Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer Vorrichtung nach der Gattung
des Hauptanspruchs bzw. des ersten Vorrichtungsanspruchs.
[0002] Zur Herstellung von Ausweiskarten, Scheckkarten, Informationsträgern allgemein,
insbesondere vollständig aus Kunststoffschichten hergestellten Vollplastikausweisen
ist es bekannt, die verschiedenen Schichten, beispielsweise PVC-Folien übereinanderzulegen
und so einen definierten Aufbau mit Vorder-, Rück- und Zwischenschichten sowie evtl.
Deckfolien zu erzielen und dann das Ganze unter Hitze- unter Druckeinwirkung zu einem,
wie angestrebt wird, so innigen molekularen Verbund (Laminat) zu verschweißen, daß
der Ausweis nicht mehr, beispielsweise zu Fälschungszwecken, aufgebrochen und Teile,
etwa ein miteingeklebtes Bild des zukünftigen Trägers, ausgetauscht oder sonstige
Verfälschungen an diesem vorgenommen werden können. Nach dem Verschweißen einzelner
Schichten kann sich dann noch ein Stanzvorgang anschließen.
[0003] Diese soeben erläuterte Ausweisherstellung ist umständlich und insbesondere auch
zeitraubend, da zunächst die einzelnen Schichten zusammengesucht, übereinandergeschichtet
und in eine geeignete Laminatorpresse eingelegt werden müssen, gegebenenfalls zusammen
mit einem separat vorgesehenen Foto des späteren Trägers, anschließend erfolgt dann
die Verklebung durch Druck-und Wärmeeinwirkung, wobei sich, in numerischen Werten
zu Vergleichszwecken genannt, für die Herstellung eines einzigen Ausweises Zeitdauern
zwischen 5 - 6 Minuten ergeben, die sich auch dann, wenn man mehrere, beispielsweise
vier oder fünf Ausweise gleichzeitig herstellt, lediglich auf Herstellungszeiten
von mindestens 1 1/2 - 2 Minuten reduzieren lassen.
[0004] Außerdem läßt sich bei auf solche Weise hergestellten, laminierten Ausweiskarten
nicht ausschließen, daß der Verbund der einzelnen Schichten nicht hinreichend ist,
um Fälschungen absolut sicher verhindern zu können, und schließlich ergibt sich der
weitere Nachteil, daß solche Ausweise allgemein nur am Herstellungsort endgefertigt
werden können, also mit Lichtbild und sonstigen Be schriftungen versehen werden können,
so daß die diese Ausweise jeweils ausgebenden Stellen, die mit dem Hersteller üblicherweise
nicht identisch sind, dem Hersteller vollständige Datenunterlagen übermitteln müssen,
und für jeden neuen Ausweis eine umständliche Bestell- und Fertigungsprozedur erforderlich
ist.
[0005] Wünschenswert wäre es aber, einmal die Herstellung solcher Vollplastikausweise mit
Bild wesentlich schneller und vor allen Dingen auch am Ausgabeort ohne größeren Aufwand
vornehmen zu können, wobei der jeweiligen, solche Ausweise ausgebenden Stelle Ausweisrohlinge
oder vorgefertigte Karten übergeben werden können, die dann lediglich noch durch
einen letzten Fertigungsschritt zu vervollständigen wären.
[0006] Demnach liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einerseits die Herstellung
von Ausweiskarten auf Kunststoffbasis erheblich zu beschleunigen und andererseits
auch eine Endfertigung der Ausweise an anderer Stelle als am Herstellungsort, beispielsweise
also bei den diese Ausweise ausgebenden Instituten, Firmen, Behörden u. dgl. vornehmen
zu lassen.
Vorteile der Erfindung
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs
bzw. des kennzeichnenden Merkmalen des ersten Vorrichtungsanspruchs und hat den entscheidenden
Vorteil, daß in schneller Taktfolge auf der Basis teilvorgefertigter Karten fertige
Endausweise einschließlich fotografischem Abbild des Trägers mit hoher Geschwindigkeit
hergestellt werden können, wobei für einen solchen abschließenden Arbeitsablauf, wie
ihn die Erfindung vorschlägt, lediglich mit Zeitdauern gerechnet zu werden braucht,
die, in numerischen Werten ausgedrückt, bei höchstens 10 Sekunden pro Einzelkarte
liegen.
