[0001] Die Erfindung betrifft einen Falzapparat, insbesondere einen variablen Falzapparat,
mit vorgeordneter, vorzugsweise als Falztrichter ausgebildeter, erster Längsfalzeinrichtung
und mit mindestens einer Querfalzeinrichtung mit einem mit Falzmessern und Greifern
besetzten Sammelzylinder, dem eine Querschneideinrichtung mit vorzugsweise hieran
anschließender Beschleunigungsstrecke vorgeordnet sind und der mit mindestens einen
mit den Falzmessern zugeordnetem Falzklappen besetzten Falzzylinder zusammenwirkt,
dem mindestens eine Auslegeeinrichtung, vorzugsweise eine Querfalzauslegeeinrichtung,
sowie eine zweite Längsfalzeinrichtung mit zugeordneter Längsfalzauslegeeinrichtung
nachgeordnet ist bzw. sind.
[0002] Die bekannten Anordnungen dieser Art sind in der Regel nur für eine ganz bestimmte
Produktion eingerichtet. Die Erfahrung hat gezeigt, daß dies vielfach zu unerwünschten
Beschränkungen führt. Es ist nämlich vielfach erwünscht, beispielsweise nicht nur
Produkte mit und ohne Querfalz und ggf. mit und ohne zweiten Längsfalz auslegen zu
können, sondern gleichzeitig auch etwa auf halben Umfang oder auf viertel Umfang bezogen
auf den Platten- bzw. Formzylinder der vorgeordneten Druckmaschine geschnittene Produkte
verarbeiten zu können. Dies ist bei den bekannten Anordnungen nicht möglicht. Diese
erweisen sich daher als nicht vielseitig genug.
[0003] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Vielseitigkeit
eines Falzapparats eingangs erwähnter Art zu steigern.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäße dadurch gelöst, daß der zwei mehrarmige, gegeneinander
verstellbare Armaturenträger enthaltende Sammelzylinder zwei Sätze von Greifern
aufweist, von denen die Greifer des einen Satzes jeweils neben einem Falzmesser auf
dem diesen zugeordneten Armaturenträger aufgenommen und alternativ zu den Falzmessern
aktivierbar sind und die Greifer des anderen Satzes, die gemeinsam mit den Greifern
des ersten Satzes oder mit den Falzmessern aktivierbar sind, auf einem eigenen Armaturenträger
aufgenommen sind, daß jeder ebenfalls zwei mehrarmige, gegeneinander verstellbare
Armaturenträger enthaltende Falzzylinder ebenfalls zwei Sätze von alternativ zueinander
und/oder alternativ zu den Falzklappen aktivierbaren, mit den gleichzeitig aktivierten
Greifern des Sammelzylinders zusammenwirkenden Greifern aufweist, von denen die Greifer
des einen Satzes jeweils neben einer Falzklappe auf dem diesen zugeordneten Armaturenträger
und die Greifer des anderen Satzes auf einem eigenen Armaturenträger aufgenommen sind,
und daß die Querschneideinrichtung von einer Abschnittlänge auf eine andere, halb
so große Abschnittlänge umstellbar ist und umgekehrt.
[0005] Diese Maßnahmen ergeben in vorteilhafter Weise einen Kombinationsfalz- bzw. -abschnittapparat
zur wahlweisen Verarbeitung von z. B. auf halben oder viertel Umfang geschnittenden
Produkten, wobei wahlweise mit und ohne Längsfalz und/oder mit und ohne Querfalz
und/oder mit und ohne Sammeln gearbeitet werden kann. Bei querfalzloser, aber längsgefalzter
Produktion stimmt dabei der Faserverlauf in vorteilhafter Weise mit dem Längsfalzverlauf
überein, was oft erwünscht ist. Anstelle des ersten Längsfalzes kann auch ein Längsschnitt
vorgesehen sein. Hierzu ist lediglich im Bereich der ersten Längsfalzeinrichtung eine
entsprechende, wahlweise aktivierbare Längsschneideinrichtung vorzusehen. Im Falle
einer zweiten Längsfalzeinrichtung kann auch mit und ohne zweiten Längsfalz gearbeitet
werden. Es ist daher in vorteilhafter Weise auch möglich, sogenannte two-up-Produkte
herzustellen, bei denen der Faserverlauf mit dem Verlauf beider Falze übereinstimmt.
