Figur 2 ist eine Ansicht der Stirnfläche einer Mahlscheibe
eines derartigen Refiners dargestellt.
[0012] Die Figur 1 der Zeichnung zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Refiners mit zwei
gegeneinander rotierenden Mahlscheiben 1, die auf der Läuferwelle 2', 2" eines jeweils
zum Antrieb dienenden Elektromotors 3 synchroner oder asychroner Bauart liegen, von
dem nur der Läufer dargestellt ist. Jede Läuferwelle 2 ist in zwei Gleitlagern 4 so
gelagert, daß eine gewisse axiale Verschiebbarkeit der Läuferwellen 2', 2" möglich
ist. Dies ist erforderlich, da sich die auf den einander zugewandten Stirnflächen
5 der Mahlscheiben 1 angeordneten Bearbeitungseinrichtungen 6 während des Betriebes
des Refiners abnutzen und deshalb in bestimmten Zeiträumen ausgewechselt werden müssen.
[0013] Das von dem Refiner zu verarbeitende Rohgut 7, z. B. Holzchips, wird dem Raum zwischen
beiden Mahlscheiben 1 mittels eines Zuführungsrohrs 8 radial nach innen zugeleitet.
Damit während der Bearbeitung des Rohguts 7 zwischen den im Gegensinn rotierenden
Mahlscheiben 1 der gewünschte Bearbeitungsabstand und der gewünschte axiale Druck
ausgeübt werden können, ist für das der Mahlscheibe 1 abgewandte Wellenende 9 der
Läuferwelle 2' ein nur schematisch als Fläche angedeutetes Gegenlager 10 vorgesehen,
während auf das entsprechende Wellenende 11 der Läuferwelle 2" eine nur angedeutete
hydraulische Anstellvorrichtung 12 einwirkt, durch welche die gewünschten Betriebsbedingungen
hergestellt werden.
[0014] In der Figur 2 ist eine Ansicht der Stirnseite 5 einer Mahlscheibe 1 dargestellt,
die gemäß der Erfindung ausgebildet ist. Die Bearbeitungseinrichtungen 6 liegen jeweils
auf Sektoren 13, die auswechselbar in geeigneter, nicht dargestellter Weise auf der
Stirnfläche 5 der Mahlscheibe 1 befestigt sind. Die längs des Umfangs der Mahlscheibe
1, die eine Mittelöffnung 14 aufweist, aufeinanderfolgenden Sektoren 13 haben eine
ungleichmäßige Teilung t bzw. unterschiedlich große Zentriwinkel ß, so daß also die
Sektoren 13 jeweils unterschiedlich groß sind.
[0015] Da die Mahlscheibe 1 mit insgesamt sechzehn Sektoren 13 versehen ist, hat man eine
Folge von sechzehn unterschiedlichen Teilungen t
1 bis t
16 gewählt, deren Summe eine Kreisscheibe ergibt und von denen die Teilung t
16 die größte und t
1 die kleinste ist. Entsprechend hat man ebenfalls sechzehn unterschiedliche Zentriwinkel
ß, die insgesamt eine Summe von 360
° ergeben.
[0016] Außerdem ist eine ungleichmäßige Verteilung der unterschiedlich großen Sektoren 13
auf der Mahlscheibe 1 erwünscht. Um dies zu erreichen, hat man die Mahlscheibe 1 in
vier nahezu gleiche Bereiche 15 unterteilt, die in der Figur 2 durch gestrichelte
Linien begrenzt sind. In jedem dieser Bereiche sind vier Sektoren 13 untergebracht.
Dazu werden aus der Folge der unterschiedlichen Teilungen für jeden Bereich vier Teilungen
herausgegriffen, die in der nach der Größe geordneten Folge der Teilungen möglichst
nicht unmittelbar aufeinanderfolgen und die jeweils addiert der Teilung jedes Bereiches
15 entsprechen. Diese vier Teilungen t jedes Bereiches 15 werden dann noch untereinander
permutiert, so daß die Reihenfolge der Zahlenwerte der Teilungen t längs des Umfanges
der Mahlscheibe 1 möglichst weit von der Reihenfolge der der Größe nach geordneten
Teilungen t abweicht und von Bereich 15 zu Bereich 15 unwiederholt anders ist. Man
erhält dadurch eine Verteilung der unterschiedlich großen Sektoren 13, die eine möglichst
kleine Momentenanregung ergibt.
