[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für Leistungsgroßtransformatoren
mit einer Unterspannungs-, einer Oberspannungsstamm- und einer Stufenwicklung in Zu-
und Gegenschaltung sowie mit einer sternpunktseitigen Stufenschalteinrichtung, wobei
elektrisch parallel zu der Stufenwicklung ein Kondensator in Reihe mit einem Widerstand
vorgesehen ist, die zusammen ein R-C-Glied darstellen und durch ihre Dimensionierung
die Resonanzamplituden des Anschlußpunktes der Stufenwicklung an die Oberspannungsstammwicklung
gegen Erde erheblich vermindern.
[0002] Wicklungen von Transformatoren haben bestimmte Eigenresonanzfrequenzen. Eine von
außen anliegende, schwingende Schaltspannung kann bei Übereinstimmung der Frequenz
diese Eigenschwingungen anregen und zu sehr hohen inneren Spannungsbeanspruchungen
für die Isolierung der Wicklung führen. Beim Aufbau von Oberspannungswicklungen aus
einer Stammwicklung und einer zugehörigen Stufenwicklung in Zu- und Gegenschaltung
können die Schwingungen mit der Eigenfrequenz der Stufenwicklung besonders unangenehm
sein. Diese Spannungsschwingungen beeinflussen in bestimmten Stellungen des Stufenschalters,
insbesondere in Gegenschaltung auch das Ende der Stammwicklung und führen auch hier
zu Spannungsüberhöhungen und gefährden dadurch die Isolierung.
[0003] Das Verhältnis der Resonanzamplitude am Ende der Stammwicklung zur Schaltspannungsamplitude
am Eingang errechnet sich aus

Mit n
Cals kapazitivem Übersetzungsverhältnis Stamm-/Stufenwicklung, n
T als induktivem Übersetzungsverhältnis Stamm-/Stufenwicklung (kleiner als Null bei
Gegenschaltung) und Q als Güte bei der Eigenfrequenz der Stufenwicklung.
[0004] Um die Resonanzamplituden an dieser Stelle zu reduzieren ist bereits vorgeschlagen
worden, räumlich zwischen Stamm- und Stufenwicklung einen elektrostatischen Schirmzylinder
anzuordnen, der an das Sternpunktpotential angelenkt wird und die beiden Wicklungen
elektrisch voneinander entkoppelt, weil durch diese Maßnahme n
C annähernd Null wird. Dieser Schirmzylinder ist jedoch technisch schwierig ausführbar
und beansprucht darüberhinaus wertvollen Platz im Kernfenster des Transformators,
so daß dieser durch die Schirmmaßnahme vergrößert und verteuert ist.
[0005] Durch die E-A1-0 141 296 ist es auch schon bekannt, zur Spannungssteuerung an Wicklungen
und Transformatoren der Stufenwicklung ein R-C-Glied elektrisch parallel zu schalten.
Dadurch werden nicht nur die Resonanzamplituden abgesenkt, sondern dadurch werden
auch auftretende Spannungsschwingungen gedämpft, weil sich gleichzeitig auch der Gütefaktor
ändert. Durch die Beschaltung der gesamten Stufenwicklung mit einem R-C-Glied ist
hierbei jedoch ein nicht unerheblicher Aufwand für die erforderliche Werkstoffmenge
und für den zu dessen Unterbringung erforderlichen Raum im Transformatorkessel erforderlich.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur schadlosen Aufnahme
von aus schwingenden Schaltspannungen herrührenden Überspannungen an Transformatorwicklungen
zu schaffen und dabei den erforderlichen Raumbedarf gegenüber dem der bekannten Lösung
weiter zu verringern.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Schaltungsanordnung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß das R-C-Glied aus dem Kondensator und dem Widerstand lediglich
zu einer einzigen Stufe der vielstufigen Stufenwicklung parallelgeschaltet ist und
daß über die transformatorische Kopplung dieser Stufe mit den übrigen Stufen auch
die in diesen auftretenden Resonanzamplituden verkleinert sind.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung bestehen darin, daß das R-C-Glied bei
einer ungeradzahligen Anzahl von Stufen zu einer elektrisch in der Mitte zwischen
der ersten und der letzten Stufe der Stufenwicklung liegenden Stufe parallelgeschaltet
ist bzw. daß das R-C-Glied bei einer geradzahligen Anzahl von Stufen zu einer elektrisch
an der Mitte der Stufenwicklung liegenden Stufe parallelgeschaltet ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung ist sehr vorteilhaft, denn sie gewährleistet
bei minimalem Raumbedarf gleichzeitig einen optimalen Schutz der Stufenwicklung gegenüber
schwingenden Schaltstoßspannungen. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß beim
Einsatz eines entsprechend dimensionierten und für sich recht raumaufwendigen R-C-Gliedes
bei einer verbesserten Wirksamkeit die Gesamtanordnung ein gegenüber der bekannten
Anordnung verringertes Volumen erfordert.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist anhand einer Zeichnung näher erläutert.