[0008] Andererseits gelingt es der Erfindung aber auch, den Herstellungsprozeß solcher Ausweiskarten
mit Bild auf reiner Kunststoffbasis trotz laminiertem Aufbau drastisch zu vereinfachen
und insbesondere vollkommen problemlos zu gestalten, bei Erreichen einer besonders
hohen Fälschungssicherheit, was nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen ist, daß
sich einer der beteiligten Komponenten im Moment seines schichtartigen Aufbringens
auf eine teilvorgefertigte Karte noch im flüssigen Zustand befindet, also einen Aggregatzustand
aufweist, der eine besonders innige und vor allen Dingen auch einschluß- und blasenfreie
Verbindung mit den anderen Schichten ermöglicht.
[0009] Dabei ist es ferner besonders vorteilhaft, daß die die endgültige Verbindung sicherstellende
chemische Reaktion des verwendeten Schicht- oder Klebmaterials nicht durch die stets
langsam ablaufenden Vorgänge einer Druck- oder Wärmeübertragung realisiert werden
- langsam deshalb, weil ein Wärmeübergang von einem geheizten Medium auf beispielsweise
eine Laminatschicht stets eine gewisse Zeitdauer der Einwirkung voraussetzt, sondern
durch die körperlose Einwirkung elektromagnetischer Strahlung, nämlich einer UV-Strahlung
im vorgegebenen Wellenlängen bereich, wodurch das verwendete Material einer extrem
schnellen Aushärtung unterworfen wird, die innerhalb Sekunden erfolgt und wobei sich
dann gleichzeitig die innige, absolut sichere Verbindung auf molekularer Basis zu
den anderen Schichten ergibt. Dieses bei vorliegender Erfindung verwendete, unter
UV-Strahlungseinwirkung schnell härtende Material kann als Klebmittel zur Verbindung
eines vorfabrizierten Kartenteils mit einer Deckschicht oder Deckfolie verwendet werden;
in einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann der Kleber aber selbst als
Deckmaterial Verwendung finden, da es bei seiner flüssigen Ausbildung bei Einstellung
einer entsprechenden Viskosität problemlos möglich ist, eine solche (Kleb)Materialschicht
vollkommen gleichmäßig auf der Unterlage (vorgefertigter Kartenteil) aufzubringen
und dann blitzschnell auszuhärten und so den flüssigen Kleber selbst zur eigenen
Deckschicht zu machen, die vollkommen unlösbar mit den restlichen Kartenschichten
verbunden ist. Dabei ist das UV-aushärtende Material im flüssigen Aggregatzustand
beispielsweise wasserhell und auch in seiner Viskosität nahezu so flüssig wie Wasser.
Es härtet zu einer glasfesten klaren Schichtsubstanz aus.
[0010] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch bzw. im ersten Vorrichtungsanspruch angegebenen
Erfindung möglich. Besonders vorteilhaft ist hierbei die Vorfertigung der Karte mit
geeigneter Aussparung für die Aufnahme eines einzulegenden fotografischen Abbilds,
eine Vorfertigung bis auf das Aufbringen der obersten Deckschicht oder Deckfolie.
Dabei kann der vorgefertigte Kartenteil als Kartenrohling der jeweiligen, den endgefertigten
Ausweis ausgebenden Stelle zusammen mit einer, diesen Herstellungsendschritt noch
vorzunehmenden Vorrichtung übergeben werden, wobei dann diese ausgebende Stelle bei
sich das fotografische Abbild des ihr bekannten Trägers einlegt, entsprechende Beschriftungen
noch vornimmt oder solche Beschriftungen tragende Folien einlegt oder in sonstiger
Weise noch anbringt und dann lediglich noch in der der Erfindung zugrundeliegenden
Art und Weise die Deckfolie unter Verwendung des schnellhärtenden Klebers aufbringt
oder diesen Kleber selbst als Deckfolie verwendet. Mit anderen Worten, das erfindungsgemäße
Verfahren ermöglicht eine wesentlich größere Flexibilität im Umgang mit solchen Kunststoff-Laminatausweisen,
da man vorgefertigte Teilkarten auf Vorrat lagern und dann bei der ausgebenden Stelle
selbst individualisieren kann.