Die erfindungsgemaßen Maßnahmen ermöglichen somit ersichtlich eine hohe Vielseitigkeit.
Im Falle einer Querfalzproduktion sind die Falzmesser und Falzklappen sowie die auf
einem eigenen Armaturenträger aufgenommen Greifer des Sammelzylinders aktiviert. Die
übrigen Greifer sind passiviert. Sofern auf halben Umfang geschnittene Produkte querfalzlos
ausgelegt werden sollen, sind die Falzmesser und Falzklappen passiviert. Zusätzlich
zu jedem zweiten Greifer des Sammelzylinders sind dabei jeder zweite Greifer des
Falzzylinders bzw. der Falzzylinder aktiviert. Sofern bei der Verarbeitung kurzer,
auf viertel Umfang geschnittener Produkte die Querfalzeinrichtung passiviert ist,
sind beide Greifergruppen des Sammelzylinders und des Falzzylinders bzw. der Falzzylinder
aktiviert, wobei die Produkte an die miteinander kämmenden Greifer der aufeinanderfolgenden
Zylinder übergeben werden. Die mit Falzmessern und Greifern bzw. Falzklappen und
Greifern besetzten Armaturenträger werden dabei einfach so verstellt, daß die gegenseitigen
Greifer miteinander kämmen, d. h. die Position einnehmen, die im Fall einer Querfalzproduktion
die Falzmesser und Falzklappen haben. Da auf den den Falzmessern bzw. den Falzklappen
zugeordneten Armaturenträgern jeweils ein kompletter Greifersatz sitzt, ist in vorteilhafter
Weise eine sehr einfache Einstellung mittels der bei einem variablen Falzapparat
ohnehin vorhandenen Falzverstellung möglich. Hierzu können einfach die mit Falzmessern
und Greifern bzw. Falzklappen und Greifern besetzten Armaturenträger einfach in gegenseitigem
Zahneingriff sein, so daß eine gemeinsame Verstellung auf einfache Wesie möglich ist.
Die erfindungsgemäßen Maßnahmen ergeben somit ersichtlich trotz der hohen Vielseitigkeit
auch eine einfache Bauweise und Bedienbarkeit.
[0006] In vorteilhafter Weise kann im Falle einer zweiten Längsfalzeinrichtung die Querfalzauslegeeinrichtung
der zweiten Längsfalzeinrichtung nachgeordnet sein. Hierzu kann einfach die von der
Querfalzeinrichtung zur Querfalzauslegeeinrichtung führende Bandführung die zweite
Längsfalzeinrichtung durchsetzen. Hierdurch ist es möglich, mit ein und derselben
Bandführung die zweite Längsfalzeinrichtung zu bedienen bzw. die Produkte ohne zweiten
Längsfalz über die Querfalzauslageeinrichtung auszulegen. Dies gilt in vorteilhafter
Weise auch für den Fall einer sogenannten Umschlagproduktion, d. h. auch querfalzlose
und eventuell ganz längsfalzlose, aufgeschnittene Produkte werden einfach über die
Querfalzauslegeeinrichtung ausgelegt.
[0007] Eine weitere zweckmäßige Fortbildung der übergeordneten Maßnahme kann darin bestehen,
daß die Querschneideinrichtung einen mit zwei um 180° gegeneinander versetzten, wahlweise
mit Messern besetzbaren Messeraufnahmestellen versehenen Messerzylinder und einen
vorzugsweise mit zwei um 180° gegeneinander versetzten Nuten versehenen Nutenzylinder
aufweist. Diese Maßnahme ermöglicht eine schnelle Umstellbarkeit von Schnitt auf
halben Umfang auf Schnitt auf viertel Umfang, indem einfach lediglich eine Messeraufnahmestelle
oder beide Messeraufnahmestellen des Messerzylinders mit einem Messer besetzt werden.
