(19)
(11) EP 0 261 398 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.03.1988  Patentblatt  1988/13

(21) Anmeldenummer: 87112086.1

(22) Anmeldetag:  20.08.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B44C 1/10, B44C 1/28, A47B 81/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 27.08.1986 DE 3628754

(71) Anmelder: NORDMENDE GmbH
D-2800 Bremen 44 (DE)

(72) Erfinder:
  • Nohl, Michael
    D-6057 Dietzenbach (DE)

(74) Vertreter: Einsel, Robert, Dipl.-Ing. 
Deutsche Thomson-Brandt GmbH Patent- und Lizenzabteilung Göttinger Chaussee 76
30453 Hannover
30453 Hannover (DE)

   


(54) Elektrisches Gerät mit einem Gehäuse


(57) Bei einem elektrischen Gerät mit einem Gehäuse für geho­bene Ansprüche ist die Oberfläche des Gehäuses mit ei­nem tierhaut- oder tierfellartigen Belag versehen.
Zur Vermeidung von Ablösungserscheinungen des Belages bei extremen Witterungsbedingen ist der Belag konstruk­tiv besonders ausgestaltet, indem er aus einzelnen zuge­schnittenen, streifenförmigen Teilen besteht. Außerdem ist er mit einer temperaturstabilen Klebefolie versehen und am Gehäuse verklebt.
Die Erfindung ist anwendbar bei Fernsehempfängern mit einem repräsentativen Design wie auch bei anderen Gerä­ten des Unterhaltungselektronik oder Sichtgeräten von Personal Computern, um gute akustische Eigenschaften zu erzielen und einen Einklang mit der Raum- oder Wohnungs­ausstattung herzustellen.




Beschreibung


[0001] Gehäuse für elektrische Geräte, insbesondere Fernsehempfän­ger bestehen im allgemeinen aus Kunststoff oder aus Holz. Bei der Herstellung eines Gehäuses aus Holz ist es bekannt, das Gehäuse aus einzelnen Spanplatten mit z.B. 10 mm Stärke zusammenzusetzen und die Gehäuseoberfläche in der bei Span­platten bekannten Art mit einer Kunststoffbeschichtung des gewünschten Designs, z.B. Nußbaum zu versehen. Für ein beson­ders gehobenen Ansprüchen entgegenkommendes und mit bestimm­ten Wohnungseinrichtungen gut harmonierendes Design ist es bekannt, elektrische Geräte auch mit einem Lederbezug zu ver­sehen. Eine solche Oberfläche bewirkt durch ihre amorphe Struktur zusätzlich eine Dämpfung von Störkomponenten im wie­dergegebenen Ton aufgrund von Gehäuseschwingungen und vermin­dert die Gefahr einer Verletzung oder eines Stoßens bei spie­lenden Kindern.

[0002] Es hat sich gezeigt, daß nach einer längeren Betriebszeit aufgrund von Umgebungseinflüssen oder auch während des Trans­ports bei extremen Klimabedingungen die Verbindung zwischen dem Grundgehäuse und dem Belag unzureichend ist. Dadurch ge­hen die mit dem Belag erzielten technischen und ästhetischen Wirkungen verloren.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Gerät mit einem Gehäuse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu auszubilden, daß der Belag dauerhaft mit dem Grundgehäuse verbunden bleibt.

[0004] Diese Aufgabe wird bei einem elektrischen Gerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die im Kennzeichen angege­benen Merkmale gelöst.

[0005] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung, an Hand der ein Ausführungsbeispiel erläutert wird. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine Vorderansicht des Gehäuses, teilweise in Schnittdarstellung und

Fig. 2 eine konstruktive Ausbildung der linken oberen Ecke des Gehäuse gemäß Fig. 1.



[0006] In Fig. 3 ist das Gehäuse 1 mit dem Bildschirm 2, den Lautsprecheröffnungen 3 und den Bedienfeldern 4 dargestellt. Im oberen linken Teil ist das Gehäuse geschnitten gezeigt. Auf die Gehäusewand 5, die aus einer Spanplatte besteht, ist der Belag 6 aus Leder aufgeklebt.

[0007] Dabei sind zunächst die Oberflächenteile des Gehäuses 1, an der Teile des Belags zusammenstoßen, mit einem Unterbelag aus etwa 0,3 mm dicken Lederstreifen eingefaßt. Diese Leder­streifen sind mit einer doppelseitigen Klebefolie beschich­tet und auf dem Gehäuse aufgeklebt. Der Unterbelag wie auch der Belag werden durch Spalten eines dickeren Rohmaterials gewonnen. Durch das Spalten erhält die der später sichtbaren Seite gegenüberliegenden Seite eine besonders glatte Oberflä­che, welche eine gute Verbindung mit der Klebefolie eingeht. Die Teile 6a des Belags 6 werden entweder direkt mit einer doppelseitigen Klebefolie verbunden oder, im Falle der größe­ren Flächen, zunächst mit einem Vlies verbunden und das Vlies dann mit der doppelseitigen Klebefolie versehen. Dabei ist das Vlies einseitig mit einer Klebeschicht versehen, die ein Aufbügeln das Belags 6 auf das Vlies ermöglicht. Für das Vlies hat sich das Material SR9 und SR12 der Firma Kalff als besonders vorteilhaft erwiesen. Als doppelseitige Klebe­folie kommt das Material Duplomont 9011 oder Duplocoll 235 der Firma Lohmann in Frage. Die vorgeschnittenen Teile 6a des Belags 6 werden nach der Verbindung mit dem Vlies und der Klebefolie maßgenau gestanzt, gegebenenfalls mit einer Ziernaht versehen und an den Kanten in dem gleichen Farbton gespritzt, den das Leder selbst aufweist.

