[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen pyrotechnischen Verzögerungssatz mit einer Mischung
aus metallischen Reduktionsmitteln, anorganischen Oxidationsmitteln und gegebenenfalls
weiteren Zusätzen in einem Verzögerungsröhrchen.
[0002] Derartige Verzögerungssätze sind bekannt. Die Stoffmischung wird dabei in das Verzögerungsröhrchen
eingepreßt und das oder die Reduktionsmittel und Oxidationsmittel sind dabei so ausgelegt,
daß die Mischung möglichst ohne Freisetzung gasförmiger Reaktionsprodukte abbrennt.
Die Freisetzung heißer Gase ist dennoch nicht ganz zu vermeiden. Andererseits ist
der Abbrand des Treibsatzes temperatur- und druckabhängig. Die in dem durch das Verzögerungsröhrchen
geschlossenen Verzögerungssatz gespeicherten heißen Gase beeinflussen daher die Reaktionskinetik,
und damit die Verzögerungszeit. Dies wirkt sich insbesondere bei längerbrennenden
Verzögerungssätzen negativ aus.
[0003] Wie vorstehend erwähnt, läßt sich dieses Verhalten über die gewählte Mischung nicht
beseitigen, weil eine völlig gaslose Reaktion bisher nicht zur Verfügung steht. Auch
läßt sich zur Verringerung der Gaserzeugung der Durchmesser des Verzögerungssatzes
nicht beliebig reduzieren. Denn bei einer solchen Verringerung wird die Wärmeabfuhr
von dem abbrennenden Verzögerungssatz über das Verzögerungsröhrchen an die Umgebung
erhöht, was ebenfalls Einfluß auf die Verzögerungszeit hat und im Extremfall zu einem
Verlöschen des Verzögerungssatzes führen kann.
[0004] Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
einen pyrotechnischen Verzögerungssatz zu schaffen, der eine möglichst reproduzierbare
Verzögerungszeit aufweist.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Verzögerungssatz können die beim Abbrennen freigesetzten
heißen Gase in den Zwischenraum zwischen dem Verzögerungssatz und dem Verzögerungsröhrchen
strömen. Auf diese Weise werden die sonst auf den Verzögerungssatz einwirkende Wärme
und der Druck der heißen Gase zumindest teilweise in den Zwischenraum abgeführt und
damit die Beeinflussung des Verzögerungssatzes durch die heißen Gase entsprechend
reduziert.
[0006] Dadurch braucht der Durchmesser des Verzögerungssatzes nicht mehr nahe an den kritischen
Durchmesser gelegt zu werden, wodurch der Einfluß der Umgebungstemperatur auf die
Verzögerungszeit herabgesetzt wird. Dieser Einfluß wird dadurch weiter vermindert,
daß die freigesetzte Gasmenge im Zwischenraum zwischen dem Verzögerungssatz und dem
Verzögerungsröhrchen ein stehendes Gaspolster bildet, welches den Verzögerungssatz
gegenüber der Umgebung zusätzlich isoliert.
[0007] Der Zwischenraum wird vorzugsweise durch Abstandshalter zwischen dem Verzögerungssatz
und dem Verzögerungsröhrchen aufrechterhalten. Vorteilhaft ist es, z. B. Metallringe
als Abstandshalter zwischen dem Verzögerungssatz und dem Verzögerungsröhrchen anzuordnen,
wobei sich eine Spiralfeder als besonders zweckmäßig erweist. Durch die Windungen
einer solchen Feder erfolgt die Wärmeleitung bevorzugt in radialer Richtung, d. h.
die Wärme der heißen Gase in dem Zwischenraum wird zum Verzögerungsröhrchen hin abgeführt.
Auf diese Weise wird eine vorauslaufende, die Brenngeschwindigkeit steigernde Vorerwärmung
des Verzögerungssatzes durch die heißen Gase in dem Zwischenraum weitgehend unterbunden.
[0008] Nachstehend ist eine Ausführungsform der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert,
deren einzige Figur einen Längsschnitt durch einen Verzögerungssatz zeigt.
[0009] Der Verzögerungssatz 1 besteht aus einer z. B. gepreßten oder extrudierten Stange
aus einer Mischung aus metallischen Reduktoren, anorganischen Oxidationsmitteln und
weiteren inerten Zuschlägen, wie einem Kunststoffbinder. Er ist in einem Verzögerungsröhrchen
2 angeordnet, und zwar im Abstand davon, d. h. unter Bildung eines ringförmigen Zwischenraumes
3.
[0010] Das Verzögerungsröhrchen 2 ist an beiden Enden durch Verschlußstopfen 4 und 5 verschlossen.
In beiden Verschlußstopfen sind Bohrungen 6 bzw. 7 zum Anschluß an eine nicht dargestellte
pyrotechnische Eingangssignal- bzw. Ausgangssignalleitung vorgesehen.
[0011] Um den Verzögerungssatz 1 bzw. in dem Zwischenraum 3 ist eine Spiralfeder 8 aus Metall
angeordnet, die sich bis in eine Ringausnehmung 9 bzw. 10 in den Verschlußstopfen
4 und 5 erstreckt. Das Verzögerungsröhrchen 2 ist durch Einpressen in Nuten 11 und
12 am Umfang der Verschlußstopfen 4 und 5 befestigt.
1. Pyrotechnischer Verzögerungssatz mit einer Mischung aus wenigstens einem metallischen
Reduktionsmittel, wenigstens einem anorganischen Oxidationsmittel und gegebenenfalls
weiteren Zusätzen in einem Verzögerungsröhrchen, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Verzögerungsröhrchen (2) und dem Verzögerungssatz (1) ein Zwischenraum (3) vorgesehen
ist.
2. Verzögerungssatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Verzögerungssatz
(1) und dem Verzögerungsröhrchen (2) ein Abstandshalter angeordnet ist.
3. Verzögerungssatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstandshalter
durch eine um den Verzögerungssatz (1) angeordnete Spiralfeder (8) gebildet ist.