Zusätzlich ist es hierbei auf einfache Weise möglicht, das zweite Messer durch ein
Querperforiermesser zu ersetzten, so daß sich eine Querperforation von auf halben
Umfang geschnittenen Produkten ergibt, was eine anschließende Querfalzbildung bzw.
beim zweiten Längsfalz die Vermeidung von Quetschfalten erleichtern kann.
[0008] In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen kann der zweiten Längsfalzeinrichtung
eine wahlweise aktivierbare, vorzugsweise am Gestell der zweiten Längsfalzeinrichtung
befestigte Längsperforiereinrichtung vorgeordnet sein. Die Längsperforation erleichtert
die Herstellung des zweiten Längsfalzes. Durch die Befestigung der Längsperforiereinrichtung
am Gestell der zweiten Längsfalzeinrichtung ergibt sich in vorteilhafter Weise zudem
eine automatische Verstellung der Längsperforiereinrichtung zusammen mit der verstellbaren
zweiten Längsfalzeinrichtung.
[0009] Eine weitere zweckmäßige Maßnahme kann darin bestehen, daß den Sammelzylinder zwei
gegeneinander versetzte Falzzylinder zugeordnet sind. Hierduch lassen sich auch bei
querfalzloser Produktion Lücken zwischen den aufeinanderfolgenden Produkten erzeugen,
so daß diese in vorteilhafter Weise abgebremst werden können, was einen vergleichsweise
langsamen Lauf der gesamten Auslegeeinrichtung stromabwärts von der Querfalzeinrichtung
ermöglicht.
[0010] Weitere Fortbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der übergeordneten Maßnahmen
ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung in Verbindung mit den restlichen Unteransprüchen.
[0011] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen
Falzapparats mit vorgeordnetem Falztrichter in schematischer Darstellung.
[0012] Der zwei parallele Seitenwände 1 aufweisende, erfindungsgemäße Falzapparat ist mit
seinem Einlauf unterhalb eines eine erste Längsfalzeinrichtung bildenden Falztrichters
2 angeordnet, der am Maschinengestell einer dem Falzapparat 1 vorgeordneten, hier
nicht näher dargestellt Druckmaschine befestigt, ist. Die in der Druckmaschine bedruckte
Papierbahn 3 wird unter Bildung eines ersten Längs falzes über den Falztrichter 2
gezogen, dem Falzwalzen 4 nachgeordnet sein können, zwischen die die gefalzte Papierbahn
3 einfläuft. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist dem Falztrichter 2 eine durch
eine Messerscheibe gebildete Längsschneideinrichtung 5 zugeordnet, die wahlweise
in und außer Betrieb setztbar und so angeordnet ist, daß die Papierbahn 3 an der Stelle
des ersten Längsfalzes aufgeschnitten und damit in aufeinandergelegte Bahnhälften
aufgetrennt werden kann.
[0013] Im Bereich des unterhalb des Falztrichters sich befindenden Falzapparateinlaufs sind
zwei Zugwalzenpaare mit jeweils mindestens einer angetriebenen und einer anschwenkbaren
Walze vorgesehen. Die Walzen der Zugwalzenpaare 6 können als sogenannte Sandwich-Walzen
ausgebildet sein, bei denen wechselweise Stahl- und Gummiringe nebeneinander angeordnet
sind. Unterhalb der Zugwalzen befindet sich eine Querschneideinrichtung 7, die von
Schnitt auf halben Umfang auf Schnitt auf viertel Umfang bezogen auf den Platten-
bzw. Formzylinder der hier vorgeordneten Doppelumfang-Druckmaschine umstellbar ist
und umgekehrt. Die Querschneideinrichtung 7 besteht aus einem Messerzylinder 8 und
einem Nutenzylinder 9. Der Nutenzylinder 9 ist mit zwei um 180° gegeneinander versetzte
Nuten 10 versehen. Der Messerzylinder 8 besitzt zwei um 180° gegeneinander versetzte
Messeraufnahmestellen 11, in die wahlweise jeweils ein mit einem Messer 12 besetzter
Messerbalken 13 einsetzbar ist. Bei Schnitt auf viertel Umfang sind beide Messeraufnahmestellen
11 mit einem Messerbalken 13 besetzt. Bei Schnitt auf halben Umfang ist nur eine Messeraufnahmestelle
11 besetzt. In diesem Fall kann die Nut zum Abschneiden der Papierbahn 3 benötigte
Messer aufnahmestelle 11 mit einem Perforiermesser zur Herstellung einer Querperforation
besetzt sein.