[0008] Vor dem Aufkleben der Teile 6a des Belags 6 wird das Grundge­häuse in der Umgebung der Streifen des Unterbelags noch mit einem Klebeverstärker (Primer) versehen, wobei hier etwa ein Bereich von 3 mm zu beiden Seiten des Unterbelags ausreicht. Die Teile 6a des Belags 6 werden dann aufgeklebt, wobei sie so vorgeformt sind, daß sie an scharfen Kanten zusammensto­ßen. Dadurch wird eine übermäßige Biegung vermieden, die sonst durch die Spannung im Material leicht Ursache von Ablö­sungserscheinungen sein kann. An Bereichen der Oberfläche, die eine starke Krümmung aufweisen, erfolgt das Verkleben zusätzlich unter Wärme und Druckbeaufschlagung z.B. mittels eines Warmluftgebläses und eines Hammers.

[0009] Die konstruktive Ausgestaltung sowie die Auswahl des Klebema­terials bieten die Gewähr, daß der Belag auch unter extremen Umweltbedingungen wie z.B. im tropischen Klima, oder beim Transport und Lagerung in extremer Kälte fest mit dem Grund­gehäuse verbunden bleibt.

[0010] Wie Fig. 1 erkennen läßt, sind die Lautsprecheröffnungen 3 und die Bedienfelder 4 ausgespart. Der Bildschirm 2 ist von vier getrennten Teilen 6a des Belages 6 umgeben, die den Übergang zwischen dem Bildschirm 2 und der Vorderseite des Gehäuses 1 bilden. Diese vier Teile 6a sind an den Ecken des Bildschirms mit dem Belag 6 auf der Vorderseite des Gehäuses 1 auf Stoß geklebt. Als Leder für den Belag 6 kann vorzugsweise die Haut des indischen Wasserbüffels verwendet werden. Es ist auch möglich, anstelle eines Leders einen tierfellartigen Belag zu verwenden, z.B. das Fell eines See­hundes oder ein sonstiges Fell mit relativ kurzen Haaren. Es ist auch möglich, einzelne Teile des Belages 6 von dem Gehäuse 1 entfernbar oder herausklappbar auszubilden. Da­durch können z.B. die Bedienfelder oder auch der Bildschirm ähnlich wie durch eine Klappe oder Jalousie normalerweise durch einen Teil des Belages 6 abgedeckt sein, dafür die Be­dienung oder die Bildbetrachtung filmscharnierartig heraus­klappbar ist.

[0011] Fig. 2 zeigt in einer Perspektive die linke obere Ecke des Gehäuses gemäß Fig. 1. Jeweils an den Kanten des Gehäuses zwischen zwei zusammenliegenden Teilen des Belages 6 und je­weils an den Begrenzungskanten der Beläge an der Lautsprecheröffnung 3 und an dem Bildschirm 2 sind Ziernähte 7,7a,7b vorhanden. Dabei sind die Teile auf Geh­rung geschnitten und können zur Überwindung geringer Toleranzen bei der Herstellung geringfügig gedehnt oder ge­staucht werden, um in jedem Fall den Eindruck einer sauberen Arbeit zu gewährleisten und keine Ablösung auch bei mechani­schen Einwirkungen oder Witterungseinflüssen zu zeigen.


Ansprüche

1. Elektrisches Gerät mit einem Gehäuse (1), insbesondere Fernsehempfänger, dessen Oberfläche mit einem tierhaut- ­oder tierfellartigem Belag (6), z.B. Leder versehen ist, dadurch gekennzeichnett, daß der Belag (6) aus ein­zelnen zugeschnittenen, streifenförmigen Teilen (6a) besteht, welche mittels einer temperaturstabilen Klebe­folie am Grundgehäuse befestigt sind.
 
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Teile (6a) des Belages (6) an scharfen Kanten der Oberfläche gegeneinander stoßen.
 
3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belages (6) an gekrümmten Ober­flächenübergängen des Gehäuses (1) zusätzlich unter Wärme- und Druckbeaufschlagung verklebt sind.
 
4. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belages (6) eine doppelseitige Klebefolie tragen.
 
5. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß großflächige Teile (6a) des Belages (6) mit einem Vlies verbunden sind, welches auf der anderen Seite mit einer doppelseitigen Klebefolie versehen ist.
 
6. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenezeichnet, daß die Oberflächenbereiche des Gehäuses (1) an denen die Stoßstellen des Belages (6) zu liegen kommen, mit einem, dem tierhaut- oder tier­fellartigen Belag (6) ähnlichen, jedoch wesentlich dün­neren Unterbelag beklebt sind.
 
7. Gerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterbelag ebenfalls mit einer doppelseitigen Klebefo­lie versehen ist.
 
8. Gerät nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Gehäuses (1) in der Umgebung des Unterbelags mit einem Klebeverstärker versehen ist.
 
9. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der tierhaut- oder tierfell­artige Belag (6) vor dem Verkleben mit der doppelseiti­gen Klebefolie oder dem Vlies gespalten ist.
 
10. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belags (6) mit samt den Klebefolien maßgenau ausge­stanzt und die Kanten in der Farbe des Belags einge­färbt und gegebenenfalls mit einer Ziernaht versehen sind.
 




Zeichnung