[0001] Die Erfindung betrifft ein umstellbares Farbwerk einer Bogenrotationsdruckmaschine
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches.
[0002] Umstellbare Farbwerke dieser Gattung sind bereits bekannt und beispielsweise im einleitenden
Teil der DE-AS 1 234 739 als Stand der Technik aufgeführt.
[0003] Der Nachteil dieser bekannten umstellbaren Farbwerke besteht darin, daß es mit derartigen
Einrichtungen nicht möglich ist, Farbe den Auftragwalzen auf kürzestem Wege durch
ein Minimum an Farbübertragungswalzen und somit Farbspaltungen zuzuführen. Es bleiben
stets mehrere Übertragungswalzen als farbbildende Walzen an der Farbspaltung beteiligt,
während die Auftragswalzen bekanntermaßen den farbbildenden Walzen nicht zugezählt
werden können. Sie geben lediglich den von den Übertragungswalzen übernommenen Farbfilm
an die Druckform ab. Liegt nun ein Sujet vor, das fast keine Farbe benötigt oder werden
nur wenig Bogen für Andrucksituationen, z.B. zur Beurteilung des Passers, sonstiger
Kontrolleinstellungen oder dgl. benötigt, reagieren die bekannten umstellbaren Farbwerke
wegen zu langer farbbildender Farbstränge zu träge und können das erforderliche Farb-Wasser-Gleichgewicht,
d.h. die richtige Farb-Wasser-Emulsion nicht oder nicht rechtzeitig aufbauen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die bei den bekannten umstellbaren Farbwerken während
des Fortdruckes sowie bei Unterbrechung des Fortdruckes auftretenden Störungen des
Gleichgewichtszustandes bzw. des Farbschichtdickengefälles der Farbübertragungswalzen
durch Umstellvorgänge zu vermeiden, die neben dem Hauptfarbwerksbetrieb einen Kurzfarbwerksbetrieb
für Andrucksituationen sowie minimalen Farbverbrauch ermöglichen.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
gelöst. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung.
[0006] Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben, das
in der Zeichnung (Fig. 1) schematisch dargestellt ist.
[0007] Zwischen einer ersten farbzuführenden Einrichtung, beispielsweise einer Farbkastenwalze
1 und einer pendelnden Heberwalze 2 und der Druckform, beispielsweise auf dem Plattenzylinder
3, ist eine im Hauptfarbwerksbetrieb zusammenwirkende Walzengruppe 4 bis 16, bestehend
aus den Auftragwalzen 4, 5, 6, 7 und den Übertragungswalzen 8 bis 16 angeordnet, wobei
die Übertragungswalzen 11 bis 15 als Verreibwalzen und die Übertragungswalze 16 als
eine von oben zwischen innere Auftragwalzen 5, 6 aufgelegte Verbindungswalze ausgebildet
sind.
[0008] Steuerbare Aushebemittel für die Auftragwalzen 4 bis 7 zur Unterbrechung der Farbzufuhr
bei Abstellung des Druckes sind allgemein bekannt und wegen der Übersichtlichkeit
in der Zeichnung nicht dargestellt. Die für den Vorgang der Trennung der im Hauptfarbwerksbetrieb
zusammenwirkenden Walzen 9, 13 und 6, 12 und die Bildung einer Walzengruppe 4, 5,
6, 13, 16 für den Kurzfarbwerksbetrieb erforderlichen Einstellmittel, z.B. exzentrische
Lagerungen, Pneumatikzylinder, schwenkbare Hebel und anderes sind ebenfalls allgemein
bekannt. Der entsprechende Umstellvorgang ist deshalb in der Zeichnung nur durch gestrichelte
Darstellung der umstellbaren Walzen 9 bzw. 6 schematisch angedeutet.
[0009] Es ist auch möglich und an sich bekannt, die in der Walzengruppe für Kurzfarbwerksbetrieb
zusammenwirkenden Walzen 4, 5, 6, 13, 16 in einem beispielsweise um die Mittelachse
des Plattenzylinders 3 abschwenkbaren oder einem im Druckwerk abfahrbaren Farbwerksstuhl
anzuordnen und den Farbwerksstuhl umzuschalten.
[0010] Gleiches gilt für die zusätzliche farbzuführende Einrichtung 17, die beispielsweise
abfahrbar oder abschwenkbar im Druckwerk angeordnet ist und vorzugsweise als ein schnell
reagierendes Farbwerk aus einer Dosierwalze 18, Übertragungswalzen 19, 20 und einer
selbstregulierenden Farbzuführung 21 gebildet ist.
[0011] In dem abgetrennten schnell reagierenden Kurzfarbwerk 4, 5, 6, 13, 16, 17, 18 bis
21 stellt sich sofort das Farb-WasserGleichgewicht ein. Es ist somit für die Andrucksituation
und für geringen Farbverbrauch hervorragend geeignet. Durch Umstellen der Walzengruppe
4, 5, 6, 13, 16 von Kurzfarbwerksbetrieb auf Hauptfarbwerksbetrieb und Abstellen der
zusätzlichen farbzuführenden Einrichtung 17 kann der normale Farbwerkszustand für
den Fortdruck hergestellt werden, bei normalem bis maximalem Farbverbrauch, d.h. bei
normaler Sujetverteilung. Liegt aber ein Sujet vor, das praktisch keine Farbe benötigt,
kann die Umstellung auf Hauptfarbwerksbetrieb unterbleiben und es wird nur mit dem
Kurzfarbwerk 4, 5, 6, 13, 16, 17 bis 21 gearbeitet.