[0014] Auf die Querschneideinrichtung 7 folgt unter Zwischenschaltung einer Beschleunigungsstrecke
14 eine Querfalzeinrichtung 15. Die als mit variabler Geschwindigkeit antreibbare
Beschleunigungsstrecke 14 ermöglich die bei einem variablen Falzapparat benötigte
Formatvariation. Die Querfalzeinrichtung 15 umfaßt einen mit Greifern 16 bzw. 17
und Falzmessern 18 besetzten Sammelzylinder 19, der hier mit zwei an seinem Umfang
gegeneinander versetzten, mit Greifern 20 bzw. 21 und Falzklappen 22 versehenen
Falzzylindern 23 zusammenwirkt. Der Sammelzylinder 19 und die beiden Falzzylinder
23 bestehen jeweils aus zwei mehrarmigen, gegeneinander verdrehbaren Armaturenträgern
24, 25 bzw. 26, 27, die zur Aufnahme der Armaturen in Form der Greifer 16, 17 bzw.
20, 21 und der Falzmesser 18 sowie der Falzklappen 2 dienen. Die Greifer 16 bzw. 17
des Sammelzylinders 19 bilden zwei Greifersalze, nämlich einen ersten Satz mit den
jeweils neben einem Falzmesser 18 auf einem Arm des auch die Falzmesser 18 aufnehmenden
Armaturenträgers 24 aufgenommenen Greifern 17 und einen zweiten Satz mit den auf den
Armen des nur mit Greifern besetzten Armaturenträgers 25 aufgenommenen Greifern 16.
Der Greifer des Sammelzylinders 19 sind von Sammelproduktion auf ungesammelte Produktion
umstellbar. Diese Greifer können dementsprechend als flache Einfachgreifer ausgebildet
sein, die bei Sammelproduktion in an sich bekannter Weise nachgreifen. Die Greifer
20, 21 der beiden Falzzylinder 23 bilden ebenfalls zwei Greifersätze, nämlich einen
ersten Satz mit den jeweils neben einer Falzklappe 22 angeordneten, zusammen mit
der jeweils benachbarten Falzklappe 22 auf einem Arm desselben Armaturenträgers 26
aufgenommenen Greifern 20 und einen zweiten Satz mit den jeweils auf einem Arm des
nur mit Greifern besetzten weiteren Armaturenträgers 27 aufgenommenen Greifern 21.
[0015] Die neben jeweils einem Falzmesser 18 angeordneten Greifer 17 des Sammelzylinders
19 sind alternativ zu den Falzmessern 18 aktivierbar. Die Greifer 16 des zweiten Greifersatzes
des Sammelzylinders 19 sind je nach Produktionsart gemeinsam mit oder alternativ
zu den Falzmessern 18 und damit mit oder ohne die Greifer 17 des ersten Greifersatzes
aktivierbar. Die Greifer 20 bzw. 21 der beiden Falzzylinder 23 sind je nach Produktionsart
alternativ zu den Falzklappen 22 oder satzweise alternativ zueinander aktivierbar
und wirken mit im Zylinderberührungsbereich hiermit kämmenden, gleichzeitig aktivierten
Greifern des Sammelzylinders 19 zusammen. Durch wahlweise Aktivierung der verschiedenen
Armaturen von Sammelzylinder 19 und Falzzylinder 23 läßt sich somit eine hohe Vielseitigkeit
erreichen.
