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EP 0 261 358 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.03.1990 Patentblatt 1990/12 |
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Anmeldetag: 05.08.1987 |
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Verfahren zur Qualitätssicherung bei der Herstellung von Tabletten
Quality control method in the manufacture of tablets
Méthode pour assurer la qualité dans la fabrication de comprimés
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE FR GB IT LI |
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Priorität: |
23.08.1986 DE 3628757
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.03.1988 Patentblatt 1988/13 |
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Patentinhaber: Wilhelm Fette GmbH |
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D-21493 Schwarzenbek (DE) |
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Erfinder: |
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- Hinzpeter, Jürgen, Ing.grad.
D-2053 Schwarzenbek (DE)
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Vertreter: Minetti, Ralf, Dipl.-Ing. |
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Ballindamm 15 20095 Hamburg 20095 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 086 059 FR-A- 2 510 887 GB-A- 1 399 381 US-A- 2 893 635
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DE-B- 2 742 571 GB-A- 1 152 061 GB-A- 2 123 989 US-A- 3 741 697
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- ELEKTROTECHNIK, Band 59, Nr. 4, 18. Februar 1977, Seiten 16-18, Würzburg, DE; K.-E.
HUHN: "Senkt die Prüfkosten"
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Bei der Herstellung Arzneimitteln in Tablettenform ist das Gewicht der Tabletten
in vorgeschriebenen Grenzen einzuhalten. Dafür sind die Tabletten zur Kontrolle zu
Wiegen. Das Wiegen ist jedoch ein relativ zeitaufwendiger Arbeitsgang. Aus diesem
Grund ist das Wiegen jeder einzelnen hergestellten Tablette wirtschaftlich nicht möglich.
Bei der Feststellung von Fehlorn im Gewicht der Tabletten kommt eine Einflußnahme
auf die Herstellung der Tabletten auch viel zu spät, wenn eine Tablettiermaschine
beispiels weise 200 000 Tabletten pro Stunde produziert. In der Praxis wird deshalb
auf anderem Wege das Gewicht der Tabletten mittelbar überprüft. Dabei wird davon ausgegangen,
daß bei gleicher volumetrischer Füllung einer Matrize, in der einer Tablette gepreßt
wird, und einem Zusammenpressen auf gleiche Steghöhe sich eine gleiche Preßkraft einstellt.
Diese Preßkraft läßt sich fortlaufend bei der Herstellung messen, so daß die Preßkraft
jeder einzelnen Tablette festgestellt und ausgewertet werden kann. Dabei können die
Tabletten, deren Preßkraft die geforderte Toleranz über- oder unterschreitet, einzeln
aussortiert werden. Zusätzlich weisen bekannte Tablettiermaschinen Einrichtungen zur
Nachregelung auf, durch welche Veränderungen der Preßkraftwerte durch Verändern der
Füllgutmenge wieder ausgeglichen werden. Es reicht jedoch nicht aus, allein über die
gemessenen Preßkraftwerte auf das Gewicht der Tabletten zu schließen. Vielmehr ist
es notwendig, die Relation zwischen Preßkraft und Gewicht der Tabletten in gewissen
Zeitabständen zu überprüfen. Das geschieht bei bekannten Tablettiermaschinen durch
das Ziehen einer Probe von Tabletten, die gewogen werden. Dafür wird beispielsweise
von 20 als probe gezogenen Tabletten der Gewichts-Istwart mit dem GewichtsSollwert
verglichen und dokumentiert. Diese Werte gelten als repräsentativ für eine Produktionsmenge
von beispielsweise 100 000 Tabletten.
[0002] Stimmen Ist- und Sollwert nicht überein, so wird die Tablettiermaschine entsprechend
der Abweichung vom Mittelwert nachgeregelt und das Tablettengewicht wieder auf den
Sollwert gebracht.
[0003] Bei diesem Vorgehen und einer möglichen Aussortierung einzelner Tabletten läßt sich
aber nicht mit absoluter Sicherheit aussagen, daß sich keine Tablette mit einer erheblichen
Gewichtsabweichung zwischen den produzierten Tabletten befindet. Die wenigen "Ausreißer",
das heißt Tabletten, deren Gewicht signifikant vom Gewicht der übrigen Tabletten abweicht,
haben kaum einen Einfluß auf die Qualität der ProduktionsmengE) von beispielsweise
100 000 Tabletten, weil sie weder den statistischen Mittelwert noch die relative Standartabweichung
wesentlich beeinflussen.
[0004] Zu berücksichtigen ist weiterhin, daß die Überwachung bei der Herstellung von Tabletten
durch die Kontrolle der Preßkraft voraussetzt, daß eine gleichgroße Füllung der Matrizen
vorhanden ist und ein in seiner Beschaffenheit gleichbleibendes Material Anwendung
findet, um zu gleichen Ergebnissen zu kommen. In der Praxis ergeben sich jedoch gelegentlich
Schwankungen in der Beschaffenheit des Materials, die sich nicht unmittelbar auf die
Preßkraft auswirken, jedoch auf das Gewicht der Tabletten. Auch deshalb ist eine zusätzliche
Kontrolle des Gewichtes der Tabletten probeweise zweckmäßig. Dabei ist davon auszugehen,
daß die Gewichtstoleranz so klein wie möglich innerhalb vorgegebener Grenzwerte bleibt.
