(19)
(11) EP 0 257 121 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.03.1988  Patentblatt  1988/09

(21) Anmeldenummer: 86111648.1

(22) Anmeldetag:  22.08.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B42D 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: Interlock Sicherheitssysteme AG
CH-8952 Schlieren (CH)

(72) Erfinder:
  • Vogt, Werner
    CH-5453 Remetschwil (CH)

(74) Vertreter: Otte, Peter, Dipl.-Ing. 
Otte & Jakelski Patentanwälte, Mollenbachstrasse 37
71229 Leonberg
71229 Leonberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zur Herstellung eines kartenförmigen Informationsträgers und Schnellaminiergerät zur Durchführung des Verfahrens


    (57) Verfahren und Schnellaminiergerät für die Herstellung von Vollkunststoff-Ausweisen mit Bild, wobei auf einen vorgefertigten, das Bild enthaltenden Teilkartenteil ein flüssiger Kleber aufgebracht wird, der unter Ein­wirkung einer elektromagnetischen Strahlung in einen vorgegebenen Wellenbereich, nämlich ultravioletter Strah­lung (UV-Strahlung) innerhalb Sekunden aushärtet. Dabei kann der Kleber zur festen Verbindung einer später noch aufgebrachten Deckfolie auf den Kartenverbund dienen oder selbst bei entsprechender Einstellung seiner Vis­kosität die oberste Abschlußfolie nach seiner Aushärtung bilden. Im letzteren Fall erfolgt die Kleberaufbringung in Form eines über die Karte durchlaufenden Flüssig­keitsvorhangs.




    Beschreibung

    Stand der Technik



    [0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer Vorrichtung nach der Gattung des Hauptanspruchs bzw. des ersten Vorrichtungsanspruchs.

    [0002] Zur Herstellung von Ausweiskarten, Scheckkarten, Infor­mationsträgern allgemein, insbesondere vollständig aus Kunststoffschichten hergestellten Vollplastikausweisen ist es bekannt, die verschiedenen Schichten, beispiels­weise PVC-Folien übereinanderzulegen und so einen de­finierten Aufbau mit Vorder-, Rück- und Zwischenschich­ten sowie evtl. Deckfolien zu erzielen und dann das Ganze unter Hitze- unter Druckeinwirkung zu einem, wie angestrebt wird, so innigen molekularen Verbund (Lami­nat) zu verschweißen, daß der Ausweis nicht mehr, bei­spielsweise zu Fälschungszwecken, aufgebrochen und Teile, etwa ein miteingeklebtes Bild des zukünftigen Trägers, ausgetauscht oder sonstige Verfälschungen an diesem vorgenommen werden können. Nach dem Verschweißen einzelner Schichten kann sich dann noch ein Stanzvorgang anschließen.

    [0003] Diese soeben erläuterte Ausweisherstellung ist umständ­lich und insbesondere auch zeitraubend, da zunächst die einzelnen Schichten zusammengesucht, übereinanderge­schichtet und in eine geeignete Laminatorpresse einge­legt werden müssen, gegebenenfalls zusammen mit einem separat vorgesehenen Foto des späteren Trägers, anschlie­ßend erfolgt dann die Verklebung durch Druck-und Wärme­einwirkung, wobei sich, in numerischen Werten zu Ver­gleichszwecken genannt, für die Herstellung eines einzi­gen Ausweises Zeitdauern zwischen 5 - 6 Minuten ergeben, die sich auch dann, wenn man mehrere, beispielsweise vier oder fünf Ausweise gleichzeitig herstellt, ledig­lich auf Herstellungszeiten von mindestens 1 1/2 - 2 Mi­nuten reduzieren lassen.

    [0004] Außerdem läßt sich bei auf solche Weise hergestellten, laminierten Ausweiskarten nicht ausschließen, daß der Verbund der einzelnen Schichten nicht hinreichend ist, um Fälschungen absolut sicher verhindern zu können, und schließlich ergibt sich der weitere Nachteil, daß solche Ausweise allgemein nur am Herstellungsort endgefertigt werden können, also mit Lichtbild und sonstigen Be­ schriftungen versehen werden können, so daß die diese Ausweise jeweils ausgebenden Stellen, die mit dem Her­steller üblicherweise nicht identisch sind, dem Her­steller vollständige Datenunterlagen übermitteln müssen, und für jeden neuen Ausweis eine umständliche Bestell- ­und Fertigungsprozedur erforderlich ist.