[0016] Bei Querfalzproduktion sind die Falzmesser 18 und die Falzklappen 22 aktiviert und
so eingestellt, daß sie im Zylinderberührungsbereich zusammenwirken, wie in der Zeichnung,
der eine Einstellung mit Querfalzproduktion zugrundeliegt, im Berührungsbereich zwischen
dem Sammelzylinder 19 und dem oberen Falzzylinder 23 angedeutet ist. Gleichzeitig
mit den Falzmessern 18 sind bei Querfalzproduktion die auf dem separaten Armaturenträger
25 aufgenommen Greifer 16 des Sammelzylinders 19 aktiviert, die die vorderen Enden
der von der Beschleunigungsstrecke 14 an den Sammelzylinder 19 übergebenen Produkte
bis zur Ausführung des Querfalzes halten. Die Greifer 17 des sammelzylinderseitigen
zweiten Greifersatzes werden bei Querfalzproduktion nicht benötigt und können passiviert
sein. Dasselbe gilt für die Greifer der beiden Falzzylinder 23. Sofern Produkte ohne
Querfalz hergestellt werden sollen, sind die Falzmesser 18 und die Falzklappen 22
passiviert und je nach Abschnittlänge auf viertel Umfang oder auf halben Umfang beide
Greifersätze oder jeweils ledliglich ein Greifersatz von Sammelzylinder 19 und Falzzylinder
23 aktiviert. Die einzelnen Produkte werden dabei von den sammelzylinderseitigen
Greifern an im Zylinderberührungsbereich hiermit kämmende Greifer der Falzzylinder
23 bzw. eines Falzzylinders 23 übergeben. Wenn sämtliche Greifer benötigt werden,
was bei Schnitt auf viertel Umfang der Fall ist, werden die gleichzeitig mit den Greifern
17 und den Falzmessern 18 bzw. den Greifern 20 und den Falzklappen 22 besetzten Armaturenträger
24 bzw. 26 von Sammelzylinder 19 und Falzzylinder 23 so gegenüber dem jeweils anderen
Armaturenträger 25 bzw. 27 verdreht, daß die Greifer 17 bzw. 20 in die Position gelangen,
die bei Querfalzproduktion die Falzmesser 18 bzw. Falzklappen 22 einnehmen. Die den
Falzmessern 18 und Falzklappen 2 zugeordneten Armaturenträger 24 bzw. 26 befinden
sich in gegenseitigem Zahneingriff und können daher sowohl zur Falzregulierung als
auch zur Bewerkstelligung der vorstehend geschilderten Greifereinstellung gemeinsam
verstellt werden. Die Verstellung kann dabei mittels einer hier in Form eines Handrads
angedeuteten Reguliereinrichtung 28 erfolgen.
[0017] Der Sammelzylinder 19 kann ungeradzahlig mehrteilig, z. B. wie hier, fünfteilig,
ausgebildet sein. Je nachdem besitzen die Armaturenträger 24 bzw. 25 drei, wie hier
fünf, sieben, oder so fort mehr Arme, die mit jeweils einem Greifer 16 bzw. einem
Greifer 17 und einem Falzmesser 18 besetzt sind. Der Abstand der Greifer jedes Greifersatzes
bzw. der Arme der beiden Armaturenträger des Sammelzylinders 19 ist etwas größer als
die größte verarbeitbare Formatlänge, d. h. als der halbe Umfang des größtmöglichen
Platten- bzw. Formzylinders, so daß sich auch bei der Verarbeitung von auf halben
Umfang geschittenen Produkten, bei der, wie schon erwähnt, lediglich ein Greifersatz
aktiviert ist, ein störungsfreier Betrieb ergibt. Die einzelnen oder gemeinsam in
Betrieb nehmbaren Falzzylinder 23 können geradzahlig mehrteilig, z. B. wie hier,
vierteilig, ausgebildet sein. Sofern lediglich ein Falzzylinder 23 vorgesehen ist,
besitzen dessen Armaturenträger 26, 27 eine jeweils gleiche Anzahl von Armen, so
daß auch lediglich auf viertel Umfang geschnittene Produkte störungsfrei durchgeleitet
werden können. Im Falle des dargestellten Ausführungsbeispiels mit zwei alternativ
beaufschlagbaren Falzzylindern 23 ergibt sich die Besonderheit, daß beide Greifersätze
jeweils nur zwei um 180° gegeneinander versetzte Greifer 20 bzw. 21 benötigen. Dementsprechend
sind von der hier vorgesehenen vier Falzklappen 22 jeweils nur zwei um 180° gegeneinander
versetzte Falzklappen neben einem Greifer 22 positioniert und besitzt der dem anderen
Greifersatz zugeordnete Armaturenträger 27 nur zwei mit jeweils einem Greifer besetzte
Arme. Der Abstand der jeweils auf demselben Armaturenträger aufgenommenen Greifer
der Falzzylinder 23 entspricht dem sammelzylinderseitigen Greiferabstand.