[0011] Dabei kann es im Bereich des den Endfertigungsschritt herstellenden Geräts sinnvoll
sein, einen Druck- oder Formstempel vorzusehen, der nach dem Aufbringen des zunächst
noch flüssigen Klebers oder jedenfalls Deckmaterials - oder gegebenenfalls nach dem
Auflegen einer weiteren Kunststoffdeckfolie auf das flüssig aufgebrachte Klebmaterial
- auf einen Grundteil des Geräts, in welches der beschriebene Verbund des Vollkunststoffausweises
eingelegt ist, herunterfährt, einen vorgegebenen Druck ausübt und gleichzeitig die
Einwirkung der elektromagnetischen oder UV-Strahlung ermöglicht. Zu diesem Zweck
ist es vorteilhaft, den Stempel aus einem geeigneten, UV-Strahlung durchlässigen
Material, etwa aus Glas, geeigneten durchsichtigen Kunststoff o. dgl. auszubilden,
so daß der Stempel selbst während seiner Druckaufbringung die erforderliche UV-Strahlungswirkung
ermöglicht, beispielsweise indem er selbst eine geeignete Belichtungslampe trägt
oder doch jedenfalls einen solchen Brechungs index aufweist, daß die erforderliche,
die schnelle Aushärtung des Klebers bewirkende Strahlung im wesentlichen ungeschwächt
passieren kann.
[0012] Soll der schnellhärtende Kleber andererseits selbst die Deckfolie bilden, dann ist
es in einer Ausgestaltung der Erfindung vorteilhaft, die flüssige Phase des Klebers
mit einer solchen Viskosität, also bis zu einem gewissen Grade dünnflüssig einzustellen,
daß der Kleber mit einer geeigneten Dispenser- oder Aufbringvorrichtung, die etwa
so breit wie die Karte selbst ist, nach Art eines nach unten fließenden Flüssigkeitsvorhangs
über die Karte geführt wird, so daß sich eine vorgegebene Flüssigkeitsbeschichtung
vollkommen gleichmäßiger Dicke auf dem eingelegten Teilfabrikat, mit Bild in einer
Vertiefung vervollständigt, ergibt. Anschließend braucht dann lediglich noch die
UV-Strahlung zur Einwirkung gebracht werden, mit oder ohne Druckeinwirkung von einem
entsprechend ausgebildeten Stempel, und die Ausweiskarte ist fertig. Je nach Einstellung
der Viskosität und der Genauigkeit des Aufbringvorganges kann dann sogar auf einen
nachfolgenden Stanzvorgang verzichtet werden.
Zeichnung
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt sehr schematisch
und lediglich zum besseren Verständnis eine gerätetechnische Möglichkeit zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, im wesentlichen in perspektivischer Darstellung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] Der Grundgedanke vorliegender Erfindung besteht darin, zur Herstellung von Vollkunststoff-Ausweisen,
vorzugsweise mit Bildeinlage, einen unter der Einwirkung einer bestimmten elektromagnetischen
Strahlung (UV-Strahlung) extrem schnellhärtenden Kleber, Flüssigkeit, Auftragsschichtmaterial
oder ähnliches zu verwenden und auf diese Weise den Herstellungsvorgang solcher laminierter
Kunststoffausweise, jedenfalls im letzten Stadium der Deckfolienaufbringung und Vervollständigung,
besonders schnell und problemlos durchzuführen.
[0015] In diesem Zusammenhang wird zunächst und ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das
in der Zeichnung dargestellte, die Erfindung anhand einzelner Komponenten angebende,
stark schematische Funktionsbild den Gegenstand der Erfindung nicht hierauf beschränkt,
sondern lediglich funktionelle Grundwirkungen veranschaulichen soll und daher dem
besseren Verständnis der Erfindung dient. Insbesondere können einzelne Komponenten
vollkommen anders aufgebaut sein, was im völligen Belieben des jeweiligen Fachmanns
liegt, je nach den Anforderungen und den Herstellungsmöglichkeiten, die jeweils bevorzugt
werden.
