[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schirmgitterelektronenröhre gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Beim Betrieb von Elektronenröhren bei hohen Frequenzen treten zusätzliche Verluste
auf, die durch Hochfrequenzströme hervorgerufen werden. Dies ist besonders der Fall,
wenn Senderöhren mit hohen Anodenwechselspannungen betrieben werden. Die durch die
Anodenwechselspannung gespeisten Hochfrequenzströme erzeugen im Gitter-Anodenraum
auf den Zuführungen und den Elektroden Verluste, die durch spezielle Kühlung abgeführt
werden müssen.
[0003] Bei Hochfrequenzröhren-Leistungsverstärkern mit Frequenzen von 100MHz bis 1000MHz,
d.h. im VHF- bzw. UHF-Bereich, insbesondere im IV/V-Bereich, stellt die Kühlung der
Röhrenanschlüsse immer ein erhebliches Problem dar. Bei einem Betrieb bei hohen Frequenzen
müssen die Röhren möglichst kurz und kompakt beschaffen sein, wodurch allerdings die
Wärmeabfuhr immer schwieriger wird.
[0004] Insbesondere sind bei Hochleistungsröhren für Sender im IV/V-(UHF-)Bereich die Abmessungen
(Systemlänge und Zuführungslänge) bedingt durch die elektrische Wellenlänge sehr
kurz. Außerdem ist die Wärmeleitfähigkeit der in der Röhrentechnologie verbreiteten
Werkstoffe so hoch, daß über die Anschlüsse eine Wärmeabfuhr stattfindet und daher
entsprechend gekühlt werden muß.
[0005] Bei Verwendung von Hochleistungstetroden in Leistungsverstärkern (Topfkreisen) stellt
die Kühlung des Schirmgitteranschlusses immer besondere konstruktive und kühltechnische
Anforderungen an den Anwender.
[0006] Es ist bekannt, im Hinblick auf die bei hohen Frequenzen ansteigenden Hochfrequenzverluste
zur forcierten Luftkühlung des Schirmgitteranschlußringes diesen Teil der Röhre mit
einer besonderen Kühlluftführung zu versehen. Zwei an diesem Kühlluftkanal beiderseits
der Anschlußfläche angebrachte Reihen von rechteckigen Öffnungen dienen dabei dem
Luftein- und austritt (Senderöhren-Datenbuch 1980/81, S.147, heraugegeben von Siemens
AG, Bereich Bauelemente, München, Bundesrepublik Deutschland).
[0007] Es sind auch Senderöhren bekannt geworden, deren Schirmgitteranschluß anstatt einer
Luftkühlung eine integrierte Wasserkühlschlange enthält (NTG-Fachberichte 85, 1983,
Seiten 128 bis 132, erschienen im VDE-Verlag, Berlin, ISBN 3-8007-1321-7). Diese Kühlvorrichtung
macht allerdings einen Röhrenwechsel schwierig und zeitaufwendig.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die an den Röhrenanschlüssen, insbesondere
am Schirmgitteranschluß auftretende Verlustwärme zu verringern, die Wärmeabfuhr zu
verbessern und somit eine mit geringem technologischen Aufwand verbundene effektive
Röhrenkühlung zu schaffen. Außerdem soll eine vollkommene Trennung der HF-Ströme des
AnodenSchirmgitter-Raumes und des Steuergitter-Schirmgitter-Raumes erzielt werden.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Schirmgitterelektronenröhre mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand zusätzlicher
Ansprüche.
[0011] Gemäß der Erfindung sind für eine Elektronenröhre, insbesondere eine Sendetetrode,
zwei getrennte Schirmgitteranschlußelemente (Kontaktringe) und Durchführungen vorgesehen.
Die erste Durchführung besteht dabei aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff mit geringen
HF-Verlusten. Aufgrund seiner Konstruktion und seiner physikalischen Eigenschaften
läßt sich dieser Werkstoff gut kühlen. Von weiterem Vorteil ist, daß dadurch die
durch die elektrische Wellenlänge bedingte Systemlänge unabhängig von mechanischen
Erfordernissen kurz gehalten werden kann. Die zweite Durchführung wird für den mechanischen
Aufbau,Befestigung des Schirmgitters und Verschließen der Vakuumhülle benutzt. Bei
der Werkstoffauswahl wird die mechanische Beanspruchung und die thermische Ausdehnung
des hieran durch Verschrauben befestigten Schirmgitters berücksichtigt. Ein wesentlicher
Vorteil besteht darin, daß durch die doppelte Schirmgitterdurchführung eine Kühlluftführung
erreicht wird, mit der sich die zulässigen Temperaturen der Röhre beherrschen lassen.