[0005] Problematisch ist es, wenn sich zufällig ein oder mehrere "Ausreißer" in der gezogenen
Probe von 20 Tabletten befindet, denn diese führen dazu, daß die gesamte Dokumentation
des zugehörigen Produktionsloses 100 000 Tabletten verfälscht und als schlechter ausgewiesen
wird, als sie in Wirklichkeit ist. Von besonders schwerwiegenden Nachteilen ist es
darüber hinaus, wenn der durch Ausreißer verfälschte Mittelwert des Tablettengewichtes
der gezogenen Probe für eine Nachregelung der Tablettiermaschine benutzt wird, denn
dann tritt der vermeintliche Fehler im nächsten Produktionslos mit umgekehrten Vorzeichen
tatsächlich auf.
[0006] Wird also beispielsweise eine Probe von 20 Tabletten gezogen, die eine Falschtablette
bzw. Ausreißer enthält, durch dessen höheres Gewicht der Mittelwert der 20 Tabletten
um 1 % höher liegt als bei 20 fehlerfreien Tabletten, und erfolgt dementsprechend
eine Nachregelung der Tablettiermaschine auf einen Mittelwert, der um 1 % niedriger
liegt als zuvor, so weichen alle nachfolgend hergestellten 100 000 Tabletten jeweils
um 1 % vom Sollwert ab.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden. Dafür sieht die Erfindung
vor, daß vor einer Nachregelung der Tablettiermaschine die Gewichte der einzelnen
Tabletten der Probe gemessen und verglichen werden und daß bei Ermittlung einer oder
mehrerer im Gewicht vom Sollwert wesentlich abweichender Tabletten der Probe die Statistik
durch Korrekturrechnung berichtigt und der berichtigte Wert zur Nachregelung benutzt
wird.
[0008] Bei diesen Verfahren werden zur Überprüfung die Tabletten des Probeloses auf Ausreißer
untersucht, deren Gewichtsgröße wesentlich abweicht von den Gewichten der übrigen
Tabletten, damit in der Rechnung eliminiert bleiben und keine Berücksichtigung finden
für eine Nachregelung, die durch sie verfälscht werden würde. Eine Nachregelung findet
erst statt, wenn eine Vielzahl von Tabletten der Probe über einem gewissen Grenzwert
oder unterhalb eines anderen Grenzwertes liegt. Auch kann eine Nachregelung stattfinden,
wenn die Tabletten zwischen zwei Toleranzgrenzen sich in ihrem Wert einer Grenze stark
nähern. Unabhängig davon erfolgt fortlaufend die an sich bekannte Preßkraftüberwachung.
[0009] Werden beispielsweise als ein Probelos 20 Tabletten entnommen, die ein Gewicht haben
sollen von 1 Gramm, und wiegen von diesen 20 Tabletten 19 Tabletten jeweils 1 Gramm,
während eine Tablette 1,1 Gramm wiegt, so würde daß zu einem Mittelwert führen, der
0,5 % über dem Sollwert liegt bzw. 5 mg pro Tablette. Würde diese einzelne Tablette
nicht berücksichtigt in einer Korrekturrechnung, so würden die danach hergestellten
Tabletten jeweils 5 mg weniger wiegen als sie es sollten, mi! anderen Worten, würde
bei Nichtbeachtung des Ausrei- ßers. das heißt einer Nachregelung ohne Korrektur der
Rechnung zu einem Mindergewicht von 5 mg der nachfolgend hergestellten Tabletten führen.
Durch den für die Auswertung und die Dokumentation der Ergebnisse vorgesehenen Rechner
kann die einzelne als Ausreißer geltende Tablette unberücksichtigt bleiben oder mit
einem Bruchteil ihres Wertes berücksichtigt werden nach bekannten statistischen Berechnungsverfahren.
Danach ist festzustellen, ob der sich ergebende Mittelwert eine Nachregelung erforderlich
macht oder nicht.
[0010] Wird nur ein oder werden - je nach Größe der Probe - wenige Ausreißer im Probelos
gefunden, so wird die sich dadurch eventuell ergebende Verfälschung der Statistik
durch geeignete Korrekturrechnungen, z. B. Shapiro-Wilks-Test oder Nalimov-Test, das
heißt bekannte Rechenverfahren der Statistik, korrigiert und die berichtigten Werte
zur Nachregelung und Dokumentation benutzt. Anderenfalls wird die gesamte Probe verworfen
und unverzüglich eine neue, vorzugsweise doppelt so große Probe genommen und entsprechend
ausgewertet. Werden verhältnismäßig viele Ausreißer gefunden, so wird grundsätzlich
eine neue mindest doppelt so große Probe genommen.
[0011] Ist die Probe doppelt so groß wie die vorausgehende, so ist die Sicherheit größer
hinsichtlich der Anzahl vorhandener Ausreißer. Dabei ist auch zu berücksichtigen,
daß beim Auftreten vieler Ausreißer im Rahmen einer gezogenen Probe dies auf einer
momentanen Betriebsstörung beruhen kann, wie beispielsweise einer kurzzeitigen Brückenbildung
im Auslauftrichter des Füllgutes bei der fortlaufenden Abgabe des Füllgutes in die
Matrizen.