[0016] Desgleichen können natürlich im Bereich der Ablaufsteuerung der einzelnen Komponenten
beliebige elektrische und elektronische Logikschaltungen, aber auch Mikroprozesso
ren, Mikrorechner, analoge Logikschaltungen u. dgl. verwendet werden, so daß auch
ein programmierter Herstellungsablauf möglich ist.
[0017] Der funktionelle Grundaufbau bei vorliegender Erfindung ist dann für die Herstellung
eines Kunststoffvollausweises, vorzugsweise mit Bild, so, daß eine bis auf eine oberste
Folie oder Deckfolie vorgefertigte Karte oder ein Kartenteil in ein Gerät eingelegt
wird, wobei dieser Kartenteil ergänzend noch eine Vertiefung oder Aussparung aufweisen
kann, die ein Bild aufnimmt. Diese vorgefertigte Teilkarte mit Bild in einer Vertiefung
wird unter ein Dosiersystem für schnellhärtenden Kleber positioniert. Dieser Kleber
ist ein Erzeugnis, welches unter Einwirkung einer vorgegebenen elektromagnetischen
Strahlung, insbesondere ultravioletter Strahlung, schnell aushärtet. Dieses UV-aushärtende
Produkt oder Flüssigkeit wird flüssig auf den vorgefertigten Kartenteil mit eingelegtem
Bild aufgebracht, und anschließend wird, nämlich für eine erste Ausführungsform,
eine Dispenser-Vorrichtung für ein Decklaminat oder eine Deckfolie zur Ausgabe und
zum Aufbringen der Deckfolie auf den mit flüssigem Klebmaterial bedeckten vorgefertigten
Kartenteil mit Bild betätigt. Anschließend erfolgt die Eingabe des so fertigen Laminats
in eine Reaktionskammer, wobei es vorteilhaft ist, das ganze Herstellungsgerät,
welches den vorgefertigten Kartenteil aufnimmt, als Reaktionskammer sofort auszubilden
und einen entsprechenden Druck oder Preßstempel vorzusehen, der nach Aufbringen des
Decklaminats nach unten fährt, einen vorgegebenen Druck ausübt und gleichzeitig oder
später, vorzugsweise gleichzeitig die Einwirkung der UV-Strahlung ermöglicht. Dies
geschieht am besten, wenn die Druckplatte als Glasklotz mit entsprechendem Brechungsindex
für den ungehinderten Durchtritt der erforderlichen UV-Strahlung ausgebildet ist.
Bei Einwirkung dieser UV-Strahlung wird das Klebmaterial innerhalb Sekunden hart,
härtet also vollständig aus, verklebt das Decklaminat mit dem vorgefertigten Kartenteil
mit Bild, und der Ausweis ist endgefertigt, sofern an der jeweiligen, diesen Endherstellungsschritt
durchführenden Stelle auch noch entsprechende weitere Informationen, soweit erforderlich,
auf den Ausweisschichten aufgebracht werden; dies kann beispielsweise und vorteilhafterweise
zusammen mit dem Herstellungsschritt durchgeführt werden, der sich ergibt, wenn das
fotografische Abbild eingelegt wird. Zusammen mit diesem können, gegebenenfalls in
andere Aussparungsbereiche, Schichten oder Folien eingelegt werden, die eine entsprechende
Beschriftung tragen, gegebenenfalls auch Magnetfolien, Magnetbänder o. dgl. Schließlich
ist es auch möglich, den ganzen Ausweis mit Bereichen zu versehen, die eine Auslesung
durch Infraroteinwirkung ermöglichen. Eine Beschriftung kann auch aufgedruckt oder
aufgesprüht werden (ink jet printer) innerhalb dieses Fertigungsschrittes.