    [0005] Wünschenswert wäre es aber, einmal die Herstellung sol­cher Vollplastikausweise mit Bild wesentlich schneller und vor allen Dingen auch am Ausgabeort ohne größeren Aufwand vornehmen zu können, wobei der jeweiligen, solche Ausweise ausgebenden Stelle Ausweisrohlinge oder vorge­fertigte Karten übergeben werden können, die dann ledig­lich noch durch einen letzten Fertigungsschritt zu ver­vollständigen wären.

    [0006] Demnach liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu­grunde, einerseits die Herstellung von Ausweiskarten auf Kunststoffbasis erheblich zu beschleunigen und anderer­seits auch eine Endfertigung der Ausweise an anderer Stelle als am Herstellungsort, beispielsweise also bei den diese Ausweise ausgebenden Instituten, Firmen, Be­hörden u. dgl. vornehmen zu lassen.

    Vorteile der Erfindung



    [0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs bzw. des kennzeichnenden Merkmalen des ersten Vorrichtungsanspruchs und hat den entscheidenden Vorteil, daß in schneller Taktfolge auf der Basis teilvorgefertigter Karten fertige Endausweise einschließlich fotografischem Abbild des Trägers mit hoher Geschwindigkeit hergestellt werden können, wobei für einen solchen abschließenden Arbeitsablauf, wie ihn die Erfindung vorschlägt, lediglich mit Zeitdauern ge­rechnet zu werden braucht, die, in numerischen Werten ausgedrückt, bei höchstens 10 Sekunden pro Einzelkarte liegen.

    [0008] Andererseits gelingt es der Erfindung aber auch, den Herstellungsprozeß solcher Ausweiskarten mit Bild auf reiner Kunststoffbasis trotz laminiertem Aufbau drastisch zu vereinfachen und insbesondere vollkommen problemlos zu gestalten, bei Erreichen einer besonders hohen Fäl­schungssicherheit, was nicht zuletzt auch darauf zurück­zuführen ist, daß sich einer der beteiligten Komponen­ten im Moment seines schichtartigen Aufbringens auf eine teilvorgefertigte Karte noch im flüssigen Zustand befindet, also einen Aggregatzustand aufweist, der eine besonders innige und vor allen Dingen auch einschluß- ­und blasenfreie Verbindung mit den anderen Schichten er­möglicht.

    [0009] Dabei ist es ferner besonders vorteilhaft, daß die die endgültige Verbindung sicherstellende chemische Reaktion des verwendeten Schicht- oder Klebmaterials nicht durch die stets langsam ablaufenden Vorgänge einer Druck- oder Wärmeübertragung realisiert werden - langsam deshalb, weil ein Wärmeübergang von einem geheizten Medium auf beispielsweise eine Laminatschicht stets eine gewisse Zeitdauer der Einwirkung voraussetzt, sondern durch die körperlose Einwirkung elektromagnetischer Strahlung, nämlich einer UV-Strahlung im vorgegebenen Wellenlängen­ bereich, wodurch das verwendete Material einer extrem schnellen Aushärtung unterworfen wird, die innerhalb Sekunden erfolgt und wobei sich dann gleichzeitig die innige, absolut sichere Verbindung auf molekularer Ba­sis zu den anderen Schichten ergibt. Dieses bei vorlie­gender Erfindung verwendete, unter UV-Strahlungseinwir­kung schnell härtende Material kann als Klebmittel zur Verbindung eines vorfabrizierten Kartenteils mit einer Deckschicht oder Deckfolie verwendet werden; in einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann der Kleber aber selbst als Deckmaterial Verwendung finden, da es bei seiner flüssigen Ausbildung bei Einstellung einer entsprechenden Viskosität problemlos möglich ist, eine solche (Kleb)Materialschicht vollkommen gleichmäßig auf der Unterlage (vorgefertigter Kartenteil) aufzubrin­gen und dann blitzschnell auszuhärten und so den flüssi­gen Kleber selbst zur eigenen Deckschicht zu machen, die vollkommen unlösbar mit den restlichen Kartenschich­ten verbunden ist. Dabei ist das UV-aushärtende Material im flüssigen Aggregatzustand beispielsweise wasserhell und auch in seiner Viskosität nahezu so flüssig wie Wasser. Es härtet zu einer glasfesten klaren Schichtsubstanz aus.