Darüber hinaus ist von besonderem Vorteil, daß durch die doppelten Schirmgitteranschlüsse
außerdem eine vollkommene Trennung der HF-Ströme des Anoden-Schirmgitter(G₂)-Raumes
und des Steuergitter(G₁)-Schirmgitter(G₂)-Raumes erreicht wird. Kopplungen, die z.B.
an Schirmgitterkontaktfedern entstehen können, sind damit ausgeschlossen.
[0012] Anhand eines in der Figur der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiels
soll die Erfindung weiter erläutert werden. Teile, die nicht unbedingt zum Verständnis
der Erfindung beitragen, sind in der Figur unbezeichnet oder weggelassen.
[0013] Die Figur zeigt schematisch im Ausschnitt als Ausführungsbeispiel eine Sendetetrode.
Die Sendetetrode weist im wesentlichen einen koaxialen Aufbau der Elektroden, nämlich
der Kathode, des Steuergitters, des Schirmgitters und der Anode sowie deren Durchführungen
auf. Der Anschluß des Schirmgitters 5 besteht aus zwei in axialer Richtung voneinander
beabstandeten ringförmigen Schirmgitteranschlußelementen (Kontaktringen) 1 und 2.
Diese beiden Schirmgit teranschlußelemente 1, 2 bilden zusammen mit ihren zugehörigen
Durchführungen 3, 4 eine koaxiale Kühlluftführung (Kühlluftkanal), deren Verlauf durch
Pfeile 7 angedeutet ist. Die ringförmigen Schirmgitteranschlußelemente 1, 2 bestehen
aus einem Metall oder einer Legierung hoher Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise aus
Kupfer. Die erste Durchführung 3 besteht wiederum aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff,
und zwar aus einem mit geringen HF-Verlusten, vorzugsweise aus Kupfer. Die zweite
Durchführung 4 besteht aus einem mechanisch stabilen Werkstoff, dessen thermischer
Ausdehnungskoeffizient an den des als Vakuumhülle 6 bevorzugt verwendeten Metall-Keramik-Materials
angepaßt ist. Als Werkstoff für die zweite Durchführung 4 ist eine Eisen-Kobalt-Nickel-Legierung
besonders geeignet, um eine vakuumdichte Metall-Keramik-Verbindung der Vakuumhülle
6 zu erhalten. Das Keramikmaterial dient dabei als Isolationsstrecke zwischen den
einzelnen Metall-Keramik-Verbindungen bzw. Durchführungen der Tetrode. Das Schirmgitter
5 ist an der zweiten Durchführung 4 mittels einer Verschraubung 8 befestigt. Die außen
an den Schirmgitteranschlußelementen (Kontaktringen) 1, 2 in Form eines Schirmgitterfederkranzes
angebrachten Kontaktfedern 9 erlauben eine nahezu unbeeinträchtigte koaxiale Kühlluftführung
in Richtung der Pfeile 7.
1. Schirmgitterelektronenröhre, insbesondere Sendetetrode hoher Leistung und hoher
Frequenzen, mit koaxialem Aufbau der Elektroden sowie deren Durchführungen und luftgekühltem
Schirmgitteranschluß, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirmgitteranschluß aus zwei in axialer Richtung beabstandeten ringförmigen
Schirmgitteranschlußelementen (1, 2) besteht, die zusammen mit ihren Durchführungen
(3, 4) im Bereich der Schirmgitteranschlußelemente (1, 2) eine koaxiale Kühlluftführung
(7) bilden.
2. Schirmgitterelektronenröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ringförmigen Schirmgitteranschlußelemente (1, 2) aus einem Metall oder
einer Legierung hoher Wärmeleitfähigkeit bestehen, und daß die erste Durchführung
(3) aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff mit geringen HF-Verlusten und die zweite
Durchführung (4) aus einem mechanisch stabilen, im thermischen Ausdehnungsverhalten
an den des als Vakuumhülle (6) verwendeten Metall-Keramik-Materials angepaßten Werkstoff
bestehen.
3. Schirmgitterelektronenröhre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erste ringförmige Schirmgitteranschlußelement (1) sowie die erste Durchführung
(3) aus Kupfer und das zweite Schirmgitteranschlußelement (2) sowie die zweite Durchführung
(4) aus einer Eisen-Kobalt-Nickel-Legierung bestehen.
4. Schirmgitterelektronenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Röhre als Sendetetrode in Hochfrequenzröhren-Leistungsverstärkern (Topfkreisen)
verwendet wird.