[0018] Eine andere Ausführungsform vorliegender Erfindung verzichtet als Variante auf die
Zuführung einer separaten Deckfolie völlig und benutzt das schnellhärtende Klebmaterial
selbst als Deckfolie, welches in seiner Viskosität dann sinnvollerweise so ( dünnflüssig)
eingestellt wird, daß ohne Folie gearbeitet werden kann. Bei dieser Variante wird
über die in das Gerät, vorzugsweise die Reaktionskammer eingelegte teilvorgefertigte
Karte mit Bild ein Gießvorhang des schnellhärtenden Klebmaterials mit einer geeigneten,
sich über die ganze Breite der Karte erstreckenden Gießvorrichtung aufgebracht, wodurch
sich eine vollständig gleichmäßige Beschichtungsdicke einstellen läßt, und anschließend
erfolgt die UV-Belichtung und die sofortige Aushärtung und vollständig unlösbare,
innige Verbindung der so gleichzeitig als Klebmittel und Deckschicht eingesetzten,
schnell ausgehärteten Spezialschicht.
[0019] In der Zeichnung ist die Reaktionskammer 10 als ein Stempelunterteil 10a und ein
Stempeloberteil oder Druck-Glasklotz 10b aufweisendes Gerät dargestellt, wobei in
einen Ausschnitt 11 des Stempelunterteils 10a der Reaktionskammer ein vorgefertigter
Ausweisteil, der auch für sich gesehen schon ein Teillaminat 12 sein kann, eingelegt
wird. Dieses Einlegen kann auch durch eine separate Einlegevorrichtung für die vorgefertigten
Ausweise vorgenommen werden. Vorzugsweise verfügt der vorgefertigte Kartenteil 12
über eine Aussparung oder Vertiefung 12a, in welche ein Bild 13 des zukünftigen Ausweisträgers
noch vor Aufbringen des Spezialklebmaterials eingelegt wird.
[0020] Dies alles geschieht unter einem Dosiergerät für den schnellhärtenden Spezialkleber,
oder ein solches Dosiergerät wird nach Vervollständigung des Aufbaus herangeführt,
oder der Aufbau wird an das Dosiergerät herangeführt, und der Spezialkleber wird
in flüssiger Form, jedoch mit vorgegebener Viskosität appliziert. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel in der Zeichnung sind eine größere Anzahl beliebig ausgebildeter
Sprüh- oder Abgabeköpfe 14a, 14b, 14c für die Spezialklebmasse vorgesehen, die über
eine Verbindungsleitung 15 und ein vorzugsweise elektrisch betätigbares Sperrventil
16 mit einem Vorratsbehälter 17 für den Spezialkleber verbunden sind. Es versteht
sich und sei nochmals an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß das Aufbringen des
Spezialklebers, aber auch die Realisierung der zur Durchführung der Erfindung erforderlichen
Teilkomponenten in beliebiger Weise vorgenommen und ausgestaltet werden kann; so
ist es natürlich möglich, anstelle der Sprühköpfe 14a, 14b, 14c das Dosiergerät für
den schnellhärtenden Spezialkleber auch anders auszubilden, den Kleber beispielsweise
aus einer Schlitzöffnung austreten zu lassen, oder eine Teilvorrichtung 18 vorzusehen,
die sich über die gesamte Breite der in das Reaktionsgerät eingelegten Karte erstreckt
und vorzugsweise in Querrichtung dann noch längs der Pfeile A und B verfahrbar ist
und dabei einen flüssigen Gießvorhang des schnellhärtenden Spezialklebers über die
ganze Fläche der Karte aufbringt. Danach kann entweder mit dem Aufbringen der Deckfolie
weitergearbeitet werden, entsprechend der ersten Ausführungsform, wozu eine geeignete
Dispenser-Vorrichtung für das Decklaminat vorgesehen ist, die bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel, welches eine besonders einfache, gegebenenfalls primitive Ausführungsform
in Betracht zieht, aus zwei links und rechts von der Reaktionskammer angeordneten
Decklaminat-Wickelrollen 19a, 19b besteht, wovon eine, nämlich 19b über ein Zwischengetriebe
20 von einem Motor 21 angetrieben sein kann, so daß jeweils frisches Decklaminat über
die zunächst mit dem flüssigen Spezialkleber beschichtete vorgefertigte Teilkarte
gezogen werden kann; anschließend kann der neue Decklaminatteil separat über gabelförmig
ausgebildete, beidseitig angeordnete Niederhalter 22a, 22b, beispielsweise nach oben
oder unten verfahrend, angetrieben von zugeordneten Stellgliedern oder Elektromotoren
23a, 23b auf die vorgefertigte Teilkarte aufgebracht werden, woraufhin dann schließlich
die obere Druckplatte oder der Glasklotzstempel 10b nach unten fährt und unter Druck
und UV-Strahlungseinwirkung den gesamten Aufbau innerhalb weniger Sekunden ausfertigt
und zur fertigen Karte verfestigt, gebenenfalls auch sofort auf Endmaß stanzt.
