[0001] Gehäuse für elektrische Geräte, insbesondere Fernsehempfänger bestehen im allgemeinen
aus Kunststoff oder aus Holz. Bei der Herstellung eines Gehäuses aus Holz ist es bekannt,
das Gehäuse aus einzelnen Spanplatten mit z.B. 10 mm Stärke zusammenzusetzen und die
Gehäuseoberfläche in der bei Spanplatten bekannten Art mit einer Kunststoffbeschichtung
des gewünschten Designs, z.B. Nußbaum zu versehen. Für ein besonders gehobenen Ansprüchen
entgegenkommendes und mit bestimmten Wohnungseinrichtungen gut harmonierendes Design
ist es bekannt, elektrische Geräte auch mit einem Lederbezug zu versehen. Eine solche
Oberfläche bewirkt durch ihre amorphe Struktur zusätzlich eine Dämpfung von Störkomponenten
im wiedergegebenen Ton aufgrund von Gehäuseschwingungen und vermindert die Gefahr
einer Verletzung oder eines Stoßens bei spielenden Kindern.
[0002] Es hat sich gezeigt, daß nach einer längeren Betriebszeit aufgrund von Umgebungseinflüssen
oder auch während des Transports bei extremen Klimabedingungen die Verbindung zwischen
dem Grundgehäuse und dem Belag unzureichend ist. Dadurch gehen die mit dem Belag
erzielten technischen und ästhetischen Wirkungen verloren.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Gerät mit einem Gehäuse
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu auszubilden, daß der Belag dauerhaft mit dem
Grundgehäuse verbunden bleibt.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem elektrischen Gerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch die im Kennzeichen angegebenen Merkmale gelöst.
[0005] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den weiteren
Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung, an Hand der ein Ausführungsbeispiel
erläutert wird. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Vorderansicht des Gehäuses, teilweise in Schnittdarstellung und
Fig. 2 eine konstruktive Ausbildung der linken oberen Ecke des Gehäuse gemäß Fig.
1.
[0006] In Fig. 3 ist das Gehäuse 1 mit dem Bildschirm 2, den Lautsprecheröffnungen 3 und
den Bedienfeldern 4 dargestellt. Im oberen linken Teil ist das Gehäuse geschnitten
gezeigt. Auf die Gehäusewand 5, die aus einer Spanplatte besteht, ist der Belag 6
aus Leder aufgeklebt.
[0007] Dabei sind zunächst die Oberflächenteile des Gehäuses 1, an der Teile des Belags
zusammenstoßen, mit einem Unterbelag aus etwa 0,3 mm dicken Lederstreifen eingefaßt.
Diese Lederstreifen sind mit einer doppelseitigen Klebefolie beschichtet und auf
dem Gehäuse aufgeklebt. Der Unterbelag wie auch der Belag werden durch Spalten eines
dickeren Rohmaterials gewonnen. Durch das Spalten erhält die der später sichtbaren
Seite gegenüberliegenden Seite eine besonders glatte Oberfläche, welche eine gute
Verbindung mit der Klebefolie eingeht. Die Teile 6a des Belags 6 werden entweder direkt
mit einer doppelseitigen Klebefolie verbunden oder, im Falle der größeren Flächen,
zunächst mit einem Vlies verbunden und das Vlies dann mit der doppelseitigen Klebefolie
versehen. Dabei ist das Vlies einseitig mit einer Klebeschicht versehen, die ein Aufbügeln
das Belags 6 auf das Vlies ermöglicht. Für das Vlies hat sich das Material SR9 und
SR12 der Firma Kalff als besonders vorteilhaft erwiesen. Als doppelseitige Klebefolie
kommt das Material Duplomont 9011 oder Duplocoll 235 der Firma Lohmann in Frage. Die
vorgeschnittenen Teile 6a des Belags 6 werden nach der Verbindung mit dem Vlies und
der Klebefolie maßgenau gestanzt, gegebenenfalls mit einer Ziernaht versehen und an
den Kanten in dem gleichen Farbton gespritzt, den das Leder selbst aufweist.
[0008] Vor dem Aufkleben der Teile 6a des Belags 6 wird das Grundgehäuse in der Umgebung
der Streifen des Unterbelags noch mit einem Klebeverstärker (Primer) versehen, wobei
hier etwa ein Bereich von 3 mm zu beiden Seiten des Unterbelags ausreicht. Die Teile
6a des Belags 6 werden dann aufgeklebt, wobei sie so vorgeformt sind, daß sie an scharfen
Kanten zusammenstoßen. Dadurch wird eine übermäßige Biegung vermieden, die sonst
durch die Spannung im Material leicht Ursache von Ablösungserscheinungen sein kann.