    [0010] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im Hauptanspruch bzw. im ersten Vorrichtungsanspruch an­gegebenen Erfindung möglich. Besonders vorteilhaft ist hierbei die Vorfertigung der Karte mit geeigneter Aus­sparung für die Aufnahme eines einzulegenden fotografi­schen Abbilds, eine Vorfertigung bis auf das Aufbringen der obersten Deckschicht oder Deckfolie. Dabei kann der vorgefertigte Kartenteil als Kartenrohling der jeweili­gen, den endgefertigten Ausweis ausgebenden Stelle zu­sammen mit einer, diesen Herstellungsendschritt noch vorzunehmenden Vorrichtung übergeben werden, wobei dann diese ausgebende Stelle bei sich das fotografische Ab­bild des ihr bekannten Trägers einlegt, entsprechende Beschriftungen noch vornimmt oder solche Beschriftungen tragende Folien einlegt oder in sonstiger Weise noch an­bringt und dann lediglich noch in der der Erfindung zu­grundeliegenden Art und Weise die Deckfolie unter Ver­wendung des schnellhärtenden Klebers aufbringt oder die­sen Kleber selbst als Deckfolie verwendet. Mit anderen Worten, das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine wesentlich größere Flexibilität im Umgang mit solchen Kunststoff-Laminatausweisen, da man vorgefertigte Teil­karten auf Vorrat lagern und dann bei der ausgebenden Stelle selbst individualisieren kann.

    [0011] Dabei kann es im Bereich des den Endfertigungsschritt herstellenden Geräts sinnvoll sein, einen Druck- oder Formstempel vorzusehen, der nach dem Aufbringen des zu­nächst noch flüssigen Klebers oder jedenfalls Deckmate­rials - oder gegebenenfalls nach dem Auflegen einer wei­teren Kunststoffdeckfolie auf das flüssig aufgebrachte Klebmaterial - auf einen Grundteil des Geräts, in wel­ches der beschriebene Verbund des Vollkunststoffauswei­ses eingelegt ist, herunterfährt, einen vorgegebenen Druck ausübt und gleichzeitig die Einwirkung der elektro­magnetischen oder UV-Strahlung ermöglicht. Zu diesem Zweck ist es vorteilhaft, den Stempel aus einem geeigne­ten, UV-Strahlung durchlässigen Material, etwa aus Glas, geeigneten durchsichtigen Kunststoff o. dgl. auszubilden, so daß der Stempel selbst während seiner Druckaufbringung die erforderliche UV-Strahlungswirkung ermöglicht, bei­spielsweise indem er selbst eine geeignete Belichtungs­lampe trägt oder doch jedenfalls einen solchen Brechungs­ index aufweist, daß die erforderliche, die schnelle Aus­härtung des Klebers bewirkende Strahlung im wesentlichen ungeschwächt passieren kann.

    [0012] Soll der schnellhärtende Kleber andererseits selbst die Deckfolie bilden, dann ist es in einer Ausgestaltung der Erfindung vorteilhaft, die flüssige Phase des Klebers mit einer solchen Viskosität, also bis zu einem gewissen Grade dünnflüssig einzustellen, daß der Kleber mit einer geeigneten Dispenser- oder Aufbringvorrichtung, die etwa so breit wie die Karte selbst ist, nach Art eines nach unten fließenden Flüssigkeitsvorhangs über die Karte geführt wird, so daß sich eine vorgegebene Flüssigkeits­beschichtung vollkommen gleichmäßiger Dicke auf dem ein­gelegten Teilfabrikat, mit Bild in einer Vertiefung ver­vollständigt, ergibt. Anschließend braucht dann ledig­lich noch die UV-Strahlung zur Einwirkung gebracht wer­den, mit oder ohne Druckeinwirkung von einem entsprechend ausgebildeten Stempel, und die Ausweiskarte ist fertig. Je nach Einstellung der Viskosität und der Genauigkeit des Aufbringvorganges kann dann sogar auf einen nachfol­genden Stanzvorgang verzichtet werden.

    Zeichnung



    [0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeich­nung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschrei­bung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt sehr schema­tisch und lediglich zum besseren Verständnis eine geräte­technische Möglichkeit zur Durchführung des erfindungs­gemäßen Verfahrens, im wesentlichen in perspektivischer Darstellung.