[0021] Die zweite Variante besteht dann darin, daß auf die Dispenservorrichtung 19a, 19b
für das Decklaminat vollständig verzichtet wird und die Viskosität des dann sinnvollerweise
nach Art eines Flüssigkeits- oder Gießvorhangs aufgebrachten schnellhärtenden Spezialklebers
so eingestellt wird, daß er sich in vollständig gleichmäßiger Verteilung über den
gesamten vorgefertigten Teilkartenbereich so gleichmäßig aufbringen läßt, daß die
anschließende Aushärtung durch die einwirkende UV-Strahlung problemlos möglich ist.
[0022] In der Zeichnung ist bei 24 noch im Bereich des Druck-Glasklotzes (oberer Stempel
10b) eine Beleuchtungseinrichtung zur Erzeugung von UV-Strahlung dargestellt, die,
wie es sich versteht, so ausgebildet ist, daß sich über die gesamte Kartenfläche eine
gleichmäßige Strahlungsdichte für ein schnelles Aushärten des Spezialklebers ergibt.
[0023] Eine geeignete elektrische oder elektronische Ablaufssteuerung ist mit 25 bezeichnet
und steuert, vorzugsweise auch vollautomatisch, die einzelnen, nach der vorgefertigten
Herstellung der Karte noch verbleiben den Endherstellungsschritte.
[0024] Dabei versteht es sich, daß die einzelnen Teilschritte, also Einlegen des vorfabrizierten
Kartenteils, Einbringen des Bildes in die Aussparung, Positionierung unter einem
Dosiersystem für schnellhärtenden Kleber, Aufbringen des Klebers, versehen mit einer
transparenten Deckfolie mit einer weiteren Dispenser-Vorrichtung und Unterdrucksetzen
des Verbundes, Einleiten der Klebereaktion und Stanzen der Karte auf Endmaß in einer
entsprechenden Anzahl sich aneinanderreihender Stationen durchgeführt werden kann,
was zum Teil für einen schnellen, automatisierten Arbeitsablauf auch vorzuziehen ist.
Es wird daher nochmals wiederholt, daß die in der Zeichnung dargestellte mögliche
Ausführungsform nur schematisch und zum besseren Verständnis der Erfindung angegeben
ist und keinerlei Einschränkungen der Erfindung bedeutet.
[0025] Das erfindungsgemäße Schnellaminiergerät für Vollkunststoffausweise mit Bild ist,
bestehend aus sich einzeln aneinanderreihenden Stationen oder bei Zusammenfassung
von Teilstationen zu Baukomponenten, in der Lage, in maximal jeweils 10 Sekunden eine
Ausweiskarte endzufertigen, wobei die einzelnen Komponenten für die Kartenherstellung
zweckmäßigerweise wie folgt ausgebildet sind: Einlegevorrichtung für die vorgefertigten
Teilausweise, Dosiergerät für den schnellhärtenden Spezialkleber, Dispenser-Vorrichtung
für das Decklaminat, Reaktionskammer, Preß- und Stanzvorrichtung, zentrale Ablaufsteuerung.