An Bereichen der Oberfläche, die eine starke Krümmung aufweisen, erfolgt das Verkleben
zusätzlich unter Wärme und Druckbeaufschlagung z.B. mittels eines Warmluftgebläses
und eines Hammers.
[0009] Die konstruktive Ausgestaltung sowie die Auswahl des Klebematerials bieten die Gewähr,
daß der Belag auch unter extremen Umweltbedingungen wie z.B. im tropischen Klima,
oder beim Transport und Lagerung in extremer Kälte fest mit dem Grundgehäuse verbunden
bleibt.
[0010] Wie Fig. 1 erkennen läßt, sind die Lautsprecheröffnungen 3 und die Bedienfelder 4
ausgespart. Der Bildschirm 2 ist von vier getrennten Teilen 6a des Belages 6 umgeben,
die den Übergang zwischen dem Bildschirm 2 und der Vorderseite des Gehäuses 1 bilden.
Diese vier Teile 6a sind an den Ecken des Bildschirms mit dem Belag 6 auf der Vorderseite
des Gehäuses 1 auf Stoß geklebt. Als Leder für den Belag 6 kann vorzugsweise die Haut
des indischen Wasserbüffels verwendet werden. Es ist auch möglich, anstelle eines
Leders einen tierfellartigen Belag zu verwenden, z.B. das Fell eines Seehundes oder
ein sonstiges Fell mit relativ kurzen Haaren. Es ist auch möglich, einzelne Teile
des Belages 6 von dem Gehäuse 1 entfernbar oder herausklappbar auszubilden. Dadurch
können z.B. die Bedienfelder oder auch der Bildschirm ähnlich wie durch eine Klappe
oder Jalousie normalerweise durch einen Teil des Belages 6 abgedeckt sein, dafür die
Bedienung oder die Bildbetrachtung filmscharnierartig herausklappbar ist.
[0011] Fig. 2 zeigt in einer Perspektive die linke obere Ecke des Gehäuses gemäß Fig. 1.
Jeweils an den Kanten des Gehäuses zwischen zwei zusammenliegenden Teilen des Belages
6 und jeweils an den Begrenzungskanten der Beläge an der Lautsprecheröffnung 3 und
an dem Bildschirm 2 sind Ziernähte 7,7a,7b vorhanden. Dabei sind die Teile auf Gehrung
geschnitten und können zur Überwindung geringer Toleranzen bei der Herstellung geringfügig
gedehnt oder gestaucht werden, um in jedem Fall den Eindruck einer sauberen Arbeit
zu gewährleisten und keine Ablösung auch bei mechanischen Einwirkungen oder Witterungseinflüssen
zu zeigen.
1. Elektrisches Gerät mit einem Gehäuse (1), insbesondere Fernsehempfänger, dessen
Oberfläche mit einem tierhaut- oder tierfellartigem Belag (6), z.B. Leder versehen
ist, dadurch gekennzeichnett, daß der Belag (6) aus einzelnen zugeschnittenen, streifenförmigen Teilen (6a) besteht,
welche mittels einer temperaturstabilen Klebefolie am Grundgehäuse befestigt sind.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Teile (6a) des Belages (6) an scharfen Kanten der Oberfläche gegeneinander
stoßen.
3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belages (6) an gekrümmten Oberflächenübergängen des Gehäuses
(1) zusätzlich unter Wärme- und Druckbeaufschlagung verklebt sind.
4. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belages (6) eine doppelseitige Klebefolie tragen.
5. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß großflächige Teile (6a) des Belages (6) mit einem Vlies verbunden sind, welches
auf der anderen Seite mit einer doppelseitigen Klebefolie versehen ist.
6. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenezeichnet, daß die Oberflächenbereiche des Gehäuses (1) an denen die Stoßstellen des Belages
(6) zu liegen kommen, mit einem, dem tierhaut- oder tierfellartigen Belag (6) ähnlichen,
jedoch wesentlich dünneren Unterbelag beklebt sind.
7. Gerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterbelag ebenfalls mit einer doppelseitigen Klebefolie versehen ist.
8. Gerät nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Gehäuses (1) in der Umgebung des Unterbelags mit einem Klebeverstärker
versehen ist.
9. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der tierhaut- oder tierfellartige Belag (6) vor dem Verkleben mit der doppelseitigen
Klebefolie oder dem Vlies gespalten ist.
10. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (6a) des Belags (6) mit samt den Klebefolien maßgenau ausgestanzt
und die Kanten in der Farbe des Belags eingefärbt und gegebenenfalls mit einer Ziernaht
versehen sind.