[0017] Jeder Sektor 13 trägt die aus parallel zueinander angeordneten Messern 16 bestehende
Bearbeitungseinrichtung 6. Diese Messer 16 sind in ihrer geometrischen Anordnung und
in ihrem Winkel gegenüber dem Radius so ausgewählt, daß sie der geforderten Bearbeitung
des Rohguts 7 am besten entsprechen.
1. Refiner zur Bearbeitung von Fasermaterial, bestehend aus zwei gegenüberstehenden,
von wenigstens einem Elektromotor (3) angetriebenen Mahlscheiben (1), deren einander
zugewandten Stirnflächen (5) Bearbeitungseinrichtungen (6) mit längs des Umfangs der
Mahlscheiben (1) in Sektoren (13) gruppenweise angeordneten, parallel zueinander verlaufenden
Stoffmahlbarrieren bzw. Messern und dazwischenliegenden Strömungskanälen aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Sektor (13) mit den Stoffmahlbarrieren- bzw. Messergruppen
in Umfangsrichtung der jeweiligen Mahlscheibe (1) eine andere Teilung (t) bzw. einen
anderen Zentriwinkel (ß) aufweist als die jeweils anderen Sektoren (13).
2. Refiner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Mahlscheibe (1) in mindestens
zwei gleiche oder nahezu gleiche Bereiche (15) mit gleicher Anzahl von Sektoren (13)
unterteilt ist und in jedem Bereich (15) die Zentriwinkel (ß) der aufeinanderfolgenden
Sektoren (13) bzw. die Teilungen (t) voneinander stark abweichen und von Bereich (15)
zu Bereich (15) unwiederholt anders sind.
3. Refiner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Sektor (13) in
zwei oder mehrere radial aufeinanderfolgende Ringsektoren mit unterschiedlicher Anordnung
der Stoffmahlmarrieren bzw. Messer unterteilt ist.
1. Refiner for the treatment of fibrous material, consisting of two oppositely arranged
grinding discs (1) which are driven by at least one electric motor (3) and the facing
end faces (5) of which have processing devices (6) with material-grinding barriers
or cutters, arranged in groups in sectors (13) along the circumference of the grinding
discs (1) and running parallel to each other, and intermediate flow channels, characterised
in that each sector (13) with the material-grinding barrier or cutter groups has,
in the circumferential direction of the respective grinding disc (1), a different
pitch (t) or a different angle (ß) at the centre from the other respective sectors
(13).
2. Refiner according to claim 1, characterised in that each grinding disc (1) is subdivided
into at least two equal or substantially equal regions (15) with an equal number of
sectors (13) and in each region (15) the angles (ß) at the centre for the successive
sectors (13) or the pitches (t) deviate greatly from each other and are different
from region (15) to region (15) without repetition.
3. Refiner according to claim 1 or 2, characterised in that each sector (13) is subdivided
into two or several radially successive ring sectors with differing arrangement of
the material-grinding barriers or cutters.
1. Raffineur pour le traitement d'une matière fibreuse constitué de deux disques de
broyage (1), situés l'un en face de l'autre et entrainés par au moins un moteur, et
dont les surfaces frontales (5) tournées l'une vers l'autre comportent des dispositifs
de traitement (6) présentant des éléments de broyage de la matière ou des couteaux
s'étendant parallèlement les uns aux autres et disposés par groupes en secteurs (13),
le long du pourtour des disques de broyage (1), et des canaux intermédiaires d'écoulement,
caractérisé, en ce que chaque secteur (13) ayant les groupes d'éléments de broyage
de matières ou de couteaux comporte, dans la direction périphérique du disque de broyage
(1), un pas (t) différent ou un angle au centre (ß) différent de celui de l'autre
secteur (13).
2. Raffineur suivant la revendication 1, caractérisé, en ce que chaque disque de broyage
(1) est subdivisé en au moins deux zones (15) identiques ou presque identiques ayant
le même nombre de secteurs (13) et, dans chaque zone (15), les angles au centre (B)
des secteurs (13) successifs ou les pas (t) diffèrent beaucoup l'un de l'autre, et
sont différents de manière non répétitive d'une zone (15) à une autre (15).
3. Raffineur suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé, en ce que chaque secteur
(13) est subdivisé en deux ou en plusieurs secteurs annulaires se succédant radialement,
ayant une disposition différente des éléments de broyage de matière ou des couteaux.