    Beschreibung der Ausführungsbeispiele



    [0014] Der Grundgedanke vorliegender Erfindung besteht darin, zur Herstellung von Vollkunststoff-Ausweisen, vorzugs­weise mit Bildeinlage, einen unter der Einwirkung einer bestimmten elektromagnetischen Strahlung (UV-Strahlung) extrem schnellhärtenden Kleber, Flüssigkeit, Auftrags­schichtmaterial oder ähnliches zu verwenden und auf die­se Weise den Herstellungsvorgang solcher laminierter Kunststoffausweise, jedenfalls im letzten Stadium der Deckfolienaufbringung und Vervollständigung, besonders schnell und problemlos durchzuführen.

    [0015] In diesem Zusammenhang wird zunächst und ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das in der Zeichnung darge­stellte, die Erfindung anhand einzelner Komponenten angebende, stark schematische Funktionsbild den Gegen­stand der Erfindung nicht hierauf beschränkt, sondern le­diglich funktionelle Grundwirkungen veranschaulichen soll und daher dem besseren Verständnis der Erfindung dient. Insbesondere können einzelne Komponenten vollkom­men anders aufgebaut sein, was im völligen Belieben des jeweiligen Fachmanns liegt, je nach den Anforderungen und den Herstellungsmöglichkeiten, die jeweils bevorzugt werden.

    [0016] Desgleichen können natürlich im Bereich der Ablaufsteue­rung der einzelnen Komponenten beliebige elektrische und elektronische Logikschaltungen, aber auch Mikroprozesso­ ren, Mikrorechner, analoge Logikschaltungen u. dgl. verwendet werden, so daß auch ein programmierter Her­stellungsablauf möglich ist.

    [0017] Der funktionelle Grundaufbau bei vorliegender Erfindung ist dann für die Herstellung eines Kunststoffvollauswei­ses, vorzugsweise mit Bild, so, daß eine bis auf eine oberste Folie oder Deckfolie vorgefertigte Karte oder ein Kartenteil in ein Gerät eingelegt wird, wobei die­ser Kartenteil ergänzend noch eine Vertiefung oder Aus­sparung aufweisen kann, die ein Bild aufnimmt. Diese vorgefertigte Teilkarte mit Bild in einer Vertiefung wird unter ein Dosiersystem für schnellhärtenden Kleber positioniert. Dieser Kleber ist ein Erzeugnis, welches unter Einwirkung einer vorgegebenen elektromagnetischen Strahlung, insbesondere ultravioletter Strahlung, schnell aushärtet. Dieses UV-aushärtende Produkt oder Flüssigkeit wird flüssig auf den vorgefer­tigten Kartenteil mit eingelegtem Bild aufgebracht, und anschließend wird, nämlich für eine erste Ausführungs­form, eine Dispenser-Vorrichtung für ein Decklaminat oder eine Deckfolie zur Ausgabe und zum Aufbringen der Deckfolie auf den mit flüssigem Klebmaterial bedeckten vorgefertigten Kartenteil mit Bild betätigt. Anschließend erfolgt die Eingabe des so fertigen Laminats in eine Re­aktionskammer, wobei es vorteilhaft ist, das ganze Her­stellungsgerät, welches den vorgefertigten Kartenteil aufnimmt, als Reaktionskammer sofort auszubilden und einen entsprechenden Druck oder Preßstempel vorzusehen, der nach Aufbringen des Decklaminats nach unten fährt, einen vorgegebenen Druck ausübt und gleichzeitig oder später, vorzugsweise gleichzeitig die Einwirkung der UV-Strahlung ermöglicht. Dies geschieht am besten, wenn die Druckplatte als Glasklotz mit entsprechendem Bre­chungsindex für den ungehinderten Durchtritt der erfor­derlichen UV-Strahlung ausgebildet ist. Bei Einwirkung dieser UV-Strahlung wird das Klebmaterial innerhalb Se­kunden hart, härtet also vollständig aus, verklebt das Decklaminat mit dem vorgefertigten Kartenteil mit Bild, und der Ausweis ist endgefertigt, sofern an der jeweili­gen, diesen Endherstellungsschritt durchführenden Stelle auch noch entsprechende weitere Informationen, soweit erforderlich, auf den Ausweisschichten aufgebracht wer­den; dies kann beispielsweise und vorteilhafterweise zusammen mit dem Herstellungsschritt durchgeführt wer­den, der sich ergibt, wenn das fotografische Abbild ein­gelegt wird. Zusammen mit diesem können, gegebenenfalls in andere Aussparungsbereiche, Schichten oder Folien eingelegt werden, die eine entsprechende Beschriftung tragen, gegebenenfalls auch Magnetfolien, Magnetbänder o. dgl. Schließlich ist es auch möglich, den ganzen Aus­weis mit Bereichen zu versehen, die eine Auslesung durch Infraroteinwirkung ermöglichen. Eine Beschriftung kann auch aufge­druckt oder aufgesprüht werden (ink jet printer) innerhalb dieses Fertigungs­schrittes.