[0018] Jedem Falzzylinder 23 ist im dargestellten Ausführungs beispiel eine als Schwertfalzwerk
ausgebildete zweite Längsfalzeinrichtung 29 mit zugeordneter Längsfalzauslegeeinrichtung
30 in Form eines mit einem Transportband zusammenwirkenden Schaufelrads, sowie eine
alternativ hierzu aktivierbare, separate Querfalzauslegeeinrichtung 31, ebenfalls
in Form eines mit einem Auslegeband zusammenwirkenden Schaufelrads, nachgeordnet.
Der Transport der Produkte vom jeweils vorgeordneten Falzzylinder 23 zur zugehörigen
Querfalzauslegeeinrichtung 31 bzw. zweiten Längsfalzeinrichtung 29 erfolgt durch eine
hier lediglich schematisch angedeutete Bandführung 32, welche die jeweils zugehörige
zweite Längsfalzeinrichtung 29 durchsetzt und oberhalb des Schaufelrads der jeweils
zugehörigen Querfalzauslegeeinrichtung 31 in Form eines u. U. mit einer Schwanzbremse
versehenen Auswurfkeils 33 endet. Sofern die zweite Längsfalzeinrichtung 29 aktiviert
ist, erfolgt die Auslage der über die betreffende Bandführung 32 laufenden Produkte
über die zugehörige Längsfalzauslegeeinrichtung 30. Sofern Produkte ohne zweiten Längsfalz
hergestellt werden, erfolgt die Auslage unabhängig davon, ob die Querfalzeinrichtung
15 aktiviert ist oder nicht, über die der zweiten Längsfalzeinrichtung 29 nachgeordnete
Querfalzauslegeeinrichtung 31. Die von den Falzzylindern 23 abgenommenen Produkte
werden hierzu durch die Bandführung 32 durch die zweite Längsfalzeinrichtung 29 hindurchgeleitet.
Der zweiten Längsfalzeinrichtung 29 kann eine wahlweise zusammen mit ihr aktivierbare
Längsperforiereinrichtung 34 zugeordnet sein. Diese kann fluchtend mit dem Falzmesser
am Gestell der zugehörigen zweiten Längsfalzeinrichtung 29 befestigt sein, so daß
bei einer Verstellung der zweiten Längsfalzeinrichtung automatisch die zugehörige
Längsperforiereinrichtung mit-verstellt wird.
[0019] Im Falle einer Querfalzproduktion ergeben sich Lücken zwischen den aufeinanderfolgenden
Produkten. Dasselbe gilt für den Fall einer wechselweisen Beaufschlagung der beiden
gegeneinander versetzten Falzzylinder 23. Die in die Bandführung 32 einlaufenden Produkte
können dementsprechend unter Reduzierung der Länge der Lücken zur Erzielung eines
vergleichsweise langsamen Laufs der Auslegeeinrichtungen mittels einer geeigneten
Bremseinrichtung 35 abgebremst werden. Hierzu kann die Bandführung 32 zwei miteinander
verzahnte, mit abgestuften Geschwindigkeiten angetriebene Abschnitte aufweisen. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Bremseinrichtung 35 als mit Bremsbacken
versehene Bremsrollen ausgebildet.