[0026] Zur Verwendung als unter UV-Strahlungseinwirkung schnell härtender Spezialkleber
eignet sich ein Erzeugnis mit der Bezeichnung Vitralit, welches unter diesem Namen
mit einer nachfolgenden Nummernangabe (etwa 7256) erworben werden kann. Ein solches
Erzeugnis kann in seiner Viskosität hinreichend niedrig eingestellt werden und enthält
auch mindestens sogenannte Photoinitiatoren, die auf UV-Strahlung ansprechen und
den Härtungsmechanismus bewirken.
[0027] Weiter vorn ist im wesentlichen das schnellhärtende flüssige Material als Kleber
oder Klebmittel bezeichnet worden; es versteht sich, daß dies lediglich als terminus
technikus zu verstehen ist und es im wesentlichen auf die Funktion dieser Flüssigkeit
ankommt, die mit der jeweiligen Unterlage oder Substrat, auf die sie in beliebiger
Weise aufgebracht wird, eine feste, beispielsweise kohärente Verbindung eingeht.
[0028] Dabei ist es natürlich möglich, daß die Rohkarte oder der rohe Ausweis, der dann
in der erfindungsgemäßen Weise mit dem schnellaushärtenden Material beschichtet wird,
selbst aus einer geeigneten Folie oder einem flächigen Plastikerzeugnis ausgeschnitten,
beispielsweise ausgestanzt ist und daher nicht laminiert ist, sondern eine einstückige
Form aufweist. Ein solches flächiges Rohausweismaterial kann dann zur Aufnahme des
Bilds des Trägers eine Aussparung aufweisen, in welche das Bild eingelegt wird; es
ist aber auch möglich, das Bild einfach auf die Karte aufzulegen und gegebenenfalls
vorab anzukleben und anschließend das flüssige, schnellhärtende Material aufzutragen.
Schließlich kann ein solches Abbild des Trägers auch nach einem Verfahren auf ein
Substrat oder eine Unterlage aufgebracht werden, wie dieses in dem US-Patent 4 464
454 beschrieben wird, wobei also lediglich eine hauchdünne Filmemulsion (und zwar
ohne jeden, sonst immer vorhandenen Filmträger) und daher auch ohne irgendwie aufzutragen
(eine Ausbeulung bildend) auf die Kartenunterlage aufgebracht und die flüssige Beschichtung,
auch zur untrennbaren Verbindung im Bildbereich, den Überzug bildet und ausgehärtet
wird.
[0029] Als geeignete elektromagnetische Strahlung kommt ultraviolettes Licht mit einer
Wellenlänge im Bereich etwa zwischen 0,25µ bis 0,4µ in Frage und hat sich als besonders
geeignet herausgestellt.
[0030] Schließlich ist es noch möglich, das flüssige, schnellhärtende Material unter Verwendung
des Grundprinzips des sogenannten Schleudergusses auf die Ausweiskarte aufzubringen,
wobei diese selbst einen rotierenden Körper bildet (selbstverständlich eingelegt in
eine, einer Rotation zugänglichen Halterung) und man dann etwa in der Mitte der Karte
einen Tropfen oder eine vorgegebene Menge des flüssigen Materials aufbringt, welches
sich dann unter der Einwirkung der Drehung (Schleuderguß) absolut plan verteilt, woraufhin
dann sofort, beispielsweise noch unter Beibehaltung der Drehung, die UV-Strahlung
zur Einwirkung gebracht werden kann, zur vollständigen, sekundenschnellen Aushärtung
des so gebildeten Überzugs.