    [0018] Eine andere Ausführungsform vorliegender Erfindung ver­zichtet als Variante auf die Zuführung einer separaten Deckfolie völlig und benutzt das schnellhärtende Kleb­material selbst als Deckfolie, welches in seiner Viskosi­tät dann sinnvollerweise so ( dünnflüssig) eingestellt wird, daß ohne Folie gearbeitet werden kann. Bei dieser Variante wird über die in das Gerät, vorzugsweise die Reaktionskammer eingelegte teilvorgefertigte Karte mit Bild ein Gießvorhang des schnellhärtenden Klebmaterials mit einer geeigneten, sich über die ganze Breite der Karte erstreckenden Gießvorrichtung aufgebracht, wodurch sich eine vollständig gleichmäßige Beschichtungsdicke einstellen läßt, und anschließend erfolgt die UV-Belich­tung und die sofortige Aushärtung und vollständig unlös­bare, innige Verbindung der so gleichzeitig als Kleb­mittel und Deckschicht eingesetzten, schnell ausgehär­teten Spezialschicht.

    [0019] In der Zeichnung ist die Reaktionskammer 10 als ein Stem­pelunterteil 10a und ein Stempeloberteil oder Druck-­Glasklotz 10b aufweisendes Gerät dargestellt, wobei in einen Ausschnitt 11 des Stempelunterteils 10a der Re­aktionskammer ein vorgefertigter Ausweisteil, der auch für sich gesehen schon ein Teillaminat 12 sein kann, eingelegt wird. Dieses Einlegen kann auch durch eine separate Einlegevorrichtung für die vorgefertigten Aus­weise vorgenommen werden. Vorzugsweise verfügt der vor­gefertigte Kartenteil 12 über eine Aussparung oder Ver­tiefung 12a, in welche ein Bild 13 des zukünftigen Aus­weisträgers noch vor Aufbringen des Spezialklebmaterials eingelegt wird.

    [0020] Dies alles geschieht unter einem Dosiergerät für den schnellhärtenden Spezialkleber, oder ein solches Dosier­gerät wird nach Vervollständigung des Aufbaus herange­führt, oder der Aufbau wird an das Dosiergerät herange­führt, und der Spezialkleber wird in flüssiger Form, jedoch mit vorgegebener Viskosität appliziert. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel in der Zeichnung sind eine größere Anzahl beliebig ausgebildeter Sprüh- oder Abgabeköpfe 14a, 14b, 14c für die Spezialklebmasse vor­gesehen, die über eine Verbindungsleitung 15 und ein vorzugsweise elektrisch betätigbares Sperrventil 16 mit einem Vorratsbehälter 17 für den Spezialkleber verbunden sind. Es versteht sich und sei nochmals an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß das Aufbringen des Spezialkle­bers, aber auch die Realisierung der zur Durchführung der Erfindung erforderlichen Teilkomponenten in belie­biger Weise vorgenommen und ausgestaltet werden kann; so ist es natürlich möglich, anstelle der Sprühköpfe 14a, 14b, 14c das Dosiergerät für den schnellhärtenden Spezialkleber auch anders auszubilden, den Kleber bei­spielsweise aus einer Schlitzöffnung austreten zu lassen, oder eine Teilvorrichtung 18 vorzusehen, die sich über die gesamte Breite der in das Reaktionsgerät eingelegten Karte erstreckt und vorzugsweise in Querrichtung dann noch längs der Pfeile A und B verfahrbar ist und dabei einen flüssigen Gießvorhang des schnellhärtenden Spezial­klebers über die ganze Fläche der Karte aufbringt. Danach kann entweder mit dem Aufbringen der Deckfolie weiterge­arbeitet werden, entsprechend der ersten Ausführungs­form, wozu eine geeignete Dispenser-Vorrichtung für das Decklaminat vorgesehen ist, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel, welches eine besonders einfache, gegebenenfalls primitive Ausführungsform in Betracht zieht, aus zwei links und rechts von der Reaktionskammer angeordneten Decklaminat-Wickelrollen 19a, 19b besteht, wovon eine, nämlich 19b über ein Zwischengetriebe 20 von einem Motor 21 angetrieben sein kann, so daß jeweils frisches Decklaminat über die zunächst mit dem flüssigen Spezialkleber beschichtete vorgefertigte Teilkarte ge­zogen werden kann; anschließend kann der neue Decklami­natteil separat über gabelförmig ausgebildete, beidsei­tig angeordnete Niederhalter 22a, 22b, beispielsweise nach oben oder unten verfahrend, angetrieben von zuge­ordneten Stellgliedern oder Elektromotoren 23a, 23b auf die vorgefertigte Teilkarte aufgebracht werden, woraufhin dann schließlich die obere Druckplatte oder der Glasklotzstempel 10b nach unten fährt und unter Druck und UV-Strahlungseinwirkung den gesamten Aufbau innerhalb weniger Sekunden ausfertigt und zur fertigen Karte verfestigt, gebenenfalls auch sofort auf Endmaß stanzt.