[0020] Der Sammelzylinder 19 ist, wie weiter oben bereits angedeutet, von umgesammelter
Produktion auf Sammelproduktion umstellbar und umgekehrt. Die aufeinandergesammelten
Produkte können miteinander verbunden werden. Hierzu kann dem Sammelzylinder 19 ein
den Falzzylindern 23 vorgeordneter Heftapparat 36 oder eine Einrichtung zum Auftragen
von Leimstreifen etc. zugeordnet sein.
[0021] Der dargestellte Falzapparat stellt, wie die obigen Ausführungen erkennen lassen
dürften, einen vielseitig verwendbaren, variablen Falz- und -abschnittapparat dar,
der die Herstellung einer umfangreichen Produktpalette ermöglicht, z. B. die Herstellung
a) einmal längs- und anschließend einmal quergefalzter Produkte,
b) einmal längs- und anschließend einmal quer- und dann nochmals längsgefalzter Produkte,
c) im Bereich des ersten Längsfalzes aufgeschnittener Produkte, die einmal quer- und
anschließend einmal längsgefalzt sind,
d) lediglich zweimal längsgefalzter Produkte,
e) im Bereich des ersten Längsfalzes aufgeschnittener und dann mittels der zweiten
Längsfalzeinrichtung mit einem Längsfalz versehener Produkte,
f) lediglich einmal längsgefalzter Produkte,
g) überhaupt nicht gefalzter, d. h. auch im Bereich des ersten Längsfalzes aufgeschnittener
Abschnitte.
[0022] Sämtliche Produktionsarten gelten unabhängig von der Anzahl der Nutzen am Platten-
bzw. Formzylinderumfang im Prinzip für jede Abschnittlänge, wenngleich die Produktionsarten
a) bis e) am meisten für auf halben Umfang und die Produktionsarten f) und g) am meisten
für auf viertel Umfang geschnittene Produkte, jeweils bezogen auf einen Platten- bzw.
Formzylinder mit zwei Nutzen am Umfang (sog. Doppelumfangmaschine) in Frage kommen.
Bei lediglich einem Nutzen am Umfang (Einfachumfangmaschine) ergibt sich demgegenüber
für a) bis e) Schnitt auf ganzen Umfang und für f) und g) Schnitt auf halben Umfang.
Ein noch kleinerformatiger Schnitt wäre möglich, wenn der Messerzylinder 8 entsprechend
mehr Messer enthält.
1. Falzapparat, insbesondere variabler Falzapparat, mit vorgeordneter, vorzugsweise
als Falztrichter ausgebildeter, erster Längsfalzeinrichtung (2) und mit mindestens
einer Querfalzeinrichtung (15) mit einem mit Falzmessern (18) und Greifern (16) besetzten
Sammelzylinder (19), dem eine Querschneideinrichtung (7) mit vorzugsweise hieran
anschließender Beschleunigungsstrecke (14) vorgeordnet sind und der mit mindestens
einem mit den Falzmessern (18) zugeordneten Falzklappen (22) besitzen Falzzylinder
(23) zusammenwirkt, dem mindestens eine Auslegeeinrichtung, vorzugsweise eine Querfalzauslegeeinrichtung
(31) sowie eine zweite Längsfalzeinrichtung (29) mit zugeordneter Längsfalzauslegeeinrichtung
(30) nachgeordnet ist bzw. sind, dadurch gekennzeichnet, daß der zwei mehrarmige, gegeneinander verstellbare Armaturenträger (24 bzw. 25) enthaltende
Sammelzylinder (19) zwei Sätze von Greifern (16 bzw. 17) aufweist, von denen die Greifer
(17) des einen Satzes jeweils neben einem Falzmesser (18) auf dem diesen zugeordneten
Armaturenträger (24) aufgenommen und alternativ zu den Falzmessern (18) aktivierbar
sind und die Greifer (16) des anderen Greifer satzes, die gemeinsam mit den Greifern
(17) des ersten Greifersatzes oder den Falzmessern (18) aktivierbar sind, auf einem
eigenen Armaturenträger (25) aufgenommen sind, daß jeder ebenfalls zwei mehrarmige,
gegeneinander verstellbare Armaturenträger (26 bzw. 27) enthaltende Falzzylinder
(23) ebenfalls zwei Sätze von alternativ zueinander und/oder alternativ zu den Falzklappen
(22) aktivierbaren, mit den gleichzeitig aktivierten Greifern des Sammelzylinders
(19) zusammenwirkenden Greifern (20 bzw. 21) aufweist, von denen die Greifer (20)
des einen Greifersatzes jeweils neben einer Falzklappe (22) auf dem diesen zugeordneten
Armaturenträger (26) und die Greifer (21) des anderen Greifersatzes auf einem eigenen
Armaturenträger (27) aufgenommen sind, und daß die Querschneideinrichtung (7) von
einer Abschnittlänge auf eine andere, halb so große Abschnittlänge umstellbar ist
und umgekehrt.
2. Falzapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschneideinrichtung (7), die vorzugsweise von Schnitt auf halben Umfang auf
Schnitt auf viertel Umfang umstellbar ist, einem mit zwei um 180° gegeneinander versetzten,
wahlweise mit Messern (12) besetzbaren Messeraufnahmestellen (11) versehenen Messerzylinder
(8) und einen vorzugsweise mit zwei um 180° gegeneinander versetzten Nuten (10) versehenen
Nutenzylinder (9) aufweist und daß die Messer (12) der Querschneidenrichtung (7),
von denen bei Querfalzproduktion ein Messer vorzugsweise als Querperforiermesser
ausgebildet ist, jeweils auf einem lösbar in eine zugeordnete Messeraufnahmestelle
(11) einsetzbaren Messerbalken (13) aufgenommen sind.
3. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der ersten Längsfalzeinrichtung (2) eine Längsschneideinrichtung (5) vorgesehen
ist.
4. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der ersten Längsfalzeinrichtung (2) eine Längsschneideinrichtung (5) vorgesehen
ist.
5. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle einer zweiten Längsfalzeinrichtung die Querfalzauslegeeinrichtung (31) der
zweiten Längsfalzeinrichtung (29) nachgeordnet ist.
5. Falzapparat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die von einem zur Querfalzeinrichtung (15) gehörenden Falzzylinder (23) zur Querfalzauslegeeinrichtung
(31) führende Bandführung (32) die zugehörige zweite Längsfalzeinrichtung (29) durchsetzt.
6. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweiten Längsfalzeinrichtung (29) eine wahlweise aktivierbare, vorzugsweise
am Gestell der zweiten Längsfalzeinrichtung befestigte Längsperforiereinrichtung (34)
vorgeordnet ist.
7. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Sammelzylinder (19) zwei gegeneinander versetzte, mit Falzklappen (22) versehen
Falzzylinder (23) zugeordnet sind, wobei vorzugsweise nur die Hälfte der Falzklappen
(22) gemeinsam mit einem benachbarten Greifer (20) auf jeweils einem Arm des zugehörigen
Armaturenträgers (26) aufgenommen sind und der nur mit Greifern (21) besetzte Armaturenträger
(27) nur halb so viel Arme besitzt wie der die Falzklappen (22) trägende Armaturenträger
(26).
8. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Falzzylinder bzw. den Falzzylinder (23) jeweils eine Bremseinrichtung (35) nachgeordnet
ist.
9. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils der mit Falzmessern (18) und Greifern (17) bzw. mit Falzklappen (22) und
Greifern (20) besetzte Armaturenträger (24 bzw. 26) gegenüber dem anderen Armaturenträger
(25 bzw. 27) verstellbar ist, wobei vorzugsweise mit Falzklappen (22) und Greifern
(20) besetzte Armaturenträger (26) und der mit Falzmessern (18) und Greifern (17)
besetzte Armaturenträger (24) in gegenseitigen Zahneingriff sind und mittels einer
gemeinsamen Reguliereinrichtung (28) gemeinsam verstellbar sind.
10. Falzapparat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Sammelzylinder (19) ungeradzahlig mehrteilig, vorzugsweise fünfteilig, ist und
daß der Falzzylinder bzw. die Falzzylinder (23) geradzahlig mehrteilig, vorzugsweise
vierteilig, ist bzw. sind.