[0031] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
1. Verfahren zur Herstellung eines kartenförmigen Informationsträgers, beispielsweise
Identifikationskarte, Ausweiskarte u. dgl., insbesondere bestehend aus Vollkunststoffmaterial
mit Bild des Trägers, wobei mehrere Einzelschichten übereinander angeordnet und miteinander
verbunden werden (Laminat) oder von einem einstückigen Rohkartenzuschnitt als Unterlage
ausgegangen wird, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbringen auf die Oberfläche des
Laminats oder des Rohkartenzuschnitts ein unter der Einwirkung einer in einem vorgegebenen
Wellenlängenbereich liegenden elektromagnetischen Strahlung (UV-Strahlung) schnellhärtendes
Material (Kleber) verwendet, mindestens auf einen vorgegebenen Oberflächenteilbereich
in flüssiger Form aufgebracht und durch die Einwirkung der elektromagnetischen Strahlung
ausgehärtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine vorgefertigte Karte
bildende Laminat oder der Rohkartenzuschnitt eine Vertiefung zur Aufnahme eines Bildes
aufweist oder das Bild und gegebenenfalls weitere Informationen/Beschriftungen auf
die vorgefertigte Karte aufgelegt oder das Bild als ledigliche Emulsion eines Films
auf der vorgefertigten Karte angeordnet und anschließend das flüssige Material aufgebracht
und unter Einwirkung der UV-Strahlung in Form einer Deckfolie ausgehärtet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Einlegen des
Bildes in die vorgefertigte Teilkarte diese unter einem Dosiersystem für die Aufbringung
des schnellhärtenden Spezialklebers positioniert und der Kleber aufgebracht wird
und daß anschließend eine transparente weitere Deckfolie ausgegeben, auf den Verbund
aufgebracht und dieser unter Druck gesetzt wird, wobei gleichzeitig durch Einwirken
der UV-Strahlung die Reaktion des Klebers eingeleitet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Aushärtereaktion
des Klebers die Karte auf Endmaß gestanzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unter UV-Strahlungseinwirkung
schnellhärtende Klebschicht durch Einstellung ihrer Viskosität in Form eines Flüssigkeitsvorhangs
so gleichmäßig auf der vorgefertigten Teilkarte mit eingelegtem Bild aufgebracht wird,
daß die Flüssigkeit gleichzeitig nach ihrer Aushärtung die Deckschicht bildet, unter
Verzicht der Zuführung und Aufbringen einer separaten Deckfolie.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schnellaushärtende
Flüssigkeit nach dem Schleudergußprinzip auf die vorgefertigte Karte als rotierenden
Körper so aufgebracht wird, daß eine vorgegebene Flüssigkeitsmenge etwa in die Mitte
der rotierenden Karte gegeben und durch die Drehwirkung eine plane Verteilung der
Flüssigkeitsschicht mit anschließender UV-Belichtung vorgenommen wird.
7. Schnellaminiergerät für die Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reaktionskammer zur Aufnahme
einer vorgefertigten, mit einem flüssigen, unter UV-Strahlungseinwirkung schnell aushärtenden
Spezialkleber versehenen Teilkarte vorgesehen ist, die eine Belichtungseinrichtung
zur Erzeugung und Aufleitung einer den Kleber aushärtenden UV-Strahlung umfaßt.
8. Laminiergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Druck auf den Kartenverbund
ausübender Stempel in Form eines Glasklotzes mit einem solchen Brechungsindex für
elektromagnetische Strahlung vorgesehen ist, daß die den schnellhärtenden Kleber
aushärtende UV-Strahlung im wesentlichen ungehindert zum Kartenverbund gelangt.
9. Laminiergerät nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch eine Einlegevorrichtung
für vorgefertigte Teilausweise, vorzugsweise mit in einer Vertiefung angeordnetem
Bild, ein Dosiergerät für durch ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) schnell aushärtenden
Kleber, eine Dispenser-Vorrichtung für ein auf die flüssige Klebschicht aufzubringendes
Decklaminat und eine Reaktionskammer mit Preß-, gegebenenfalls Stanzvorrichtung
für die Endfertigung des Ausweises.
10. Laminiergerät nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß aufeinanderfolgend
verschiedene Stationen für die Endfertigung des Vollkunststoff-Ausweises mit Bild
vorgesehen sind, die in ihren Funktionen von einer zentralen Ablaufsteuerung (25)
beaufschlagt sind.
11. Laminiergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein die vorgefertigte
Karte haltender Drehkörper vorgesehen ist, mit Mitteln zur Aufbringung einer vorgegebenen,
schnellaushärtenden Flüssigkeitsmenge etwa in Kartenmitte und anschließender Rotation
zur gleichmäßigen Verteilung der Flüssigkeit nach dem Schleudergußprinzip und anschließender
Aushärtung durch UV-Belichtung.