    [0021] Die zweite Variante besteht dann darin, daß auf die Dispenservorrichtung 19a, 19b für das Decklaminat voll­ständig verzichtet wird und die Viskosität des dann sinnvollerweise nach Art eines Flüssigkeits- oder Gieß­vorhangs aufgebrachten schnellhärtenden Spezialklebers so eingestellt wird, daß er sich in vollständig gleich­mäßiger Verteilung über den gesamten vorgefertigten Teilkartenbereich so gleichmäßig aufbringen läßt, daß die anschließende Aushärtung durch die einwirkende UV-­Strahlung problemlos möglich ist.

    [0022] In der Zeichnung ist bei 24 noch im Bereich des Druck-­Glasklotzes (oberer Stempel 10b) eine Beleuchtungsein­richtung zur Erzeugung von UV-Strahlung dargestellt, die, wie es sich versteht, so ausgebildet ist, daß sich über die gesamte Kartenfläche eine gleichmäßige Strah­lungsdichte für ein schnelles Aushärten des Spezialkle­bers ergibt.

    [0023] Eine geeignete elektrische oder elektronische Ablaufs­steuerung ist mit 25 bezeichnet und steuert, vorzugs­weise auch vollautomatisch, die einzelnen, nach der vorgefertigten Herstellung der Karte noch verbleiben­ den Endherstellungsschritte.

    [0024] Dabei versteht es sich, daß die einzelnen Teilschritte, also Einlegen des vorfabrizierten Kartenteils, Einbrin­gen des Bildes in die Aussparung, Positionierung unter einem Dosiersystem für schnellhärtenden Kleber, Aufbrin­gen des Klebers, versehen mit einer transparenten Deck­folie mit einer weiteren Dispenser-Vorrichtung und Unter­drucksetzen des Verbundes, Einleiten der Klebereaktion und Stanzen der Karte auf Endmaß in einer entsprechen­den Anzahl sich aneinanderreihender Stationen durchge­führt werden kann, was zum Teil für einen schnellen, automatisierten Arbeitsablauf auch vorzuziehen ist. Es wird daher nochmals wiederholt, daß die in der Zeichnung dargestellte mögliche Ausführungsform nur schematisch und zum besseren Verständnis der Erfindung angegeben ist und keinerlei Einschränkungen der Erfindung bedeutet.

    [0025] Das erfindungsgemäße Schnellaminiergerät für Vollkunst­stoffausweise mit Bild ist, bestehend aus sich einzeln aneinanderreihenden Stationen oder bei Zusammenfassung von Teilstationen zu Baukomponenten, in der Lage, in maximal jeweils 10 Sekunden eine Ausweiskarte endzufer­tigen, wobei die einzelnen Komponenten für die Karten­herstellung zweckmäßigerweise wie folgt ausgebildet sind: Einlegevorrichtung für die vorgefertigten Teilaus­weise, Dosiergerät für den schnellhärtenden Spezialkle­ber, Dispenser-Vorrichtung für das Decklaminat, Reak­tionskammer, Preß- und Stanzvorrichtung, zentrale Ab­laufsteuerung.