[0011] Konzentrisch um einen Kernschenkel 11 sind in üblicher Weise von innen nach außen
aufeinanderfolgend eine Unterspannungswicklung 12, eine Oberspannungsstammwicklung
13 sowie eine Stufenwicklung 14 mit Anzapfungen 0 bis 10 angeordnet.
[0012] Die Anzapfungen 0 bis 10 sind durch Kontaktarme 15 eines Wählers 16 anwählbar und
je einer der Kontaktarme 15 ist durch einen unterbrechungslos schaltenden Lastschalter
17 mit dem Sternpunkt des Transformators verbunden. Die Enden der Stufenwicklung 14
sind mit Festkontakten in einem Wender 18 verbunden, dessen beweglicher Kontakt am
niederspannungsseitigen Ende der Oberspannungsstammwicklung 13 liegt. Durch entsprechende
Ausführung des Wickelsinns der Oberspannungsstammwicklung 13 und in der Stufenwicklung
14 werden bei der gestrichelt dargestellten Schaltstellung des Wenders 18 die Spannungen
der Wicklungen 13 und 14 addiert und bei der ausgezogen dargestellten Schaltstellung
subtrahiert.
[0013] Erfindungsgemäß ist nun zwischen den Ausleitungen oder Anzapfungen 5 und 6 der Stufenwicklung
14 ein Kondensator 19 geschaltet der die kapazitiv übertragende Spannung stark vermindert.
Dabei ist dem Kondensator 19 zur Dämpfung seiner Ladeströme und zur Verkleinerung
des Gütefaktors ein Dämpfungswiderstand 20 vorgeschaltet.
[0014] Der Kondensator 19 und der Dämpfungswiderstand 10 bilden zusammen ein R-C-Glied.
Durch Konzentration des erforderlichen Kondensatorvolumens auf eine einzige, vorzugsweise
auf die zwischen den Anzapfungen 5 und 6 liegende Stufe ergibt sich zusammen mit einem
geeignet bemessenen Dämpfungswiderstand 20 nicht nur eine starke Dämpfung der Wicklungseigenfrequenz,
sondern auch eine Reduzierung der Überschwingfaktoren innerhalb der Stufenwicklung
bei induzierter Blitzstoßspannung. Gleichzeitig sinkt überraschenderweise das für
die Stufenwicklung und das R-C-Glied gemeinsam erforderliche Volumen gegenüber einer
Anordnung in der die gesamte Stufenwicklung oder jede einzelne der Stufen der Stufenwicklung
mit einem R-C-Glied beschaltet sind.
1. Schaltungsanordnung für Leistungsgroßtransformatoren mit einer Unterspannungs-,
(12) einer Oberspannungsstamm- (13) und einer Stufenwicklung (14) in Zu- und Gegenschaltung
sowie mit einer sternpunktseitigen Stufenschalteinrichtung (15, 16, 17), wobei elektrisch
parallel zu der Stufenwicklung (14) ein Kondensator (19) in Reihe mit einem Widerstand
(20) vorgesehen ist, die zusammen ein R-C-Glied darstellen und durch ihre Dimensionierung
die Resonanzamplituden des Anschlußpunktes der Stufenwicklung (14) an die Oberspannungsstammwicklung
(13) gegen Erde erheblich vermindern, dadurch gekenzeichnet,
- daß das R-C-Glied aus dem Kondensator (19) und dem Widerstand (20) lediglich zu
einer einzigen Stufe der vielstufigen Stufenwicklung (14) parallelgeschaltet ist
und
- daß über die transformatorische Kopplung dieser Stufe mit den übrigen Stufen auch
die in diesen auftretenden Resonanzamplituden verkleinert sind.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das R-C-Glied bei einer ungeradzahligen Anzahl von Stufen zu der elektrisch
in der Mitte zwischen der ersten und der letzten Stufe der Stufenwicklung (14) liegenden
Stufe parallelgeschaltet ist.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das R-C-Glied bei einer geradzahligen Anzahl von Stufen zu einer elek trisch
an der Mitte zwischen der ersten und der letzten Stufe der Stufenwicklung (14) liegenden
Stufe parallelgeschaltet ist.