[0012] Um eine Störung des Gleichgewichtszustandes bzw. des Farbschichtdickengefälles der
Farbübertragungswalzen 8 bis 15 bei Unterbrechung des Fortdruckes im Hauptfarbwerksbetrieb
zu vermeiden, kann ferner durch bekannte steuerbare Mittel das Umschalten auf Kurzfarbwerksbetrieb
mit der Druckabstellung gekoppelt werden.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1
- Farbkastenwalze
- 2
- Heberwalze
- 3
- Plattenzylinder
- 4
- Auftragwalze
- 5
- Auftragwalze
- 6
- Auftragwalze
- 7
- Auftragwalze
- 8
- Übertragungswalze
- 9
- Übertragungswalze
- 10
- Übertragungswalze
- 11
- Übertragungswalze (Verreibwalze)
- 12
- Übertragungswalze (Verreibwalze)
- 13
- Übertragungswalze (Verreibwalze)
- 14
- Übertragungswalze (Verreibwalze)
- 15
- Übertragungswalze (Verreibwalze)
- 16
- Übertragungswalze (Verbindungswalze)
- 17
- zusätzliche farbzuführende Einrichtung
- 18
- Dosierwalze
- 19
- Übertragungswalze
- 20
- Übertragungswalze
- 21
- selbstregulierende Farbzufuhr
1. Umstellbares Farbwerk einer Bogenrotationsdruckmaschine, bei dem eine Gruppe sich
ständig berührender Auftrag- (4-7) und Übertragungswalzen (8-16) zwischen einer farbzuführenden
Einrichtung (1,2) und der Druckform angeordnet ist, wobei mit der Abstellung des Druckes
sowohl die Farbzufuhr an diese Walzengruppen als auch die Farbabgabe an die Druckform
unterbrochen werden und bei dem mindestens eine Ubertragungswalze (9) von Hand oder
mechanisch umstellbar ist, derart, daß zur Farbübertragung und Verteilung wahlweise
eine größere oder kleinere Anzahl Auftrag- (4-7) und Übertragungswalzen (8-16) zusammenwirkt,
dadurch gekennzeichnet,
daß an eine mit Auftragwalzen (4, 5, 6) zusammenwirkende Übertragungswalze (13) eine
zusätzliche farbzuführende Einrichtung (17) an- und abstellbar ist und daß im Hauptfarbwerksbetrieb
bei abgestellter zusätzlicher farbzuführender Einrichtung (17) zusammenwirkende Walzen
(6, 12; 9, 13) in Kurzfarbwerksbetrieb bei angestellter zusätzlicher farbzuführender
Einrichtung (17) in an sich bekannter Weise voneinander trennbar sind.
1. Inking unit of a rotary sheet fed printing press which can be changed over in which
a group of continuously contacting applicator (4-7) and transfer rolls (8-16) are
arranged between an ink feeding unit (1, 2) and the printing forme, whereon, with
the throwing off of the print, both the ink feed to these groups of rolls and also
the ink delivery to the printing forme are interrupted and in which at least one transfer
roll (9) is changeable over by hand or mechanically in such a fashion that, for ink
transfer and distribution, there cooperate according to choice a larger or smaller
number of applicator (4-7) and transfer (8-16) rollers, characterised in that on a
transfer roller (13) cooperating with applicator rolls (4, 5, 6) an additional ink
feeding unit (17) can be thrown on and off and that in the main inking unit operation
with the additional ink feeding unit (17) thrown off cooperating rolls (6, 12; 9,
13) in quick inking operation can be separated from one another in a fashion known
per se with the additional ink feed unit (17) thrown on.
1. Unité d'encrage adaptable d'une machine imprimante rotative à feuilles, dans laquelle
un groupe de rouleaux distributeurs (8-16) et de rouleaux toucheurs (4-7) en contact
constant est agencé entre un dispositif d'amenée d'encre (1,2) et la forme d'impression,
aussi bien l'amenée d'encre à ces groupes de rouleaux que la distribution de l'encre
sur la forme d'impression étant interrompues avec l'arrêt de l'impression, et dans
laquelle au moins un rouleau distributeur (9) est déplaçable manuellement ou mécaniquement,
de sorte que, pour la distribution et la répartion de l'encre, un nombre plus grand
ou plus petit de rouleaux distributeurs (8-16) et de rouleaux toucheurs (4-7) coopèrent
au choix, caractérisée en ce qu'un dispositif d'amenée d'encre supplémentaire (17)
peut être mis en place contre un rouleau distributeur (13) coopérant avec des rouleaux
toucheurs (4,5,6), et dégagé de celui-ci, et en ce que les rouleaux (6,12;9,13), coopérant
lorsque l'unité d'encrage est en fonctionnement principal quand le dispositif d'amenée
d'encre supplémentaire (17) est dégagé, peuvent être séparés l'un de l'autre, de façon
connue en soi, quand le dispositif d'encrage supplémentaire (17) est mis en place
lorsque l'unité d'encrage est en fonctionnement abrégé.