    [0026] Zur Verwendung als unter UV-Strahlungseinwirkung schnell­ härtender Spezialkleber eignet sich ein Erzeugnis mit der Bezeichnung Vitralit, welches unter diesem Namen mit einer nachfolgenden Nummernangabe (etwa 7256) erworben werden kann. Ein solches Erzeugnis kann in seiner Viskosität hinreichend niedrig eingestellt werden und enthält auch mindestens sogenannte Photoinitiatoren, die auf UV-­Strahlung ansprechen und den Härtungsmechanismus be­wirken.

    [0027] Weiter vorn ist im wesentlichen das schnellhärtende flüs­sige Material als Kleber oder Klebmittel bezeichnet wor­den; es versteht sich, daß dies lediglich als terminus technikus zu verstehen ist und es im wesentlichen auf die Funktion dieser Flüssigkeit ankommt, die mit der jeweiligen Unterlage oder Substrat, auf die sie in beliebiger Weise aufgebracht wird, eine feste, beispielsweise kohärente Verbindung eingeht.

    [0028] Dabei ist es natürlich möglich, daß die Rohkarte oder der rohe Ausweis, der dann in der erfindungsgemäßen Weise mit dem schnellaushärtenden Material beschichtet wird, selbst aus einer geeigneten Folie oder einem flächigen Plastiker­zeugnis ausgeschnitten, beispielsweise ausgestanzt ist und daher nicht laminiert ist, sondern eine einstückige Form aufweist. Ein solches flächiges Rohausweismaterial kann dann zur Aufnahme des Bilds des Trägers eine Aussparung aufweisen, in welche das Bild eingelegt wird; es ist aber auch möglich, das Bild einfach auf die Karte aufzulegen und gegebenenfalls vorab anzukleben und anschließend das flüssige, schnellhärtende Material aufzutragen. Schließ­lich kann ein solches Abbild des Trägers auch nach einem Verfahren auf ein Substrat oder eine Unterlage aufgebracht werden, wie dieses in dem US-Patent 4 464 454 beschrieben wird, wobei also lediglich eine hauchdünne Filmemulsion (und zwar ohne jeden, sonst immer vorhandenen Film­träger) und daher auch ohne irgendwie aufzutragen (eine Ausbeulung bildend) auf die Kartenunterlage aufgebracht und die flüssige Be­schichtung, auch zur untrennbaren Verbindung im Bildbe­reich, den Überzug bildet und ausgehärtet wird.

    [0029] Als geeignete elektromagnetische Strahlung kommt ultra­violettes Licht mit einer Wellenlänge im Bereich etwa zwischen 0,25µ bis 0,4µ in Frage und hat sich als be­sonders geeignet herausgestellt.

    [0030] Schließlich ist es noch möglich, das flüssige, schnell­härtende Material unter Verwendung des Grundprinzips des sogenannten Schleudergusses auf die Ausweiskarte aufzu­bringen, wobei diese selbst einen rotierenden Körper bildet (selbstverständlich eingelegt in eine, einer Rotation zugänglichen Halterung) und man dann etwa in der Mitte der Karte einen Tropfen oder eine vorgegebene Menge des flüssigen Materials aufbringt, welches sich dann unter der Einwirkung der Drehung (Schleuderguß) absolut plan verteilt, woraufhin dann sofort, beispiels­weise noch unter Beibehaltung der Drehung, die UV-­Strahlung zur Einwirkung gebracht werden kann, zur voll­ständigen, sekundenschnellen Aushärtung des so ge­bildeten Überzugs.