[0012] Zweckmäßigerweise erfolgt die Überprüfung sowie die eventuell nötige Korrekturrechnung
oder die Anforderung einer zweiten Probe automatisch durch einen Rechner, der auch
die statistische Auswertung durchführt und dessen Datenausgang automatisch zu einer
etwaigen Nachregelung und für eine Dokumentation der ermittelten Werte herangezogen
wird.
1. Verfahren zur Qualitätssicherung bei der Herstellung von Tabletten, bei dem während
der Herstellung der Tabletten Proben gezogen werden, die aus einer Vielzahl von Tabletten
bestehen, deren gemeinsamer Gewichts-Istwert mit dem Gewichts-Sollwert verglichen
wird, und bei dem die Tablettiermaschine entsprechend der Abweichung zwischen Istwert
und Sollwert nachgeregelt wird, um das Tablettengewicht auf den Sollwert zu bringen,
wobei vor einer Nachregelung der Tablettiermaschine die Gewichte der einzelnen Tabletten
der Probe gemessen und verglichen werden, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ermittlung
einer oderer mehrerer im Gewicht vom Sollwert wesentlich abweichender Tabletten der
Probe die Statistik durch Korrekturrechnung berichtigt und der berichtigte Wert zur
Nachregelung benutzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Ermittlung einer
oder mehrerer im Gewicht vom Sollwert wesentlich abweichender Tabletten der Probe
die gesamte Probe nicht für eine Nachregelung benutzt und vor einer Nachregelung der
Tablettiermaschine eine weitere Probe gezogen und verwertet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als weitere Probe eine Probe
gezogen wird, deren Tablettenanzahl dem doppelten oder mehrfachen der ersten Probe
entspricht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die statistische Auswertung
der Meßergebnisse sowie eine automatische Korrekturberechnung oder Anforderung einer
zweiten Probe durch einen Rechner erfolgt, dessen Datenausgang mit einer Einrichtung
zur Nachregelung der Füllgutmenge verbunden ist.
1. Quality control method in the manufacture of tablets for which, during the manufacturing
of tablets, samples are taken which consist in a multitude of tablets, the weight
actual value of which is compared to the weight nominal value and for which the tablet
manufacturing machine is readjusted according to the deviation between the actual
value and the nominal value to bring the tablet weight to the nominal value, whereby
the weight values of the individual tablets of the sample are measured and compared
to each other before the tablet manufacturing machine is readjusted, characterized
in that, when determinating one or several tablets of the sample with a considerable
deviation of weight relative to the nominal value, the statistics are corrected by
a correcting calculation and that the corrected value is used for the readjustment.
2. Method according to claim 1, characterized in that, when determinating one or several
tablets of the sample with a considerable deviation of weight relative to the nominal
value, the whole sample is not used for a readjustment and that a further sample is
taken and exploited before the tablet manufacturing machine is readjusted.
3. Method according to claim 2, characterized in that a sample is taken as further
sample, the number of tablets of which is the double or a multiple of the first sample.
4. Method according to claim 1, characterized in that the statistical exploitation
of the measuring results as well as an automatical correcting calculation or the demand
for a second sample are performed by a computer, the data output of which is connected
to a device to readjust the filling material quantity.
1. Méthode pour assurer la qualité dans la fabrication de comprimés dans laquelle,
pendant la fabrication des comprimés, on prélève des échantillons qui sont constitués
par une multitude de comprimés dont la valeur effective commune du poids est comparée
avec la valeur de consigne du poids et pour laquelle la machine de production des
comprimés est rajustée conformément à l'écart entre la valeur effective et la valeur
de consigne pour amener le poids du comprimé à la valeur de consigne, les poids des
différents comprimés de l'échantillon étant mesurés et comparés avant que la machine
de production des comprimés ne soit rajustée, caractérisée en ce que, lors de la détermination
d'un ou de plusieurs comprimés de l'échantillon dont le poids varie considérablement
de la valeur de consigne, la statistique est corrigée par un calcul de correction
et que la valeur corrigée est utilisée pour le rajustage.
2. Méthode selon la revendication 1, caractérisée en ce que, lors de la détermination
d'un ou de plusieurs comprimés de l'échantillon dont le poids varie considérablement
de la valeur de consigne, l'ensemble de l'échantillon n'est pas utilisé pour le rajustage
de la machine de fabrication des comprimés et qu'un autre échantillon est prélevé
et exploité, avant que la machine de production des comprimés ne soit rajustée.
3. Méthode selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'un échantillon, dont le
nombre de comprimés est le double ou un multiple du premier échantillon, est prélevé
comme autre échantillon.
4. Méthode selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'exploitation statistique
des résultats de mesure ainsi qu'un calcul de correction automatique ou la demande
d'un second échantillon sont effectués par un ordinateur dont la sortie de données
est reliée à un dispositif de rajustage de la quantité de substance à remplir.