    [0031] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung eines kartenförmigen In­formationsträgers, beispielsweise Identifikations­karte, Ausweiskarte u. dgl., insbesondere bestehend aus Vollkunststoffmaterial mit Bild des Trägers, wobei mehrere Einzelschichten übereinander angeord­net und miteinander verbunden werden (Laminat) oder von einem einstückigen Rohkartenzuschnitt als Unter­lage ausgegangen wird, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbringen auf die Oberfläche des Laminats oder des Rohkartenzuschnitts ein unter der Einwirkung einer in einem vorgegebenen Wellenlängenbereich liegenden elektromagnetischen Strahlung (UV-­Strahlung) schnellhärtendes Material (Kleber) ver­wendet, mindestens auf einen vorgegebenen Ober­flächenteilbereich in flüssiger Form aufgebracht und durch die Einwirkung der elektromagnetischen Strahlung ausgehärtet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine vorgefertigte Karte bildende Laminat oder der Rohkartenzuschnitt eine Vertiefung zur Auf­nahme eines Bildes aufweist oder das Bild und ge­gebenenfalls weitere Informationen/Beschriftungen auf die vorgefertigte Karte aufgelegt oder das Bild als ledigliche Emulsion eines Films auf der vorge­fertigten Karte angeordnet und anschließend das flüs­sige Material aufgebracht und unter Einwirkung der UV-Strahlung in Form einer Deckfolie ausgehärtet wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß nach Einlegen des Bildes in die vor­gefertigte Teilkarte diese unter einem Dosiersystem für die Aufbringung des schnellhärtenden Spezial­klebers positioniert und der Kleber aufgebracht wird und daß anschließend eine transparente weitere Deckfolie ausgegeben, auf den Verbund aufgebracht und dieser unter Druck gesetzt wird, wobei gleich­zeitig durch Einwirken der UV-Strahlung die Reaktion des Klebers eingeleitet wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Aushärtereaktion des Klebers die Karte auf Endmaß gestanzt wird.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß die unter UV-Strahlungseinwirkung schnell­härtende Klebschicht durch Einstellung ihrer Viskosi­tät in Form eines Flüssigkeitsvorhangs so gleichmäßig auf der vorgefertigten Teilkarte mit eingelegtem Bild aufgebracht wird, daß die Flüssigkeit gleichzeitig nach ihrer Aushärtung die Deckschicht bildet, unter Ver­zicht der Zuführung und Aufbringen einer separaten Deckfolie.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schnellaushärtende Flüssigkeit nach dem Schleudergußprinzip auf die vorgefertigte Karte als rotierenden Körper so aufgebracht wird, daß eine vor­gegebene Flüssigkeitsmenge etwa in die Mitte der ro­tierenden Karte gegeben und durch die Drehwirkung eine plane Verteilung der Flüssigkeitsschicht mit an­schließender UV-Belichtung vorgenommen wird.
     
    7. Schnellaminiergerät für die Durchführung des Verfah­rens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reaktionskammer zur Aufnahme einer vorgefertigten, mit einem flüssigen, unter UV-Strahlungseinwirkung schnell aushärtenden Spezialkleber versehenen Teilkarte vorgesehen ist, die eine Belichtungseinrichtung zur Erzeugung und Aufleitung einer den Kleber aushärtenden UV-Strahlung umfaßt.
     
    8. Laminiergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich­net, daß ein Druck auf den Kartenverbund ausübender Stempel in Form eines Glasklotzes mit einem solchen Brechungsindex für elektromagnetische Strahlung vor­gesehen ist, daß die den schnellhärtenden Kleber aushärtende UV-Strahlung im wesentlichen ungehindert zum Kartenverbund gelangt.
     
    9. Laminiergerät nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch eine Einlegevorrichtung für vorgefertigte Teilausweise, vorzugsweise mit in einer Vertiefung angeordnetem Bild, ein Dosiergerät für durch ultra­violette Strahlung (UV-Strahlung) schnell aushärten­den Kleber, eine Dispenser-Vorrichtung für ein auf die flüssige Klebschicht aufzubringendes Deck­laminat und eine Reaktionskammer mit Preß-, gegebe­nenfalls Stanzvorrichtung für die Endfertigung des Ausweises.
     
    10. Laminiergerät nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß aufeinanderfolgend ver­schiedene Stationen für die Endfertigung des Voll­kunststoff-Ausweises mit Bild vorgesehen sind, die in ihren Funktionen von einer zentralen Ablaufsteue­rung (25) beaufschlagt sind.
     
    11. Laminiergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein die vorgefertigte Karte haltender Drehkörper vorgesehen ist, mit Mitteln zur Aufbringung einer vorgegebenen, schnellaushärtenden Flüssigkeitsmenge etwa in Kartenmitte und anschließender Rotation zur gleichmäßigen Verteilung der Flüssigkeit nach dem Schleudergußprinzip und anschließender Aushärtung durch UV-Belichtung.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht